Christoph Hesse ist neuer Küchenchef im Schlosshotel Kronberg

Wird er mehr Fortune haben als seine Vorgänger?

 

Christoph Hesse (im Bild unten) ist neuer Küchenchef im Schlosshotel Kronberg und tritt damit die Nachfolge von Florian Hartmann an, der gerade einmal ein Jahr dort am Herd stand.  Hesse ist zuständig für das Schlossrestaurant und die vielfältigen Veranstaltungen des Fünf-Sterne-Hotels im Taunus. Zuvor wirkte der 35jährige in gleicher Funktion in Schellers Restaurant im Hardtwaldhotel in Bad Homburg. Christoph Hesse bringt mehrere Jahre Erfahrung in der Sternegastronomie mit. Vor seiner Anstellung in Schellers Restaurant, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist, war er unter anderem Demichef de Partie im Gourmetrestaurant des Tigerpalasts in Frankfurt.                                     

Kathrin Klouth, Resident Managerin im Schlosshotel Kronberg, ist vom Neuzugang überzeugt: „Wir freuen uns sehr, mit Christoph Hesse einen erfolgreichen Sternekoch an Bord zu haben. Wir profitieren schon heute von seinem Talent, Veränderung zielstrebig umzusetzen.“ In den Restaurantführern spielt das Schlosshotel Kronberg bislang keine große Rolle. Hesse kann seinen in Bad Homburg erworbenen Michelin-Stern auch nicht mitnehmen und muss sich seine Auszeichnungen wieder neu verdienen. Dem schönen Schlosshotel würde eine kulinarische Verbesserung jedenfalls gut zu Gesicht stehen.  

 




Rouladen & Knödel am Kachelofen: Landwehrstübchen

Ein schöner Zufluchtsort

für kalte Tage

 

Ein solches Knusperhäuschen kennt man eher aus Märchen. Kachelofenbehaglichkeit breitet sich aus. In der Stadt gibt es kaum einen schöneren Zufluchtsort für Herbst und Winter. Das Wohnzimmerlokal wurde liebenswert eingerichtet und wird genau so auch von Peyman Far geführt. Seit fünf Jahren nunmehr. Das Landwehrstübchen ist ein wahres Hideaway, denn es liegt etwas versteckt am Rand von Sachsenhausen. Unbedingt mit Navi starten.

Das Landwehrstübchen war einst das zweite Wohnzimmer von Verleger Vito von Eichborn und ist schon seit jeher Stammsitz vieler Lerchesbergbewohner. 60 Jahre existiert das kleine Lokal nun schon, war aber nie so hübsch und gut wie in den letzten Jahren. Der Platz mit dem Lampenschirm aus Messern, Gabeln und Löffeln ist besonders beliebt, der am Kachelofen aber auch. Gerne gebucht werden außerdem die zwei Plätze an der Theke. Die Sommer-Terrasse, auf die sich schon alle wieder freuen, ist ein Schmuckstück. 

Peyman Far wirbelt als freundlicher Gastgeber durchs Stübchen, die meisten Besucher kennt er seit langem persönlich. Unterstützt wird er im Service von der zauberhaften Nazi (Nāsi gesprochen, bedeutet im Persischen die Niedliche, Süße). Neu im Team ist Oliver Selzer (zuvor Biancalani, Walhofs, Gickelschlag, Villa Merton), der sich auf französische Klassik und deutsche Gasthausküche versteht. Die Speisekarte vermag Lust zu machen. Auf Rinderroulade hat man oft Gusto, Wiener Schnitzel kann es immer geben. Gebratene Blutwurst ist auch etwas Schönes, und gebratener Pulpo animiert genauso wie Serviettenknödel mit Waldpilzen. Handkäs variiert das Landwehrstübchen immer wieder, derzeit kommt es mit krossem Brot, Birne, roten Zwiebeln, Soja, Limette und Chili gut gewürzt an den Tisch. Die mürbe geschmorte Rinderroulade duftet schon wunderbar weihnachtlich und wird mit Kürbispüree, Rotkohl und Cranberry serviert. Auf einer separaten Snack-Karte kann man leckere Kleinigkeiten als Vorspeise, Zwischengericht und auch als Beilage wählen oder als eigenständiges Essen Happen für Happen zusammenstellen, beispielsweise Stübchens Grüne Soße mit grobem Meersalz, Rettichsprossen; Tafelspitz, kalt gepresstes Kürbiskernöl und geschrotete Kürbiskerne; Garnele in Tempura-Wasabi-Teig mit Miso und Wasabi getoppt; Süßkartoffel-Pommes mit einer Trüffelmayonnaise.

Eine Weinkarte gibt es (noch) nicht, bislang fehlte dafür die Zeit. Im Keller liegen rund 80 verschiedene Sorten, die immer wieder ergänzt werden. Peyman Far gibt die sprechende Weinkarte, empfiehlt und lässt gerne probieren, bevor das Glas gefüllt wird. Fast jede Flasche ist im offenen Ausschank zum bekommen. Riesling, Grauburgunder und Weißburgunder sind hier gut trinkbare, leicht zugängliche Weine, die keinen geschmacklich oder finanziell überstrapazieren. „Ich schenke nur das aus, was auch mir selbst gefällt“, mein Peyman Far, „zumal ich das auch besser erklären und verkaufen kann.“ Neu im Sortiment ist ein Arneis von Ugo Lequio aus dem Piemont, der kraftvoll, leicht kräuterwürzig und säurearm den Trinkfluss geschmeidig hält.

Pulpo

Peyman Far kocht selbst auch, und zwar so gut, dass er als Caterer sehr gefragt ist und in seinem eigenen Lokal die kleine Küche anderen überlassen muss. Falls aber sein Küchenchef Oliver Selzer mal abwesend sein sollte, kann er einspringen. Jetzt beginnt die Zeit des Gänsebratens, wofür das Landwehrstübchen wie geschaffen ist.

Ludwig Fienhold

 

 

Peyman Far

Landwehrstübchen, Frankfurt, Sachsenhäuser Landwehrweg 371,  Tel. 069 635440.

Mittwoch – Samstag 17.30 – 24 Uhr, Sonntag 17.30 – 23 Uhr. Montag und Dienstag geschlossen. Keine Kreditkarten.

Preise: Vorspeisen 7,90 – 18,90 €, Hauptgerichte 16,90 – 29,90 €,

Desserts 8 – 13,90 €. Snack-Karte 4-6 €.

Photocredit: Barbara Fienhold




Weinguide Gault & Millau 2019: Fritz & Friedrich Keller sind Winzer des Jahres

Der neue Weinguide lobt

viele gute Winzer,

ist aber nicht immer geschmacksicher

 

Zu „Winzern des Jahres“ kürt der am 13. November erscheinende Gault & Millau Weinguide Fritz und Friedrich Keller aus Baden. Sieben Weine erhalten außerdem in diesem Jahr die Höchstnote von 100 Punkten. Dass Simone Adams aus Rheinhessen als „Entdeckung des Jahres“ gelobt wird, geht in Ordnung, kommt aber einige Jahre zu spät und wirkt verschnarcht. Es ist eine Tendenz des Weinguide wahrzunehmen,  designten und mopsigen Weinen den Vorzug vor schlankem, filigranen und leichten Tropfen zu geben. Ein deutscher Parker ist aber genau das, was wir hier nicht brauchen. Insgesamt setzt der Gault & Millau Weinguide auf  die üblichen Verdächtigen und zu wenig auf Newcomer. Der Weinführer wurde im Schwarzen Adler der Kellers im badischen Oberbergen präsentiert.

 

Winzer des Jahres

Fritz und Friedrich Keller, Weingut Franz Keller, Baden

Fritz & Friedrich Keller

Zu Winzern des Jahres kürte die Redaktion Fritz Keller und seinen Sohn Friedrich aus Vogtsburg-Oberbergen am Kaiserstuhl, Baden. „Zupacken und Loslassen, Fritz Keller kann beides. Mit Herz, Hand und Verstand hat er das Weingut seines Vaters noch größer gemacht. Nun legt er es vertrauensvoll in Sohn Friedrichs Hände. Gemeinsam schreiben die beiden die Geschichte fort – die Weine sind expressiver und persönlicher denn je“, würdigt der Gault&Millau das Duo. Und weiter: „Die hier vorgestellte Kollektion übertrifft in puncto Eleganz und Ausdruck alles auf diesem Traditionsweingut bisher Dagewesene und zeugt von der kundigen wie mutigen Hand von Friedrich, der das in ihn gesetzte Vertrauen und die frühe Verantwortung selbstbewusst und souverän zu nutzen weiß.“ Für diese Leistung erhält das Weingut vier von fünf möglichen Trauben.

Albert Behler

 

Aufsteiger des Jahres

Albert Behler, Weingut Karthäuserhof, Ruwer

Zum Aufsteiger des Jahres wählte der Weinguide den Karthäuserhof in Trier-Eitelsbach an der Ruwer. Das Gut blickt auf über 750 Jahre Weinbautradition zurück und verfügt mit dem Eitelsbacher Karthäuserhofberg über eine Monopollage von Weltruf. In den letzten Jahren hatte es an Strahlkraft verloren. Dank Albert Behler, so die Redaktion, erlebe es nun eine Wiedergeburt: „Mit Umsicht und Weitsicht bringt Albert Behler ein Juwel der deutschen Weinkultur wieder zum Funkeln. Einst waren die Weine des Karthäuserhofs Legende – nun strahlen sie in neuem Glanz. Kristallklar und quellfrisch erzählen sie von ihrer großen Vergangenheit und einer hellen Zukunft.“

Simone Adams

 

Entdeckung des Jahres

Simone Adams, AdamsWein, Rheinhessen

Die Entdeckung des Jahres kommt aus Rheinhessen. Simone Adams übernahm 2010 nach dem Tod des Vaters über Nacht das Familienweingut und stellte es konsequent neu auf. „Mit scharfem Geist, glasklarer Vision und großem Feingefühl gibt Simone Adams den Burgundersorten Profil“, so die Redaktion „Die Kalkböden ihrer Heimat Ingelheim fängt sie authentisch und zugleich mit ganz persönlicher Handschrift ein.“

 

Sieben Mal 100 Punkte

Sieben Weine zeichnet der Weinguide mit der Höchstnote von 100 Punkten aus. „Immer wieder stellt man mir die Frage, ob sich beispielsweise die besten deutschen Spätburgunder wirklich mit den Top-Pinots aus dem Burgund messen können“, so Chefredakteurin Britta Wiegelmann. „Meine Überzeugung ist: ja, absolut. Und zwar gerade, weil es keine Kopien sind. Die Weine, die wir dieses Jahr mit 100 Punkten würdigen, erzählen mit atemberaubender Präzision, Finesse, Harmonie und Emotion von ihrem einmaligen deutschen Terroir. Sie sind unvergleichlich – und reihen sich genau deshalb gleichberechtigt unter die größten Gewächse der Welt ein.“

Die 100-Punkter sind

2017 Birkweiler Kastanienbusch Riesling Großes Gewächs

Weingut Ökonomierat Rebholz, Pfalz

2013 Riesling R

Weingut Peter Jakob Kühn, Rheingau

2015 Gutedel Jaspis 10hochvier

Weingut Ziereisen · Baden

2016 Malterdinger Bienenberg Spätburgunder Wildenstein Großes Gewächs

Weingut Bernhard Huber, Baden

2016 Bürgstadter Hundsrück Spätburgunder Großes Gewächs

Weingut Rudolf Fürst, Franken

2013 Spätburgunder RdP

Weingut Knipser, Baden

2011 Brut Nature

Weingut Aldinger, Württemberg

 

Drei neue 5-Trauben-Güter

Drei Betriebe steigen neu in die 5-Trauben-Gruppe und damit in die Kategorie „Weltklasse“ auf. Es handelt sich um die Weingüter Georg Breuer (Rheingau), Salwey (Baden) und Ziereisen (Baden). Damit umfasst die Spitzengruppe nun insgesamt 20 Betriebe.




Grünfränkisch: Eine neue tolle Weinrarität aus vergessenen Reben

Das Weingut Kiefer

versteht sich gut

auf historische Sorten

 

Historische, vergessene und fast ausgestorbene Rebsorten werden immer häufiger wiederbelebt und könnten bald zum großen Trend werden. Sie wollen nicht nur geschmacklich bereichern, sondern sind auch eine Antwort auf den Klimawandel und zeigen gegenüber den klassischen Gattungen schon jetzt Vorteile in der Resistenz. Auch von der Qualität vermögen einige zu überzeugen, wie der Grünfränkisch von Jonas Kiefer aus Worms-Wiesoppenheim in Rheinhessen begeisternd offenbart.

Jonas Kiefer

Der Grünfränkisch von Kiefer zeigt sich ungemein saftig, frisch und von packender Dichte. Seine geschmeidige Viskosität ist mundfüllend und macht Lust auf den nächsten Schluck. Zu feinen Kräuteraromen gesellt sich ein zarter Duft von Pfirsich und Melone. Der Wein wurde im alten Holzfass ausgebaut und entspringt der Lage „Am Heiligen Häuschen“, weshalb auf dem Etikett das Fenster der Kapelle zu sehen ist, dessen Formation an Traubenblätter erinnert. Unglaublich, dass der Grünfränkisch als die ursprüngliche Rebsorte der Liebfrauenmilch gilt.

Jonas Kiefer sucht nach Rebsorten, „die in der Weinregion Rheinhessen mal eine Rolle gespielt haben, jetzt mit dem Klimawandel besser zurechtkommen und mit Trockenheit umgehen können.“ Er pflanzte vor 4 Jahren 600 Rebstöcke mit Grünfränkisch. 2017 ergab die erste Ernte 600 Liter. Das Ergebnis war so gut, dass der Winzer gleich noch zwei weitere historische Sorten pflanzte, Süßschwarz und Fränkischer Burgunder. Der Rote Veltliner, ein frischer knackiger Wein, ist bereits auf dem Markt. Der Grünfränkisch und der Rote Veltliner wurden vom Rebenforscher Andreas Jung an mehreren Standorten in Deutschland als Einzelstockfunde entdeckt und konnten von der Rebschule Martin in Gundheim vermehrt werden. Großartig, dass man auf diese Weise ein Kulturgut wiederbelebt und neue Weintypen zugänglich macht.

Ludwig Fienhold

 

Weingut Jonas Kiefer, Rebgartenstr. 41, Tel. 06241 35861.

www.kiefer-wein.de

Grünfränkisch 13,10 €

Roter Veltliner 10,50 €.

 

Siehe auch BISS-Artikel über historische und vergessene Rebsorten von Peter Hilgard

 




Champagner-Elite: Der neue Salon 2007

Auch der Delamotte

zeigt große Klasse

 

Von Ludwig Fienhold

 

 

Unter den großen Champagner zeigt der Salon besonders viel Contenance und Grazilität. Die Branche erwartet diese rare Perle mit Spannung, jetzt wurde der aktuelle Jahrgang 2007 in der Ente in Wiesbaden in exklusiver Runde geöffnet. Salon ist grundsätzlich kein Wichtigtuer-Champagner, sondern etwas für Feintrinker. Jeder Jahrgang schmeckt anders, der Salon 2006 war spürbar weiniger, zitrusfrischer, kräftiger und kantiger als der hochsensible poetische 2002 oder der feinsinnig-florale 2004. Der neue 2007 ist ebenfalls von stiller Größe und scheint zu schweben, steckt aber voller Energie und Frische. Im Geschmacksbild präsentieren sich eher Aromen von Limette und Apfel als exotische Töne. Vom Salon gibt es nur 57.000 Flaschen, zum Preis von 400 Euro.

Der Jahrgangschampagner Salon ist stets einzigartig. Er entstammt zu Hundertprozent aus Chardonnay, dem Weinberg Côte des Blancs und der berühmten Lage Mesnil-sur-Oger. Salon wird nur in herausragenden Jahren vinifiziert. Von der ohnehin schon knappen Jahresproduktion erreichen vielleicht gerade einmal 1000 bis 2000 Flaschen Deutschland.

Dass der Salon wieder zu einem Ereignis werden würde, konnte man erwarten. Die große Überraschung war jedoch sein brüderlicher Freund, der Delamotte Blanc de Blancs 2008. Mit Charakter und Subtilität ausgestattet und durch enorme Saftigkeit und Trinkfluss animierend, begeistert auch er. Delamotte liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite von Salon. Wie bei Salon werden auch bei Delamotte alle Grundweine im Stahltank ausgebaut. Der Unterschied zu Salon ist, dass alle Champagner die malolaktische Gärung durchlaufen. Salon und Delamotte sind eigenständige Kellereien, wurden aber von Laurent-Perrier geschluckt. Salon wird nicht verkauft, sondern nur zugeteilt. Deshalb ist er auch nicht überall zu bekommen.

Froschschenkel

Salon ist ein Solist. Er bedarf im Grunde keiner Begleitung, weder kulinarisch noch gesellschaftlich, man könnte mit ihm ganz allein auf einer Insel glücklich sein. Küchenchef Michael Kammermeier vom Restaurant Ente verzichtete bei seinem famosen Menü deshalb auch auf kräftige Töne oder Fleischbegleitung und setzte Raffinessen wie Steinbutt mit Kalbskopf im Schinkensaft ein. Salon, aber auch Delamotte, schmecken besonders gut aus einem großen Weißweinglas und sollten 20 Minuten vor dem Trinken geöffnet werden.




Raffles in Singapur: Neue Gastronomie mit Ducasse, Pic & Leung

Die Hotel-Legende startet

mit einem starken

kulinarischen Konzept

 

Das Raffles Hotel in Singapur will sich nach seiner Renovierung Anfang 2019 mit einem starken kulinarischen Konzept zurückmelden und hat dazu gleich drei berühmte Küchenchenprofis verpflichtet: Alain Ducasse, Anne-Sophie Pic und Jereme Leung. Die Besinnung auf gute Gastronomie ist auch längst überfällig, denn die letzten Jahre und Jahrzehnte machte das Hotel nicht gerade mit hochwertiger Küche auf sich aufmerksam. Das Raffles begeht sein 130-jähriges Jubiläum und wird einer größeren Renovierung unterzogen. Zwar bleiben die Tore des legendären Luxushotels voraussichtlich noch bis Anfang 2019 geschlossen, General Manager Christian Westbeld und sein Team verraten jedoch bereits erste Details zum neuen Kulinarik-Konzept des Hauses. So soll das bestehende kulinarische Angebot unter anderem um drei herausragende Restaurants unter der Leitung der weltbekannten Küchenchefs ergänzt werden.

 

BBR by Alain Ducasse

Paella von Ducasse

Im Bar & Billiard Room, kurz BBR, wird mit der Neueröffnung Alain Ducasse die kulinarischen Geschicke lenken. Im BBR by Alain Ducasse dürfen sich Gäste künftig auf das weltweit erste mediterrane Sharing- und Grillkonzept des Meisterkochs freuen, das mit Aromen aus Portugal, Spanien, Italien und Frankreich verwöhnt. Dabei soll das 122 Jahre alte Restaurant mit einer offenen Küche mit Holzkohlegrills und Pizza-Öfen, einer Bar und einer Lounge seine ursprüngliche Clubatmosphäre beibehalten.  Entsprechend laden zahlreiche Gerichte des Chefkochs zum Teilen und Genießen ein.

 

La Dame de Pic

Cornish Crab von Pic

Die ebenfalls mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete Anne-Sophie Pic  wird mit dem La Dame de Pic ihr Debüt auf dem asiatischen Markt geben. Im offiziellen Speisesaal im Hauptgebäude des Fünf-Sterne-Hotels gelegen, soll das Restaurant ganz im Sinne der Küchenchefin mit zarten Pastelltönen und natürlichen Elementen wie Holz und Leder ausgestattet werden. Die Getränkekarte beinhaltet neben Weinen, Cocktails, Whiskys und Sake auch Tee, Kaffee, Dashi und andere Sud-Varianten und will damit den Geschmack der Gerichte ergänzen und verstärken. Die Weinkarte konzentriert sich neben internationalen Tropfen besonders auf Frankreich und die Heimat der Köchin, das Rhône-Tal.

 

兿 yì by Jereme Leung

Tintenfisch in Sesamdressing von Leung

Tintenfisch in Sesamdressing

Jereme Leung zählt zu den einflussreichsten Küchenchefs der modernen chinesischen Küche. Mit dem yì by Jereme Leung kehrt der weltbekannte Koch nun in seine Heimat Singapur zurück. Das zeitgenössische chinesische Restaurant soll im dritten Stock in der neurenovierten Arkade Einzug halten und wird neben kantonesischen Klassikern auch mit neu interpretierten Delikatessen locken. Besonders exklusiv ist die „multi-sensory dining experience“ im Experience Room, bei der beinahe schon poetische Gerichte die fünf Sinne der Gäste ansprechen sollen. Der künstlerische Anspruch, der bereits im Restaurantnamen mit dem chinesischen Wort yì  für „Kunst“ zum Ausdruck kommt, spiegelt sich auch im Inneren des Restaurants wider.




Giulia Super: Die neue Bar im Frankfurter Bahnhofsviertel

Radu Rosetti relauncht

Ex Black Dog

 

Radu Rosetti schenkt nach: Aus dem geisterhaft kurzzeitigen Black Dog wurde das neue Giulia Super. Die Bar wollte Coolness statt Seele servieren und erreichte damit nicht genügend Gäste. Was ist nun anders? Vor allem wurde die ganze Mannschaft ausgetauscht, damit überhaupt ein Neuanfang möglich war.

Radu Rosetti schenkt nach

Die puristisch gestylte Bar ist nach wie vor die am Wiesenhüttenplatz im Méridien Hotel, erhält aber durch ein neues Team einen anderen Auftritt. Das kommt vor allem aus dem Sullivan und ist für seinen offensiven Charme bekannt. Statt vier Bärten hinter dem Tresen gibt es nur noch einen. Es geht jetzt freundlicher und lockerer als vorher zu, zudem versteht man sich nicht nur als Cocktail-Bar, es werden auch einige der toskanischen Weine und Spumante von Tom Bock und seinen Weingütern in der Toskana serviert, die viele von seinen Restaurants Biancalani und A Casa di Tomilia  kennen. Damit erklärt sich auch die italienische Verbindung und die Namensgebung, der Alfa Romeo Giulia Super ist einer der großen Klassiker der automobilen Kultur. Ob damit wirklich der Alfa oder vielleicht eine gemeinsame Freundin gemeint ist, wollen die beiden kryptisch halten. „Ein bißchen Geheimnis muss sein“, meint Radu Rosetti. Mit der gegenüberliegenden Trinkhalle am Wiesenhüttenplatz, soll an diesem Ort ein neuer Meetingpoint entstehen. Die Stadt Frankfurt ist sehr  daran interessiert, aus dem heruntergekommenen Halunken-Platz ein ansehnliches Fleckchen zu machen. Gastronomie erfüllt eben auch eine soziale Aufgabe.

 

PS: Die Bar Giulia Super wurde am 2. Oktober mit einer Feier eröffnet. Klar, dass es dazu Musik gibt. Aber: Eine Bar ist ein Kommunikationszentrum, bei dem Gespräche mindestens so wichtig sind wie Drinks. Warum aber glauben DJs , dass Musik nur dann gut ist, wenn sie Tinnitus-Emission erreicht?

Giulia Super, Frankfurt, Wiesenhüttenplatz 28-38. Geöffnet: Täglich 18 – 2 Uhr.

 




Frankfurter Freßgass: Café Paris hat eröffnet

Belebung für die

angeschlagene

Flaniermeile

 

Von Ludwig Fienhold

 

Im Hamburger Café Paris stehen die Gäste Schlange, so möchten es die Betreiber auch gerne in Frankfurt mit ihrem Ableger haben, der am 14. September nach einem rauschenden Fest eröffnet hat und dem gleichen erfolgreichen Konzept folgt, aber zudem eigene Ideen einbringt. Hans-Jürgen Laumeister und Daniela Schwarz, die das Schlosshotel Rettershof in Kelkheim vor den Toren Frankfurts führen, wollen mit ihrem neuen Lokal auf Frankfurts einziger Flaniermeile Flagge zeigen und dem so langsam völlig abgenagten Namen Freßgass wieder Sinn geben.

Das ehemalige Restaurant Zarges auf der Frankfurter Freßgass wurde völlig entrümpelt, kaum ein Detail erinnert mehr an den einstigen Plüschsalon und sein samtrotes Ambiente. Im Prinzip hätte man das Mobiliar behalten können, denn es wäre auch gut mit dem neuen französischen Bistro-Konzept einhergegangen. Doch Laumeister & Schwarz wollten es „moderner, luftiger, heller, freundlicher.“ Die beiden möchten an gleicher Stelle, um die es in den letzten Jahren ruhig wurde, wieder das Leben pulsieren lassen. „Eng, crowdy, kommunikativ“, beschreibt Hans-Jürgen Laumeister seine Vorstellung vom Café Paris. Im Gegensatz zu vorher wird dies also eher kein intimer Ort für Rendezvous-Pärchen.

Das Konzept

Unkompliziert soll alles sein, das Essen und die Atmosphäre. Klassische französische Bistro & Brasserie-Gerichte in gut sortierter Auswahl für jeden Geldbeutel. Offensive Präsenz. Das Café Paris wird täglich geöffnet haben und damit an Sonntagen eine der ganz wenigen aktiven und attraktiven Adressen in der Innenstadt sein: Von 9 – 24 Uhr, Küche bis 22.30 Uhr. Noch besser: Montag – Freitag Frühstück von 9 – 12 Uhr, Samstag + Sonntag von 9.30 – 16 Uhr. Das Café Paris (ohne „de“ in der Mitte, denn da wären wir in einer anderen Klasse in Monaco) wird als Franchise geführt, wobei das Frankfurter Lokal die Standards übernimmt, aber auch eigene Ideen einfließen lässt. 

Ambiente

Eine Ansage ans Volk: 150 Plätze innen, 150 Plätze auf der Terrasse. Das schafft Platz für viele. Vom Souterrain bis zur Galerie werden viele Ebenen bespielt. Die allseits bekannten Thonet-Stühle, Säulen mit Keramikkacheln und Stäbchenparkettboden sind das Grundgerüst. Im Detail geht es aber noch weiter. Mit lebenden Pflanzen begrünte Wände, ein begehbarer Weinklimaschrank und zwei Bar-Theken mit Hockern schaffen zusätzlich Atmosphäre. Clou ist aber ein indirekt beleuchtetes Milchglasdach, das eine Wintergarten-Atmosphäre erzeugt. Auf der Galerie befinden sich die Logenplätze, von denen aus man das Restaurant und den Eingang gut im Blick hat. Die Glasscheibe wurde entfernt, denn hier oben ist kein Raucherbereich mehr.

Food & Beverage

Tatar in verschiedenen Varianten ist der Klassiker im Hamburger Café Paris und soll es auch in Frankfurt werden. Vor allem der am Tisch zubereitete (200 Gramm/25,50 €) gilt als Highlight. So etwas Schlichtes wie Croque Monsieur kann sehr gut sein, was man als Gast aber selten erleben darf. Im Frankfurter Café Paris wird es diesen Gassenhauer und andere, wie bretonische Fischsuppe, Paté Maison oder Merguez Frites Salade geben. Auf einer Extrakarte werden noch interessantere Gerichte angeboten, wobei wir uns beim nächsten Besuch schon auf den panierten Schweinefuß mit Trüffelremoulade freuen. Es werden auch Macarons angeboten, allerdings findet man schräg gegenüber auf der Freßgass bei Köllers L´Art Sucré die besten Macarons in ganz Deutschland.

Auf der 150 Positionen umfassenden Weinkarte stehen als Standard die Tropfen vom Schlossgut Diel oder dem Weingut Wittmann, wobei die ausgewiesenen Größen der offen ausgeschenkten Weine bemerkenswert sind, die es in 0,1l, 0,25 l und 0,5l gibt, was vorbildlich ist. Es werden zwei Champagner glasweise ausgeschenkt, für 12,50 und 14,50 € (0,1l), aber keine, die jeder kennt. Crémant und Cidre sind bei einem solchen Bistro selbstverständlich. Auf der Weinkarte geben grundsätzlich Frankreich und Deutschland den Ton an. Dabei wird in Frankfurt die Nähe zu Rheingau und Rheinhessen umgesetzt. 

Das neue Team

Das Café Paris geht mit 30 Angestellten in Küche und Service an den Start, später sollen bis zu 50 Mitarbeiter an Bord sein. Betreiber sind das Paar Hans-Jürgen Laumeister und Daniela Schwarz, die den bekannten Rettershof in Kelkheim führen und dennoch persönlich noch nicht wirklich bekannt sind. Als Restaurantleiterin wurde Tatjana Popovic verpflichtet, die zuvor schon in gleicher Position bei Zarges arbeitete. Der für alles verantwortliche Executive Chef ist Philip Raubach, der jedoch in erster Linie im Schlosshotel Rettershof arbeitet und zuvor in der Villa Rothschild im Taunus tätig war. Küchenchef im Café Paris ist Jakub Mysicka, der einst bei Zarges Souschef war. Als Souschef im Café Paris fungiert Tino Specht, der aus der Villa Rothschild kommt. Als Sommelier wurde Helgo Karrer verpflichtet, den man nicht vorstellen muss. Betriebsleiterin ist Claudia Lüttig.

Finale

Es existiert derzeit kein Lokal unmittelbar auf der Freßgass, das kulinarisch wertvoll wäre. Ob das Café Paris bloß ein Konzeptlokal ist oder ein kulinarisches Highlight setzen kann und ein Hotspot wird oder sogar beides schafft, dürfen wir in den nächsten Monaten erleben. Der Futterneid auf der Freßgass hat indes schon längst eingesetzt. 

Café Paris, Frankfurt, Kalbächer Gasse 10 (Freßgass).  

Photocredit: Café Paris Frankfurt




Grandissima Weinmesse: Großereignis in Frankfurt am Sonntag

Fachbesucher können 700 Weine probieren

 

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Ein Großereignis für die Weinwelt: 60 Winzer und Weingüter aus Italien, Deutschland, Spanien, Südafrika, Argentinien und Chile präsentieren am 21. Oktober im festlichen Gesellschaftshaus des Palmengartens rund 700 Erzeugnisse, darunter Raritäten und kostbare Bouteillen. Die Weinmesse ist ausschließlich für Fachbesucher, also vorrangig Gastronomen und Händler.

Chiara Soldati von La Scolca ist auch dabei

Italien ist besonders stark präsent, allein was Antinori und seine verschiedenen Weingüter bieten, ist zum schwindelig werden. Mit dabei auch Tignanello, der erste Supertoskaner, mit dem Marchese Piero Antinori 1971 weltweit für Aufsehen sorgte. Der Tignanello Toskana IGT 2015 ist hochbewertet, 98 Punkte bei James Suckling, 97 Punkte im Wine Spectator, 96 Parker-Punkte. Prunotto aus dem Piemont und seine Barolo, Barbera, Barbaresco und Nebbiolo sind ebenfalls weltbekannt. Der hochdekorierte Barolo Bussia sowie der exzellente Barbaresco Bric Turot werden neben vielen anderen Roten und Weißen von Prunotto zu verkosten sein. An Tisch 1 wird niemand vorbeikommen, die Spumante von Ferrari sind sicher die Bekanntesten ihrer Spezies und bei der Wein-Messe gleich mit 14 Erzeugnissen vertreten, einige Flaschen auch in der Magnum und Doppelmagnum. Ferrari Perlé Nero Trentodoc 2010 und die Riserva Lunelli 2008 (97 Punkte im Decanter) sind nicht oft zu bekommen und können hier verkostet werden. Spannend auch der hochpreisige und hochbewertete Giulio Ferrari Riserva del Fontadore Trentodoc 2007.

Familienweingut San Leonardo

Einen Sagrantino bekommt man beim Italiener in Deutschland nicht allzu häufig, bei der Weinmesse wird er neben anderen Rebsorten von der Tenuta Castelbuono zu probieren sein. Auch dem Lambrusco gehört eine Bühne, die Villa di Corlo aus der Emilia Romagna präsentiert Qualitätsprodukte, die mit den industriellen Verwandten nichts zu tun haben. Das Weingut San Leonardo aus dem Trentino ist für aromatische und saftige Weine mit Tiefgang bekannt. Die spannende Cuvée San Leonardo Trentino IGT aus Carmenère, Cabernet Sauvignon und Merlot ist das Flaggschiff und mit den Jahrgängen 2011 und 2013 vertreten. Welches Potential in den Weinen Apuliens stecken kann, belegt das Weingut Tormaresca. Vom preiswerten Rosso Castel del Monte bis zum hochwertigen Bocca di Lupo gibt es die unterschiedlichsten Qualitäten. Die Cantina Terlan zeigt die ganze Bandbreite Südtirols. Es beginnt beim auch preislich interessanten Weißburgunder und findet einen Höhepunkt im Porphyr Lagrein. Eine Sonderstellung nimmt die limitierte und sehr komplexe Terlaner Primo Grande Cuvée aus Weißburgunder, Chardonnay und Sauvignon Blanc ein, die nur in wenigen Top-Restaurants zu finden ist.   

M. A. Cerda und sein Mallorca Wein

Deutschland ist vertreten mit den Spitzenweingütern Pfannebecker, Rebholz, Dreissigacker, Rosch, Spreitzer, Dr. Koehler und Pfaffmann. Vom gewitzten Markus Pfaffmann aus der Pfalz gibt es allein schon 15 verschiedene Weine zu probieren. Es existieren nicht viele Weingüter, die ein solch erstaunlich gutes Preis/Geschmacksverhältnis bieten.

Immer ein Erlebnis sind Miquel Angel Cerda aus Mallorca und sein Weingut Ànima Negra (Schwarze Seele). Aus einer ehemaligen Molkerei entstand ein Weingut der Spitzenklasse, das zeigt, welche wunderbaren Tropfen man aus der heimischen Rotweinrebe Callet erzeugen kann.

Die Weinmesse Grandissima verspricht ein dem Namen entsprechendes großes Ereignis zu werden. Es sind nur Fachbesucher unter Voranmeldung zugelassen, Eintritt frei. Den fast 100 Seiten starken Degustationskatalog und die Anmeldung für die Frankfurter Fachmesse über: info@beesdo-cap.de

Die Grandissima 2018 beginnt am 21. Oktober in Frankfurt und wird von 13 bis 19 Uhr im Gesellschaftshaus des Palmengartens zu erleben sein. Danach gastiert die große Roadshow vom Weinland Ariane Abayan in Hamburg (22. Oktober), Berlin (28. Oktober), Köln (29. Oktober). Eintritt frei. 

 

 

 




Gerbermühle: Spanferkel mit Skyline-Blick

Der Grill-Himmel

über Frankfurt

 

Darum ist es am Main

so schön

 

Saugut, dieses Spanferkel. Saftiges, mildaromatisches Fleisch, krosse zarte Kruste. Solch ein Ferkel ist in Frankfurt so selten wie ein Pinguin in der Wüste. Wenn ein Küchenchef wie Jörg Ludwig am Grill steht, dann darf man mit schönsten Derbheiten rechnen. Das Spanferkel findet man aber nicht auf der Karte, denn es muss immer frisch zubereitet und entsprechend vorbestellt werden. 200 € kostet ein Milchferkel, das man sich mit acht Personen gut teilen kann, was für jeden nur 25 € ausmacht. Natürlich kann man das Superschweinchen auch zu viert oder zu sechst bestellen, sollte dann aber den Gürtel nicht zu eng schnallen.

Jörg Ludwig

Auf der Karte der Gerbermühle stehen viele Klassiker und Gassenhauer, Schnitzel in verschiedenen Varianten, Tafelspitz oder Zwiebelrostbraten. Das Tatar Classic vom Jungbullen wird mit Eigelb, Sardellen, Kapern und Zwiebeln angemacht und fällt etwas würziger aus als vergleichbare Offerten in der Stadt. Gut auch, das man es als kleine und große Portion bekommen kann. Jörg Ludwig und sein Team sind beim Würzen von Deutlichkeit, übertreiben es jedoch nicht. Auch einer unserer Favoriten, die Spareribs, sind intensiv im Geschmack und bieten viel Fleisch am Knochen (gibt es nur im Biergarten und nicht im Restaurant). Die Handkäs-Crostinis mit kleingehackten Radieschen und Schalotten als Musikbegleitung sind als Schlusspunkt ebenso gut wie zum Start. Dazu noch einige dicke Pimientos de Padron und man sagt sich: mehr bedarf es nicht. Heftig deftig mit hohem Spaßfaktor, dafür steht die Gerbermühle. Die Küche kann aber auch leise, mit Garnelen auf Mango und Avocado sowie Granatapfel beispielsweise. Und mit der hervorragenden und harmonisch mit allen Kräutern balancierenden Frankfurter Grünen Soße. Dazu noch die krossen Bratkartoffeln und man ist glücklich.  

Spareribs

Man darf nicht vergessen, das die Gerbermühle über 600 Plätze hat und oft keine Zeit für Nuancen bleibt. Gäste sollten also eher mit Soßen als mit Saucen rechnen. Restaurantleiter David Bullett, zuvor unter anderem im Restaurant Goldman und im Buffalo Steakhaus in Frankfurt, hat gemeinsam mit Chef Jörg Ludwig wieder mehr Stabilität in die Gerbermühle bringen können. Der Service, forsch im Auftritt und flott auf den Beinen, legt täglich eine gute Joggingstrecke im großen Garten zurück. Mit dem Hausschoppen der Kelterei Stier hat man einen guten Apfelwein gefunden, der Kennern, Anfängern und Touristen gleichermaßen gefallen dürfte. Es gibt zudem viele gute Traubenweine, der Silvaner von Corvers-Kauter zeigt, dass diese Rebsorte auch im Rheingau prächtig ausfallen kann. Von Leitz aus dem Rheingau steht viel auf der Karte, auch Große Gewächse und schön gereifte Weine. Mit dem Grauburgunder von Pfaffmann sowie den Weinen von Friedrich Becker (beide Pfalz) trifft man grundsätzlich eine gute Wahl.

Wunderbar zur Gerbermühle ans Mainufer passen würde auch der Rosé „Diving into Hampton Water“, eine Gemeinschaftsproduktion von Bon Jovi und Gerard Bertrand. Dieser wurde kürzlich in der neuen Wein & Champagner Lounge der Gerbermühle von den emsigen Weinhändlern Beesdo & Cap präsentiert und ist (noch) nicht auf der Weinkarte der Gerbermühle gelandet. Die Lounge wird neben der Hausbar von Martin Mack geleitet, einst Barchef in Jimmy´s im Hessischen Hof und seit August letzten Jahres in gleicher Position in der Gerbermühle. Die offene Lounge mit Main- und Skyline-Blick eignet sich besonders für ein stimmungsvolles erstes oder letztes Glas. Es wird sicher noch viele Abende geben, an denen man den Garten der Gerbermühle unter freiem Himmel genießen kann.

Ludwig Fienhold

Hotel, Restaurant & Biergarten Gerbermühle, Frankfurt, Gerbermühlstr. 105, Tel. 069 6897779 0. www.gerbermuehle.de

Ein Taxi in die Innenstadt kostet 13 €. Man kann sich aber auch gleich eins der 19 individuell gestalteten Zimmer und Suiten reservieren, 81 – 180 €, außer an Messetagen.

Photocredit: Barbara Fienhold