Corona-Willkür: Der Widerstand wächst, sogar im braven Japan | BISS

Kategorie | 2021, Aktuelles, April 2021, Archiv

Corona-Willkür: Der Widerstand wächst, sogar im braven Japan

Hands-on (1)

Gastronomen

proben den Aufstand

 

Ist Deutschland Hirntod? Teile der Bevölkerung wachen nicht aus ihrem Koma auf. Und viele Politiker machen auch alles andere als einen gesunden Eindruck.

Das Corona-Kartell vernichtet Existenzen, ohne Maß und Ziel. Schließt Hotels, Restaurants, Theater und andere Kulturstätten, schränkt völlig unverhältnismäßig Grundrechte, Grundbedürfnisse und Freiheiten ein. Nie konnte man den Begriff „Geschlossene Gesellschaft“ so greifbar traurig erleben.

Es ist mehr als verständlich, wenn sich nach über einem Jahr Corona-Missmanagement und ewigem Dauerlockdown Gegenwehr bildet. Auch in Bereichen, die vor der Krise keineswegs als systemfeindlich galten, wie der Spitzengastronomie. In Frankreich haben nicht wenige Restaurants zwar offiziell geschlossen, bewirten aber ihre Gäste dennoch klammheimlich, wie in den Zeiten der Speakeasys, als der Alkoholausschank in den USA verboten war, aber mehr denn je versteckt in Bars, Clubs und Lokalen getrunken wurde. In Frankreich sehen Gastronomen oft keine andere Möglichkeit, auch wenn ihnen der Konzessionsverlust droht, bleibt ihnen kurz vor dem wirtschaftlichen Exodus kaum eine andere Wahl – was haben sie zu verlieren? Für Gesprächsstoff sorgt das Vorgehen eines Geschäftsmanns in Paris, der in seinem privaten Club den Koch Christophe Leroy einen Restaurantkritiker bewirten ließ, nicht geheim und durchaus bühnenreif. In einem privaten Club kann bis zu sechs Personen reserviert werden. Leroys Business Club ist jedenfalls in aller Munde.

Noch weit höhere Wellen schlägt der Multi-Gastronom Kozo Hasegawa in Japan. Er hat die Metropolregierung von Tokio wegen ihrer Corona-Anordnungen verklagt, weil diese von ihm verlangen, 26 seiner Restaurants um 20 Uhr zu schließen. Die Klage lässt sich Kozo Hasegawa über Crowdfunding finanzieren, fast 3000 Menschen haben bereits über 133 000 Euro gespendet. Die Grippewelle 1989, so argumentiert Hasegawa, habe dreimal so viele Todesopfer gekostet wie nun die 10 000 Covid-Toten. Junge Leute seien ohnehin nicht gefährdet, weshalb der frühe Geschäftsschluss um 20 Uhr für Restaurants und Bars nichts bringe.

Postskriptum: Im Internet erklären Gastronomen, dass sie ab 1. Mai ihre Lokale öffnen wollen, egal, was die Politik vorgibt. Ardi Goldman, Unternehmer, Ex-Gastronom und jetzt Betreiber eines zwangsweise stillgelegte Clubs in Frankfurt, möchte seine Lokalität auch nicht als unsichtbares Gespenst herumstehen lassen, sondern will diese spätestens im nächsten Jahr öffnen, unabhängig von allen politischen Entwicklungen. Spätestens im nächsten Jahr? Keine wirklich gute Aussicht.

Ludwig Fienhold

Bild oben symbolisch: Hands-on. Wir packen es an und krempeln die Ärmel hoch. Nicht für Impfungen, sondern um zu arbeiten.


 

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