Gastronomie-Mahnmal: 1000 leere Stühle

Stiller Protest auf dem Frankfurter Römerberg

 

 

Eine unwirkliche Erscheinung: Tausend Lokale an einem Platz. Leider nur eine Inszenierung. Tausend leere Stühle standen auf dem Römerberg stellvertretend für die Frankfurter Gastronomie. Ein traurig-schönes Bild, leere Stühle, leere Restaurants, leere Kassen. Eine Klage in aller Stille zelebriert. Keine Demonstration, sondern eine Kunstaktion. Das ist erlaubt und obliegt dem Straßenverkehrsamts. Unter den Blicken der Polizei, die sich an der Nikolaikirche postiert hatte, versammelten sich viele Stühle und ganz wenige Gastronomen, um alles, was einem Auflauf gleichkommen könnte, zu vermeiden. Die Stühle waren nicht anonym und trugen die Namen der Restaurants: Lohninger, Landwehrstübchen, schauMahl, Bidlabu, VaiVai, A Casa di Tomilaia, Stanley Diamond, Zur Golden Kron und Hunderte mehr. Die in Reih und Glied stehenden Stühle erinnerten an einen Soldatenfriedhof. Ein großes Kreuz als Eis-Skulptur verstärkte die Trauerfeier. Die Kunstaktion war nach zwei Stunden beendet, der Corona-Spuk ist noch lange nicht vorbei.

Die Gastronomie wird noch lange unter der Krise zu leiden haben, viele werden es gar nicht überleben. Da sind sich auch die Gastronomen James Ardinast (Stanley Diamond, Bar Shuka) und Madjid Djamegari (Gibson) sicher. Selbst wenn die Lokale wieder öffnen sollten, wird man wegen des Sicherheitsabstand weniger Plätze anbieten können. Außerdem bleibt die Frage: Wie viele Gäste überhaupt kommen werden, meint James Ardinast. „Wenn wir die Lokale wieder hochfahren und Kosten für Personal, Waren und anderes mehr entstehen, aber nur wenige Gäste zu bewirten sind, ist das wirtschaftlich nicht zu halten.“

Das gastronomische Mahnmal „Die leeren Stühle“ ist in 75 Städten in Deutschland zu erleben. In Frankfurt soll es nach Möglichkeit jeden Freitag an wechselnden Plätzen stattfinden, etwas dem Waldstadion oder dem Opernplatz. Man will damit die Öffentlichkeit und die Politik auf sich aufmerksam machen. Im Gegensatz zur Politik haben die Menschen längst bemerkt, was ihnen durch die Schließung der Lokale verlorengegangen ist. Restaurants sind ja längst keine bloßen Sättigungsbetriebe mehr, sondern Teil der Kulturlandschaft, Orte des sozialen Austauschs und der Begegnung, Selentröster und Fanale des Lebens.

Die Initiative Frankfurt e.V. (IGV) von Madjid Djamegari und James Ardinast will auf der in den nächsten Tagen startenden zentralen Online-Plattform FFMLY mit vielfältigen Ideen, Initiativen und Aktionen ihren 90 Mitgliedsbetrieben helfen und die (noch ausbleibenden Gäste) ansprechen. www.ffmly.de

LF & BF

 

 

Photocredit: Barbara Fienhold

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Burda übernimmt Restaurant & Weinführer Gault & Millau

Christoph Wirtz

und Otto Geisel

mit an der Spitze

 

Der Gault & Millau, in seinen besten Jahren der spitzfindigste Restaurantführer Deutschlands, wird jetzt von Burda herausgegeben. In enger Zusammenarbeit mit dem Lizenzgeber der 1969 in Frankreich gegründeten Genuss- und Gastronomie-Marke will Burda (Bunte, Focus) das Geschäftsmodell weiter ausbauen. Auch der Gault & Millau Weinführer wird fortan von Burda verantwortet. Erst vor wenigen Tagen hatten die Chefredakteurinnen beider Objekte, Patricia Bröhm und Britta Wiegelmann, das Handtuch geworfen.

Hans Fink, Geschäftsführer von Burda Studios, übernimmt die Gesamtverantwortung von Gault & Millau Deutschland, Christoph Wirtz wird Chefredakteur (Bild oben rechts). Die Leitung des Experten-Beirats übernimmt Otto Geisel. Als Autor, Gründer des Instituts für Lebensmittelkultur und Initiator des Studienganges Foodmanagement an der Hochschule Baden-Württemberg ist er eine feste Größe der deutschen Kulinarik-Szene. Executive Publisher von Gault & Millau Deutschland wird Ursula Haslauer. Sie war zuletzt Herausgeberin des Wein- und Gourmetmagazins Falstaff Deutschland. Wann der nächste Gault & Millau erscheint und in welchem Umfang, wurde in der Pressemeldung nicht verkündet. Die halbe Testsaison ist bereits gelaufen, wobei die Corona-Krise seriöse Tests noch länger verhindern dürfte. Manfred Kohnke, langjähriger Chefredakteur und Herausgeber des Gault & Millau Deutschland, hatte die Burda-Nachtigall schon vor der offiziellen Verlautbarung trapsen gehört und entsprechend auf seiner Webseite notiert.

Der Gault & Millau war zuvor durch den Münchner ZS Verlag in starke Turbulenzen geraten, wobei sich dessen Geschäftsführer Jürgen Brandt als Brandstifter erwies, der den guten Ruf des Gourmet Guides innerhalb von nur drei Jahren fast abfackelte. Jürgen Brandt, der über keine kulinarische Kompetenz verfügt, suchte nach „neuen Geschäftsmodellen“ und näherte sich Gastronomen auf erstaunlich enge und geschäftige Weise. Außerdem versagte Brandt völlig beim Aufbau des so wichtigen Internetauftritts für den Gault & Millau. Der ZS Verlag kündigte Ende des letzten Jahres die Zusammenarbeit mit dem Gault & Millau und wandte sich dem weit weniger kritischen und pflegeleichten Restaurantführer Gusto zu. Es ist zu hoffen, dass Burda besser als der ZS Verlag die Grundlagen eines guten Restaurantführers begreift: Kompetenz und Glaubwürdigkeit.

LF   




Adriano hat im Frankfurter Ostend sein eignes Eis-Café eröffnet

Im Schatten der EZB entstand eine nette Flanierstraße

 

Adriano, der Eisheilige, hat sich wieder selbständig gemacht. Im Ostend betreibt er jetzt sein eignes Geschäft mit erstklassigem Eis, gutem Kaffee, hausgemachten Kuchen und tollen Panzerotti. Früher betrieb er ganz in der Nähe sein Eiscafé Pavone und war anschließend zwei Jahre Eismacher im Firenze am Walther-von-Cronberg-Platz. Da Adriano im Ostend lebt, griff er gleich zu, als er hörte, dass ein ehemaliger Schneiderladen zu haben war und zog ein.

Die Ostendstraße wird von vielen Bäumen beschattet und könnte ein schöner Ort fürs Terrassengeschäft sein. Acht Tische haben Platz, die Gäste müssen leider noch warten. Das Eis abholen kann man sich aber schon jetzt, im Becher oder in Thermoboxen für zu Hause. Adriano wird unterstützt von den nettesten und hübschesten Mitarbeiterinnen, die selbst mit Schutzmasken noch wie Eisprinzessinnen erscheinen.

Bei Adriano gibt es die großen Klassiker der italienischen Eiskunst: Vanille, Pistazie, Amarena, Haselnuss und andere mehr. Wenn es heiß wird, schmeckt Limone-Basilikum besonders gut. Die Sorten wechseln oft, bis auf Standards wie Schokolade oder Vanille. Es gibt keine Kugeln, es wird nach alter italienischer Tradition gespachtelt. Eine Portion (1,50 €) fällt deshalb größer aus als eine Kugel. Gemessen an der Qualität ist das Eis sehr preiswert.

Nicht übersehen sollte man auch das hausgemachte Tiramisu und andere Kuchen. Und schon gar nicht die köstlichen Panzerotti: Gefüllte warme Teigtaschen. Der Inhalt variiert – Salami, Tomaten, Mozzarella, Oregano, Thymian, Schinken, Oliven und andere Zutaten überraschen in dem kleinen Päckchen mit viel Geschmack. Die Panzerotti werden eigens von einer Bäckerin täglich frisch zubereitet und sind ein Must-have.

Ost-Bar, Kutscherklause, der Vietnamese Kinh Do Quan und jetzt auch das Ost-Eis machen aus der Ostendstraße eine sympathische kleine Flanierstraße, ein Versteck, das noch entdeckt werden will. Adriano ist hier am richtigen Ort angekommen. Seine Eiskreationen gehören längst zur Spitze des Eisbergs in der Stadt.

Ludwig Fienhold

 

Eis Ostend, Frankfurt, Ostendstr. 58. Eine Portion 1,50 €, Thermoboxen mit 500 und 750 ml für 7,50 € bzw. 11,50 €. Täglich geöffnet von 9 – 22 Uhr.

 

 

 

 

Photocredit: Barbara Fienhold

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Luna: Eiscreme von der Mondgöttin

Luna und ihr

schöner Carretino

 

Schmuckstück für Feste

 

Luna ist die beste Eisverkäuferin der Stadt, wir kennen jedenfalls niemand, der mit so viel Charme, Witz und Wissen verkaufen kann wie sie. Die muntere Luna steht mit ihrem schönen Eiswagen, der nur wie ein Oldtimer aussieht, derzeit vor dem Frankfurter Scheck-in-Center im Ostend. Sie kommt zwar aus einer italienischen Eismacherfamilie, doch Luna verkauft nur die Erzeugnisse von anderen guten Eisherstellern aus Frankfurt, Langen oder Hanau. Ihre Auswahl ist ungemein treffsicher. Das Eis mit Kräutern der Frankfurter Grünen Soße ist absolut klasse, aber auch Kokos, Blaubeer-Cheescake, Karamell-Erdnuss , Jughurt oder Sauerkirsche mit Pfeffer schmecken ausgezeichnet.

Eiswagen

Das Geschäft besteht nicht allein aus dem Sofortverkauf und der Auslieferung von Eis nach Hause (ab 15 € Gratislieferung in Frankfurt), sondern vor allem durch die Vermietung der adretten Eiswagen. „Eis 4 rent“ nennt sich Lunas flottes Unternehmen. Bei Gesellschaften und Events aller Art können Luna und ihr farbenfrohen Vehikel als wahre Schmuckstücke eingesetzt werden. Luna ist eigentlich keine Mondgöttin, sondern eher eine Eisprinzessin. Doch der Name verheißt „die Strahlende, die Leuchtende“, was auch Lunas Wesen gut trifft.

„Cool since 2015“ wirbt der Frankfurter Lieferservice für köstlich hausgemachte Eiscreme. Luna bietet zwei Eiswagen an, „Baby Carretino“ und „Maxi Carretino“, für vier beziehungsweise sechs Eissorten. Ihren Platz am Eingang des Scheck-in-Centers sieht Luna auch als Werbefläche. Dort wird sie von vielen Kunden entdeckt, die vielleicht größere Lieferungen für ihr Büro brauchen oder sie und ihren Wagen für ein Fest einsetzen wollen. Diese Pole Position hat sie durch ihre forsche, freundliche und einnehmende Art bekommen. Sie sprach eines Tages einfach den Marktleiter Peter Splettstößer an, der für gute Ideen bekanntlich offen ist. Er war jedenfalls von der jungen engagierten Eisverkäuferin und ihrer Ware überzeugt und platzierte sie am Eingang.

Eis4rent, Scheck-in-Center Frankfurt, Ferdinand-Happ-Str. 59, Tel. 0151 407 436 74. Mo – Fr. 12 – 18 Uhr. www.eis4rent.de

 

Siehe auch diese aktuellen Eis-Artikel in BISS:

Adriano hat im Frankfurter Ostend sein eignes Eis-Café eröffnet

 

Cool: Der neue Eissalon Antipodean macht Furore

 

Endlich wieder Eis!




Italian Flavour: Mini-Markthalle Demarchi Kiosko

Neue Verkaufsidee

in Frankfurt

 

Bock auf italienische

Aromen und Weine?

 

Viele Nudeln, aber keine Sauce? In der neu entstandene Mini-Markthalle in den Arkaden am Walther-von-Cronberg-Platz in Frankfurt-Sachsenhausen kann man diese und anderes mehr kaufen. Aus den drei Lokalen A Casa die Tomilaia, Biancalani und Demarchi-Bar wurde jetzt das Demarchi Kiosko. Tom Bock und sein Team haben eine Wundertüte zusammengestellt und einladend gestaltet.

Alles hausgemacht. Die Küche liefert herzhaftes und bestens gewürztes Wildschwein-Ragout, Kalbs-Sugo, Tomaten-Sugo  und richtig gutes Pesto. Mit der ebenfalls zu bekommende Pasta eines lobenswerten Herstellers kann man sich einige schöne Abende machen. Aber auch die frisch zubereiteten und in drei Varianten angebotenen schlanken knusprigen Panini sind gut (6,50 €). Die mit Salami und pikanter Harissa sollte man probiert haben und noch mehr die mit Marmellata di Peperoncini und Käse. Dieser aufwendig erzeugte, tolle süß-scharfe Brotaufstrich schmeckt schon solo, aber in dieser Kombination noch besser. Natürlich auch hausgemacht. Basis ist der eigene Toskana-Merlot-Wein „Black Mama“, der die Seele einhaucht. Diese Marmellata hat nichts mit herkömmlicher Marmelade zu tun und ist eher mit Feigensenf vergleichbar, aber eben auch nur ungefähr. Ein Must have ist außerdem das Olivenöl aus der Toskana vom Bock-Clan. Und: Es gibt noch mehr zu entdecken.

Zu all dem gehört Wein, den es im Kiosko ebenfalls gibt. Aber nicht irgendwelche Flaschen, sondern die Weine von Tom Bocks Weingütern in der Toskana. Da kann man im Grunde nichts falsch machen und blind zugreifen, aber wir haben in diesen frühlingshaften Tagen besondere Freude an Ziggy, dem feinperlenden Schaumwein, Chardonnay Brut Nature, Dosage Zero. David Bowie stand Pate, Stardust hellt trübe Tage auf.

LF

Demarchi Kiosko, Frankfurt, Walther-von-Cronberg-Platz 7, täglich geöffnet von 12 – 20 Uhr, sonntags und montags geschlossen.

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Cool: Der neue Eissalon Antipodean macht Furore

Göttliches Coconut-Mango, selbstgemachte Waffeln, großes Lächeln

 

Wow, ein solches Coconut-Mango hat es bislang nicht gegeben! Die Mischung ist grandios, der Geschmack harmonisch, cremig, intensiv, aber nicht laut. Allein dafür gebührt dem neuen Eissalon tosender Applaus. Und dann wird alles auch noch mit einem schönem Lächeln serviert, von der Chefin Rachel Dodoo-Mehl persönlich. Sie fand der Liebe wegen den weiten Weg von Australien nach Frankfurt. Eigentlich ist sie Fitnesstrainerin, aber ihre Passion ist das Eismachen. Unterstützt wird sie von ihrem Mann Christian, der in der Immobilienbrache arbeitet, und einem kleinen Team.

Der antipodische Eissalon in der Bornheimer Landstraße ist die erfreulichste Neueröffnung seit langem bei dieser Spezies. Die stilvoll puristische Ausstattung schafft eine angenehme Atmosphäre, die Ausrüstung setzt auf beste Materialien und moderne Technik. Die Werkstatt befindet sich gleich hinter dem Verkaufsraum. Die Sorten wechseln je nach Saison, derzeit sind zehn unterschiedliche im Angebot, die aber wöchentlich durch spezielle Sorten aufgefrischt werden, welche dann nur wenige Tage im Einsatz sind.

Rachel, die Eiskönigin

Das Eis – aus Milch von glücklich freilaufenden Kühen vom Weidenhof in Wächtersbach – ist besonders cremig und samtig. Die nicht zu kalte Temperatur begünstigt diese Konsistenz, aber auch die High Tech Eismaschinen helfen dabei. Die Sorbets fallen dagegen richtig kalt und erfrischend aus. Haselnuss und Salted Caramel sind erste Sahne. Unter den Sorbets gefallen uns Blutorange und Red Dragon/Spicy Raspberry.

Keine harmlose Himbeere, sondern frisches, fruchtiges Eis mit rasanter Chilischärfe. Das Vanille-Eis könnte mehr Vanille-Aroma vertragen, was sich sicher noch nachbessern lässt, denn Rachel hat einfach Talent. Einige der Eissorten würden sich auch bestens als Dessert für Restaurants eignen. Das Eis wird gespachtelt, wie das auch in Italien Tradition hat. Eine Portion kostet 2 €, ist den Preis aber wert. Für gute Weine muss man auch mehr bezahlen als für mittelmäßige.

Im Antipodean wird fast alles selbst gemacht und nicht aus Fertigware und Pulvern zusammengemixt. Für das Zitronen-Champagner-Sorbet presst das Team Zitronen von der Amalfi-Küste aus, für Schokolade mit Brownies werden die eigenen Brownies verwendet. Wir freuen uns schon auf das Zitronen-Eis, das es bei unserem letzten Besuch noch nicht gab. Ebenso auf die selbstgebackenen Eiswaffeln aus Milch, Eier, Mehl und Vanille, die derzeit ja leider nicht als Verpackung dienen dürfen, aber bei den Take Away Boxen dazugelegt werden. Nettes Detail: Die Gäste können bei der Eis-Zubereitung in der gläsernen Manufaktur zuschauen.

Wir haben inzwischen so viel Eis gegessen, dass wir jetzt dringend Rachel bräuchten – aber als Fitnesstrainerin.

Ludwig Fienhold

 

Antipodean Gelato, Frankfurt, Bornheimer Landstr. 18,

Geöffnet Dienstag – Sonntag, 12 – 20 Uhr

Nur Kartenzahlung

Photocredit: Barbara Fienhold




Endlich wieder Eis!

Auch Frankfurt ruft

„Leck mich!“

 

Das Eis ist gebrochen, die Eiscafés dürfen wieder Eis verkaufen. Wir haben in den letzten Tagen gefühlt tonnenweise Eis verputzt und freuen uns wie die Schneekönige.

Das Eiscafé Dolce Vita in Frankfurt-Oberrad ist grundsätzlich bei Eis und Kuchen top, aber allein das Joghurt-Eis ist fabelhaft und lohnt den Besuch. So reintönig, fein und geschmackvoll findet man diese Sorte selten. Auch die anderen Klassiker haben Klasse: Kokos, Amarena oder Malaga. Ein Must-have  zudem die Kuchen, vor allem die wölkchenhafte Käsesahne und die fruchtbombige Himbeer-Mascarpone, das Tiramisu erinnert an „früher“. Wie schön, dass es noch solche individuelle und handwerklich solide arbeitende Betriebe gibt. Old school in seiner besten Form.

Die Eis-Familie vom Dolce Vita

Das Milano in der Schweizer Straße in Sachsenhausen zeigt sich wie in seinen guten Jahren wieder in Topform. Unsere Favoriten: Karamell mit Fleur de Sel, Kokos, Joghurt, Vanille, Pistazie. Auch sonst unter den probierten Sorten keine Niete. Es gibt noch nicht das ganze Sommersortiment, aber die Qualität stimmt so oder so.

Bei Firenze am Walther-von-Cronberg-Platz in Sachsenhausen stehen die Leute ganz brav und mit dem nötigen Abstand an. Und werden mit allerbestem Eis belohnt. For di Latte und Amarena muss man auch probiert haben. Man kann hier, was auch immer blind bestellen und wird Qualität erleben, sogar bei Sorten, die man sonst vielleicht weniger schätzt. Sehr empfehlenswert und selten so professionell ausgeführt: Man kann sich das Eis auch in verschiedenen Größen (500 – 1500 ml) für zu Hause in der Thermobox gekühlt mitnehmen. Eis: Die alte Liebe glüht wieder und wir schmelzen dahin.

BISS-Redaktion

 

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Das Restaurant Goldman ist mit Chicken Hahn im Korb

Wie toll, dass es jetzt

solche Grillhähnchen gibt

 

Das Restaurant Goldman an der Hanauer Landstraße in Frankfurt war schon immer eine gute Adresse und ist es auch jetzt in Zeiten von Take Away und Lieferservice. Gastronom Thomas Haus hatte die Idee, das Grillhähnchen wieder zu beleben und bietet es in verschiedenen Varianten an, Rotisserie Chicken, BBQ Hühnchen oder koreanische Geflügel a la Plancha. Die aufgezwungene Entwicklung von Fine Dining zu Take Away ist in diesem Fall geglückt, denn der neue Speisezettel passt zum Lokal und bringt außerdem neue Kunden, die zufrieden sind und vielleicht bald schon als Restaurantgäste begrüßt werden können. Das Lokal genießt jedenfalls eine Aufmerksamkeit wie der Gockel bei den Hennen auf dem Hühnerhof. Auch wir haben das eine oder andere probiert.

Mittags gibt es Chicken solo aus der Rotisserie (9,50 €). Der Grill ist pausenlos am rotieren, die Gäste können ihre heiße Ware gut verpackt mitnehmen. Abends ist eine halbe ausgelöste Maispoularde a la Plancha zu haben, in verschiedenen Variationen: BBQ Chicken mit gebackenen Kartoffeln, BBQ Sauce und Coleslaw. Korean Chicken mit Kimchi, Koriander, Tomate und gebackenen Kartoffeln. Frankfurter Chicken mit Bärlauch-Kartoffelsalat und Frankfurter Grüner Soße (jeweils15 €). Poulet Fermier (Label Rouge) und Poulet Jaune kommen aus dem Elsass. Aufgepeppt werden die Hühnchen mit Spices vom Gewürz-Guru Ingo Holland.

Thomas Haus (r.) und sein neuer Partner und Küchenchef Mario Schmehl

Die abends zu habende Maispoularde ist ungemein fleischig und saftig, die Haut leicht kross. (beim reinen Grillhühnchen noch krosser). Ein wahrer Wonneproppen zum freundlichen Preis, eine solche Qualität gibt es nicht an einem Imbissgrill. Dazu einwandfreie BBQ Sauce, noch besser sogar die würzige Chimichurri, gebackene Kartoffelstücke. Alles in allem ein Gericht, das richtig Freude bringt, wir sind begeistert. Weinflachen gehen auch über den Tresen, etwa der süffig-saftige Grauburgunder  „Grenzgänger“ von Friedrich Becker aus der Pfalz.

Mit Parkplätzen ist es sonst nicht so einfach an der Hanauer, in diesen Tagen findet man aber leicht eine Haltemöglichkeit, oft sogar fast vor der Tür (Launhardtstraße navigieren). Man sollte vorbestellen, um sich sein Essen sicher zustellen, aber auch um keine Wartezeiten zu haben. Die Köche sind gut gelaunt im Einsatz und stimmen sich mit Musik ein. Tipp ans Lokal: Der Song „Little Red Rooster“ von den Stones würde ziemlich gut passen.

Wir stellen die Lokale vor, bei denen wir persönlich Take Away oder Lieferservice getestet haben und deshalb die Leistungen beurteilen können – ähnlich wie bei einem Restaurantbesuch. Über die vielfältigen Möglichkeiten der gastronomischen Angebote kann sich ansonsten jeder über die sozialen Medien oder den Webseiten der Lokale informieren.

Goldman, Pop Up Riva East, Frankfurt, Hanauer Landstraße 127, Tel. 069 405 8689 806

Montag-Freitag
Mittags 12-14:30 Uhr, nur Take Away.
1/2 gegrilltes Hähnchen aus der Rotisserie /
Karotten-Selleriegemüse / gebackene Kartoffeln
9,50 €

Donnerstag- Samstag
Abends 17-21 Uhr, Take Away & Delivery
Lieferung frei Haus ab 50 € im Umkreis von 1km
Mindestbestellwert 20 €, Liefergebühr 5 €.

Photocredit: Barbara Fienhold




Corona: Gastronomie & Handel mit neuen Angeboten

Take Away & Lieferservice

 

Gute Qualität,

vernünftige Preise

 

Fast alle Gastronomiebetriebe sind vom Shutdown betroffen, manche haben noch eine Nische zum Weitermachen gefunden. Auch der Handel will nicht alles den Discountern überlassen und bietet einen Lieferservice an. Einige bemerkenswerte Adressen stellen wir an dieser Stelle vor. Dies ist nur eine handverlesene  Auswahl, bei denen uns die Qualität überzeugt. Auf unserer Facebookseite werden weiterhin interessante Ideen und Angebote veröffentlicht und aktualisiert. Die Daten verändern sich stündlich, also immer besser vorher bei den entsprechenden Betrieben anrufen.

Metzgerei Dey

In der Neuen Altstadt in Frankfurt ist es totenstill. Den Anwohnern dürfte die gewonnene Ruhe gefallen, keine tönenden Stadtführer und Touristenmassen, keine schrägen Straßenmusikanten. Das öffentliche Leben hängt an einem Zipfel, dem der Wurst der Altstadtmetzgerei und Wurstbraterei Dey. Nur dort herrscht so etwas wie Leben, wobei jeder an den Stehtischen mit Abstand zum nächsten in die Wurst beißt. Das Familienunternehmen Dey hat dort  ein Zuhause gefunden, wo einst auch die alten Schirne mit ihren Ständen zu finden waren. Steffen & Stefanie Fries, die bislang zu den bekannten Größen in der Kleinmarkthalle gehörten, sind nun in Frankfurts jüngster Attraktion heimisch geworden. Die Fleischwurst und die Frankfurter Würstchen sind gut, die Grünen Soße ist keine Mayonnaisenpampe, sondern ein kräuterintensives Ereignis. Zwischen 10 und 14 Uhr kann man sich ab einem Warenwert von 30 € im Frankfurter und Offenbacher Stadtgebiet auch alles ins Haus liefern lassen – zum Nulltarif.  Man bestellt direkt beim Personal am Stand (Markt 15) oder per Telefon 069 29 48 20.

Auch die Frankfurter Kleinmarkthalle, wo oft kein Durchkommen ist, erscheint dieser Tage unwirklich leer. Einige Stände haben bereits ganz geschlossen, andere halten noch durch. Einer von ihnen ist der Stand 106 von Mehmet Yikit mit Obst und Gemüse von Qualität (Bild oben rechts). Da die Kunden immer weniger hierherkommen, bietet er ihnen Hauslieferungen an. Tel. 069 92 88 16 34.

Eines der besten und nettesten Imbissläden der Stadt ist das Denkmahl  mit marokkanischem Streetfood. Für 4,50 € gibt es kaum etwas Besseres als das marokkanische Maisbaguette mit bestens gewürztem saftigen Hackfleisch, Salat und Oliven. Man findet nur eine kleine Auswahl an Happen, aber keine Nieten. Das Souterrain-Minilokal hält sich in der Großen Fischerstraße 19 versteckt, in der Nähe vom Restaurant Seven Swans. Die 16 Sitzplätze können derzeit natürlich nicht genutzt werden, aber als Take Away ist das Denkmahl erste Wahl. Tel. 01523 6528024.

Hummus kann ein ziemlicher Kleister sein, doch die Hummus Küch´ in der Textorstraße 31 serviert allerfeinstes, cremiges, samtweiches und nussiges Kichererbsen-Sesam-Mousse.  Ein besseres Hummus wird man nicht finden. Ein kleines Töpfchen reicht zwar für zwei Personen, doch lieber gleich die große Portion wählen. Man kann sich diese und andere vegetarische Gerichte liefern lassen oder selbst abholen. Aber immer vorher anrufen, denn es gibt derzeit keine geregelten Öffnungszeiten. Tel. 069 24247916.

Die erstklassig sortierte Käsestube in der Schillerstraße 30-40 ist mit 200 handwerklich hergestellten Käsesorten aus Europa und Hessen gut aufgestellt. Man kann dort noch einkaufen, neben Käse gibt es auch Milch und Weine. Wer nicht aus dem Haus kann, darf sich auch beliefern lassen. Der diplomierte Käseexperte Danny Kevorkyan und sein Team offerieren verschiedene Survival Packages, je nach Umfang für 32,50 bis 39,50 €. Ein Beispiel: Je 2 Sorten Weich- und Schnittkäse jeweils 100g aus Schafs-, Kuh-, Ziegen- und Büffelmilch. 1 Schale Valencia Mandeln, 1 Schale Oliven mit halbgetrockneten Tomaten,1 Baguette, 1 Glas Birnen-Noilly-Prat Confit, 1 Flasche Sauvignon Blanc von Peth-Wetz. Preis 32,50 €. Geliefert wird derzeit noch frei Haus immer donnerstags zwischen 9 und 11 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr in Frankfurt, Bad Homburg und Oberursel. Aber: Unbedingt spätestens bis Mittwoch 17 Uhr bestellen. Tel. 069 269 168 14.

Juan Weinhold vom gang & gäbe

Am Walther-von-Cronberg-Platz am Mainufer in Sachsenhausen gibt auch noch positive Lebenszeichen. Das gang & gäbe hält die Stellung, aber nicht mehr als Restaurant, sondern als Weinhandel mit Gerichten zum Mitnehmen. Spargel, Schnitzel, Pasta, Salate und Suppen sind zu haben. Zudem gute Weine und Schaumweine zu moderaten Preisen, der Sekt von Griesel macht gute Laune. Markierungen zeigen, wo Kunden zu stehen haben, damit sie auf Distanz bleiben. Man holt sich alles an einer  Theke ab, die gebührend Abstand bietet.

Unter den Spitzenrestaurants hält lediglich das noch relativ neue Ecume an der Friedberger Landstraße 62 seinen Betrieb aufrecht. Selbstredend nicht als Restaurant, aber als Basis für Lieferungen ins Haus oder für Abholer. Auch Weine und ausgezeichnete Champagner sind zu bekommen, mit einem Rabatt von 20 %. Telefonisch oder per Mail zu bestellen. Von Dienstag bis Sonntag zwischen 12 und 21 Uhr. Zu bekommen sind unter anderem Skrei mit Belugalinsen, Fenchel und Bergamot oder Maishuhn mit geräuchertem Aal und Wirsing  sowie Schweinebauch mit Salzpflaume, Karotte und Blutwurst. Die Lieferkarte mitsamt den Preisen findet man auf der Webseite des Restaurants. Tel 069 90 43 73 07. www.restaurant-lecume.de

Ludwig Fienhold & BISS Team

 

In eigner Sache: Wir helfen gerne, freuen uns aber auch selbst über jeglichen Support, denn auch wir haben zu kämpfen.

 




Online-Kochkurs mit Harald Wohlfahrt für Krisen-Azubis

25 Video-Episoden inklusive Rezept der geheimen Würzpaste

 

Durch die staatlich angeordneten Schließungen aller Gastronomiebetriebe und Hotels in Deutschland bleibt auch die Aus- und Weiterbildung der Lehrberufe auf der Strecke. Auszubildende sitzen zu Hause und können ihre Lehre im Betrieb nicht fortsetzen. Das will Harald Wohlfahrt gerne ändern. Mit seiner Online-Meisterklasse können Azubis kostenlos zu Hause weitergebildet werden.

Der Online-Kurs “Die Kunst des Kochens” mit Sternekoch Harald Wohlfahrt soll den hart von der Krise getroffenen Gastronomiebetrieben, Caterern und Hotels in der Weiterbildung ihrer Auszubildenden helfen. All ihnen sind von einem auf den anderen Tag die Umsätze weggebrochen. Nun müssen sie nicht nur schauen, wie sie über die Runden kommen, sondern können auch ihren Auszubildenden keine Tätigkeit im Betrieb bieten. Hier wollen wir mit unserer Aktion helfen und den Azubis mittels E-Learning auch zu Hause ihre Ausbildung ermöglichen.”, meint Wohlfahrt.

Harald Wohlfahrt stand selbst über 40 Jahre jeden Tag in der Küche und hat über 70 seiner Lehrlinge zu Sterneköchen ausgebildet. Viele Gastronomie- und Hotelbetriebe sind in den letzten Wochen bereits auf Harald Wohlfahrt mit seinem Projekt meisterklasse.de zugekommen und möchten den Lehrauftrag nicht aus den Augen verlieren. Für jeden Online-Kurs, den ein Ausbildungsbetrieb regulär auf meisterklasse.de erwirbt, erhält er 5 kostenlose Zugänge für seine Auszubildenden.

Der Online-Kurs kann zu jeder Zeit an jedem Ort über das Handy, via PC oder Tablet angesehen werden. Er besteht aus 25 Video-Episoden mit einer Gesamtlänge von neun Stunden, in denen Harald Wohlfahrt sein – über Jahrzehnte aufgebautes – Wissen zu den technischen Aspekten der Küchenarbeit, der Zubereitung von Grundlagen für viele Gerichte, Warenkunde und jede Menge Tipps und Tricks weitergibt.

Er zeigt, wie man Fonds und Essenzen anlegt und verrät u.a. die Zubereitung seiner geheimen Würzpaste. Zusätzlich werden 14 einzigartige Gerichte von Vorspeisen, über Hauptgerichte bis zu Desserts Schritt für Schritt vorgekocht, so dass die Auszubildenden jedes Detail daraus erlernen können. Am Ende erhalten die Lehrlinge ihr persönliches Teilnahme-Zertifikat.

“Wir möchten mit dieser Aktion nichts an unseren Kollegen und Freunden aus der Branche verdienen, wir wollen vielmehr, dass das Gastgewerbe die schwierigen Zeiten nutzen kann, um auch etwas Positives aus dieser Ausnahmesituation mitzunehmen. Für die Auszubildenden wird der Kochkurs mit Harald Wohlfahrt eine große Bereicherung sein.”, sagt Andreas Leonhard, einer der Gründer der Meisterklasse.

Als besonderes Highlight dieser Aktion wird Harald Wohlfahrt neben den neun Stunden Online Videos, den Auszubildenden zusätzlich in einem Live-Online-Event Fragen und Antworten zur Verfügung stehen. Das gab es bisher noch nie bei der Meisterklasse.

Interessierte Betriebe wenden sich bitte an aktion@meisterklasse.de.

 

Photocredit: Nadja Klier