Top Lounge: Smoked Beef & Essbare Magazine

Sommerparty im Le Panther

 

Nur nicht die Nase rümpfen, Mais-Tacos mit einem in Apfelwein eingelegten Handkästatar, Jalapeños und Radieschen darf man gerade in Frankfurt servieren. Vor allem, wenn sie so gut sind, wie beim Event Top Lounge vom Top Magazin Frankfurt, der diesmal in der einzigartigen Location Le Panther inszeniert wurde. Schon früher war die schöne Villa als Ballhaus Odeon, Fantasy Garden, Odeon und Plastik bekannt, woran sich viele der Gäste auch noch gut erinnern konnten. Doch niemand der Gäste war so alt, dass er noch den Museumspavillon des Bankiers Bethmann gekannt hätte, denn dieser wurde 1808 erbaut. An einem solchen historischen Ort und seinem hübschen Garten kann eigentlich nichts schief gehen, hätte der Veranstalter auch Frankfurter Würstchen auftischen können, ohne die Laune der über 400 Gäste zu verderben. Darunter auch Gerd Schüler, der an gleicher Stelle das Plastik Ende der 80er Jahre betrieben hatte.

Für das Catering war Peyman Far vom Landwehrstübchen verantwortlich, der einige gute Gerichte, wie das Handkäs-Taco, an seinen Stationen im Garten zubereitete. Wie immer ausgezeichnet präsentierte sich der Grill von Otto Gourmet, wo es famoses Smoked Brisket vom US Beef und Mini Beef Burger gab. Firenze, der beste Eissalon der Stadt, brachte schönste Erfrischungen mit, unter denen auch unser Favorit Fior di Latte war. Eine Bereicherung war die Hütte von der Holy Cross Brewing Society, die ja eines der besten Cafés der Stadt betreibt. Zudem gab es eine schöne Bescherung: Eine riesige Torte mit essbaren Oblaten-Titelbildern des Top Magazins. Zubereitet von der Patisserie des Sonnenhofs am Park, die der Gourmet Dietrich Eilers betreibt. Ein super Service, freundlich und effizient, machte den Abend perfekt. 

Gut & Schön: Eissalon Firenze mit Doris, Samir + Lea (r.n.l.)

Magazin als Torte




Restaurant-Kritik 360 Grad in Limburg:
Gibt es für diesen Preis etwas Besseres?

Alexander Hohlwein serviert famose Küche

im Penthouse-Restaurant

 

Von Ludwig Fienhold

Es gab bislang kaum Gründe nach Limburg zu fahren, mit dem Restaurant 360 Grad hat sich dies grundlegend geändert. Es existiert in Deutschland kaum ein anderes Restaurant, dass derart viel intelligente Geschmackserlebnisse zum gastfreundlichen Preis bietet wie dieses. Also nichts wie hin, am besten mit dem Zug, der fast bis vor die Tür fährt und entspanntes Weintrinken möglich macht.

360 GradDie profane Lage hat man gleich vergessen, das Penthouse-Restaurant beschert einen strahlenden Panoramablick über die Dächer der Stadt. Aber auch die Einsicht in die offene Küche kann spannend sein, denn man darf beobachten wie jeder Handgriff sitzt. Küchenchef Alexander Hohlwein, der sich mit seiner Lebensgefährtin Rebekka Weickert in Limburg selbständig machte, hatte große Lehrmeister wie Kevin Fehling (3 Sterne) und Christoph Rainer (2 Sterne) und arbeitete bei beiden als Souschef. Im Restaurant 360 Grad wird man ungebremst zum Menü greifen, denn die sympathischen Preise animieren dazu förmlich (4 – 6 Gänge 70 – 90 €). Vorsicht: Das hausgebackene Sauerteigbrot ist dermaßen gut, dass man es leicht damit übertreiben kann. Zu jedem Menü gibt es zudem als Prolog und Epilog verschiedene Delikatessen en miniature, etwa japanisch inspirierten Nabemono-Tontopf mit Hummer Dim Sum, Garnele und Chawanmushi-Eierstich im Krustentier-Sud. Die Küche wagt sich in dramaturgisch gewagtem Gefälle auch an heimatlichen Handkäs, der so cremig, leicht und gut ausfällt, wie wir das noch nie erlebt haben.

Rum, Traube, Nuss, kreativ mit Gänseleber umgesetzt

Rum, Traube, Nuss, kreativ mit Gänseleber umgesetzt

Alexander Hohlwein und sein Team stehen für eine finessenreiche Hochküche, die aber nie affektiert, sondern aufrichtig und zwanglos erscheint. Ausdrucksvolle Aromen und energische Herzhaftigkeit gehören zu den Parametern. Der saftige Wolfsbarsch mit krosser Kruste begeistert durch einen flamboyanten Sud aus grünen Bohnen, Granny Smith Apfel, Rauch-Öl, Bauchspeck und Röstzwiebel. Auch beim perfekten Kabeljau mit gewürfeltem Kalbskopf und Beluga-Linsen brilliert eine samtige Dal-Kokos-Sauce. Die Gänseleber „Rum, Traube, Nuss“ ist ein grandioses Potpourri aus marinierter und pochierter zartcremiger Gänseleber mit Walnuss, Muskateller-Trauben und Walnuss-Brioche. Besser und vor allem leichter kann man Gänseleber kaum zubereiten. Längst zum Signature Dish geworden, erinnert Rum, Traube, Nuss an die Lieblingsschokolade von Alexander Hohlwein.

360 Grad

Iberico Schwein

Ein ätherisches und sehr akkurat abgestimmtes Highlight ist das Gericht „Krustentier japanisch“ aus Taschenkrebs & Yuzu (in halber Zitrone auf Eis serviert), Hummer & Kokos Chil sowie Roter Garnele & Som Tam Papayasalat. Klare Feinabstimmung, beste Produktqualität und elegante Kombination machen daraus japanisch Nouvelle. Als Schweinchen von nobel gebremster Deftigkeit präsentiert sich das Iberico Bavaria – saftiger Rücken und zarte Backe, Brezenknödel und Bayrischkraut in schöner Schwarzbier-Jus.

360 Grad

Makrele nouvelle

Die Gerichte à la carte zeigen ebenfalls große Klasse. Der vielleicht in manchen Ohren gewöhnlich klingende Fischeintopf ist eine besonders elegante Version mit Edelfischen, Krustentierschaum, Zuckerschote und Estragon. Auch am Kabeljau mit brauner Butter erkennt man meisterliches Handwerk. Es gibt nicht wenige Restaurants, bei denen man die Desserts vernachlässigen darf, im 360 Grad aber nicht. Tonka-Eis, Bohnenkraut, Speck, Birne, Birnen-Creme und Whisky-Gelee in einer Manschette aus Manjari-Schokolade verbrüdern sich zu einem harmonischen Patisserie-Glücksfall. Nicht dem plumpen Credo der bloßen Süßigkeit gehorcht auch Spicy Pumpkin (kalt & warm) mit Kürbis, Quitte, Kardamom, Tamarinde und Chai Latte. Viele Komponenten und Gewürze sorgen oft für geschmackliche Irrungen, hier fließt alles wunderbar zusammen.

360 Grad

Dessert aus Birne, Bohne, Speck

Rebekka Weickert ist der verlängerte Arm der Küche im Service und auch deshalb gut in der Abstimmung zum Wein, weil sie den Aufbau der Gerichte ihres Partners bestens kennt. Auf der Karte stehen rund 90 Positionen, wobei deutsche Weine favorisiert werden. Es gibt viele trinkfreudige und bezahlbare Weine, wie den Weißburgunder von Manz aus Rheinhessen oder einen Sauvignon Blanc vom Pfälzer Philipp Kuhn. Man kann getrost ein Menü mit Weinbegleitung bestellen, wie alles hier vertrauenswürdig und alles andere als gierig.

BISS Wertung

BISS Bewertung 360°

 

RESTAURANT 360 °

Limburg an der Lahn

Bahnhofsplatz 1 A

T: +49 (0)6431 2113360

Di – Sa 12 – 15 Uhr, 18.30 – 23 Uhr

So + Mo geschlossen

www.restaurant360grad.de

Menü Weltreise 4-6 Gänge 70-90 €

Menü Entdeckungsreise 4 Gänge 70 €

Lunch 2-4 Gänge 22-39 E

Korrespondierende Weinbegleitung

Bei 4-7 Gängen 28-49 €

Photocredit: Barbara Fienhold




Neues Hotel mit Sky-Bar und First Class Restaurants für Frankfurt

Hotspot, Foodhall & Sky Bar

 

Aus dem einst glanzlosen, aber mächtigen Gebäude der Deutschen Bank in der Frankfurter Junghofstraße soll ein luxuriöses Hotel mit zwei Restaurants und einer Sky-Bar werden. Außerdem entsteht im gleichen Komplex eine Foodhall, die noch in Planung ist. Eine Foodhall, etwa nach Art von Harrods in London, würde vielen Lokalen, aber auch Kaufhäusern in der Innenstadt erheblich Konkurrenz machen. In dem riesigen Hochhausquartier entstehen daneben Wohnungen und Büros. Das Hotel soll 2022/2023 eröffnen.

Die neue Frankfurter Luxusherberge ist ein Kimpton-Hotel und das erste der Gruppe in Deutschland. Die Marke ist ein Unternehmen der InterContinental Hotels, der größten Hotelkette der Welt. Kimpton wird den gesamten Gebäudekomplex in der Junghofstraße 7-11 belegen, hinter dessen denkmalgeschützter Fassade der Neubau entstehen soll. Geplant sind 155 Zimmer unterschiedlicher Kategorien, die sich auf der 9.500 qm großen Fläche über sechs Etagen verteilen. Das klassische 50er Jahre Foyer in der Junghofstraße wird dem Hotel als Haupteingang dienen. Ein paar Meter weiter in Richtung Taunusanlage wird der Eingang zur zukünftigen Foodhall des Quartiers liegen.

Essen und Trinken über den Dächern Frankfurts

Kimpton Frankfurt

Die Kimpton-Hotels legen nach eigener Darstellung besonderen Wert auf hochwertige Gastronomie und anspruchsvolles Design. Neben einem Restaurant und einer Bar im Erdgeschoss soll es noch ein weiteres Restaurant auf der fünften Etage geben. Clou dürfte die Sky-Bar auf der Dachterrasse werden, außer dem Fleming´s am Eschenheimer Turm hat so etwas kein Hotel in Frankfurt zu bieten.

„Frankfurt kann sich auf eine neue, internationale Hotelmarke der Extraklasse freuen“, meint Nikolaus Bieber, Managing Director des Projektentwicklers Groß & Partner in Frankfurt, der das Four genannte Hochhausquartier plant.

Kimpton Hotel Frankfurt

Four Frankfurt ist ein europaweit einzigartiges Hochhausquartier inmitten der Frankfurter Innenstadt. Nach einem Entwurf des Amsterdamer Architekturbüros UNStudio entstehen im Zentrum der Skyline, zwischen Junghofstraße, Große Gallusstraße und Neue Schlesingergasse, auf rund 219.000 Quadratmeter Geschossfläche vier neue Hochhäuser auf einem verbundenen, mehrgeschossigen Gebäudefundament. In dem Quartier werden bis zu 1.000 Menschen wohnen und zirka 4.000 Beschäftigte arbeiten. Mit Four Frankfurtentsteht neuer, öffentlicher Raum an einem Standort der Innenstadt, der über 45 Jahre nicht allgemein zugänglich war. Etwa die Hälfte der entstehenden Flächen ist für neuen Büroraum vorgesehen, daneben werden um die 650 Wohnungen sowie Hotels, Gastronomie, Einzelhandel, Nahversorgung und öffentliche Erlebnisflächen entstehen. Aktuell laufen die Abrissarbeiten, die Fertigstellung des Quartiers soll vier bis fünf Jahre betragen.

Photocredit: Groß & Partner




Carla Lopes: Das Grandhotel Nassauer Hof in Wiesbaden wird erstmals von einer Frau geführt

Die Portugiesin kommt vom Kempinski Marbella

 
Zum ersten Mal in seiner langen Geschichte wird das Grandhotel Nassauer Hof in Wiesbaden von einer Frau als Direktorin geleitet. Carla Lopes soll ihren Posten am 1. August antreten. Sie gilt als humorvoll, luxuserfahren und elegant. Carla Lopes kommt aus
dem spanischen Estepona, wo sie seit 2015 das
Kempinski Hotel Bahia leitete, das im Schriftzug Marbella trägt, obwohl es weit näher an Estepona liegt. Davor arbeitete sich die
 gebürtige Portugiesin im Kempinski Grand Hotel des
 Bains, St. Moritz von 2004 bis 2015 zur Hotel-Managerin hoch. Vor ihren insgesamt 16 Jahren bei den
Kempinski Hotels startete ihre damals noch junge Karriere mit Housekeeping-Positionen in den beiden Schweizer Grandhotels Kronenhof in Pontresina und Kulm Hotel St. Moritz. Carla Lopes spricht fließend fünf Sprachen. „Wir freuen uns sehr über so viel Frauenpower und können uns glücklich schätzen, mit Carla Lopes eine Bestbesetzung für unser Hotel gefunden zu haben“, erklärte Geschäftsführer Dirk Iserlohe.

Die neue Direktorin Carla Lopes

In bester Lage, gegenüber dem historischen Kurhaus und dem Staatstheater, verfügt das traditionsreiche Grandhotel über 159 Zimmer und Suiten. 1813 erstmals eröffnet, ist der Nassauer Hof ein Vorreiter in vielen Bereichen der Luxushotellerie und setzt seither Maßstäbe. Als erstes Haus in Deutschland wurde der Nassauer Hof im Jahr 2005 mit fünf Sternen Superior ausgezeichnet. Er beherbergt die einzige Zigarren-Bar Wiesbadens und mit dem Gourmetrestaurant Ente das einzige Sternerestaurant der Stadt. Seine Auszeichnung mit einem Michelin-Stern trägt das Restaurant – einmalig in Deutschland – schon seit über 38 Jahren in Folge. Der Wellnessbereich Nassauer Hof Therme mit einem aus der hauseigenen Quelle gespeisten Rooftop Pool und ein umfassendes Veranstaltungsangebot runden das facettenreiche Angebot des Hotels ab. Der Nassauer Hof wurde maßgelblich von Karl Nüser geprägt, der das Hotel fast vier Jahrzehnte führte.




At the Top: Neue Dachterrasse am Opernplatz in Frankfurt

Das Sofitel schafft ein exklusives Open Air Erlebnis

 

Frankfurts schönste Dachterrasse hat jetzt mit einer exklusiven Party eröffnet: Der Belvedere Sky Garden auf dem Top Level des Sofitel Opera. Dieser Schauplatz mit Panoramablick ist sonst prominenter Teil der Präsidenten-Suite und wird nun im Juli und August allen Gästen offen stehen. Die Gästezahl ist limitiert, denn Zugang haben höchstens 70 Besucher. Man kann nicht reservieren und muss sich über die Rezeption nach oben lotsen lassen. Wenn die Rooftop-Bar voll ist, muss man warten oder weiterziehen. Dies ist auch der Sicherheit geschuldet.

SofitelDie Aussicht ist prächtig und einzigartig. So hat noch niemand Frankfurt von oben sehen können. Der Blick auf die Alte Oper und die Bankenpaläste ist beeindruckend, was auch die Baukräne ringsum nicht stören kann. Der Name Belvedere steht für Vodka (ohne Sponsor geht wohl nichts mehr), aber vor allem  für „schöne Aussicht“. Bellvederchen nennen die Frankfurter einen begrünten Dachgarten, wie er etwa in der berühmten Goldenen Waage zu finden war und jetzt wieder in der Neuen Altstadt an gleicher Stelle zu finden ist.

Ein derartig individueller Ort hätte bei den Getränken eine passende Begleitung verdient. Diesen Spirit mag man hier leider nicht zu entdecken. Weine und Champagner sind austauschbar, aber man kann ja auch das noch austauschen, die Saison hat erst begonnen. Ein Glas Champagner Moet & Chandon Vintage 2008 Brut kostet 20 € (0,1l)die Mojito schlägt mit 14 € zu Buche. Wasser ist billiger, aber wer mag in dieser Champagnerluft schon so etwas Blasses trinken. Hohe Preise in solchen Höhen sind keineswegs nach unten ziehend, es muss nur Qualität geliefert werden. Der Eintritt zu dieser Location versteht sich auch als Eintritt in die obere Welt, die Rack Rate für die Präsidentensuite beträgt 4.500 €.

Geöffnet ist die neue Dachterrasse als vorerst zweimonatiges Pop-up von 18 Uhr bis Mitternacht. Nur bei gutem Wetter.

Photocredit: Barbara Fienhold, Sofitel Frankfurt




Zarges verlässt die Freßgass, Café Paris folgt

Ein neues Bistro soll

die Innenstadt

französischer machen

 

Menu surprise: Das Lokal Zarges verlässt die Frankfurter Freßgass, an der gleichen Stelle wollen die Betreiber des Schlosshotels Rettershof in Kelkheim bereits im August ein neues Restaurant eröffnen. Daniela Schwarz und Hans-Jürgen Laumeister, die das schöne Hotelschlösschen Rettershof im Vortaunus führen, sehen in der Location ein gute Chance auch in Frankfurt Fuß zu fassen. Das Konzept soll dem des Café Paris in Hamburg entsprechen, das klassische Bistro & Brasserie-Gerichte anbietet, beispielsweise Croques Monsieur, Flammkuchen, Boudin Noir, Bouillabaisse und Steak Frites. Dies wäre indes eine Fortsetzung der bisherigen Zarges-Linie, nur etwas volkstümlicher und preiswerter.

Nach den Worten von Daniela Schwarz will man sich von dem etwas schweren uns plüschigen Mobiliar trennen und das Lokal moderner und offener gestalten. Daniela Schwarz hat trotz des bevorstehenden Termins noch nicht die Mannschaft zusammen und sucht vom Kellner bis zum Küchenchef allerhand Mitarbeiter/innen.

Zarges-Terrasse

Zarges-Terrasse

Der langjährige Pachtvertrag mit der Familie Zarges lief letztendlich aus und wurde nicht mehr verlängert, weshalb diese sich schon seit langem nach anderen Objekten umsah und in der neuen Altstadt fündig wurde. Die Große Bockenheimer Str. 10 gehört streng genommen nicht zur eigentlichen Freßgass, wurde ihr aber längst einverleibt und hält so etwas wie die Pole Position auf der Flaniermeile. Das Restaurant Zarges hat sich stark am Hôtel Costes in Paris und dem Design von Jacques Garcia orientiert und war gewiss die schönste Adresse der Innenstadt. Die letzten Jahre hatte das Lokal Zarges auf der Freßgass aber nachgelassen und gutes Personal (Küche, Service) verloren. Immerhin war dort einmal der ehemalige 2-Sterne-Chef Alfred Friedrich zu Hause, der das Restaurant für zwei Jahre zu ungeahnten Höhen führte.

LF




Rheingau News: Sternekoch Dirk Schroer eröffnet Gutsschänke Groenesteyn

Nach drei Jahren Leerstand ist Leben eingezogen

 

Endlich: In die Gutsschänke Schloss Groenesteyn in Kiedrich im Rheingau ist wieder Leben eingezogen. Neuer Pächter ist der einstige Sternekoch Dirk Schroer, der zuvor auf Burg Schwarzenstein in Geisenheim Küchenchef und somit Vorgänger von Nils Henkel war. Schröer begann seine Karriere in der Ente in Wiesbaden und arbeitete unter anderem bei Hans Haas im Tantris und bei Joachim Wissler im Drei-Sterne-Restaurant Vendôme in Bensberg, wo er Souschef war. Zudem erwarb sich der gebürtige Stuttgarter einen guten Ruf als Küchenchef im Caroussel in Dresden. Das Gastspiel im stark touristischen Gutsausschank auf Schloss Johannisberg währte nicht lang.

In der renovierten Schänke Schloss Groenesteyn wird es indes wie zuvor auch verfeinerte rustikale Küche geben, die der Region geschuldet ist und obendrein Gäste aus dem Umland und vor allem die ewig nach dem Rheingau fiebernden Frankfurter anlocken soll. Die Terrasse gehört den schönsten Plätzen im Rheingau. Gut 100 Weine stehen auf der Karte, selbstredend in erster Linie aus dem Rheingau, aber auch Flaschen aus Frankreich. Eine Bewertung folgt in BISS.

 

Flüssige Flussfahrt mit August Kesseler

fullsizeoutput_9ac

Ein bisschen Sonne und Wein tanken und dabei gemütlich den Rhein entlang cruisen. Zur guten Stimmung werden sechs Weine von August Kesseler beitragen, dessen Rieslinge und Pinot Noir wir wegen ihrer Qualität besonders schätzen. Als Captain Kork mit an Bord ist Sebastian Mac Lachlan Müller, den viele noch als Sommelier aus der Ente in Wiesbaden kennen. Für die Mini-Kreuzfahrt gibt es zwei Termine: 20. Juni und 4. August, jeweils 14.30 bis 18 Uhr. Bei einem Preis von 29 € muss man nicht lange überlegen.

Die Tour startet pünktlich um 14.30 Uhr in Assmannshausen am Anleger 2. Es geht mit der Rössler Linie in Richtung Loreley vorbei an den Weinbergen in Assmannshausen, Lorch und Lorchhausen. Hier genießen die Gäste ihren Aperitif bei schönem Wetter auf dem Sonnendeck. An der berühmten Loreley wendet das Schiff und fährt nach Assmannshausen zurück. Hier werden die Weine nach den Weinbergen entlang probiert. Dazu gibt es eine kleine Vesper. Um 18 Uhr soll wieder in Assmanshausen angelegt werden. Die Buchung geht mit einem Klick über Kesselers Onlineshop: 

LF

 

Photocredit: Barbara Fienhold, Rösslerlinie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Der Gastro-Investor Jan Mai

Frankfurt hat ein großes Gesprächsthema

 

Jan Mai, der gerade Schlagzeilen macht, geriet erstmals 2009 in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. In relativ kurzer Zeit übernahm er drei Lokale in Frankfurt, die Bar First In an der Freßgass´, das Ristorante Garibaldi um die Ecke in der Kleinen Hochstraße sowie das Pearl im Kettenhofweg im Westend. Nach und nach vergrößerte sich seine Kollektion. Die Bar Fiftyfour auf der Freßgass´ und Le Bar in der Sandhofpassage an der Neuen Kräme kamen hinzu. Beide Adressen wurden zuvor von Mickey Rosen, Alex Urseanu und Lior Ehrlich betrieben. Der zweite Zugewinn von Jan Mai, die Bar Fiftyfour, lag unmittelbar neben seinem First In. Beide sind inzwischen anderweitig verpachtet, wobei die Bar First In gerade renoviert wird und als Bar-Café L´Avenue im Juni wieder eröffnen soll. Die einstige Le Bar in der Sandhofpassage ist schon lange kein Mai-Betrieb mehr und hat zum x-ten Mal den Pächter gewechselt.

Jan Mai (Bild oben rechts) ist kein wirklicher Gastronom oder Promi-Wirt, wie jetzt häufig zu lesen ist. Er suchte für sich und andere, Lokale an guten Standorten und sah darin ein Investment. „Ich will nur Läden in 1A-Lagen“, meinte er einmal gegenüber BISS. Auf das Lokal Pearl im Westend traf dies allerdings nicht zu, denn der Kettenhofweg war vor langer Zeit einmal angesagt und gehört längst nicht mehr zu den guten gastronomischen Locations. Zudem war das Wohnzimmerlokal viel zu klein, um rentabel wirtschaften zu können, weshalb sich an dieser Stelle auch viele Pächter ohne Fortune abarbeiteten. Jan Mai hatte für das Pearl den Fernsehkoch Mirko Reeh ins Boot geholt, der mit seinen beiden Lokalen Wilmenrod in Königstein und Reehstaurant in Frankfurt scheiterte. Aus dem Pearl by Mirko Reeh wurde jedenfalls keine Erfolgsgeschichte, es musste dicht machen – nach einem weiteren Wechsel zum Steakhaus ist es nun ein Asia-Lokal.

Jan Mais Lokal Garibaldi in der Kleinen Hochstraße an der Freßgass´ gehört ganz gewiss nicht zu den besten Lokalen der Stadt, aber zu den Bekanntesten. Dieses Pizza-Pasta-Panoptikum ist ein Phänomen: Alle rennen hin und niemand weiß, warum. Am Essen, dem Wein oder dem Service kann es nicht liegen. Es sieht ganz danach aus, dass die Gäste wegen der Gäste kommen und sich gegenseitig furchtbar interessant finden. Das Lokal wurde zuvor von Eduardo Gregorelli geleitet, der seit 2010 sein Riesenlokal Gregorelli´s im Hinterhof der Freßgass´ in der Meisengasse leitet.

Die Freßgass war das bevorzugte Feld für den 50 Jahre alten Diplomkaufmann Jan Mai. Dort tigerte er oft im Military Look entlang, mitunter in Hundebegleitung, nie mit Freundin. Am liebsten hätte Jan Mai noch mehr auf der Flaniermeile Freßgass ergattert. Sein Ziel war auch das Restaurant Zarges und seine Pole Position, doch trotz zahlreicher Verhandlungen kam man zu keinem Ergebnis.

Auf der Frankfurter Freßgass gibt es derzeit kein anderes Gesprächsthema. Dort gilt Jan Mai bei einigen als Millionär, was eher nicht dem Sachverhalt entspricht. Die GmbH von Jan Mai, zu der auch das First In gehörtesoll Zeitungsberichten nach mit knapp einer Millionen Euro im Soll gestanden haben. Der ebenfalls zum einstigen Mai-Imperium gehörende Club Katana (japanisch für Schwert) im Bankenviertel war seit einer Schießerei zur No-go-Area geworden. Jan Mai hat sich längst vom dem Club verabschiedet.

Derzeit betreibt Jan Mai nur noch das Garibaldi, zumindest nach außen sichtbar. Wo er eventuell noch Beteiligungen haben könnte, tritt nicht offen zu Tage, beim Live-Music-Club Gibson ist er noch stiller Teilhaber. Es hat sich bei ihm so oder so alles drastisch reduziert. Jetzt sitzt Jan Mai als Tatverdächtiger in einer Zelle und wird sich nach bisherigem Ermittlungsstand wegen der Tötung seiner Geschäftspartnerin Irina durch Messerstiche verantworten müssen.

Ludwig Fienhold

 

Photocredit: Top Magazin Frankfurt




Marokko Streetfood, neuer Küchenchef im Walhofs & andere Gastro News

Minilokal Denkmahl mit marokkanischem Streetfood

 

Das Minilokal Denkmahl in Frankfurt ist noch ein Geheimtipp. Es befindet sich zwar ganz nah am Main beim Restaurant Seven Swans und der Roten Bar, aber so versteckt in einer kleinen Seitengasse an der Großen Fischerstraße 19, das man es sehr leicht übersehen kann. Baguette mit Hackfleisch nebst Pommes frites klingt nicht exotisch, ist aber typisch für Straßenstände in Marokko. Hier wie dort belegt man das Baguette mit gebratenem Fleisch und Salat, oft auch mit einem Spiegelei. Eine Sauce in verschiedenen Schärfegraden gehört ebenfalls dazu. Das sehr gute, haptisch angenehme marokkanische Baguette ist leicht, kross und nicht so füllig und wird von einer marokkanischen Bäckerei in Frankfurt geliefert. Basis sind Maismehl und Maisgrieß.

Das Hackfleisch im Denkmahl fällt bestens gewürzt und saftig aus. So kann ein Imbiss zur Delikatesse werden. Bei sozialverträglichen Preisen von 4,50 € für die verschiedenen Baguettes wird man über die Qualität erstaunt sein. Auch die Süßkartoffel-Pommes sind lecker, die Rosmarin-Pommes werden hausgemacht (jeweils 2,90 €). Auf Alkohol wird verzichtet, der hausgemachte Eistee hilft gerade im Sommer. Betrieben wird das Lokal von einer jungen netten marokkanischen Familie, die das unter Denkmalschutz stehende Haus zu würdigen weiß.

Das Lokal Denkmahl wurde aus einem alten Keller gehoben, wie er hier schon zu Schopenhauers Zeiten zu finden war, der ja unweit an der Schönen Aussicht wohnte. Die alten Klinker Backsteinmauern geben Charakter, aber auch sonst hat man sich viel Mühe gegeben und ein kleines bescheidenes Schmuckstück aus diesem einstigen Kellerloch gemacht. Im Souterrain finden 16 Gäste Platz, vor der Tür wurden einige Gartenstühle mit Tischchen platziert. Angenehm: Das Lokal hat täglich von 12 bis Mitternacht durchgehend geöffnet, am Freitag und Samstag sogar bis 2 Uhr. Tel. 01523 6528024.

 

Moritz Weinheimer wird neuer Küchenchef im Walhofs

 

Gerade wurde die stark gastronomisch ausgerichtete Weinbar Walhofs in Frankfurt Sachsenhausen von Sebastian Ziese, Zola Zingler und Florian Abel übernommen, schon gibt es entscheidende Änderungen: Der bisherige Küchenchef Oliver Selzer wechselte ins Biancalani. Neuer Küchenchef im Walhofs wird zum 1. Juli Moritz Weinheimer, der zuvor im Bidlabu arbeitete, einem kulinarisch ambitionierten Lokal nahe der Freßgass mit lässigem und künstlerischem Charakter.

 

Cem Yoldas führt jetzt den Georgenhof

 

Cem Yoldas, langjähriger Restaurantleiter im Spitzenrestaurant Ente im Nassauer Hof in Wiesbaden und zuletzt Wirtschaftsdirektor im Hotel (das kurze Gastspiel beim Consortium in Wiesbaden ist kaum der Rede wert), wird jetzt Direktor in dem adretten Hotel Georgenthal in Hohenstein, das für Wellness und Golf sowie für Business-Tagungen und Events steht.

 

Winzer August Kesseler präsentiert seine Nachfolger

 

August Kesseler, einer unserer Lieblingswinzer im Rheingau, hat jetzt seine Nachfolge geregelt und zwei junge Absolventen der Geisenheimer Hochschule in die Geschäftsleitung eingesetzt: Simon Batarseh und Daniel Steinle möchten die über Jahrzehnte gepflegte Philosophie des Hauses weiterführen und Weine mit unverwechselbarer Handschrift erzeugen, die das großartige Terroir des Rheingaus widerspiegeln. Anfang 2017 begann Kesseler, sich sukzessive aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen. Die freie Zeit verbringt er in den USA, wo er sich intensiv um den Ausbau des Vertriebs seiner Weine kümmert.

 

Abschied vom Schlosshotel Kronberg

 

Franz Zimmermann

Franz Zimmermann, Direktor des wunderschönen und doch nicht ganz unproblematischen Schlosshotels Kronberg, wird sich nach acht Jahren verabschieden und wieder in seine Heimat nach Österreich gehen. In seine Ägide fallen nicht nur aufwendige Renovierungen, sondern auch Anstrengungen zur Erneuerung und Verbesserung der Küche, die viele Jahre davor ein unauffälliges Dasein führte. Immerhin schaffte es das Schlosshotel Kronberg inzwischen eine positive Erwähnung in dem einen oder anderen Restaurantführer zu bekommen. Mit Florian Hartmann wurde ein engagierter Küchenchef angeheuert, doch er allein kann keine Wunder vollbringen, da Küchenleistungen immer im Team entstehen. Hausherr Donatus Landgraf von Hessen wird die Küchenbrigade weiter aufbessern müssen und sollte den kreativen Spielraum noch deutlich erweitern, sonst erstickt man wieder in staubiger Tradition. Überholt werden muss auch die in die Jahre gekommene Weinkarte und deren Preispolitik, der wie der gesamten Gastronomie die persönliche Note fehlt. Ein Nachfolger für den scheidenden Direktor Franz Zimmermann steht noch nicht fest.




Berlin: Kein Bärenhunger auf Feinkost mehr?

Verlust der Sterne

 

Gleich drei Restaurants sind betroffen

 

Wird Berlin wieder Buletten-Metropole? Man besinnt sich nicht mehr als zuvor auf seine Wurzeln als Imbiss-Schlund, doch die Gourmetrestaurants haben es schwer in der deutschen Hauptstadt. Gleich drei sehr bekannte Adressen werden geschlossen oder ändern sich anderweitig: Reinstoff, Alt Luxemburg, Sra Bua by Tim Raue.

Das Alt Luxemburg, eine ebenso altes wie liebenswertes Lokal in Charlottenburg, hat nach 36 Jahren geschlossen. Der neue Hausbesitzer habe den Mietvertrag nicht mehr verlängert, berichten Ingrid und Karl Wannemacher und verabschieden sich schon etwas früher als gedacht in den Ruhestand. Der gebürtige Saarländer Wannemacher (67) war einer der wenigen Pioniere der Haute Cuisine in einem Berlin, dass sich weitgehend von Buletten und Currywurst ernährte. Er arbeitete zunähst als Souschef im legendären Maître von Henry Levy, dem ersten 2-Sterne-Restaurant Berlins. 1982 macht sich Karl Wannemacher selbständig und zählte neben Siegfried Rockendorf (Alte Waldschänke) und Franz Raneburger (Bamberger Reiter) zu den besten Köchen der Stadt. Seine berühmte Hummercremesuppe (oben im Bild) ist jetzt nur noch gedanklich in aller Munde.

Gallerie2Das 2-Sterne Restaurant Reinstoff (links) schließt Ende des Jahres. Küchenchef Daniel Achilles und seine Partnerin Sabine Demel wollen den nach zehn Jahren auslaufenden Pachtvertrag nicht verlängern und halten nach einer neuen Bleibe Ausschau. Einer der Beweggründe war die ungünstig im Keller liegende und zu kleine Küche. Ab Juli soll es bis zum Jahresende ein Menü mit den Evergreens des Hauses geben. Damit verliert Berlin mit dem veränderten und unter neuem Namen startenden ehemaligen Fischers Fritz ein weiteres 2-Sterne-Restaurants, denn im neuen Guide sind die Auszeichnungen erst einmal weg.

Das Sra Bua by Tim Raue im Hotel Adlon wird es dem Namen nach nur noch bis zum Ende des Jahres geben. Der Vertrag läuft nach fünf Jahren aus und wollte von beiden Seiten nicht mehr verlängert werden. Die panasiatische Küche soll aber so bleiben wie bislang. Das Sra Bua-Konzept wurde im Kempinski in Bangkok von Henrik Yde Anderson entwickelt, wobei es dort kulinarisch bestens funktioniert, während es an anderen Stellen nicht gut endete (Sra Bua by Amador im Kempinski Gravenbruch).

Nur noch Buletten statt Gourmet? Berlin hat noch ausreichend gute Adressen, ganz oben dabei ist das Esszimmer im Adlon.

 

Photocredit: Reinstoff, Alt Luxemburg