Neueröffnung Allgaiers im Westend: Lokal für Weinfreunde

400 Flaschen, schönes Kellergewölbe, hübsche Terrasse

 

Das Frankfurter Westend müsste eigentlich Little Italy heißen, die Übermacht der Lokale dieser Prägung ist deutlich. Um so besser, dass Stefan Allgaier mit seiner deutsch-französischen Küche das noble Viertel nicht verlassen hat und nur von der Liebigstraße auf die andere Seite des Westends in die Feuerbachstraße zog. Dort drücken und nerven ihn weder der Mietpreis, noch der Vermieter. Im neuen und schön ausgestatteten Allgaiers war vorher das italienische Leon zu Hause.

Stefan Allgaier (im Bild oben) ließ die Korken knallen und feierte im exklusiven Kreis die Neueröffnung seines Restaurants, das er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Marina Witte führt. Sie ist für den Service verantwortlich, während Stefan Allgaier die Küche führt, wobei der langjährige Mitarbeiter Jean Lazare Mburanumwe noch immer an seiner Seite am Herd steht. Das Restaurant war auch schon in den Vorjahren für seine Weinkompetenz bekannt und zeigt dies auch jetzt wieder mit rund 350 Offerten, die wohltemperiert aus den vier Klimaschränken kommen. Europäische Weine stehen klar im Vordergrund, vor allem deutsche und französische. Auch die schäumende Weine wurden ganz nach persönlichen Vorlieben ausgesucht, neben einem sehr guten Sekt vom Gut Hermannsberg von der Nahe sind gleich drei verschiedene und herausragende Champagner von Roger Coulon zu haben, den man hierzulange eher selten findet. Württemberg findet auf den Weinkarten verschwindet gering statt, auch im Allgaiers gibt es nur eine Position, die aber erstklassig ist: der Lemberger von Rainer Schnaitmann.

Stefan Allgaier

Das Souterrainlokal im hübschen Weinkellerlook verfügt über 40 Plätze, auf der Terrasse können 18 Gäste bewirtet werden. Die Oldtimer-Berkel-Aufschnittmaschine aus dem Jahr 1926 wird gut ins Licht gesetzt. Sie ist nicht nur Deko, sondern liefert präzise und hochfein geschnittenen Schinken, derzeit wunderbaren Parma und Jamon Iberico. Damit und einem gutem Wein kann man bereits glücklich sein, doch gibt es noch andere Begehrlichkeiten, beispielsweise die fleischigen Utah Beach Austern, die keineswegs in den USA zu verorten sind. Bei der Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg war dies der Deckname für einen französischen Küstenabschnitt. Neben einem Flammen-Gasherd hat sich Stefan Allgaier auch einen Beefer Grill angeschafft, der dem Fleisch noch mehr Aroma und Würze geben soll. Auf Küchenklassiker wie Tournedos Rossini, gegrillten Pulpo mit Birnen, Bohnen und Speck oder gefüllten Ochsenschwanz mit frischen Pfifferlingen, Zuckermais und Burgunderjus wird man auch im neuen Allgaiers nicht verzichten müssen. Ins ehemalige Allgaiers in der Liebigstraße ziehen Massimo Sparrago und seine Frau Rebecca Kuppel ein, Massimo Sparrago ist Souschef der Villa Merton in Frankfurt.

LF

Allgaiers, Frankfurt, Feuerbachstr. 5, Tel. 069  98 95 66 11.

Mo – Fr. 12 – 14.30 Uhr, 18 – 22 Uhr (Küche), Sa 18-22 Uhr, So zu.

www.allgaiers.eu

 

 

 

 

 

 

 

Photocredit: Barbara Fienhold




Ein Tisch im Kornfeld

Das Landwehrstübchen:

Lokal mit Urlaubsgefühl

am Rand der Stadt

 

Mitten in einem Gestrüpp aus Feldern, Wiesen und Kleingärten am Rande der Stadt steht ein kleines gastliches Häuschen. Wäre es nicht ein Lokal mit realem Essen und Weinen, könnte man es für ein Fabelwesen halten, so unwirklich steht es plötzlich vor einem. Aber aufgepasst: Es ist kein normales Lokal, sondern ein Versteck, das Navi oder Pfadfindersinn erfordert. Der Patron, Peyman Far, führt sein Landwehrstübchen mit Engagement und Schalk. Jetzt wurden zwei neue junge Köche eingestellt, die der alten Linie zwar treu bleiben, sie aber behutsam auffrischen wollen.

Yannick & Jona

Yannick Frischberger und Jona Bonnet haben die Hotelküche verlassen, weil sie ihnen keinen Spielraum gab, schon gar keinen kreativen. Im Frankfurter Landwehrstübchen wird ihnen mehr freie Hand gelassen. Mit Melonen-Kaltschale, geräucherter Kirschtomate, Johannisstrauchöl und Senfsaat gelingt der sommerliche Einstieg sehr gut. Auch das Landschwein, mit Apfel, Kartoffel und Pistazie passt bestens zum rustikalen Charme des Landwehrstübchen.

Landschwein

Nein, das Landwehrstübchen ist keine Fine Dining Adresse, sondern  weit eher eine Abtauch-Destination für gestresste Städter, die sich in schöner Atmosphäre bei unkomplizierten Essen entspannen wollen. Die kleine Terrasse bietet jedenfalls viel Urlaubsgefühl. Unter den Weinen gefällt uns beispielsweise der Grüne Veltliner von Rudi Pichler. Es gibt auch noch den einen oder anderen guten Tropfen, wobei die Karte ruhig noch besser werden darf.

Ja, wir haben manche Kritik vernommen, weil das Lokal nur Bargeld akzeptiert. Auf der Webseite wird dies auch so mitgeteilt, wer aber liest das schon alles. Man sollte also gleich bei der Reservierung nachfragen, ob dem noch so ist oder auch andere Zahlungsmittel möglich sind.

LF

Gastgeber Peyman Far

Landwehrstübchen, Frankfurt

Sachsenhäuser Landwehrweg 371
Tel. 069 635440.

www.landwehrstuebchen.de

 




Gastronomie: Die Corona-Krise weckt üble Ideen

Lieferanten sollen

auf Geld verzichten

 

Die Corona-Krise taugt nicht als Beispiel dafür, dass man aus der Not eine Tugend machen kann. Es gibt sogar Gastronomen, welche die Not für sich auf perfide Art und Weise nutzen wollen. In Frankfurt machen Restaurantbetreiber die Runde, die bei ihren Lieferanten einen Schuldennachlass von 60 bis 70 % anfordern. Wenn sie diesem Verlangen nicht nachkämen, würde man die Geschäftsbeziehungen beenden müssen, zumal das künftige Schicksal der eigenen Gastronomie ohne diesen Nachlass nicht mehr gewährleistet sei. Dieses Ansinnen greift krakenhaft um sich. Es ist deshalb so verwerflich und asozial, weil die meisten Lieferanten, egal aus welcher Branche, selbst große Probleme haben und in Geldnöten sind. So sieht keine Solidarität aus, so offenbart sich nur einmal mehr die ewig gleiche Raffgier, Egomanie und kriminelle Energie kaputter Typen in der Branche – denen man keine Chance geben darf.

LF

 

 




Comeback für Restaurant 959 Heidelberg mit Tristan Brandt

Zwei-Sterne-Koch wird Geschäftsführer

 

Das Restaurant 959, eine der beliebtesten und besten Adressen Heidelbergs, hat ab sofort wieder geöffnet und überrascht mit dem ehemaligen Zwei-Sterne-Koch Tristan Brandt, der hier aber nicht am Herd steht, sondern Geschäftsführer ist. Küchenchef bleibt Dustin Dankelmann, während Sommelière Sabine Schlecht und Barchef Frank Sobania als Neubesetzung für frischen Wind sorgen.

Das Restaurant 959 Heidelberg hat die vergangenen Monate als kreative Schaffenspause genutzt und startet jetzt mit frischen Ideen, kulinarischen Überraschungen und neuen Teammitgliedern wieder durch. Mit Mannheims Kochtalent Tristan Brandt konnte ein Geschäftsführer gewonnen werden, der sowohl die Expertise als Zwei-Sterne-Koch des OPUS V sowie die Erfahrung als Geschäftsführer der engelhorn Gastro GmbH mit neun Betrieben und über 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einbringt. Gemeinsam mit Küchenchef Dustin Dankelmann und dem 959 Heidelberg-Team will Tristan Brandt das Restaurant- und Barkonzept weiterentwickeln.

Tristan Brandt, Dustin Dankelmann, Frank Sobania, Sabine Schlecht (v.l.n.r.)

Klassische Gerichte, modern interpretiert: Seit seinem Einstieg als Küchenchef des 959 Heidelberg vor einem Jahr überzeugte Dustin Dankelmann viele Kritiker von seinem Talent. Mitte März 2020 setzte Corona dieser Erfolgs-Story zunächst ein Ende. Das Restaurant 959 und seine schönen Terrasse sowie Pino’s Bar mussten kurz vor der Sommersaison die Türen schließen. Die Zwangspause wurde genutzt, um neue, regionale Lieferanten kennenzulernen. Zudem wurde zwischenzeitlich ein Gemüse- und Kräutergarten angelegt.

Als eine erste Aufgabe für Tristan Brandt galt es Sommelier & Barchef zu finden, die zum Team und dem Gesamtkonzept passen. Mit Sabine Schlecht wurde eine neue Sommelière gefunden. Die studierte Chemikerin, die nach langjährigem Aufenthalt in den USA ihre Liebe zu Wein entdeckte und anschließend einen eigenen Laden für französischen Wein und Käse eröffnete sowie später als Sommelière im Hotel Palace und Hotel Adlon in Berlin tätig war, freut sich auf ihre neue Herausforderung: „Mich reizt der fantastische und hochwertige Weinbestand, aber auch die kreative moderne Küche von Dustin Dankelmann, die ich in meine Arbeit mit dem Wein einfließen lassen kann.“ Als neuen Barchef präsentiert Tristan Brandt Frank Sobania. Beide verbindet eine langjährige Zusammenarbeit. So war Sobania als Barchef unter Leitung von Tristan Brandt im engelhorn Dachgarten und für die Events im OPUS V tätig.

Restaurant 959 Heidelberg

Das Restaurant 959 Heidelberg serviert mittags ein Mini-Menü für 20 Euro sowie Bodenständiges, wie Rindergulasch, geschmortes Lamm oder Wiener Schnitzel. Abends ist das Kreativmenü zu haben, 7 Gänge für 130 €. Außerdem werden 16 Gerichte à la carte offeriert, darunter die in zwei Gängen servierte Hausspezialität, das Freilandhuhn von Chapon Bressan aus der Bresse-Region (48 € p.P.). Küchenchef Dustin Dankelmann hat bei den Zunftgrößen Stefan Steinheuer (Bad Neuenahr), Yannick Alléno (Paris) und Klaus Erfort (Saarbrücken gelernt und gearbeitet.

Restaurant 959 Heidelberg,  Montag 18-23 Uhr, Dienstags bis Samstag 12-23 Uhr. Sonntag geschlossen. Friedrich-Ebert-Anlage 2, Tel. 06221 6742959.      www.959heidelberg.com.

Photocredit: Elmar Witt




Restaurant-Kritik: Medici in Frankfurt

Gänseleber, Currywurst

und große Burgunder

 

Sehr erfolgreich, fast immer ausgebucht, extrem beliebt. So viel Friede, Freude, Eierkuchen wirkt fast schon langweilig. Doch das Restaurant Medici überrascht immer wieder mit neuen Ideen und ungewöhnlichen Kunstgriffen. Es gibt jedenfalls nicht viele Restaurants, wo mit gelassener Selbstverständlichkeit eine Currywurst und Raritäten von Romanee-Conti gleichzeitig zu haben sind. Die Basis der populären Adresse aber ist: Anspruchsvolle Küche mit Bodenhaftung. Diese Restaurantkritik wurde einen Tag vor dem Shutdown wegen der Corona-Krise veröffentlicht und hat deshalb durch eine Wiederholung eine neue und stärkere Aufmerksamkeit verdient, weil es jetzt ja wieder halbwegs normal in einigen Teilen der Gastronomie läuft. Am Konzept und der Qualität des Restaurants Medici hat sich nichts geändert. Aber: Die Betreiber sind inzwischen unter die Weinhändler gegangen und bieten über 600 verschiedene Flaschen an.

Stamatios (l.) und Christos

Das Medici ist kein Italiener, wie man leicht vermuten könnte. Und auch kein Grieche, wie der Name der Brüder Stamatios und Christos Simiakos in die Irre führt, die das Lokal seit 17 Jahren betreiben. Die beiden wurden im rheinischen Gummersbach geboren und haben in Spitzenrestaurants gelernt und ihre Karriere begonnen, bei Alfons Schuhbeck, Jörg Müller und Dieter Müller oder Hans-Peter Wodarz. Es gibt zwei kulinarische Gesichter vom Medici, das schnelle und preiswerte Mittagsgeschäft und die aufwendigeren und mehr kreativen Abend-Gerichte. Die Medici-Brüder sehen ihre Darbietungen als „Modern European Cuisine“.

Die Küche

Gänseleber-Gerichte gelingen hier besonders gut und verraten den ambitionierten Background der Küche. Ein Teller bleibt in bester Erinnerung: Gästestopfleber mit schönen Zwetschgen und feinfruchtiger Zwetschgensauce, Gänselebermousse, Joghurtkrokant und köstlichen Arme-Ritter-Würfel. Zwei Beispiele aus der aktuellen Karte zeigen Charakteristika der Küche, die weltumspannend ist ohne belanglos international zu sein. Meist werden nur wenige Komponenten eingesetzt, oft kulinarische Lieblingsstücke einer größtmöglich kompatiblen Gästegruppe: Gebratenes Skreifilet mit wildem Brokkoli und Yuzu-Süßkartoffelcreme oder Pulpocarpaccio mit Papaya-Mango-Salsa, Chorizo und geschmorter Paprika. Ausgezeichnete Produktqualität und handwerkliches Können bieten dafür die richtigen Voraussetzungen.

Seit Neustem steht auch eine Currywurst im Angebot, eine gelungene rustikale Delikatesse. Sehr gute Fleischqualität, harmonisch-würzige hausgemachte Currysauce und selbstgemachte Pommes Frites. Toll, dass es so etwas in dieser Qualität in einem Restaurant gibt. Ein Bravo auch für die hausgemachte und erstklassige Rinderfrikadelle auf lauwarmem Kartoffelsalat mit Senfcreme. Beide Gerichte sind jeweils Teil eines kleinen Mittagsmenüs.

Man erkennt im Medici an vielen Details das Qualitätsbewusstsein. Am Olivenöl, den Oliven, dem Fleur de Sel und ganz gewiss am ausgesuchten Käse vom Maitre Affineur Waltmann – etwa dem wundervollen, auf Heu gereiften cremigen Pithiviers au Foin aus dem Îl-de-France. Ohne Produkterkenntnis funktioniert auch kein Schinken. Im Medici gibt es eine längst liebgewonnene Aufschnittmaschine mit Schwungrad, die präzisen Schnitt und saftige Ergebnisse liefert.

36 Monate gereiften Parmaschinken, feinsten San Daniele, Gran Reserva Serrano oder besten aromatischen Jambon Noir de Bigorre (alle als kleine und große Portion). Mittags und abends, aber auch gerade in der absolut mageren Zeit in Frankfurt, die Menschen zwischen 15 und 18 Uhr hungrig herumirren lässt.

Die Weine

Im Medici hat man begriffen, dass es eine Klientel gibt, die gerne große Weine trinkt und dazu nur eine Kleinigkeit essen will. Zu dieser kaufkräftigen Gruppe gehören auch jene, für die Champagner und Currywurst kein Widerspruch, sondern beste Ergänzung ist. Die Kenner und die Neugierigen werden hier mit entsprechenden Offerten gut bedient. Es gibt nicht viele Restaurants in Deutschland, die eine Kollektion von der Domaine de la Romanée Conti listen, denn diese absoluten Raritäten sind extrem hochpreisig und werden vom Weingutsbesitzer Bertrand de Villaine im Burgund beziehungsweise dem Exklusivimporteur in Deutschland, Albert Kirdorf, in ganz kleinen Mengen zugeteilt. Neben anderen großen Burgundern und Bordeaux sind im Restaurant Medici ausreichend Weine für Business Budgets zu haben, etwa ein Riesling von Querbach aus dem Rheingau oder der Sauvignon Blanc von Knewitz aus Rheinhessen.

Das Ambiente

Am gediegenen Ambiente hat sich in all den Jahren wenig geändert, wegen der starken Nachfrage wurden schon vor längerer Zeit Plätze an der Bar eingerichtet, die das Lokal und die Stimmung auflockern und von Individualisten geschätzt werden. Links neben der Eingangstür befinden sich in einer Nische auch die etwas intimeren Zweiertische, während die beliebten Fensterplätze aufgereiht sind und mehr Uniformität ausstrahlen.

Der Service

Restaurantleiter Stefan Krenzer dirigiert den freundlichen Service vom ersten Tag an und bleibt, wie das ganze Team, auch an hektischen Tagen von heiterer Entspanntheit. Im Medici trifft man viele langjährige Mitarbeiter, die Fluktuation im Service ist eher gering, für Frankfurter Verhältnisse sehr gering. Vom engagierten Barkeeper bis zum geschätzten Spüler wurde über all die Jahre ein ziemlich stabiles Team aufgebaut.

Besonderheiten

Das Restaurant Medici im Frankfurter Stadtzentrum hat sich in all den Jahren immer beliebter gemacht, für manche gar unentbehrlich. Ein sehr hoher Stammgastanteil spricht dafür. Die zentrale Stadtlage lässt sich auch gut in eine Shopping-Tour einbauen. Die gastronomische Dichte in der Weißadlergasse ist enorm, wobei jedes Lokal mit einem anderem Konzept arbeitet. Das Medici gehört zu den besten und beliebtesten Adressen fürs Mittagessen. Das täglich wechselnde Business Lunch Menu ist gut & preiswert: 2 Gänge 18 €, 3 Gänge 21,50 €. Bei den sehr preiswerten Lunch-Offerten kann man natürlich nicht so anspruchsvoll auftischen, wie bei den kreativen Menüs.

Ludwig Fienhold

 

Restaurant Medici, Frankfurt, Weißadlergasse 2, Tel. 069 21 99 07 94. Mo-Sa Küche ab 11.30-22.30 Uhr, Sonntag zu.

https://www.restaurantmedici.de

 

Photocredit: Barbara Fienhold

 

 

 

 




Neueröffnung: The Duchy im Breidenbacher Hof in Düsseldorf

Bitte probieren: Kaviar Carbonara

und Lachs mit gerösteter Soja-Sauce

 

Dass der Breidenbacher Hof Düsseldorfs erste Logieradresse ist, dürfte bekannt sein. Wie gut die Brasserie dort ist, hat sich noch nicht so ganz herumgesprochen. Jetzt hat sie mit neuem Konzept und frischem Design eröffnet und mit ihr auch noch andere Outlets im Hotel, wie die neue Raw Bar.

Küchenchef Philipp Ferber und sein Team servieren eine raffinierte Brasserie-Küche mit Kreationen à la Kaviar Carbonara oder Färöer Lachs mit gerösteter Sojasoße, aber auch Einheimisches wie Himmel & Ähd. Als Inspiration und Namensgeber für das neue Restaurant diente das ehemalige Herzogtum Berg (engl. Duchy), dessen Hauptstadt Düsseldorf einst war. Eine Epoche, die in ihrer unaufgeregten Eleganz stilvoll und gemütlich war und der offiziellen Darstellung des Hotels nach somit als perfektes Sinnbild für die Umgestaltung des Restaurants steht.

Ein weiteres Highlight des Restaurants ist die neue Raw Bar, an der Gäste feine Meeresfrüchte und andere  Delikatessen, kreative Drinks und ausgesuchte Champagner genießen können. Ob eine kurze Auszeit vom Einkaufsbummel auf der naheliegenden Königsallee, ein kleiner Snack zwischendurch oder nur für ein Glas Champagner – an der Raw Bar steht unkomplizierter Luxus im Vordergrund.

 

www.capellahotels.com/en/capella-dusseldorf

Reservierungen: 0211/ 160 900 oder theduchy.bbh@capellahotels.com




Weine mit BISS: Neues Lugana-Dinner im Brighella

Die Weine vom Gardasee haben Wellen geschlagen

 

Von Ludwig Fienhold

 

Das Dinner mit ausgesuchten Lugana-Weinen vom Gardasee im Frankfurter Ristorante Brighella war ein solcher Erfolg, dass es am 11. September wiederholt werden soll. Auf die Gäste warten ein feines Menü und ausgesuchte Lugana-Weine, der Favorit von uns und den Gästen, L´ Lac von Cavalchina, ist wieder dabei. 4 Gänge und 4 verschiedene Weine sowie ein Spumante werden zum Freundschaftspreis von 78 € angeboten, Wasser und Kaffee inklusive.

Mario Borazio vom Brighella

Die sanfte Brise am südlichen Gardasee und die kalkhaltigen, lehmigen und steinigen Böden verleihen dem Lugana trinkfreudige Frische, kühle Mineralität, feine Fruchtigkeit und animierende Salzigkeit. 170 Winzer teilen sich gerade einmal 1.100 Hektar Rebland. Der kalifornische Riese Robert Mondavi besitzt alleine über 1.300 Hektar. So überschaubar das DOC Weingebiet Lugana auch sein mag, die Weine fallen in der Qualität enorm unterschiedlich aus. Wir haben eine Top-Auswahl zusammengestellt. Diese soll vor allem das Qualitätsbewusstsein der Winzer zeigen, aber auch die verschiedenen Geschmacksrichtungen und Stilistiken, denn trotz einer gewissen Typizität gibt es multimodale Sinneseindrücke.

Spaghetti mit Bottarga

Mit dabei sind zweit sehr unterschiedliche Weine, die das Spektrum der Lugana-Region zeigen: Der schmelzige, charmant-elegante Prestige-Lugana Gocco d´Oro von Bulgarini, der einen filigranen Duft von Wiesen und Kräutern, Mandeln, Pfirsich und Mirabelle ausbreitet. Und der erfrischend trockene Capotesta der Cascina Maddalena, der als mineralischer Terroir-Wein die ganz andere Seite zeigt. Im Gegensatz zu den meisten Lugana-Weinen, die jung getrunken werden sollten, ist er erstaunlich lagerfähig.

 

Die Weine

Spumante Rosé Perlage von Bulgarini

Lac von Cavalchina

Capotesta, Cascina Maddalena

Gocco d´Oro, Bulgarini

Rosé Rosa Mara von Costaripa

 

Das Menü

Sashimi Lachs , marinierter Romanaherzen-Salat, Kichererbsencreme

Spaghetti, Lemongras , Bottarga

Bachsaibling, Auberginen, Blumenkohl, Beluga-Linsen, Safran-Creme-Sauce

Limettenschnitte, Zitronen-Sorbet

 

Preis

78 € für Menü, Weine, Wasser und Kaffee

 

Termin

Freitag, 11. September, 19 Uhr

Reservierung notwendig

 

Adresse

Brighella, Frankfurt, Eschersheimer Landstraße 442.

Tel. 069 53 39 92.

Email: info@brighella.de

 

Die Weinhändler

Vipino, Planegg, Tel. 089 8950 1414, www.vipino-wein.de

Sommeliers, Weinjournalisten und andere Vorkoster sind für das interessante Angebot verantwortlich. Zum Thema Lugana gibt es gleich 60 Angebote, 3 davon werden beim Lugana-Dinner im Brighella serviert: Spumante Rosé Perlage von Bulgarini, Lac von Cavalchina und Gocco d´Oro, Bulgarini.

Karl Kerler, Nürnberg, Tel. 0911 588 28 43, www.karl-kerler.de

Sehr individueller kompromissloser Weinhandel. Dort findet man vor allem einen richtig trocknenen Lugana bemerkenswert, der Ecken und Kanten hat und den wir deshalb gerne präsentieren: Capotesta, Cascina Maddalena. Ein Mini-Weingut.

Giovo, Mühlheim am Main, Tel. 06108 900 80, www.giovo.de

Guido Giovo belieferte einst gefühlt jedes italienische Lokal im Rhein-Main-Gebiet, was an seinem sehr persönlichen und kompetenten Einsatz lag. Die Nachfolger müssen sich dem nun würdig erweisen. Aus ihrem Sortiment haben wir den feinen Rosé Rosa Mara von Costaripa ausgewählt.




Aus für 2-Sterne-Restaurant Werneckhof in München

Tohru Nakamura ist ein weiteres

prominentes Opfer der Corona-Krise

 

Der deutsch-japanische Spitzenkoch Tohru Nakamura ist ein weiteres prominentes Opfer der Corona-Krise in der Sterne-Gastronomie. Das Restaurant Werneckhof by Geisel ist ab sofort geschlossen. Wenngleich die Schließung des Restaurants von Nils Henkel auf Burg Schwarzenstein im Rheingau ein wenig anders gelagert ist, gab diesem die Krise den Rest.

„Abstandsregelungen und andere Hygieneauflagen lassen es in einem so kleinen Restaurant nicht zu, den gewohnten exzellenten Service für unsere Gäste zu gewährleisten“, so Michael Geisel und ergänzt: „Da es leider für uns alle nicht absehbar ist, wann eine für uns gewohnte Normalität wieder zurückkehren wird, haben wir uns schweren Herzens dazu entscheiden müssen, den Betrieb im Werneckhof mit sofortiger Wirkung endgültig zu schließen.“ Auffällig ist, dass im offiziellen Statement der Geisel-Brüder nur ganz allgemein dem Team für ihr Engagement gedankt wird, nicht aber insbesondere dem hoch dekorierten Küchenchef Tohru Nakamaru.

Küchenchef Tohru Nakamura und das ganze Team des Werneckhofs haben ihren Arbeitsplatz verloren, doch solche Profis werden gesucht. Dies trifft insbesondere auf Tohru Nakamaru zu, über dessen Zukunft bislang noch geschwiegen wird. Wenn man zugrunde legt, dass er in München bleiben wird, gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten. Ein Wechsel ins ebenfalls mit zwei Sternen ausgezeichneten Tantris liegt nahe, weil die Amtzszeit von dessen Küchenchef, Hans Haas, in den nächsten Monaten abläuft.

Was haben Tohru Nakamura und sein Team nicht alles an Auszeichnungen erhalten: 2 Sterne im Michelin, 19 Punkte und „Koch des Jahres“ beim Gault Millau und anderes mehr. Als Sohn einer deutschen Mutter und eines japanischen Vaters verbindet der 37 Jahre alte Küchenchef auch kulinarisch die Welten von Tokio und München. Japanische Einflüsse finden sich auf vielen Tellern, so etwa, wenn er klassisch auf der Haut gebratene Dorade Royal auf feinem Koshihikari-Reis bettet, der mit Tomate und Sepia nach Risotto-Art gegart ist, und dazu zarten Oktopus, Miso-Rouille und eine schäumende würzige Fischsuppe anrichtet. Der bayrische Japaner Tohru Nakamura spricht präzises Hochdeutsch. Und so kocht er auch: deutlich genau, betont. Schön, wie er eine Auster mit Salzwiesenkräutern und Dill in eine geschmackliche und optische Perle verwandeln konnte. Als filigrane Finesse beeindruckte der kurzgegarte Langostino mit Liebstöckel-Emulsion, Sellerie-Creme und Limetten-Perlen. Vor seiner Zeit in München arbeitete Tohru Nakamura im RestaurantVendôme bei Joachim Wissler und in der Oud Sluis von Sergio Herman.

Photocredit: Geisel Hotels




Bahnhofsviertel-Gastronomie Frankfurt: Ist der Zug abgefahren?

Das neue Lokal Yaldy

macht Hoffnung

 

Viele Todesfälle und

zwei Neueröffnungen

 

Von Ludwig Fienhold

Das Vingtneuf an der Elbestraße und seine massive lange Theke mit gutem Vermouth sind passé. In einer solch kaputten Straße ist das Zusammenleben von Junkies, Kriminellen und Gastronomen schwer erträglich und kaum möglich. Die Black Dog Bar am Wiesenhüttenplatz hatte mangels Konzeption und schlechter Location keine Chance und biss sich selbst weg. Das Maxie Eisen in der Münchner Straße mit Bar Food und fetter Pastrami überzeugte uns nicht wirklich, wechselte den Besitzer und hat nicht wieder aufgemacht. Das wunderbar plüschige Cabaret Pik Dame, auch in düsteren Zeiten schon immer ein Lichtblick im Bahnhofsviertel, hat seine Renovierung bis heute nicht abgeschlossen und bleibt geschlossen. Walon & Rosetti in der Moselstraße waren die Pioniere der neuen Gastronomie im Frankfurter Bahnhofsviertel und haben den Grundstein für den Wandel und die Attraktivität gelegt. Radu Rosetti und Henry Walon trennten sich zu schnell, Radu betrieb das Lokal alleine weiter und überzeugte eine ganze Zeitlang mit spannender orientalisch gewürzter Küche und guten Weinen, was in diesem Quartier so nie zu erleben war. Aus dem Walon & Rosetti wurde jetzt das Yaldy, bei dem bekannte Protagonisten aus der Szene die Regie übernommen haben. Radu hat sich aus dem Quartier verabschiedet und arbeitet inzwischen im Lokal „Das Leben ist schön“ an der Hanauer Landstraße.

Yaldy

Sieht man sich das Publikum im neuen Yaldy an, so scheint alles wie immer: Ein guter Querschnitt Frankfurter Typen mit weltoffener Haltung, Tendenz Shabby Chic. Die Theke ist nach wie vor das kommunikative Zentrum. Das angeschmuddelte Lokal wurde entstaubt und luftiger gestaltet. Die neuen Betreiber Michele Heinrich und Andrei Lipan gehören schon länger zum Viertel, Michele kommt aus der Kinley Bar, Andrei arbeitete schon bei Radu Rosetti und zeigt sich jetzt als engagierter Weinberater. In seiner kleinen offenen Küche saust Oliver Selzer herum wie Turbo-Specht Woody Woodpecker. Wenn er seinen überhitzten Kopf aus dem Pass streckt und mit großen Augen fragt, ob alles gut war, könnte man eigentlich nur schwer anders als das zu bestätigen.

Oliver Selzer und Maciej Szymacha

Oliver Selzer hat eine ebenso turbulente wie vielseitige Laufbahn hinter sich, arbeitete im formellen Francais im Frankfurter Hof, dem kreativen Biancalani und dem gemütvollen Landwehrstübchen, hatte mit dem Gickelschlag aber auch sein eigenes Lokal mit moderner Wirtshausküche. All das findet sich derzeit kaum in seiner Küche wieder, weil er noch auslotet, wo es eigentlich hingehen soll. Auffällig sind momentan der Hang zu Gemüse und bekannten Ingredienzen junger deutscher Küche (Pastinake, Graupen, Dashi). Positives Beispiel im Yaldy: Der im Grunde geschmacksarme Portobello-Pilz wird durch Misoschaum, Eigelb und Limettenabrieb zum Leben erweckt. So hat auch Vegetarisches Biss. Es wäre dennoch von Vorteil, wenn sich Oliver Selzers handfeste kluge Rustikalität von einst gegen den Kniefall vor ökologischer Korrektheit durchsetzen würde.

Yaldy, Moselstraße

Der schottische Begriff Yaldy steht für „Gelb“ und einen entsprechenden Vogel. Das signalisiert Barleben, wobei es ja auch Cocktails gibt. Doch das bieten auch andere in der Gegend, gute Weine aber nach wie vor nur wenige im Quartier. Der fein perlende und in Amphoren ausgebaute Pet Nat  Phaunus Bio-Rosé von Aphros Wine aus Portugal ist von einer eleganten Sommerfrische, die Lust auf eine ganze Flasche macht. „Faß 2“, ein richtig trockner, durchgegorener und mineralischer Saar-Riesling von Peter Lauer aus der Ayler Toplage gehört ebenfalls zum Repertoire und animiert auf erfrischende Weise. Muss man Chardonnay trinken? Und dann noch aus Deutschland? Der saftig köstliche, von sanfter Frucht und lustvoller Würze getragene Chardonnay 2019 von Becker-Landgraf aus Rheinhessen überzeugt auf den ersten Schluck. Beim schön gereiften Trettere 2014 von Wiegner aus Sizilien meint man den Rauch des Ätna zu spüren, der dem Wein eine verwegene Note verleiht. Rote Beerenfrucht und ein Hauch Vanille machen diesen Wein trotz Eigenwilligkeit leicht zugänglich. Beim zweiten Glas wird´s noch besser. Es gibt nicht viele Lokale rund um den Bahnhof, die so viel Spaß bringen, wie das Yaldy, also nichts wie hin.

Die Münchner Straße gehört noch zu den besseren Adressen im Bahnhofsviertel. Dort hat das persische „Babam“ eröffnet, das einen sympathischen Aufritt hat und sich durch Qualität absetzen will. Dies zeigt sich auch in diesem Fall bei der Weinauswahl. Riesling von Nick Köwerich von der Mosel, Grauburgunder von Bergdolt aus der Pfalz und der Footprint Shiraz aus Südafrika sind leicht trinkbare Genuss-Erlebnisse. Lammgerichte sind die Spezialität des kleinen Lokals, sympathisch auch, dass die Käse von L´ Abbate aus Offenbach verwendet werden.

 

Rotlicht & Blaulicht machen 

noch kein buntes Programm

 

Das Frankfurter Bahnhofsviertel wird von einigen Medien gehypt, denen die Realität offenbar unbekannt ist. Dort findet man Berichte über coole Locations und Straßenfeste. Gerade das alljährliche Straßenfestival im Bahnhofsviertel ist kein Statement, sondern schlicht ein banales Massenbesäufnis. Frankfurt liegt nicht an der Elbe, aber die Elbestraße ist ein drastisches Beispiel für das Kaputte in der Stadt. Man muss nicht einmal genau hinsehen, man riecht es an allen Ecken. Das Bahnhofsviertel ist ein Elendsquartier. Crack-Leichen pflastern die Wege. Siff und Suff. Die Politik muss ein Interesse daran haben, dass durch gute Gastronomie ein anderes Klientel angezogen wird, die das Quartier mit neuem gesunden Leben auffrischt und andere negative Elemente verdrängt. Eine solche Gastronomie sollte eine Subvention erfahren, denn es gehören Mut und Risikobereitschaft dazu, ausgerechnet in diesem an vielen Stellen unerträglich verwahrlosten Teil der Stadt etwas aufzubauen. Bislang ist es von Seiten der Stadt nur bei wirkungslosen Willensbekundungen geblieben. Ein paar Alibi-Razzien mit Blaulicht hier und dort oder läppische nutzlose Platzverweise kümmern Junkies und Dealer wenig. Das Kriminelle, Asoziale, Aggressive und Zerstörerische fühlt sich dort wohl, wo es auf ein geeignetes Umfeld in scheinbarer Kumpanei stößt, in dem es sich weitgehend ungestört platzieren und ausbreiten kann. Der Müll, die Stadt und der Tod. Das Rotlicht von einst hatte mehr Wärme.

 

Gastronomische Beispiele im Frankfurter

Bahnhofsviertel, die Hoffnung machen

und authentisch sind

 

 

Stanley Diamond, Ottostr. 16, Tel. 069 269 428 69

Das beste Restaurant im Bahnhofsviertel. Gute Küche von kreativer Rustikalität, anspruchsvolle Weinkarte mit Newcomern, Topservice, sympathische Wein/Cocktail-Bar vor der offenen Küche mit ideenreichen Kreationen und guten Offerten by the Glas.

 

Yaldy, Moselstr. 15. Tel. 069 2400 5716, Di-Do 18-1 Uhr, Fr & Sa 18-2 Uhr

Daseinsberechtigter Neuzugang mit salopper Kiez-Atmosphäre, gutgelauntem Gästen und frischen Wein-Ideen.

 

Babam, Münchner Str. 11, Tel. 069 2400 4455

Unkomplizierter Neuzugang, Bistrolike, aber engagiert.

 

Kinleys, Elbestr. 34, Tel 069 271 076 70

Die magischste und intimste Bar Frankfurts. New Yorker Speak Easy Feeling, spannende Drinks.

 

Bar Shuka, Niddastr. 56, Tel. 069 2566772280

Orientalisches Lokal mit lebhafter Basar-Stimmung und flirrenden Tel-Aviv-Flavours.

 

Ameron Hotel, Neckarstr. 7-13, Tel. 069 756 660

Kein gewöhnliches Hotel, ein historisches Ensemble, würdevoll und witzig zugleich. Ein Must-Sleep.

 

7 Bello, Niddastr. 82, Tel. 069 236 099

Schräges Napoli auf kleinstem Raum, sexy Pizza Old School und Pasta satt, grausliche Weine. Dennoch: Wir müssen immer wieder hin.

 

Mey Wein Bar, Elbestr. 18, Tel. 069 233 127

Aus einer alten Puff-Bar wurde ein charmantes kleines Weinbistro mit guten Winzern sowie Fisch/Meeresfrüchte-Gerichten, unter denen die türkisch-würzigen besonders zu empfehlen sind.

Photocredit: Fienhold




Winzerin Angelina Schmücker mag es richtig trocken

Weine mit Null Restzucker

 

Die Weinschirn in Frankfurt

gibt Newcomern eine Chance

 

Gerade einmal zwei Hektar, aber mutig: Das Garagenweingut von Angelina Schmücker im rheinhessischen Essenheim erzeugt seit 2016 nur kleine Mengen, die ein Hinschmecken lohnen. Ungewöhnlich, nicht nur für eine Newcomerin: Angelina mag ausschließlich trockene Weine, richtig trocken mit Null Restzucker. Auch nicht alltäglich: Ihre Lieblingsrebsorte ist der Müller-Thurgau. Dieser wird nicht nur nach ihrer Meinung immer noch sträflich vernachlässigt und unterschätzt. Ihr Müller, Jahrgang 2018, hat eine schöne Saftigkeit, die den Wein über die Zunge flitzen lässt. Er besitzt bei aller trockenen Ausprägung dezente Frucht und schöne Würze. Trübe, weil unfiltriert, aber keineswegs trübselig, zeigt sich der nicht im Stahltank, sondern in der Amphore ausgebaute Müller-Thurgau. Schöne Frucht, viel Druck, Dichte und Trinkfluss. Macht fast noch mehr Spaß. Probieren sollte man außerdem den Grauburgunder und das unbekümmerte „Verschnittsche“, eine Cuvée aus Müller-Thurgau, Silvaner und Sauvignon Blanc. Ihre Weine präsentierte Angelina Schmücker dieser Tage auf der Terrasse der Frankfurter Weinschirn, für die sie wie gemacht sind.

Antje und Marcel, die ihre Weinschirn vor kurzem rundumerneuert und mit bequemen Terrassenmöbeln eröffnet haben, treten auch mit neuem Konzept und Selbstbewusstsein an. Die vollständig überarbeitete Weinkarte gibt vor allem Newcomern wie Angelina Schmücker eine Chance. Die Weinschirn befindet sich in den Arkaden hinter der Historischen Ostzeile, mit Blick auf die Kunsthalle Schirn und die Neue Altstadt.

Weinschirn, Frankfurt, Römerberg 8, Tel. 069 27243113. Mo-Sa 12-23 Uhr, So 14-21 Uhr.

www.weinschirn.de

Angelina Schmücker

www.angelina-schmuecker.de