Tel Aviv im Frankfurter Bahnhofsviertel: Das neue Lokal Bar Shuka

Restaurant & Sake Bar von den Ardinast-Brüdern

im Frankfurter 25hours Hotel The Trip hat eröffnet

 

Frischgebackenes Pitabrot aus dem Ofen, Jerusalem-Kebap auf offenem Feuer, Grüne Soße aus Mittelmeerkräutern, Za’atar von den Bergen, eine Showküche und ein bisschen Chaos: Das neue Restaurant Bar Shuka ist eine Hommage an den orientalischen Markt. „Shuk“ steht für „Marktplatz“. Gelegen im neueröffneten 25hours Hotel The Trip in der Frankfurter Niddastrasse ist das Bar Shuka nach Chez Ima, Maxie Eisen und Stanley Diamond das vierte Konzept der Gastronomen David und James Ardinast im Bahnhofsviertel. Die beiden Brüder gehen mit ihrem neuen Restaurant mehr als je zuvor auf ihre Wurzeln ein und zitieren daraus: Bekannte Gerichte und Aromen aus der Nahost- Küche treffen auf regionale Frankfurter Zutaten, hier und da mit Akzenten aus der jiddischen Küche. „Wir nennen es Neue Tel Aviv Küche. Tel Aviv’s Esskultur ist ein Konglomerat aus arabischen Gerichten, Erinnerungen an Rezepte der jüdischen Großeltern und kulinarischen Moden aus aller Welt. Genau das machen wir hier, nur eben auf unsere Weise, aus der Frankfurtbrille betrachtet. Eins haben wir gelernt: Es soll vor allem Spaß machen“, meint James Ardinast.

Verantwortlich für die Küche ist der israelische Spitzenkoch und Gastronom Yossi „Papi“ Elad (Machneyuda, Jerusalem und Palomar, London), der für das Bar Shuka nach Frankfurt kam und gemeinsam mit dem Küchenchef Stephan Kaiser (ehemals Chez Ima) die Gerichte entwickelt. Der 70jährige Koch legt Wert auf ein internationales Team und beschäftigt Köche und Köchinnen aus Palästina, Pakistan oder Ghana. „Mein ewiges Motto beim Kochen: All you need is Chuzpe. Je bunter desto besser“, sagt Yossi Elad. Als Ritual wird vor dem Service gemeinsam Arrak getrunken, ein Anisschnaps, der als israelisches Nationalgetränk gilt und im Bar Shuka eine tragende Rolle spielt. Die Weine stammen u.a. aus dem Libanon, Israel und Syrien. Wenn Yossi Elad Lust hat, legt er einen Tanz auf der Theke ein oder trommelt auf Töpfen. Balagan für alle! Die meisten Gerichte sind zum Teilen geeignet. Mal auf Keramik aus Portugal (Motel A Mio), mal direkt auf den Tischen serviert. Die Karte teilt sich in vier Hauptrubriken, mittags und abends:

The Shuka – die Marktsektion mit hausgemachten Pasten, Gewürzen vom ShukHaCarmel, ofenfrischen Pitasorten und fermentiertem Gemüse. Beispiele: Hausgemachtes Harissa, scharfer grüner Zhoug, Weisse Tahina, Sumac – ein rotes Pulver mit Zitrusnoten.

The Butcher – Fleischgerichte vom Lavagrill, über dem offenen Feuer gebraten. Beispiel: Lammhüfte 25h geschmort / Okraschoten / Cous Cous Jerusalem-Kebab / Tahina / gegrillte Tomaten / Peperoncino.

The Fisherman – Fisch und Meeresfrüchte, 
z. B. Babaganoush “Negro”/ Oktopus / gegrillte Tomate / Zwiebel Wolfsbarsch / rohe Tahina / Tomaten / Challahbrot.

The Farmer – Vegetarische Gerichte: Knusprige Aubergine / Mangopüree / Ei / Babykartoffeln Buntes Bete Carpaccio / Ziegenkäse / Reis / Belugalinse.

Zum Frühstück gibt es ein Buffet und eine gesonderte Karte mit Bowls, Smoothies und Brotzeit.

Die Innenarchitektur von Morgen Interiorsund Michael Dreher spiegelt den „harmonischen Clash“ zwischen alten und modernen Kulturen wider. Das Restaurant bietet Platz für 90 Personen, der Patio Rosso (Innenhof) für 60 Personen. Kontrastreiche Materialien wollen Programm sein: Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die große, offene Showküche, außen mit spanischen Ornamentziegelsteinen bekleidet, Arbeitsplatten aus Marmor Verde Guatemala. Daran angeschlossen ein Chefstable aus 400 Jahre alter Eiche, an dem Barhocker aus dem Atelier Haussmann Berlin stehen. Die Wände roh aus Ziegelsteinen mit verputzter Patina, die Decke in Resedagrün (die Farbe alter Maschinen aus den 60ern), der Boden mit sechseckigen Zementfliesen aus Indien in Blautönen gefliest. Im Raum verteilt stehen Betonsäulen als Fragment des Bauwerks. Als Lampenschirme fungieren Körbe aus Tunesien und mundgeblasene Glasobjekte aus Tschechien. Die Esstische kommen aus eigener Produktion von Morgen Interiors, die Holzstühle stammen vom Designer Richard Lampert. Ein großes Neon Artwork an der Wand schreibt „Freunde“ auf hebräisch und arabisch. „Unsere Inspiration? Leben in Tel Aviv, ein großes Durcheinander echter Werte und Dramen, Farben des Meeres und des Himmels, das Unfertige als Status Quo, kommentiert Thommy Tritsch von Morgen Interiors.

Hinter einer geheimen Tür am Innenhof liegt die Shuka Bar, die Speakeasy Sake Bar des Restaurants. Eine gut kuratierte Auswahl exklusiver Sakesorten, japanischer Whiskey und Sake-Cocktails stehen auf der kleinen Karte, in Cooperation mit Richie Hawtin’s „Enter Sake“. Eröffnung: Ende Oktober 2018.

Bar Shuka Shuka Bar im 25hours Hotel The Trip, Frankfurt.

Niddastrasse 56
,Tel. 069 2566772280.

www.barshuka.com

Öffnungszeiten (Frühstück, Mittag, Abend):

Mo – Fr 6.30 – 10.30 | 12.00 – 15.00 | 18.00 – 23.00 Uhr Sa 7 – 12 | 12 – 15 | 18 – 23 Uhr
So 7 – 12 | 18 – 23 Uhr

Eröffnung Soft Opening ab sofort, offizielles Opening Ende Oktober.

Bild oben und unten: James & David Ardinast mit Koch Yossi Elad

Photocredit: Letterman & Fuentes




Canvas Frankfurt: Riemenschneider ist wieder weg

Ein sehr kurzes Gastspiel auf der Frankfurter Freßgass

 

Nach nur wenigen Monaten endete das Gastspiel von Michael Riemenschneider und dem Lokal Canvas auf der Frankfurter Freßgass. Die letzten Wochen stand der eine oder andere Gast vor verschlossenen Türen, die Canvas-Webseite wurde stillgelegt, das Lokal bei Google als „Dauerhaft geschlossen“ gemeldet, das Telefon steht schon lange still. Damit endet auch dieses Kapitel so unrühmlich wie mit Riemenschneiders drei vorangegangenen Lokalen: Atelier Wilma (Frankfurt), Reinholds Enkel (Bad Homburg) und Tischlerwirt (Kitzbühel). Geschäftsführend betrieben wurde das Canvas indes von Pächter René Meister. Im Internet breitet sich der Unmut von Gästen aus, die trotz Buchung vor verschlossenen Türen standen, siehe z.B. OpenTable: https://www.opentable.de/r/canvas-frankfurt-am-main

In dem Kellerlokal sind alle Lichter aus.

LF

 




Kempinski Dubai treibt es auf die Palme

Alain Ducasse ist erstmals am Arabischen Golf dabei

 

Dubai ist um ein glitzerndes Hotel reicher. Das Emerald Palace Kempinski hat auf der Palm Jumeirah eröffnet und liegt an einem 500 Meter langen privaten weißen Sandstrand. Die Opulenz des Hotels spiegelt sich in 6.400 Kronleuchtern wider, vor allem der Kronleuchter aus 40.000 Swarovski-Kristallen im Atrium und die handgemalten Motive aus 24-karätigem Gold wollen imponieren.

Die 391 luxuriösen Zimmer, Suiten und Villen beginnen bei einer Größe von 65 qm und bieten einen Ausblick auf die Gärten der Anlage, den Arabischen Golf oder auf die Palmen-Lagune. Zusätzlich steht jedem Gast ein 24 Stunden Butler-Service zur Verfügung. Die insgesamt zehn freistehenden Royal und Imperial-Villen verfügen zusätzlich über einen Rooftop Pool, einen Jacuzzi sowie über einen eigenen kleinen Spa.

Acht Restaurants und Bars haben in dem ausladenden Resort Platz gefunden. Alain Ducasse ist mit einem Restaurant namens miX dabei, das erste Konzept des Franzosen in Dubai, das am 15. Dezember für die ersten Gäste erkennbar werden soll. Auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern erstreckt sich das Cinq Mondes Spa. Es bietet neben 23 Behandlungsräumen und zwei privaten Spa Suiten, den größten Indoorpool Dubais.

 




Panne beim Gault & Millau 2019

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

 

Peinlich: Der Gault & Millau, der seine Ergebnisse vor der Veröffentlichung streng hütet, wurde bereits teilweise vom Münchner ZS Verlag ausgeliefert und war schon drei Tage vor dem Erscheinungstermin kein Geheimnis mehr. Der Guide wurde erst am 12. November präsentiert, geisterte aber längst davor heftig durchs Internet, oft begleitet von einer gewissen Häme. Es gibt nichts Spektakuläres, allenfalls ein paar unverständliche Auf- und Abwertungen, begleitet von stilistischen Schwächen. Der Verlust an sprachlicher Finesse erscheint beim Gault & Millau stellenweise beängstigend. 

Das kreative italienische Restaurant Biancalani in Frankfurt wurde gleich von 16 auf 14 Punkte gestutzt. Ein höchst seltener Vorgang, wobei er durch die Kritik nicht glaubhaft begründet wird. Dass mit Mario Lohninger einer der besten Köche Deutschlands vom Michelin sträflich vernachlässigt wird, ist schon zur Gewohnheit geworden, dass Lohninger nun aber auch beim Gault & Millau nach vielen Jahren hochsolider Küchenleistungen eine Abstrafung erfährt und von 17 auf 16 Punkte fällt, kann man nur als verwirrt quittieren. Wir haben gerade in diesem Jahr famos bei ihm gegessen, und das nicht nur einmal. Lohninger ist eben kein Blender und gehört wie etwa Hans Haas vom Münchner Tantris zu den Geschmackstalenten, die ohne Tamtam auf dem Teller für echte Glücksgefühle sorgen.

Aufsteiger des Jahres, Daniel Schimkowitsch, Ketschauer Hof

Weit merkwürdiger erscheinen die Vorgänge beim  Tigerpalast. Nach dem Weggang von Christoph Rainer wurde dessen Nachfolger Coskun Yurdakul letztes Jahr von 17 auf 14 Punkte in den Keller gestürzt. Im neuen Guide darf er wieder das Penthouse beziehen, und das gleich mit 17 Punkten. Kaum zu verstehen, zumal solche drastischen Entscheidungen deutlich und fundiert begründet sein wollen, was hier nicht geschieht. Die wenigen Gerichte, die für diesen unglaublichen und unglaubhaften Aufstieg als Grundlage dienen, bilden keine professionelle Grundlage. Die Kritik ist ohnehin so leidenschaftslos und unterwürzt, das man keine Lust auf den Tigerpalast zu bekommen vermag. Ganz im Gegenteil dazu, belegte der äußerst kritische Text im letzten Gault & Millau sehr plausibel, warum das Gourmet-Restaurant im Tigerpalast zu den großen Verlierern gehören musste. Diese Diskrepanz ist mehr als auffällig. 

Erfreulich ist der „Aufsteiger des Jahres“ Daniel Schimkowitsch vom L.A. Jordan im Ketschauer Hof im pfälzischen Deidesheim, der schon viele Jahre auf hohem Niveau kocht und längst auch zwei Michelin-Sterne verdient hätte. Gespür für junge Talente zeigt die Beförderung von Dennis Aukili und seinem Chairs in Frankfurt, das nun 15 Punkte bekommen hat.

 

Koch des Jahres

Johannes King und Jan Philipp Berner (im Bild oben r.), Söl’ring Hof, Rantum auf Sylt, 18 Punkte. Die erhielten sie für „ihre authentische norddeutsche Küche, die auf die Qualität hochwertiger und vergessener regionaler Produkte setzt.“

Entdeckung des Jahres

Torben Schuster vom Gut Lärchenhof in Pulheim bei Köln, der „mit virtuosem Aromenspiel und feinsinnig-ideenreichen Kompositionen im Menü beeindruckt und die klassische Lehre ebenso wie die Vielfalt asiatischer Gewürze, Produkte und Techniken beherrscht“,

Sommelier des Jahres

Stephanie Hehn vom Lakeside in Hamburg, die „mit Bravour die seltene Chance nutzte, einen Keller von null aufzubauen, und ihre Gäste mit ebenso großem Sachverstand wie Feingefühl und Charme berät.“

Gastgeber des Jahres

Nils Blümke, Francais, Frankfurt

Aufsteiger des Jahres

Daniel Schimkowitsch, L.A. Jordan, Deidesheim

Sommelière 2019

Stephanie Hehn, Lakeside, Hamburg

Pâtissier des Jahres

Tatsuya Shimizu, Steinheuers, Bad Neuenahr-Ahrweiler

Bester Deutscher Koch im Ausland

Peter Knogl, Cheval Blanc, Basel, 19 Punkte

Gastronom des Jahres

Frank Marrenbach, Brenners  Park-Hotel & Spa, Baden-Baden, Restaurant Fritz & Felix. Im Toprestaurant eines der traditionsreichsten deutschen Hotels habe er mit Innovationsgeist, Gestaltungsfreude und Mut eine Gourmet-Zeitenwende bewirkt, so der Guide. Alles Überkommene sei zeitgemäßer Lockerheit auf weltstädtischem Niveau gewichen.

19,5 Punkte

  • Schwarzwaldstube, Baiersbronn
  • Vendôme, Bergisch Gladbach
  • Restaurant Tim Raue, Berlin
  • Victor’s Fine Dining by Christian Bau, Perl
  • Althoff Seehotel Überfahrt, Rottach-Egern
  • GästeHaus Klaus Erfort, Saarbrücken
  • Waldhotel Sonnora, Wittlich
  • Aqua Restaurant, Wolfsburg

 

19 Punkte

  • Hotel Bareiss im Schwarzwald, Baiersbronn
  • Restaurant Haerlin, Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten, Hamburg
  • Falco, Leipzig
  • Steinheuers Restaurant „Zur Alten Post“, Bad Neuenahr-Ahrweiler

 

18 Punkte

  • Gourmet Restaurant Friedrich Franz, Bad Doberan
  • Restaurant Facil, Berlin
  • Restaurant Horváth, Berlin
  • Lorenz Adlon Esszimmer, Berlin
  • Restaurant Reinstoff, Berlin
  • Hotel & Restaurant Ole Deele, Burgwedel
  • A. Jordan, Deidesheim
  • Luce d’Oro im Schloss Elmau
  • Restaurant Lafleur, Frankfurt
  • Restaurant Schwarzenstein, Geisenheim
  • Meierei Dirk Luther, Glücksburg
  • The Table Kevin Fehling, Hamburg
  • Le Moissonnier, Köln
  • Restaurant Ophelia, Konstanz
  • Restaurant Opus V, Mannheim
  • Jan Hartwig – Restaurant Atelier, München
  • EssZimmer, München
  • Hotel Königshof München by Geisel, München
  • Restaurant Tantris, München
  • Werneckhof by Geisel, München
  • Rüssels Landhaus, Naurath/Wald
  • Essigbrätlein, Nürnberg
  • restaurant.weinhaus.schanz, Piesport
  • Bodendorf’s restaurant, Sylt
  • Söl’ring Hof, Sylt
  • Beckers Hotel & Restaurant Trier
  • Courtier Restaurant, Wangels

 

17 Punkte

  • La Becasse, Aachen
  • Residenz Heinz Winkler in Aschau
  • Purs Restaurant, Andernach
  • Keilings, Bad Bentheim
  • Schlossberg, Baiersbronn
  • Restaurant Einsunternull, Berlin
  • Frühsammers Restaurant, Berlin
  • Hugos Restaurant, Berlin
  • Rutz, Berlin
  • Volt Restaurant, Berlin
  • Halbedels Gasthaus, Bonn
  • Yunico, Bonn
  • Ostseelounge, Dierhagen
  • Bean & Beluga, Dresden
  • Caroussel, Dresden
  • Nagaya, Düsseldorf
  • Landhaus Feckl, Ehingen
  • Merkles, Endingen am Kaiserstuhl
  • Klassenzimmer, Feldberges Seenlandschaft
  • Francais, Frankfurt
  • Tiger Gourmetrestaurant, Frankfurt
  • Schillingshof, Friedland
  • Jacobs, Hamburg
  • Lakeside, Hamburg
  • Piment, Hamburg
  • Seven Seas, Hamburg
  • Die Insel, Hannover
  • Titus, Hannover
  • Le Gourmet, Heidelberg
  • Sosein., Heroldsberg
  • Kilian Stuba, Kleinwalsertal
  • Maitre, Köln
  • Maximilian Lorenz, Köln
  • Adler, Lahr
  • Stadtpfeiffer, Leipzig
  • 360°, Limburg
  • Casala, Meersburg
  • Alois, München
  • Les Deux, München
  • Restaurant Pageou, München
  • Schuhbecks Fine Dining, München
  • Obendorfers Restaurant Eisvogel, Neuburg vorm Wald
  • Zur Post, Odenthal
  • Falconera, Öhningen
  • Le Cerf im Schlosshotel Friedrichsruhe, Öhringen
  • Balthasar, Paderborn
  • Gut Lärchenhof, Pulheim
  • Der Butt, Rostock
  • Ammolite, Rust
  • Eisenbahn, Schwäbisch Hall
  • Jungborn, Bad Sobernheim
  • Die Zirbelstube, Stuttgart
  • Hirschen, Sulzburg
  • Berlins Krone, Bad Teinach
  • Orangerie, Timmendorf Strand
  • Haus Stemberg, Velbert
  • Schwarzer Adler, Vogtsburg
  • Landhaus Köpp, Xanten
  • Restaurant Apicius, Bad Zwischenahn

 

16 Punkte

  • Le Jardin de France, Baden-Baden
  • Bauernstube, Baiersbronn
  • Kaminstube, Baiersbronn
  • Köhlerstube, Baiersbronn
  • Le Ciel, Berchtesgaden
  • Am Steinplatz, Berlin
  • Bandol sur Mer, Berlin
  • Cookies Cream, Berlin
  • Ernst, Berlin
  • Golvet, Berlin
  • Nobelhart & Schmutzig, Berlin
  • Pauly Saal, Berlin
  • Richard, Berlin
  • Skykitchen, Berlin
  • Speiselokal tulus lotrek, Berlin
  • Maerz, Bietigheim-Bissingen
  • Wild X Berg, Birkenau
  • Barrique, Blieskastel
  • Kaspars, Bonn
  • Das Alte Haus, Braunschweig
  • Das kleine Lokal, Bremen
  • Landhaus Rössle, Bretzfeld
  • 17Fuffzig, Burg/Spreewald
  • Gasthaus Lege, Burgwedel
  • Navigare NSBhotel N° 4, Buxtehude
  • Palio, Celle- Sterneck, Cuxhaven
  • Schwarzer Hahn, Deidesheim
  • Rebstock Stube, Denzlingen
  • Rosin, Dorsten
  • Palmgarden, Dortmund
  • Akazienhof, Duisburg
  • Wilder Ritter, Durbach
  • Berens amKai, Düsseldorf
  • Fritzes Frau Franzi, Düsseldorf
  • Im Schiffchen bei Enzo, Düsseldorf
  • Nenio, Düsseldorf
  • Tafelspitz 1876, Düsseldorf
  • Hannappel, Düsseldorf
  • La Grappa, Essen
  • Erbprinz, Ettlingen
  • Bembergs Häuschen, Euskirchen
  • Oettingers, Fellbach
  • Goldener Hahn, Finsterwalde
  • Philipp Soldan, Frankenberg
  • Carmelo Greco, Franfurt Main
  • Ernos Bistro, Frankfurt Main
  • Gustav, Frankfurt Main
  • Lohninger, Frankfurt Main
  • Villa Merton, Frankfurt Main
  • Wolfshöhle, Freiburg
  • Genießer Stube, Friedland
  • Eckert, Grenzach-Wyhlen
  • Anna Sgroi, Hamburg
  • Bianc, Hamburg
  • Landhaus Scherrer, Hamburg
  • Trüffelschwein, Hamburg
  • Weinbasis, Hannover
  • Scharffs Schlossweinstube, Heidelberg
  • Gourmetrestaurant Dirk Maus, Heidesheim
  • Jacques, Heinsberg
  • L’étable, Bad Hersfeld
  • Schellers, Bad Homburg
  • Rabenstube, Horben
  • Scala, Jena
  • Helbigs Gasthaus, Johannesberg
  • Intense, Kallstadt
  • Sein, Karlsruhe
  • Christians, Kirchdorf
  • Laudensacks Parkhotel, Bad Kissingen
  • Da Vinci, Koblenz
  • Schillers, Koblenz
  • Alfredo, Köln
  • La Société, Köln
  • Ox & Klee, Köln
  • Pure White, Köln
  • Taku, Köln
  • San Martino Gourmet, Konstanz
  • Storchen, Bad Krozingen
  • Raubs Landgasthof, Kuppenheim
  • Gasthof zum Bad, Langenau
  • Keidenzeller Hof, Langenzenn
  • Buddenbrooks, Lübeck
  • Atable, Ludwigshafen
  • Favorite, Mainz
  • Dobler’s, Mannheim
  • Emma Wolf Since 1920, Mannheim
  • Le Corange, Mannheim
  • Marly, Mannheim
  • Kurlbaum, Moers
  • Amtskeller, Mulfingen
  • Am Kamin, Mühlheim an der Ruhr
  • Acetaia München
  • Restaurant Huber, München
  • Jin Restaurant, München
  • Tian München
  • experience taste
  • Landgasthof Poststuben, Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Le Temple, Neuhütten
  • Moro, Neustadt an der Weinstraße
  • Urgestein, Neustadt an der Weinstraße
  • Klostermanns Le Gourmet, Niederkassel
  • Novalis, Nörten-Hardenberg
  • Wonka, Nürnberg
  • Würzhaus, Nürnberg
  • Schlössl, Oberotterbach
  • Das Maximilians, Oberstdrof
  • Ess Atelier Strauss, Oberstdorf
  • Schaumahl, Offenbach
  • Silberdistel, Ofterschwang
  • Le Pavillon, Bad Petersthal
  • Zehners Stube, Pfaffenweiler
  • Villa Hammerschmiede, Pfinztal
  • Falkenstein, Pfronten- Huberwirt, Pleiskirchen
  • Friedrich Wilhelm, Potsdam
  • Kochzimmer, Potsdam
  • Atelier Sanssouci, Radebeul
  • Storstad, Regensburg
  • Ballebäuschen, Reichshof
  • Heldmann, Remscheid
  • Reuter, Rheda-Wiedenbrück
  • Gourmetrestaurant Dichterstub’n, Rottach-Egern
  • Freustil, Rügen
  • Louis, Saarlouis
  • Genuss-Apotheke, Bad Säckingen
  • Fallert, Sasbachwalden
  • Juwel, Schirgiswalde-Kirschgau
  • Hofstube, Schmallenberg
  • Rebers Pflug, Schwäbisch Hall
  • Weinhaus Uhle, Schwerin
  • Kaspers im Kapellenhof, Selzen
  • Philipp, Sommerhausen
  • Gourmet, St. Wendel
  • Torschreiberhaus, Stadthagen
  • Le Val d’Or, Stromberg
  • Délice, Stuttgart
  • Olivo restaurant, Stuttgart
  • Top Air, Stuttgart
  • Wielandshöhe, Stuttgart
  • Yosh, Stuttgart
  • Hardy’s, Sylt
  • JM, Sylt
  • Wein- und Tafelhaus, Trittenheim
  • Seehalde, Uhldingen-Mühlhofen
  • Siedepunkt, Ulm
  • O’Room, Usedom
  • Lamm Rosswag, Vaihingen an der Enz
  • Schwitzers, Waldbronn
  • Restaurant Johanns, Waldkirchen
  • Landwerk, Wallerfangen
  • Laurentius, Weikersheim
  • Gourmetrestaurant im Walk’schen Haus, Weingarten
  • Ente, Wiesbaden
  • Gourmetrestaurant Alexander Herrmann, Wirsberg
  • La Fontaine, Wolfsburg

Anzeige

 

 

 

 

 




Restaurant-Kritik: Goldman Restaurant in Frankfurt

Ein Klassiker

mit frischen Ideen

 

Die Hanauer Landstraße hat viele Gastronomen kommen und gehen gesehen, doch Thomas Haus und sein Goldman Restaurant sind seit über zehn Jahren die feste Gourmetgröße in diesem Quartier. Gute Küche, lebensfrohe Atmosphäre, netter Service, moderate Preise – das Gesamtpaket stimmt einfach.

Seit sich Thomas Haus um seinen Zweitbetrieb, die adrett-rustikale und ebenfalls empfehlenswerte Werkskantine kümmern muss, überlässt er im Goldman seinem Küchenchef Sebastian Gonzalez Rivera die Führung. Er kann sich auf ihn und das gute eingespielte Team verlassen. Der Südamerikaner Rivera hat unter anderem bei Dirk Maus gearbeitet, der in Heidesheim am Rhein das hervorragende Gourmetrestaurant und Landgasthaus Sandhof betreibt. Die Küche im Restaurant Goldman versteht sich auf verfeinerte Klassik, die jung und modern ausgelegt wird. Ein mustergültiges Highlight: Flusskrebs-Ravioli in feiner Krustentiernage mit krossem Bauch vom Biolandschwein im Süßholzpfefferlack nebst Blumenkohlcreme. Ein Amuse soll leicht und appetitanregend ins Menü führen. Die schöne Forellencreme mit Forellenkaviar im zarten Knuspermantel mit Gelee von Roter Bete ist so wölkchenleicht und elegant, das man sie sich als richtige Vorspeise wünschen wird. Lachs kann langweilen, das gebratene norwegische Lachs-Sashimi in der Sesam-Gewürzkruste mit Sesammayonnaise, Passionsfrucht und Avocadocreme bietet dagegen unterhaltsame kulinarische Qualität.

Küchenchef Rivera

Den großen Klassiker, das Beef Wellington (im Bild oben), bekommt man nicht mehr so häufig. Und wenn, dann mitunter in eher schwacher Ausführung. Im Goldman Restaurant erlebten wir das butterzarte Rinderfilet in Gänseleberjus mit Kartoffelespuma und Blattspinat in Bestform. Am Ende soll es nicht noch etwas Fülliges und zu Süßes geben. Als kein plumpes, sondern schlankes Dessert erweist sich der zerlegte Apfelstrudel aus Granny Smith Sorbet, Quarkmousse, Apfelgel und Rum-Rosinen.  Es kommen gerne Weine auf die Karte, die nicht allzu kompliziert zu trinken sind und auch preislich nicht überfordern. Ein wenig mehr Mut und Zugriff auf die junge, deutsche talentierte Weinszene wäre vorteilhaft.

Thomas Haus und seine Frau Kirsten, die das Lokal gemeinsam führen, packen immer wieder selbst an, können sich aber auf ein gutes Service-Team stützen. Restaurantleiter Pino di Palma und der allgegenwärtige Carsten Friese sind gutgelaunte Gastgeber. Charlotte Chevallier nahm einen ungewöhnlichen Weg und betreute Giraffen im Osnabrücker Zoo, bevor sie eine Ausbildung in der Gastronomie startete und zum Goldman Restaurant wechselte.

Raviolo mit Schweinebauch

Das quicke und preiswerte East Side Lunch (3 Gänge für 26,50 €) ist sicher für viele interessant, die mittags auf der Suche nach einer guten Adresse sind. Abend bekommt man ein aufwendigeres Menü, kann aber auch à la carte bestellen. Den Marktleiter vom nahen Scheck-in, Peter Splettstößer, und Thomas Haus verbindet eine langjährige freundschaftliche Partnerschaft. Daraus entstehen interessante gemeinsame Veranstaltungen (Affaire Culinaire), wie das Champagner-Dinner mit 4 Gängen und 5 begleitenden Champagner für barmherzige 79 € als Inklusivpreis. Man sollte den Check-in-Markt und das Goldman auch übers Internet im Auge behalten, um auf solche besonderen Offerten stoßen zu können.

Ludwig Fienhold

Goldman Restaurant, 25hours Hotel, Frankfurt, Hanauer Landstraße. 127, Tel. 069 405 8689 806.

Geöffnet/Küche: Mo – Sa 12-14.30 Uhr, 18.30-22.30 Uhr, So zu.

www.goldman-restaurant.com

 

Anzeige




Neueröffnung: Restaurant & Bar Fritz & Felix im Brenners Park-Hotel

Neues Food Konzept mit

Mut zu Würze & Grillglut

 

 

Mit dem Fritz & Felix Restaurant will das Brenners Park-Hotel & Spa in ein neues kulinarisches Zeitalter starten – jenseits formaler Atmosphäre und großer Menüs, wie es offiziell heißt. Die Food-Location soll für urbane Lebensart, entspannte Kommunikation und eine ebenso authentische wie originelle Küche stehen

Eingeheizt: Kreatives vom Designer-Grill       
Mittelpunkt des Fritz & Felix ist der große Designer-Grill als Blickfang. Das gusseiserne Prunkstück der englischen Firma Charcoa wurde im nordspanischen La Coruña hergestellt, wo bodenständige und gleichzeitig hochprofessionelle Grillkunst eine lange Tradition hat. Befeuert wird der Premium-Holzkohlengrill mit verschiedenen Holzsorten aus dem Schwarzwald – von Tanne und Fichte bis hin zu Buche und Birke, damit ganz unterschiedliche Geschmacksnuancen erreicht werden. Über der aromatischen Glut bereiten die Köche dann nicht nur Fleisch und Fisch zu, sondern auch Gemüsegerichte, die direkt über dem offenen Feuer oder auch in gusseisernen Töpfen brutzeln. Das kulinarische Konzept der neuen Genuss-Oase stammt aus der Feder des Schweizer Spitzenkochs Nenad Mlinarevic. Erstklassige und immer wieder überraschende Speisen sind ihm ebenso wichtig wie eine lässige Atmosphäre, die Kontakt und Kommunikation fördert. Im Fritz & Felix setzt der kreative Kopf auf neuartige Geschmackserlebnisse. Damit die Gäste viele unterschiedliche Aromen kosten können, gibt es keine umfangreichen Menüs, sondern ein Mosaik auf Basis erstklassiger Zutaten: Viele unterschiedliche Kleinigkeiten werden in der Mitte des Tisches serviert, wodurch können alle zugreifen können.

Kreatives Konzept

Restaurant Fritz & Felix

Umgesetzt wird das neue Konzept von Küchenchef Sebastian Mattis. „Wir wollen keine verkopften Kunstwerke kreieren“, betont der gebürtige Nordrhein-Westfale. „Die Produkte sollen nach dem schmecken, was sie sind – egal ob sie aus der Region kommen oder aus anderen Ländern. Außerdem wollen wir mutig würzen. Unser Essen soll Charakter, Seele und eine Geschichte haben.“ Sebastian Mattis setzt die oft stiefmütterlich behandelten Beilagen ganz neu in Szene: „Wir wollen zeigen, dass Gemüse und andere Beilagen sich nicht nur als Begleiter eignen, sondern tatsächlich auch die Hauptrolle spielen können.“ So kombiniert er beispielsweise Muskatkürbis mit Hanfsaat und Buchweizen, geröstetes Lauchherz mit Haselnuss oder Polenta mit Blauschimmelkäse.

Dass Nenad Mlinarevic, der kulinarische Vater des Restaurants, ein wahrer Veggie-Fan ist, zeigt sich auch bei Vorspeisen wie Brokkoli mit Ponzu, Schalottencrème und Sesam oder Artischocke mit Trüffel, Ricotta und Petersilie. Aber auch Fisch und Fleischliches gibt’s „vorneweg, am liebsten geteilt, aber auch allein“, so Sebastian Mattis. Beispielsweise Rindertatar mit Foie Gras, Champignons und Feige oder Aal vom Grill mit Aubergine, Miso und Bonito-Flakes. Bei den Hauptspeisen dürfen sich die Gäste dekorativ angerichtete Überraschungen freuen. So bringt der Chef Rotbarsch mit Chorizo auf den Teller oder ein ganzes Stubenküken mit Ananas und Salsa. Und statt der altbekannten Tellerdesserts gibt’s im Fritz & Felix süße Kleinigkeiten aus der Candy Bar.

Bar im Brenners Park-Hotel

Für die Umsetzung des neuartigen Gastro-Konzepts wird Sebastian Mattis zudem von Restaurant Manager Julius Hilger unterstützt, der einst seine Ausbildung im Brenners Park-Hotel absolvierte. Seitdem sammelte er umfangreiche Erfahrung in der gehobenen Gastronomie mit Stationen in Berlin, London, St. Moritz und Hamburg.

Coole Kreationen an der Bar       
Als ganz eigener neuer Publikumsmagnet glänzt die Bar des Fritz & Felix – inspiriert durch Design und Lifestyle der Roaring Twenties mit ihrer überbordenden Lebenslust. In heiterem Ambiente, das Naturelemente des Schwarzwalds mit technischen Details verbindet, komponiert Barchef Jean-Pierre Muyombano eigene Drinks und interpretiert Klassiker auf moderne Weise. Ins Glas kommen unter anderem hausgemachte Wermuts sowie eine der größten Sammlungen deutscher Gins & Whiskys.

Küchenchef Sebastian Mattis, Brenners Park-Hotel

Das kreative Konzept von Fritz & Felix setzt sich bei der Weinkarte fort: Statt in einer langweiligen Liste blättern die Gäste in einem vierteljährlich neu aufgelegten Weinmagazin mit Artikeln, Winzerportraits, Illustrationen und Beschreibungen der Weine. Bei der Weinauswahl von Berater Konstantin Baum, einem von nur acht deutschen „Masters of Wine“, dominieren Baden und Deutschland – ergänzt durch eine Zusammenstellung von Tropfen aus aller Welt. Viele Weine werden auch glasweise ausgeschenkt, so dass Liebhaber sogar rare und gereifte Weine nach Herzenslust probieren können.

Fritz & Felix, Brenners Park-Hotel & Spa, Baden-Baden,
Schillerstraße 4/6.
Geöffnet: Dienstag bis Samstag von 18 -1 Uhr.
www.fritzxfelix.com

Photocredit: Brenners Park-Hotel

 




Marbella: Drei Topadressen für Beach-Gourmets

Das Hotel Puente Romano

und die spannende Küche

von Thomas Stork

 

Das Hotel Puente Romano ist das kulinarische Gewissen von Marbella. Niemand bietet mehr anspruchsvolle Restaurants unter einem Dach. Das liegt aber weniger an Sternekoch Dani Garcia und seinen zwei Restaurants oder Nobu, der dort jüngst eine weitere Filiale eröffnete. Es war der Heinz Winkler-Mitstreiter Thomas Stork (im Bild rechts), der vor gut fünf Jahren das Hoteldörfchen aus dem Schlaf wachrüttelte und mit neuen Konzepten belebte. Wer sonst zeigt im wechselhaften Marbella eine beständigere Qualität als er und die von ihm geleiteten Lokale im Puente Romano? Sein erstklassiger Sea Grill wurde jetzt mit dem Petit Sea Grill als Wein- und Tapas-Bar erweitert. Außerdem gehört inzwischen eine Chiringuito direkt am Strand zu den Outlets, eine feinere Version dieser typischen rustikalen Strandlokale.

Sea Grill mit Blick auf Chiringuito

Chiringuitos sind Spaniens einzigartiger Hüttenzauber. Meist Bretterbuden auf Imbissniveau, doch eine kulthafte Institution, so wie die Trinkhallen in Frankfurt. Sardinen am Spieß, Gäste in Flip Flops oder barfuß, in ein Handtuch geschlungen oder nur im knappen Badedress. Manchmal aber auch ganz schick, denn längst gibt es die unterschiedlichsten Strandbar-Varianten, bei denen mitunter auch Hummer und Champagner serviert wird. Eine besonders gute und sympathische Chiringuito findet man am Strand vom Puente Romano. Von der Sonnenliege zum Tisch sind es nur zwei Schritte. Es ist gut, diesen Vorteil zu nutzen, denn die Plätze werden rasend schnell besetzt. Vor allem am Wochenende. Laut, lebendig, vibrierend, alle sehen ziemlich happy aus. Sogar die Servicemitarbeiter, obwohl sie heftig zu schleppen haben. Fisch in der Salzkruste ist der Renner, mit einem Fisch vom Holzkohlengrill ist man ebenso glücklich. Oktopus, Spaghettini mit Crab, Tatar vom Wolfsbarsch auf gegrilltem Brot oder Fisch-Shawarma sind durchweg gut. Allein das tolle Brot macht Freude, die Salate sind so frisch und gehaltvoll, wie man sie in Deutschland eher selten bekommt. Oft genügt für eine schöne Mahlzeit auch der erstklassige, nussige, handgeschnittene Jamón de Bellota Puro. Thomas Stork und sein Team servieren am Strand 850 Couverts am Tag. „Wir bieten viel und wollen, dass die Gäste das Resort nicht verlassen“, meint der Executive Chef, „und die meisten bleiben auch.“

Petit Sea Grill mit Aussicht auf den Sea Grill und das Meer

Zum Bleiben animiert auch der famose Sea Grill mit seiner Terrasse, auf dem die Teller der Gäste mit einem azurblauen Meerblick garniert werden. Zart gegrillte Carabinero, knackige Jumbo King Prawns und King Crab in spicy Kimuchi Sauce sind einige von vielen Highlights (siehe BISS-Artikel Thomas Stork grillt Marbella). Der neue Petit Sea Grill gleich nebenan forciert Tapas und Meeresfrüchte. Man soll auf einen Teller und ein Glas Wein einkehren und weniger aufwendig tafeln. Dass es bei vielen Gästen anders kommt, liegt an der spannenden Speisekarte. Saftiges, süßes und zugleich würziges Aloe Vera Ceviche in tollem Tomatensud, Mojama mit dünngeschnittenem, in grobem Meersalz eingelegten und sonnengetrocknetem Tuna von Cadiz und Salmojero, wie man es in den traditionellen Küchen von Cordoba findet, gehören zu den Leckerbissen. Wunderbar, was aus pürierten andalusischen Tomaten, Weißbrotkrumen, Knoblauch und Olivenöl sowie krossem Iberico-Schinken werden kann. Die samtig-sämige Salmorejo-Suppe im Petit Sea Grill schmeckt um so vieles besser als die verwandte und allgegenwärtige Gazpacho. Salmojero wird nahezu das ganze Jahr über in Andalusien serviert, gehört zu den kulinarischen Beststellern überhaupt und wird hin und wieder auch mit Lobster und Chorizo geadelt.

Seafood Tower im Petit Sea Grill

Der Petit Seafood Grill ist kulinarisch minimalistischer im Auftritt, und das mit Absicht: „Wir haben viel optischen Müll entsorgt und wollen uns auf das Wesentliche konzentrieren“, kommentiert Thomas Stork das neue Konzept. Das Seafood Buffet beschert Fisch und Meeresfrüchte im Überfluss, auch an der Qualität gemessen für 79 € ein durchaus rücksichtsvoller Preis. Der täglich auf der Karte stehende Seafood Tower (96 €) ist ebenfalls von Topqualität und reicht für zwei Personen: Halber Hummer, Schneekrabben, King Crabs, Gambas, Austern – alles on Crashed Ice. Der Cava „Subtil“ von Recaredo passt bestens. Originelles unter den Desserts: Die Ananas wird wie ein Döner am Spieß gegrillt. Man kann sie pur essen, mit Paprikapulver oder Kokos-Eis bestellen. Großes Plus: Der Petit Sea Grill hat von 12 Uhr bis Mitternacht durchgängig geöffnet, es ist sonst schwierig in Marbella ein Lokal zwischen 16 und 19 Uhr zu finden.

Ludwig Fienhold

 

Sea Grill, Petit Sea Grill, El Chiringuito, Hotel Puente Romano, Marbella.

www.puenteromano.com

Seafood

 

 

 

 

 

 

 

Octopus

 

 

 

 

 

 

 

Salat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Salmorejo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sea Grill

 

 

 

 

 

 

 

Chiringuito

 

 

 

 

 

 

 

 

Photocredit: Barbara Fienhold

 




Große Riesling-Gala mit mutigen Kochtalenten

Ungewöhnliche Kreationen

& sehr viel Wein

 

Die große Riesling-Gala im ehemaligen Schlafsaal der Mönche im Kloster Eberbach ist alles andere als eine müde Veranstaltung. Es galt 698 Gäste zu bewirten, die recht schnell lebhaft wurden. Sehr gut zu Fuß unterwegs sein musste der flinke Service, der über sieben Stunden lang den 90 Meter langen Gewölbegang entlang zu sausen hatte, um das erwartungsvolle Publikum zu bewirten – mit sechs Gängen von jungen und kühnen Talenten, die sich bereits einen guten Namen gemacht haben und von Michelin-Sternen umglänzt werden , wie etwa Jochim Busch vom Frankfurter Restaurant Gustav.

Wagyu Flanksteak

Jochim Busch, der in seinem Lokal für einen entspannten, regionalen Farmhaus-Stil sorgt, servierte auch im Kloster Eberbach so etwas wie essbare Heimat. Seine gedämpfte Bete mit Johannisbeerstrauch, geräuchertem Joghurt und Leindotter war ein ausgezeichnetes vegetarisches Gericht, polarisierte aber (rechts oben im Bild). Für Gesprächsstoff sorgte auch der Müritzsaibling mit süßlichen Zwiebeln und Dillblüten von Micha Schäfer aus dem Nobelhart & Schmutzig in Berlin. Zart, fein und puristisch, japanische Askese in Reinform. Jakobsmuschel kann langweilen, nicht aber wenn sie so geschickt und animierend mit geröstetem Mais, Rettich und Jalapeno kombiniert wird, wie von Dennis Maier aus dem Restaurant Emma Wolf in Mannheim.

Schmidts Ente

Matthias Schmidt, wurde einst in der Frankfurter Villa Merton mit zwei Michelin-Sternen geehrt und arbeitet jetzt für das Consortium in Wiesbaden, das auch den kulinarischen Part bei dieser Riesling-Gala verantwortet. Sein Beitrag, saftige Ente im Steinklee gebraten und mit Spitzkohl, Bärlauch und Sauerrahm serviert, beruhigte all jene Gäste, denen nach etwas mehr Deftigkeit gelüstete. Das galt noch mehr für das vitale Wagyu-Flanksteak mit Pflaumen-Miso und Bergamotte, das Michael Kempf und Joachim Gerner vom Facil in Berlin auftischten. Andy Vorbusch, Patissier im Weltklasse-Hotel The Dolder Grand in Zürich, wollte nicht klotzen und schickte ein Wolken-Dessert aus Milchschaum, Datteln, Rum und Pumpernickel nach. In Zürich arbeitet er pointierter, aber man darf nicht vergessen, dass hier im Kloster Eberbach für fast 700 Gäste gearbeitet und gekocht wurde. Dafür war das Niveau erstaunlich hoch und letztliche eine riesige Leistung. Zu loben ist auch das emsig nachgereichte und hervorragende Brot vom modernen Bio-Betrieb „Zeit für Brot“, was man auf der Speisekarte ruhig hätte erwähnen sollen.

Jochim Busch (l.) vom Gustav mit Team

Der Wein stand aber ebenso im Mittelpunkt wie das Essen, immerhin waren wieder viele namhafte Güter vertreten. Auch mit Raritäten und Tropfen aus der Neun-Liter-Flasche. Von den Wein-Granden Weil und Dr. Loosen gab es viel flüssiges Gold. Viel Freude brachten auch die Weingüter Diefenhardt, Flick, Spreitzer, Leitz, Breuer, Rings und viele andere. Ein Fass ohne Boden. Es gab sehr viele Weine mit Restsüße, was ziemlich schnell satt macht. Der Lebendigste von allen war der feingliedrige, ungemein frische und animierend salzige trockene Riesling, Blauschiefer 2017, vom famosen Mosel-Loosen.

Ludwig Fienhold

Vorher

Nachher




Weinmesse Grandissima: Erotische Weine und rote Tropfen mit Dracula-Biss

Nachlese einer famosen Weinfachmesse

 

Allein das erstklassige Weingut Prunotto aus dem Piemont und der sensationelle Barbera Costamiòle aus dem Jahr 2001 hätten den Besuch der Weinmesse Grandissima im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens gelohnt, aber es gab noch weitere 700 Weine zu verkosten. Jeder Fachbesucher, vom Pizzabäcker bis zum Sternegastronom, konnte seinen Wein finden. Insgesamt kamen gut 550 Gäste in den festlichen Saal, der so viel Platz bot, dass zu keiner Minute Gedränge herrschte. Die Grandissima richtet sich nur an Fachbesucher aus Handel und Gastronomie.

Emanuele Baldi von Prunotto

Emanuele Baldi von Prunotto sah zufrieden aus und konnte an seinem Stand aus dem Vollen schöpfen. 15 verschiedene Flaschen galt es zu verkosten, nicht eine Niete dabei, die ganze Kollektion überzeugte. Es gibt kein anderes hochwertiges Weingut im Piemont, das ein so ausgewogenes Preis/Genussverhältnis zeigt, wie Prunotto. Den Barbera Costamiòle gab es aus den Jahrgängen 2015 und 2001, wobei der ältere Jahrgang eindrucksvoll dokumentierte, wie wunderbar dieser Wein reifen kann. Dem Jahrgang 2001 entströmte ein faunischer Duft aus dunklen Beeren, Leder, Trüffeln und Kräutern, wie man ihn derart erotisch nicht oft erlebt. Weitere Highlights waren der Barbera Pian Romualdo sowie die Barolos aus den Einzellagen Bric Turot und vor allem Bussia.

Das Imperium von Antinori war mit seinem Dutzend von Weingütern stattlich vertreten. Ein Tignanello war auch dabei, doch vor allem der weniger bekannte Pinot Nero Umbria vom Castello della Sala beeindruckte mit einem verführerischen Spiel aus Röstaromen, Tabak, Waldboden und roten Beeren. Südafrika ist immer eine Weinreise wert. Das Weingut Anthonij Rupert aus Franschoek präsentierte die stark französische Seite des Landes mit ausgezeichneten und typischen Blends und reinsortig ausgebauten Weinen aus Merlot, Syrah, Cabernet Sauvignon oder Cabernet Franc.

Eine Weinverkostung ist immer auch ein Einblick in die unterschiedlichsten Persönlichkeiten der Weinwelt. Jede hatte ihre eigenen Qualitäten. Angela Velenosi sah so umwerfend gut aus, dass man ihr jeden Wein abgekauft hätte. Adolph Huesgen, der an den Schauspieler Sky du Mont erinnert, wirkte nobel und elegant wie die von ihm vertretenen Weine von San Leonardo aus dem Trentin. Und Bernd Wegener verkaufte sein Castle of Dracula wahrhaftig mit Biss. Die Story ist einfach gut. Ottomar Rudolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco verband eine lange Freundschaft mit dem italienischen König Umberto I. Jedenfalls wollte Dracula seine Freundschaft mit einem roten Frizzante aus der seltenen Marzemino-Traube symbolisieren. Das Schloss des Prinzen Dracula und das Weingut gehören Bernd Wegener, der mit seinem Frizzante Marsecco Red delle Venezie einen auffälligen Schaumwein produziert, der mit einem blutroten Siegel versehen ist. Der Semisecco ist entgegen den Erwartungen kein Blubberlutsch und lässt sich stark gekühlt gut trinken. In New York, Monaco und anderen It-Destinations hat sich der rote Schaumwein als Partygetränk einen Namen gemacht und wird in Longdrinkgläsern serviert. Stefano Motta hat ihn für die Demarchi-Bar in Frankfurt entdeckt und sieht darin einen idealen Event-Drink.

Die Mitveranstalter Raik Beesdo, Esther Cap und Dennis Linke (v.l.)

Enorme Vielfalt mit Entdeckungspotential zeichnet solche Weinmessen aus. Aber auch ein reibungsloser Verlauf ist die Grundvoraussetzung für eine gelungene Weinmesse, was keineswegs der Normalfall ist. Im Gesellschaftshaus des Palmengartens funktionierte alles, waren die Weine gut temperiert, der Service unermüdlich im Einsatz, um frisches Brot zu bringen, das Wasser nachzuladen und volle Spuckgefäße auszutauschen. Es gab sogar ein pralles Buffet, das gerade nach einer großen Degustation willkommen ist. Die Veranstalter, das Weinland Ariane Abayan in Hamburg und die Weinhandelsgesellschaft Beesdo & Cap in Wertheim, waren sehr zufrieden mit dieser Messe, die viele Monate im Voraus geplant und organisiert wurde. Frankfurt muss hoffentlich nicht wieder viele Jahre auf eine Grandissima warten. Frankfurt hat Durst.

Ludwig Fienhold

Erfrischung mit Ferrari

Wer dieses großartige Wein-Event verpasst hat, kann sich mit dem Fachbesucher-Katalog der Messe noch nachträglich Lust machen oder sich diesen als PDF mailen lassen und auch Wein-Bestellungen aufgeben über: info@beesdo-cap.de oder Tel. 0 93 42-9346892. 

Die Grandissima 2018 gastiert noch in Hamburg (22. Oktober), Berlin (28. Oktober), Köln (29. Oktober). Eintritt frei.  Nur für Fachbesucher auf Voranmeldung

 

Photocredit: Barbara Fienhold




Marktparty: 5 Sterne im Frischeparadies

Finale des Frankfurter Restaurant Festivals

 

Mitten im Markt wird gekocht, flanieren über 100 Gäste von Weinstand zu Weinstand. Das Frankfurter Frischeparadies ist immer eine kulinarische Destination, bei solchen Events aber besonders. Mit Valéry Mathis (Ernos Bistro), André Großfeld (Villa Merton), Ricky Saward (Seven Swans), Carmelo Greco vom gleichnamigen Restaurant sowie Patrick Spieß vom L´étable in Bad Hersfeld waren fünf bekannte Chefs mit von der Partie, begleitet von ausgesuchten Winzern und Weinen, die generös ausgeschenkt wurden.

Sommelier Kai Schattner

Dass ein Dessert mehr begeistern kann, als andere Gerichte, kommt eher selten vor (Bild oben rechts). Doch was Patrick Schmidt und Jürgen Mahlmann vom Frankfurter Bistro Frischepardies aus Vanilleknödel, Birne und Haselnuss zauberten, war so harmonisch, delikat und fein abgestimmt, dass es eine wahre Freude war. André Großfeld sorgte mit seinem Lamm für eine sehr gute und gehaltvolle Grundlage, denn es gab wirklich viele Weine zu probieren. Sommelier Kai Schattner und der muntere Mundschenk Harry H. Hochheimer schenkten unermüdlich nach. Andreas Spreitzer aus dem Rheingau hatte einige Flaschen am Stand, wobei der trockene Riesling Mittelheimer Edelmann auch solo ohne Essensbegleitung einfach animierend den Trinkfluss erhöhte. Die Gänseleber von Valery Mathis mit der famosen Auslese von Schloss Reinhartshausen aus dem Jahr 2003 musste man  zur gleichen Zeit im Mund zusammenführen, um die volle Prachtentwicklung von Speise und Wein zu erleben.

Lamm von André Großfeld

Die Köche und die Gäste schienen ziemlich happy, man hätte sich ledigleich etwas mehr Sitzgelegenheiten gewünscht, und sei es nur Sitzhocker an Stehtischen. Es war dies das Finale des „Frankfurter Restaurant Festivals“, das Daniel Tobias Etzel von der Agentur „Waoh“ auf die Beine stellte und auch im nächsten Jahr wieder arrangieren will,

Ob Küchenpartys oder Events im Lebensmittel- und Wein-Markt, es geht nicht allein um Essen und Trinken, solche Veranstaltungen sind auch ein großes Get-together mit Networking-Absichten, um Verbindungen zu schaffen oder zu vertiefen.

Valery Mathis, Ernos Bistro

André Großfeld, Villa Merton

Andreas Spreitzer

 

Patrick Schmidt, Bistro Frischeparadies

 

Ricky Saward, Seven Swans

Harry H. Hochheimer