Corona-Willkür: Der Widerstand wächst, sogar im braven Japan

Gastronomen

proben den Aufstand

 

Ist Deutschland Hirntod? Teile der Bevölkerung wachen nicht aus ihrem Koma auf. Und viele Politiker machen auch alles andere als einen gesunden Eindruck.

Das Corona-Kartell vernichtet Existenzen, ohne Maß und Ziel. Schließt Hotels, Restaurants, Theater und andere Kulturstätten, schränkt völlig unverhältnismäßig Grundrechte, Grundbedürfnisse und Freiheiten ein. Nie konnte man den Begriff „Geschlossene Gesellschaft“ so greifbar traurig erleben.

Es ist mehr als verständlich, wenn sich nach über einem Jahr Corona-Missmanagement und ewigem Dauerlockdown Gegenwehr bildet. Auch in Bereichen, die vor der Krise keineswegs als systemfeindlich galten, wie der Spitzengastronomie. In Frankreich haben nicht wenige Restaurants zwar offiziell geschlossen, bewirten aber ihre Gäste dennoch klammheimlich, wie in den Zeiten der Speakeasys, als der Alkoholausschank in den USA verboten war, aber mehr denn je versteckt in Bars, Clubs und Lokalen getrunken wurde. In Frankreich sehen Gastronomen oft keine andere Möglichkeit, auch wenn ihnen der Konzessionsverlust droht, bleibt ihnen kurz vor dem wirtschaftlichen Exodus kaum eine andere Wahl – was haben sie zu verlieren? Für Gesprächsstoff sorgt das Vorgehen eines Geschäftsmanns in Paris, der in seinem privaten Club den Koch Christophe Leroy einen Restaurantkritiker bewirten ließ, nicht geheim und durchaus bühnenreif. In einem privaten Club kann bis zu sechs Personen reserviert werden. Leroys Business Club ist jedenfalls in aller Munde.

Noch weit höhere Wellen schlägt der Multi-Gastronom Kozo Hasegawa in Japan. Er hat die Metropolregierung von Tokio wegen ihrer Corona-Anordnungen verklagt, weil diese von ihm verlangen, 26 seiner Restaurants um 20 Uhr zu schließen. Die Klage lässt sich Kozo Hasegawa über Crowdfunding finanzieren, fast 3000 Menschen haben bereits über 133 000 Euro gespendet. Die Grippewelle 1989, so argumentiert Hasegawa, habe dreimal so viele Todesopfer gekostet wie nun die 10 000 Covid-Toten. Junge Leute seien ohnehin nicht gefährdet, weshalb der frühe Geschäftsschluss um 20 Uhr für Restaurants und Bars nichts bringe.

Postskriptum: Im Internet erklären Gastronomen, dass sie ab 1. Mai ihre Lokale öffnen wollen, egal, was die Politik vorgibt. Ardi Goldman, Unternehmer, Ex-Gastronom und jetzt Betreiber eines zwangsweise stillgelegte Clubs in Frankfurt, möchte seine Lokalität auch nicht als unsichtbares Gespenst herumstehen lassen, sondern will diese spätestens im nächsten Jahr öffnen, unabhängig von allen politischen Entwicklungen. Spätestens im nächsten Jahr? Keine wirklich gute Aussicht.

Ludwig Fienhold

Bild oben symbolisch: Hands-on. Wir packen es an und krempeln die Ärmel hoch. Nicht für Impfungen, sondern um zu arbeiten.




Carmelo Greco: Sterneküche für Zuhause

Neue Ideen auch für die Zeit nach dem Lockdown

 

Italien-Menü für Anspruchsvolle:

Abholen oder liefern lassen

 

Am Anfang der Corona-Krise wollte sich keiner der Topköche in Deutschland an Take Away Gerichten die Finger verbrennen. Gourmet-Küche zum Mitnehmen war ein No-Go. Eine kreative hochwertige Küche könne man nicht ebenso hochwertig umsetzen und in Kartons auf den Weg schicken, meinten die Köche wie aus einem Mund. Bei einigen Sterneköchen ist das auch so geblieben, andere haben sich allein deshalb anders entschlossen, weil die aufgezwungene Schließung viel länger als erwartet dauert. Auch Carmelo Greco, Frankfurts Italien-Primus, hat das Mitnahme-Menü für sich entdeckt und freut sich, wie gut es läuft. Selbst wenn die Restaurants wieder öffnen sollten, will er dieses auch weiter einsetzen und den Gästen damit die Möglichkeit geben, seine Küche sogar sonntags zu genießen, wenn das Restaurant geschlossen hat.

Carmelo Greco arbeitet außerdem mit dem Lieferdienst Epycur in Berlin zusammen, der „die besten Restaurants Deutschlands nach Hause bringt“. Der Frankfurter Sternekoch konnte damit bereits Menüs nach Berlin und München schicken lassen. Das funktioniert natürlich auch mit Wiesbaden, Mainz oder Darmstadt (plus Aufpreis versteht sich). Die schwierige Situation in der Gastronomie lässt jedenfalls neue Ideen und Märkte entstehen, die über den Lockdown hinaus bestehen werden. Köche können mit Vorbestellungen viel besser zeitlich und wirtschaftlich kalkulieren und werden sich künftig sehr genau überlegen, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten sie Take Away anbieten können.

Es gibt Tage, an denen man den fehlenden Restaurantbesuch verschmerzt. Wenn man sich etwa das Menü bei Frankfurts Spitzenitaliener Carmelo Greco abholt. Sein Menü zeigt jene Klasse, die man von ihm auch bei einem Restaurantbesuch erwartet. Die Speisen sind nicht nur ausgezeichnet, sondern auch deshalb stimmig, weil sie sich zu Hause einfach zubereiten lassen. Allein fürs Handling gibt es die Bestnote. Ofen, Wasserbad, Pfanne – fertig. Die auf einem Infoblatt mitgelieferten Tools und Anweisungen sind so klar, dass jeder Schimpanse zum Meisterkoch werden könnte. Das Paket für Zuhause ist nicht nur hübsch verpackt, die schwarz-güldenen und ansehnlichen Alufolien müssen nur kurz in den Ofen geschoben werden. Im Restaurant schafft man oft kein ganzes Menü und reduziert oft auf zwei drei Gänge. Das Mitnahme-Menü hält sich mindestens zwei Tage frisch und muss nicht auf einmal verputzt werden.

Carmelo Greco

Carmelo Greco hat sich sehr genau überlegt, welche Gerichte sich für das Mitnehmen besonders gut eignen, damit die Gäste kaum noch Arbeit haben. Und keinen Stress haben, weil sie schnell mit warmen Gerichten den heimischen Herd erreichen müssen. Sein Menü kann man ganz unbeschwert und ohne Eile mit nach Hause nehmen und dort mit wenigen Handgriffen fertig zubereiten. Ziemlich wichtig, weil sich nicht alle Gastronomen so viele Gedanken dazu machen. Carmelo Greco hat lange mit seinem Team an den Menüs zum Mitnehmen gefeilt. „Nicht jedes Gericht eignet sich dafür, manches kann man wirklich nur im Restaurant servieren“.

Der eigentliche „Verpackungskünstler“ ist Carmelo Grecos rechte Hand Benedetto Russo, der zur Lieferidee auch die nötigen Behälter mitbrachte. Er ist wie Greco in Sizilien geboren und spricht offenbar auch kulinarisch seine Sprache. Es macht viel Freude, Gericht für Gericht auszupacken. Es beginnt gleich mit einem Knaller, dem weitere Klassiker der Küche folgen:

Thunfisch-Tatar mit einer umwerfend guten, fruchtig-frischen Creme aus Gänseleber und Erdbeeren. Der Thunfisch ist nicht gesalzen, mit dem beiliegenden Päckchen Fleur de Sel kann ihn jeder nach Gusto würzen.

Der fluffig-zarte Flan Royale di Parmigiano Reggiano (Bild oben) mit einer Erbsencreme, die schon unwirklich schön nach Erbsen schmeckt und zeigt, wie toll Gemüse sein kann, wird mit einer edelherben Orangen-Espresso-Reduktion pointiert. Immer wieder ein Erlebnis, das zeigt, wie viel Größe im vermeintlich Kleinen stecken kann.

Parmesan-Ravioli mit Kalbsragout: Das wollen wir jetzt aber bitte immer auf der Speisekarte sehen und nicht nur hin und wieder. Es sind doch Gerichte von dieser schlichten Schönheit, die uns Italienverliebt machen. Die saftigen Ravioli haben nur darauf gewartet, mit einem solch fleischigen Kalbsragout zum Traumpaar zu werden.

Ora King Lachs mit Bärlauch-Vinaigrette sowie weißem und grünen Spargel: Der Königslachs ist ein Produktliebling vieler Topköche, aber auch für jeden erkennbar spitze. Buttrig, weich und leicht süßlich im Geschmack, wird er zum Gaumenschmeichler. Man kann ihn roh oder gebraten genießen, hier zeigt er sich lauwarm von seiner allerbesten Seite.

Das zarte schmale Bürgermeisterstück vom Wagyu-Rind  mit Kartoffelgratin ist sehr gut, wird aber erst durch eine hervorragende Rinderjus geadelt.

Dolce Cremoso alle Nocciole Piemontesi: Diese duftig-feine Creme aus Haselnüssen aus dem Piemont, frischen Beeren und Schokocrunch, klingt vielleicht nicht spektakulär, schmeckt aber ganz wunderbar und beweist, wie wölkchenleicht und doch ausdrucksvoll Desserts sein können. Bravo!

Carmelo Greco zelebriert keine Pinzettenküche, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche. Spitzenprodukte brauchen nur leicht unterstützende Begleitung, hier eine schöne Sauce, dort eine Bärlauch-Vinaigrette. Das könnte man auch im Restaurant sogar genau so machen. Jedenfalls haben wir rein kulinarisch gesehen nichts vermisst.

Beim Abholen der Boxen lohnt sich auch ein Blick auf die Weine und Spumante. Es gibt sogar einen vortrefflichen Champagner A.R. Lenoble Intense für nette 35 €.

Ludwig Fienhold

Carmelo Greco, Frankfurt, Ziegelhüttenweg 1-3, Tel. 069 606 089 67

www.carmelo-greco.de

Ein Menü mit 5 Gängen kostet 89 €.

Bestellungen spätestens bis 12 Uhr mittags, wenn es für den gleichen Abend sein soll. Die Abholung ist täglich von 11.30 – 18 Uhr möglich, Samstag von 11 – 14 Uhr.




Erstes Restaurant des spanischen Sterne-Kochs Dani García auf Ibiza

Nobu Hotel Ibiza Bay eröffnet neues BiBo Restaurant

 

Am 28. Mai eröffnet das Fünf-Sterne-Hotel Nobu Ibiza Bay unter der Leitung des bekannten spanischen Kochs Dani García das BiBo, ein saisonales Pop-up-Restaurant, das ein neues kulinarisches Erlebnis an die Strandpromenade der malerischen Talamanca-Bucht bringen soll. Das Open-Air-Restaurant bietet Gästen frische, innovative Gerichte zum Teilen sowie kreative Cocktails. Das BiBo Ibiza Bay ist Garcías erstes Restaurant auf der Insel.

Das Restaurant wird bekannte Gerichte der BiBo-Speisekarte anbieten, wie zum Beispiel im Ganzen gebratenen, marinierten Wolfsbarsch. Neu und exklusiv für das BiBo Ibiza Bay ist ein Menü aus Tapas-Gerichten mit mexikanischem Einfluss, das von Chefkoch Abril Chamorra mitgestaltet wurde. Zu den neuen Gerichten zählen beispielsweise Aguachile mit fangfrischer Roter Garnele oder Ceviche mit Weintrauben (im Bild oben). Darüber hinaus bietet die Speisekarte neue Geschmackspaarungen, die von Garcías internationalen Reisen inspiriert sind.

Pool mit Blick auf die Talamanca Bay

Dani García und Chefkoch Nobu verbindet eine lange Geschichte: Erstmals trafen sie sich vor 15 Jahren im Madrider Fusión und anschließend im New Yorker Nobu Restaurant, nachdem Dani García seinen zweiten Michelin-Stern erhalten hatte. Später kochten sie gemeinsam in Marbella, wo es im Puente Romano Resort sowohl ein BiBo-Restaurant als auch ein Nobu Hotel gibt. Den entspannten Barfuß-Luxus in Ibiza können Gäste in diesem Jahr mit einer verlängerten Saison bis 2. November genießen.

Das Nobu Hotel Ibiza Bay entstand durch die Zusammenarbeit von L+R Hotels und MC Hotels, den Eigentümern von Marbella Club, Puente Romano und Nobu Hotel Marbella. Seit der Eröffnung im Juni 2017 bietet das Fünf-Sterne-Haus 152 Designer-Zimmer, darunter 90 Suiten sowie verschiedene Outlets, wie das Spa by Six Senses, den Friseursalon von John Frieda, die Boutique El Almacen, drei Restaurants, eine Pool-Bar, einen Kids Club, einen Pool nur für Erwachsene sowie einen familienfreundlichen Swimmingpool. Super: Frühstück wird rund um die Uhr serviert.

Photocredit: Nobu Hotel Ibiza




Matild Palace: Wolfgang Puck goes Budapest

Der weltberühmte Österreicher zieht von Los Angeles an die Donau

 

Das restaurierte Hotel Matild Palace in Budapest will gastronomisch nach den Sternen greifen und wird mit Wolfgang Puck als kulinarischem Direktor im Mai 2021 sehr ambitioniert an den Start gehen. Der österreichische Star-Koch aus Los Angeles soll den gesamten gastronomischen Bereich im Hotel leiten, einschließlich des neuen Restaurants Spago. Das im Herzen Budapests unweit der Donau gelegene Matild Palace möchte eine neue Ära der Gastronomie und der Unterhaltung in der Stadt einläuten.

Matild Palace Budapest

Wolfgang Puck kochte schon als Kind an der Seite seiner Mutter. Sie war Köchin in seiner Heimatstadt in Kärnten und mit ihrer Ermutigung begann Puck seine Ausbildung im Alter von vierzehn Jahren. Als junger Koch arbeitete er in einigen der besten Restaurants Frankreichs, darunter das Maxim’s in Paris, das Hotel de Paris in Monaco und das 3-Sterne-Restaurant L’Oustau de Baumanière in der Provence. Im Alter von 24 Jahren folgte er dem Rat eines Freundes und verließ Europa in Richtung Vereinigte Staaten, wo er mit seinem Restaurant Spago weltberühmt wurde und ein gastronomisches Imperium mit 25 eigenen Restaurants sowie weiteren 79 einfacheren Lokalitäten in sechs Ländern aufbaute.

Spago Budapest

Nach vielen Jahren fernab der Heimat zieht es Wolfgang Puck nun nach Budapest, wo er mit einem ambitionierten Team drei unterschiedliche kulinarische Konzepte im Matild Palace entwerfen will. „Ich habe auf den richtigen Zeitpunkt und Partner gewartet, um nach Europa zurückzukehren“, sagt Wolfgang Puck. „Ich bin begeistert, Budapest mein neues Zuhause nennen zu dürfen, und freue mich darauf, den Einwohnern und Besuchern der Stadt außergewöhnliche kulinarische Erlebnisse zu bieten.“

Matild Café & Cabaret

Das erste Spago eröffnete 1982 in West Hollywood, Kalifornien, und wurde über Nacht zum Erfolg. Bekannt für seine kalifornische Küche, zog das Restaurant 1997 an den Canon Drive in Beverly Hills und ist bis heute ein kulinarisches Phänomen. Das Spago wurde mit dem AAA Four Diamond Award ausgezeichnet und erhielt seinerzeit zwei Sterne im Michelin.

Das Spago by Wolfgang Puck Budapest will mit modernem Design, einer Aufsehen erregenden Lounge und einer Straßenterrasse punkten. Vor allem aber soll die kalifornische Küche mit ungarischen Produkten zu einer „neuen gastronomischen Kultur“ verschmelzen. Das Matild Café & Cabaret, das im September eröffnen soll, ist die Neuinterpretation eines der schönsten und historischsten Kaffeehäuser Europas, des 1901 gegründeten Belvárosi Kávéház, das seit jeher eine beliebte Institution der Budapester Stadtgeschichte ist. Das klassische Jugendstil-Café, das vor mehr als einem Jahrhundert gegründet und prachtvoll restauriert wurde, bietet Kaffee, Kuchen, Gebäck und weiteren Leckereien, die alle von Wolfgang Puck kreiert wurden.

Rooftop Bar, Matild Palace Budapest

Damit ist das kulinarische Programm noch nicht beendet. Versteckt unter Budapests bekannter Dachlandschaft und mit Blick auf die Elisabethbrücke, die Donau und den Gellértberg, will sich The Duchess will sich als Dachgarten-Bar beliebt machen. Angeregt wurde dieser besondere Ort durch Erzherzogin Maria Klotild, die 1884 den Matild-Palast mit einem geheimen Dachbereich als Treffpunkt der Dekadenz-Bewegung ausstattete. Die Bar wird durch einen versteckten Eingang mit separat liegenden privaten Aufzügen erreicht.

Die Zusammenarbeit mit Wolfgang Puck erstreckt sich zudem auf das In-Room-Dining sowie das Catering für alle Meetings und gesellschaftlichen Veranstaltungen. „Der Name Wolfgang Puck ist ein Synonym für beste Gastronomie und außergewöhnliche Gastfreundschaft“, lobt Emre Pasli, General Manager des Matild Palace Budapest.

Das Matild Palace, das im Frühsommer 2021 eröffnen soll, gehört zur Luxury Collection von Marriott. Das von der Erzherzogin von Österreich in Auftrag gegebene und 1902 fertiggestellte Palais bietet dank seines ungarischen Erbes ein unverwechselbares Ambiente. Der Palast, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, wird 111 Gästezimmer und 19 Suiten umfassen.

Photocredit: Marriott




Cruisen & Trinken: Genuss am Fluss

Wenn der Wein Wellen schlägt

 

Jetzt öffnen sich Schiffe für alle Unternehmungslustigen, die nach entbehrungsreicher Zeit Lust auf eine kleine Auszeit mit professioneller Weinbegleitung auf dem Wasser haben. Am 25. Juni geht’s los, immer an den Wochenenden ab 18 Uhr. Nach derzeitigem Planungsstand soll die „Jules Verne“ bis August auf dem Rhein unterwegs sein, eventuell sogar länger.

Die kulinarische Entdeckungsreise geht durch das romantische Mittelrheintal. Zustieg im Rheingau ist Oestrich-Winkel. Linksrheinisch legt die „Jules Verne“ in Bingen an. Man operiert ganz bewusst über die Landesgrenzen hinweg. Der Rhein, der sonst oft trennt, soll hier verbinden. Und was wäre da besser als „Bindemittel“ geeignet, als die Weine, die rechts und links des Rheins wachsen. Für den Brückenschlag hat man gemeinsam mit den Erzeugern flüssige Begleiter ausgesucht, die während der Fahrt verkostet werden. Sie kommen aus den Rheingauer Betrieben Fritz Allendorf und vom Bioweingut Hamm, beide aus Oestrich-Winkel, der größten Weinanbaugemeinde der Region. Linksrheinisch sind die Weingüter Hemmes und Dreikönigshof aus Bingen auf dem Schiff vertreten. Insgesamt 12 Weine kommen ins Glas. Die persönlichen Favoriten begleiten dann das Menü des Abends, das in drei Gängen serviert wird.

Auch bei der Präsentation der Weine setzt man auf Teamwork. Deshalb hat man Studenten des Fachs Weinbau der Hochschule Geisenheim mit eingebunden. Für die Weingüter sind die Ausflüge auf der „Jules Verne“ eine zusätzliche Chance, neue Kontakte aufzubauen und Weinfreundschaften in entspannter Atmosphäre zu schließen.

Die „Jules Verne“ ist eigentlich für 600 Passagiere ausgelegt, wegen der aktuellen Situation ist die Gästezahl auf 150 Passagiere begrenzt. Sie werden mit dem verordneten Abstand auf zwei Decks in stilvollen Lounges platziert. An Bord kommt ein erprobtes Hygiene- Konzept zum Einsatz. Um 22 Uhr gehen die Lichter auf der festlich beleuchteten „Jules Verne“ aus.

Das Arrangement „Wein und Genuss“ ist pro Person für 109 € buchbar. Auf Wunsch bringt ein Shuttle Bus, der ab Mainz und Wiesbaden im Einsatz ist, die Gäste zum Schiff und wieder zurück nach Hause. Die Fahrt mit dem Shuttle Bus kostet 18 € pro Fahrgast.

Weitere Infos: www.weinundgenussamfluss.de

Buchungen: Lucia Schwarz, Tel. 06721 184 202.  

 Photocredit: Partyschiffe GmbH




Luxuriöse Neueröffnung am Gardasee: Eala My Lakeside Dream

Große Suiten, Wellness-Oase und Privatstrand

 

Während in Deutschland die Hotels zwangsgeschlossen bleiben, regt sich überall auf der Welt das Hotelleben. Sogar durch spektakuläre Neueröffnungen, wie jetzt mit dem „Eala, My Lakeside Dream“ in Limone sul Garda am Westufer des Gardasees. Große Suiten, teilweise mit privatem Pool und Spa, eine Wellness-Oase, sowie ein kleiner Privatstrand sollen Urlauber locken.

Der Hotelname wirkt etwas gespreizt, niemand wird je das Hotel so nennen und es kurz Eala oder eher noch Lakeside Dream nennen. Aber Hotelbesitzer wollen ja oft etwas mehr als notwendig und sei es nur ein umständlicher Name. „Eala“ bedeutet im Keltischen „Schwan“, was mit dem Gardasee schwer in Verbindung zu bringen ist. So oder so werden 67 Suiten angeboten, die fünf unterschiedliche Themen aus der Natur widerspiegeln. Höhepunkt ist die Royal Suite Awen mit 220 Quadratmetern Gartenfläche, eigenem Pool und einer Panoramasauna. Die Wohneinheiten verfügen über großzügige Panoramafenster und Terrassen mit Seeblick, bis auf die Junior Suite Albus haben zudem alle Outdoor-Airpools, die Spa Suite Argantos und die Royal Suite Awen haben private Spas.

Sternekoch Alfio Ghezzi (Bild oben) ist für die beiden Restaurants des Hauses verantwortlich und will eine kreative Gardasee-Küche mit Produkten aus der Region anbieten.

Die Inhaberfamilie Risatti lebt seit drei Generationen in dem kleinen Ort am Gardasee. Das neue Hotel Eala richtet sein Angebot ausschließlich an Erwachsene, Jugendliche ab 16 Jahren sind auch willkommen.

Photocredit: Eala Hotel




Gastro-Krise: Die Terrasse ist keine Lösung

Außenbereich wird als unwirtschaftlich betrachtet

 

Sieben Monate Lockdown

und kein Ende in Sicht

 

„Ich will keine Unterstützung, ich will einfach nur wieder arbeiten und mein eigenes Geld verdienen“. Mit diesen Worten brachte es ein Frankfurter Gastronom bei einer Diskussion mit städtischen Politikern auf den Punkt. Auch die Öffnung der Außenbereiche wird von der deutschen Gastronomie kritisch gesehen, weil sie zu keiner grundsätzlichen Besserung beiträgt. Nach einer Umfrage des deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga sehen über 80% des Gastgewerbes eine Öffnung der Außengastronomie als unwirtschaftlich.

 

Viele Betriebe haben gar keine Terrasse

 

63 Prozent der Betriebe bezeichnen die Entscheidungen der Bund-Länder-Konferenz als „katastrophal“, 24,9 Prozent als „schlecht“. Zudem schätzen mehr als drei Viertel der Gastgeber eine Öffnung nur der Außengastronomie als nicht wirtschaftlich ein. „Bei den Unternehmern und Mitarbeitern in der Branche machen sich Verzweiflung, Perspektivlosigkeit und Zukunftsängste breit“, sagt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. „Ende März befinden sich die Betriebe seit Beginn der Pandemie sieben Monate im Lockdown.“ Die in Aussicht gestellte Öffnung der Außengastronomie ab 22. März sei keine echte Perspektive. 83,2 Prozent der befragten Betriebe verwiesen darauf, dass die Wirtschaftlichkeit ihres Betriebes bei einer alleinigen Öffnung der Außengastronomie nicht gegeben sei. Hinzu kommt, dass viele Betriebe keinen Außenbereich haben.

 

Betriebsaufgabe

 

Die Lage im Gastgewerbe ist generell dramatisch. Die 6.500 Teilnehmer der Dehoga-Umfrage melden für den Februar Umsatzeinbußen in Höhe von 77,9 Prozent. Vom1. März 2020 bis heute brach der Umsatz um insgesamt 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein. Infolge der massiven Verluste, der fehlenden Perspektiven und der nicht ausreichenden staatlichen Hilfen bangen 72,2 Prozent der Unternehmer um ihre Existenz. Jedes vierte Unternehmen (24,8 Prozent) zieht konkret eine Betriebsaufgabe in Erwägung.

 

Unverschuldet in Not geraten

 

 

„Die zugesagten Hilfen fließen nach wie vor viel zu langsam und sind nicht ausreichend, um einen monatelangen Lockdown zu überstehen“, erklärt Guido Zöllick. „Angesichts der sieben Monate andauernden Schließung unserer Branche ist es Aufgabe der Politik alles dafür zu tun, dass die unverschuldet in Not geratenen Betriebe eine Chance zum Überleben haben und keinen Tag länger als gesundheitspolitisch geboten geschlossen bleiben“, sagt Zöllick. „Der Endlos-Lockdown ist keine Lösung.“ Auch der Frühling bringt keinen Hoffnungsschimmer.

Photocredit: Barbara Fienhold (Kunstaktion 1000 leere Stühle auf dem Frankfurter Römerberg)




Wein to go: Der Fass-Automat im Weinberg

Super süffige Idee von Winzern in Österreich

 

Immer mehr Winzer und Gemeinden in Österreich installieren originelle und gut temperierte Wein-Automaten für ein Picknick im Freien. Dies ist nicht nur eine Antwort auf die Schließung der Heurigen und anderer Gastronomiebetriebe, sondern soll auch weiter Bestand haben. Die Trinkbuden stehen in der Natur und an Plätzen, wo man sonst eher keinen Wein findet. Eine solch süffige Idee könnte man sich auch in Deutschland und seinen Weinregionen vorstellen.

Der Bio-Weinautomat der Familie Auer steht inmitten der Weinberge von Pfaffstätten, rund 30 Kilometer von Wien entfernt am beliebten Wanderweg, dem 1.  Wiener Wasserleitungsweg. Lukas und Mathias Auer haben ihre Idee vom Weinautomaten handwerklich gut umgesetzt und alles bedacht. Der Automat steht in einem Weinfass aus Holz, auf dem Dach wurden sechs Photovoltaikmodule aufgebaut, die den notwendigen Strom für den Automaten generieren. Im Inneren des Fasses befinden sich Batterien, welche mit der erzeugten Mehrenergie tagsüber aufgeladen werden und in der Nacht dann den Automaten mit dem notwendigen Strom versorgen. Somit ist der Bio-Weinautomat komplett autark. Er läuft zu Hundertprozent ökologisch, jede benötigte Energie wird direkt an Ort und Stelle produziert. Das Fass wurde auf einem Anhänger installiert und ist mobil.

Weinautomat im Weinberg

Auers´s Bio-Weine sind direkt am 1. Wiener Wasserleitungsweg zur Verkostung zu bekommen. Der Automat ist 24 Stunden, 7 Tage die Woche in Betrieb und enthält zu jeder Zeit gekühlte Weine, Gläser (kein Kunststoff) und andere Besonderheiten. Ausflügler können den Wein inmitten der Weinberge trinken und die Aussicht genießen –  an einem eigens hergerichteten Genuss-Platzerl auf selbstgebauten Paletten-Möbeln.

 

 

Photocredit: Weingut Auer




Deutschland versinkt im bürokratischen Corona-Sumpf

Kritisches Statement

vom Chef der Hoteldirektoren

Jürgen Gangl

 

Ein Jahr Corona und die Hotellerie findet nicht statt. Sie wird in möglichen Öffnungs-Überlegungen und Lockerungsplänen nicht einmal mehr erwähnt. Eine gesamte Branche wird von der Politik schlichtweg ignoriert. Wir werden „nach hinten verschoben“, „vertagt“, „folgen irgendwann“. Da stellt sich doch die Frage, ist das Vorsatz? Es ist erschütternd dabei zuzusehen, wie die Politik versucht, ihre Maßnahmen bestmöglich zu vermarkten und zu rechtfertigen, anstatt sich darauf zu konzentrieren, den Lockdown schnellstens abzuschaffen. Im Super-Wahljahr duckt sich das politische Berlin weg, und das auf Kosten der Bürger und ganzer Branchen, die mittlerweile nicht mehr nur am Rande der Existenz stehen.

Von allem zu wenig und alles viel zu spät

Immer wieder werden Lockerungen in Aussicht gestellt und Stufenpläne präsentiert, die kaum nachvollziehbar sind. Es wird gestritten und Schuld zugewiesen. Dabei liegen alle derzeit bekannten Mittel, die zur Bekämpfung der Pandemie notwendig sind, mittlerweile auf dem Tisch: Es gilt zu impfen, zu testen und Kontakte digital zu verfolgen. Doch in einem hochentwickelten Land wie Deutschland gibt es von allem zu wenig und alles viel zu spät: Es wurde zu wenig Impfstoff bestellt und der vorhandene dann auch noch schlechtgemacht. Schnelltests gibt es bereits seit dem vergangenen Sommer. Die wurden aber monatelang konsequent ignoriert. Nun werden sie als Wundermittel angepriesen, was sie bei Weitem nicht sind, und außerdem sind trotz vollmundiger Ankündigung kaum welche vorhanden. Ein Schnelltest, der laut Experten maximal sechs bis acht Stunden Gültigkeit besitzt, ist beim besten Willen keine Alternative zu einer Impfung. Dient vielleicht das Schnelltest-Desaster als PR-Maßnahme zur Ablenkung vom Impf-Debakel? Nicht zu vergessen auch die Millionen Euro für die Entwicklung einer Corona-App, die zur Verfolgung der Kontakte und damit zur Pandemiebekämpfung nicht wirklich viel beiträgt. Funktionierende digitale Systeme aus der Privatwirtschaft werden einfach – ich mag es kaum sagen – ignoriert. Dann wären da noch die Gesundheitsämter, die nach wie vor per Fax kommunizieren.

Politisches Versagen

Insgesamt versinkt Deutschland in einem bürokratischen Corona-Sumpf. Aber Bürokratie und Pandemie gehen einfach nicht Hand in Hand. Wer das für zu viel Politiker-Schelte hält, der sollte nicht übersehen, dass das immer offensichtlichere politische Versagen enorme, nicht wieder zu reparierende Negativ-Auswirkungen insbesondere auch auf die Hotellerie hat. Der wurde jüngst vom RKI hoch offiziell bestätigt, kein Pandemietreiber zu sein und über exzellente Hygienemaßnahmen und Sicherheitspläne zu verfügen. Die stringente Ignoranz gegenüber unserer Branche ist schon lange nicht mehr mit Inzidenzen, Wellen und Mutanten zu rechtfertigen. Vor einem Jahr kam die Pandemie aus heiterem Himmel als „höhere Gewalt“ über uns. Seitdem hatten wir Zeit, viel darüber zu lernen.

Mit der Geduld am Ende

Es ist uns allen klar, dass wir mit dem Virus leben müssen. Wir wissen auch, wie das ganz pragmatisch funktionieren kann. In den USA beispielsweise läuft derzeit eine Impfkampagne sondergleichen. Nachdem dort die Impfungen zu Beginn noch schleppend anliefen, wird nun im Rekordtempo geimpft. Zuletzt sind im Schnitt 2 Millionen Impfdosen am Tag verabreicht worden. Deutschland kommt auf etwas mehr als 200.000. Wenn die USA voraussichtlich im Mai durchgeimpft sind, sind wir schlimmstenfalls noch im Lockdown. Spätestens angesichts solcher Zahlen kann sich kein Politiker in Deutschland mehr aus der Verantwortung ziehen und die Situation weiter verschleppen. Wir haben ein Jahr lang alles mitgetragen, unsere Geduld kann nun wahrlich nicht mehr weiter strapaziert werden. Wir haben gelernt, mit Verantwortung umzugehen, unsere Politik bleibt uns da einiges schuldig.

 

Kolumnist Jan Fleischhauer in Focus Online

 Ich schalte den Fernseher aus, wenn Angela Merkel auftaucht. Ich ertrage es einfach nicht mehr: die tantenhafte Selbstzufriedenheit, mit der jede Nachfrage weggebügelt wird, die Nachlässigkeit in der Wortwahl, die ein fundamentales Desinteresse an den Folgen der eigenen Politik verrät. Wenn Angela Merkel in einem Nebensatz fallen lässt, dass man Schulen, Theater und Sportvereine öffnen werde „und eines Tages die Hotels“, ist das für Menschen, deren Existenz an so einem Hotel hängt, ein Satz, der sie um den Schlaf bringt. Eines Tages? Auf Focus Online kam eine Hotelbesitzerin zu Wort, die berichtete, dass sie von diesem Satz jetzt nachts träume.“

Photocredit: HDV Deutschland




Villa d´Este am Comer See: Schaukelnde Träume

Zwei Legenden am See

 

250 Jahre

Bootsmanufaktur Riva

 

Hotelgäste genießen exklusiven Einstieg

 

Zwei Ikonen – ein See: Gäste der Villa d ́Este, die vom eigenen Steg in See stechen, tun dies stilecht an Bord einer Riva. Das italienische Familienunternehmen ist Kult und liegt nur wenige Bootsminuten vom Luxushotel entfernt, seit jeder verbindet die beiden eine enge Partnerschaft. Cantiere Ernesto Riva, der Name ist Legende. Jetzt kann die Bootsmanufaktur auf  250 Jahre zurückblicken.

Gäste der Villa d’Este können die schnittigen Motorboote und Yachten privat buchen und die Produktionsstätte in Laglio besuchen, wo das heutige Familienoberhaupt Daniele Riva mehr über den Bootsbau am Comer See und prominente Riva-Fans verrät.

Bis heute legt das Familienunternehmen größten Wert auf edelste Materialien, elegantes Design und gewissenhafte Facharbeit. So stammt das verwendete Holz aus den verschiedenen Regionen Italiens, 25 Farbschichten sollen vollendete Optik schaffen. Highlight für die Gäste ist es eine Riva selbst zu erleben, direkt am Steg der Villa d’Este bei einer exklusiven Fahrt mit dem hauseigenen Boot.

Die zu den Leading Hotels of the World gehörende Villa d‘Este hat 152 Zimmer und Luxussuiten sowie vier edle Privatvillen und liegt direkt am Ufer des Comer Sees, der mit seiner beeindruckenden Landschaft als schönster See Italiens gilt und für viel Glamour steht. Das Anwesen beeindruckt nicht nur mit seiner außergewöhnlichen Atmosphäre und der unter Denkmalschutz stehenden Architektur, sondern auch mit seiner weitläufigen Parkanlage, dem berühmten Nymphäum mit seinen zahlreichen Brunnen- und Wasserspielen sowie dem auf dem See schwebenden Pool. Die Villa d ́Este liegt rund 40 Autominuten vom Flughafen Mailand-Malpensa entfernt. Das Hotel eröffnet wieder am 28. April 2021.

Photocredit: Villa d´Este