Gourmet-Festival: Bayrischer Japaner & Rosenmuskateller

Das bunte kulinarische Festival perlt vor Vergnügen

 

Der bayrische Japaner Tohru Nakamura spricht präzises Hochdeutsch. Und so kocht er auch: deutlich genau, betont. Dem Michelin sind seine kulinarischen Aussagen zwei Sterne wert, der Gault & Millau verleiht ihm stattliche 18 Punkte und feiert ihn geradezu hymnisch. Der Sohn eines Japaners und einer Deutschen arbeitet in Geisels Werneckhof in München und war davor im Restaurant Vendôme bei Joachim Wissler und in der Oud Sluis von Sergio Herman. Jetzt gab Tohru Nakamura ein bemerkenswertes Gastspiel beim Rheingau Gourmet & Wein-Festival im Hattenheimer Kronenschlösschen. Schön, wie er eine Auster mit Salzwiesenkräutern und Dill in eine geschmackliche und optische Perle verwandelte. Als filigrane Finesse beeindruckte der kurzgegarte Langostino mit Liebstöckel-Emulsion, Sellerie-Creme und Limetten-Perlen. Erstaunlich, dass Tohru Nakamura auch aus den scheinbar einfachen Zutaten Südtiroler Speck & Käse, Vinschgauer Brot, Feige sowie japanischer Artischocke (Crosne) ein lustvolles warmes Gericht entwirft. Dieser Teller war der Weinbegleitung aus Südtirol geschuldet, wobei unter den zahlreichen Flaschen vor allem die Lagrein Riserva Taber 2010 von der Kellerei Bozen gefiel. Der wunderbar edelfruchtige Rosenmuskateller von Franz Haas begleitete als Rarität die hochfeinen Desserts von Tohru Nakamaru.

Tohru Nakamura

Tohru Nakamura

Es gibt eine Veranstaltung beim Gourmet-Festival, bei der nicht viel gekocht wird, und die trotzdem stets zu einem Ereignis wird: Caviar & Champagner. Selbst an einem trüben Mittag funkelt plötzlich die Sonne aus den Gläsern. Billecart-Salmon schafft das spielend, wobei es gleich drei Qualitäten gab: Reserve, Rosé, Brut 2004. Alles Klasse. Und wie es sich gehört in einem Weißweinglas serviert. So entfaltet sich guter Champagner, und selbst Nipper nehmen endlich einmal einen ordentlichen Schluck. Caviar von Prunier und der sagenhafte Balik Lachs „Tsar Nikolaj“ lechzen nach Champagner. Bei der Caviar-Verkostung wurden gleich vier verschiedene Sorten Caviar serviert, die sich allein durch ihren Salzgehalt recht unterschiedlich zeigten. So lernt man ganz nebenbei beim Essen. Der Küchenchef des Kronenschlösschens Simon Stirnal tischte einen prallen Steinbutt auf, der von cremigen Perlgraupen begleitet wurde. Vielleicht werden Perlgraupen das neue Risotto, zumal sie nicht so viel der Aufmerksamkeit bedürfen. Bei der älteren Generation sind sie nicht so beliebt, weil sie in der schlechten Zeit als Billiglebensmittel damit überfüttert wurde. Doch können Graupen richtig gut sein, wie man jetzt im Kronenschlösschen sehen konnte. Simon Stirnal schleppte sich mit kaputtem Fuß humpelnd in die Küche. Der letzte bei dem man dies erleben konnte, gehört einer ganz anderen Generation an: Harald Wohlfahrt kochte auch mit Gipsbein.

Steinbutt

Steinbutt

Nicht zu unterschätzen ist das Gourmet-Festival auch in seiner Funktion als gesellschaftliches Ereignis. Man trifft sich, plaudert, netzwerkt. Winzer, Weingutsbesitzer und auch Gastronomen sitzen mit am Tisch. Einige Gäste kommen seit 20 Jahren, manche nehmen während des Festivals gleich an einem Dutzend Veranstaltungen teil. Den Rekord hält allerdings der Festival-Gründer und Inhaber des Kronenschlösschens, Hans B. Ullrich, der bei jedem Event des Gourmet-Trubels dabei ist. Bei drei Veranstaltungen pro Tag und einem Verlauf von 18 Tagen eine erstaunliche Leistung.

 

Photocredit: Barbara Fienhold

 

Zaren-Lachs

Zaren-Lachs

Das Gourmet-Festival geht noch bis zum 12. März, hier das Programm dazu:

Gourmet Festival Programm 2017 mit einem Klick

 

 

 

 

 

 

Infos & Buchungen

Hotel Kronenschlösschen

Eltville-Hattenheim, Tel. 06723-640 

info@kronenschloesschen.de

www.kronenschloesschen.de

Austern-Perle

Austern-Perle

 

 




Die letzten Tickets: Rheingau Gourmet-Festival gestartet

Neue Winzer, junge Köche, große Namen

 

Das Rheingau Gourmet & Wein Festival ist mit einer großen Welcome Party im Kloster Eberbach gestartet. Das Festival präsentiert sich in diesem Jahr deutlich jünger und trendiger als zuvor. Ein veganes Galadinner, originelle Dessert-Menüs, eine Nachmittags-Jause mit den 16 besten Würzölen und -Essigen zu Fingerfood, ein Lunch mit dem erstklassigen „Rheingau-Affineur“, junge Köche und Newcomer-Winzer sollen mehr Zeitgeist repräsentieren. Auf weltbekannte Spitzenköche wurde natürlich nicht verzichtet, mit dabei sind unter anderem die deutschen Drei-Sterne-Chefs Christian Bau, Sven Elverfeld und Klaus Erfort oder die internationalen Stars Nick Bril (Antwerpen), Rodolfo Gúzman (Santiago de Chile)und Henrik Yde Andersen (Kopenhagen).

Nick Bril

Nick Bril

Den Schlusspunkt des 21. Rheingau Gourmet & Wein Festivals setzt am 12. März die Abschiedsparty „Burgenland“, bei der noch einmal fünf internationale Sterne-Köche und vier nationale Spitzenköche ihre Kreationen präsentieren. Letzte Karten für die Abschiedsparty und einige wenige der Veranstaltungen des Gourmet-Ereignisses sind noch erhältlich. Restkarten gibt es beispielsweise für den Libanon-Lunch mit Thomas Figovc aus Beirut am 10. März. Weinliebhaber können noch Karten erwerben für den Raritäten-Lunch „Champagner & Bordeaux“ am 10. März oder das Tasting am 9. März, Grand Terroirs of Europe. Außerdem gibt es noch kleine Kontingente für Dinner-Events, beispielsweise für Tohru Nakamura am 5. März sowie Thomas Kellermann am 8. März.

Kronenschlösschen Sommerterrasse

Kronenschlösschen

 

Tickets erhältlich telefonisch unter Tel. 06723 640, per E-Mail unter info@kronenschlösschen.de oder unter www.rheingau-gourmet-festival.de. Diverse Festival-Arrangements mit ausgewählten Veranstaltungen werden auch mit Übernachtungen im Hotel Kronenschlösschen angeboten.




Sterne-Küche für Astronauten

Thierry Marx entwirft

Essen aus dem Space Labor

für Astronauten & Gäste

 

Der französische Sternekoch Thierry Marx vom Mandarin Oriental in Paris ist bekannt für seine abgespaceten kulinarischen Kreationen. Jetzt auch wortwörtlich: Marx entwarf verschiedene Speisen für den französischen Astronauten Thomas Pesquet, die dieser während seines sechsmonatigen Aufenthalts auf der Internationalen Raumstation ISS verputzen kann. Die Gerichte wurden vom French Food Innovation Center unter Regie von Thierry Marx und dem Chemiker Raphael Haumont entwickelt. Mit dem Hinweis: „Unter strengsten Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien.“

Thierry Marx hebt ab

Thierry Marx hebt ab

An den vier März-Dienstagen verwandelt sich das Restaurant Sur Mesure im Mandarin Oriental Paris in ein Raumschiff, in dem galaktische Sechs-Gänge Menüs mit Überraschungen und Gerichten wie Rinderzunge, Hähnchenbrust mit Morcheln oder Apfellebkuchen serviert werden. Das Menü ist für stattliche 230 € pro Person (exklusive Getränke) ausschließlich für den 7., 14. 21. und 28. März buchbar. Das Mandarin Oriental Paris begeht diese Kooperation außerdem mit dem „Planet Marx“, einem Kuchen in Mars-Form aus Schokolade und karamellisierten Birnen (siehe Foto) sowie fünf speziellen „Star“-Cocktails in der Bar 8.

 

 

 

 

 

Photocredit: Gabriel Otero




Restaurantkritik Block House: Noch mehr Steaks für Frankfurt

Geht noch mehr

oder wars das schon?

 

Cafés und Steakhäuser sind die derzeit am meisten expandierenden Sparten in der Gastronomie. Frankfurt hat zwar von beiden schon mehr als ausreichend, bekommt aber immer wieder Zuwachs. Jetzt ist mit dem Block House eine Grillhütte aus dem Reich der Systemgastronomie an den Frankfurter Börsenplatz gezogen. Die Lage ist zentral, wenngleich durch ein nicht gerade anspruchsvolles Umfeld keineswegs optimal.

Die stattliche Hausfassade verschafft einen guten ersten Eindruck. Von einem Ambiente mag man innen angesichts der tristen Ausstattung indes gar nicht sprechen. Die gesamte Atmosphäre hat etwas Gespenstisches und erinnert an die seligen Wienerwald-Lokale der 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Dazu passt auch der ungelenke, ungeschulte und auch noch unaufmerksame Service.

Die Steak-Auswahl kennt man aus den vielen anderen Block-Häusern, von Hamburg bis Peking. Fast 50 Gaststätten unter diesem Namen gibt es bislang, wobei die im Ausland als Franchise betrieben werden. Das neue Lokal in Frankfurt genießt mehr die Aufmerksamkeit des Firmengründers Eugen Block, der hier gleich persönlich nach dem rechten sah. Auswirkungen auf die Qualität beim Service und dem Interieur hatte dies jedoch nicht.

Man darf mit den üblichen Bekannten rechnen: Rumpsteak, Hereford Rib-Eye, Rib-Eye Mastercut mit 350 Gramm, Filet Mignon, American Tenderloin, T-Bone-Steak. Preise: 18,90 – 33,40 €. Die Steaks sind auf den ersten Biss tadellos, aber es fehlt dem Fleisch an Aroma und Würze. Und vor allem sind die probierten Steaks einfach nicht sexy. Schon gar nicht so sexy wie die vom Buffalo Steakhaus in der Nähe. Baked Potatoes & Sour Cream, Salate und Dressings – alles einwandfreie Systemgastronomie. Für normale Steak-Bedürfnisse reicht das alles durchaus und wird entsprechenden Zugang finden. Die Weine machen es vielen recht und reißen auch kein Loch in den Geldbeutel. Das größte Manko des neuen Steakhauses aber ist, dass es einfach keine Freude vermittelt und nicht unbedingt Lust auf einen erneuten Besuch macht.

LF

 

Block House, Frankfurt, Börsenplatz 5, Tel. (069) 219 965 66.
Täglich 11.30 – 24 Uhr, Sonntag  11.30 – 23 Uhr. 
 
 



Heiß: Die Winter-Kollektion der Eis-Manufaktur Firenze

Für Schnee können wir nicht sorgen, aber für Eis. Das beste Eis. Adriano macht nicht nur im Sommer hervorragende Sorten, sondern auch im Winter. Freitag, Samstag und Sonntag frisch in der kleinen Manufaktur im Eis-Salon Firenze am Walther-von-Cronberg-Platz in Sachsenhausen. Man kann es gleich im kleinen Café genießen, aber auch für zu Hause in Thermoboxen mitnehmen. Gespachtelt, nicht gekugelt. Solo immer gut, aber auch als Dessert nach dem Essen schön bequem. Es gibt nach wie vor einige Klassiker des Sommers. Uns gefallen alle Eis-Sorten, von der neuen Kollektion ganz besonders aber: Geröstete Mandeln, Zimt/Pflaume, Birne/Ricotta, Walnuss/Feige und Karamell mit Fleur de Sel. Aromatisch, elegant, zart-cremig – Eiskunstlauf für die Zunge.

Adriano, der Eisheilige

Adriano, der Eisheilige

Eis-Salon Firenze, Frankfurt, Walther-von-Cronberg-Platz 13, Tel. (069) 380 39 595. Im Winter geöffnet Freitag – Sonntag von 11 bis 20 Uhr. Gleich gegenüber befindet sich ein Parkhaus. 

Photocredit: Barbara Fienhold

 

 




Offenbach first: Das Ende der kulinarischen Bescheidenheit

Neues aus der

verbotenen Stadt

 

Offenbach wird immer frecher. Frankfurts freudloser Nachbar entwickelt ein beachtliches kulinarisches Bewusstsein. Das Restaurant schauMahl legte vor sechs Jahren den Grundstein und bewies großen Mut, als es ausgerechnet in dieser Diaspora ein anspruchsvolles Publikum bedienen wollte. Mit der Backschaft zog inzwischen ein weiteres gutes Lokal nach. Im Stadtteil Rumpenheim segelt jetzt das Lokal Zum Schiffchen unter neuer Flagge und will das bierselige Fahrwasser auffrischen. Neu an Bord ist Mundschenk Pit Punda, der bereits das schauMahl zu einem Hort für Weinfreunde machte. An die Stelle von Pit Punda (Bild oben) rückte im schauMahl Raffaele Fazio  nach, der zuvor im Frankfurter Casa di Tomilaia arbeitete.

Raffaele Fazio

Raffaele Fazio

Das Schiffchen, ein gemütvolles Fachwerkhaus am Main, wird von Eric Münch betrieben, der auch das Markthaus am Wilhelmsplatz in Offenbachs Stadtmitte führt. Bislang stand das Schiffchen für eine deftige Küche, frischgezapfte Biere und Apfelweine von Jörg Stier. Die Weinkarte gewinnt immer mehr an Statur, Champagner von Bollinger glasweise und der Krawallschoppen von Jörg Stier formieren sich zu einem wunderbaren geselligen Beisammensein.

LF

 

 

 

 

 

 

 




Champagner, Kaviar & Zaren-Lachs beim Gourmet Festival

Mittags schwelgt

es sich am schönsten

 

Kaviar steht für Genuss schlechthin, aber der Wildfang aus dem Kaspischen Meer ist so gut wie ausgetrocknet und zudem verboten. Deshalb kümmern sich viele einstige traditionelle Händler um Züchtungen in Aquakulturen, die immer mehr an Qualität gewinnen. Kaviar zählt nach wie vor zu den teuersten Delikatessen der Welt. Einer der bekanntesten Erzeuger ist die französische Manufaktur Prunier, die 2004 mit Caviar House fusionierte, dem einst größten Importeur iranischen Kaviars.  Caviar House ist außerdem für seinen erstklassigen Balik Lachs bekannt. Kaviar und Balik Lachs stehen als besonders hochwertige Vertreter der Feinkost im Mittelpunkt eines Events beim jetzigen Gourmet & Wein-Festival im Rheingau. Dazu passt ein Champagner erster Güte, wie der Billecart-Salmon, von dem verschiedene Flaschen ausgeschenkt werden.

Frank Brömmelhaus von Caviar House

Frank Brömmelhaus von Caviar House

Nach dem Aperitif mit Champagne Brut Reserve in Magnumflaschen präsentiert Frank Brömmelhaus, Geschäftsführer von Caviar House & Prunier, eine Degustation, bei der sich jeweils vier Personen eine 50gr Dose jeder Kaviarsorte teilen. Zu jeder Sorte serviert Éric Calzolari, Chef von Billecart-Salmon Deutschland, einen speziellen Champagner.

Nach der Kaviar-Verkostung folgt ein 3-Gang-Menü von Simon Stirnal, dem Küchenchef des Kronenschlösschens. Dabei spielt der milde, feine Balik Lachs Tsar Nikolaj die Hauptrolle. Begleitet wird das Essen von den Weinen des Guts Prinz von Hessen. Der Lunch am 6. März im Kronenschlösschen kostet 290 €. „Allein der Warenwert für Kaviar-Tasting, Menü und Getränke liegt bei rund 400 € pro Person“, rechnet Hans B. Ullrich, der Veranstalter des Festivals, das vom 23. Februar bis zum 12. März stattfindet.

 

 

Infos & Buchungen

Kaviar & Balik Lachs Lunch, Montag, 6. März, 12 Uhr, Kronenschlösschen in Hattenheim im Rheingau

Hotel Kronenschlösschen, Eltville-Hattenheim, Tel. 06723-640 

info@kronenschloesschen.de

www.kronenschloesschen.de

 

Gourmet Festival Programm 2017 mit einem Klick

 

Photocredit: Caviar House, Barbara Fienhold

 




Auf nach Stuttgart: 2-Sterne-Koch Denis Feix startet in der Zirbelstube

Unglaubliches Küchenkarussell

zum Jahresende

 

Die Zirbelstube im Althoff-Hotel am Schlossgarten in Stuttgart hat sich mit Denis Feix einen der besten Köche ins Haus geholt. Feix, der gerade für seine Kochkunst erneut mit zwei Michelin-Sternen und zuvor mit 18 Punkten im Gastronomieführer Gault & Millau ausgezeichnet wurde, wird der neue Chefkoch des Restaurants Zirbelstube und startet bereits Mitte Januar. Feix war im Restaurant „Il Giardino“ in Bad Griesbach tätig und bringt gleich seine Frau Kathrin mit, die als Chef-Sommelière in der Zirbelstube künftig das Serviceteam unterstützt. Kathrin Feix (oben rechts im Bild) wurde vom Gault & Millau Guide 2016 als „Gastgeberin des Jahres“ ausgezeichnet.

Denis Feix

Denis Feix

Kathrin und Denis Feix folgen auf Sebastian Prüßmann, der Ende Dezember in die Villa Rothschild nach Königstein wechselt. Siehe BISS-Artikel 2-Sterne-Koch Christian Eckhardt verlässt die Villa Rothschild“.

Thomas H. Althoff, Inhaber und geschäftsführender Gesellschafter der Althoff Hotels: „ Denis Feix ist ein guter Bekannter der Althoff Hotels, kochte er doch schon unter unseren Meisterköchen Joachim Wissler und Dieter Müller.“

Denis Feix kann eine Bilderbuch-Karriere vorweisen. Der 42-jährige war zuletzt zehn Jahre lang Küchenchef im Restaurant „Il Giardino“ in Bad Griesbach, das vom Guide Michelin mit zwei Sternen ausgezeichnet wurde. Zuvor war er in leitenden Küchenfunktionen vier Jahre lang im Restaurant „La Résidence“ in Essen und davor zwei Jahre auf Schloss Berg in Perl-Nennig tätig. Denis Feix sammelte im Rahmen seiner Laufbahn Erfahrung bei den Althoff Spitzenköchen Joachim Wissler vom Restaurant Vendôme, das mit drei Sternen gekrönt wird und 19,5 Punkte im Gault & Millau hat.

Feix will in der Zirbelstube wie zuvor eine spannungsreiche, aromatische und kreative Küche anbieten. Die kompetente Begleitung zu seinen Gerichten übernimmt seine Ehefrau Kathrin. Die beiden freuen sich über die neue, gemeinsame Herausforderung: „Wir schätzen es sehr, dass wir unsere erfolgreiche Arbeit künftig im Hotel am Schlossgarten weiterführen werden. Ganz besonders haben wir die gastronomische Arbeit in den Hotels von Thomas H. Althoff seit Jahren verfolgt und freuen uns, in dieser kulinarisch exponierten Hotel Collection jetzt mitzuwirken.“

Photocredit: Alhoff Hotels
 



2-Sterne-Koch Christian Eckhardt verlässt die Villa Rothschild in Königstein

Und zieht ins neue Restaurant Purs nach Andernach

 

Von Ludwig Fienhold

 

Die Villa Rothschild ist ein Schmuckstück, zu der Christian Eckhardts funkelnde Küche passt. Zwei Sterne im Michelin und 18 Punkte im Gourmet Guide Gault & Millau verleihen Glanz. Doch im nächsten Jahr verlässt der hoch dekorierte Küchenchef die Villa und zieht nach Andernach, wo bereits seine künftige Ehefrau, Sarah Henke arbeitet (beide im Bild rechts). Während Sarah Henke im Yoso raffinierte asiatische Küche bietet, wird Christian Eckhardt im benachbarten Hotel ConVent ein Gourmet-Restaurant in Position bringen, das auf den Namen PuRs hört. Betreiber des gesamten Ensembles ist die RD-Gastrogruppe, die von Rolf Dietrich Doetsch geführt wird.

Christian Eckhardt

Christian Eckhardt

Der Wechsel soll sich am 31. März 2017 vollziehen. Das neue Gourmet-Restaurant PuRs wird indes erst Mitte nächsten Jahres eröffnen, denn die neue Mannschaft muss sich noch hinter den Kulissen einarbeiten. Christian Eckhardt wird gleich drei Köche aus seiner jetzigen Mannschaft mitnehmen, zudem eine bewährte junge Servicemitarbeiterin. Das erklärte Ziel von Christian Eckhardt ist es, weiter auf hohem Niveau arbeiten zu wollen. Er will in den bekannten Restaurantführern dieselben Bewertungen wie in der Villa Rothschild erreichen. Eckhardt sagt: „Ich möchte den Gästen Spaß an der Gourmetküche vermitteln und ihnen die gewisse Scheu davor nehmen. Mit meiner spannenden, innovativen, saisonalen Küche möchte ich voll und ganz überzeugen.“

Der besondere Reiz liegt für Eckhardt im Gesamtkonzept, da das PuRs in das Gourmethotel ConVent eingebunden ist, welches zeitgleich eröffnet. Mit der Eröffnung des Gourmetrestaurants PuRs verwirklicht sich der Sternekoch in Zusammenarbeit mit der RD-Gruppe den Traum, eine Küche von Anfang mitzugestalten, zu entwickeln und zu etablieren. Die ebenfalls mit einem Stern ausgezeichnete Sarah Henke, welche ursprünglich ins PuRs wechseln sollte, bleibt dem von ihr aufgebauten Yoso Streetfood & Sushi verbunden. Im Yoso nimmt Henke die Gäste auch künftig mit auf eine Reise durch die Garküchen Asiens. Die RD-Gruppe eröffnete im November das stylische Hotel am Ochsentor sowie das italienische Ai Pero – Ristorante / Trattoria / Enoteca mit Küchenchef Frank Seyfried, der unter anderem für das Ristorante Fidelio im Schloss Elmau tätig war.

Villa Rothschild

In der Villa Rothschild ist Eckhardt noch bis März

Bei Christian Eckhardt gab es verschiedene Überlegungen für den Wechsel, wie er auf unsere Nachfrage erklärte. Es sind in erster Linie private Gründe, denn er wollte keine Fernbeziehung mehr und seiner Lebenspartnerin Sarah Henke einfach näher sein. Im Spätsommer 2017 soll die Hochzeit sein. Das Angebot, gemeinsam mit ihr in dem gleichen Unternehmen zu arbeiten, war deshalb reizvoll, wobei solche Konstellationen in der Hotel- und Gastronomiewelt die Ausnahme sind. Es ist außerdem kein Geheimnis, dass ein Küchenchef in der Villa Rothschild unter besonders großem Druck steht. Er ist nicht allein für das Spitzenrestaurant des Hauses verantwortlich, sondern auch für Bankett und Catering, mit denen immerhin ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Basis geschaffen wird. Diesen enorm kräftezehrenden Einsatz hatte bereits auch Vorgänger Christoph Rainer zu spüren bekommen.

Der neue Arbeitsort von Christian Eckardt liegt gut 130 Kilometer von Frankfurt entfernt, also nicht gerade im direkten Einzugsbereich der starken Fangemeinde des Küchenchefs. Das rheinische Andernach, nahe Koblenz, hat sich bislang kulinarisch nicht ins Licht setzen können. Man konnte dort kaum mehr als Sauerbraten, Nussecken, Bienenstich und Döppekooche essen. Der interessanteste Sohn der Stadt war der Schriftsteller und scharfzüngige Rasierklingen-Dichter Charles Bukowski.

Sebastian Prüßmann

Sebastian Prüßmann

Nachfolger von Christian Eckhardt in der Villa Rothschild wird Sebastian Prüßmann. Der 36 Jahre alte Küchenchef aus Leverkusen legt ein neues Konzept vor und will für eine „nachhaltige Küche auf hochklassigem Niveau“ sorgen und dabei Geschmackselemente der Paleo-Küche mit ayurvedischen Akzenten einsetzen. Fine Dining & Health ist das neue Credo. Schon ab Januar des neuen Jahres soll es in der Villa Rothschild einen Vorgeschmack darauf geben.

Aktuell leitet Sebastian Prüßmann als Küchendirektor das Althoff Hotel am Schlossgarten in Stuttgart und kann sich mit einem Stern im Michelin 16 Punkte Gault Millau schmücken. Geprägt wurde Prüßmann durch die Küchen und Kochstile von Dieter Müller und Nils Henkel im Althoff Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach, wo er von 2010 bis 2011 als Küchenchef fungierte. In der Villa Hammerschiede erkochte er sich von 2011 bis 2013 als Küchenchef seinen ersten eigenen Michelin-Stern. Dort arbeitete er bereits mit Benjamin Birk zusammen, dem heutigen gastronomischen Leiter und Sommelier der Villa Rothschild.

Photocredit: Stefan Veres (2), Villa Rothschild (1), Barbara Fienhold (1)




Nils Henkel wird Küchenchef auf Burg Schwarzenstein im Rheingau

Der hoch dekorierte Koch will

an die Spitze der Region

 

Nils Henkel, einer der bekanntesten und besonders hoch dekorierten Köche des Landes, hat wieder eine neue Heimat gefunden und wird ab Februar 2017 auf der Burg Schwarzenstein in Geisenheim-Johannisberg das Gourmetrestaurant führen. Genau vor zwei Jahren, im Dezember 2014, beendete er vorerst seine Karriere, weil das Schloss Lerbach in Bergisch Gladbach dicht machte. Dort hatte Nils Henkel 2008 die Nachfolge von seinem Mentor Dieter Müller übernommen.

Der 47 Jahre alte Nils Henkel trat seinerzeit mit hohen Auszeichnungen ab:19 Punkte im Gault & Millau sowie 2 Sterne im Michelin. An diese Glanzzeiten will er jetzt im Rheingau wieder anknüpfen. Über seinen Schritt in den Rheingau sagt Henkel: „Burg Schwarzenstein liegt wunderschön in den Weinbergen und bietet den perfekten Rahmen für meine naturverbundene Küche. Neben fantastischen Weinen stammen aus dieser Region auch viele kleine Produzenten, die meine Küche sicherlich bereichern werden“

Restaurant Burg Schwarzenstein

Restaurant Burg Schwarzenstein

Mit seiner Pure Nature Küche hat Nils Henkel einen ganz eigenen Weg eingeschlagen. Aus der Natur schöpft er Kraft. Wilden Kräutern und alten Gemüsesorten widmet er besondere Aufmerksamkeit und setzt sie oft als Hauptdarsteller in den Mittelpunkt seiner Menüs. Fisch und Fleisch sind daher bei manchen Gerichten eher sinnvolle Begleiter, wobei Henkel, der von der Ostseeküste stammt, ein Faible für alle Meeresfrüchte hat.

Bauernsalat - Bohnen -  Schafskäse - Oliven -  Gurke-min

Bauernsalat – Bohnen – Schafskäse – Oliven – Gurke

Mit den Menüs „Fauna“ und „Flora“ knüpft Henkel auch auf der Burg Schwarzenstein an die früheren Zeiten an. Das Menü „Flora“ ist komplett vegetarisch, beim Menü „Fauna“ will er mit den besten Produkten vom Land und aus dem Wasser arbeiten. Neu sind auf die Menüs abgestimmte nicht alkoholische Getränkebegleitung aus Tee, Säften und Essenzen.

Die Gastgeber auf Burg Schwarzenstein, Michael und Stephanie Teigelkamp, freuen sich auf den neuen Mann an ihrer Seite und wollen damit einen Meilenstein im Rheingau setzen. „ Die ganze Region wird davon profitieren – sowohl die herausragenden Winzer, als auch unsere Kollegen aus der Gastronomie“, meinen die Teigelkamps. Gerade in diesen Tagen hatten sie sich von ihrem Küchenchef Dirk Schröer getrennt. Dieser wurde mit einem Michelin-Stern und 16 Punkten im Gault & Millau ausgezeichnet, was Michael und Stephanie Teigelkamp allerdings nicht ausreichte.

Nils Henkel

Nils Henkel

Nils Henkel begann seine Ausbildung als Koch 1986 im Romantikhotel Voss-Haus in Eutin. Danach setzte er seine Laufbahn in den Hamburger Restaurants Le Jardin im Raphael Hotel sowie im Landhaus Scherrer bei Heinz Wehmann und im Il Ristorante fort. Als Souschef ging er ins Münsterland und arbeitete im Coesfelder Valkenhof bei Pascal Levallois und in Averbecks Giebelhof in Senden.

Den finalen Schliff, zunächst als Sous-Chef, holte sich Nils Henkel ab 1997 im Althoff Schlosshotel Lerbach im Restaurant Dieter Müller, wo er 2004 die Position des Küchenchefs sowie Dieter Müllers Stellvertretung übernahm. 2008 wurde er hier alleiniger Küchenchef. Nachdem die Althoffgruppe Schloss Lerbach Ende 2014 verlassen musste, arbeitete Henkel als Freiberufler. Er gab Kochseminare, entwickelte Rezepte und feine Produkte. Neben seiner Tätigkeit als Autor beriet er Gastronomiebetriebe und Unternehmen.

 

Photocredit: Wonge Bergmann, Roman Knie