Cheese please: Die Käse vom Rheingau-Affineur

Meisterhafte Käse & edelsüße Weine beim Gourmet-Festival

 

Aus dem Rheingau kommt nicht nur fabelhafter Wein, sondern auch großartiger Käse. Die „Rheingau-Affineure“, ein feines und handwerklich hochsolide arbeitendes Familienunternehmen, macht mit ihren Erzeugnissen Furore. Beim kommenden Gourmet & Wein-Festival im Kronenschlösschen in Hattenheim wird diesem Thema eigens ein moderiertes Mittagessen gewidmet. Das Festival beginnt zwar erst im nächsten Jahr, doch die Tickets sind stets schnell bereits im Vorverkauf vergriffen, der jetzt begonnen hat.

Affineur Reiner Wechs

Affineur Reiner Wechs

Rheingau KäseDer Affineur hat in Frankreich als Beruf eine lange Tradition. Dieser „Käse-Verfeinerer“ spürt die besten Käse auf und pflegt die Rohkäse in seinen eigenen Reifekellern, bis sie im idealen Klima das typische Aroma und den perfekten Reifegrad haben. Jeder Affineur hat seinen persönlichen Stil, was „seinen“ Käse so einzigartig macht. Die Rheingau-Affineure Reiner Wechs und Anke Heymach (Vater und Tochter) produzieren heimische Käse-Spezialitäten in höchster Qualität, wobei sie Kleinkäserein in der Region anleiten und unterstützen. Die Käse sind nach Meinung des Gourmet-Festival-Veranstalters H.B. Ullrich den großen französischen Käsen nicht nur ebenbürtig, sondern inzwischen sogar überlegen.

Beim kommenden Gourmet & Wein-Festival soll es eine Auswahl der besten Sorten geben: Rheingauer Runde (Munstertyp, samtweich, würzig-zart); Rheingauer Spätburgunder-Tresterkäse (Rarität, im Gewölbekeller gereift und eingelegt im Spätburgundertrester); Zisterzienser-Käse (kräftiger Bergkäse,würzig und markant); Äppelwoi-Käse; Bierkäse (aus dem Vorarlberg, mit Rheinhessen Braubier verfeinert); Honig-Nuss-Käse; Blauschimmel-Lakritze. Die Milch stammt immer von heimischen Ziegen und Schafen, die Käse reifen in Gewölbekellern.

Der Rheingau AffineurZum Abschluss gibt es heimische Camembert und Brie im Blätterteig gebacken mit glasierten Portwein-Äpfeln. Dazu werden rare Ports von Ramos Pinto (Collector Reserva 2011 Late Bottled Vintage und 1994 Quinta da Ervamoira Single Quinta Vintage Port) serviert. Das Käse-Menü begleiten mit ihren Weinen außerdem die Winzer Bernd Schönleber (Weingut F.B. Schönleber, Rheingau) mit Alte Reben, Oestricher Klosterberg Riesling trocken und Oestricher Doosberg Riesling Auslese edelsüß sowie Michael Gross aus dem Familienweingut Gross/Südsteiermark mit seinen Spezialitäten Gewürztraminer und Sauvignon Blanc. Moderiert wird der Lunch von Kulturhistoriker und Journalist Erwin Seitz.

Käse-Lunch, Mittwoch 7. März 2018, Kronenschlösschen Hattenheim. Preis für Käse und sämtliche Weine: 85 € pro Person.

Kronenschlösschen, Eltville-Hattenheim, Rheinallee, Tel. 06723 640. Buchungen über: info@kronenschloesschen.de

www.kronenschloesschen.de

 

 

 

 

 

 

 




Gastro News: 3 Schließungen und eine Wasserleiche

Keine brasilianische

Küche mehr

Das einzige brasilianische Lokal Frankfurts hat geschlossen und wird einer tibetanischen Küche Platz machen. Das Do Brasil war ein besonders sympathischer Exot in der Frankfurter Gastronomie.  Überregional bekannt wurde die Adresse im Westend durch die TV-Serie „Mein Lokal, Dein Lokal“, bei der Antonio De Sá Rocha und sein Koch Jimmy die Herzen der Zuschauer eroberten. Das Lokal hatte aber nicht nur eine nette Atmosphäre zu bieten, vor allem die Küche war sehr gut. Das brasilianische Nationalgericht Feijoada, sämiger schwarzer Bohnen-Eintopf mit verschiedenen Fleischsorten und geräucherter Wurst, gelang besonders gut. Bei Camarão Alho e Óle, gebratenen Scampis in feinem Knoblauchöl, kam Urlaubsstimmung auf, wobei der Sud bis zum letzten Tropfen zum Auftunken animierte. Unvergessen auch Salpicão de Frango, brasilianischer Hähnchensalat, und Picanha a Brasileira, wunderbar gewürztes und gegrilltes saftiges Rindfleisch mit Maniokbröseln.

 

Kein Glückskeks

Das Restaurant Yung in der Hügelstraße in Frankfurt-Eschersheim muss wegen einer anstehenden Mieterhöhung aufgeben. Es war eines der ersten und besten China-Lokale der Stadt. Nach fast 30 Jahren schließt das Familienunternehmen nun zum Jahresende. Betreiber Chikei Yung ließ offen, ob er an anderer Stelle weitermachen wird.

 

Wasserleiche

Vor über einem Jahr ging ein scheußliches und riesengroßes Hausboot an der Sachsenhäuser Mainseite am Eisernen Steg vor Anker.Der weiße Ponton gleicht eigentlich mehr einer leeren Baustelle und verursacht den Augen Schmerzen. Der Eiserne Steg, eines der wichtigsten Wahrzeichen Frankfurts, wurde dadurch optisch degradiert.  Ein Baudenkmal, das obendrein unter Denkmalschutz steht, hätte mehr Respekt und ein anderes Umfeld verdient. Unter dem Namen Freigut will Gastronom Thomas Klüber im Frühjahr 2018 jedenfalls Gästen mit einer bewirteten Schwimminsel einen Platz an der Sonne bieten. Einen besseren Platz für eine Sonnenuntergangsstimmung mit Skylineblick gibt es nicht. Ein gutes Stück weiter in Richtung Untermainbrücke würde das Freigut weniger stören. Wäre das Ungetüm kleiner dimensioniert und so nett anzusehen, wie das andere am Eisernen Steg liegende schwimmende Lokal, hätte man mehr Freude daran.

 

Onsen-Ei-Brüter fliegt davon

Christian Lohse verlässt nach zehn Jahren im Dezember das Fischers Fritz im Hotel Regent in Berlin. Der Michelin ehrte ihn mit zwei Sternen, beim Gault & Millau erhielt er mindere 16 Punkte und einen mürrischen Text. Die Preise changierten zwischen heftig bis überheblich, vor allem bei den Weinen. Lohses Onsen-Ei war zwar in aller Munde, aber er hinterlässt vor allem eine solide Küche mit Spitzenprodukten. Der Service und das Ambiente bleiben nur in blasser Erinnerung. Lohse wird noch mehr als bisher ins Fernsehfach wechseln, dort schätzt man solche nassforschen Typen. Das Restaurant wird eine Pause machen und die Zeit für einen Umbau sowie eine Neuorientierung nutzen.

 




Ausgetrunken: Das Sterben der Weinläden Michael Risse hört ernüchtert auf

Durch die Szene der Weinläden geht leider kein Ruck, sondern ein Riss. Immer mehr kleine Geschäfte sitzen auf dem Trocknen. Jetzt macht auch Michael Risse Schluss und lässt den Vorhang  zu seinem Wein & Food Laden an der Humboldtstraße im Frankfurter Nordend fallen. Dieser war mehr als ein Geschäft und schon eher eine kleine Theaterbühne mit denkwürdigen Protagonisten und eigenwilligen Charakteren.

Michael Risse ist seit vielen Jahren einer der markantesten Vertreter der Frankfurter Weinszene. Mit seinen Reitstiefeln erscheint er, als würde er die Weinfässer noch mit dem Pferdefuhrwerk ausliefern. 1977 fing er auch mit einem Fasshandel an und füllte Flaschen mit eigenem Etikett ab. Später folgte das Geschäft im Nordend, wo Risse ausgesuchte Weine, edle Gläser und Havannas verkaufte, während sich seine Frau Sabine um das Sortiment an Feinkost und Lebensmitteln kümmerte.

Nach dem Abitur wollte Michael Risse eigentlich in einem der Frankfurter Luxushotels anfangen, was aber nicht klappte. Deshalb absolvierte er zunächst ganz brav eine Banklehre und studierte später Jura. Beides keine schlechten Voraussetzungen für ein Geschäftsleben. Ernüchtert muss Michael Risse heute feststellen: „Das Geschäft rentiert sich nicht mehr.“ Seine Kunden würden „überaltern oder verarmen“. Hinzu kommen der Druck von den Discountern, die immer stärker auf den Weinmarkt drängen, sowie das Internet-Weingeschäft. Risse, Jahrgang 1948, zog jetzt die Reißleine, denn er muss nicht nur mit den Finanzen, sondern auch mit den eigenen Kräften haushalten. Letzter Weg: Sein Betrieb ging in die Insolvenz. Ob sich Michael Risse so ganz aus dem Weinhandel und der Gastronomie zurückziehen wird, bleibt abzuwarten. Sein schelmisches Pokerface mag vielleicht verraten, dass er doch noch ein Ass im Ärmel hat.

RisseBei einem guten Tropfen erinnern wir uns mit Wehmut: Diese Verschwommenheit aus  Weinladen, Lebensmittelhandel und Comedy Club gab es kein zweites Mal in Frankfurt. Die Tante Emma hieß hier Michael Risse, sah aus wie ein Berufsbösewicht der Filmbranche, der sich dann aber im wirklichen Leben als herzensguter Hartschalen-Verwandlungskünstler erwies, welcher zwar mit dem immergleichen Gesichtsausdruck auskam, aber ansonsten die allerfeinsten Facetten offenbarte. Der Herr Risse verkaufte auf 20 Quadratmetern 1002 Produkte. Unübersichtlicher ging es kaum, spannender aber auch nicht. Irgendwo entdeckte man eine ziemlich gute Flasche, ein schönes Glas, eine amüsante Antiquität, merkwürdigen Trödel. Im hintersten Eck bei den Lebensmitteln warteten Wildschwein-Mortadella, Maultaschen mit Kalbfleisch und Bärlauch, Semmelknödel mit Speck, Tafelspitzsülze, grobe Bratwürste mit Fenchel, Mangos aus Pattaya.

Michael Risse versorgte die Gastronomie, doch am liebsten kamen jene Individualisten in seine Villa Kunterbunt, die ein persönliches Gespräch mit bissigen Pointen und ungenauem Ziel schätzten. Seine als Kundeninformation gedachten Faxe und Mails galten als Kult-Briefe. Dort richtet er seine Gedanken an „geeichte Zecher, Prosecco-Geschädigte und appetitlose Frauen“. Und verkaufte so nebenbei ein Füllhorn an Flaschen und guten Worten. Wer das blaue Wunder suchte – dort konnte er es erleben.

Ludwig Fienhold

 

Foto: The Last Man Standing

Angelika von Lintel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausgetrunken: Das Sterben der Weinläden

Ernüchternd: Michael Risse hört auf

 

Durch die Szene der Weinläden geht leider kein Ruck, sondern ein Riss.

Immer mehr kleine Geschäfte sitzen auf dem Trocknen. Jetzt macht auch Michael Risse Schluss und lässt den Vorhang  zu seinem Wein & Food Laden an der Humboldtstraße im Frankfurter Nordend fallen. Dieser war mehr als ein Geschäft und schon eher eine kleine Theaterbühne mit denkwürdigen Protagonisten und eigenwilligen Charakteren.

 

Michael Risse ist seit vielen Jahren einer der markantesten Vertreter der Frankfurter Weinszene. Mit seinen Reitstiefeln erscheint er, als würde er die Weinfässer noch mit dem Pferdefuhrwerk ausliefern. 1977 fing er auch mit einem Fasshandel an und füllte Flaschen mit eigenem Etikett ab. Später folgte das Geschäft im Nordend, wo Risse ausgesuchte Weine, edle Gläser und Havannas verkaufte, während sich seine Frau um das Sortiment an Feinkost und Lebensmitteln kümmerte.

 

Nach dem Abitur wollte Michael Risse eigentlich in einem der Frankfurter Luxushotels anfangen, was aber nicht klappte. Deshalb absolvierte er zunächst ganz brav eine Banklehre und studierte später Jura. Beides keine schlechten Voraussetzungen für ein Geschäftsleben.

Ernüchtert muss Michael Risse heute feststellen: „Das Geschäft rentiert sich nicht mehr.“ Seine Kunden würden „überaltern oder verarmen“. Hinzu kommen der Druck von den Discountern, die immer stärker auf den Weinmarkt drängen, sowie das Internet-Weingeschäft. Risse, Jahrgang 1948, zog jetzt die Reißleine, denn er muss nicht nur mit den Finanzen, sondern auch mit den eigenen Kräften haushalten. Ob sich Michael Risse so ganz aus dem Weinhandel und der Gastronomie zurückziehen wird, bleibt abzuwarten. Sein schelmisches Pokerface mag vielleicht verraten, dass er doch noch ein As im Ärmel hat.

 

Bei einem guten Tropfen erinnern wir uns mit Wehmut: Diese Verschwommenheit aus  Weinladen, Lebensmittelhandel und Comedy Club gab es kein zweites Mal in Frankfurt. Die Tante Emma hieß hier Michael Risse, sah aus wie ein Berufsbösewicht der Filmbranche, der sich dann aber im wirklichen Leben als herzensguter Hartschalen-Verwandlungskünstler erwies, welcher zwar mit dem immergleichen Gesichtsausdruck auskam, aber ansonsten die allerfeinsten Facetten offenbarte. Der Herr Risse verkaufte auf 20 Quadratmetern 1002 Produkte. Unübersichtlicher ging es kaum, spannender aber auch nicht. Irgendwo entdeckte man eine ziemlich gute Flasche, ein schönes Glas, eine amüsante Antiquität, merkwürdigen Trödel. Im hintersten Eck bei den Lebensmitteln warteten Wildschwein-Mortadella, Maultaschen mit Kalbfleisch und Bärlauch, Semmelknödel mit Speck, Tafelspitzsülze, grobe Bratwürste mit Fenchel, Mangos aus Pattaya.

 

Michael Risse versorgte die Gastronomie, doch am liebsten kamen jene Individualisten in seine Villa Kunterbunt, die ein persönliches Gespräch mit bissigen Pointen und ungenauem Ziel schätzten. Seine als Kundeninformation gedachten Faxe und Mails galten als Kult-Briefe. Dort richtet er seine Gedanken an „geeichte Zecher, Prosecco-Geschädigte und appetitlose Frauen“. Und verkauft so nebenbei ein Füllhorn an Flaschen und guten Worten. Wer das blaue Wunder suchte – dort konnte er es finden.

 

Ludwig Fienhold

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Regionale Entdeckungen: Landgasthof Zum Hirsch von Markus Nagy

Der kreative Regionalkoch steht jetzt im Hirsch am Herd

 

Markus Nagy ist ein Regionalkoch erster Klasse. Zwölf Jahre stand er im „Löwen“ in Eggenstein bei Karlsruhe an Herd und betrieb nebenbei noch den ebenfalls hervorragenden Landgasthof „Zum Hirsch“ in Remchingen. Inzwischen hat Nagy den Löwen aufgegeben und kocht nun nur noch im Hirsch. Nagy arbeitete einst im legendären Bareiss, dem Deidesheimer Hof und in der Villa Hammerschmiede in Pfinztal. Allesamt hochdekorierte Adressen, wobei sein Löwe auch mit einem Michelin-Stern und 16 Punkten im Gault & Millau ausgezeichnet wurde

Markus Nagy

Markus Nagy

Der Hirsch ist wahrlich der Platzhirsch im Kraichgau. Der talentierte Christoph Bakowski servierte als Küchenchef geräucherte und geschmorte Kraichgauer Spanferkelbäckchen oder fabelhaften Flusszander in aromatischem Waldpilzschaum mit Steinpilzen und Wilferdinger Kartoffeln. Die temperamentvolle und leidenschaftliche Regionalküche ist nach wie vor so anzutreffen. Und hat mit Markus Nagy jetzt noch an Kraft und Ideen gewonnen. Geschmorte Jungbullenschulter, gegrillte Wachtel mit Entenleber in Nussbutterschaum oder knusprig gebratener Rascasse auf heimischen Steinpilzen in Weißburgundercreme und Kartoffel-Schnittlauch-Stampf sind einige der Highlights. Zudem erlebt man schöne Einfälle, wie die verschiedenen gebratenen Bauernstullen, beleget mit gegrilltem Pulpo oder Anis Lachs und Dill-Senf. Unsere besondere Empfehlung sind die kleinen Köstlichkeiten von Land & Meer, die auf einer Etagere mit herausnehmbaren Tellerchen serviert werden (4 für 21,50 €). Allein die großartige hausgemachte und rösche Blutwurst mit Röstzwiebeln und Spätburgunderjus vermittelt schönsten ländlichen Genuss.

Hirsch von Nagy

Die Desserts werden auf dem Holztablett (im Einweckglas) hübsch präsentiert und sind durchweg gut. Grundsätzlich bietet der Landgasthof hohes Niveau zu geerdeten Preisen. Zu den Lieferanten zählen einige umliegende Biobauern und Biolandhöfe, das Wild bezieht der „Hirsch“  komplett aus heimischer Jagd, der Fisch kommt vom Rheinfischer Schwab.
Der Kräutergarten wurde um rund 30 verschiedene Wildkräuter erweitert, ebenso werden Tomaten, Bohnen, Rettich und vieles mehr aus eigenem Anbau verarbeitet. Das alles macht den Landgasthof genauso sympathisch, wie der herzliche Service von Britta Nagy und die behagliche Atmosphäre in der Ofenstube. Man sollte bevorzugt zu Weinen aus Baden und Württemberg und vor allem dem Kraichgau greifen, die es zudem ausreichend glasweise gibt. Ganz hervorragend schmeckt aber auch der frisch gepresste naturtrübe Apfelsaft aus eigener Ernte.

LF

Landgasthof Zum Hirsch, Remchingen/Wilferdingen, Hauptstr. 23, Tel. 07232 79636. Geöffnet: Di-Sa 12-14 Uhr, 18-20.45 Uhr, So + Mo geschlossen. 17 Gästezimmer, EZ 65 € inkl. Frühstück, DZ 95 € inkl. Frühstück. www.hirsch-remchingen.de

 

 




Villa Leonhardi: Keine Topgastronomie mehr

Überraschende Wende

für das

schöne Restaurant

 

Das Ränkespiel um die Villa Leonhardi im Frankfurter Palmengarten hat vorläufig ein Ende: Das prachtvolle Haus wird künftig vom „Kombinat“ betrieben, einer Einrichtung, die sich sozial engagiert und auch Behinderte beschäftigt. Statt Spitzengastronomie wird es ein Café geben, wobei die in der Villa stattfindenden Veranstaltungen wirtschaftlich weit interessanter sein dürften. Diese Entscheidung der Stadt hinterlässt verdutzte Mitbewerber und manchen geschassten Gastronomen. Und einige Fragen.

Villa Leonhardi Die Gesamtkosten für Instandsetzung und Ausstattung belaufen sich auf 144.000 €, wie der Landeswohlfahrtsverband Hessen wissen lässt, der das Integrationsunternehmen „Kombinat“ dabei mit 98.000 € fördert. Die Gartenvilla, die der Stadt Frankfurt gehört und die unter der Aufsicht des Palmengartens steht, ist ein besonders begehrtes Objekt in der Gastronomie. Es gab viele namhafte Bewerber dafür, die jedoch vor allem an den Forderungen für Renovierungskosten sowie einer neuen Küchentechnik scheiterten. Es war von fünf Millionen Euro für die Renovierung der Villa sowie von mehreren hunderttausend Euro die Rede, die ein Pächter hätte in die Hand nehmen müssen. So war dies jedenfalls bis gestern. Und jetzt soll alles mit 144.000 Euro in Ordnung sein? Es scheint, dass die Stadt und der Palmengarten gar nicht so sehr an gestandenen Gastronomen interessiert waren und diese abblitzen ließen. Bereits der langjährige Pächter Luigi Fabbri wurde abserviert und der bunten Truppe von „Goose“ stellte man so viele Beine, dass diese stürzen musste und freiwillig aufgab. Man darf weiter rätseln, wie beispielsweise künftig der Eintritt geregelt wird – müssen Besucher der Villa Leonhardi auch noch ein Ticket für den Palmengarten kaufen oder nicht?

Villa Leonhardi Die Villa Leonhardi ist allein schon durch ihre Terrasse ein sehr attraktiver Ort. Sie bietet mit seinen Salons und der schönen Bar Platz für mindestens 110 Gäste und hat sich als herausragende Event-Location einen Namen gemacht. Eine solch prominente Location muss man bespielen können. Sie stellt hohe Ansprüche und erfordert eine professionelle Führung. Die neuen Betreiber des Kombinats sind in den Bereichen Maler- und Renovierungsarbeiten, Reinigungsservice, Büroarbeiten sowie in der Gastronomie tätig, geführt wird unter anderem das Lilu Ponton-Café am Niederräder Mainufer. Ein harter Wechsel in der Geschichte der Villa Leonhardi, in der es verschiedene Betreiber und Köche gab, wobei Thomas Quecke Mitte der 90er Jahre der talentierteste Küchenchef war.

Ludwig Fienhold

 

Die Villa Leonhardi wurde 1806 als Gartenvilla der Kaufmannsfamilie Leonhardi erbaut. 1824 musste die Familie Konkurs anmelden und verkaufte die Villa an den Bankier Raphael Freiherr von Erlanger, der zahlreiche bauliche Veränderungen vornahm. 1905 wurde das Gebäude dann abgerissen. Erst 1987 entschloss sich die Stadt Frankfurt die Villa Leonhardi in seiner historischen Form wiedererstehen zu lassen – im Sommer 1989 öffneten sich die Türen.




Atelier Wilma: Rauswurf für Michael Riemenschneider

Neuer Küchenchef ist Alexander Sadowczyk

 

Der frische Wind, den das Restaurant unter einer neuen Leitung erfassen sollte, ist inzwischen zu einem Orkan geworden: Michael Riemenschneider wurde vor die Tür gesetzt. Der bisherige Betreiber und Küchenchef Riemenschneider ging erst in die Insolvenz und ließ sich danach vom neuen Besitzer Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels anstellen. Der Name Atelier Wilma by Michael Riemenschneider, der bei der Wiedereröffnung Anfang September deklariert wurde, hat seinen Zusatz verloren. Es bleibt vorerst beim Namen Atelier Wilma, allein schon deshalb, weil das Lokal mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Ob aber der Gourmet Guide in der jetzt Mitte November erscheinenden Ausgabe seine umstrittene Wertung wiederholen und das Lokal erneut auszeichnen wird? Fraglich ist auch die Namensgebung, auf Dauer kann der Name Atelier Wilma nicht bestehen, weil er zu eng mit Riemenschneider verbunden ist. Der Geschäftsführer vom Atelier Wilma, Tobias Bessling, bestätigte den Rauswurf von Michael Riemenschneider. „Es hat einfach nicht mehr gepasst“, kommentiert er dazu auf unsere Nachfrage. Im nächsten Jahr will man nach der dreiwöchigen Winterpause Ende Januar mit einem neuen Konzept und einem anderen Namen starten. Bessling sieht die Küche mit Alexander Sadowczyk und den Service unter Daria Schulz gut aufgestellt.

Hinter den Kulissen muss es gehörig geknirscht haben, Michael Riemenschneider und der neue Betreiber Graf zu Solms-Wildenfels waren angeblich sogar freundschaftlich verbunden. Diese Freundschaft stand wohl auf tönernen Füßen, Michael Riemenschneider wurde fristlos gekündigt. Der neue Küchenchef Alexander Sadowczyk ist kein Unbekannter, denn er war schon einmal bei Riemenschneider im Atelier Wilma Küchenchef. Man kann sich durchaus vorstellen, das die Restauranttester vom Michelin bei ihm essen waren und nicht bei Riemenschneider. Im Gegensatz zu Michael Riemenschneider hat Alexander Sadowczyk nach eigenem Bekunden in sehr guten Häusern gearbeitet, etwa als Jungkoch im Restaurant Jules Verne von Alan Ducasse im Eiffelturm in Paris, als Chef de Partie im Per Se von Thomas Keller in New York und  ebenfalls als Postenchef im Restaurant L´Arnsbourg im elsässichen Baerenthal – allesamt Sterne-Lokale.

Es ist nötig, weiter im Atelier Wilma aufzuräumen. Das gilt auch für die veraltete Webseite des Restaurants. Das kleine Lokal mit seinen gerade einmal 18 Sitzplätzen wird es weiterhin nicht leicht haben, wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Zudem muss man vorerst mit dem ramponierten Riemenschneider-Ruf leben und beweisen, dass jetzt alles anders und besser ist. Spätestens im Februar 2018 sollte man zu Potte kommen. Das Lokal in der Sachsenhäuser Schneckenhofstraße hat eine gute Chance, die Kriechspur zu verlassen.

Ludwig Fienhold

 

A N Z E I G E

Die Leiter Anzeige

 

 




Frische Perlen: Champagner Avantgarde in Frankfurt

Der famose Fleury ist auch

bei Champagner en Vogue dabei

 

Allein die fünf erstklassigen Champagner von Fleury lohnen den Besuch des bevorstehenden Champagner-Festivals im Frankfurter Holzhausenschlösschen am 16. November. Die Brüder Benoit und Jean-Sebastien Fleury sind nur selten außerhalb Frankreichs anzutreffen, weshalb man sich doppelt freuen kann. Ihre Weinberge liegen an der noch weitgehend unentdeckten Côte des Bar, der südlichsten Region in der Champagne. Neben diesen Perlen gibt es noch viele weitere handgefertigte Champagner zu entdecken, vor allem von der jungen Winzer-Generation wie Yann Vadin, Guillaume Sergent oder Périne Baillette.

Champagner AvantgardeJunge engagierte Champagner-Winzer und ein ganz Großer unter den Bio-Pionieren kommen nach Frankfurt zum Champagner-Festival am 16. November ins Holzhausenschlösschen. Neben Newcomern und Raritäten begegnet man mit den Spitzen der Brüder Fleury einem der besten Champagner-Erzeuger überhaupt. So komplex, fein, präzise, puristisch und schön gereifte Champagner findet man selbst unter den Edelperlen nicht viele. Fleury war die erste biodynamische Kellerei in der Champagne, bei der noch immer die 15 Hektar gepflügt und einige Parzellen mit Pferden bewirtschaftet werden. Insgesamt soll es bei dem Festival über 30 verschiedene Champagner zum verkosten geben, darunter Raritäten, von denen es nur wenige hundert Flaschen gibt. Tickets kosten 59 € im Vorverkauf, noch sind einige zu bekommen.

Die Fleury-Brüder

Die Fleury-Brüder

Hier einige weitere Highlights und Probiertipps: Champagne Vadin-Plateau. Jungwinzer Yann begeistert mit seinen Erzeugnissen viele französische Sommeliers und erobert nun auch Deutschland. Sein Champagner Blanc de Noirs ist bereits im Frankfurter Restaurant Weinsinn sowie sowie im Hotel Vier Jahreszeiten und dem Restaurant Süllberg in Hamburg auf der Weinkarte vertreten.Von seinen neuen Raritäten, Ovalie 2012 (50% Chardonnay, 50% Pinot Noir, erste Gärung in Tontanks, Brut Nature) wurden nur 500 exklusive Flaschen und von Chêne la Butte 2012 (100% Chardonnay, sous liège, Brut Nature) nur 750 Flaschen hergestellt. Yann Vadin mag jung sein, erzeugt aber Champagner von kluger Reife. Seine Grande Reserve Extra Brut aus Chardonnay und Pinot Noir ist komplex und tiefgründig und schwebt durch ihre feine Perlage lässig-elegant über die Zunge. Wer nach dem ersten Glas aufhört, hat ihn nicht verstanden, denn dann beginnt der Spaß erst, wie bei so vielen guten Champagner. Die Grande Reserve reift vier bis fünf Jahre, die Weine werden weder filtriert noch geschönt. Die Domain Vadin-Plateau erzeugt 60.000 Flaschen im Jahr. Zum Vergleich: Schampus-Riese Möet & Chandon flutet jährlich rund 30 Millionen Flaschen auf den Markt.

Périne Baillette

Périne Baillette

Champagne Minière: Die Winzer-Brüder Minière bauen ausschließlich im Eichenfass aus und überzeugen durch feine und dezente Holznoten. Der Champagner Influence ist nach Meinung der Veranstalter, Julia & Stéphane Drieux, ein absoluter „Bomben-Champagner“.

Périne Baillette von der Champagnerkellerei Pierre Baillette ist ebenfalls mit einigen neuen Kreationen vertreten: Die neuen Jahrgänge vom Prestige-Champagner Coeur de Craie de Rilly la Montagne 2011 sowie de Trois Puits 2011 sollte man in jedem Fall probieren. Der Champagner Le Village ist im Biancalani in Frankfurt gelistet, wie die großartige Edition Robert Fleury übrigens auch. Der Blanc de Blancs Coeur de l’Histoire von Baillette lag sechs Jahre im Kreidekeller und ist mit 5 g/l wunderbar trocken dosiert. Mit nur 1.500 hergestellten Flaschen auch eine Rarität.

Ludwig Fienhold

 

Holzhausenschlösschen

Holzhausenschlösschen

Champagner en Vogue

von 2drieux Champagner Selektion

Termin

Donnerstag, 16. November 14  – 20 Uhr

Frankfurt, Holzhausenschlösschen, Justinianstraße 5

Karten

Vorverkauf 59,00 €

Es werden nur 150 Tickets verkauft, einige sind noch zu haben.

 

 

Kontakt, Infos, Tickets

2drieux Champagner Selektion

Julia & Stéphane Drieux
, Frankfurt
 (069) 878 759 97

Mobil 0173 738 51 61

champagner@2drieux.de

Julia & Stéphane Drieux in der Mitte ihrer Champagner-Freunde

Julia & Stéphane Drieux in der Mitte ihrer Champagner-Freunde

„Champagner en Vogue“ präsentiert zum zweiten Mal in Frankfurt eine Selektion von Avantgarde-Champagner. Die Besucher können die Champagner-Winzer persönlich kennenlernen und ihre hochwertigen und individuellen Erzeugnisse verkosten. Die meisten kommen aus kleinen Kellereien, die eine limitierte Produktion haben und mitunter nur wenige tausend Flaschen anbieten.

Das junge Start-up 2drieux aus Frankfurt hat sich auf handgefertigte Champagner spezialisiert. Julia & Stéphane Drieux bieten eine Selektion von über 130 verschiedenen Champagner in ihrer e-Boutique 2drieux.de an. Auf der sehr gut gemachten und informativen Webseite findet man detaillierte Informationen zu den Machern der Champagner, Winzer-Philosophien, Weinbergen und Bewirtschaftung, Herstellung und vieles mehr. Zudem gibt es nützliche Hilfen, wozu der Champagner gut getrunken werden kann, als Aperitif, zu Vorspeisen, Fischgerichten oder auch für sich selbst als Meditationswein.

Photocredit: 2Drieux Champagner Selektion

 




Destination Wine: So wachsen Gästen am Flughafen Flügel

Die Frankfurter Weinmesse wird immer besser

 

Allein für diese ungewöhnlichen Szenen kommt man gerne: Nie sieht man so viele Menschen am Frankfurter Flughafen mit Weingläsern in der Hand zwischen staunenden Passagieren und ihren rollenden Koffern umherlaufen. Einmal im Jahr wird durch die Verkaufs- und Verkostungsmesse „Destination Wine“ der Terminal 1 zu einer großen Theke, mit vielen Ständen und Winzern, die ihre Erzeugnisse vorstellen. Von Jahr zu Jahr steigen die Qualität und das Interesse. Der Winzerhof Stahl aus Franken zeigte, wie großartig ein Müller-Thurgau sein kann, beim Sekthaus Raumland konnte man mehrere Perlen entdecken und Weltklasse-Winzer Markus Molitor von der Mosel ließ gleich neun verschiedene Weine probieren, darunter die fabelhafte Riesling Spätlese Bernkasteler Badstube 2007. Mit Gaudinat war auch ein guter Champagner vertreten, den es noch zu entdecken gilt.

Erik Riffel

Erik Riffel

 

Spannend war vor allem die Kollektion vom Weingut Riffel aus Bingen-Büdesheim, die vom Gutswein bis zur Spitzenlage Qualität und Eigenständigkeit offenbarte. Riesling und Silvaner vom Quarzit und der Riesling von der Toplage Scharlachberg waren einige der Highlights. „Pet nat“, bislang eher etwas für Eingeweihte wird zunehmend beliebter und hat die Statur zum Trend. Pétillant Naturel (kurz Pet nat) steht für die Herstellungsmethode dieses feinperligen Weins. Noch während der Gärung im Fass oder Tank, also bevor der gesamte Restzucker zu Alkohol vergärt,  wird der Most auf Flaschen abgefüllt und mit einem Kronkorken verschlossen. Der Most entwickelt sich in der Flasche weiter, wobei als Nebenprodukt der Gärung die Kohlensäure erhalten bleibt. Dabei kann ein so wunderbarer, leicht perlender und frischer Schaumwein wie der Pet nat von Riffel herauskommen, der mit einem minimalen Restzucker von 0,1 Gramm auch noch erfrischend trocken ausfällt. Seit Erik und Carolin Riffel 2009 auf Bio umgestellt haben, jagen sie von einem Erfolg zum anderen. Mit der Resonanz während der Destination Wine waren die beiden sehr zufrieden, ob sich die Auftragsbücher entsprechend füllen, wird erst in einigen Wochen feststehen.

Guido Giovo

Guido Giovo

Besonders gute Laune verbreitet stets der Stand von Guido Giovo, dem bekannten italienischen Wein und Delikatessenhändler aus Mühlheim am Main. An seinen Stehtischen formiert sich immer eine muntere kommunikative Gästeschar, die eine Vielzahl von Weinen und Schaumweinen probieren kann. Allein der leichtsinnige, perlende Rosé von Dal Din lässt Flügel wachsen. Beim Stand von Giovo werden außerdem guter Schinken und Parmesankäse verkauft. Auch sonst konnten die sich Gäste an einigen Ständen vom Käse bis zu Austern einiges einverleiben, wobei das Essen in den 15 € Eintrittsgeld nicht enthalten ist.

Destination WineIm Gegensatz zu den meisten Weinmessen oder Verkostungen herrscht bei der Destination Wine kein Gedränge, denn der Flughafen bietet ausreichend Platz und Auslauf. Deshalb kann man sich auch gut und in Ruhe mit den Winzern und Ausstellern unterhalten. Auch solche atmosphärischen Begebenheiten tragen zu einer beschwingten und lockeren Atmosphäre bei. Ein weiterer und nicht hoch genug zu schätzender Pluspunkt: Der Frankfurter Flughafen ist gut erreichbar, man kann mit der S-Bahn schnell und bequem anreisen und das Auto zu Hause lassen. Die beste Voraussetzung für unbeschwerten Weingenuss.

LF




Rheingau Gourmet Festival 2018: Zanzibar-Style und andere Genusswelten

Das neue Programm

ist angerichtet

 

Koch-Shows, kulinarische Workshops und Raritätengalas: Das Rheingau Gourmet & Wein Festival geht in die 23. Runde und überrascht vom 22. Februar bis 11. März 2018 mit prominenten Köchen aus aller Welt, ausgesuchten Weinen und Trend-Themen.

Chef Anuurag

Chef Anuurag

Zum ersten Mal fliegt Küchenchef Anuraag Ramkalawonvom Essque Zalu Zanzibar aus Tanzania zum Gourmet-Festival ein. Er wird zusammen mit dem Chefkoch des Kronenschlösschens in Hattenheim, Simon Stirnal,den Gästen ein anspruchsvolles vier Gänge Fisch & Meeresfrüchte-Menü „Zanzibar-Style“ zaubern: Königskrabbe, Blaue Garnele, Saint Pierre und Faröer Lachs. Im Gepäck hat Anuurag die Gewürze Sansibars, „die für ein exotisches Geschmackserlebnis der Extraklasse sorgen“, wie Festival-Veranstalter H.B. Ulrich ankündigt.

2-Sterne-Koch Tristan Brandt wird bei seinem Dinner am 3. März von internationalen Top-Winzerinnen begleitet. Andreas Döllerer aus Golling/Salzburg steht an der Spitze der österreichischen Koch-Elite, er nennt sein Galadinner „Genusswelten“. Thoru Nakamura** („Koch des Jahres“) stimmt sein Gourmetmenü auf die Weine von Avignonesi ab, die von der Inhaberin persönlich präsentiert werden. Der südafrikanische Promikoch Reuben Riffel betreibt seine Restaurants „Reuben´s“ mittlerweile in Paarl, Robertson und Kapstadt. Beim Festival präsentiert er zu Rot- und Weißweinen aus Südafrika einige Highlights seiner Küche. L´ Art de Vivre schickt bei seinem Galadinner gleich drei Kochstars ins Rennen, Jörg Sackmann** (Baiersbronn), Gerhard Wieser** (Südtirol) und Martin Fauster* (Königshof München). Das überraschend gut angenommene Vegan Dinner mit Andreas Krolik** ist auch wieder dabei. Vineet Bhatia*, das weltweit bekannte Gesicht der „Indian Cuisine“, gibt ein Galadinner und präsentiert zwei seiner Lieblingsgerichte bei Kochdemonstrationen zum Nachkochen.

Küchenstation

Küchenstation

Die besten Weingüter Israels stehen beim Gala-Dinner Israel am 28. Februar 2018 im Mittelpunkt. Gal Ben Moshe, in Israel geboren, begleitet mit seinen Kochkünsten Top-Weine seines Heimatlandes. Weltklasse-Köche wie Klaus Erfort*** und Christian Bau***verwöhnen die Gäste mit ihrer raffinierten Küche. Ein weiteres Highlight des Festivals ist die Veranstaltung „S.Pellegrino Young Chef Award“ am 03. März 2018, bei der die drei Finalisten aus dem Jahr 2017 zusammen mit dem Gewinner des Vorjahres ein Menü kochen. Neben hervorragenden Wein-Veranstaltungen gibt es zum ersten Mal eine Whisky Masterclass, bei der sehr rare und wertvolle Whiskies aus Taiwan verkostet werden können.

Sehr gefragt sind wie jedes Jahr die Raritätendinner und -Verkostungen, wie zum Beispiel das Dinner „Die 18 besten deutschen Sekte, das Sternekoch Andreas Käppele* mit seinem Menü begleitet.

Für jeden Geschmack und Geldbeutel soll beim Rheingau Gourmet & Wein Festival etwas dabei sein. So kann man zum Beispiel schon ab 48 € bei einer Koch-Demonstration den Sterneköchen über die Schulter schauen und kleine Kostproben genießen, oder sich ab 140 € von einem Mittagessen der Extraklasse verwöhnen lassen.

ks_aussenTickets telefonisch unter +49 (0)6723 640, per E-Mail info@kronenschloesschen.de oder unter www.rheingau-gourmet-festival.de. Diverse Festival-Arrangements mit ausgewählten Veranstaltungen werden mit Übernachtungen im Hotel Kronenschlösschen angeboten.

 

 

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Uhudler: Ein ziemlich kauziger Wein

Vom verbotenen Rebensaft zum Volksgetränk

 

Uhudler? Ja, so etwas gibt´s wirklich. Ein verbotener Wein. Früher einmal. Jetzt populärer denn je, zumindest im Südburgenland in Österreich. Er kann deutlich nach Walderdbeeren duften und schmecken, er kann aber auch so heftig im Aroma ausfallen, dass einem schwindelig wird. Wie bei jedem Wein, kennt auch der Uhudler Höhen und Tiefen. Man mag es kaum glauben, aber diese Duftbombe ist kein Obstwein, sondern ein richtiger Traubenwein. So oder so, hat er sich den Titel als verrücktester Wein der Welt verdient. Die Story bietet zudem Stoff für einen richtigen Winzer-Thriller, den man bei Harry Potter einfließen lassen oder dem Druiden Miraculix zuschreiben könnte.

Stegersbach liegt im kleinsten Weinanbaugebiet Österreichs. Dort wird mit dem Uhudler eine echte Rarität kultiviert – ein Wein, der jahrelang sogar verboten war. Als Ende des 19. Jahrhunderts die Reblausdie österreichischen Weinbestände zu vernichten drohte, holte man den Uhudler aus Amerika  quasi als Retter in der Not. Die resistenten amerikanischen Rebstöcke, wie Ripatella, Delaware, Concord oder Elvira, wurden importiert mit heimischen Sorten veredelt. Nur ganz wenige Winzer ließen die Reben in der amerikanischen Form gedeihen, man benannte sie „Direktträger“. Zum damaligen Zeitpunkt wurden alle Kreuzungen aus diesen Direktträgern unter dem Namen Uhudler verkauft. Doch schon bald wurden dem Uhudler schlimme Eigenschaften nachgesagt. Es hieß, er mache blind und verursache Siechtum und Hysterie. Aus diesem Grund wurde 1936 ein Auspflanzungsverbot für Direktträgerweine verhängt. Mit dem Verbot verschwand der Uhudler aus den meisten Regionen – nur die südburgenländischen Winzer kämpften um seine Rehabilitierung. Einige Gutachten später wurde das Verbot in den 90ger Jahren wieder aufgehoben. Da die Reben sehr widerstandsfähig sind und keinerlei Pflanzenschutzmittel benötigt werden, gilt der Uhudler heute als edles Naturprodukt.

Uhudler VinothekWoher genau der Name Uhudler stammt, weiß heute keiner mehr so genau, denn es gibt dazu viele Legenden. Die Glaubwürdigste besagt, dass die Winzer während der Lese viel Zeit in ihren Kellern verbrachten und nach getaner Arbeit sich in gemütlicher Runde einen guten Schluck Uhudler gönnten. Wenn die Winzer dann abends heimkehrten, waren die Augenringe besonders ausgeprägt und die Frauen schimpften: „Du schaust schon wieder aus wie ein Uhu!“

Je nach Sorte und Herkunft variiert die Farbe von einem Strohgelb bis Hellgelb beim weißen Uhudler, während die blaue Traube zartes Rosa, helles Kirschrot oder Zwiebelschalenrot bis hin zu Ziegelrot hervorbringen kann. Typisch für den Uhudler ist sein intensiver Geruch nach Walderdbeeren. Trotz des fruchtige Aromas, ist er im Abgang  überraschenderweise eher herb und erfrischt mit dezenter Säure.

Die Golf & Thermenregion Stegersbach hat sich ganz dem Uhudler verschrieben. In traditionellen Buschenschenken können sich Urlauber ein genaues Bild vom allgegenwärtigen Uhudler machen, der in den verschiedensten Formen auftaucht: Als Wein, prickelnder Frizzante, Schnaps, Marmelade, Praline und sogar als pikante Uhudlerwurst.

Peter Lunas

Unter www.uhudlerei-mirth.at/shop kann der Uhudler versandkostenfrei bestellt werden.

Uhudler WeinGolf- & Thermenregion Stegersbach Thermenstraße 12,
A-7551 Stegersbach,
Tel.: +43-3326/520 52, Email: urlaub@stegersbach.at, Internet: www.stegersbach.at