Bethmannstraße Frankfurt: Ein neues Gastro-Quartier entsteht

Bar-Restaurant Sensasion und Café Dalma haben eröffnet

 

Gleich hinter dem Standesamt bahnt sich neues Gastro-Glück an. Die Bethmannstraße hat inzwischen sogar eine eigene Haltestelle bekommen, wobei man sich nun mit der Bahn bis vor die Tür der neuen Adressen bringen lassen kann: Motel One, Café Dalma und Bar-Restaurant Sensasion.

Café Dalma

Das neue Café Dalma hat gerade erst seine Tür geöffnet und nimmt einen gleich durch sein charmantes Interieur in die Arme. Wiener Kaffeehaus-Charakter vermischt sich mit Vintage-Bar-Design. Alles mit persönlicher Note handgestrickt, aufgeschäumt durch Gefühl und Sinn für das alte Frankfurt. Der Cappuccino kommt kräftig in die Tasse, die Frankfurter Rösterei Due Mani macht sich auch an dieser Stelle beliebt, gehört aber immer noch zu den Geheimtipps. Abends will man nach den Worten der Betreiberfamilie vom Café zur Weinbar wechseln und wörtlich einen fließenden Übergang schaffen. Derzeit hat das Café Dalma von 8 bis 19.30 Uhr geöffnet und sonntags geschlossen, doch wird es nach der Anlaufphase neue Zeiten geben.

Seyavash Franke & Sanny

Vor drei Jahrzehnten war an gleicher Stelle noch eine düstere Pilsstube zu Hause, dann stetig wechselnde Läden. Gleich nebenan befindet sich ein abenteuerlicher Chinese, der gerne große Gruppen einfängt und keine Rücksicht auf europäische Zungen nimmt, was zumindest für einige Frankfurter besonders anziehend ist. Nur wenige Schritte weiter hofft das Indian Curry Castle auf wachsenden Zuspruch durch die neue Entwicklung in der Bethmannstraße. Gleich daneben hat vor zwei Tagen die Restaurant-Bar Sensasion eröffnet, dort war zuvor der Eintracht-Shop ansässig. Von der Einrichtung her sieht das Lokal wie eine samtige Bar aus, Eyecatcher sind die beiden Schaukelplätze an der Theke. Viele Cocktails, einige Mittagsgerichte und ein moderater DJ-Einsatz am Wochenende stehen bislang auf dem Programm. Ein Humidor nebst separatem Raucherzimmer sind auch vorhanden. So etwas wie ein Konzept wird sich indes noch entwickeln. Inhaber Soroosh Gadegki-Far ist erst einmal froh, dass er diese Location vor sieben Monaten entdeckt hat. Sein Bruder Seyavash (im Bild oben) hilft ihm im Lokal, Mitstreiter sind unter anderem noch Barchef Fabio Billante (zuvor 22n Bar im Eurotheum) und Serviceleiterin Sanny. Das Lokal Sensasion hat Montag bis Donnerstag von 11 bis 23 Uhr geöffnet, Freitag und Samstag bis 1 Uhr, Sonntag bleibt es geschlossen. Gleich nebenan wird übrigens noch ein Laden mit Kaffee und Kuchen eröffnen.

Gegenüber hat sich das Motel One auf dem Gelände des ehemaligen Bundesrechnungshofs sehr gut entfaltet. Die Bar gehört zu den nettesten Meeting-points in Frankfurt und hat 24 Stunden lang geöffnet. Das fidele Design, das Frankfurt als Goethe- und Buchmessen-Stadt salopp aufgreift, macht Laune. Der lockere und einsatzfreudige Service ebenso. Trink-Tipp: Die saftig-süffigen Weine von Heitlinger zum einladenden Preis. Die Bethmannstraße liegt günstig zwischen Theaterplatz und Römer und ist auch von der Hauptwache schnell zu Fuß zu erreichen. Im neuen Bethmann-Quartier geht noch mehr.

FB   

 

 




Champagnerluft: Alexandre Sadowczyk hat sein l´Ecume eröffnet

Frankfurt ist gespannt auf diese neue Adresse

 

Die Fette Henne war gestern, jetzt kocht hier der schlanke Alexandre Sadowyc in seinem ersten eigenen Restaurant: L´Ecume. Schaum bedeutet das unter anderem in Französischen. Alex wurde in Reims geboren, wo die Babys statt Schnuller einen Champagnerkorken in den Mund gesteckt bekommen. Auf Champagnerqualität legt der Franzose selbstredend großen Wert, mit seinem Hauschampagner, der Grande Reserve von Fourny & Fils aus dem Premier Cru Weindorf Vertus, belegt er dies. Im Ecume soll es nur Champagner von kleinen individuellen Kellereien geben und damit solche, die man in der Stadt sonst nirgendwo findet.

Alex und seine Frau Yana

Alex steht gemeinsam mit seinem Weggefährten und Freund Fabian Hildebrandt am Herd, der länger in Österreich zu Hause war und ein gutes Händchen für Desserts hat. Alexandre Sadowczyk hat in Paris in guten Restaurants gearbeitet und auch im Frankfurter Sterne-Restaurant Lafleur Station machen können. Doch mit dem ersten eigenen Restaurant wird mit einem Schlag alles anders. Hier muss er nun wirklich zeigen, was in ihm steckt. Die Speisekarte ist klein, es gibt neun Positionen. Das ist gut so, denn dies kann der Küche zu mehr Qualität und Konzentration verhelfen. Es gibt alles à la carte, Menüs (4-6 Gänge) kann man sich für 59, 69 und 79 € zusammenstellen. Das Ambiente ist Bistro-like, das schönste Teil ist die gekachelte Theke. Dort kann man auch nur auf ein Glas vorbeikommen oder ein ganz lässig ein Tellerchen im Stehen verputzen.

Fabian Hildebrandt

Zur kleinen feinen Eröffnungsfeier des Restaurants L´Ecume gab es einige Häppchen, die Freude gemacht haben, aber nicht Gegenstand einer Kritik sein können. Vorbesitzer Franco Carlucci, der an gleicher Stelle die Fette Henne betrieb und jetzt das Tischlein deck dich führt, war auch dabei. Die Weinkarte vom L´Ecume mag noch nicht ganz fertig sein, aber es gibt schon jetzt ausreichend Flaschen und guten Champagner, die eine Anfahrt mit der Straßenbahn sinnvoll machen – die Station Friedberger Platz liegt vor der Tür.

LF

Restaurant l´Ecume, Frankfurt, Friedberger Landstraße 62, Tel. 069/90 43 73 07.

www.restaurant-lecume.de

 

Photocredit: Barbara Fienhold

 

 




Einzigartige Neueröffnung: Das weltweit erste Bikini Art Museum in Bad Rappenau

Hotel mit Penthouse-Dachterrasse & 24-Stunden-Gastronomie

 

Das weltweit erste Bikini-Art-Museum will nicht einfach nur sexy sein, sondern ein Kunst & Kulturprojekt mit gesellschaftspolitischem Anspruch werden. Man plant Standorte an berühmten Stränden wie der Copacabana (Rio de Janeiro), dem Miami Beach (Miami), dem Venice Beach (Los Angeles) oder der Côte d’Azur (St. Tropez) sowie in High-Fashion Metropolen wie Tokio, Paris, Hong Kong oder New York. Doch erstmals zu sehen sein wird das Bikini-Art-Museum im baden-württembergischen Bad Rappenau. In der Silvesternacht soll es knallartig eingeweiht werden.

Historisch und doch unterhaltsam in Szene gesetzt, werden Filme, Fotos und Gemälde gezeigt. Die mit 10 Metern größte Bikini-Figur der Welt soll auf dem Dach montiert werden und weit sichtbar sein. Für die Museumsgründer steht die Geschichte des Bikinis im engen Zusammenhang mit der Emanzipation der Frauen und deren Mut zur Weiblichkeit. Neben dem schön anzusehenden Bikini in verschiedensten Varianten soll daher „die Geschichte des Kampfes der Frau – über Jahrhunderte hinweg und heute noch andauernd – auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper dargestellt werden.“

Heute schwer vorstellbar, dass der Bikini mal als skandalös empfunden wurde. Neben der Geschichte des Bikinis bekommen die Besucher des Museums auch Filmszenen und Bildmaterial aus verschiedenen Jahrzehnten zu sehen, die Models und andere Menschen in den Bademoden der verschiedenen Modeepochen zeigen. Aufwendig inszeniert werden Models wie Naomi Campbell oder Giselle Bündchen nebst Ikonen wie Ursula Andress oder Brigitte Bardot in Filmausschnitten, Plakaten und Bildern mit Seltenheitswert präsentiert. Cool: Eine Sonderausstallung widmet sich der völlig aus der Mode gekommenen Badekappen. Museumsinitiator Alexander Ruscheinsky hat für sein Bikini-Projekt Exponate aus der ganzen Welt zusammengetragen und erhält immer wieder Material von begeisternden Unterstützern für sein kunstsinniges Unternehmen. „Es wird kein langweiliges Museum“, verspricht er: „Da ist richtig Action drin.“

Das Bikini-Art-Museum wird Teil des bereits bestehenden modernen Best Western Hotels, das mit einer Penthouse Suite mit Dachterrasse aufmerksam macht (250 € die Nacht). Das Hotel wird bis September noch aufgestockt und will am Ende 100 Zimmer anbieten. Weitere Highlights: Kostenlose Tesla Supercharger Station, ein rund um die Uhr geöffnetes Restaurant plus Biergarten.

Penthouse Suite

BikiniARTmuseum, Bad Rappenau,

Buchäckerring 42, an der Autobahnausfahrt A 6 Bad Rappenau.

www.bikiniartmuseum.com/home

 

 




Lunch mit Jaguar: Automobilmesse kulinarisch

Das mobile Restaurant

von Soul Food

 

Imbissstationen gibt es einige im Außenbereich auf der Messe, ein eigenes Restaurant in der Halle leistet sich kaum ein Aussteller. Jaguar Land Rover hat an seinem Stand eine VIP Lounge eingerichtet, in der Spitzenkoch Thomas Funke auf kleinstem Raum großartige Gerichte serviert. Er und sein Team von Soul Food haben hier aus dem Nichts ein Restaurant aufgebaut und vom Teller bis zum Konvektionsofen alles angeschleppt, was in einem gastronomischen Betrieb benötigt wird. Gleich am ersten Tag musste die Crew Vollgas geben, als über 300 Medienvertreter aus aller Welt anrollten. „Wer gut zu essen bekommt, bleibt auch länger am Stand und kann sich besser informieren“, weiß Thomas Funke der zum dritten Mal als Hauskoch von Jaguar Land Rover verpflichtet wurde, was unter Caterern als besondere Auszeichnung gilt.

Schotten-Salm

Bereits an einer Kleinigkeit merkt man das Streben um Qualität: Die luftigen Muffins, die mit sehr gutem Lachs und Meerrettichcreme belegt sind, hat der fränkische Ausnahmebäcker Arnd Erbel hergestellt. Die Gäste schwelgen mit Blick auf die blitzenden Automobile von Highlight zu Highlight: Wachtelpraline mit getrüffeltem Wildkräutersalat; schottischer Salm mit Frankfurter grüner Kräuter-Sauce und Kartoffelstampf; Kalbsrücken aus dem Odenwald in Portweinjus. Unser Primus inter pares: Mit Bourbon glasierte Rinderschulter nebst Selleriepüree, schwarzen Bohnen und grünem Spargel. Top auch die Desserts, etwa die Scones mit wunderbarer hausgemachter Beerenmarmelade und das weiße Vanille-Espuma mit mariniertem Mangosalat. Zum Essen darf es Cremant von der Loire, Wein aus dem Rheingau oder Bier vom Schwarzwald sein. Das Servicepersonal ist so aufmerksam, wie man sich das in jedem Restaurant wünscht.

Die VIP Lounge in der Halle 11 wurde schick inszeniert. Hinter den Kulissen geht es weniger glamourös zu, die Küche muss mit einem Platz vorliebnehmen, den sonst allein ein Spüler braucht. Für einen Profi wie Thomas Funke kein Problem, er sucht solche Herausforderungen und bleibt auch im größten Trubel ganz entspannt. „Logistik ist das A und O“, meint er, „wer gut vorbereitet ist und die Abläufe kennt, wird auch in der Hitze des Küchengefechts Ruhe bewahren.“ An einem Tag auf der Messe sind zweimal 3 Köche und zweimal 4 Servicemitarbeiter im Wechsel im Einsatz. Für die Hunderte von Tellern, Gläsern, Messern und Gabeln ist kein Platz zum Spülen, weshalb hier die sogenannte Non-Food Logstik einspringt. In diesem Fall holt der Servicedienst Profimiet das ganze benutzte Geschirr ab und bringt es blitzsauber wieder zurück. Alles in allem eine logistische und eine kulinarische Glanzleistung, wenn es Sterne für Event-Caterer wie Thomas Funke & Soul Food gäbe, würden sie gehörig funkeln.

Ludwig Fienhold

Soul Food, Kelkheim, Frankfurter Str. 172, Tel. 0172 6971061.

E-Mail: info@soulfood.de

www.soulfood.de

Porträt von Thomas Funke und Soul Food:

https://www.fienholdbiss.de/aktuelles/private-cooking-der-spitzenkoch-fuer-zuhause/

 

Photocredit: Barbara Fienhold

 

 

 




Private Cooking: Der Spitzenkoch für Zuhause

Thomas Funke und seine

mobile kreative Küche

 

Soul Food

Catering für die Seele

 

Knuspriger Oktopus, geröstete Mandeln, aromatisches Cornicabra-Olivenöl mit würzig-fruchtigem Kirsch-Gazpacho: Ein solch famoses Gericht kann man eventuell in Spitzenrestaurants bekommen, Thomas Funke bringt es seinen Gästen ins Haus. Auch die Carabineros mit Safranrisotto, Krustentierfond, Erbsen, Minze und krosser Schweinehaut gehören zu Funkes Repertoire, schmecken umwerfend gut und können bei ihm mit gebucht werden. Manche haben Soul in der Stimme, Thomas Funke hat ihn in den Händen.

Thomas Funke

Sein Talent hat Thomas Funke über die Jahre ausbauen können. Zu seinen Stationen gehörten der Frankfurter Brückenkeller und die Egener Höfe am Tegernsee. Funke kochte in der Blütezeit des Frankfurter Museumslokals Schirn, die damals Klaus-Peter Kofler betrieb und bei dem er auch zweitweise für die gesamte Cateringküche verantwortlich war. Er lernte viel beim eigenwillig-kreativen Koch Günter Seeger in Atlanta, der heute in New York immer noch mit einen Stern im Michelin geehrt wird.

Seit 10 Jahren führt Thomas Funke mit Soul Food sein eigenes Unternehmen. Er catert für wenige Gäste genau so leidenschaftlich, wie für 1000 Personen auf einer großen Gala oder bei einer rustikalen Feier. Unvergessen sein Einsatz in einem noblen Teppichhaus in Frankfurt, wo er hinter zusammengebastelten Pappkulissen auf einem Platz so klein wie zwei Bettvorleger für 100 Gäste Essen herausschicken musste. Auf der IAA begleitet Funke kulinarisch zum dritten Mal in Folge Jaguar Land Rover, ein hoch begehrter Auftrag, der bei Catering-Unternehmen einer Auszeichnung gleichkommt. Thomas Funke und sein Team überraschen mit einer individuellen Frischeküche. Kein Konzept von der Stange, kein Mainstream, kein Convenience. Stattdessen Seelennahrung à la minute. „Wir bauen dem Kunden ein Restaurant im eigenen Haus, im Garten oder jeder anderen Location“, meint Thomas Funke. Im Grunde ist er viel weniger Caterer und weit mehr Gastgeber.

 

Locations

Gutshof Bessenbach

Jedes Haus, jeder Platz, jeder Ort, eigentlich kann alles bespielt werden. Soul Food bietet auch eigene Locations an, eine Fabrikhalle mit Oldtimern in Kronberg, ein altes Kino in Offenbach oder einen riesigen Gutshof mit Seerosenteich in Bessenbach bei Aschaffenburg, der sich für große Gesellschaften oder viel Platz benötigende Automobil-Präsentationen besonders eignet.

Essen & Trinken

Thomas Funke liebt Schmorgerichte. Paradebeispiel: 36 Stunden lang gegarter Duroc-Schweinebauch (Bild oben r.) mit asiatisch-orientalischen Aromen, zehn Jahre alter Sojasauce, Zimt, Sternanis, Cumin und Reiswein sowie würzigem Dip aus fermentierter Paprika und Chili. Es sind außerdem immer gute Weine im Programm, beispielsweise Trenz (Rheingau), Geil (Rheinhessen), Emil Bauer (Pfalz). Für Weihnachtsfeiern, die ja schon jetzt von vielen gebucht werden, breitet Thomas Funke schöne Aromen mit solchen Gerichten aus: Ragout vom heimischen Reh mit Kardamom und Sternanis, Sesam-Rotkohlsalat und Kelkheimer-Apfel-Zimtknödel, Spekulatius-Crunch; Oberräder Kräutersalat mit Punschdressing, Lauch-Butternut-Strudel, Maronen-Knusper; knusprige Mulard-Ente mit weihnachtlicher Gewürzjus, Rosenkohlgemüse, Preiselbeer-Gnocchi; Delice von der Orange mit Raw Schokolade, Schwarzbrot- Olivenerde, Glühweineis.

Themen

Neben der hochkarätigen individuellen Küche von Thomas Funke gibt es auch andere Konzepte, die für größere Gesellschaften sehr kompatibel sind: Bowl Food, Brain Food, Flying Buffet, Streetfood. 

Lieferanten

Bevorzugt Bauern in der Umgebung aus der Heimat von Thomas Funke (Rodgau, Kelkheim) und dem Frischeparadies Frankfurt. Allein der Sensationsbäcker Arnd Erbel aus dem fränkischen Dachsbach und sein fabelhaftes Brot belegen das hochwertige Produktverständnis von Soul Food.

Team

Thomas Funke kann sich auf ein starkes Team stützen, in der Küche, beim Eventbereich und im Service. Peggy Braun kennt man noch als einsetzstarke und heiter-offensive Servicekraft aus den Toplokalen Juan Amador, Carmelo Greco und Biancalani.

Preise

Bei jedem Catering oder Private Dining gilt: Je mehr Personen, desto mehr verringert sich rein rechnerisch der Preis. Preisbeispiele können nur ungefähr eine Orientierung bieten: 66 € pro Person, inklusive hochwertigem Geschirr, guten Gläsern, Weinkühler, Küche, Köche, Servicepersonal. Ohne Getränke und Fahrtkosten. Weitere Infos siehe unten.

Ludwig Fienhold

 

Soul Food, Kelkheim, Frankfurter Str. 172, Tel. 0172 6971061.

E-Mail: info@soulfood.de

 

https://www.soulfood.de

http://gutshof-unterbessenbach.de

 

 

 

 

 

 

 

 




Hotel & Gastro News

Personalkarussell: Abgang von drei Direktoren

 

Eduard Singer hat bereits vor Wochen sang- und klanglos den Hessischen Hof in Frankfurt verlassen. Sein Abgang als General Manager blieb in der Öffentlichkeit unbemerkt, was nicht einmal verwundert. Für den Rückzug mag es manche Gründe geben, vor allem könnte sich Singer degradiert gefühlt haben, weil er eine Regionaldirektion in Kronberg vorgesetzt bekam und dorthin Report abzulegen hatte. Ein Nachfolger für Singer wurde noch nicht berufen. Das Bild oben zeigt die neue Terrasse des Hessischen Hofs.

 

Franz Zimmermann, zuvor Direktor im Schlosshotel Kronberg, wechselte ja ins ebenfalls sehr stattliche Schloss Fuschl bei Salzburg, einst Drehort der Sissi-Filme mit Romy Schneider und damit weltberühmt. Die Schönheit des Anwesens konnte Zimmermann nicht lange fesseln, nach knapp einem Jahr verlies er das Schloss wieder. Es soll Unstimmigkeiten mit dem Besitzer, der Münchner Schörghuber-Gruppe beziehungsweise der Hausherrin Alexandra Schörghuber über die Führung und Personalfragen gegeben haben. Es muss jedenfalls ein heftiger Bruch gewesen sein, sonst hätte sich Zimmermann nicht nach so kurzer Zeit verabschiedet. Vielleicht kehrt er jetzt nach Frankfurt zurück, die Direktionsstelle im Hessischen Hof ist ja frei. Der Hessische Hof und das Schlosshotel Kronberg gehören beide zur Marke Prinz von Hessen.

 

 

Wechsel in der Führung des Brenners Park-Hotel & Spa: Frank Marrenbach, langjähriger Geschäftsführender Direktor des Brenners Park-Hotel & Spa, verlässt zum Januar 2020 das renommierte Stammhaus an der Lichtentaler Allee, um sich vollständig seiner Funktion als CEO der Oetker Collection zu widmen.„Nach 22 Jahren in der Leitung des Brenners fällt mir der Abschied nicht leicht. Die Eigentümerfamilie, der Beirat und ich sind aber gemeinsam zu der Erkenntnis gelangt, dass es richtig ist, wenn ich mich in Zukunft mit voller Kraft der Entwicklung der Oetker Collection insgesamt widmen kann“, meinte Marrenbach. Nachfolger wird Henning Matthiesen, der zuvor das Excelsior Hotel Ernst in Köln sieben Jahre lang führte.

 

Das Frankfurter Edelwirtshaus Zur Golden Kron von Alfred Friedrich und Pit Punda wird durch Stefan Nesshold einen starken Neuzugang erfahren. Nesshold, der unter anderem bei Mario Lohninger arbeitete und im Tigerpalast unter Alfred Friedrich mitwirkte, versteht sich genau auf die raffinierte Bodenständigkeit, die in dem alten Fachwerkhaus der Golden Kron auf den Tisch kommt. Stefan Nesshold hat seine Arbeit als Souschef bereits aufgenommen.

LF




Grandioses Tapas-Festival mit Juan Amador & Ingo Holland

Zwei Topköche zeigen

Großes im Kleinformat

 

Spicy, originell, traditionell, kreativ – mit Tapas kann man unendlich variantenreich spielen. Vor allem zwei Spitzenköche wie Juan Amador und Ingo Holland, die sich zusammentaten, um die Gäste mit 15 verschiedenen Tapas zu überraschen. Die Tickets für dieses einzigartige Ereignis waren schnell vergriffen, im Preis von 178 € waren auch acht unterschiedliche Weine und Wasser inklusive. 120 Gäste kamen auf die Genuss-Etage des Alten Gewürzamts nach Klingenberg am Main, wo Ingo Holland mit seinem Sohn Kilian ein großes Gewürzparadies betreibt, in dem auch viele Events und Hochzeiten stattfinden.

Juan Amador, der in der Nähe im Sailauf bei Aschaffenburg auch einst in den Weyberhöfen kochte, ist mit Ingo in alter Freundschaft verbunden, sonst wäre er auch nicht so leicht aus Wien zu locken gewesen, wo er kürzlich mit drei Michelin-Sternen geadelt wurde, die ihm nicht nur Ruhm, sondern vor allem noch mehr Arbeit bescheren. Juan Amador erinnerte sich noch gut an seinen Besuche in Ingo Hollands Restaurant Zum Alten Rentamt in Klingenberg, wo er seine erste Waldschnepfe und exotische Gewürz-Gerichte aufgetischt bekam.

Die Gäste des Tapas-Festivals genossen Traditionelles wie die Krokette vom Joselito-Schinken mit Petersilie und Aioli, Feines à la Ceviche vom Kingfish mit Gurke, Apfel und Jalapeno sowie Amadors großen Klassiker, die Mieral-Taube mit Kokos, Mango und Purple Curry. Einen Teil der Gerichte schickte Ingo Holland, den anderen Juan Amador. Jeder Biss war ein Genuss, doch einige Tapas-Teller glänzten noch mehr durch eine herausragende Geschmackstiefe: Der qualitativ hochwertige Barcelona-Bacalhau im würzigen Chorizomantel auf saftigen weißen Bohnen mit schwarzem Oliven-Crunch von Ingo Holland zeigte, wie großartig spanische Küche sein kann, die wir in Deutschland aber leider vermissen müssen. Die Potenz zum großen Klassiker offenbarte Juan Amadors geniales Österreich-Schmankerl, der gewürfelte Kalbstafelspitz mit Semmelkren, Senfgurke und Pilzen.

Ein typisches Ingo Holland-Gericht machte auch etwas traurig, weil er ja schon lange nicht mehr in seinem Restaurant steht und solche Delikatessen nur noch bei Gelegenheit serviert: Geräuchertes und mit Gewürznelke und Traubenbalsam lackiertes Schweinebäckchen auf Linsen und Dörrbirne. Auch das aromatische Waldmeistersüppchen mit Himbeer-Kakao-Sorbet wird man so nur noch selten erleben können. Ingo Holland, der im Sommer am liebsten Apfelwein trinkt, vor allem den vom Winzer und Weinhändler Norbert Spielmann aus Wertheim, zollte seinem Faible auch kulinarisch Tribut – der in Riesling kalt geschmorte Handkäse mit Apfelbalsam, geriebenem Boskoop und fermentierten Pfefferkörnern schmeckte einfach famos.

Ingo Hollands rechte Hand ist seit längerem Sohn Kilian, den es allerdings nicht in die Küche zog. Er ist im operativen Geschäft tätig und sorgt, wie jetzt beim Tapas-Festival, für einen reibungslosen und freundlichen Service. Einen solchen Reigen an wunderbaren delikaten Miniaturen gibt es selten, ein solches Festival von zwei Großmeistern wie Juan Amador und Ingo Holland ist bis lang einzigartig. Und wird es hoffentlich nicht bleiben. Die Begeisterung der Gäste dürfte sie zu einer Wiederholung ermuntern. Sollte es erneut stattfinden: Für ein solches Tapas-Festival lohnt sich der Weg aus ganz Deutschland.

Ludwig Fienhold

 

Photocredit: Barbara Fienhold




Villa Rothschild: Gourmet-Gipfel

Das schönste Open Air Fest des Jahres

 

Bei bestem Sommerwetter herrschte auch bei den Gästen und Köchen eitel Sonnenschein. Obwohl beim 12. Gourmet-Gipfel in der Villa Rothschild über 450 Besucher kamen, gab es kaum Gedränge. Der Park bot ausreichend Auslauf und Platz für Gespräche. Begleitet von Champagner, Sekt und guten Weinen. Acht Köche arbeiteten unter Dampf in heißen Küchen. Kulinarisch funkelte es an vielen Stellen, am Schluss brillierte wie immer ein großes Feuerwerk.  Einige Highlights des Open Air Events:

Köche & Service vor dem Ansturm. Danach waren sie aber auch noch entspannt.

 

Sebastian Prüßmann (r.), Villa Rothschild, Mario Lohninger vom Lohninger in Frankfurt.

Oliver Heberlein (l.) Landgut Falkenstein, Wolfgang Otto von Otto Gourmet.

Sauer eingelegte Edelmarane vom Plöner See & Finkenwerder Apfel auf Knäckebrot: Schöne Kombi von Christian Michel vom Hotel Atlantic in Hamburg.

Sommeliere Nina Birk hatte famose Weine von der Quinta de Soalheiro aus Portugal dabei. Schöner Rosé, strahlend frischer Alvarinho „Granit“. Die führt Hendrik Thoma von „Wein am Limit“ im Programm, der ebenfalls präsent war.

Fein-fruchtiges Sommergericht von Anton Schmaus, Restaurant Storstad: Kingfish, Togarashi, Holunder, Erdbeere, Wildreis.

Mario Lohninger (l.) erinnerte mit seinem gegrillten Sirloin Lollypop an alte Silk-Zeiten im Cocoon Club. Wurstexperte Glasstetter brachte Tütchen mit toller Wurst mit.

Fabelhafte Früchte von Lindnerfood.

Oliver Heberlein & Küchencrew.

Peking Duck nach Art von Philipp Vogel Orania in Berlin.

Wer Champagner hat, hat auch gute Laune: Thomas Schreiner von Laurent Perrier brachte nicht nur seinen „Hauschampagner“ mit, sondern auch den erstklassigen Delamotte, Bruder vom grandiosen Champagner Salon.

Photocredit: Barbara Fienhold

Nach dem kulinarischen kam das pyrotechnische Feuerwerk




Pleiten, Pech & Pannen: Die verzweifelte Gastronomie

Ein Kommentar mit BISS

 

Kofler & Kompanie befinden sich in der Insolvenz, Jamie Oliver floppt mit seinen italienischen Restaurants, an denen allein 1.300 Stellen hängen, der Kettenbetrieb Vapiano ist schwer angezählt. Die Reihe von Pleiten, Pech & Pannen in der Gastronomie setzt sich dramatisch fort.

Klaus-Peter Kofler (r. oben im Bild) camoufliert sein Scheitern mit jenen Worthülsen, die man aus Wirtschaft und Politik kennt und schon lange nicht mehr hören kann. Solche Verschraubtheiten und Plattitüden, die nach Vernunft klingen wollen, aber Verzweiflung erkennen lassen, sollen Glaubwürdigkeit herstellen und bewirken genau das Gegenteil. Warum sagt in einem solchen Fall niemand: Ich habe Fehler gemacht, ich bin gescheitert und will alles versuchen, es wieder besser zu machen? Eine Insolvenz ist kein endgültiger Untergang und birgt noch eine Chance.

Jamie Oliver, der sich mit einigen Millionen und einem überschaubaren Imperium hätte begnügen können, hat sich einfach überhoben. Er konnte sich vor Jahrzenten mit einer schlichten Fernseh- und Volksküche einen Namen machen, besaß aber überhaupt keine Kompetenz für die italienische Küche. Jetzt setzt er auf Veggie, was eher einer Verzweiflungstat gleicht. Seine Art zu kochen ist längst passé, sein Charme verschossen. Warum will er nicht einfach loslassen? Der einst schlanke freche Jamie ist dickleibig und behäbig geworden. Um seine Finanzen (angeblich über 200 Millionen Pfund) muss man sich (noch) keine Sorgen machen, um seinen Seelenfrieden vielleicht eher.

Die Kölner Betriebskette Vapiano ist angezählt, wobei die pseudo-italienische Art und die fehlende Qualität eigentlich nie eine Chance hätten haben dürfen. 2017 hatten die einstigen Shootingstars der Systemgastronomie ein Minus von 30 Millionen zu verzeichnen. Man will nachbessern. Wie tot darf man sein, um noch wiederbelebt werden zu können?

Die Deutsche Bank streicht Stellen, statt den Vorstand zu streichen, der zum Scheitern des Unternehmens geführt hat. Man muss kein Sozialist sein, um den allgegenwärtigen Werteverlust zu erkennen. Dieser Werteverlust ist kein wirtschaftlicher, es ist der Werteverlust der Ehrlichkeit und der Glaubwürdigkeit.

Fast jedes vierte Unternehmen im Gastgewerbe in Deutschland ist laut der Wirtschaftsauskunftei Creditsafe überschuldet. Manche wirtschaften schlecht, viele übernehmen sich. Die Ursache dafür ist wie bei fast allen Krankheiten multifaktoriell. Beim Patienten Gastronomie liegt der Grund des Scheiterns oft in der Selbstüberschätzung, gepaart mit Geltungsbedürfnis und Raffsucht. Solche Beweggründe münden nur selten in einer wahrhaftigen Wertschätzung der Person, weil diese nur im Gleichklang mit einem glaubwürdigen Charakter entstehen kann.

Es geht auch anders: Johann Lafer, der oft von Häme begleitete Fernsehkoch und Unternehmer, war im Grunde nichts anderes als ein fleißiger Mensch. Er hat inzwischen die Stromburg abgegeben und betreibt nur noch sein Hightech-Kochstudio. Lafer hat losgelassen. Und wirkt so entspannt wie selten zuvor.

Ludwig Fienhold

 

 

 




Die Sommerhits: Rosé Festival in der WineBank

Offener Ausschank in der WineBank Frankfurt

 

Der Rosé hat sich vom Modetröpfchen zum Lustwein entwickelt. Dennoch gibt nach wie vor viel Mainstream. Aus dem Meer der Mittelmäßigkeit haben wir dennoch einige ausgezeichnete Tropfen herausgefischt. Eine gute Auswahl davon wird es am 26. August in der Frankfurter WineBank im Ausschank geben. Ab 19 Uhr kann man verschiedene Rosé-Weine glasweise zu Sonderkonditionen bekommen. Eine weitere Folge der Serie Weine mit BISS, bei der indes nicht moderiert, sondern getrunken und geplaudert wird.

 

Château Minuty befindet sich über dem Golf von Saint-Tropez und wird von üppigen Palmen, Platanen und Rosen romantisch verzaubert. Der elegante Rosé M schimmert lachsrosa im Glas und ist von seidiger Struktur. Der Wein ist animierend trocken, ungemein frisch und wird dezent von einer feinen Fruchtigkeit begleitet. Der zarte Duft von Beeren und Kräutern ist so präsent wie nötig und so zurückhaltend wie möglich. Es setzt jedenfalls gleich eine enorme Trinkfreude ein, die bei der ersten Flasche nicht beendet sein wird. Der Minuty M wird aus den Rebsorten Grenache, Cinsault und Tibouren erzeugt. Für uns ein Rosé par excellence. Endverbraucherpreis ca. 11 €. Gesehen & getrunken bei Beesdo & Cap.

Der zarte Provence-Rosé Clos Beylesse von der Domaine l´Abbaye schwebt federleicht über die Zunge und hinterlässt durch seine komplexe Art dennoch einen bleibenden Eindruck. Fein, frisch, harmonisch, elegant und so mediterran, dass er überall ein Meer vors Auge zaubert. Sublime Aromen von Kräutern, Zitrus, Blaubeeren und Melone verweben sich sanft ineinander. Die Assemblage aus Syrah, Grenache, Cinsault haut nicht auf die Pauke, sondern will mit bedächtiger Ausgeglichenheit überzeugen. Die auffällige blaue Flasche soll vor schädlichen UV-Einflüssen schützen und länger frisch halten sowie die Nähe des Weinguts zum Meer widerspiegeln. 19 €. Gesehen & getrunken bei Soul Food von Thomas Funke,

Mehr Urlaub in einem Glas kann es kaum geben: Die Domaine de Marchandise schenkt uns einen so köstlichen, nach praller Lebensfreude und Sinnlichkeit schmeckenden Rosé-Wein ein, wie er kaum besser sein kann. Er zeigt sich frisch, saftig, dicht und präzise in Ausdruck und Aromatik, wobei ihn ein Hauch Waldbeeren und ein Touch Grapefruit abrundet. Der Rosé Côte de Provence aus den Rebsorten Syrah, Grenache und Cinsault lädt durch seine kühle Noblesse zum Weitertrinken ein, was gerade für die Gastronomie wichtig ist, die nicht möchte, dass die Gäste nach dem ersten Glas müde werden und sich gelangweilt fühlen. Man kann diesen fabelhaften Wein zu gegrillten Fisch und der würzigen Knoblauch-Kräuter-Küche Südfrankreichs trinken, er lässt sich aber auch ganz einfach solo genießen. 11,80 €. Gesehen & getrunken im Frischeparadies.

Der Rosé Cuvée Prestige von Féraud entfaltet die Düfte der Provence. Klassisch, aromatisch, finessenreich, diskret kräuterwürzig, umweht von Limone und Pfirsich und mit leichtem knackfrischen Biss. Die Domaine des Féraud ist seit 2011 im Besitz des Hamburgers Markus Conrad, der die Qualität der Weine von Jahr zu Jahren steigern konnte, wobei ihm nicht nur seine verschiedenen Roses außerordentlich gut gelingen, sondern auch die Rotweine. 12,90 €. Gesehen & getrunken bei Wein am Limit von Hendrik Thoma.

Der lachsrosa schimmernde Rosé Miraflors von Lavage aus der Region Roussillon ruft geradezu nach Sushi, wobei gegrillter Fisch und Krustentiere auch bestens passen. Saftig, frisch, floral, zurückhaltende und doch spürbare Aromen von Granatapfel, Limette und Orange. Eine sensible salzige Mineralität macht den Rosé ausgesprochen faunisch und animierend. Rebsorten: Grenache Gris und Mourvedre.Geschmacklich ein Luxus-Rosé, preislich aber moderat. 10 €. Gesehen & getrunken bei Belvini.

Diving into Hampton Water: Der Name ist ebenso bemerkenswert wie das Etikett. Dieser Wein entstammt einer gemeinsamen Idee von dem amerikanischen Rocksänger Bon Jovi, dessen Sohn Jesse Bongiovi (so der richtige Familienname) und dem ehemaligen französischen Rugbyspieler Gérard Bertrand, der mit önologisch professioneller Begleitung längst sein eigenes Weingut in Südfrankreich betreibt. Man will mit diesem süffigen Rosé südfranzösisches Savoir-Vivre und den lässigen Lifestyle der US-Ostküste einfangen. Die Trauben für den Wein (Grenache, Cinsault, Syrah, Mourvedre) stammen aus dem Languedoc. Im Haus in den Hamptons von Bon Jovi wurden Roséweine bislang als „rosa Saft“ getrunken. Ihr Rosé ist aber kein „Bed of Roses“. Der Hampton Water Rosé (ca. 16 € bei Weinwolf und Beesdo & Cap) hat eine forsche Frische, entfaltet diskrete Fruchtaromen mit leichter Dominanz der Himbeere, wirkt aber zu keiner Zeit blumig, sondern vor allem saftig, fein, anregend und luftig. Bei Weinen von Prominenten und solchen mit besonders attraktiven Etiketten herrscht oft Misstrauen – der Hampton Water ist jedoch von unwiderstehlichem und unprätentiösem Genuss.

Am zauberhaften Gardasee kann man schnell in mäßigen Weinen ertrinken, es gibt aber auch exzellente Erzeuger, die durch Qualität und Finesse überzeugen. Costaripa hat dort den Rosé neu interpretiert, mit mehr Finesse und Tiefgang. Der filigrane Rosa Mara ist von seidiger Struktur und schönster Harmonie. Auch der Rosé Spumante ist fabelhaft und so viel besser als manche gehypten Nobeldoofel. Mattia Vezzola gehört zu den Pionieren und gleichzeitig zu den Avantgardisten am Gardasee. 12,60 €. Gesehen und getrunken bei Giovo (My Gourmet 24).

Arnot Roberts gilt als Vorreiter der amerikanischen Indie Wine Scene. Seine Weine sind nur in kleiner Menge in Deutschland zu bekommen und dies nicht ganz preiswert. Ein ungewöhnliches Weingut in Nordkalifornien, mit ziemlich eigenwilligen Gewächsen. Wie kommt man auf die Idee, einen eigentlich portugiesischen Touriga Nacional als Rosé zu erzeugen?  Das Ergebnis ist ein nobler, sehr trockner und angenehm erfrischender Wein, der ganz und gar unkalifornisch herb und eher französisch erscheint. Ein Überraschungswein, für 23,90 €. Gesehen & getrunken bei Wein am Limit von Hendrik Thoma.

Der Mineral Soalheiro Rosé aus Portugal ist so schlank und glasklar, wie man sich das von einem Rosé wünscht. Kühle, frische Stilistik, swingender Trinkfluss. Dieser Blend aus Alvarinho und Pinot Noir passt sehr gut zu Meeresfrüchten und Knoblauch-Gambas. 13,60 €. Gesehen & getrunken bei Hendrik Thoma und Wein am Limit.

Trotz modernen Auftritts, ist der Léoube Love in seiner Stilistik eher traditionell ausgerichtet. Prägend war der Rosé-Pionier Ott, dessen Sohn Romain inzwischen Weinmacher bei Léoube ist und auf bio-dynamisch und umweltfreundliche Landwirtschaft setzt. Das Chateau liegt im Herzen von Cap Bénat in Meernähe, umgeben von Reben, Gärten und Olivenhainen. Leoube macht verschiedene Rosé-Weine, auch einen interessanten Sparkling. Der Loveist ein sehr guter Einstieg und beschwingter als der alkoholreiche Secretvon Léoube. Blasses Pink, angenehm trocken, ein Hauch von Mandarine und Johannisbeere. Auch die salzige Meerbrise schmeckt man im Glas. Lädt zu Meeresfrüchten ein. 12,50 €. Gesehen und getrunken bei Weinhandel Steines in Oberding.

Ludwig Fienhold

 

 

Art der Veranstaltung: Rosé Festival, offener Ausschank

Ort: Weinbar in der WineBank Frankfurt, Meisengasse 9, neben Parkhaus Börse

Tel: 069 21 93 94 88

Tag: Montag, 26. August

Zeit: 19 Uhr