Nur schöne Gäste sind gute Gäste

Belle de Jour im Costes-Hotel

 

Was eigentlich bestimmt die Atmosphäre in einem Hotel oder Restaurant? Das Dekor, die Tischkultur, der Service? Alles von dem, doch ganz entscheidend auch die Gäste selbst.

Eine Serviererin der Pariser Costes-Gruppe behauptet: Bei uns werden die Gäste nach Schönheit sortiert. Grund zur Empörung oder Sturm im Wasserglas?

Der Blick in den Spiegel reicht nicht mehr. Sie können ihre Attraktivität auch auf eine andere Weise testen. Besuchen sie doch ein Pariser Lokal der Costes-Gruppe, beispielsweise das Georges im Centre Pompidou, ein Museumslokal mit Aussicht über die Dächer der Stadt.  Eine ehemalige Serviererin vertraute der Zeitung „Le Canard enchaîné“ an, dass dortige Kunden nach ihrer Attraktivität platziert würden. Ausnahmen gäbe es nur für Prominente, die ohnehin die besten Plätze bekämen. Ansonsten gilt: Die Schönen in die Auslage, die weniger Attraktiven werden bei diesem Gen-Roulette hinten platziert, wo ihr Anblick die Passanten nicht beleidigt. Gilbert Costes, so heißt es weiter, würde die Einhaltung der Regeln höchstselbst kontrollieren. Schlimmer sei da höchstens noch die Rekrutierung der Servierer/innen, die über Modelmasse verfügen sollten. Im schicken Hotel Costes wetteifern die Bedienungen mit den Gästen – mehr schöne Frauen sieht man selten.

Durch Paris ging ein kurzer Aufschrei des Entsetzens. Andererseits lassen die Geständnisse der Service-Fachkraft auch viele Fragen offen: Was passiert mit weniger ansehnlichen Männern in ausgesprochen attraktiver Damenbegleitung? Und: Wird die Sitzvergabe andernorts nicht ohnehin nach Kriterien wie „Prominenz, Geld und Sex-Appeal“ vorgenommen? Herrschen in anderen Szene-Restaurants andere Gepflogenheiten?

Schließlich ist ein Pariser Szenelokal ein Theater der Oberflächlichkeiten, Eitelkeiten und Anzüglichkeiten, von Toiletten im Stil einer Versailles-Parodie  (Cristal Room), bis zu einer Ansammlung käuflicher Damen auf Kundensuche (meist im „Goldenen Dreieck Avenue George V,  Montaigne und Champs-Elysées anzutreffen).

Den Luxus des systematischen Platzierens erlauben sich nur gutgehende Lokale. Von dem Wirt einer kleinen, jedoch gut besuchten Brasserie ist bekannt, dass er attraktive Freundinnen des Personals gern gegen 20 Uhr sichtbar platzierte. Dann gab es zumindest einen Gratissalat, doch gegen neun Uhr mussten die Damen den Tisch räumen. Ansonsten werden die ersten Gäste nach vorn „in die Auslage“ gesetzt, damit sie möglichst weitere Kunden anziehen. Nichts ist schließlich trister als ein leeres Lokal. Letztlich scheitert auch der ausgeklügelte Reservierungsplan am Wunsch der Gäste. Die Prominenz der A- und B-Klasse will in Paris meist diskret speisen. Der angeblich begehrte Platz am Fenster ist eher für Wichtigtuer.

Jörg Zipprick

 

 

 

 

 

 




Gangster Food: Szenelokal Maxie Eisen

Maxie Eisen

im Frankfurter Bahnhofsviertel

Gangster-Food &

Piraten-Wein

 

Immer mehr Adressen der jungen Gastro-Szene gesellen sich zum Milieu und den Ethno-Lokalen im Frankfurter Bahnhofsviertel und machen das Viertel bunter. Jüngster Neuzugang ist das Lokal Maxie Eisen in der Münchner Straße.

Das Lokal ist den New Yorker Delis nachempfunden, die jeden Schick weglassen und sich gerade dadurch beliebt machen. Es hat große Fensterfronten, obwohl es nicht viel zu sehen gibt. Aus der Nähe betrachtet dann aber schon: Hübsche Mitarbeiterinnen in der Küche und im Service, große runde Tische, an denen mindestens fünf Personen Platz haben, Designerstühle. Selbst wenn der Laden voll ist, und das ist er meist, herrscht eine entspannte Atmosphäre. Zum Glück kann man alles zum Mitnehmen bestellen, sonst käme es zu mehr Gedränge.

Einen besseren Namen als Maxie Eisen für ein Lokal dieser Location und Art hätte man nicht finden können. Maxie Eisen war im Chicago der 20er Jahre Mafiosi, führender Kopf der jüdischen Fleischergewerkschaft und außerdem ein Gegenspieler von Al Capone. Zunächst warf er nur Stinkbomben, dann ging er mit Gift gegen Fleischläden vor, die sich von ihm nicht beliefern lassen wollten.

Maxie EisenDie Betreiber des Frankfurter Lokals Maxie Eisen, James und David Ardinast (Ima-Lokale), wuchsen mit jüdischer Küche auf und wollten das schon immer zu einem Thema in einem ihrer Lokale machen. Zu einem amerikanisch-jüdischen Lokal gehört vor allem aber Pastrami. Diese in einem aufwendigen Prozess gepökelte und geräucherte Ochsenbrust, die sich in dünnen Scheiben turmhoch zwischen zwei Scheiben Roggenbrot aufbaut, schmeckt unvergleichlich. Und am besten in New York. Allein für ein Sandwich im Carnegie Deli lohnt sich der Flug nach NYC. Diese Pastrami ist so saftig, so würzig, so delikat geräuchert, so umwerfend gut, dass man tatsächlich eine Monsterportion schafft und gleich am nächsten Tag wieder gierig auf eine neue ist. Umso enttäuschender ist das Ergebnis im Maxie Eisen. Die Pastrami dort ist viel zu fett, schmeckt eher fad, wobei die aufregende Würze vollends fehlt und nur eine leichte Rauchnote wahrzunehmen ist, die aber eher an Zigarettenasche erinnert. Schade, dass ausgerechnet das oft genannte Aushängeschild dem sonst so sympathischen Lokal nicht gelingen will. Vielleicht sollten wir das nächste Mal Rouladen oder Brathähnchen probieren.

Die größte positive Überraschung ist die kleine Weinkarte, die Qualität zeigt, wie allein der feinsüffige Steillagen-Riesling vom Mosel-Pirat Philipp Kettern zeigt. Nebenan gibt es im Maxie Eisen eine etwas versteckte Bar, man muss nur die Schiebetür öffnen. Ein bisschen Speakeasy wie zu Zeiten der Prohibition, nur dass man in dieser Mondscheinkneipe ganz legal seine Drinks genießen kann.

Maxie Eisen, Frankfurt, Münchner Straße 18/Ecke Weser Str. Tel. (069) 76 75 83 62.




Angezapft: Tankstelle wird Bierbrauerei

Schaumgeboren und ein sauberer Genuss

 

Das Beste was aus einer Tankstelle werden kann ist eine Brauerei. Gezapft wird immer noch, aber ganz bleifrei. Im Oeder Weg im Frankfurter Nordend betreibt Sascha Reifenberg seit 18. Januar eine kleine individuelle Bier-Manufaktur mit blitzsauber erzeugten Spezialitäten: Helles, Dunkles, Hefeweizen und Bernstein-Premium. Auf den Biergarten vor der Tür darf man sich schon jetzt freuen.

Wo einst die Autowerkstatt war, brodeln nun Braukessel. Eine hübsch gezimmerte Theke bietet einen guten Halteplatz für eine kleine Teststrecke, vier Biere stehen derzeit im Angebot, die schnell probiert sind. Man kann sie aber auch in Ruhe genießen und dazu einen Vesperteller mit Wurst und Käse haben. Die nostalgischen Bügelflaschen nehmen sich viele nach Hause mit, ein Euro Pfand sichert die Rückgabe, denn Braumeister Reifenberg ist froh um jede Flasche, die wieder bei ihm landet. Er lässt neugierige Kunden gerne probieren und erklärt flüssig sein Handwerk, während er Flaschen nebenbei etikettiert. Frisch gezapft an Ort und Stelle schmeckt es einfach am besten.

Saubere Entwicklung: Statt Benzin fließt jetzt Bier

Saubere Entwicklung: Statt Benzin fließt jetzt Bier

Die Biere sind unfiltriert, naturtrüb und unbehandelt. Sie tragen alle die gleiche Handschrift, sind delikat und süffig. Primus Inter Pares ist das Bernstein-Premium. Schön würzig und hopfig, leicht cremig mit Karamellcharakter. Das Dunkle präsentiert sich fein, dicht in der Struktur und doch leicht, das Aroma zeigt sich eher verhalten. Beim Hellen fällt ebenfalls die schöne Leichtlebigkeit auf, das Bier fliest flink über die Zunge und macht nicht satt. Auch das Hefeweizen ist von temperamentvollem Trinkfluss und nicht ein so bauchblähendes Monstrum wie so viele andere Sorten dieser Spezies. Alle Biere sind quicklebendig, von erfrischender Würze und machen Lust auf ein Glas mehr.

Hier braut sich was zusammen

Hier braut sich was zusammen

In der gläsernen Mini-Brauerei kann man die handwerkliche Fertigung live miterleben, vom Schroten des Malzes und dem Kochen der Würze, über Gärung und Lagerung bis zum Abfüllen der Flaschen. Es werden überwiegend regionale und biologische Rohstoffe verwendet, betont Sascha Reifenberg. Degustationen, Führungen und Braukurse sollen schon bald Wissensdurstige bedienen.

Der benachbarte Feinkostladen von Wild-Schmidt bietet sich ebenfalls mit seinen Waren zum Einkauf an.  Mitbesitzer von BrauStil ist jedoch der Immobilienunternehmer Georg-Augustin Schmidt.

Zum Biergarten, der schon jetzt an milden Tagen einlädt, gehört ein kleiner Bauernmarkt mit Gemüse, Obst und einigem mehr, der vom Feinkostladen nebenan bestückt wird und eine schöne Atmosphäre schafft. Star des ganzen Geschäfts bleibt das Bier. Im Grunde ist der Oeder Weg 57 eine Tankstelle geblieben.

LF

Gebräu mit Stil

Gebräu mit Stil

BrauStil, Frankfurt, Oeder Weg 57, Tel. 069 98669557
www.braustil.de

Montag – Mittwoch 12 – 19 Uhr, Donnerstag + Freitag 12 – 21 Uhr, Samstag 11 – 21 Uhr.

 



 

 

 

 

 




Aufgespießt: Ups & Downs in der Gastronomie

Gute Kreppel

schwache Burritos

 

Ja, im Marketing und bei Facebook ist die Burrito Bande ziemlich gut aufgestellt und kommt auch ganz sympathisch rüber. Doch was wir jetzt in der neuen Depandance am Frankfurter Hauptbahnhof erleben mussten war ganz müder Mampf. Cowboy Bill verspricht „saftiges Rindfleisch mit hausgemachter Banden-BBQ-Sauce“ und Chicken Bob „zarte Hähnchenbrust mit würzigem Mango-Chutney“. In der lauen pampfeisten Teigrolle steckt vor allem aber Reis, ganz viel Reis. Und darunter halten sich einige wenige Stücke Fleisch versteckt, die dann mit einer eher süßlichen Tunke belebt werden sollen, aber alles nur noch schwerer machen und nach spätestens drei Bissen den Gaumen einlullen. Diese Burritos liegen gefühlte hundert Jahre im Magen. Die versprochene „Taste Revolution“ richtet die Waffen gegen sich selbst.

döpfners bistroDas Frankfurter Restaurant Döpfners im Maingau ist auf angenehme Weise old fashioned. So langsam begreifen auch die Jüngeren, dass solche Orte von einer gewissen Behaglichkeit sind, wie sie all die immergleichen Lounges und viele Szenelokale nicht bieten können. Eine solche Weinauswahl wie dort ist ohnehin eher selten zu erleben, Deutschland, aber auch Frankreich und Österreich sind bestens vertreten. Es gibt zudem auch genügend gute Tropfen glasweise. Jetzt haben die Döpfners ihr Lokal ein klein wenig erweitert und offerieren in ihrem neuen Anhang gleich im Eingangsbereich eine kleine Bistro-Küche. Dadurch fühlen sich nicht allein die Hotelgäste angesprochen, die ja oft nur ein Glas Wein und eine Kleinigkeit haben möchten, sondern auch jene Sachsenhäuser, denen das Umfeld nichts in dieser Art bietet. Ein gutes Glas Wein und eine Currywurst – mehr bedarf es oft nicht.

Aber es kommt noch besser: Am 3. Und 4. März, also Rosenmontag und Faschingsdienstag, werden Kreppel in verschiedenen Sorten ins Büro oder nach Hause geschickt. Wir wissen nicht wie die Döpfner-Kreppel schmecken, finden diesen Service aber grundsätzlich ziemlich Helau!

Vanillekreppel - 3Die besten Kreppel/Berliner gibt es für unseren Geschmack seit Jahren, Jahrzehnten und gedachten Jahrhunderten in der Konditorei Hollhorst (wer Bäckerei sagt, fliegt raus). Hier am Römerberg (eigentlich Fahrtor 1, was aber niemand kennt) gegenüber vom neu entstehenden Historischen Museum schmeckt alles wie in der guten alten Zeit. Die Kreppel haben eine Dichte und zugleich Leichtigkeit, wie man sie bei industriellen Backwaren nicht findet. Haptik und Geschmack sind großartig, wir lieben die Berliner (also rund) am liebsten mit Vanillecremefüllung. So um 11.30 Uhr, die Zeit variiert, kommen sie meist frisch aus der Backstube und sind besonders gut.

Hollhorst, Frankfurt, Dienstags bis Samstag: 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Sonn- und Feiertag: 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Montags: Ruhetag.  

 




Ojo de Agua: Don´t call it Steakhouse

Ein Musiker & zwei Grafen machen Lust auf Fleisch

 

Von Ludwig Fienhold

 

Gegrillt wird hier niemand. Weder preislich, noch persönlich. Aber auch das Fleisch nicht. Das Wine & Beef Kontor Ojo de Agua in Frankfurt ist kein Steakhaus, wie man es sonst kennt. Wer Grillduft sucht, wird sich verkohlt vorkommen. Doch die Niedrigtemperaturmethode, wie sie hier bevorzugt wird, sorgt für ein sagenhaft zartes und saftiges Fleisch, das sein volles Aroma entfaltet. Der Schweizer „Yello“-Musiker, Unternehmer, Weingutsbesitzer und Rinderzüchter Dieter Meier, der bereits ein ähnliches Lokal in Zürich betreibt, hat in Frankfurt zwei adlige Mitstreiter gefunden, die dem Restaurant eine sehr persönliche Note geben: Maximilian Graf von Saurma und Moritz Graf zu Stolberg, von Freunden kurz Max und Moritz genannt.

Wine & Beef Kontor Ojo de Agua

Wine & Beef Kontor Ojo de Agua

Die kleine Speisekarte ist schnell gelesen, mühsames Aussuchen entfällt. Es gibt Steak in zwei Varianten, Filet und Roastbeef. Medium, Rare, Well Done? Gibt´s nicht. Der Niedrigtemperatur-Ofen kennt bei 80 Grad nur ein Ergebnis. Dafür behält das mindestens zwei Stunden lang gegarte Fleisch seine Saftigkeit und Raffinesse. Das dünn geschnittene  Roastbeef bringt noch etwas mehr Fleischgeschmack ein und hat nichts mit jedem kalten und oft zähen Aufschnitt zu tun, den wir zuhauf auf Buffets finden. Das butterzarte Filet ist von gleicher Spitzenqualität, gibt dem Mund nur mehr Fülle und eine kräftigere Haptik. Die Portionen (180 – 230 Gramm) sind optimal. Im Ojo de Agua wird nicht im eigentlichen Sinne gekocht, sondern nur zubereitet. Die Gäste, die sich auch gerne nur auf ein Glas Wein an die Theke setzen, können Max und Moritz bei der Arbeit zusehen und werden erleben, mit welcher Freude sie mit ihren Produkten umgehen. Zum Fleisch werden frisch aufgeschnittenes Brot und drei verschiedene Dips serviert: Die argentinische Chimichurri-Sauce, Café de Paris und Tomaten-Trüffel-Chutney. Hierbei wird zwar Trüffelöl benutzt, das in einem Restaurant Hausverbot haben sollte, doch der Dip schmeckt trotzdem einfach gut. Dass mit Verve angemachte Tatar muss man auch probiert haben. Beim ersten Mal am besten als Teil der Vorspeisenplatte, die zudem ausgezeichneten Pata Negra Schinken, guten Parmesan und leckere Palmherzen enthält. Auch der bunte Salat fällt etwas anders als üblich aus und wird gerne mit ein wenig Obst oder Beeren kombiniert. Maximilian von Saurma ist zwar erst seit einigen Wochen Gastronom, kommt aber aus der Lebensmittelbranche und hat früher unter anderem auch Saucen vertrieben und manche auch selbst erzeugt.

Fensterplatz

Fensterplatz

Das argentinische Bio-Fleisch im Frankfurter Beef Kontor stammt von Black Angus und Hereford Rindern, die sich in der Natur frei bewegen und vor allem Gras fressen. Dieter Meiers Rinderfarm in der Pampa Humeda heißt Ojo de Agua, „Wasserauge“. Im Weingebiet Agrelo Alto in Mendoza baut er zudem Wein an, der teilweise unter dem Label „Puro“ läuft, was für Reinkultur steht. Der Malbec sowie die Cuvées aus den Rebsorten Malbec, Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc sind „Parker“-Brummer, also Weine, die dem rundlichen Kritiker körperbetont nahestehen. Sogar die Basisweine sind ziemlich fett, marmeladig und alkoholreich – Wasserauge sei wachsam. Nach einem Glas ist man entweder betrunken oder satt, vielleicht sogar beides. Und doch machen diese barocken Wonneproppen sogar irgendwie Spaß. Vielleicht finden die beiden Gastwirte ja noch ein paar schlankere Weine von befreundeten Winzern, auch im Weißweinbereich. Zu bekommen sind außerdem das frisch-spritzige argentinische Quillmes-Bier sowie das sehr reine und gute Naturelle-Wasser Caspar Heinrich aus Bad Driburg. Der Kaffee wird in einer eigenen „Kontor“-Röstung von der Frankfurter Bohnen-Manufaktur Wissmüller geliefert. Schön zu sehen, wie allenthalben Produktqualität und Individualität herrscht. Die „Puro“-Weine gibt es jetzt schon im Straßenverkauf, bald schon soll alles, was im Wine & Beef Kontor an die Tische kommt auch „to go“ sein – das Fleisch dann ebenso vakuumiert, wie es auch das Lokal selbst erreicht.

Schlicht & Schön

Schlicht & Schön

Die Atmosphäre in dem neuen Frankfurter Lokal wird stark von Max von Sauerma und Moritz zu Stolberg geprägt, die beide nur darauf gewartet hatten in die Gastronomie einzusteigen und sich sicher sind, jetzt das richtige Konzept gefunden zu haben. Max hat wahrlich den Schalk einer Figur von Wilhelm Busch und berät mit forschem Charme, Moritz ist von ruhiger Liebenswürdigkeit. Sein Witz mag etwas versteckter sein, doch bewies er diesen bereits, als er den „Auto-Außenspiegel-Bikini“ entdeckte, der zur Fußball-WM 2010 ein Hit wurde.

Das Ambiente im Beef & Wine Kontor Ojo de Agua passt in seiner noblen Rustikalität zum Angebot. Freigelegte löchrige historische Sandsteinmauern, dunkle Eichendielen aus dem Harz, Zementfließen aus Barcelona und blanke Holztische erzeugen einladende Behaglichkeit und Geselligkeit. Knapp 40 Gäste finden Platz. Das Haus in der Hochstraße hat Geschichte gemacht (siehe auch BISS-Artikel Yello-Musiker Dieter Meier eröffnet Steakhäuser in ganz Deutschland). Beinahe wäre das Biedermeier-Schmuckstück einem kahlen Bürogebäude zum Opfer gefallen, doch der Hausbesitzer ließ es aufwendig renovieren und unter Denkmalschutz stellen. Im Weinkeller findet sich noch die historische Staufenmauer, die sich im Spätmittelalter als Stadtwall bis zum nahen Eschenheimer Turm zog. Derzeit wird gerade die Terrasse angelegt. Sie war schon bei den Vorgängern im Restaurant Avocado eine Oase in der Innenstadt. Der originelle Außenplatzbereich auf einer Verkehrsinsel wird kaum mehr als 20 Plätze bringen. Aber ganz viel Freude machen.

Fensterplatz

Fensterplatz

Wine & Beef Kontor Ojo de Agua, Frankfurt, Hochstr. 27/Ecke Börsenstr. Geöffnet: Täglich durchgehend von 10 – 23 Uhr, Sonntag geschlossen. Telefon (069) 920 205 10.

Preise: Roastbeef 24 €, Filet 27 €. Weißwein in Flaschen 24 – 28 €, Rotwein 25 – 84 €. Glasweise (0,2l) 6,50 – 9 €.

Bild ganz oben rechts: Maximilian von Saurma (l.) und Moritz zu Stolberg

 

 

 

 Galerie Wine & Beef Kontor Ojo de Agua

 

 

 

 

 

 

Photocredit: Barbara Fienhold

 




Englands bekanntester Sternekoch Heston Blumenthal wird erneut zum Übeltäter

Gäste werden wieder

Opfer von Viren

 

Avantgardekoch Heston Blumenthal aus Bray-on-Thames hat seinen Londoner Ableger am Sonntag (2. Februar) für eine Woche geschlossen. Im „Dinner“ im Mandarin Oriental, ausgezeichnet mit zwei Michelin-Sternen, waren laut BBC News 25 Gäste und 21 Mitarbeiter an Noroviren erkrankt.  Diese verbreiten sich bevorzugt „fäkal-oral“, etwa durch schmutziges Wasser oder kontaminierte Lebensmittel wie Muscheln, Austern, Meeresfrüchte.

Im Jahr 2009 erkrankten in Blumenthals „Fat Duck“ (Drei Michelin Sterne) 529 Gäste an Durchfall und Erbrechen. Die zuständige Behörde führte diese Beschwerden ebenfalls auf Noroviren zurück.

Das Wissenschaftsmagazin „Epidemiology and Infection”, verlegt von Cambridge University Press, kritisierte den Koch deswegen im Dezember 2011 in einem eigenen Bericht: Sechs Wochen hätte er gewartet, bevor Blumenthal die Gesundheitsbehörden informierte. In dieser Zeit hätte es 66 Beschwerden gegeben. Durch schnelleres Handeln hätte er Folgekrankheiten anderer Gäste vorbeugen können.

„Epidemiology and Infection”  behauptete auch, Mitarbeiter der Fat Duck hätten eine  „Tiefenreinigung“ der Räumlichkeiten nach der Schließung des Restaurants, aber vor der Meldung an die Behörden durchgeführt. Damit hätten sie die „potenziellen Funde der offiziellen Untersuchung stark eingeschränkt“. Ein Sprecher von Fat Duck wies die Vorwürfe zurück.

JZ

 

Quelle: Smith, A. J. McCarthy, N., Saldana, L., Ihekweazu, C., McPhedran, K., A large foodborne outbreak of norovirus in diners at a restaurant in England between January and February 2009, Epidemiol. Infect. (2012), 140, 1695–1701. f Cambridge University Press 2011

 

 




Die Konflikte des Guide Michelin

In der Krise lockt das Geld der Gastronomen

 

Seit einem Jahr nimmt die Website des Guide Michelin Zahlungen von Köchen und Wirten entgegen: Wie gut kann diese neue „Auswahl“ sein?

Es gab einmal eine Zeit, da war allein die Aufnahme in den Guide Michelin eine Ehre für den Wirt. Schließlich war der Abdruck der Adresse im Restaurantführer Voraussetzung dafür, später einmal mit Sternen oder Bibs bedacht zu werden. In einem gedruckten Guide ist der Platz knapp. Im Internet gibt es Platz in Hülle und Fülle. Und besonders viel Platz gibt es für Köche und Gastronomen, die für die Darstellung ihres Restaurants die Geldbörse öffnen. Diesen Platz auf der Website bietet der Guide Michelin ganz offiziell an: „Zur Erhöhung der Sichtbarkeit auf dem Internet.“

Inzwischen sind viele Köche unter den besten Kunden des Guides: Köche, die Sterne haben, Köche, die Sterne wollen, und Köche die schlicht meinen, es wäre einfach sicherer, Lokale beim Führer aller Führer anzumelden.

BurgerHouse„Starcrossed“ heißt ein lesenswerter Beitrag der Financial Times (http://www.ft.com/cms/s/2/b02d5c1a-adcb-11e0-9038-00144feabdc0.html), der erläutert, dass es hier nicht mehr um Restaurantkritik, sondern um das nackte Überleben geht: Rund 15 Millionen Euro Verlust würde der Guide schreiben, heißt es da unter Berufung auf die Unternehmensberatung Accenture und den ehemaligen Direktor Jean-Luc Naret. Jedes Jahr. Bis 2015 sollen die Verluste gar auf 19 Millionen steigen.

Da schöpft die Geschäftsleitung das Geld ab, wo es noch zu holen ist: Bei den Köchen, die ans Michelin-System glauben.  Doch wie unabhängig kann eine Kritik sein, wenn fortwährende finanzielle Beziehungen zwischen Kritikern und Köchen bestehen? Inzwischen nimmt sich der Michelin France schon der Reservierungen an – gegen Entgelt natürlich.

RoyalKebab2„Die Gefahr eines solchen Ansatzes ist, dass er die…Unabhängigkeit des Michelin-Inspektor-Systems bedroht, insbesondere wenn Restaurants ohne Sterne sich in den Online-Service einkaufen dürfen – ein Vorschlag, der von Beratern gemacht wurde“, heißt es in der Financial Times.

Dies ist bei Michelin inzwischen seit gut einem Jahr der Fall. In den letzten 12 Monaten haben wir die Website des Michelin France beobachtet. Dort tummeln sich jetzt auch Kebab-Imbisse und Burger-Buden. Gegen beides ist nichts einzuwenden, wenn dort gute Kebabs oder ordentliche Burger serviert werden. Aber: „King Size Pizza“, „Sushi King“, „Fast Sushi“ oder „Die goldene Fritte“. Sie alle sind jetzt bei Michelin. Ein Blick auf Speisekarten und Fotos wirft die Frage auf, ob hier noch eine redaktionelle Auswahl erfolgt. Oder wurden diese Datensätze einfach eingekauft? Offenbar geht es nur um Geld, auch wenn es von der Frittenbude kommt – und der Michelin dadurch sein Fett wegbekommt.

Jörg Zipprick




Restaurant Allgaiers startet neu

Dolores Lopez wird Restaurantleiterin

 

Und: Stefan Allgaier kocht jetzt selbst

 

Das Restaurant Allgaiers im Frankfurter Westend stellt sich neu auf: Dolores Martinez Lopez wird ab 1. Februar als Restaurantleiterin und Weinberaterin antreten. Die ebenso freundliche wie kompetente Fachfrau war zuvor als Sommeliere in der Villa Rothschild tätig und sorgte als Gastgeberin bei Juan Amdor in Langen für einen guten Service. Die 31 Jahre alte Frankfurterin mit spanischem Background wird das Restaurant Allgaiers in seiner ohnehin soliden Weinkompetenz weiter stärken.

Dolores Martinez Lopez

Dolores Martinez Lopez

Der bisherige Küchenchef Max Traue verlässt das Restaurant. An seine Stelle kommt aber nicht ein neuer Mann aus einem anderen Lokal, Hausherr Stefan Allgaier zieht sich wieder die Küchenschürze an und wird den Herd befeuern. „Meine Zielsetzung sieht mehr Abwechslung im Tagesangebot, absolute Frische der Produkte und eine gute Harmonie von Wein und Speisen vor.“

Stefan Allgaier, den viele nur als weinkundigen Patron kennen, ist gelernter Koch. Er arbeitete unter anderem als Commis im Restaurant Victorian in Düsseldorf bei Günther Scherrer, machte seinen Hotelbetriebswirt auf der Hotelfachschule in Pegnitz und war Direktionsmitglied im Hotel Sonnenhof in Königstein, der jetzigen Villa Rothschild. Als Inhaber des Restaurants Zum grünen Wald in Kronberg übernahm er dort auch zeitweise die Küchenleitung. 2006 eröffnete Allgaier die Grüne Gans in Kronberg, die noch unter seiner Regie läuft. Seit 2012 führt Allgaier sein Restaurant in Frankfurt, wo zuvor Klaus Trebes das Gargantua betrieb.

Stefan Allgaier

Stefan Allgaier

Allgaiers, Frankfurt, Liebigstr. 47, Tel: 069 98956611.

www.allgaiers-restaurants.com

 

 




Es geht noch schriller: Das Gastro Dschungelcamp

Das sind die 11 Kandidaten für die nächste Staffel des Dschungelcamps. Unser Skript muss nur noch von RTL umgesetzt werden.

 

Johann Lafer

Wie jeder andere Dschungelkandidat, darf auch Lafer zwei Gegenstände seiner Wahl mit ins australische Camp nehmen: Eine riesige Kochmütze und eine zeltgroße Schürze, auf der die Logos all seiner Werbepartner Platz haben.

 

Poletto

Cornelia Poletto

Wir lassen Cornelia Poletto als Sexgöttin nackt am Wasserfall baden, damit sie ihr braves Image wegspülen und eine neue Filmkarriere als Tarzans Jane beginnen kann – was zu einer deutlichen Reduzierung ihrer TV-Präsenz verhilft.

 

 

 

 

 

Tim MälzerTim Mälzer

Melzer wird am Ende selbst zur Dschungelprüfung: Jeder muss eines seiner Gerichte probieren. Es könnte aber gut sein, dass sich die Kandidaten für die Alternative entscheiden und lieber einen sous-vide gegarten Känguru-Hoden verputzen.

 

 

LichterHorst Lichter

Eine Nervensäge braucht jedes Camp, diese Rolle ist Horst Lichter auf den Schnurrbart geschrieben. Er wird jeden Abend am Lagerfeuer Witze erzählen und das Unwohlsein der anderen Kandidaten auf die Spitze treiben. Dabei fühlt er sich selbst so wohl, dass er auf Dauer seine Zelte im Dschungel aufschlagen will.

 

 

 

 

 

sarah wienerSarah Wiener

Als Unterwäschemodell hat Sarah Wiener bereits einschlägige Erfahrungen gesammelt, um im Dschungelcamp eine gute Figur machen zu können. Sie bekommt derart viele Fanpost, dass sie mit dem Catering aufhört und fortan ins Dessousgeschäft einsteigt.

 

 

 

christian rachChristian Rach

Als Helfer der Armen und Bedürftigen wird Rach auch hier seine Rolle finden und die Hitzebeständigkeit des Lagerfeuers und die Technik des Plumpsklos verbessern.

 

 

 

 

 

 

lea linsterLea Linster

Für Lea Linster wird es höchste Zeit ins Dschungelcamp einzuziehen, denn nur dort wird sie abspecken können. Eine bessere Diät, für die sie auch noch bezahlt wird, findet sie nirgendwo.

 

 

 

 

Alfons SchuhbeckAlfons Schuhbeck

Der Allesmacher hat von bayerischer Schmankerlküche bis zum großen Hamburger-Klops schon viel ausgekocht. Im Dschungelcamp wird er die vegane Urwaldkost als Trend entdecken und daraus ein neues Gastronomiekonzept machen. 

 

 

 

Heinz HorrmannHeinz Horrmann

Horrmann trägt als einziger im Dschungel einen piekfeinen Anzug und testet die Qualität der Hängematten. Dschungelarzt Dr. Bob verliebt sich in das Outfit und entführt Horrmann an einen unbekannten Ort.  

 

 

 

 

 

Leckermaul? Jürgen Dollase

Jürgen Dollase

Wer die chemischen Keulen der Molekularküche schätzt, wird auch gerne über die Texturen von Riesenmaden und den Akkord von Mehlwürmern schwadronieren. Der Gastro-Kritiker hat endlich die ihm gemäße Kost gefunden und stellt  jede weitere Nahrungssuche ein. 

 

 

 

 

 

BiolekAlfred Biolek

Wir vermissen sein Hmm Hmm Hmm lecker und möchten ihn noch einmal schmatzen und schlürfen hören. Schon bei Alfredissimo hat Biolek selbst manch verpatztes Gericht genüsslich kommentiert und wird auch im Dschungelcamp keinen Unterschied zwischen einem Garnelenspieß und einem Krokodilpenis machen.

 

 

 

 

 

 

 




Süßes ohne
Gewissens bisse

Die neue Rag Bar bietet Gesundes für Genießer

 

Wo gibt es das schon, dass Gesundheitsapostel und Gourmets am gleichen Ort zusammenkommen? Health Food kann langweilig sein, doch was Elly und Ahmad Mizban ohne missionarischen Eifer und mit großem Engagement betreiben, ist spannend und einzigartig in der Stadt. Neben Cookies und Pies gibt es Rohköstliches. Alles täglich frisch à la minute zubereitet, alles in Bio-Qualität. Der Chevy Bel Air als Theke ist genauso originell wie das ganze Konzept der neuen Rag Bar in der Frankfurter Zeilgalerie. Wenn Wellness Food so umgesetzt wird wie dort, könnte das weit mehr Menschen ansprechen als die üblichen Unverdächtigen.  Nicht nur im Januar nach den großen fetten Feiertagen, wo man sich Gesundes eher gönnt als sonst.

Rag Bar mit Oldtimer

Rag Bar mit Oldtimer

Gerade bei Süßigkeiten beißt das schlechte Gewissen mit. Das Naschwerk in der Rag Bar wird aber ganz ohne Zucker zubereitet. Gesüßt wird ausschließlich mit Datteln, Feigen, Agavendicksaft und Kokosblütennektar. Destiniy´s Chai heißt eine delikate Torte aus Zimt, Karamell, Apfel, Sternanis, Kardamom, Nelke, Muskat, Pekan- und Paranüssen – die bekannte Teemischung spielt mit dem Namen des einstigen amerikanischen R&B-Trios und deren Leadsängerin Beyoncé. Musikernamen verleihen den Süßigkeiten der Rag Bar einen gewissen Sound, heraus kommen dabei John Lemon oder Johnny Cashew. Auf unserer Hitliste ganz oben steht der Blaubeerkuchen mit einem Boden aus Buchweizen und Macadamia sowie Avocadomousse, Cashewcreme, einer Schicht Schokolade und einer Schicht aus Blaubeeren. Probiert haben sollte man außerdem den Pistazien-Safran-Pie mit Thai-Kokosnuss und Rosenessenz. Ein schöner Muntermacher hört auf den Namen Coffee Annan – Boden aus Paranuss und Buchweizen, darauf Schokoladenpudding und kaltgepresste Kaffeecreme.

Die Rezepturen hat Elly gemeinsam mit ihrem Mann ersonnen und immer wieder ausprobiert, bis das Ergebnis stimmte. Die Kuchen werden nicht eilig zusammengerührt, sondern entstehen in einem bis zu drei Tage dauernden Prozess. Solche aufwendigen und individuellen Speisen haben ihren Preis, zu teuer sind sie nicht.

Chris de Burger

Chris de Burger

Das Angebot wechselt täglich und ist am besten über die Facebook-Seite der Rag Bar zu verfolgen. Man darf sich nicht täuschen lassen, wenn die Schaulage nicht vollgepackt ist, denn alles wird stets frisch zubereitet. Gerade die hübsch angerichteten Rohkost-Happen: Lasagne mit Zucchini, Tomaten, Avocado, Nusscreme, Walnüssen, Salat und Granatapfel oder auch Alicia Quiche aus Cashewcreme, Basilikum, Avocado, gekeimten Sonnenblumenkernen, Tomaten und Salat. Der Begriff Rohkost ist in Deutschland nicht unbedingt positiv besetzt. Er verheißt so ziemlich alles, was gesund und langweilig ist. Dabei kann Rohkost durchaus sexy sein. Jedenfalls wenn man sie so zubereitet, wie Elly Mizban. Sie ist Mrs. Slowhand, denn nichts hier wird auf die Schnelle gemacht. Deshalb muss man auch etwas auf die Kreationen warten, die hinter der Oldtimer-Theke in einer kleinen Küche frisch zubereitet werden.

Immune Builder:Apfel,Limette, Ananas,Mango,Basilikum

Immune Builder:Apfel,Limette, Ananas,Mango,Basilikum

In der Well-Beeing & Health-Bar von Ahmad & Elly sind frische Säfte zu bekommen, wie man sie so in Frankfurt kaum erleben kann. Der Happy Tummy ist eine wohltuende Mixtur, bei der alle Komponenten harmonisch zueinander finden: Ingwer, Apfel, Minze, Zitrone, Fenchel. Beim Immune Builder werden  Apfel, Limette und Ananas frisch gepresst und mit cremig püriertem Mango und Basilikum gemixt. Das ist schon mehr als ein Getränk, das ist ein Essen. Die Drinks basieren auf unterschiedlichsten Zutaten, mit wichtigen Nähr- und Vitalstoffen, wie sie beispielsweise in den Goji-Beeren enthalten sind. Die Becher, das Besteck, die Strohhalme sind nicht aus Plastik, sondern werden aus Mais hergestellt und lassen sich kompostieren. Alles, auch die Servietten, können recycelt werden, in der Rag Bar entsteht kein Abfall.

Der Cappuccino, selbstredend in Bio-Qualität, fällt eher mild aus, wobei die Kaffeebohnen von der Rösterei Hagen aus Heilbronn stammen. Wie kommt man gerade auf diese Adresse, wo es doch in Frankfurt gute Alternativen gäbe? Der Röstmeister vom Kaffeehaus Hagen, Todd Pavelka, kommt wie Ahmad Mizban aus den USA und hat ebenfalls in Kalifornien gearbeitet.

Ahmad Mizban war in Los Angeles Manager eines Medical Health Center, bevor er aus Liebe zu seiner Frau Elly nach Wiesbaden zog. Die Idee zur Rag Bar entstand in den letzten fünf Jahren, in denen beide damit beschäftigt waren eine Ernährungs- und Lebensform zu finden, die Ellys zahlreichen Allergien trotzen konnte. Dabei entdeckten sie den Veganismus als Schlüssel zum eigenen Glück. Jetzt wollen sie etwas davon weitergeben, auf ganz relaxte und sehr fundierte Weise. Umso besser, dass das Ergebnis auch noch schmeckt.

Elly & Ahmad

Elly & Ahmad

Die Rag Bar (steht für raw und grateful) ist ein kleines Familienunternehmen, neben Ahmad und Elly arbeitet Ellys Bruder Ali mit. Das Trio macht keine Religion aus ihren Veganer-Offerten, die inzwischen auch von solchen Gästen goutiert werden, die sich sonst anders ernähren. Elly, Ahmad und Ali fallen durch ihre angenehme entspannte Art auf, allein das könnte ein Hinweis sein, dass sie auf jeden Fall für sich alles richtig machen.

Die Rag Bar kann nur mit wenigen Hockern dienen, weshalb die meisten ihr Essen auch mitnehmen. Die Theke soll aber verändert werden, um mehr Platz für Sitze zu schaffen, was auch wirklich vorteilhaft wäre. Die Rag Bar ist ein Start-up, das sich keine einfache Location ausgesucht hat. Sie befindet sich im Untergeschoss der Zeilgalerie. Kurioserweise gleich gegenüber von Pizza Hut. Vielleicht kann man dort noch den einen oder anderen retten und auf den richtigen Geschmack bringen.

LF

Rag Bar, Frankfurt, Zeil 112 – 114 (Zeilgalerie), Geöffnet 10 – 20 Uhr, Montag 13 – 20 Uhr, Sonntag geschlossen.