Madrid: Neues Four Seasons Hotel mit Drei-Sterne-Koch Dani Garcia

Rooftop-Restaurant & das größte Spa der Stadt

 

Die kanadische Luxushotelgruppe Four Seasons eröffnet im Mai in Madrid ein Juwel ihrer Kollektion. Highlights sind der größte Spa der Stadt und die Dachterrasse mit dem Restaurant Dani. Dort wird der spanische Drei-Sterne-Koch Dani Garcia aus Marbella eine kreative andalusische Küche bieten. Den Sternen ganz nah sind Gäste im Four Seasons Madrid nicht nur aus kulinarischer Sicht. So serviert der spanische Drei-Sterne-Koch Dani Garcia mit seinem neuen Restaurantkonzept Dani kreative andalusische Küche (im Bild) direkt auf dem atemberaubenden Rooftop des Hotels. Beim Setup für die außergewöhnliche Kulisse legte der in London und New York lebende schwedische Interior-Designer Martin Brudnizki Hand an, der viele Hotels in der Welt mitgestalten konnte. Auch die spanischen Tapas sollen nicht fehlen. In der Four Seasons Gastro-Bar können Gäste die kleinen Happen allerdings mit kreativ-asiatischem Twist erleben.

Four Seasons Madrid

Sieben historische Gebäude – sieben Jahre sorgfältiger Restaurierung: Das neue Four Seasons Hotel Madrid ist ein Prestigeprojekt für die Marke, die mit der Eröffnung am 15. Mai 2020 ihr Debüt auf dem spanischen Markt feiert. „Madrid boomt und das neue Four Seasons Hotel befindet sich mitten in Zentrum des Geschehens“, so Simon Casson, Four Seasons President, Hotel Operations – Europe, Middle East and Africa. „Unsere Partner auf Eigentümerseite, OHL Desarrollos und Mohari Hospitality, teilen unseren Ansatz genauso wie unser Staraufgebot an Kunsthandwerkern, Kulinarik-Experten und Hoteliers: Die Vision, ein maßgeschneidertes Four-Seasons-Erlebnis in einem wahrhaft einzigartigen Ambiente in diese aufregende Stadt zu bringen.“ 

Insgesamt verfügt das Four Seasons Hotel Madrid über 200 Zimmer und Suiten, darunter die Royal Suite mit doppelter Deckenhöhe und historischen Details. Zudem erwartet Hotelgäste und Locals ein vierstöckiger Spa-Bereich mit beleuchtetem Hallenbad und Sonnenterrasse über den Dächern Madrids. Mit acht Behandlungsräumen inklusive eigenem Salon und separatem Fitness-Center ist er der größte Spa der Stadt. Hinzu kommt ein flexibel nutzbarer Event-Bereich mit mehr als 1.400 Quadratmetern und Platz für bis 500 Personen.

Four Seasons Madrid Royal Suite

Zentraler geht es dabei kaum: Mit seiner Lage am bekannten Centro Canalejas liegt das Hotel fußläufig zu zahlreichen Attraktionen der Stadt. So ist etwa der 125 Hektar große Retiro-Park mit seinem beeindruckenden Glaspalast gleich ums Eck, ebenso wie der Kilómetro Cero, von dem aus alle Entfernungen im Land gemessen werden. Und mit dem Prado, dem Thyssen-Bornemisza und dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía befinden sich drei der berühmtesten Museen der Welt in direkter Nachbarschaft zum Hotel.

Das noble Hotel-Ensemble selbst ist auch sehenswert, es beherbergt neben den Gästezimmern noch 22 Four Seasons Private Residences und die luxuriöse Shopping-Mall Galería Canalejas.  „In die Restaurierungsarbeiten wurde viel Leidenschaft gesteckt, um für diese einzigartigen historischen Gebäude einen neuen Rahmen zu schaffen“, so General Manager Christoph Schmidinger. „Ob zum Afterwork mit den Kollegen, zur Pause nach einer ausgiebigen Shopping- oder Museums-Tour oder auf ein Glas Wein unter Freunden: Mit unseren Bars und Restaurants haben wir Orte geschaffen, an denen sich unsere Gäste unter die Madrileños mischen können.“ Das Hotel nimmt bereits Reservierungen entgegen, mit 20% Rabatt auf den regulären Zimmerpreis. 

 




Was macht eigentlich Bordeaux?

Die berühmte Weinbauregion

hat ihr Problem noch immer

nicht richtig erkannt

 

Einige wenige Weine von Weltformat bestimmen weitgehend das Image von Bordeaux. Um Mouton Rothschild & Co braucht man sich auch kaum Sorgen zu machen, die Elite führt ein unbekümmertes Dasein und wird nahezu unkritisch begleitet. Die Basis, die gehobene Mittelklasse, ist in Deutschland weitgehend unbekannt und spielt auch auf den Weinkarten der meisten Restaurants keine große Rolle. Die Märkte in China, England oder den USA sind schon lange nicht mehr stabil und auch in Frankreich selbst gibt es genügend gute Alternativen zum Bordeaux.

 

Warum ändert sich nichts?

 

Als hilflos anmutende Gegenmaßnahmen werden folkloristische Feste veranstaltet, die eher Ballermanncharakter haben und keineswegs dazu taugen, das Niveau und den Absatz zu heben. Auf der anderen Seite gibt es Verkostungen, die sich an den Handel, die Gastronomie und die Fachpresse richten. So jetzt auch wie bei der Präsentation der Grands Crus Classés von Saint-Emilion, die vom Tre Torri Verlag und seinem Fine Weinmagazin im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens aufgezogen wurde. Es ging ruhig und gesittet zu, alle hatten ausreichend Zeit ohne Gedränge mit den 33 ausstellenden Betrieben ins Gespräch zu kommen. Zur Probe standen vor allem die Jahrgänge 2016 und 2017, einige Weingüter hatten dankenswerter Weise auch ein paar ältere Flaschen dabei.

 

Zu teuer, zu wenig sexy

 

Auch die Eloquenz und der Charme der oft weiblichen Vertreterinnen konnte über die Grundproblematik der Bordeaux-Weingüter nicht hinwegtäuschen. Bordeaux, inklusive Saint-Emilion, hat zu lange mit einer persönlichen und preislichen Überheblichkeit abgeschreckt. Die Preise, die gerade im Vergleich mit anderen guten Weingütern in der Welt noch höher erscheinen, sind aber nicht die einzige Bremse. So gut wie alle der zur Verkostung stehenden Weine der Jahrgänge 2016 und 2017 waren noch viel zu jung für ein genussvolles Trinken. Nahezu alle Weingüter meinten, dass dieser Level frühestens in fünf, wenn nicht zehn Jahren erreicht sein würde. Welcher Gastronom will sich eine solche Kapitalbindung noch antun und tote Ware lange im Keller lagern? Welcher Händler kann seinen Privatkunden klar machen, dass diese noch viele Jahre zu warten hätten, gerade bei einer großteiligen Klientel von deutlich über 60 Jahren? Die jungen Weintrinker sind ohnehin längst woanders fündig geworden und warten nicht darauf, bis ein Bordeaux-Wein so weit ist, dass man ihn mögen kann. Die schnelle Verfügbarkeit ist in unserer schnelllebeigen Zeit nun einmal die Realität. Da macht Wein keine Ausnahme. Die alten Weintrinker sind schon lange bei den großen Bordeaux angekommen und verharren wie auf Krückstöcken auf ihnen, den jungen Weinfreunden sind Bordeauxweine einfach nicht zugänglich und sexy genug.

Ludwig Fienhold

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Cuisine Creole: Mauritius-Küche bringt Sonne nach Frankfurt

Adrien Hurnungee würzt das Weinbistro gang & gäbe

mit spannenden und modernen Gerichten

seiner Heimat

 

Es wird bunt, lebendig und amüsant, wenn Adrien Hurnungee seine Küche ins graue Frankfurt bringt und am 21. Februar im Weinbistro gang & gäbe ein Vier-Gang-Menü präsentiert. Mit dabei hat er Mangobutter, Zuckerrohrstaub, Sanddorn, Zimtblüten, schwarze Papayakerne, salziges Nougat, gelierte Jackfruit und viele Exotika mehr. Asiatische, indische und afrikanische Einflüsse lassen auf Mauritius die unterschiedlichsten Aromen überraschend harmonisch zusammenkommen. Einige Insel-Klassiker werden modern interpretiert, andere nur dezent modifiziert. Bei Adrien Hurnungee wirken die Gerichte nie überspannt, sondern sehr natürlich. Anders, aber nicht artig.

Adrien Hurnungee

Gastkoch Adrien und gang & gäbe Chef Juan-Enrique Weinhold werden an diesem Abend an einer Front Cooking Station mitten im Lokal arbeiten und die Gäste live mit Leckerbissen und kulinarischen Gesprächen unterhalten. Learning by eating. Bereits der Starterlöffel stimmt gut ein und macht Lust auf mehr: Konfierte Garnele auf Rote-Bete-Creme mit Kaffee. Begleitend werden einige Dips serviert, mit dabei pikante Mangobutter und eine wunderbare weiße Bohnensalsa, die mit Kardamom, Königskümmel, Kreuzkümmel und Sternanis gewürzt wird. Der Schellfisch badet in einem köstlichen Sanndorn-Marsala-Sud, eine rote Linsencreme wird durch Zimtblüten beseelt. Feinfühlige Kombinationen und dezente Prononcierungen, nie laut und doch ausdrucksvoll. Meist spicy, aber ohne plumpe Schärfe. Auch ein Kalbsrücken kann entzücken, wenn er so zart wie bei Adrien Hurnungee gerät und in einer famosen Kalbs/Quittenjus serviert wird.

Zum Menü kann man aus der sehr guten Weinkarten bestellen oder sich mühelos begleiten lassen. Das gang & gäbe hat eine ausgezeichnete Auswahl von fünf Weinen und Schaumweinen getroffen, darunter der erstklassige Crémant von Clement Klur und der fabelhafte kräuterwürzige Carignan von Pierre Cros aus Südfrankreich. Die Weinbegleitung wird an diesem Abend zum Freundschaftspreis von 34 € angeboten.

Adrien Hurnungee lernte gang & gäbe Betreiber Juan-Enrique Weinhold während deren Zeit bei Kofler & Kompanie kennen, seitdem verbindet die beiden eine kreative Freundschaft. Adrien war lange Zeit Partner vom innovativen Koch Coach Heiko Antoniewicz. Er wurde auf Mauritius geboren, wo bereits sein Vater einer der Topköche war. Seit 1998 lebt der ausgebildete Koch Adrien Hurnungee in Deutschland und ist mit seiner naturbeseelten Küche der Gewürze und Aromen gerne auf Tournee.

Ludwig Fienhold

 

gang & gäbe Weinbistro, Frankfurt, Walther-von-Cronberg-Platz 1,

Tel. 069 5800 505 17.

Cuisine Creole, Freitag 21. Februar, 18.30-23 Uhr.

Menü 59 € inkl. Wasser und Espresso, Weinbegleitung 34 € (optional).

Reservierung zwingend erforderlich, die Teilnehmerzahl ist limitiert.   

 

 

Das Menü
Starterlöffel: Konfierte Garnele // Rote-Bete-Creme mit Kaffee

Begleitend zum Menü: Brot Konfusion // Bohnensalsa à la mauricien // Pikante Mangobutter

Verführerisches von der Insel: Vielfalt vom Gemüse Achar // Linsencreme // Gelierte Jackfruit // Bananenchip gewürzt mit Meersalz

Ein Hauch von Meer: Pochierter Schellfisch // Cassava-Sellerie-Creme // Sanddorn-Marsala-Sud // Korianderöl // Wildkräuter

Kulinarischer Blick nach Mauritius: Bol renversé neu interpretiert: Kalbsrücken // Purple Curry // Geröstete Vadouvan-Graupen // Pochiertes Bio-Ei // Gundermann-Minzen-Jus // Schwarze Papayakerne

Süße Kindheitserinnerungen: Ananas creóle // Vanille Polenta // Süße Avocado // Verbrannter Zuckerrohrstaub // Salziges Nougat aus den Wolken

 

 

 




3-Sterne-Restaurant in der Traube Tonbach durch Brand zerstört

Die legendäre Schwarzwaldstube in Baiersbronn

versinkt in Schutt und Asche

 

Schwarze Wolken über Baiersbronn: Die Flammen im 230 Jahre historischen Herzstück des Hotels Traube Tonbach zerstörten das weltbekannte 3-Sterne-Restaurant Schwarzwaldstube sowie die ebenfalls ambitionierten Lokale Köhlerstube und Bauernstube. Der Brand, der in der Nacht zum 5. Januar ausbrach, verursachte einen Millionenschaden, dessen genaues Ausmaß zur Zeit niemand beziffern kann und dessen Ursache noch geklärt werden muss. Menschen wurden nicht verletzt, es mussten lediglich 63 Hausgäste des benachbarten Hoteltrakts evakuiert werden. Der Brandherd wird in der Küche der Schwarzwaldstube vermutet, das Feuer konnte schnell um sich greifen, weil das viele Holz, das im ganzen Haus verbaut wurde, eine leichte Angriffsfläche bot.

Schwarzwaldstube

Schaden genommen haben dürfte außerdem der stattliche wertvolle Weinvorrat der Schwarzwaldstube, wobei sich ein weiteres Lager in der Vinothek auf der anderen Seite befindet, wo alles unbehelligt vom Feuer blieb. Immerhin hat die Traube Tonbach über 750 Positionen auf der Weinkarte und beherbergt rund 40.000 Flaschen, darunter fragile alte Jahrgänge und Kostbarkeiten. Nach einer Meldung der „Badische neueste Nachrichten“ sollen die Weine bereits gerettet und umgelagert worden sein. Dies wirkt merkwürdig, denn bisher durfte wegen Einsturzgefahr ja niemand das Haus betreten.

Das dramatische Geschehen trifft das Hotel und seine 150 Zimmer in der eher ruhigen Nebensaison, wobei sich die Schwarzwaldstube vom 6. Bis 30. Januar ohnehin in die Betriebsferien verabschiedet. In einer ersten Stellungnahme sprach Hotelier Heiner Finkbeiner von einem emotionalen Unglück, zumal hier seine Wiege und die des Hotels Traube Tonbach stand. Dennoch zeigte er sich erleichtert, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.  „Das Haus und die Schwarzwaldstube werden wieder aufgebaut“, meint Finkbeiner nach vorne schauend. Doch die alte Seele, die dort bis gestern hauste, lässt sich nicht wieder so einfach beleben.

Harald Wohlfahrt (l.), Nachfolger Torsten Michel

Kochlegende Harald Wohlfahrt, der in Baiersbronn lebt und nach einem Rechtsstreit mit der Inhaberfamilie Finkbeiner nach mehr als 40 Jahren gehen und den Herd seinem Nachfolger Torsten Michel überlassen musste, machte sich vom Brand vor Ort persönlich ein Bild (siehe auch BISS-Artikel „Harald Wohlfahrt – kein Nachruf sowie „Traube Tonbach – Streit mit Wohlfahrt beendet“.

 

Photocredit: Barbara Fienhold




Schuh-Kollektion zum Trinken

Winzerin Bettina Schumann

zu Gast im Frankfurter

gang & gäbe

 

Ob Bettina Schumann auch im Weinberg rote Schuhe trägt, wird man sie heute am 31. Januar im Frankfurter gang & gäbe gleich selbst fragen können. Die Winzerin mit dem ausgeprägten Schuhtick reist aus Baden an, um ihre Weine persönlich vorzustellen. Gerade wurde ihr Weingut in Bahlingen am Kaiserstuhl vom Gault & Millau Weinguide als „Aufsteiger“ gefeiert, deshalb ist die Gelegenheit günstig, sich diesem Schluck für Schluck zu nähern. Alle Etiketten ziert ein roter Schuh, „er ist mein Familienwappen“, meint die Winzerin. Die Flaschen tragen Namen wie „Famose Schose“, „Mittenmang“ oder „Achtkantig“. Im Weinbistro gang & gäbe werden fünf verschiedene Qualitäten präsentiert. Der Graue Burgunder namens „Dit is der Clou vont Janze“ zeugt nicht nur von Bettina Schumanns Berliner Herkunft, sondern auch von der eigenen Handschrift: „Der Wein chillt im Rebberg und im Keller. Der Graue Burgunder ist feierfestes Schuhwerk für den Tanz auf dem Vulkan. Dieser Wein ist alles andere als eine graue Maus, sondern eine farbenfrohe Dragqueen. Einschenken – put your shoes on and let them dance“, beschreibt Bettina Schumann ihren Tropfen.

Ort: Weinbistro gang & gäbe

Datum: Frankfurt, Walter-von-Cronberg-Platz 1, 19 – 21 Uhr

Preis: 35 €

Leistung: 5 verschiedene Weine, Käse, Bio-Brötchen, Dips, Wasser

Anmeldung: Tel. 069 58 00 50 517  

oder service@dasgangundgaebe.de

www.dasgangundgaebe.de

 

 

 




Die Champagner-Entdeckung des Jahres: Veuve Fourny

Weihnachten und Silvester können kommen

 

Fabelhaftes Preis-Genussverhältnis

 

Von Ludwig Fienhold

 

Wer heute bei Champagner noch immer im Mainstream schwimmt, soll weiter baden gehen. Es gibt herausragende Champagner-Winzer, die mit Individualität und handwerklicher Präzision einen Ozean des guten Geschmacks ausbreiten. Veuve Fourny, Geheimtipp, Newcomer und einer unserer Favoriten, verbindet auf sehr elegante Weise die Tradition eines kleinen Betriebs mit der mondänen Art großer Weltklassekellereien. Pure Sinnlichkeit, drahtige Spannung, Erfrischung auf höchstem Niveau.

Es perlt so fein im Glas, das man erst einmal etwas länger zuschauen möchte, wäre da nicht die Lust auf den ersten Schluck. Der Champagner Grande Reserve Brut 1er Cru von Veuve Fourny packt genau mit jener Finesse und Frische zu, die man von einem sehr guten Champagner erwartet. Durch seine geschmeidigen Cremigkeit döst er nicht in der Mundhöhle, sondern bewegt sich elastisch beschwingt wie eine Cancan-Tänzerin und belebt die Sinne. Dabei wirkt die elegant kalibrierte Cuvée aus Chardonnay und Pinot Noir von Premier Cru und Grand Cru Lagen rund um Vertus, in Nachbarschaft zum berühmten Le Mesnil-sur-Oger, sehr entspannt und ausgeglichen. So viel Finesse und Charakter muss den Preis von 35 € als sensationell empfinden lassen.

Charles Fourny

Die Brüder Emmanuel und Charles-Henry Fourny führen das Familienunternehmen in der fünften Generation und besitzen 8,5 Hektar eigene Weinberge. Die Moste werden spontan vergoren und zum Teil im Edelstahl, vor allem aber im Holz ausgebaut. Die Dosage wird größtenteils auf unter fünf Gramm reduziert, mithin extra brut. Allen Champagner des Hauses ist eine brillante Frische zu eigen, wie sie typisch für das Terroir von Vertus ist. Doch die Grande Reserve ist etwas runder und geschmacklich komfortabler, ohne gleich allzu gemütlich zu werden.

Der Rosé ist von geschliffener und verlockender Apartheit und strahlt geradezu eine um sich greifende Heiterkeit aus. Beim Blanc de Blancs Brut Nature macht man Bekanntschaft mit einem knochentrocknen Dosage Zero Typ, dessen ungekünstelte Art aber nicht rustikal, sondern eher kultiviert wirkt. Durch ein längeres Hefelager von mindestens 60 Monaten gewinnt der Jahrgangschampagner Monts de Vertus noch mehr Geschmacksfülle und die bei vielen so begehrte Buttrigkeit.

Eine höchst rare Edelperle entstammt der Monopollage Clos Faubourg Notre Dame, von der es lediglich wenige hundert Flaschen gibt, und selbst die nur in besonders guten Ausnahmejahren. Der kreidehaltige Boden dieses exklusiven Weinbergs ist ideal für Chardonnay. Der Wein wird in Eichenholz vergoren, nach der zweiten Gärung in der Flasche reift der Champagner bis zu neun Jahren auf der Hefe, bevor er degorgiert und verkauft wird. Der goldgelb glänzende Champagner zeigt sich komplex und konzentriert, mit einem Höchstmaß an Noblesse, Tiefenschärfe sowie kühler Bergluftfrische.

Veuve Fourny steht für aufregend authentische Champagner, bei denen man spürt, dass sie letztlich seriöse Weine sind und nicht aufgeblasene Wichtigtuer.

 

Bezugsquelle: K & U – Die Weinhalle, Nürnberg, Tel. 0911 52 51 53.

info@weinhalle.de

www.weinhalle.de

Im neuen Frankfurter Restaurant L´Ecume gibt es den Veuve Fourny seit der Eröffnung, als Begleitung zum Essen oder solo an der Weintheke. Betreiber Alexandre Sadowczyk kommt aus Reims und ist mit Champagner groß geworden. 

Photocredit: Barbara Fienhold (Bild o.r.), Veuve Fourny

 




Gourmet Guide Gault & Millau in der Krise

Der ZS Verlag trennt sich vom Restaurantführer und

macht mit dem Konkurrenten Gusto weiter

 

Der ZS Verlag in München hat die Zusammenarbeit mit dem Gault & Millau Deutschland beendet und will jetzt mit dem Restaurantführer Gusto gemeinsame Sache machen. Nach nur drei Ausgaben ist der ZS Verlag zu der Erkenntnis gekommen, dass die „erwartete Unterstützung von internationaler Seite fehlte“, um auch den digitalen Ausbau der Marke voranzubringen. Im Klartext heißt das, es wurde nicht genug Geld mit dem Gault & Millau verdient. Seit 2017 hat sich ganz im Gegenteil der Auftritt im Netz keinen Zentimeter nach vorwärts bewegt, aber auch der Gault & Millau selbst hat spürbar an Qualität verloren. Betroffen vom Ende der Herausgeberschaft sind der Restaurantführer und der Wein Guide, die beide erst vor wenigen Wochen erschienen sind. Im Grunde ist nur das übergekocht, was von der ersten Minute an brodelte. Der ZS Verlag sorgte von Anfang an für Ungereimtheiten und einen unprofessionelles Auftritt.

 

Pleiten, Pech & Pannen

 

Gleich im Herbst 2018 kam es bei der Veröffentlichung des Gault & Millau 2019 zu einer Panne: Das im Handel noch nicht erhältliche Buch wurde vorab nicht nur den Medien zugeschickt, sondern versehentlich einigen Gastronomen. Während die Journalisten einer Sperrfrist für ihre Veröffentlichungen unterliegen, hielten sich die Gastronomen natürlich nicht daran und verbreiteten die Bewertungen in den sozialen Medien.

Der Herausgeber des Gault & Millau, der Münchner ZS Verlag, trennt sich nicht nur von den beiden Guides, sondern wendet sich gleichzeitig dem Restaurantführer Gusto zu, „um den größten deutschen Restaurantführer“ zu etablieren, was angesichts der bisherigen Leistungen des Verlags ziemlich großspurig klingt. Die Zusammenarbeit mit Gusto ist allerdings überschaubarer, als die Konstellation des Gault & Millau. Die Lizenzen werden vom Haupteigentümer des Gault & Millau in Frankreich an mehr als 20 Länder vergeben, darunter eben auch an Deutschland. Nach unseren Informationen kostet eine Lizenz zwischen 50.000 und 100.000 € pro Jahr, plus 3 – 8% vom Umsatz. Diese Konditionen sollen entsprechend unserer Quellen in Frankreich sogar noch erhöht werden. Bevor man also hier auf dem Markt aktiv werden kann, hat man als Verlag erst einmal eine gewaltige Summe investiert. Der Lizenzerwerb plus Redaktion, Testessen, Druckkosten und anderem mehr will erwirtschaftet sein. Der Gault & Millau Frankreich verdient mit seinem Restaurantführer allein kein Geld und veröffentlicht deshalb seit 2017 auch keine Bilanzen mehr. Der Gault & Millau Deutschland kann auch nicht nur vom Bücherverkauf existieren, was dem ZS Verlag durchaus klar war.

 

Kernkompetenz Glaubwürdigkeit

 

Der Geschäftsführer und andere Vertreter des Verlags tingelten durch die Republik, um bei Hoteliers, Gastronomen, Lieferanten und anderen mehr „neue Geschäftsmodelle“ auszuloten (siehe dazu auch unseren Artikel „Russischer Investor kauft Gourmet Guide Gault & Millau“). Ob solche „Geschäftsmodelle“ Einfluss auf die Redaktion und Bewertungen haben? Die Vorgänge regen zumindest zum Nachdenken an. Der Gault & Millau Deutschland offenbart einige Merkwürdigkeiten, die es zuvor jedenfalls nicht gegeben hat. Beispielsweise extrem starke Auf- und Abwertungen. Wenn ein Restaurant wie der Frankfurter Tigerpalast von 17 auf 14 Punkte gut begründet abgewertet wird und im nächsten Jahr gleich wieder unbegründet von 14 auf 17 Punkte aufsteigt, so ist dies mehr als befremdlich. Wenn sehr gute Restaurants, wie etwa Goldmund oder Biancalani, nicht in den Guide einziehen und nicht getestet werden, obwohl ausreichend Zeit gewesen wäre, so könnte man Sparmaßnahmen vermuten. Die Liste der Ungereimtheiten ließe sich verlängern. Für den Gault & Millau Deutschland muss nun erst einmal ein neuer Verlag gesucht werden. Ein Verlag, der seriös ist und nicht nervös nach Geschäftsmodellen Ausschau hält – und darüber die Kernkompetenz und Existenzgrundlage des Restaurantführers aufs Spiel setzt: seine Glaubwürdigkeit.

Ludwig Fienhold

 

 

 




My Frankfurt: Neues Lokal an der Frankfurter Kleinmarkthalle

Das Trinkzentrum der Stadt

bekommt Verstärkung

 

Nirgendwo in Frankfurt wird mehr getrunken als vor der Kleinmarkthalle. Dabei geht es weniger um Qualität als um die Atmosphäre, denn bei vielen gilt es als cool, sich in drangvoller Enge mit mäßigen Weinen und Sekten zu belustigen. Diese werden recht preiswert vom rheinhessischen Weingut Rolanderhof ausgeschenkt, dem es um Masse geht. Ein wenig mehr Klasse will nach eigenem Bekunden seit heute nun ein neues Lokal namens My Frankfurt einbringen, das sich unmittelbar gegenüber der Kleinmarkthalle platziert hat, wo einst wechselnde und konzeptlose Boutiquen ihr kurzfristiges Dasein hatten.

Veronique Donadel & Manuel Pereica

Die Frankfurter Kleinmarkthalle ist mehr denn je ein Publikumsmagnet, inzwischen aber eher bei Weintrinkern als bei Marktbesuchern. Dies wird von den Marktbetreibern mürrisch registriert, denn vor allem freitags und samstags herrscht vor der Kleinmarkthalle ein engmaschiges Treiben, das es den Einkäufern schwer macht, den Weg zu bahnen. Obwohl die Location sehr begehrt ist und lukrativ genutzt werden könnte, sind an dieser Stelle schon einige Lokale gescheitert. Auch das italienische  „Gusto“ findet nicht den nötigen Zuspruch und wirkt selbst am Wochenende ziemlich müde. Gleich nebenan hat nun mit dem Lokal „My Frankfurter“ ein neuer gastronomischer Betrieb eröffnet, der beim Wein punkten möchte.

Manuel Pereica und seine Partnerin Gabriela, die in der Kaiserstraße im Bahnhofsviertel noch ein Steakhaus mit dem Namen Bonamente führen, wollen die im Grunde sehr gute Lage besser als andere nutzen. Das Lokal breitet sich auf zwei Etagen aus, die Plätze mit Blick zur Kleinmarkthalle haben einen gewissen Charme. Die Speisekarte scheint alles bereithalten zu wollen, was Gäste so konsumieren können – Steaks, Hamburger, Pasta, Salate, Tapas und und und. Auch die Weinkarte bietet allerlei querweltein, vom allgegenwärtigen italienischen Primitivo bis zum sonst kaum in der Stadt zu findenden Riesling Alte Reben vom Rheingauer Weingut Von Oettinger. Als Lieferantin mit von der Partie bei dem neuen gastronomischen Unternehmen My Frankfurter ist die Weinhändlerin Véronique Donadel von „Dealer de Vin“. Den Kaffee liefert Peter Gerigk von der Frankfurter Kaffeerösterei. Das Lokal an der Frankfurter Kleinmarkthalle hat täglich durchgehend von 8 bis 24 Uhr geöffnet und serviert auch Frühstück.

 




Utopia: Neues Lokal am Frankfurter Goethehaus

Café, Bar & Treffpunkt

im Zentrum der Stadt

 

Das Goethehaus steht bei den meisten Frankfurt-Besuchern auf dem Programm. Wer gleich nebenan ein Lokal aufmacht, kann sich allein der Touristen sicher sein. Gastronom Thomas Klüber, der auch das Oosten und das nahe Walden sehr erfolgreich betreibt, hat mit dieser Location einen guten Griff gemacht. Das samtig-rote Ambiente bietet den richtigen Background für ein Café und eine Bar. Alles gelungen? Kulinarisch darf man sich noch entwickeln.

Rot ist nicht die Farbe der Liebe, sondern die Farbe der Bordelle. Das Café Utopia erinnert etwas an das ehemalige Restaurant Zarges auf der Freßgass. Und das wiederum wurde durch den Interieur Designer Jacques Garcia stark inspiriert, der im Hotel Côstes in Paris eine extravagante Atmosphäre in sinnlichem Rot geschaffen hat. Strategisch und optisch darf sich das neue Café Utopia zufrieden geben, mit fast 100 Sitzplätzen und einer Terrasse für 90 Gäste sollte es auch wirtschaftlich gut aufgestellt sein. Die Weine sind unter dem Label Skyline Wines für jene Gastronomie entworfen, die bedenkenlos dem Mainstream folgt. Sie wurden von der attraktiven Julie Götze aus Rheinhessen geschmacklich so getrimmt, dass sie das Budget von Gastronomen und Gästen nicht überfordern. Geschmacklich genügen sie indes nur einfachen Ansprüchen.

Zum Weintrinken muss man also nicht unbedingt ins Utopia. Beim Essen darf man ebenfalls nicht zu viel erwarten. Die Teller werden zwar ansehnlich angerichtet und von einem netten Service an den Tisch gebracht, sollten aber noch einmal im Detail überdacht werden. Das Handkäsbrot mit Apfel-Meerrettichschmand (7,50 €) ist offenbar für solche Gäste gedacht, die nicht das Original suchen, sondern von einer milden Version freundlich eingestimmt werden sollen. Diese Idee mag nett sein, ist aber falsch. Das hier verwendete Brot taugt nichts, der dünn geschnittene Handkäs ist zu wenig wahrnehmbar, beim Schmand ist der Meerrettich nur zu erahnen. Keineswegs schlecht, aber auch nichts, was einen Besuch bereichert. Die Eggs Benedict (10 €)) werden als „klassisch“ angepriesen, was irreführend ist. Klassisch werden sie mit einer einwandfreien und bestenfalls frischen Sauce Hollandaise, gekochtem Schinken und Muffins serviert. Und nicht wie im Lokal Utopia mit einer flauen Sauce aus der Packung, Speck, überflüssigem Flüssigkäse und Toast.

Düster: Die Toiletten wurden mit Bewegungsmeldern fürs Licht ausgestattet, die zu kurz eingestellt sind. Wer nicht herumzappelt wie ein hyperaktives Kid, wird blitzschnell im Dunkeln sitzen. Sehr positiv: Im Café gibt es viele Zeitungen und Zeitschriften.

Ludwig Fienhold

 

Café Utopia, Frankfurt, Großer Hirschgraben. Geöffnet: Montag – Samstag 10 – 20 Uhr

 

 

 

 




Neue Direktoren für die Villa Kennedy und den Hessischen Hof

Grandhotel Hessischer Hof:

Dominik Ritz wird

General Manager

 

Mit dem Namen Ritz musste man ja in der Hotellerie landen. Und tatsächlich arbeitete der 36 Jahre alte Hotelmanager auch im Ritz London. Zuletzt war Dominik Ritz jedoch General Manager im weniger klangvollen Delta Hotel by Marriott Frankfurt Offenbach.Als Hotel Manager im The Westin Hamburg Elbphilharmonie begleitete Ritz zuvor eine der am meisten beachteten Eröffnungen der vergangenen Jahre. Weitere Karrierestationen des Hotelbetriebswirts waren Le Méridien Hotels in Frankfurt und Nürnberg, der Frankfurter Hof, The Ritz London und das Schloss Reinhartshausen Kempinski Eltville.

 

Florian Steinmaier: Der neue General Manager

der Villa Kennedy in Frankfurt

 

Florian Steinmaier wird ab. 1. Januar 2020 Hoteldirektor des Hotels Villa Kennedy in Frankfurt. Er folgt dem langjährigen General Manager Georg Plesser, der das Haus zum Jahresende verlässt und als geschäftsführender Direktor und Vorstand im Grandhotel Excelsior Hotel Ernst in Köln weitermacht. Vor seinem Wechsel arbeitete der 39 Jahre alte Florian Steinmaier in operativen Führungspositionen bei Luxus- und Designhotels, zuletzt als Hotelmanager des 2016 eröffneten Roomers in München. Vorab war er viele Jahre als Food & Beverage Manager im Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München aktiv. In der Villa Kennedy tritt Florian Steinmaier seine erste Direktionsstelle an. Hoffentlich wird er seinen Background als Food & Beverage Manager nutzen können, um die Gastronomie der Villa Kennedy voranzubringen, die leider kaum zu glänzen wusste.