Cappuccino: Tassen-Test Frankfurt | BISS

Cappuccino: Tassen-Test Frankfurt

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Wo Kaffee die Bohne wert ist

Top Ten Frankfurt

 

Von Ludwig Fienhold

& BISS-Team

 

Beim großen Tassen-Test haben wir unsere Favoriten gewählt und warnen vor den besonders schlechten Adressen. Der Artikel wird ständig aktualisiert. Die ersten drei Plätze unserer Top Ten arbeiten alle auf einem ähnlich hohen Niveau und unterscheiden sich nur in Nuancen.

 

Top Ten

 

Hier gibt es den besten Cappuccino

Unsere Favoriten in Frankfurt

 

 

Nr. 1

Hoppenworth & Ploch, Friedberger Landstr. 86 + Neue Altstadt, Am Hühnermarkt 

Hoppenworth & Ploch, Julian Ploch

Kaffee-Avantgarde der ersten Stunde. Das „Hopplo“-Duo zieht konsequent und auf hohem Niveau sein Kaffee-Konzept durch. Besonders gut sind die Kaffees aus Äthiopien, beispielsweise Worka, Dimitu Tero und Wolichu Wachu. Diese Kaffees sind so fein, aromatisch und dezent fruchtig, dass man Zucker getrost weglassen kann. Matthias Hoppenworth und Julian Ploch sowie ihr Röstmeister Kilian Sieger holen aus jeder Bohne ein Optimum an Qualität heraus. Im Stammhaus an der Friedberger Landstraße gibt es die größte Auswahl im Ausschank. Der feinwürzige, leicht schokoladige, milde Brasilianer Fazenda Capoeira, der sanft fruchtige Shilcho aus Äthiopien und der kraftvolle La Divina Providencia aus El Salvador sind besonders gut. Solche exzellenten, sortentypischen, ausdrucksvollen, seidigen und überraschend andersartigen Kaffees machen große Freude. Die Milch für den Cappuccino kommt übrigens vom Weidenhof aus Wächtersbach mit hofeigener Molkerei. Cappuccino: 3,50 – 3,90 €. Hoppenworth & Ploch haben im Sommer 2019 ihr drittes Café eröffnet, in der Neuen Altstadt am Hühnermarkt 22. Neben Kaffee & Kuchen gibt es inzwischen zumindest am Wochenende auch Wein. Das Café hat 16 Sitzplätze im Gastraum sowie 20 Plätze auf der Terrasse, wobei auch die Fensterbänke genutzt werden. Die Sortimentshandschrift ist nach den Worten von Matthias Hoppenworth „ganz klar Specialty Coffee in der gewohnten Qualität und mit der Philosophie von Hoppenworth & Ploch sein, ohne das Publikum in der Neuen Altstadt zu überfordern.“ Wer einfach nur auf einen guten Cappuccino vorbeikommen will, soll genau so auf seine Kosten kommen wie Nerds, die sich in die Altstadt verirrt haben. Außerdem bieten Hoppenworth & Ploch Röstkaffees, Geschirr von Hartmud und ausgesuchtes Equipment für zu Hause an. Darüber hinaus werden Snacks und hausgemachten Kuchen offeriert. Die Croissants sind hervorragend. Die Zitronentarte ist ebenfalls großartig und sollte viel mehr eingesetzt werden.

 

Nr. 2

The Holy Cross Brewing Society

Fahrgasse 7

Beschreibung hinzufügen …Cappuccino Holy CrossAusgezeichnete individuelle Kaffeeauswahl, perfekt zubereiteter Cappuccino von wechselnden Farmen und Röstereien – korrekte Temperatur, frische Landmilch vom Weidenhof in Wächtersbach, Crema von guter Konsistenz. Alle Kaffees, die wir hier zahlreich von der ersten Minute an probiert haben, zeigen Klasse, wobei uns die aus Äthiopien mit ihrer eleganten Struktur und noblen und dezenten  Fruchtigkeit besonders gut gefallen. Viele sehr empfehlenswerte hausgemachte Delikatessen, Stullen und Suppen sowie Kuchen – Käseschmand und Kürbistarte sind umwerfend gut, aber auch die Croissants gehören zu den besten der Stadt. Der lässig-nette Latzhosenservice gibt allem ein Sahnehäubchen obenauf. Cappuccino: 3,50  €.  Nebenan hat es Zuwachs gegeben, der neue Laden ist allerdings in erster Linie Barista-Schulungen vorbehalten, derzeit verkauft dort die zauberhafte Vivi ihre Crepes.

 

Nr. 3

Oheim, Oppenheimer Landstr. 48

Oheim - 1Schönes Wohnzimmer-Café mit Spitzenkaffees und einem herausragenden Cappuccino, der perfekt und mit Frischmilch zubereitet wird. Wechselnde handverlesene Sorten im Ausschank (z.B. Spitzenware von von der Rösterei Ernst aus Köln), die Hausmarke ist ebenfalls sehr gut. Neben solidem Barista-Handwerk darf man allerbeste hausgemachte Leckereien erwarten. Rundum klasse, individuell und sympathisch. Cappuccino 3,50 €.

 

 

Nr. 4

Dining Raum, Fahrgasse 15

Unbekannt.jpg

Café Dining Raum an der Fahrgasse eroberte aus dem Stand die Sympathien der Frankfurter. Betrieben wird es von Australiern mit südkoreanischen Wurzeln. Alles optisch clean, spartanischer Minimalismus mit Kaffeeduft. Es geht sehr akkurat und sehr freundlich zu. So höflich wie eher selten in unseren Cafés, in denen immer mehr Menschen arbeiten, die so cool sein wollen wie Barkeeper, aber nur abgebrüht erscheinen. Im Dining Raum schmeckt der Cappuccino ausgezeichnet und wird (meist) korrekt zubereitet (Brand von Hoppenworth und Ploch). Leider wird das Croissant nur mit Marmelade serviert, wer es ohne haben möchte, geht leer aus. Ein sonst so nettes Café sollte flexibler sein, denn das Bestehen auf die Marmelade wirkt unprofessionell. Dennoch alles in allem: Eine Bereicherung für die immer interessanter werdende Fahrgasse. Cappuccino 3,40 €.

 

Nr. 5

Espresso Espresso, Braubachstr. 28

Die Café-Bar in der gastronomisch weiter wachsenden Braubachstraße vermittelt Understatement. Kaum Dekor, aber einen Spitzenkaffee im Angebot. Der kommt von den jungen Altmeistern der Barista-Szene, Hoppenworth und Ploch, aber in einer speziellen Mischung exklusiv für Espresso Espresso. Der Cappuccino ist hervorragend und glänzt durch eine Harmonie, bei der jeder Krümel Zucker stören würde. Kaffee trinkt man ganz lässig im Stehen, so wie in den Espressobars in Italien. Nirgendwo Laptop-Lurche, die sich hinter ihren Monitoren verkriechen und wie paralysiert am Stuhl kleben. Neben Kaffee gibt es noch Winzersekt, Vermouth, Grünen Veltliner sowie leckere süße und salzige Kleinigkeiten. Die Weinauswahl wird immer besser und weitet sich aus, aber mehr in der Qualität als in der Quantität. Sehr sympathischer Neuzugang, engagierter freundlicher Service, der seinesgleichen sucht.  Mitten im vielseitigen Cafézentrum von Frankfurt findet das kleine Lokal mit seinem ambitionierten Auftritt eine Nische. Die Gäste stehen sogar im Winter vor der Tür. Dieser Kaffee wärmt das Herz, der Preis lässt es allerdings  schneller schlagen: Cappuccino 4 €.

Nr. 6

mehlwassersalz, Domstr. 10

mehlwassersalz

Das Café im Museum für Moderne Kunst begeistert durch Qualität, die sich vor allem im fabelhaften hausgebackenen Sauerteigbrot, den genialen Queens (eine zart karamellisierte Mischung aus Croissant und Brioche) sowie dem Kaffee ausdrückt. Die neue eigene Mischung, die gemeinsam mit Hoppenworth & Ploch entstand, schmeckt großartig. Der Cappuccino gehört zu den allerbesten Vertretern dieser Spezies in der Stadt. Feincremig, ausdrucksvoll, harmonisch, keine Bitterstoffe, geringe Säure. Gewürzte Schokolade, Toffee, nussig, und dezent fruchtige Noten. Das ruft nach einer zweiten Tasse. Sehr netter Service, entspannte Atmosphäre. Cappuccino 3,50 €.

 

Nr. 7

Drei Kaffeebar, Fahrgasse 23

Der Neuzugang Drei Kaffeebar ist trotz der Fülle an guten Cafés ringsum eine Bereicherung. Freundlicher, ambitionierter Service, gute Kaffees und frische Ideen. Der Cappuccino aus El Salvador von den Manhattan Coffe Roasters ist einer unserer Favoriten. So schön schmeckt Nougat nur als Kaffee. Sehr puristisch eingerichtet, unabhängig vom Wetter genießen die Gäste ihre Tasse gerne vor der Tür. Cappuccino 3,50 €.

Nr. 8

Caffé Casa Nostra, Hasengasse 3       Neuzugang

Ein neues Café in der Hasengasse nahe der Frankfurter Kleinmarkthalle macht mit einem leckeren Angebot an Pasticcini und anderen kleinen Happen Appetit. Es gibt Canolo mit Cremefüllung, Ricotta oder Zuppa Inglese, Cornetto, gefüllte Quarkbällchen, Törtchen und anderes mehr. Außerdem sind gute gefüllte Arancini zu haben. Pino Pistara ist für seine Torten und süßen Hochzeitsarrangements bekannt und fertigt täglich frisch die ganzen Delikatessen im kleinen Lokal seines Sohnes Antonio, das dieser gemeinsam mit Frau Jennifer betreibt (siehe Foto). Der Kaffee wird selbst geröstet, der Cappuccino fällt sehr gut und kräftig aus und ist zu einem freundlichen Preis von 3,10 € zu haben. Und das in einer anständigen großen Tasse.

Nr. 9

Coffeosi, Vilbeler Str. 2

Die Vilbeler Straße hat manch gute Adresse zu bieten, seit dem aus einem Friseur eine Coffee Bar wurde, noch eine mehr. Das große Ladenlokal wurde attraktiv bis ins Detail ausgestattet und einladend gestaltet. Die Betreiber nennen sich „Kaffee-Agenten aus Leidenschaft“, weshalb sich ihr Geschäft auch Passion Store nennet. Neben Kaffees werden hochwertige Espresso-Siebträger-Maschinen verkauft, allesamt Schmuckstücke. Die Betreiber verstehen ihr Handwerk, können gut beraten und treten engagiert und freundlich auf. Basis der Kaffees sind die Hausmarken Isqueta und Anno 1961. Der Cappuccino fällt tadellos aus, kräftiger Geschmack, feine Crema, Latte Art. Ambitioniert, genussvoll, sympathisch. Cappuccino 3 €.

 

 

Nr. 10

Bohnerie, Eschersheimer Landstr. 14

Cafe BohnerieDen Zuruf des Chefs „Fühlt euch wie zu Hause“ nehmen vor allem Mütter mit Kleinkindern etwas zu wörtlich. Der Gast kann sich in diesem netten Röstsalon mit Tischen aber wohl fühlen, das Personal ist durchweg sympathisch und engagiert. Es werden drei verschiedene Röstmischungen angeboten, für einen Cappuccino eignet sich am besten die Cuvée 6040 aus Brasil & Java Bohnen. Auf der ersten Etage ziehen sich jene zurück, die ungestört am Computer arbeiten wollen. Cappuccino 3 €.

 

Weitere Tipps für Cappuccino-Genießer

 

Neuzugang

 

Neues Pop-Up Café im Frankfurter Kunstverein, Markt 44

Das neue Café will keine Eintagsfliege sein und hofft auf langes Bleiberecht. Die Voraussetzungen dafür sind gut. Ausgezeichneter Cappuccino (3,50 €), die Frankfurter Rösterei Due Mani liefert Qualität. Aber auch sonst setzt man auf Klasse. Der Apfelwein vom Fass kommt von der Kelterei Stier, mit den Weinen vom Pfälzer Emil Bauer kann man nichts falsch machen. Wer nach Höherem strebt, wird beim Champagner Ruinart Rosé fündig, der mit 95 € für die Flasche sehr gastfreundlich kalkuliert ist. Erdnuss- und Karottenkuchen sowie anderes mehr an Kaffeebegleitungen gehören zum Standardrepertoire. Ein etwas größeres Speiseangebot wird es erst geben, wenn sich das Café richtig einmieten darf. Einsatzfreudiges, freundliches, junges Team. Hübsches und bequemes Terrassenmobiliar. Viele Gäste sind in Gespräche vertieft, andere schauen sich den Strom an Besuchern an, der vorbeizieht und den Platz zum Laufsteg macht. Man befindet sich schließlich an einem historisch prominenten Ort, dem Frankfurter Krönungsweg zwischen Dom und Römer.

 

Aniis, Hanauer Landstr. 82

Raum für Kaffee-Kultur, nennt sich das Lokal im Untertitel. Ein nettes Café in (noch) wenig schöner Umgebung. Einer muss ja mal den Anfang machen. Dunkle Holzoptik, mit sicherer Hand zurechtgezimmertes Mobiliar. Ein afrikanisch kaffeebraunes Porträt in Übergröße gibt den Ton an. Es gibt unter anderem frische Brühkaffees und Cappuccino, die Hausmarke und wechselnde, wie den aus Kolumbien – beide sehr gut, der kolumbianische ein klein wenig spannender. Rachid el Ofairi versteht sein Handwerk. Aniis steht im Arabischen für „guter Freund“ – so kann man sich in diesem netten und ambitionierten Café auch fühlen. Cappuccino 3 €.

 

Bunca, Kirchnerstr. 4

Samson Habtom aus dem Kaffeeland Eritrea hat sich in der Innenstadt in der Nähe des Frankfurter Hofs gleich neben kaffeeähnlichen Kettenbetrieben mit seinem individuellen Lokal gut aufgestellt. Ausgezeichneter, geschmeidiger Cappuccino, oft mit feinem Schokoladenaroma. Wechselnde Sorten. Cappuccino 3 €.

 

Café Herz, Braubachstr. 31

Das Café hat gut eingeschlagen und sich trotz großer Konkurrenz einen Platz in der Braubachstraße erobert. Die Brüder Mengi, Teff und Jeshi Zeleke, die sich mit ihrem seligen Club Unity beliebt machen konnten, haben ein Händchen für hübsche Bedienungen. Diese sind meist flott, können aber bei vollem Haus schon mal ins Schleudern geraten, was sie gerne und gut weglächeln. Aus den  Wänden wächst Efeu, der eine warme Atmosphäre schafft. Die Kuchen fallen sehr gut aus. Der Cappuccino von wechselnden Kaffer-Erzeugern aus Äthiopien, der Heimat der Zeleke-Brüder, wird korrekt zubereitet und schmeckt sehr gut. Von den meisten Weinen können wir dies leider nicht sagen. Die Auswahl ist verbesserungsfähig, wobei das Café abends ja zur Bar wird. Cappuccino 3 €.

 

 

 

Kuku Vaia, Oeder Weg 23

Die Griechen können nicht nur Wein, die Griechen schaffen auch einen guten Kaffee. Davon kann man sich im Kuku Vaia im Oeder Weg überzeugen, wo ein perfekter Cappuccino serviert wird. Bean Inspector Nesto Domanis sorgt für einen sympathischen, saloppen und freundlichen Umgang. Das kleine Lokal wurde ausgesprochen hübsch in Kaffeebraun und mit viel Holz gestaltet. Am Abend verwandelt sich das Café in eine Bar. Cappuccino 3,20 €.

 

 

 

 

Adele Momenti, Schulstr. 38

Bezauberndes Wohnzimmer-Café mit Sinn für Dekor. Die italienische Betreiberin ist freundlich und sehr engagiert. Cappuccino 3 €, mit Stückchen Zartbitterschokolade.

 

 

 

The Espresso Bar, Schäfergasse 42  

Die Kaffee-Szene wird größer, deren Protagonisten aber vereinzeln sich immer mehr und kommen auch in der kleinsten Hütte klar. Bestes Beispiel: The Espresso Bar in der Schäfergasse. Wenn der Einmannbetrieb fünf Gäste hat, ist der Laden voll. Vom Geschmack und der Kaffeekultur her, weniger Third Wave, mehr klassisch American & Italian Style. Der junge Kaffee Keeper trägt einen schmalen Oberlippenbart wie er so kaum noch vorkommt. Das macht ihn nicht besser, passt aber zu seinen Tassen mit Schnurbart-Emblem. Der Cappuccino ist sehr gut und wird optimal zubereitet, gleiches gilt für den Espresso. Die Ware kommt von den Red Code Coffee Roasters aus Bensheim. Gut so. Von den üblichen Verdächtigen gibt es schon genügend in der Stadt. Cappuccino 3 €.

 

 

Bitter & Zart, Brauchbachstr. 14

Das schnucklige Café und seine fröhlichen Mitarbeiterinnen servieren hervorragende Torten und immer freitags die Macarons von Florian Köller. Längst hat sich auch die Qualität beim Cappuccino stabilisiert, der Cappuccino auf Basis von Gorilla-Kaffee/Espresso schmeckt ausgezeichnet. Cappuccino: 3,2

 

 

 

 

 

 

IImori, Braubachstr. 24

Das japanische Café ist besonders hübsch & herzig eingerichtet. Viele Desserts sind köstlich, vor allem der New York Cheesecake. Ein ganz kleines Stück vom Glück kostet allerdings auch unwirtliche 4,40 €. Der Cappuccino schmeckt sehr gut und aromatisch und wird korrekt temperiert und mit standhaftem Milchschaum serviert.  3,30 €.  Er basiert auf den Bohnen der Kaffeerösterei Langen aus Medenbach im Hochsauerland.

 

Under Pressure, Große Rittergasse 20 

Cooler Name. Kaffee braucht Druck, der Chef ist aber immer entspannt. Im Apfelwein-Revier Sachsenhausen ist eine gute Kaffee-Adresse so selten wie ein Pinguin in der Sahara. Sven Wörth hat sich sein Wohnzimmerlokal weitgehend selbst geschickt zusammengebaut. Er kennt sich in der Bar-Szene ebenso gut aus wie in der Barista-Welt. Es sind unter anderem ein kenianischer Karindundu mit apart herbem Schokotouch und ein leicht karamelliger Paradenia aus Südindien im Angebot. Gehört mit seinen eher kräftigen Kaffees zur progressiven Szene und stellt auch an die Gäste gewisse Ansprüche und Kenntnisse. Cappuccino, nackt, 3 €.

 

 

Peter Gerigk

Espresso-Store, Kleinmarkthalle

Peter Gerigk gehört zu den Kaffee-Pionieren in Frankfurt und servierte schon sehr guten Stoff als andere noch am Tchibo nuckelten. Vor 20 Jahren gab es weit und breit nichts in seiner Klasse, wobei er dem allgegenwärtigen Wacker Paroli bieten konnte. Peter Gerigks Kaffeestand in der Kleinmarkthalle existiert nun auch schon über 13 Jahre. Der Cappuccino im Espresso-Store in der Kleinmarkthalle fällt meist so aus wie er sein soll: Aromatisch, korrekt temperiert und von einer samtig dichten und schmalen Milchschicht mit Stand gekrönt. Alle Sorten kommen aus der eigenen Frankfurter Kaffeerösterei. Es gibt auch einige hoch angesiedelte Spezialitäten, wie den sortenreinen Plantagenkaffee aus Kenia. Peter Gerigk betreibt mit der Frankfurter Kaffeerösterei ein eigenes Label mit verschiedenen Sorten. Cappuccino 3 €.

 

 

Zeit für Brot, Oeder Weg 15

Es duftet oft nach frischem Brot und anderen Backwaren, die offen einsehbare Backstube vermittelt solides Handwerk. Das Laden-Lokal ist jedenfalls eine gute Adresse. Der Cappuccino ist von feiner Cremigkeit und von mittelkräftigem Ausdruck. Der ideale Cappuccino für jeden Tag. 3,30 €.

L´Art Sucré, Freßgass 25

Macarons von Köller

Der Weltklasse-Pâtissier Florian Köller hat nach Wiesbaden und Bad Homburg auch eine Edelnasch-Boutique mit Café in Frankfurt eröffnet. Die Macarons, Pralinen und Küchlein gehören zum Besten, was es in diesem Genre auf der Erde gibt, auch der Haus-Cappuccino fällt gut aus. Cappuccino: 3,20 €.

 

Manufactum, Opernturm, Bockenheimer Anlage 49-50

Elitärer Tante-Emma-Laden für den anspruchsvollen Tagedieb. Wer einmal in diese Welt eingetreten ist, wird mit dem Herumschnüffeln nicht aufhören können und die Zeit vergessen. Neben ausgesuchten Delikatessen, Küchenaccessoires und hochpreisigem Lifestyle-Mobiliar, lässt es sich im angeschlossenen Bisto-Café Brot & Butter hübsch tafeln. Dort wird auch ein ausgezeichneter Cappuccino in großen Tassen serviert, dessen Kaffee/Espresso aus der italienischen Rösterei Trinci stammt, wo man die Bohnen noch immer nach alter Tradition über Holz röstet. Cappuccino 4,10 €.

 

Rathaus auf dem Römerberg

Rathaus auf dem Römerberg

Die beliebten Frankfurter Traditionsbetriebe Wissmüller und Wacker sind oft in der Stadt vertreten, fallen aber recht unterschiedlich aus, weshalb man den Unternehmen nur raten kann, auch die Qualität der von ihnen belieferten Betriebe strenger zu kontrollieren. Wir sind nicht die großen Freunde von Wacker-Kaffee, doch wenn man ihn schon trinkt, dann wenigstens im Stammhaus am Kornmarkt 9 mitten in der City, wo der Duft frischgerösteter Kaffeebohnen animiert und die Stimmung so belebend ist, dass die Leute Schlange stehen und selbst bei strenger Kälte an den Stehtischen vor der Tür kleben. Auf der Berger Straße und im Mittelweg befinden sich die schönsten Wacker-Cafés, doch fallen dort die Ergebnisse so unterschiedlich aus, wie es auch die Bedienungen sein können. Bei Cash & Coffee, der Wechselstube im schönen Fachwerkhaus Engel auf dem Römerberg, wird der Wacker-Kaffee immerhin mit guten Kuchen und einem Panoramablick auf den Römerberg veredelt. Das gleich gegenüber liegende Café Einstein ist eine nette Adresse mit solidem Mainstream-Cappuccino, viel Leselektüre und ebenfalls toller Aussicht auf Frankfurts schönsten Platz.

Unsere Top Ten Texte werden stetig aktualisiert, Kritiken und Rangfolgen können sich ändern

 

F L O P

Daumen runter

Bloody Hell!

Das Café Gugelhupf im Frankfurter Palais Thurn & Taxis stellt einen unschönen Rekord auf und serviert inzwischen für 4,30 € den teuersten Cappuccino der Stadt. Dabei gerät er auch noch schlecht und schmeckt nach Linoleum, was auch der mäßigen Milch zuzuschreiben ist. Zuvor gab es (für 3,90 €) zum Cappuccino wenigstens noch einen Mini-Gugelhupf, der jetzt einfach gestrichen wurde, was alles noch teurer und ärgerlicher macht. Und auch das noch: Die fleißigen Servicekräfte können einem leidtun, denn sie müssen oft vergeblich auf Trinkgeld warten. Die Gäste bestellen digital über ein Tablet am Tisch und sollen dabei schon vorher ein Trinkgeld einsetzen – wer macht das schon v o r dem Service, wo man noch nicht dessen Leistungen kennt.


 

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