Neues Lokal: Allgaiers statt Gargantua | BISS

Neues Lokal: Allgaiers statt Gargantua

Titel Grüner Wald

Klassische Küche

großer Weinkeller

im feinen Westend

 

Zwei Jahre stand das ehemalige Restaurant Gargantua in der Liebigstraße im Frankfurter Westend leer, jetzt soll dort ab 1. Juli  wieder Leben einziehen. Allgaiers wird das neue Lokal heißen, nach dem Namen von Stefan Allgaier, der in Kronberg den Grünen Wald und die Grüne Gans betreibt. Außer dem Platzhirsch Erno´s Bistro existiert hier kein anspruchsvolles Lokal in dieser exponierten Lage.

Stefan Allgaier

Die Küche soll nach den Worten von Stefan Allgaier deutsch-französisch ausgerichtet sein, verantwortlich ist Max Traue. Der 24 Jahre alte Frankfurter arbeitet derzeit noch im Grünen Wald in Kronberg und hat sich dort mit klassisch fundierter Küche profiliert (etwa gefülltem Ochsenschwanz in Spätburgunderjus). Auch für Frankfurt wird eine frische, unkomplizierte und herzhafte Küche im mittleren Preissegment angestrebt. Neben Speisen à la carte offeriert das neue Allgaiers zwei Weinmenüs. Eine täglich wechselnde Mittagskarte mit Gerichten zwischen 10 und 15 Euro soll die Lunchgemeinde in dieser Gegend einfangen. Abends werden sich die Preise zwischen 8 und 15 Euro (Vorspeisen) sowie 17 und 25 Euro (Hauptgerichte) bewegen. Statur will man mit einer Weinkarte von 300 Positionen sowie einem großen Angebot an offenen Flaschen zeigen. Stefan Allgaier offenbart schon über viele Jahre im Grünen Wald seinen ausgeprägten Hang zur Weinwelt, in Frankfurt wird er als Sommelier den Service im neuen Restaurant gemeinsam mit Achim Subtil führen. Stefan Allgaier war auf das leerstehende Lokal durch einen Artikel in der Biss-Zeitung vom Juli letzten Jahres aufmerksam geworden und konnte sich schnell für diese noble Adresse begeistern. Seinen Grünen Wald wird er verkaufen, die Grüne Gans in Kronberg weiter betreiben.

Das neue Lokal Allgaiers in der Liebigstraße Nr. 47 will nicht formell im Auftritt sein und ohne Tischwäsche auskommen. Dazu passen auch die Parkettböden aus getoasteter Eiche. Das Lokal soll eine Ausstattung bekommen, die moderne und antike Ausstattung verbindet. Dabei werden schöne alte Schränke eingesetzt, wie man sie im Grünen Wald in Kronberg sehen konnte. Auch silbernes Besteck aus den Zeiten des Sonnenhofs in Königstein (heute Villa Rothschild), den die Familie Allgaier ja viele Jahre betrieb. Das neue Restaurant Allgaiers in Frankfurt wird 45 Plätze haben, plus 25 auf der efeuumrankten Terrasse, die jedoch eventuell um weitere 20 Sitze erweitert werden kann.

Ludwig Fienhold

 

Die Geschichte des Hauses

 

Zuvor residierte in der Liebigstraße 47 der inzwischen verstorbene Klaus Trebes mit seinem Gargantua. Der schöne Stilaltbau wurde im Jahr 1880 in der Tradition des Spätklassizismus erbaut. Er bietet Wohnfläche auf 4 Etagen sowie einen Restaurantbereich im Erdgeschoss. Zum 130 qm großen Restaurant gehört eine Terrasse (38 qm) mit üppig überwachsener Pergola. Der Lagerkeller ist 49 qm groß. Derzeit wird das Haus noch saniert und durch einen Anbau erweitert.

Das Haus in der Liebigstraße hat gastronomisch immer wieder von sich reden gemacht. Mitte der 80er Jahre zunächst schlecht als Restaurant Le Medi, in dem ein japanischer Koch vergeblich sein Glück suchte. Das Lokal floppte, dann zog 1986 Wilfried Abels dort ein, damals ein stadtbekannter Kreativer. Bis dahin war er Werber, Maler, Fotograf und Buchautor, dann wurde er auch noch Gastronom. Wie es seiner Art entsprach, gestaltete Abels das Restaurant leicht exzentrisch – so gab es beispielsweise Spiegel auf Kopfhöhe in den hohen Stuhllehnen. Sonst machte das Lokal mit dem teuersten Frühstück der Stadt auf sich aufmerksam, über dessen 70 Deutsche Mark wir heute lächeln dürfen. Der kulinarische Start war holprig, bis Abels den japanischen Koch gegen ein junges Talent einwechselte: Samy Elzein. Der konnte kochen, zudem gab es ein fulminantes Käsesortiment von über 60 Sorten. 1994 zog dann schließlich Klaus Trebes in die Liebigstraße. Küchenchef Samy Elzein, inzwischen Mohamed Elzein, machte sich in Wiesbaden mit seinem Estragon selbständig und kocht heute noch teilweise in der Orangerie in Darmstadt. Wilfried Abels alias W.A. de Bolgherese lebt nach vielen Jahren in Spanien als Maler und Fotograf in der Toskana und in Groß-Umstadt im Odenwald in der Nähe von Frankfurt.

LF

 

 

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