Newcomer & Klassiker: Großes Tasting mit 500 Weinen

Jubiläumsmesse der Weinagentur Beesdo & Cap

in der Kameha Suite in Frankfurt

 

Festival der flüssigen Genüsse: Mehr als 40 Winzer werden in der Kameha Suite in Frankfurt am 1. März von 13 bis 19 Uhr über 500 Weine präsentieren. Die große Jubiläumsmesse wird von der Handelsagentur Beesdo & Cap veranstaltet, die ihr sechsjähriges Bestehen feiert. Dafür ist die ganze obere Etage der Kameha Suite reserviert, die bequem für 300 Gäste Platz bietet und sich so zentral nahe der Alten Oper befindet, dass man zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen kann. Die Großoffensive bringt vor allem Winzer aus Deutschland auf den Plan, aber auch andere aus der ganzen Welt.

Weinprobe Kameha Suite

Das Weingut Corvers-Kauter aus dem Rheingau, gerade vom Gault & Millau Weinguide zum „Aufsteiger des Jahres“ gekürt, hat in diesem Jahr mit ungewöhnlichen Weinen auf sich aufmerksam gemacht, Riesling und Pinot Noir stehen im Vordergrund. Vom universellen Riesling Rauenthaler Baiken bis zum hochspeziellen Riesling Rüdesheimer Berg Rottland sind alle Weißweine interessant, ebenso die Pinot Noirs aus den Spitzenlagen Assmannshäuser Höllenberg und Rüdesheimer Drachenstein. Bemerkenswert ist auch die Entwicklung beim Weingut St. Antony aus dem rheinhessischen Nierstein, dem bislang trotz guter Leistungen nicht wirklich so etwas wie ein Durchbruch geglückt ist. Inzwischen ist dort der zielbewusste Netzwerker Dirk Würtz Betriebsleiter und dürfte unter anderem für ein offensiveres Marketing sorgen. Mit dem Riesling Niersteiner Brudersberg, dem Blaufränkisch und den Pinot Noirs hat das Weingut St. Antony ausreichend Trümpfe für einen Aufstieg in der Hand. Das Weingut Schloss Reinhartshausen im Rheingau hat eine bewegte Geschichte hinter sich, noch längst nicht hinreichend bekannt ist aber, wie sehr sich die Qualität verbessert hat. Auch davon kann man sich an diesem Tag selbst ein Bild machen.

Es gibt nur wenige Winzer, die viele gute Weine und sogar Lagenweine für spürbar unter 10 € anbieten, wie Markus Pfaffmann (Weingut Karl Pfaffmann) aus der Pfalz. Die Kollektion reicht von saftig-süffigen Bankettweinen bis zu hochwertigen Réserve-Weinen. Das Weingut Dr. Wehrheim aus dem pfälzischen Birkweiler gehört zur Spitze in Deutschland und begeistert vor allem mit Riesling und Weißburgunder. Es wird das Tasting in jedem Fall bereichern.

Jochen Dreissigacker

Freuen darf man sich auch auf Pfannebecker und Dreissigacker aus Rheinhessen, Dreissigacker zeigt schon bei seinen Guts- und Ortsweinen Qualität und auch Pfannebecker überzeugt mit seinen Basisweinen, aktuell mit Weiß- und Grauburgunder. Das Weingut Spreitzer aus dem Rheingau, wird ebenfalls mit einigen guten Flaschen vertreten sein und gehört schon zum Inventar bei den Verkostungen von Beesdo & Cap. Die Winzerfamilie Topf aus dem Kamptal, deren regionaltypische Sorten Grüner Veltliner und Riesling animieren, wird Österreich würdig vertreten.

Das Vorzeige-Sektgut Raumland, Josef Rosch von der Mosel, Emrich-Schönleber von der Nahe und andere mehr verstärken das vielseitige Programm, das eine große Bandbreite zeigt. Gérard Bertrand aus Südfrankreich hat eine enorme Palette an Weinen zu bieten, weltbekannt ist der Rosé Hampton Water, der in Zusammenarbeit mit Rockstar Bon Jovi entstand und nicht allein durch ein schönes Etikett überzeugt.

Unter den ausländischen Weingütern ist das Chateau Changyu Moser sicher das exotischste. Der österreichische Weinexperte Lenz M. Moser führt hierbei Regie und will Changyu zum besten Weingut Chinas machen. Das nach französischem Vorbild gebaute Weinschloss liegt in der Weinregion Ningxia am Rande der Wüste Gobi.

Beesdo & Cap Tasting

Eintritt nur für Besucher aus Gastronomie und Fachhandel. Anmeldung unbedingt erforderlich über Email: info@beesdo-cap.de

Jubiläums-Tasting der Weinhandelsagentur Beesdo & Cap, Kameha Suite in Frankfurt, 1. März von 13 – 19 Uhr.

Die Weinhändler Esther Martin Cap & Raik Beesdo sind seit über 20 Jahren im Geschäft und vor allem in der Rhein-Main-Region sehr aktiv. 




Nach dem Brand: So geht es mit der Traube Tonbach weiter

Aber: Wie wird der Michelin die Schwarzwaldstube bewerten?

 

Der erste Schock habe sich ein wenig gelegt, meint Patron Heiner Finkbeiner, und hat bereits die ersten Schritten für die Zukunftspläne der Traube Tonbach und der bis auf die Grundmauern niedergebrannten Restaurants unternommen. Die Zwischenlösung erinnert an die Idee eines begrenzten Pop-up-Projekts. Einem Rohentwurf nach soll die Gastronomie mit der Schwarzwaldstube und der Köhlerstube auf dem Flachdach der Garage aufgezogen werden. Das Ambiente soll wie gewohnt hochwertig ausfallen, die Qualität von Küche und Service auf dem bislang hohen Niveau erlebbar bleiben. Bei dieser Übergangsphase werden mit behutsamen Blick auf das Haus und die Landschaft spezielle Container eingesetzt. Heiner Finkbeiner hofft, dass schon im April die ersten Gäste in den Interimslokalen begrüßt werden können.

Zwei unklare Sachverhalte regen indes weiter zu Spekulation an. Obwohl die Ermittlungen vor Ort abgeschlossen sind, ist die Brandursache noch nicht geklärt, wenn auch der Brandherd nahe der Schwarzwaldstube vermutet wird. Warum der Brand entstand, bewegt weiter die Untersuchungen. Für die Betreiberfamilie noch wichtiger: Wie wird der Michelin die Vorkommnisse bewerten, der jetzt am 3. März präsentiert werden soll? Die Schwarzwaldstube wurde bislang mit drei Sternen und die Köhlerstube mit einem Stern ausgezeichnet, nach dem Brand aber herrscht Ungewissheit. Einen solchen Fall hat es bisher nicht gegeben, die Frage dabei: Kann man zwei zerstörte und damit nicht mehr existierende Restaurants mit Sternen würdigen? Der Verlag hält sich bedeckt. Dem Michelin bleiben ohnehin nur zwei Möglichkeiten: Die Wertung für 2020 aussetzen oder so bewerten, wie es der Testverlauf im Jahre 2019 an Leistungen festhielt. Kritisch würde es nur, wenn der Michelin zu dem Ergebnis gekommen sein sollte, dass die Schwarzwaldstube nur noch zwei Sterne wert wäre. Würde er dann dieses Urteil angesichts der prekären Lage der Traube Tonbach wirklich vollziehen?

Siehe auch BISS Artikel 3-Sterne-Restaurant der Traube Tonbach durch Brand zerstört

Das Bild oben zeigt die Bauernstube, den ältesten und schönsten Teil der Traube Tonbach. „Wir haben unser Herzstück verloren“, klagt Patron Heiner Finkbeiner. 




Vom Lafleur ins Favorite: Tobias Schmitt wird Küchenchef

Mainz hat ein hoffnungsvolles Talent gewinnen können

 

Jetzt singt und lacht Mainz noch mehr: Tobias Schmitt, zuvor Souschef im 2-Sterne-Restaurant Lafleur in Frankfurt, wird Ende Februar Küchenchef im Favorite Parkhotel, das mit einem Stern im Michelin ausgezeichnet wurde. Der bisherige Küchenchef Daniele Tortomasi aus Freiburg bot nur ein überraschend kurzes Gastspiel.

Tobias Schmitt, Typ Happy-Go-Lucky, wird sich mit seiner positiven Art auch in Mainz viele Freunde bei Kollegen und Gästen machen. Charakter und Talent kommen nicht von ungefähr, sein Vater Harald ist selbst ein gelernter und hoch talentierter Koch, der viele Jahre in den Restaurants Ente und Orangerie im Hotel Nassauer Hof in Wiesbaden Regie führte.

Tobias Schmitt

Für den 32 Jahre alten Tobias Schmitt ist dies die erste Position als Küchenchef. Seine Ausbildung zum Koch hat er in „Brenners Park Hotel & Spa“ in Baden-Baden absolviert. Danach arbeitete er in Hamburg, zunächst an der Seite von Cornelia Poletto und anschließend als Demi Chef in „Jacobs Gourmetrestaurant“ im „Hotel Louis C. Jacob“.

Ein Jahr lang stand Schmitt in Australien am Herd – zuletzt im „Orpheus Island Resort“ am Great Barrier Reef. Es folgte ein Jahr in Amsterdam im „Intercontinental Hotel Amsterdam“, im Sterne-Restaurant „La Rive“ bei Küchenchef Roger Rassin. Zwei Michelin Sterne leuchteten über der „Villa Merton“, als Tobias Schmitt bei Matthias Schmidt in Frankfurt auf dem Posten des Gardemanger und Poissonier anheuerte. Er blieb Frankfurt treu als er im Januar 2015 als Souschef und Chef Patissier ins „Lafleur“ zu Andreas Krolik wechselte und dort fünf Jahre blieb.

Daniele Tortomasi, sein Vorgänger am Herd in Mainz,  zog nach einem „wilden“ Jahr weiter, wie es offiziell heißt. Zum Jahresbeginn verließ er das Restaurant Favorite mit unbekanntem Ziel. Daniele Tortomasi war mit seinen 26 Jahren sicher etwas ungestüm und noch nicht so berufserfahren. Sein Talent aber ist unbestritten, als Chef Poissonnier im 3-Sterne-Restaurant Schwarzwaldstube in der Traube Tonbach konnte er sein handwerkliches Niveau ebenso beweisen, wie bei manchem Talentwettbewerb.

 

Photocredit: Thorsten Zimmermann, Favorite Hotel




Michelin kippt um: Paul Bocuse vom Sockel gestürzt

Auch drei Sterne gelten

nicht für die Ewigkeit

 

Es ist kein Zufall, dass Paul Bocuse die Abwertung seines Restaurants L’Auberge du Pont de Collonges bei Lyon nicht mehr erleben muss. Zwei Jahre nach seinem Tod wagt sich der Guide Hand anzulegen und das Denkmal zu stürzen. Dies hätte schon früher geschehen können, denn das Restaurant ist schon sehr lange weit mehr eine Pilgerstätte für Sternetouristen als eine Stätte kulinarischen Offenbarungen. Im Grunde ist das Restaurant des seligen Bocuse ein kulinarisches Museum, dass von seinen Nachfolgern kuratiert wird und der Bildung und dem Studium dient, weil es zeigt, wie der Großmeister einst arbeitete. Die Rezepturen sind unverändert geblieben, doch die Ansprüche haben sich geändert.

In diesem Sinn begründet auch Michelin-Direktor Gwendal Poullennec das einstimmige Urteil der Inspektoren, wonach das Restaurant nach wie vor ausgezeichnet sei, aber nicht mehr auf dem Niveau des dritten Sterns wäre. Das Votum basiere auf Besuchen aus dem Jahr 2019 und gäbe die gegenwärtige Qualität wieder, heißt es offiziell. „Die Sterne müssen jedes Jahr neu verdient werden“, meint Gwendal Poullennec. Immerhin hatte das Restaurant von Paul Bocuse 55 Jahre lang drei Sterne.

Die Entscheidung muss man getrennt von der großen Bedeutung des französischen Küchenhelden Paul Bocuse und dem jetzigen Zustand seines Restaurants sehen. Ein Restaurantführer darf nicht die Asche weitertragen, sondern muss die aktuellen Leistungen bewerten. Dieser Grundsatz gilt für alle Restaurantführer und für alle Kritiken. Dass der recht geduldige und mitunter bis zur Trägheit neigende Michelin auch angriffslustig aufwacht, konnte man bereits im letzten Jahr an den Abwertungen der Drei-Sterne-Köche Marc Veyrat (La Maison de Bois, Manigod), Marc Haeberlin (Auberge de L´ill, Illhäusern) und Pascal Barbot (l’Astrance, Paris) erleben.

Der Guide Michelin Frankreich 2020 erscheint am 27. Januar.

Ludwig Fienhold

Siehe auch BISS-Artikel „Der berühmteste Koch der Welt ist tot“

Digitale Illustration: Francesco Strazzanti

 




Gastro News: Top Pasta, Frauenpower im Weinberg & Astor Film Lounge

Saro Barbagallo kocht im neuen Greco

Hingucker Astor Film Lounge

Frauenpower beim Gourmet Festival 

 

Saro Barbagallo (l. im Bild), einer der besten italienischen Köche und Pasta-Spezialisten in Frankfurt, wechselte nach dem unglücklichen Ende seiner Trattoria Promis ins neueröffnete Greco auf der Berger Straße. Der Inhaber heißt zwar Giuseppe Greco, doch hätte er besser einen anderen Namen wählen sollen, denn „Greco“ steht seit Jahrzehnten für Frankfurts besten Italiener, Carmelo Greco. Im ehemaligen Promis in Sachsenhausen ist der prunkvolle Kronleuchter ebenso verschwunden wie die knalligen Bilder und das andere schöne Dekor. An gleicher Stelle wird Ende Januar ein neues Isoletta Ristorante einziehen.

Astor Film Lounge

Das neu inszenierte Shopping Center My Zeil in Frankfurt hat sich partiell verbessert, einer der Glanzpunkte ist die Astor Film Lounge mit ihrer Bar. Das Kino mit Service direkt am Platz ist für sich schon eine Bereicherung , doch auch die große Bar macht durch optische Reize auf sich aufmerksam. Mit geräucherter Entenbrust, Serranoschinken und Parmesanhäppchen will man etwas mehr als Popcorn, Chips und Nüsse bieten. Beim Wein bleibt man cineastisch, es gibt Flaschen von Regie-Legende Francis Ford Coppola und den Provence-Rosé Miraval von Brad Pitt und Angelina Jolie.

Ingrid Groiss

Beim Rheingau Gourmet Festival (20. Februar – 8. März) sind wieder viele Spitzenköche vertreten, wobei sich der Blick auch auf jene lohnt, die famos sind, aber sich weniger ins Rampenlicht drängen. Moses Ceylan und Sebastian Zier führen das Einstein Gourmet Restaurant in St. Gallen in der Schweiz als gleichberechtigte Doppelspitze. Der klassisch französische Kochstil von Zier verschmilzt mit dem avantgardistisch orientalisch geprägtem von Ceylan. Moses Ceylan war Küchenchef bei Juan Amador in Mannheim, Sebastian Zier arbeitete in der Traube Tonbach bei Harald Wohlfahrt und später als Küchenchef im La Mer auf Sylt. Eine Armada an Top-Winzerinnen/Winzern aus aller Welt rollt ebenfalls wieder aufs Weindörfchen Hattenheim zu. Beachtlich dabei ist die vertretene Frauenpower, darunter Schönheiten wie aus dem Model-Katalog. Auch hier lohnt wieder das Hinsehen und Hinschmecken auf die weniger Bekannten, beispielsweise Ingrid Groiss aus dem Weinviertel in Österreich, die ganz wunderbare Grüne Veltliner erzeugt. www.rheingau-gourmet-festival.de

Soul Food

Soul Food

 

 

 

 




Madrid: Neues Four Seasons Hotel mit Drei-Sterne-Koch Dani Garcia

Rooftop-Restaurant & das größte Spa der Stadt

 

Die kanadische Luxushotelgruppe Four Seasons eröffnet im Mai in Madrid ein Juwel ihrer Kollektion. Highlights sind der größte Spa der Stadt und die Dachterrasse mit dem Restaurant Dani. Dort wird der spanische Drei-Sterne-Koch Dani Garcia aus Marbella eine kreative andalusische Küche bieten. Den Sternen ganz nah sind Gäste im Four Seasons Madrid nicht nur aus kulinarischer Sicht. So serviert der spanische Drei-Sterne-Koch Dani Garcia mit seinem neuen Restaurantkonzept Dani kreative andalusische Küche (im Bild) direkt auf dem atemberaubenden Rooftop des Hotels. Beim Setup für die außergewöhnliche Kulisse legte der in London und New York lebende schwedische Interior-Designer Martin Brudnizki Hand an, der viele Hotels in der Welt mitgestalten konnte. Auch die spanischen Tapas sollen nicht fehlen. In der Four Seasons Gastro-Bar können Gäste die kleinen Happen allerdings mit kreativ-asiatischem Twist erleben.

Four Seasons Madrid

Sieben historische Gebäude – sieben Jahre sorgfältiger Restaurierung: Das neue Four Seasons Hotel Madrid ist ein Prestigeprojekt für die Marke, die mit der Eröffnung am 15. Mai 2020 ihr Debüt auf dem spanischen Markt feiert. „Madrid boomt und das neue Four Seasons Hotel befindet sich mitten in Zentrum des Geschehens“, so Simon Casson, Four Seasons President, Hotel Operations – Europe, Middle East and Africa. „Unsere Partner auf Eigentümerseite, OHL Desarrollos und Mohari Hospitality, teilen unseren Ansatz genauso wie unser Staraufgebot an Kunsthandwerkern, Kulinarik-Experten und Hoteliers: Die Vision, ein maßgeschneidertes Four-Seasons-Erlebnis in einem wahrhaft einzigartigen Ambiente in diese aufregende Stadt zu bringen.“ 

Insgesamt verfügt das Four Seasons Hotel Madrid über 200 Zimmer und Suiten, darunter die Royal Suite mit doppelter Deckenhöhe und historischen Details. Zudem erwartet Hotelgäste und Locals ein vierstöckiger Spa-Bereich mit beleuchtetem Hallenbad und Sonnenterrasse über den Dächern Madrids. Mit acht Behandlungsräumen inklusive eigenem Salon und separatem Fitness-Center ist er der größte Spa der Stadt. Hinzu kommt ein flexibel nutzbarer Event-Bereich mit mehr als 1.400 Quadratmetern und Platz für bis 500 Personen.

Four Seasons Madrid Royal Suite

Zentraler geht es dabei kaum: Mit seiner Lage am bekannten Centro Canalejas liegt das Hotel fußläufig zu zahlreichen Attraktionen der Stadt. So ist etwa der 125 Hektar große Retiro-Park mit seinem beeindruckenden Glaspalast gleich ums Eck, ebenso wie der Kilómetro Cero, von dem aus alle Entfernungen im Land gemessen werden. Und mit dem Prado, dem Thyssen-Bornemisza und dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía befinden sich drei der berühmtesten Museen der Welt in direkter Nachbarschaft zum Hotel.

Das noble Hotel-Ensemble selbst ist auch sehenswert, es beherbergt neben den Gästezimmern noch 22 Four Seasons Private Residences und die luxuriöse Shopping-Mall Galería Canalejas.  „In die Restaurierungsarbeiten wurde viel Leidenschaft gesteckt, um für diese einzigartigen historischen Gebäude einen neuen Rahmen zu schaffen“, so General Manager Christoph Schmidinger. „Ob zum Afterwork mit den Kollegen, zur Pause nach einer ausgiebigen Shopping- oder Museums-Tour oder auf ein Glas Wein unter Freunden: Mit unseren Bars und Restaurants haben wir Orte geschaffen, an denen sich unsere Gäste unter die Madrileños mischen können.“ Das Hotel nimmt bereits Reservierungen entgegen, mit 20% Rabatt auf den regulären Zimmerpreis. 

 




Was macht eigentlich Bordeaux?

Die berühmte Weinbauregion

hat ihr Problem noch immer

nicht richtig erkannt

 

Einige wenige Weine von Weltformat bestimmen weitgehend das Image von Bordeaux. Um Mouton Rothschild & Co braucht man sich auch kaum Sorgen zu machen, die Elite führt ein unbekümmertes Dasein und wird nahezu unkritisch begleitet. Die Basis, die gehobene Mittelklasse, ist in Deutschland weitgehend unbekannt und spielt auch auf den Weinkarten der meisten Restaurants keine große Rolle. Die Märkte in China, England oder den USA sind schon lange nicht mehr stabil und auch in Frankreich selbst gibt es genügend gute Alternativen zum Bordeaux.

 

Warum ändert sich nichts?

 

Als hilflos anmutende Gegenmaßnahmen werden folkloristische Feste veranstaltet, die eher Ballermanncharakter haben und keineswegs dazu taugen, das Niveau und den Absatz zu heben. Auf der anderen Seite gibt es Verkostungen, die sich an den Handel, die Gastronomie und die Fachpresse richten. So jetzt auch wie bei der Präsentation der Grands Crus Classés von Saint-Emilion, die vom Tre Torri Verlag und seinem Fine Weinmagazin im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens aufgezogen wurde. Es ging ruhig und gesittet zu, alle hatten ausreichend Zeit ohne Gedränge mit den 33 ausstellenden Betrieben ins Gespräch zu kommen. Zur Probe standen vor allem die Jahrgänge 2016 und 2017, einige Weingüter hatten dankenswerter Weise auch ein paar ältere Flaschen dabei.

 

Zu teuer, zu wenig sexy

 

Auch die Eloquenz und der Charme der oft weiblichen Vertreterinnen konnte über die Grundproblematik der Bordeaux-Weingüter nicht hinwegtäuschen. Bordeaux, inklusive Saint-Emilion, hat zu lange mit einer persönlichen und preislichen Überheblichkeit abgeschreckt. Die Preise, die gerade im Vergleich mit anderen guten Weingütern in der Welt noch höher erscheinen, sind aber nicht die einzige Bremse. So gut wie alle der zur Verkostung stehenden Weine der Jahrgänge 2016 und 2017 waren noch viel zu jung für ein genussvolles Trinken. Nahezu alle Weingüter meinten, dass dieser Level frühestens in fünf, wenn nicht zehn Jahren erreicht sein würde. Welcher Gastronom will sich eine solche Kapitalbindung noch antun und tote Ware lange im Keller lagern? Welcher Händler kann seinen Privatkunden klar machen, dass diese noch viele Jahre zu warten hätten, gerade bei einer großteiligen Klientel von deutlich über 60 Jahren? Die jungen Weintrinker sind ohnehin längst woanders fündig geworden und warten nicht darauf, bis ein Bordeaux-Wein so weit ist, dass man ihn mögen kann. Die schnelle Verfügbarkeit ist in unserer schnelllebeigen Zeit nun einmal die Realität. Da macht Wein keine Ausnahme. Die alten Weintrinker sind schon lange bei den großen Bordeaux angekommen und verharren wie auf Krückstöcken auf ihnen, den jungen Weinfreunden sind Bordeauxweine einfach nicht zugänglich und sexy genug.

Ludwig Fienhold

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Cuisine Creole: Mauritius-Küche bringt Sonne nach Frankfurt

Adrien Hurnungee würzt das Weinbistro gang & gäbe

mit spannenden und modernen Gerichten

seiner Heimat

 

Es wird bunt, lebendig und amüsant, wenn Adrien Hurnungee seine Küche ins graue Frankfurt bringt und am 21. Februar im Weinbistro gang & gäbe ein Vier-Gang-Menü präsentiert. Mit dabei hat er Mangobutter, Zuckerrohrstaub, Sanddorn, Zimtblüten, schwarze Papayakerne, salziges Nougat, gelierte Jackfruit und viele Exotika mehr. Asiatische, indische und afrikanische Einflüsse lassen auf Mauritius die unterschiedlichsten Aromen überraschend harmonisch zusammenkommen. Einige Insel-Klassiker werden modern interpretiert, andere nur dezent modifiziert. Bei Adrien Hurnungee wirken die Gerichte nie überspannt, sondern sehr natürlich. Anders, aber nicht artig.

Adrien Hurnungee

Gastkoch Adrien und gang & gäbe Chef Juan-Enrique Weinhold werden an diesem Abend an einer Front Cooking Station mitten im Lokal arbeiten und die Gäste live mit Leckerbissen und kulinarischen Gesprächen unterhalten. Learning by eating. Bereits der Starterlöffel stimmt gut ein und macht Lust auf mehr: Konfierte Garnele auf Rote-Bete-Creme mit Kaffee. Begleitend werden einige Dips serviert, mit dabei pikante Mangobutter und eine wunderbare weiße Bohnensalsa, die mit Kardamom, Königskümmel, Kreuzkümmel und Sternanis gewürzt wird. Der Schellfisch badet in einem köstlichen Sanndorn-Marsala-Sud, eine rote Linsencreme wird durch Zimtblüten beseelt. Feinfühlige Kombinationen und dezente Prononcierungen, nie laut und doch ausdrucksvoll. Meist spicy, aber ohne plumpe Schärfe. Auch ein Kalbsrücken kann entzücken, wenn er so zart wie bei Adrien Hurnungee gerät und in einer famosen Kalbs/Quittenjus serviert wird.

Zum Menü kann man aus der sehr guten Weinkarten bestellen oder sich mühelos begleiten lassen. Das gang & gäbe hat eine ausgezeichnete Auswahl von fünf Weinen und Schaumweinen getroffen, darunter der erstklassige Crémant von Clement Klur und der fabelhafte kräuterwürzige Carignan von Pierre Cros aus Südfrankreich. Die Weinbegleitung wird an diesem Abend zum Freundschaftspreis von 34 € angeboten.

Adrien Hurnungee lernte gang & gäbe Betreiber Juan-Enrique Weinhold während deren Zeit bei Kofler & Kompanie kennen, seitdem verbindet die beiden eine kreative Freundschaft. Adrien war lange Zeit Partner vom innovativen Koch Coach Heiko Antoniewicz. Er wurde auf Mauritius geboren, wo bereits sein Vater einer der Topköche war. Seit 1998 lebt der ausgebildete Koch Adrien Hurnungee in Deutschland und ist mit seiner naturbeseelten Küche der Gewürze und Aromen gerne auf Tournee.

Ludwig Fienhold

 

gang & gäbe Weinbistro, Frankfurt, Walther-von-Cronberg-Platz 1,

Tel. 069 5800 505 17.

Cuisine Creole, Freitag 21. Februar, 18.30-23 Uhr.

Menü 59 € inkl. Wasser und Espresso, Weinbegleitung 34 € (optional).

Reservierung zwingend erforderlich, die Teilnehmerzahl ist limitiert.   

 

 

Das Menü
Starterlöffel: Konfierte Garnele // Rote-Bete-Creme mit Kaffee

Begleitend zum Menü: Brot Konfusion // Bohnensalsa à la mauricien // Pikante Mangobutter

Verführerisches von der Insel: Vielfalt vom Gemüse Achar // Linsencreme // Gelierte Jackfruit // Bananenchip gewürzt mit Meersalz

Ein Hauch von Meer: Pochierter Schellfisch // Cassava-Sellerie-Creme // Sanddorn-Marsala-Sud // Korianderöl // Wildkräuter

Kulinarischer Blick nach Mauritius: Bol renversé neu interpretiert: Kalbsrücken // Purple Curry // Geröstete Vadouvan-Graupen // Pochiertes Bio-Ei // Gundermann-Minzen-Jus // Schwarze Papayakerne

Süße Kindheitserinnerungen: Ananas creóle // Vanille Polenta // Süße Avocado // Verbrannter Zuckerrohrstaub // Salziges Nougat aus den Wolken

 

 

 




3-Sterne-Restaurant in der Traube Tonbach durch Brand zerstört

Die legendäre Schwarzwaldstube in Baiersbronn

versinkt in Schutt und Asche

 

Schwarze Wolken über Baiersbronn: Die Flammen im 230 Jahre historischen Herzstück des Hotels Traube Tonbach zerstörten das weltbekannte 3-Sterne-Restaurant Schwarzwaldstube sowie die ebenfalls ambitionierten Lokale Köhlerstube und Bauernstube. Der Brand, der in der Nacht zum 5. Januar ausbrach, verursachte einen Millionenschaden, dessen genaues Ausmaß zur Zeit niemand beziffern kann und dessen Ursache noch geklärt werden muss. Menschen wurden nicht verletzt, es mussten lediglich 63 Hausgäste des benachbarten Hoteltrakts evakuiert werden. Der Brandherd wird in der Küche der Schwarzwaldstube vermutet, das Feuer konnte schnell um sich greifen, weil das viele Holz, das im ganzen Haus verbaut wurde, eine leichte Angriffsfläche bot.

Schwarzwaldstube

Schaden genommen haben dürfte außerdem der stattliche wertvolle Weinvorrat der Schwarzwaldstube, wobei sich ein weiteres Lager in der Vinothek auf der anderen Seite befindet, wo alles unbehelligt vom Feuer blieb. Immerhin hat die Traube Tonbach über 750 Positionen auf der Weinkarte und beherbergt rund 40.000 Flaschen, darunter fragile alte Jahrgänge und Kostbarkeiten. Nach einer Meldung der „Badische neueste Nachrichten“ sollen die Weine bereits gerettet und umgelagert worden sein. Dies wirkt merkwürdig, denn bisher durfte wegen Einsturzgefahr ja niemand das Haus betreten.

Das dramatische Geschehen trifft das Hotel und seine 150 Zimmer in der eher ruhigen Nebensaison, wobei sich die Schwarzwaldstube vom 6. Bis 30. Januar ohnehin in die Betriebsferien verabschiedet. In einer ersten Stellungnahme sprach Hotelier Heiner Finkbeiner von einem emotionalen Unglück, zumal hier seine Wiege und die des Hotels Traube Tonbach stand. Dennoch zeigte er sich erleichtert, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.  „Das Haus und die Schwarzwaldstube werden wieder aufgebaut“, meint Finkbeiner nach vorne schauend. Doch die alte Seele, die dort bis gestern hauste, lässt sich nicht wieder so einfach beleben.

Harald Wohlfahrt (l.), Nachfolger Torsten Michel

Kochlegende Harald Wohlfahrt, der in Baiersbronn lebt und nach einem Rechtsstreit mit der Inhaberfamilie Finkbeiner nach mehr als 40 Jahren gehen und den Herd seinem Nachfolger Torsten Michel überlassen musste, machte sich vom Brand vor Ort persönlich ein Bild (siehe auch BISS-Artikel „Harald Wohlfahrt – kein Nachruf sowie „Traube Tonbach – Streit mit Wohlfahrt beendet“.

 

Photocredit: Barbara Fienhold




Schuh-Kollektion zum Trinken

Winzerin Bettina Schumann

zu Gast im Frankfurter

gang & gäbe

 

Ob Bettina Schumann auch im Weinberg rote Schuhe trägt, wird man sie heute am 31. Januar im Frankfurter gang & gäbe gleich selbst fragen können. Die Winzerin mit dem ausgeprägten Schuhtick reist aus Baden an, um ihre Weine persönlich vorzustellen. Gerade wurde ihr Weingut in Bahlingen am Kaiserstuhl vom Gault & Millau Weinguide als „Aufsteiger“ gefeiert, deshalb ist die Gelegenheit günstig, sich diesem Schluck für Schluck zu nähern. Alle Etiketten ziert ein roter Schuh, „er ist mein Familienwappen“, meint die Winzerin. Die Flaschen tragen Namen wie „Famose Schose“, „Mittenmang“ oder „Achtkantig“. Im Weinbistro gang & gäbe werden fünf verschiedene Qualitäten präsentiert. Der Graue Burgunder namens „Dit is der Clou vont Janze“ zeugt nicht nur von Bettina Schumanns Berliner Herkunft, sondern auch von der eigenen Handschrift: „Der Wein chillt im Rebberg und im Keller. Der Graue Burgunder ist feierfestes Schuhwerk für den Tanz auf dem Vulkan. Dieser Wein ist alles andere als eine graue Maus, sondern eine farbenfrohe Dragqueen. Einschenken – put your shoes on and let them dance“, beschreibt Bettina Schumann ihren Tropfen.

Ort: Weinbistro gang & gäbe

Datum: Frankfurt, Walter-von-Cronberg-Platz 1, 19 – 21 Uhr

Preis: 35 €

Leistung: 5 verschiedene Weine, Käse, Bio-Brötchen, Dips, Wasser

Anmeldung: Tel. 069 58 00 50 517  

oder service@dasgangundgaebe.de

www.dasgangundgaebe.de