Der extravagante Belgier Nick Bril kocht im Rheingau

Hoher kulinarischer Besuch zum Gourmet-Festival

 

Nick Bril und Sergio Herman zählen zu den am höchsten ausgezeichneten Köchen in Europa. Zusammen haben sie in Antwerpen das Restaurant „The Jane“ eröffnet, eine der am meisten angesagten und viele Wochen im Voraus ausgebuchten Adressen überhaupt. Jetzt kommt der Zwei-Sterne-Koch Nick Bril (Foto rechts in seinem Restaurant) in den Rheingau, um beim Gourmet- und Wein-Festival ein raffiniertes Menü zu servieren. Viele Tickets sind wie üblich beim Festival schon ausverkauft, auch für das Bril-Menü am 26. Februar 2017 sind nur noch wenige haben.

Begleitet wird das Dinner von Riccardo Ricci Curbastro und seinem Franciacorta Saten Brut 2012, den Weingütern Kühling-Gillot, Battenfeld-Spanier und Eva Fricke. Bekannte toskanische Rotweine runden das Weinerlebnis ab, Carlo Franchetti präsentiert aus seiner Tenuta di Trinoro Le Cupole und Campo di Magnacosta. Digestif: Cognac aus dem traditionsreichen Familienunternehmens Delamain, beim Festival gibt es die Rarität Cognac Delamain Vesper Xo – Grande Champagne.

Moderation: Justin Leone, Head-Sommelier Tantris, München.

Ort: Kronenschlösschen in Eltville-Hattenheim im Rheingau

Datum: 26. Februar, 19.30 Uhr, Empfang ab 18.30 Uhr

Preis: 250 € (Dinner, Spumante, Wein, Digestif, Wasser, Kaffee)

Reservierungen:

Hotel Kronenschlösschen, Eltville-Hattenheim, Tel. 06723-640 

info@kronenschloesschen.de

www.kronenschloesschen.de

Das vollständige Programm des Gourmet-Festivals mit einem Klick:

 

www.rheingau-gourmet-festival.de/programm/

 

 




Die besten deutschen Sekte

Beim Gourmet- und Wein-Festival im Rheingau

 

Deutscher Sekt war viele Jahre kein Thema, weil er einfach in den meisten Fällen zu wenig Qualität zeigte. Inzwischen hat er jedoch so enorm zugelegt, dass man ihn – und mit ihm – feiern kann. Das Gourmet- und Wein-Festival im Rheingau gibt dem Sekt eine eigene große Bühne. 17 verschiedene deutsche Perlen werden insgesamt zu trinken sein. Begleitet von einem Menü des Zwei-Sterne-Kochs Christoph Rainer aus dem Frankfurter Tigerpalast.

Kronenschlösschen

Kronenschlösschen

Das Rheingauer Weingut Georg Breuer hat schon immer einen herausragenden Sekt erzeugt, ebenso das Wein- und Sektgut Barth in Hattenheim. Beide sind bei dieser prickelnden Veranstaltung vertreten, wie alle Winzer nicht nur flaschenweise, sondern auch persönlich. Barth stellt seinen 2011 Hattenheimer Hassel Riesling Brut aus Grosser Lage vor, eine hochpreisige Rarität. Das Schlossgut Diel ist mit seinem 2008 Dorsheim Goldloch Riesling Brut Nature vertreten, Raumland mit der 2009 Triumvirat Prestige Brut Grande Cuvée. Rebholz, Van Volxem, Schönleber sind gute Bekannte. Doch es gibt auch ausgezeichnete Neuentdeckungen zu machen: Das Weingut Wageck aus der Pfalz steuert eine erstklassige Cuvée Sekt Extra Brut bei, Irene Söngen aus dem Rheingau einen ungewöhnlich guten Spätburgunder Blanc de Noir Sekt Brut 2014.

Moderation: August F. Winkler. Datum: Freitag, 3. März 2017 um 19.30
im Hotel Kronenschlösschen in Eltville-Hattenheim. Tasting & Galadinner
Ablauf: Empfang im Begrüßungszelt (ab 18.15) mit Geldermann Brut und Amuse Gueules. Gourmetmenü in fünf Gängen vom 2-Sterne-Koch Christoph Rainer. 17 Sekte, Wasser, Kaffee zum Pauschalpreis: 190 €. Buchung: info@kronenschloesschen.de Telefon: 06723 640.



Die Karten für das Gourmet-Festival sind stets schnell vergriffen, weshalb man sich schon jetzt seinen Platz reservieren sollte. 

 

Christoph Rainer

Christoph Rainer

Zwei-Sterne-Koch Christoph Rainer (Tiger Gourmet-Restaurant, Frankfurt) hat eine Bilderbuch-Karriere gemacht: Nach seiner Ausbildung im Sternerestaurant Zum Adler war er im Schlosshotel Kronberg, es folgten Stationen bei den Drei-Sterne-Köchen Heinz Winkler in Aschau und Dieter Müller in Bergisch Gladbach, anschließend sieben Jahre in der Villa Rothschild, wo er bereits im ersten Jahr (2007) mit einem Stern ausgezeichnet wurde, 2010 folgte der zweite Stern. 2015 wurde er Chef de Cuisine im Tiger Gourmet-Restaurant und erhielt für seine Leistungen zwei Michelin-Sterne sowie 17 Punkte im Gault & Millau. Der gebürtige Hesse setzt auf das Wechselspiel von französischer und heimischer Kochkunst, mit vorwiegend regionalen Produkten.

 

 Photocredit: Barbara Fienhold, Rebholz 

 

 




Restaurantkritik: Góc Phô Street Food

Neuer Vietnamese in Frankfurt startet gut

 

Wenn man das bezaubernde Lächeln von Phuong Anh Pham sieht, dann weiß man, was der Gastronomie am meisten fehlt: Lächeln. Die junge Frankfurterin mit vietnamesischen Wurzeln (im Bild rechts) führt ihr Lokal gemeinsam mit den Eltern und hat einen guten Start hinbekommen. Die Lage neben dem Dominikanerkloster in dem höchstens bei alten Frankfurtern bekannten Schärfengässchen, ist zwar zentral, erfordert aber doch ein wenig Pfadfindergeist. Die wechselnden Vorgänger des Lokals waren nicht besonders erfolgreich, doch das Góc Phô ist vom ersten Tag an gut besucht, auch von auffällig vielen Asiaten.

Goc Pho Kleine Familienbetriebe genießen einen Sympathiebonus. Wenn aber eine gerade einmal 23 Jahre alte studierte Betriebswirtin ein Lokal führt, so ist dies schon etwas Besonderes. Vater und Mutter arbeiten in der Küche, die Tochter zeigt gemeinsam mit anderen aparten Mitarbeiterinnen wie man einen freundlichen Service führt. Das mag mitunter noch nicht professionell erscheinen, wer aber so herzlich arbeitet, dem sieht man kleine Fehler gerne nach.

Die Karte ist klar gegliedert und versucht erst gar nicht durch eine falsche Vielseitigkeit zu blenden. Die vietnamesischen Sommerrollen sind den Frühlingsrollen vorzuziehen, weil sie mehr Frische, Substanz und Aromen bieten. Doch hier schmecken beide Varianten. Die fingerdünnen Frühlingsrollen Tom Stick mit Garnelen, Mungobohnen, Frühlingszwiebeln und Nuoc Mam Sauce, der klassischen Fischsauce, sind ein leckerer Einstieg. Bei den Garnelen im Süßkartoffelteig darf man sich an Kartoffelpuffer erinnern, wobei der Kartoffelmantel zum Glück nicht zu dick ausfällt. Die Süßkartoffel war durch das Frittieren indes leider nicht mehr als solche wahrzunehmen, was das Gericht aber keineswegs abwertet. Für Freunde würzigen Rauch-Aromas ist Bun Cha Ha Noi richtig: Marinierte Frikadellen aus Schweinefleisch mit gegrillten Schweinebauchstreifen und Reisnudeln. Goc Pho

An jedem Tisch steht ein Würz-Repertoire, darunter auch eine interessante Hoisin Sauce in der Flasche, wobei sie Geschmacksverstärker enthält. Ein Highlight ist die hausgemachte Sauce aus Speck, Garnelen, Zitronengras und Chili – sie macht sogar aus banalem Reis eine Delikatesse.

Pho (Faa gesprochen) steht für die traditionelle Suppe der vietnameischen Küche, die hier auch probiert werden sollte. Man könnte den Namen Góc Phô aber auch mit Stadt-Eck übersetzen. Interpretationen lässt auch der Stil des Lokals zu. Die Küche im neuen Góc Phô ist leicht rustikal und so gestrickt, dass sie Anfänger nicht erschreckt und Kenner nicht abschreckt. Das Lokal selbst sieht sich als einen Vertreter von Street Food.

Neben hausgemachten Limonaden und vietnamesischem Bier gibt es derzeit nur zwei Weine, diese aber immerhin von August Kesseler aus dem Rheingau –  Riesling und Rosé gehen gut mit der asiatischen Küche. Das einfache und ruhige Ambiente und die etwas triste Umgebung könnten all jene abschrecken, die Glamour suchen. Vielleicht ist das auch gut so.

Ludwig Fienhold

 

Goc PhoGóc Phô, Frankfurt, Schärfengässchen 6, Tel. (069) 29723639.

Geöffnet: Mo 17 bis 22 Uhr, Di-Do 11 bis 22 Uhr, Fr-Sa 11 bis 23 Uhr, So12 bis 22 Uhr. Preise: Vorspeisen 3,50 – 4,90 €, Hauptgerichte 7,50 – 14,90 €. 

 

 

 

 

 

 




Gastro News Rhein-Main

Neues Team für die Frankfurter Botschaft

 

Restaurantleiter

Thierry Felden

Küchenchef

Hai Hoang Minh

 

Die Frankfurter Botschaft am Main plätscherte viele Jahre vor sich hin. Jetzt kommt langsam Wellengang auf. Ein neues Team geht an den Start, mit Thierry Felden aus Restaurantleiter & Sommelier und Hai Hoang Minh als Küchenchef.

Hai Minh Huong

Hai Hoang Minh

Der Franzose Thierry Felden konnte sich schon bei Erno´s Bistro, Mario Lohningers Silk und der Villa Merton einen guten Namen machen. Sein junges sympathisches Serviceteam besteht aus ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Villa Merton und der Emma Metzler. Der 33 Jahre alte Küchenchef Hai Hoang Minh stammt aus Vietnam und will auch asiatische Aromen in die neue Speisekarte einfließen lassen. Zuvor war er Junior Souschef im Tigerpalast unter dem damaligen Küchenchef Alfred Friedrich. Als Friedrich ins Lafleur in den Palmengarten wechselte, nahm er Hai Hoang Minh gleich mit. Erfahrungen als Küchenchef sammelte Hoang in Albstadt-Ebingen bei Stuttgart im „Hotel Linde“, das vom Restaurantführer Gault & Millau seinerzeit mit 15 Punkten bewertet wurde. Familiäre Gründe brachten Hai nun wieder zurück nach Frankfurt. Man hätte den Neuanfang allerdings mit einer Namensänderung stärker signalisieren und sich von dem unsinnigen Lokalnamen Frankfurter Botschaft trennen können.

 

Restaurant Frankfurter Botschaft, Westhafenplatz 6 – 8,  Tel. (069)15 34 25 22. www.frankfurterbotschaft.de

 

 

Hannes Ceglarz

führt jetzt ein Gasthaus

 

Emma Metzler

Hannes Ceglarz hat sich als Küchenchef der leider verblichenen Emma Metzler in Frankfurt einen guten Namen gemacht. Jetzt betreibt er gemeinsam mit Nicolas Maloiseau das schöne Fachwerk-Gasthaus „Zum neuen Bau“ in Kronberg. Dort sind nicht die kreativen Gerichte zu haben, wie man sie aus Zeiten der Emma Metzler kennt. Auf dem Speiseplan stehen Roastbeef mit Bratkartoffeln, Speckbohnen und Remouladensauce, hausgemachte Frikadelle oder geschmorte Iberico-Schweinebäckchen. Wenn´s gut gemacht ist, macht das in diesem Lokal durchaus Sinn. Dazu gibts selbstgemachte Apfelweine und eine kleine Auswahl guter Traubenweine.

 

 

 

 




Genießer-Gipfel: 350 Köche Hoteliers & Promis im Schlosshotel Kronberg

Ein Füllhorn an gutem Essen und warmen Worten

 

Mit den Normandie-Austern, dem Kaviar  aus den Berner Alpen und dem frisch aufgeschnittenen erstklassigen spanischen Bellota-Schinken von Otto Gourmet hätten sich viele schon einen schönen Abend machen können. Doch wenn Köche Köche bewirten, dann wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Küchenchef Jörg Lawerenz und seine Crew tischten ihre gebratene Gänseleber, die Mini Burger und noch mehr Leckereien gleich in der Küche auf. Das Morgan Ranch Beef Brisket mit Kräuterasche des Fleischspezialisten Otto Gourmet war ein Highlight. Und weil dann vielleicht immer noch jemand Appetit hätte verspüren können, gab es auch noch ein schönes und riesiges Dessert-Buffet der Schloss-Patisserie, wobei sich diese mit der wunderbaren Kaiserin-Friedrich Buttercremetorte ein Denkmal setzte, da sie geschmacklich rund und gleichzeitig eher leicht ausfiel.

Christine Neubauer, Franz Zimmermann, Frauke Ludowig (v.l.n.r.)

Christine Neubauer, Franz Zimmermann, Frauke Ludowig (v.l.n.r.)

 

Siegerehrung

Siegerehrung

Über 350 Gäste, vor allem aus der Hotellerie & Gastronomie, kamen zu diesem großen Branchentreffen, das vom Busche Verlag (Schlemmer & Schlummer Atlas) und dem Schlosshotel Kronberg inszeniert wurde. Es gab so viel Champagner, dass die zur „Genießerin des Jahres“ gekürte Schauspielerin Christine Neubauer schon befürchtete, es zur Auszeichnung nicht mehr auf die Bühne zu schaffen. Natürlich machte sie bis zum Schluss eine in jeder Hinsicht gute Figur. Auf unsere Nachfrage hin, warum gerade sie wohl zur „Genießerin des Jahres“ gewählt wurde, meinte sie: „Es ist bei mir wohl die gesamte Ausstrahlung, die Haltung und innere Einstellung zum Thema Genuss, zu dem auch noch mehr als Essen und Trinken gehört.“ So kluge Sätze hörte man nicht immer, oft ergötzten sich die Redner an den eigenen Worten und wollten kein Ende finden.

„Hotel-Manager des Jahres“ wurde Franz Zimmermann vom Schlosshotel Kronberg, „Hotel des Jahres“ das Schlosshotel Kronberg. Für diese Auszeichnung hatte das Hotel das gewiss nicht preiswerte Vergnügen die Versorgung von über 350 Gästen zu übernehmen. Es wurden die üblichen Verdächtigen aus der Gastronomie ausgezeichnet – Hans Haas, Helmut Thieltges oder Harald Wohlfahrt, die auch alle anreisten. Überraschungen gab es keine, der Nachwuchs oder gar besondere Entdeckungen waren nicht auszumachen.

 

Photocredit Neubauer, Zimmermann, Ludowig: Niels Geisselbrecht




Restaurantkritik Maaschanz: Urbanes Insel-Lokal mit Meeresbrise

Wenn der Main

zum Atlantik wird

 

Noch ein letztes Mal Wein mit Sonne tanken. Da gibt es einige schöne Plätze in Frankfurt. Doch die Maaschanz bietet die originellste Terrasse der Stadt. Am Main ganz nahe am Eisernen Steg in Sachsenhausen gelegen, mit schönstem Skylineblick und dem Segen der danebenliegenden Dreikönigskirche. Wenn in der Maaschanz Austern und Muscheln serviert werden, scheint der Main eine Atlantikbrise freizusetzen. So schmeckt Frankreich in Frankfurt.

Maaschanz Seit über 25 Jahren ist die Maaschanz eine Bastille französischer Lebensart, die Patron Bruno Lauffenburger mit einer Mischung aus verschmitztem Charme und napoleonischer Strenge führt. Nie war das gastliche Haus besser als jetzt, wobei wir manche Schwankungen durchaus registriert haben. Die Terrasse ist ein kleines Wunderwerk, selten wurde eine schmale Verkehrsinsel schöner gestaltet. Die Gäste tafeln an Holztischen mit rotweißkarierten Decken zwischen alten Bäumen und blühenden Sträuchern. Ein dekorativ dazu gestelltes Boot und eine Sylt-Kabine geben der Idylle einen heiteren Anstrich. Die sanft tönenden fünf Glocken der über 140 Jahre alten Dreikönigskirche bestimmen den Sound weit mehr als die vorbeifahrenden Autos.

Maaschanz

Bruno

Bruno Lauffenburger und sein Küchenchef Frank Kregar aus Lyon unternehmen gerne Reisen durch verschiedene Regionen Frankreichs, die wechselnd auf der Speisekarte Einzug halten. Man hat es aber grundsätzlich mit einer traditionellen französischen Küche zu tun. Zu den Maaschanz-Klassikern zählen Austern Fines de Claire aus der Bretagne, Froschschenkel mit Kräuter-Persillade, Schnecken in Knoblauchbutter oder Entrecôte mit Sauce Bernaise. Die Qualität merkt man auch an hausgemachten Produkten, wie der Entenstopfleber mit Brioche und Cassis-Gelee. Sehr gut zudem die fleischigen Miesmuscheln im leichten Weißweinsud, wobei die Muscheln in feiner Currysahne ebenfalls ausgezeichnet schmecken.

Maaschanz Bruno Lauffenburger führte ja einst die Oyster-Bar in der Hochstraße, wobei er dort oft selbst kochte und mit einer tollen Edelfisch-Bouillabaisse überraschte. In der Maaschaanz gibt es die eher robuste Marseille-Variante, also eine dunkle konzentrierte und reine Fischsuppe mit geröstetem Weißbrot und Rouille. Davon kann man aber auch einen ganzen Topf essen, weil sie so unverschämt ungekünstelt daherkommt. Der Weiße Heilbutt mit Steinpilzen und kräftiger Old School Sauce wird ebenfalls erfrischend deftig kombiniert. Die Küche will keine kreativen Kapriolen schlagen, sondern Gerichte von schöner Schlichtheit liefern. Aber genau diese sind es, die uns sehr oft in Urlaubsstimmung und an die Küsten Frankreich versetzen. Vor allem darin liegt der ganze Reiz dieses Lokals, das es auf saloppe Art schafft, uns mehr zu berühren als viele gestylte Möchtegern-Restaurants.

Maaschanz Mit der Weinkarte ist Bruno Lauffenburger noch nicht so recht zufrieden, wobei wir ihm da nicht widersprechen möchten. Auch hier geht es old fashioned zu, aber man findet ausreichend gute Flaschen. Bei Champagner und Cremant ebenso, wie beim übrigen Sortiment. Zum Sonnentanken auf der Terrasse passt derzeit am besten der zarte, elegante, saftige und angenehm diskret fruchtige Rosé vom Château Minuty aus der Appellation Bandols in der Provence. Wenn es morgen schon die Cuvée Prestige Rosé vom gleichen Weingut gäbe, wären wir begeistert.

Küchenchef Kregar

Küchenchef Kregar

Die Maaschanz besteht aus einer Dreifaltigkeit: Amüsanter Terrasse, heimeliger Gaststube, rustikaler Garage, „Ma Chance“ genannt. Es gibt viele Chanson-Abende und andere Events, die man im Auge behalten sollte. Alles fließt. In Frankfurt vor allem der Main und der Wein. In der Maaschanz besteht kaum eine Chance, beiden aus dem Weg zu gehen.

Ludwig Fienhold

 

 

 

Maaschanz Maaschanz, Frankfurt, Färberstraße 75, Tel. (069) 622 886. Täglich geöffnet ab 15 Uhr, Samstag ab 13 Uhr, Sonntag ab 12 Uhr. Durchgehend warme Küche, zwischendurch Bistrokarte mit Flammenkuchen und kleinen Gerichten. www.maaschanz.de

 

 

 

 

 

Foto-Galerie

Photocredit: Barbara Fienhold

 




Dachterrassen: Mal up mal down

Das ist ja die Höhe

Rooftop ist nicht immer top

 

Wer gastronomisch auf der Höhe sein will, hat eine Dachterrasse. In Bangkok wurde das noch vor New York erkannt und umgesetzt. Dort findet man die schönsten Dachterrassen weltweit. Frankfurt weiß mit dem Hotel Fleming´s in der Innenstadt auch mit einer Aussichtsterrasse zu glänzen, bei der jedoch noch Luft nach oben ist.

Vertigo Bangkok

Vertigo Bangkok

In Bangkok gibt es gleich zwei spektakuläre Dachterrassen mit Restaurants und Bars. Das Vertigo zieht Gäste aus aller Welt auf die 61. Etage des Banyan Tree Hotels. Das Essen ist akzeptabel, doch geht es hier vor allem um den Ausblick, den man auch an der Moon Bar bei einem Drink unter freiem Himmel genießen kann. Die Aussicht wäre einmalig zu nennen, wenn es nicht noch The Dome at State Tower im Hotel Lebua gäbe. In 200 Metern Höhe fühlt man sich beinahe wie im Flug über Bangkok und ist überwältigt. Im Open-Air-Restaurant Breeze finden sich Rendezvous-Pärchen zum Dinner über den Wolken ein. Auch dort kann das Essen nicht mit dem Ausblick mithalten. Absurd mutet es jedoch an, ein reines Location-Lokal und seine Dachterrasse in den Keller zu exportieren, wie es in Frankfurt beim Breeze by Lebua geschehen ist. China klettert gastronomisch auch weiter nach oben.  Zu einer fantastischen Aussicht verhilft die Bar Rouge in Shanghai am Bund, wo sich die glitzernden Hochhausfassaden im Cocktailglas spiegeln.

Rooftop NYC

Rooftop NYC

Keinen einzigen Ruhetag gönnt sich New Yorks spannendste Dachterrasse: 230 Fifth Avenue Rooftop Garden Bar. Von 16 bis 4 Uhr in der Frühe kann man hier bei jedem Wetter feiern. Sollte es kühl sein, werden Heizstrahler aktiviert, zudem erhalten die Gäste rote Fleece-Bademäntel. Das Empire State Building scheint zum Greifen nah. Der Ausblick ist atemraubend, die Preise allerdings ebenso. Doch für diese extravagante Location ist es das einfach wert. Man muss aus Plastikgläsern trinken, aus Sicherheitsgründen. Es gibt keine Haute Cuisine, sondern simples Fingerfood, etwa malaysische Fish Cakes oder Chicken Strips. Smooth Jazz, Chill Electronica und Oldies kommen gedämpft vom Band. Dress Code: Smart Casual, Jeans sind okay, Flipflops werden nicht gerne gesehen. Bis zu 1000 Gäste finden Platz. Unter ihnen viele Banker und Börsianer, aber auch jede Menge nette Menschen, hübsche obendrein. Jeder NYC-Besucher will hier mal dabei gewesen sein. Die Kellnerinnen können teilweise nett anzusehen sein, sind aber alles andere als professionell und nehmen sich viel zu wichtig – eine New Yorker Servicekrankheit.

Fleming´s

Fleming´s

Dass man sich in Deutschland mit Dachgarten-Lokalen grundsätzlich schwer tut, liegt nicht am launischen Sommer, sondern mehr an den strengen Sicherheitsbestimmungen. Wenn es aber eine Stadt gibt, die alle Voraussetzungen für aussichtsstarke Rooftop-Lokale erfüllt, dann Frankfurt. Einen guten Ausblick hatte man von der Terrasse des gerade im Abriss stehenden Astor Kinos auf der Zeil, wobei die Astor Lounge stets ein Geheimtipp blieb. Gleich nebenan bietet der Kaufhof mit seiner Terrasse fast die gleiche Aussicht. Wenn man dort den täglichen Tumult, die Kantinenküche und einiges mehr abzieht, dann bleibt zumindest für Fotografen ein dickes Plus. Neu ins Dachterrassengeschäft eingestiegen ist jetzt auch der Hessische Hof, erweist sich dabei aber eher als Kellerkind. Die Terrasse ist schmal und uncharmant gestaltet. Der Blick auf die Messe berauscht ebenso wenig wie die Weinauswahl. 9,50 € für eine müde Schorle bringt uns vom Dach direkt auf die Palme.

Dachgarten Fleming´s Frankfurt

Dachgarten Fleming´s Frankfurt

Eine ganz andere und weit spannendere Frankfurt-Perspektive bietet die Dachterrasse des Fleming´s am Eschenheimer Turm. Bei diesem Panorama gerät man leicht ins Schwärmen und übersieht großzügig die Schwächen von Küche und Service. Man kann täglich in höheren Sphären schweben, stets bis 23 Uhr, am Wochenende auch länger. Der Ausblick auf den historischen Eschenheimer Turm und die Hochhauslandschaft hat etwas Ergreifendes.

Dachterrasse Flemmings - 4

Fleming´s

Die Weinkarte zeigt keine eigene Handschrift und glaubt mit großen Bordeauxnamen beindrucken zu können. Man findet aber das eine oder andere, am besten zu einem schönen Sommerabend passt der Rosé vom famosen Weingut Wageck aus der Pfalz, der für 29 € zudem sympathischer kalkuliert ist als alles andere. Warum aber nicht gleich den großartigen Sekt von Wageck gegen manche Wichtigtuer-Champagner austauschen?  Mittags steht die Sonne auf dem Dach des Hotel Fleming´s so, dass die Schirme keinen Schatten spenden, die beste Zeit liegt zwischen 19 und 22 Uhr. Für die Fahrt nach oben sollte man den wunderbar altertümlichen Paternoster benutzen, den letzten seiner Art in Frankfurt.

LF & PL

 

Photocredit: Barbara Fienhold, Banyan Tree, Lebua Hotel, Rooftop NYC

 

 

 




Plopp: Die Champagner-Avantgarde zu Gast in Frankfurt

Große Verkostung

Newcomer, Raritäten, Entdeckungen

 

Deutschland-Premiere

 

Frankfurt schäumt. Aber nicht vor Wut. Eine Offensive junger Champagner-Winzer wird die Stadt in gehobene Stimmung versetzen. Bei dem Event Champagner en Vogue findet man keineswegs die üblichen Verdächtigen, sondern Newcomer und Raritäten. Die neue Champagner-Avantgarde ist im wahrsten Sinne erdverbunden und Terroir-begeistert, unkonventionell und doch der Tradition verpflichtet. Man bearbeitet den Boden mit dem Pferdepflug, schläft im Zelt in den Weinbergen oder baut den Wein in großen Amphoren aus Ton aus. 15 Winzer werden aus der Champagne anreisen, über 50 Perlen gibt es insgesamt zu entdecken. Gerade rechtzeitig, denn so langsam sollte man sich für Weihnachten und Silvester eindecken. Der Ticketverkauf für die große Degustation am 9. November im Frankfurter Holzhausenschlösschen hat begonnen (siehe Info am Ende). Mehr als 300 Tickets stehen nicht zum Verkauf, man sollte also nicht lange warten. Diese Limitierung ist vorteilhaft, damit bei der Verkostung alles übersichtlich bleibt und kein Gedränge entstehen kann.

Holzhausenschlösschen

Holzhausenschlösschen

Yann Vadin mag jung sein, erzeugt aber Champagner von kluger Reife. Seine Grande Reserve Extra Brut aus Chardonnay und Pinot Noir ist komplex und tiefgründig und schwebt durch ihre feine Perlage lässig-elegant über die Zunge. Wer nach dem ersten Glas aufhört, hat ihn nicht verstanden, denn dann beginnt der Spaß erst, wie bei so vielen guten Champagner. Die Grande Reserve reift vier bis fünf Jahre, die Weine werden weder filtriert noch geschönt. Die Domain Vadin-Plateau erzeugt 60.000 Flaschen im Jahr. Zum Vergleich: Schampus-Riese Möet & Chandon flutet jährlich rund 30 Millionen Flaschen auf den Markt.

Thomas Perseval ist ein landwirtschaftlich geprägter Bio-Winzer. Bei der Pflanzung seiner Rebstöcke säte er beispielsweise Erbsen und Sommergerste aus, die den Boden nähren und auf natürliche Weise schützen sollen. Seine Terroir-betonten Champagner gehören bei Insidern zu den besonders begehrten. Primus ist die Grande Cuvée Brut Nature. Die Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier stammen jeweils zu einem Drittel aus selektionierten Einzellagen. Dieser ausdrucksvolle Champagner, von dem es nur 2.200 Flaschen gibt, wird im Barrique ausgebaut und reift über 36 Monate auf der Hefe.

2DrieuxPerine Baillette arbeitet wie viele Bio-Winzer aufwendig mit Pferden im Weinberg, das kraftvollste Tier heißt Tarzan. Perine selbst ist jedoch von zarter Erscheinung und erzeugt sehr ausgeglichene entspannte Champagner. Ihr beschwingter Coeur de l´Histoire kommt wie sie auch nicht laut und säuerlich daher, sondern fein und elegant. Der Geschmack ist wunderbar buttrig und wird mit eine diskreten Anmutung von Mandarine und Wildhonig unterlegt.

Rémi Leroy bewirtschaftet ebenfalls die eigenen Weinberge, acht Hektar an der Côte des Bar. Sein Champagner entsteht so naturbelassen wie möglich und wird nicht geklärt und filtriert. Seine mit 3 Gramm Restzucker angenehm trockne und auffrischende Cuvée aus Pinot Noir und Chardonnay wird größtenteils in Stahltanks vergoren, 20 Prozent davon aber auch in Barriques. Der Champagner perlt hochfein und duftet nach frischer Brioche. Dabei ist er unverschämt unkompliziert und eignet sich für alle, die Angst vor zu großer Säure haben.

Champagner FlaschenDer Champagner von Timothée Stroebel ist eigensinnig, kraftvoll und knochentrocken. Nichts für Weichtrinker, der Champagner schmeckt ganz stark nach dem Wein, der dahinter steckt. Brut Nature, keine Dosage, null Restzucker. Der hundertprozentige Pinot Meunier mit dem schönen Namen Héraclite liegt drei Jahre auf der Hefe, es gibt nicht mehr als 5000 Flaschen davon. Von seinem stoffigen Pinot Noir Rosé de Saignée namens Logos d’Héraclite sind nicht mehr als 814 Flaschen zu bekommen.

Nur einige Beispiele aus der Szene der Champagner-Avantgarde. So viele spannende Champagner an einem Tag sind jedenfalls selten zu erleben. Für eine solch gebündelte Champagner-Erfahrung muss man sonst für mindestens drei Tage in die Champagne reisen.

Ludwig Fienhold

 

ChampagnerChampagner en Vogue

von 2drieux Champagner Selektion

Termin

Mittwoch, 9. November 12  – 20 Uhr

Holzhausenschlösschen Justinianstraße 5, Frankfurt am Main

Karten

Vorverkauf 59,00 €

Es werden nur 300 Tickets verkauft

 

Erhältlich bei 2drieux Champagner Selektion: champagner@2drieux.de

 

Kontakt

2drieux Champagner Selektion

Julia & Stéphane Drieux
, Frankfurt
 (069) 878 759 97

Mobil 0173 738 51 61

champagner@2drieux.de

www.2drieux.de

 

„Champagner en Vogue“ ist die Deutschland-Premiere der Avantgarde-Champagner. Die Besucher können die Champagner-Winzer persönlich kennenlernen und ihre hochwertigen und individuellen Erzeugnisse verkosten. Die meisten kommen aus kleinen Kellereien, die eine limitierte Produktion haben und mitunter nur wenige tausend Flaschen anbieten.

Julia & Stéphane Drieux

Julia & Stéphane Drieux

2drieux Champagner Selektion

Das junge Start-up aus Frankfurt hat sich auf handgefertigte Champagner spezialisiert. Julia & Stéphane Drieux bieten eine handverlesene Selektion von über 130 verschiedenen Champagner in ihrer eBoutique 2drieux.de an. Auf der sehr gut gemachten und informativen Webseite findet man detaillierte Informationen zu den Machern der Champagner, Winzer-Philosophien, Weinbergen und Bewirtschaftung, Herstellung und vieles mehr. Zudem gibt es nützliche Hilfen, wozu der Champagner gut getrunken werden kann, als Aperitif, zu Vorspeisen, Fischgerichten oder auch für sich selbst als Meditationswein.

 

Photocredit: 2drieux, Domain Minière




Flaschenpost vom Winzer: So perlt der Sommer weiter

Norbert Spielmann muntert uns mit frischen Tropfen auf

 

So schmeckt uns auch weiter der Sommer: Schönes Apfelaroma, feine Perlage, saftig, frisch, trocken. Einer der besten perlenden Apfelweine, die wir kennen. Vielleicht sogar der Beste, gerade die neue Abfüllung 2016. Macht aber kein Kelterer aus Hessen, sondern der Weinhändler und Winzer Norbert Spielmann aus dem tauberfränkischen Wertheim am Main. Der fröhliche Trunk hört auf den Namen „Veräppelt“. Wir verraten, warum dieser schäumende Wein so besonders gut gelingt.

Veraeppelt 2016Die Äpfel sind handverlesen, es werden nur gute verwendet, ohne braune Stellen und andere Makel. Sie stammen ausschließlich von alten Apfelbäumen, vor allem aus dem Taubertal. Dort wachsen die Bäume oft auf den ehemaligen Weinbergterrassen, die Ende des 19. Jahrhunderts reihenweise brach lagen. Die Apfelsorten sind unterschiedlich, doch es ist nach Einsicht von Norbert Spielmann vor allem wichtig, die Äpfel nicht zu früh zu lesen.

Spielmann (rechts oben im Bild) und seine Helfer bringen die Äpfel unmittelbar nach dem ernten zur Kelterei und verarbeiten dann den Most direkt im eigenen Betrieb. So wird keine Zeit verloren, weshalb auch keine Oxidation zu befürchten ist. Der Most wird wie ein junger Wein behandelt: Ab ins Edelstahl, die Vergärung erfolgt unter Temperaturkontrolle und dauert bis zu 6 Wochen. „Ich glaube, das macht den fruchtigen Geschmack mit dieser Komplexität aus“, meint Spielmann.  Danach wird der junge Apfelwein filtriert und bleibt noch einige Monate auf seiner Feinhefe liegen. Bei der Abfüllung wird CO² zugegeben um die „Perlen“ in den Apfelwein zu bekommen.

Der Name „Veräppelt“ entstand, weil Norbert Spielmann und seine Mitstreiter ja Weinmacher sind und sich mit diesem Projekt selbst etwas auf die Schippe nehmen. „Aber wir veräppeln auch die Äppel, die jahrelang niemand mehr ernten wollte“, meint Spielmann. Heute kaufen viele ihre Äpfel im Supermarkt, dort sehen sie besser aus, kommen aus Übersee und Südtirol – und sind oft in Plastik steril verpackt und schmecken auch so. Auch das ein Grund für Spielmann, die Tradition und die Streuobstwiesen nicht sterben zu lassen. Es gibt ja manche, die Bier für den Erhalt des Regenwaldes trinken. Wir trinken Apfelperlwein und fühlen uns auch ziemlich gut dabei.

Ludwig Fienhold

 

6 Flaschen „Veräppelt“, 29,40 € + 5 € Transport/Verpackung.  

Ab 12 Fl. frei Haus innerhalb von Deutschland. 

Weinkellerei Spielmann, Wertheim, Föhlischstraße 7, Tel. 09342-22030. info@weinkellerei-spielmann.de

 

Photocredit: Weinkellerei Spielmann, Barbara Fienhold




Museumsufer-fest: Ballermann am Main

Keine Kultur & Kulinarik

 

Nur noch dröhnendes Spektakel

für den Massentourismus

 

 

Frankfurt ist reich an Beispielen für die schnöde Geldgier und den Verfall des guten Geschmacks. Wie sonst konnte aus dem einstigen Kulturfest ein primitives Ballermann-Getümmel werden? Die ersten drei vier Jahre trug das Museumsuferfest noch zu recht diesen Namen, denn es war ein beschauliches Stelldichein, bei dem die Museen im Mittelpunkt standen. Schriftsteller, Künstler und Kunsthandwerker begleiteten das Fest, Autoren wie Peter O. Chotjewitz oder Peter Bichsel diskutierten mit dem Publikum. Die Museen bewirteten ihre Gäste selbst und hielten sie damit im eigenen Bereich. Aber auch die Museumsmeile selbst war gut bestückt mit engagierten Gastronomen, etwa Franz Keller aus dem Rheingau oder Samy Mohamed Elzein vom Frankfurter Le Midi, bei dem es erstklassige geräucherte Gänsebrust gab. Längst schieben sich die Massen von Fettbude zu Fettbude und lassen sich von kläglicher Musik zudröhnen. Es wird nicht getrunken, sondern gesoffen, Partygegröle allenthalben. Aus dem Main wird ein brachialer Strom mit Kirmestechno. Ein Fest ufert völlig aus.

Das Problem: Es gibt viel zu viele Buden und Bühnen, die obendrein falsch besetzt sind. Wenn das Museumsuferfest wieder ein solches werden will, muss es folgende Forderungen erfüllen: Die Hälfte aller Stände streichen und die verbliebenen ausschließlich und weit verstreut auf der Museumsufermeile verteilen sowie mit einer guten Mischung und einem nach Qualität ausgerichteten Angebot besetzen. Die Bühnen werden nicht mehr für viertklassige und laute Shows und Selbstinszenierungen kulturloser Unternehmungen genutzt, sondern ausschließlich für Theateraufführungen, Kabarett und ähnliches. Das Fest findet ausschließlich auf der Museumsmeile der Sachsenhäuser Seite statt und nicht auch noch auf der anderen Mainseite. Die Aussteller der Festmeile werden von einer unabhängigen und fachlich fundierten Jury ausgewählt, die ohne persönlichen Profit arbeitet. Warum gibt es nicht schon längst eine Bürgerbewegung mit dem Titel „Rettet das Museumsuferfest“?

Ludwig Fienhold