Restaurantkritik Weinlokal gang & gäbe: Chardonnay mit Pork Royal

Die Weinholds machen aus ihrem Namen ein Programm

 

Das gang & gäbe hat eine rasante Entwicklung genommen und ist inzwischen zu einem bemerkenswert guten Weinlokal geworden. Die Lage an der Main-Promenade mit Skyline-Blick regt den Trinkfluss an. Das Lokal animiert mit individuellen Weinen und serviert dazu einige Gerichte und Happen, die etwas mehr sein wollen als nur eine nette Begleitung. Man kann einfach auf ein Glas vorbeikommen, wird aber viel viel länger bleiben.

Der Walther-von-Cronberg-Platz und seiner Sprudelfontäne wirken immer noch jugendlich frisch, das Terrain war aber vor langer Zeit Heimat des legendären Frankfurter Schlachthofs und späterer Fernsehshows und Musik-Events. Sternekoch Volker Drkosch betrieb hier sein Zweitrestaurant, ein entsetzlicher Pseudo-Spanier ruinierte den Ruf der Location. Juan Weinhold übernahm das Lokal mit Image-Last und konnte sich durch beachtliche Leistungen davon befreien.

Die Küche

Pork Royal

Das gang & gäbe ist ein Weinbistro und möchte kein Fine Dining Restaurant sein. Aber es will Spaß im Glas vermitteln, und auch auf dem Teller. Dies gelingt mit einigen Gerichten besonders gut. Das Pork Royal mit krosser Kruste und saftigem Fleisch ist ein wunderbarer Wonneproppen von maskuliner Ausprägung. Einen Hackbraten wird man lange in der Stadt suchen, hier gibt es ihn ganz rustikal und unkompliziert als sattes Stück mit stark reduzierter würziger Bratensauce. Eines der Lieblingsgerichte der Deutschen, Gambas al Ajillo, gibt es merkwürdiger Weise hierzulande eher wenig und selten gut. Im gang & gäbe werden die knackigen Gambas mit würzigem Knoblauch-Chili-Öl im Pfännchen serviert. Unbedingt haben muss man auch den spanischen Klassiker, die gebratene Chorizo, mit der man alleine schon glücklich wird. Im gang & gäbe gibt es keine Deko-Küche, die rustikale Präsentation ist pure Absicht. Die Mischung aus regionaler und spanischer Küche geschieht ebenfalls nicht willkürlich: Die Betreiberfamilie Weinhold hat Wurzeln im zentralamerikanischen Guatemala, lebt aber schon seit Jahrzehnten in Frankfurt.

Unter der Headline Bits & Bites gibt es im gang & gäbe die tolle hessische Ahle Wurst von der Landfleischerei Koch, einen unwiderstehlichen Erdnuss-Chili-Dipp oder pikante Sardinen. Dazu sollte man die mehrmals täglich frisch gebackenen und mit bretonischem Meersalz aus Guérande gewürzten Brötchen mit knuspriger Kruste und luftiger Krume probieren. Schöne Weinbegleiter sind zudem das Carpaccio vom Pulpo mit Zwergpaprika, Kapern und Fleur de Sel und die mit Meerrettichcreme gefüllten Lachsröllchen auf Wakame-Salat mit Sesam-Dressing.

Gambas

Küchenchef Holger Brodel ist ein ruhiger Vertreter seiner Zunft, er ist nicht tätowiert und belästigt die Gäste auch nicht mit Tupfen auf dem Teller. Ganz neu im Programm ist das herausragende hausgemachte Catch up. Diese Mischung aus aromatischen Tomaten, Sternanis, Ingwer und vielem anderen geheimen Zutaten könnte man auch als Wundertrunk verkaufen, doch passt die Würzsauce zu vielen Gerichten im gang & gäbe. Man kann sie außerdem in kleinen Flaschen abgefüllt für die Küche zuhause kaufen. Kann? Nein, muss!

 

 

 

 

Die Weinkarte

Brigitte Weinhold

Die Weinkarte wurde aus alten Weinkartons zusammengebastelt, die Positionen sind individuell, bisweilen sogar mutig. Man findet Newcomer, Entdeckungen und Nischenerzeugnisse, wie sonst eher selten. Allein dafür muss man dieses Weinbistro schon loben. Es sind viele Weine by the glass und über 100 Flaschen zu haben. Juan Weinhold und Schwester Brigitte, die ihren Namen mit Leben erfüllen, gehen andere Wege als viele  Gastronomen und scheuen sich auch auch nicht, Weine anzubieten, die polarisieren. Das mag wirtschaftlich riskant sein, muss aber unbedingt unterstützt werden – von uns sowieso, aber hoffentlich auch von den Gästen. Eine großartige Entdeckung, selbst für Spanienkundige, ist der La Ola von Victoria Ordóñez aus der Sierra de Malaga, wobei nicht nur das Etikett begeistert. Wer die süße Sherry-Rebsorte Pedro Ximénez so bemerkenswert elegant und trocken ausbaut, dem gebührt stehend Applaus. A perfect match zu Knoblauch-Gambas und anderen Meeresfrüchten. Es gibt Offerten für alle, die indes kein Mainstream sind: Einsteigern seien der frische, klare, mineralische Alvarinho Granit der Quinta Soalheiro sowie der geschmeidige Riesling von Arnold aus der Pfalz empfohlen, Neugierige werden den wild-würzigen  Habla la Tierra aus Cabernet Sauvignon, Tempranillo und Syrah von den Bodegas Habla aus der Extremadura schätzen, Kenner dürften den komplexen und stoffigen La del Vivo von Paul Pérez aus dem Bierzo lieben, einer inzwischen beachtlichen spanischen Weinbauregion. Man darf viele Entdeckungen im gang & gäbe machen, eine der schönsten ist gewiss der saftige, konzentrierte  und schön gereifte Grüner Veltliner „Mühlberg“ von Gruber-Röschitz. Was hat ein Glas Milch auf der Weinkarte zu suchen? Es ist ein Chardonnay vom Weingut Milch aus dem rheinhessischen Monsheim. Noch auffälliger ist der Chardonnay Im Blauarsch vom gleichen Weingut – der Name ist eine Parzellenbezeichnung in der Lage Monsheimer Silberberg. Die Weine werden in Gabriel-Gläsern serviert, dem besten Allrounder auf dem Markt, aus dem man gleich gut Rot, Weiß, Rosé und auch Bier trinken kann. Man möchte die Weinkarte rauf und runter probieren und kann nicht viel dabei falsch machen. Schon gar nicht bei den moderaten Konditionen. Zudem gibt es die Weine auch zu sozialen Mitnahmepreisen für zu Hause, Weinkartenpreise minus 15 €.

Ambiente & Location

Weinbistro gang & gäbe

Eine solche fotogene Main-Promenade vor der Tür haben nur wenige Lokale in Frankfurt zu bieten. Der Blick auf den Main und die Skyline ist animierend und lädt geradezu zum verstärkten Genuss ein. Die große Terrasse macht gute Laune, im Sommer sowieso, und sonst wird mit Heizstrahlern und Kuscheldecken nachgeholfen. Das Lokal gleicht einem Wintergarten, der Name „Glashaus“ würde es genau treffen. Man fühlt sich wohl, umringt von leergetrunkenen Flaschen als Dekoration. Im Sommer war das Interieur bunter, nun hat man das Lokal in gesetzteres Dunkel gehüllt, was alles in ein intimeres Licht setzt. Die Atmosphäre ist angenehm entspannt. Man kann ganz lässig auch nur auf ein Glas Wein vorbeikommen – und wird ganz schnell Lust auf mehr bekommen.

Das Team

Restaurantleiter Oscar

Juan Weinhold hat sein Lokal im wahrsten Sinn gehörig aufgemöbelt, jedenfalls war das gang & gäbe nie besser als jetzt – Essen, Wein, Ambiente und Service haben sich deutlich gesteigert. Juans Bruder Oscar, der vier Sprachen beherrscht, und sein Service-Team an jungen Mitarbeiterinnen sind präsent und freundlich – und wissen, dass Lächeln wichtiger ist als auswendig Gelerntes. Juan und Brigitte Weinhold sowie Oscar kennen ihre Weine, doch selbst, wenn diese mal nicht anwesend sein sollten, kann man der Weinkarte und deren Beschreibungen vertrauen. Alles fließt.

Events

Im gang & gäbe sowie der dazugehörigen Eventlocation in der Alten Textilfabrik im Bahnhofsviertel werden viele interessante Veranstaltungen angeboten, die man im Kalender stehen haben sollte. „Welcher Wein passt zum Döner“ war beispielsweise eine solche. Die nächste Verkostung findet am 5. November um 19 Uhr statt: Eine Reise durch die Welt der Niepoort-Weine (siehe Aktuelles auf der Webseite von gang & gäbe). Diese Verkostungen sind nicht oberlehrerhaft, sondern werden cool und entspannt inszeniert und gelten eher als genussfreudige Social Events.

Ludwig Fienhold

 

Weinbistro gang & gäbe, Walther-von-Cronberg-Platz 1,

Tel. 069 5800 505 17. www.dasgangundgaebe.de

Geöffnet: Dienstag – Samstag 17-24 Uhr.

 

 

 

 

 

 

 

Photocredit: Barbara Fienhold (12), gang & gäbe (1)




Restaurantkritik Brighella: Feine Küche & faire Preise

30 Jahre italienische Zuverlässigkeit in Frankfurt

 

Es war rührend, wie sich auch im hohen Alter Marcel Reich-Ranicki ins Brighella schleppte, um hier gemeinsam mit seiner Teofila zufrieden lächelnd gebratene Kalbsleber zu essen. Viele Künstler und Prominente sind dort zu Gast, dennoch gehört das Brighella keineswegs zur Spezies Promilokal und kommt ohne jegliches Ballyhoo aus. Und das seit nun schon 30 Jahren. Feine Küche, faire Preise, freundlicher Service und gute Weine bieten genug Gründe für einen Besuch.

 

Küche

Steinbutt

Die duftige raffinierte italienische Küche wird mit moderner Leichtigkeit umgesetzt, weshalb auch bei Menüs der Magen locker bleibt. Es gibt einige Signature Gerichte, die man nicht missen möchte, etwa das famose saftig-zarte Charolais-Bullenfilet mit Schwarzer-Pfeffer-Salzkruste in samtiger Jus. Oft auf der Karte zu finden ist auch ein Wildfang-Steinbutt, mal in Ingwersauce, mal mit einer großartigen geschmeidigen Gincreme-Sauce. Der Steinbutt in Olivenkruste mit Mangold und Saubohnen im grazilen und milden Meerrettichsud zählt ebenfalls zu unseren Favoriten. Saucen jedweder Art fallen im Brighella delikat aus, die Gemüse werden nicht als Beilage behandelt. Gebeizter Lachs mit grünem Spargel mag nicht aufregend klingen, aber wenn er in einer solchen Qualität wie hier serviert wird, dann stellt sich pure Freude ein. Gleiches gilt für den perfekten Rehrücken in Rotweinreduktion.

Pasta mit Bottarga

An Pasta geht kein Gaumen vorbei. Die Spaghetti mit Seeteufel in einem Sugo mit Minze und Zitrone sind von jener schlichten Schönheit, für die man die italienische Küche liebt. Ausgezeichnet und leider in Frankfurt nicht oft zu bekommen, ist Pasta mit würziger Bottarga. Der gesalzene, gepresste und in der Sonne getrocknete Fischrogen gibt der Pasta eine pikante Pointe. Er würde auch auf Toasbrot oder Burrata schmecken, aber im Brighella wird er bevorzugt frisch über die Pasta gerieben. Tutto sommato: Feinfühlige Zubereitung ohne aromatische Nervosität, hochsolide Produktqualität, harmonische Kombinationen. Die Preise sind sehr moderat, ob à la Carte oder Menü: Abends 4 Gänge 58 €, mittags 2 Gänge 23 € . Wir sind mitten in der Trüffelsaison, im Brighella gibt es schon seit vielen Jahren in großer Zuverlässigkeit schöne Menüs mit der Edelknolle.

Service

Mario

Die Beliebtheit des Restaurants ist im starken Maß mit den stets präsenten Betreibern Leo Caporale und Mario Borazio verbunden, die sich in den letzten 30 Jahren mehr gesehen haben als ihre Frauen. Sie kommen ohne Wichtigtuerei aus und verzichten auf den lästigen kumpelhaften Auftritt, wie er bei vielen ihrer Kollegen üblich ist. Mario, der den Service führt, kennt die Küche seines langjähriges Freundes Leo sehr genau und weiß entsprechend gut zu beraten. Das Brighella ist ein Nachbarschafts-Italiener und für viele Anwohner ringsum längst zum Wohnzimmer geworden. Wo man aber auch immer zu Hause sein mag, einen solch aufrechten und qualitätsorientierten Italiener wird man nicht überall finden und deshalb auch aus anderen Ecken kommend gerne aufsuchen.

Ambiente

Leo & Trüffel

Das Gespür für Stil erkennt man bereits an der Tafelkultur, die feinen und weichen Tischdecken und Servietten aus Leinen und Baumwolle aus Mailand vermitteln optisch und haptisch die gleiche Freude, wie das sorgfältig zubereitete Essen. Das Brighella blendet nicht mit aufsehenerregender Optik und bietet eine gediegene Atmosphäre und eine Mischung aus gutbürgerlichem deutschen Lokal und italienischer Trattoria. Der mit unzähligen Flaschen geradezu möblierte Nebenraum bietet für sechs bis zehn Personen Platz und eignet sich besonders für Gruppen, die solche diskreten Orte schätzen. Die kleine Sommerterrasse wird erst wieder in einigen Monaten eröffnen.

Weine

Lachs

Die Weinauswahl ist – wie das ganze Lokal – nicht exaltiert und bedient den Einsteiger und den Kenner gleichermaßen – der eine wird nicht überstrapaziert, der andere nicht enttäuscht. Ein saftiger, frischer und elastisch über die Zunge federnder Wein, wie der fabelhafte Langhe Arneis von Ceretto aus dem Piemont passt zum Einstieg, für zwischendurch und auch noch zum Abschluss. Auch der Valentino-Spumante Brut Zero, ein besonders feinperliger und dezent nach Birne duftender Edel-Schaumwein aus Chardonnay, weckt als Aperitif und  Essensbegleiter Begeisterung und vermag jeden grantigen Gast zu sedieren. Preislich schlanker und ebenfalls eine Empfehlung ist der würzige, delikat fruchtige und strohgelbe sizilianische Weißwein aus der Rebsorte Catarrotta von Ferreri. Ornellaia in der Toskana gehört zu den berühmtesten Weingütern der Welt und ist eher bekannt für seine noblen Roten. Erstklassig ist aber auch der Poggio alle Gazze aus den Rebsorten Sauvignon Blanc, Vermentino, Viognier und Verdiccio – satt, vielschichtig, expressiv, aber nicht laut. Bei so vielen guten Weinen im Brighella tut man gut daran, den Wagen zu Hause zu lassen: Die U-Bahn fährt bis fast vor die Tür, außerdem sorgt das zum Restaurant gehörende Hotel eine Treppe höher für ein sicheres Ruhekissen.

Ludwig Fienhold

 

Brighella, Restaurant & Hotel, Frankfurt, Eschersheimer Landstraße 442, Tel. 069 53 39 92. Dienstag – Sonntag 12 – 14.30 Uhr sowie 18 – 22.30 Uhr, Montag geschlossen.

www.ristorante-brighella.de

 

 

 

 

 




Last Minute: Kulinarisches Weihnachten mit Soul Food

Thomas Funke und sein mobiles Restaurant kann

man für Firmenfeiern und private Dinner mieten

 

Weihnachten kommt immer schneller als man denkt. In den Lokalen finden Gruppen für ihre Weihnachtsfeiern längst keinen Platz mehr. Aber man kann sich ja auch zu Hause bekochen lassen. Soul Food kommt mit seinem ganzen Equipment zu Firmen und Privatgästen, um ihnen ein Festmahl zu bereiten. Bequemer kann man sich keine kulinarische Bescherung wünschen.

Ein weihnachtliches Catering Special könnte so aussehen

Vorspeise: Oberräder Kräutersalat mit Punsch-Dressing, Lauch-Butternut-Strudel, Maronen-Knusper.

Hauptgericht: Saftiger Entenbraten in Kardamom und Sternanis geschmort, Sesam-Rotkohlsalat und Kelkheimer-Apfel-Zimtknödel, Spekulatius-Crunch.

Dessert: Delice von der Orange mit Raw Schokolade, Schwarzbrot- Olivenerde, Glühweineis.

Auch ein Kalbsrücken kann entzücken

Die Preise für solche kleinen feinen Festmenüs reichen von 66 bis 109 € pro Person und werden ab 10 Personen arrangiert. Bei privaten Feiern in den eigenen vier Wänden, wo ja in der Regel eine Küche vorhanden ist, liegen die Preise bei 66 €, bei Unternehmen, in denen erst eine mobile Küche installiert werden muss, tendieren die Kosten in Richtung 109 €.  Die Preise verstehen sich inklusive hochwertigem Geschirr, Personal (Küche & Service), Menü, benötigtes Küchen-Equipment, Transport (im Raum Frankfurt +/- 15 km).

Über Weine lässt sich immer verhandeln, für sein Weihnachtsmenü bieten Thomas Funke & Soul Food einen saftigen und mineralischen weißen Burgunder von Schmitt-Weber von der Mosel (Flaschenpreis 13 €) sowie eine fulminant-würzige Rote Nerio Narda Riserva von Schola Sarmenti aus Apulien (16,90 €) an.

Thomas Funke und Mitarbeiterin

Sein Talent hat Thomas Funke über die Jahre ausbauen können. Zu seinen Stationen gehörten der Frankfurter Brückenkeller und die Egener Höfe am Tegernsee. Funke kochte in der Blütezeit des Frankfurter Museumslokals Schirn, die seinerzeit Klaus-Peter Kofler betrieb und bei dem er auch zweitweise für die gesamte Cateringküche verantwortlich war. Er lernte viel beim eigenwillig-kreativen Koch Günter Seeger in Atlanta, der heute in New York immer noch mit einen Stern im Michelin geehrt wird. Seit 10 Jahren führt Thomas Funke mit Soul Food sein eigenes Unternehmen. Er catert für wenige Gäste genau so leidenschaftlich, wie für 1000 Personen auf einer großen Gala oder einer rustikalen Feier. Thomas Funke und sein Team überraschen mit einer individuellen Frischeküche. Kein Konzept von der Stange, kein Mainstream, kein Convenience. Stattdessen Seelennahrung à la minute. „Wir bauen dem Kunden ein Restaurant im eigenen Haus, im Garten oder jeder anderen Location“, meint Thomas Funke.

 

Soul Food, Kelkheim, Frankfurter Str. 172, Tel. 0172 6971061.

E-Mail: info@soulfood.de

https://www.soulfood.de

 

 




Neue Streusel-Bar auf der Freßgass: Die besten Krümel der Welt

Ungewöhnliche Neueröffnung

mit einem etwas anderen Konzept

 

Was ist das Beste am Streuselkuchen? Klar, die Streusel. Als Kinder haben wir sie immer vom Kuchen geklaubt und den Kuchen selbst meist stehen lassen. Voll Crunch in die Kindheit soll das neue Konzept-Lokal „Streusel-Bar“ auf der Frankfurter Freßgass führen. Es wurde jetzt an jener Stelle eröffnet, wo noch vor wenigen Monaten der Käseladen von Schlemmermeyer zu Hause war.

So einfach, so genial: Die Streusel-Bar holt die nette Oma aus der Zauberkiste, die noch das alte gute Rezept kennt. Nehmen wir es vorweg: Die Streusel , die aus nicht mehr als Butter, Zucker und Mehl bestehen, schmecken ganz wunderbar. Frisch zubereitet, duftend und warm. Die „Naschtüte Klassik“ (2,80 €) mit nichts als Butterstreusel ist genau unser Fall. Die Streusel werden in einer Papiertüte mit auf den Weg gegeben, aus der man sogleich zu naschen beginnt. Es gibt einige Varianten und Toppings, mal sind es Karamellstückchen, mal Limetten, die aufpeppen sollen. Joghurt, Himbeeren und anderes mehr ergänzen das Sortiment. „Omas Lieblings“ ist ein Mini-Streuselkuchen mit Apfel. Außerdem steht mit Dona Victoria der hauseigenen „Wisag“-Kaffee im Angebot.

Toll, was man aus Mehl, Butter und Zucker machen kann. Dass daraus aber ein Lokal und sogar eine ganze Gruppe von Lokalen entstehen kann, ist noch ungewöhnlicher. Die kleine Frankfurter Streusel-Bar ist erst der Anfang. Die Idee ist überzeugend, der Plan dennoch mutig.

Das Besondere am Streusel ist der Kuchen, der dahintersteckt: Geschäftsführer des Unternehmens ist der Frankfurter Umsatz-Milliardär Michael Wisser, der mit der Wisag einen der führenden deutschen Dienstleistungskonzerne (Gebäudereinigung, Sicherheit, Catering u.v.m.) mit fast 50.000 Mitarbeitern führt. Streusel-Bars soll es bald in verschiedenen Städten in Deutschland geben, Frankfurt ist Vorreiter, Berlin folgt in Kürze. Der Spruch: Wenn der Kuchen spricht, schweigen die Krümel, gilt nicht mehr. Ab jetzt heißt es: Wenn die Krümel sprechen, schweigt der Kuchen.

Barbara Fienhold

 

Streusel-Bar, Frankfurt, Freßgass, Große Bockenheimer Str. 23.




Das Ende von Seven Swans: Vegetarisches Sterne-Restaurant will ins Gras beißen

Beerdigung eines Lokals, damit die Idee weiter leben kann. Oder so.

 

Der sterbende Schwan: Eines der schönsten Lokale Frankfurts will nicht mehr und läutet einen langen Abschied ein, der sich bis zum endgültigen Schluss am 31. Dezember 2020 hinziehen soll. „Seven Swans Must Die“, nennt sich die schwarze Mission. Offiziell wird sie recht kryptisch begründet, auch mit dem Burnout von Köchen sowie bösen Kritikern und Bewertungsplattformen. Man wolle dem Fine Dining entkommen und sich von der Schickeriaküche befreien, heißt es in einem Statement zum Aus. Das erscheint nicht logisch, denn das Seven Swans war nie ein Schickerialokal und hätte sich durch seinen stets lockeren Auftritt auch nicht vom „Korsett des Fine Dining befreien“ müssen. Ist das vielleicht alles auch nur ein Schachzug, um noch einmal auf sich aufmerksam zu machen und ein letztes großes Aufgebot an vegetarischen Gästen zusammenzubekommen? Wie es nach dem Abschied des Seven Swans mit dem Haus selbst weitergehen soll, wird offen gelassen. Bislang wurde es auch als Herberge und Büro genutzt. Das schmalste Haus der Stadt ist so oder so eines der bemerkenswertesten Gebäude und gehört dem Unternehmer, Lindenberg-Hotelier und Restaurant-Betreiber Steen Rothenberger.

Zu Tode betrübt, das Seven Swans Team

Sicher ist: Auch 2020 wird nicht einfach für das Seven Swans. In Frankfurt mag es zwar nicht wenige Vegetarier geben, doch die begnügen sich wohl oft mit einem Salat und haben nur begrenzt Lust auf ein kreatives Menü für 89 €, wie es ausschließlich im Seven Swans angeboten wird.

Als 2011 das experimentierfreudige Seven Swans am Frankfurter Mainufer eröffnete, schien die Welt noch in Ordnung. Ein junges Team ging mit frischen Ideen engagiert an den Start. Es fing alles ganz wunderbar an, als die feenhafte Kimberley Unser mit ihrer unbekümmerter Wald- und Wiesenküche das Seven Swans beseelte. Kimberley wurde Mutter, Jan Hoffmann rückte an den Herd als Chef nach.

Anfangs kochte er mit Fleisch, Fisch und viel Gemüse und Kräutern. Das brachte ihm durchweg gute Kritiken und einen Michelin-Stern ein. Doch dann entschloss sich der Restaurantbetreiber Steen Rothenberger das Lokal gemäß seiner eigenen Lebensphilosophie als rein vegetarisches Restaurant fortzuführen. Jan Hoffmann war zwar ein sehr guter Koch, als reiner Veggie-Speisemacher jedoch schlichtweg eine Fehlbesetzung. Jedenfalls ging es nicht gut aus, stand schon bald Ricky Saward am schönen Molteni-Herd im Seven Swans, das bis heute seinen Stern behalten konnte. Aber auch solche Auszeichnungen sind natürlich keine Garantie für das Bestehen und Überleben eines Lokals.

Das Sevens Swans tritt nun ohne Konzept an und weiß mit Absicht nicht, was auf den Tisch kommt. Es soll „Unerwartetes“ geben. Ob sich die Gäste gerne überraschen lassen? Sicher ist nur, dass alles weiterhin rein vegetarisch bleibt und vielleicht selbst harmlose Lebensmittel wie Eier nicht eingesetzt werden, weil man am liebsten vollkommen auf tierische Produkte verzichten möchte. Selbst das gilt jedoch nicht als gesetzt, denn dann wäre man ja ein veganes Lokal. Und noch schwieriger am Markt durchzusetzen.

Ludwig Fienhold 

 




Weniger Office, mehr Offensive: Interview mit der neuen Direktorin des Jumeirah

Was kann Daniela Fette-Rakowski besser machen?

 

Während Frauen in Spitzenpositionen in der Tophotellerie immer noch eine Rarität sind, wurde im Jumeirah in Frankfurt nun zum dritten Mal eine Frau zur General Managerin ernannt. Vor Daniela Fette-Rakowski führten auch Dagmar Woodward und Doris Greif das Haus. Das Jumeirah in Frankfurt ist das einzige Hotel der in in Dubai basierten Gruppe auf europäischem Boden. BISS sprach mit der neuen Hoteldirektorin.

Die Lage mitten im Zentrum von Frankfurt ist optimal. Für Hotelgäste, aber auch lokale Besucher. Der Frankfurter tut sich aber schwer mit seinen Hotels und dessen Restaurants und betritt diese nur zögerlich bis gar nicht. Ein Wohnzimmer, wie es beispielsweise das Vier Jahreszeiten für die Hamburger ist, gibt es unter den Frankfurter Hotels nicht. Das Restaurant Max on One liegt zudem auf der ersten Etage, was für lokale Gäste eine zusätzliche Hürde bedeutet. Trotz solider Küchenleistungen hat das Max on One bislang nicht sein Zielpublikum gefunden. Auch die neue General Managerin Daniela Fette-Rakowski möchte das Hotel und sein Restaurant „gerne zum Wohnzimmer der Stadt“ machen, kann dafür aber natürlich noch kein Rezept anbieten. „Das Max on Ohne hat viel Potential, wir müssen weiter am Konzept feilen, meint sie.

Daniela Fette-Rakowski

Der Ex Michelin-Chef Michael Ellis ist seit genau einem Jahr „Chief Culinary Officer“ bei Jumeirah und damit für alle Hotels der Gruppe so etwas wie ein Geschmacksberater. Er und der ebenfalls noch neue CEO der Gruppe José Silva wollen Gastronomie und Kulinarik als Alleinstellungsmerkmal der Hotelgruppe etablieren. Das hört sich gut und hat in dem einen oder anderen Fall auch schon Wirkung gezeigt, in Frankfurt ist das jedoch noch nicht angekommen. Die Food & Beverage Abteilung ist keineswegs schlecht aufgestellt und engagiert sich, was fehlt ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal, dass für Gäste so überzeugend ist, dass sie deshalb auch den Weg in den ersten Stock wagen.

Frankfurt ist schon lange nicht nur eine Business & Banken-Metropole und wird immer mehr als touristische Destination entdeckt. „Wir beherbergen viele Gäste, die aus geschäftlichen Gründen in die Stadt kommen“, meint Daniela Fette-Rakowski. „Die Stadt für Freizeitreisende attraktiv zu vermarkten, ist eine unserer Hauptaufgaben.“ Das Jumeirah, so sagt sie, profitiere von Attraktionen wie der Alten Oper, dem Mainufer und der Neuen Altstadt, die man vom Hotel bequem zu Fuß erreichen könne.

Ein Management, das sich immer mehr um Zahlen und Bürokratie kümmern muss, verliert den Kontakt zum Gast und im schlechtesten Fall auch zu den eigenen Mitarbeitern. Hier hat sich inzwischen in der Branche ein Gegentrend entwickelt, der einer Hotelführung mehr Freiraum zum Repräsentieren erlaubt. Dagmar Woodward, die mit sehr viel Chic ihren Pariser Background zeigen konnte, belebte das Haus auf ihre Weise. Auch Daniela Fette-Rakowski will „besonders stark den Kontakt zum Gast und den Mitarbeitern“ suchen. Wer meist im Büro sitzt, verpasst diese Möglichkeit. „Ich mache immer morgens meine Runde durchs Haus, um im direkten Gespräch zu erfahren, was die Mitarbeiter und die Gäste bewegt“, meint die Jumeirah-Chefin, die in erster Linie als „passionierte Gastgeberin“ gesehen werden möchte. Daniela Fette-Rakowskis offene und gewinnende Art wird ihr dabei helfen.

Ludwig Fienhold

Daniela Fette-Rakowski arbeitet seit mehr als 19 Jahren in der Hotellerie und war zuvor als Hotelmanagerin in der Villa Kennedy in Frankfurt tätig. Weitere Stationen waren unter anderem das Kempinski Gravenbruch als Director of Sales & Marketing sowie die Steigenberger Hotels AG, wo sie als Regional Director of Sales arbeitete.

Photocredit: Jumeirah




Weihnachten: Kalter Glühwein & ein Fischbrötchen-Terminator

Weihnachten ist

ein seltsames Geschäft

 

Champagner-Glühwein – so eine Idee kann auch nur aus München kommen. Dort wird er auf dem Weihnachtsmarkt des Sofitel München Bayerpost im Krug serviert. Einem Perrier-Jouët kann es offenbar nicht schaden, mit Anis, Zimt und anderen Gewürzen aufgefrischt zu werden. Weil die Glühweine auf unseren Weihnachtsmärkten meist nur Plörre sind, wagen sich auch immer mehr Winzer an das Thema. Viele schaffen es allerdings nur, dem ganzen ein neues Etikett, aber keinen besseren Inhalt zu geben. Winzer Jürgen Andres aus der Pfalz hat sich mehr Mühe gegeben und bietet seine Winterpullen benannten Literflaschen in Rot, Rosé und Weiß  sowie als Punsch ohne Alkohol an. Der Glühwein aus Dornfelder bringt alle Gewürze mit, die man von einem Glühwein erwartet, wobei das Ergebnis weit harmonischer ausfällt als man das auf den Weihnachtsmärkten erfährt. Er duftet und schmeckt nach dunklen Beeren, Orangenschalen, Nelken, Sternanis und Zimt. Am besten gefällt uns aber der Rosé, aber nicht warm, sondern kalt. Warm gerät er zu süß, kalt duftet er vollkommen nach Weihnachtsmarkt, wie man es sich wünscht. Wer es dennoch lieber warm mag: Glühwein darf nicht zum Kochen gebracht und auf höchstens 80 Grad erhitzt werden.

Wir werden immer wieder von sehr vielen Lesern darauf angesprochen, dass der Frankfurter Weihnachtsmarkt durch unfreundliches Personal negativ auffalle. Das lässt sich natürlich nicht pauschal sagen, doch viele Mitarbeiter sind tatsächlich schroffer als selbst in den übelsten Sachsenhäuser Sumpflokalen. Erlebt an der Roie-Fischkate auf dem Römerberg: Das letzte armselige matte Ersatzlachsbrötchen will der Kunde nicht und wartet auf die sich anbahnende neue Lieferung. Der klein-bullige Mitarbeiter kann es nicht glauben und wirft das vernachlässigte Brötchen vor den Augen der Gäste wütend und fluchend in die Tonne. Welch ein dummer Mensch, welch ein Lebensmittel-Idiot.

Weihnachten ist ein seltsames Geschäft.

 




Hier schießen Sie den Vogel ab: Die besten Adressen für Gänse & Enten

Höhenflüge

mit Geflügel

in der Rhein-Main-Region

 

Die Favoriten haben sich zum Vorjahr nicht verändert, nur bei den Preisen gewann man leicht an Höhe. Bei diesen Adressen im Rhein-Main-Gebiet vermag man mit Geflügel den Vogel abzuschießen. Dies soll eine kleine und doch prägnante Auswahl sein, wie stets subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist ratsam, Gänse und Enten im Voraus zu reservieren. Oft sind sie auf wenige Portionen limitiert, wie etwa im Frankfurter Stanley Diamond. 

 

Gänse

 

Stanley Diamond in Frankfurt

Mit Prachtexemplaren aus der Rhön schießt das Lokal im Bahnhofsviertel den Vogel ab. Man kann die Gans ganz (für 4 P.) serviert bekommen. Knusprige Haut und saftiges Fleisch sind aber nicht die einzigen Voraussetzungen für ein perfektes Gänse-Essen, Maronen und Rotkraut gehören ebenso dazu, vor allem aber Klöße mit Semmelbrösel und brauner Butter. Die Klöße sind im Stanley Diamond hervorragend und allein schon mit der schönen Sauce ein Gericht für sich. Aber auch die Maronen sind wunderbar saftig und nicht so staubig wie anderswo. Pro Abend werden höchstens 4 Gänse serviert, man sollte mindestens 2 Tage im Voraus reservieren. In dieser Saison einer unserer großen Favoriten, allein schon wegen der kardinalen Klöße.   

Stanley Diamand, Frankfurt, Ottostr. 16-18, Tel. 069 269 428 92.

 

Zur Golden Kron in Frankfurt

Alfred Friedrich mag es klassisch und kreativ. Man kann bei ihm ein Gänsemenü mit sechs Gängen bekommen (89 €), bei dem neben Brust und Keule auch Cannelloni von Gänse-Rillette und Gänse-Bratwurst mit Quittensenf serviert werden. Daneben wird eine ganze Gans in zwei Gängen mit Gänsepunsch angeboten: 265 € für 4 – 5 Personen. Die ganzen Gänse werden nur auf Vorbestellung mit einem Vorlauf von vier Tagen gebraten. Geliefert wird das Federvieh vom allseits bekannten und geschätzten Bauer Mann aus Groß-Zimmern – Freilandgeflügel , artgerechte Tierhaltung, keine Stopfmast. In der Golden Kron ist Gänsezeit vom 12. November bis 23. Dezember.

Zur Golden Kron, Frankfurt, Alt-Eschersheim 58, Tel. 069 26941174.

 

Lohninger in Frankfurt

Mario Lohninger

Im Lohninger wird derzeit eine Oldenburger Gans serviert, mit Rotkraut, karamellisierten Kastanien und Serviettenknödel (42 €). Wie mit jedem anderen Produkt, geht Mario Lohninger auch mit der Gans meisterlich um. Die Gans gibt´s traditionell ohne Firlefanz. Außerdem steht eine famose Freiland-Ente auf der Speisekarte. Früher servierte Lohninger einen schönen Truthahn, doch die Gans hat sich bei den Gästen mehr durchgesetzt. Eigentlich schade, denn einen Truthahn gibt es in ganz Frankfurt nicht, und auch sonst nicht so gut, wie von Mario Lohninger zubereitet, der ja einige Jahre in New York zu Hause war und weiß, was an Thanksgiving auf den Tisch muss.

 

 

Speisekammer in Frankfurt

In dem gemütlichen Gasthaus der Familie Schreuer versteht man sich auf traditionellen Gänsebraten mit Kartoffelknödeln und Rotkohl. Das schöne Fachwerkhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert und bietet gerade in der Vorweihnachtszeit ein wohlige Atmosphäre.

Frankfurt, Alt Heddernheim 41, Tel. 069 57 38 88.

 

Zum Goldenen Stern in Steinbach im Taunus

Die Freilaufgans ist legendär, die Bratkartoffeln auch. Allerbeste Hausmannskost in weinseliger Atmosphäre und seit Jahrzehnten eine sichere Bank.

Steinbach, Bornhohl 1, Tel. 06171 74253

 

Tranchieren der Ente am Tisch in der Leiter

Enten

 

Die Leiter in Frankfurt

Wenn Restaurantchef Fernando die saftige krossgebratene Barbarie-Ente am Tisch tranchiert und mit Karamellmaronen und Rotkohl serviert, duftet das ganze Lokal nach Weihnachten. Die Ente (34 € pro Person) wird in zwei Gängen serviert.

Frankfurt, Kaiserhofstr. 11, Tel. 069 292121.

 

Ente in Wiesbaden

Die Heide-Ente aus dem Rohr ist seit Jahrzehnten zu Recht der Hausklassiker. Sensationell schmeckt die ebenfalls oft zu habende knusprige und umwerfend gut gewürzte Challans-Ente.

Ente im Hotel Nassauer Hof, Wiesbaden, Kaiser-Friedrich-Platz 3-4, Tel. 0611 133666.

Die Gänse/Enten Top Ten Rhein-Main-Region wird stetig aktualisiert und ergänzt.




Neues Tophotel für Frankfurt: Ameron Neckarvillen

Feinsinniges Design & optische Verführungen

 

Große Eröffnungsparty mit über 500 Gästen

 

Frankfurt hat ein neues Spitzenhotel, das mit Finesse und individuellem Design begeistert. Italienische Grandezza trifft auf britisches Understatement. Nicht nur eine weitere neue Luxusherberge, sondern ein historisches Ensemble der Sinnlichkeit und optischen Verführungen.

Ein Haus zum Anfassen: Jeder Schubladengriff ist von geschmeidiger Haptik, die schlanken Lichtschalter mag man ständig berühren. Das Auge wohnt mit. Dunkles Mahagoniholz, edles Messing, geflämmtes Parkett, samtige Stoffe und Leder. Lampen, die wie Kunstwerke erscheinen. An dem Bartisch, der aus dem Berliner Grill Royal stammt, hat bereits George Clooney gesessen, wichtiger sind die feine Holzoptik und die handschmeichelnde Haptik.

Die Zimmer sind recht kompakt, man kann sich nicht verlaufen und findet leicht seine sieben Sachen. Man findet vor allem schönes Design im Stil von Art déco und originelle Accessoires, die Interieur-Themen der 50er Jahre aufgreifen. Allein die Vintage Bluetooth Miniradio-Lautsprecher aus Walnussholz sind ein Hingucker. Selbst bei der Bestückung der Minibar hat man auf Dekoratives geachtet: Die Bierflasche (Lager von Weihenstephan) wirkt eher wie ein Flakon, mit einer Rillenoptik wie man sie oft im Hotel antrifft.

Zimmer 119

Unser Favorit ist Zimmer 119, durch dessen maritimes Bullauge man auf den Jürgen-Ponto-Platz schaut. Kommode Boxspringbetten, Flatscreen-TV, Kaffeemaschine und kostenfreies, W-Lan sind Standard, statt Telefon gibt es Tablets, die nicht allein der internen Kommunikation dienen und die sperrigen Gästemappen mit Informationen ersetzen. Sehr geschmackvolle Badezimmerarmaturen im Retro-Look mit attraktiven Guest Supplies gehören zur Grundausstattung. An keiner Stelle wichtigtuerischer Protz, sondern feinsinnige Gestaltung. Es macht richtig Freude, dieses Hotel zu entdecken. In der jetzigen Soft-Opening-Phase sind EZ schon ab 84 und DZ ab 92 € zu bekommen, ohne Frühstück.

Ameron gehört zur Althoff-Gruppe, die für ihre kulinarische Kompetenz bekannt ist (Seehotel Überfahrt, Schloss Bensberg etc.). Es ist kein 5, sondern ein 4-Sterne-Hotel, was der Gast nicht weiter bemerken kann.

Direktor Gisbert Kern

Zur großen Eröffnungsfeier begrüße Direktor Gisbert Kern über 500 Gäste. Mehr als 250 Flaschen Champagner wurden entkorkt, daneben floss aber auch ein wunderbar saftiger Grauburgunder Oberbergener Bassgeige von Fritz Keller, dem Winzer-Altmeister und neuen DFB-Boss. Es gab Austern und bestens gewürztes Rindertatar mit Kaviar sowie perfektes Beef von Otto Gourmet –  alles Gustostücke, wie man sie auch auf der Speisekarte vom Petit Grill Royal im Erdgeschoss des Ameron findet. Bei der Premiere präsentiert sich ein einsatzstarkes Team, mit dabei auch Küchenchef Udo Grigas, Restaurantleiterin Evi Schmitt und Sommelier Pascal Bohrer.

Das neue Ameron liegt zwischen Hauptbahnhof und Bankenviertel und damit strategisch recht günstig. Das Hotel und seine 133 Zimmer befinden sich in den ehemaligen stilvollen Neckarvillen. Das denkmalgeschützte Ensemble  aus vier benachbarten Gebäuden gehört zu den schönsten Architekturleistungen im Bahnhofsviertel, die historischen Sandsteinfassaden mit Elementen aus Neobarock, Neoklassizismus und Jugendstil und ihre aufwendigen Dach-Schnitzereien wurden glanzvoll in Szene gesetzt. Die Geschichte wird  jedoch auch durch moderne Technik ergänzt. Den Zutritt zum Zimmer ermöglicht das eigene Smartphone: Ein digitales Schließsystem ersetzt die Schlüsselkarte und ermöglicht einen komfortablen Check-in und Check-out – ohne Wartezeit.

Im Erdgeschoss des Ameron wird am 22. Oktober der Ableger des Berliner Grill Royal, das Petit Royal eröffnen. Die French Bento Bar soll spätestens Ende Januar 2020 ihren Betrieb aufnehmen. Im Restaurant werden im Wesentlichen Steaks und Seafood serviert, die Preise für die Hauptgerichte liegen bei 40 €, Spitzenreiter ist das ein Kilo schwere Chateaubriand für 150 €, ohne Beilagen.

Ludwig Fienhold

 

Frankfurt Ameron Neckarvillen Boutique, Neckarstr. 7-13,

Tel. 069 75666-0.

www.ameronhotels.de/frankfurt-neckavillen-boutique

 

Photocredit: Barbara Fienhold




Kempinski macht sich breit: Neun neue Hotels und eigene Immobilien

Auf Kuba wird es dann drei Hotels der Gruppe geben

 

Kempinski, die älteste Luxus Hotelkette Europas, will in den nächsten zwei Jahren insgesamt über 100 Betriebe rund um den Globus führen. Allein in den nächsten zwölf Monaten öffnen neun neue Hotels mit insgesamt 1.961 Zimmern und Suiten ihre Türen, drei davon in der Karibik, ein Hotel in Tel Aviv, in Tiflis, in Bangkok, in Guangzhou, in Brazzaville und in Almaty; weitere sieben Hotels mit 2.404 Zimmern befinden sich derzeit im Bau. Oben rechts im Bild: Cayo Guillermo in Kuba. Zudem soll das Portfolio der Kempinski Hotels erstmals in der mehr als 122jährigen Geschichte des Unternehmens durch ein Hotel in New York ergänzt werden. Letzteres ist Teil einer vor wenigen Tagen unterzeichneten strategischen Partnerschaft mit der 12.18. Investment Gruppe. So wird das 7Pines auf Ibiza ab Frühjahr 2020 unter dem Namen 7Pines Kempinski Ibiza wiedereröffnen, es folgt ein weiteres Resort auf Sardinien. 12.18. will durch institutionelle Investoren 500 Millionen Euro als Kapital zusammentragen, Kempinski sein Know-how und langjährige Expertise in der Luxus-Hotellerie sowie die entsprechenden Verkaufs- und Distributionskanäle in die Partnerschaft mit einbringen.

Bristol Kempinski Havanna

Die Expansion der Kempinski Gruppe wird in Zukunft nicht nur auf Managementverträge ausgerichtet sein, es ist auch der Erwerb von Hotelimmobilien geplant, vor allem solche, die umfassend renoviert und dann unter den eigenen Marken neu positioniert werden. Kempinski ist bisher ein reiner Hotelbetreiber, lediglich das Stammhaus an der Münchner Maximillianstrasse, das Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski, ist im Besitz des Unternehmens. ”Durch den Erwerb von Immobilien profitieren wir von der Wertsteigerung, statt Geld für Management-Verträge zu bezahlen”, so Martin R. Smura, Chief Executive Officer und Vorstandsvorsitzender der Kempinski Hotels. “Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt, um das Portfolio der Kempinski Hotels mit weiteren Flaggschiff-Hotels zu erweitern.

7 Pines Ibiza