Neue Streusel-Bar auf der Freßgass: Die besten Krümel der Welt

Ungewöhnliche Neueröffnung

mit einem etwas anderen Konzept

 

Was ist das Beste am Streuselkuchen? Klar, die Streusel. Als Kinder haben wir sie immer vom Kuchen geklaubt und den Kuchen selbst meist stehen lassen. Voll Crunch in die Kindheit soll das neue Konzept-Lokal „Streusel-Bar“ auf der Frankfurter Freßgass führen. Es wurde jetzt an jener Stelle eröffnet, wo noch vor wenigen Monaten der Käseladen von Schlemmermeyer zu Hause war.

So einfach, so genial: Die Streusel-Bar holt die nette Oma aus der Zauberkiste, die noch das alte gute Rezept kennt. Nehmen wir es vorweg: Die Streusel , die aus nicht mehr als Butter, Zucker und Mehl bestehen, schmecken ganz wunderbar. Frisch zubereitet, duftend und warm. Die „Naschtüte Klassik“ (2,80 €) mit nichts als Butterstreusel ist genau unser Fall. Die Streusel werden in einer Papiertüte mit auf den Weg gegeben, aus der man sogleich zu naschen beginnt. Es gibt einige Varianten und Toppings, mal sind es Karamellstückchen, mal Limetten, die aufpeppen sollen. Joghurt, Himbeeren und anderes mehr ergänzen das Sortiment. „Omas Lieblings“ ist ein Mini-Streuselkuchen mit Apfel. Außerdem steht mit Dona Victoria der hauseigenen „Wisag“-Kaffee im Angebot.

Toll, was man aus Mehl, Butter und Zucker machen kann. Dass daraus aber ein Lokal und sogar eine ganze Gruppe von Lokalen entstehen kann, ist noch ungewöhnlicher. Die kleine Frankfurter Streusel-Bar ist erst der Anfang. Die Idee ist überzeugend, der Plan dennoch mutig.

Das Besondere am Streusel ist der Kuchen, der dahintersteckt: Geschäftsführer des Unternehmens ist der Frankfurter Umsatz-Milliardär Michael Wisser, der mit der Wisag einen der führenden deutschen Dienstleistungskonzerne (Gebäudereinigung, Sicherheit, Catering u.v.m.) mit fast 50.000 Mitarbeitern führt. Streusel-Bars soll es bald in verschiedenen Städten in Deutschland geben, Frankfurt ist Vorreiter, Berlin folgt in Kürze. Der Spruch: Wenn der Kuchen spricht, schweigen die Krümel, gilt nicht mehr. Ab jetzt heißt es: Wenn die Krümel sprechen, schweigt der Kuchen.

Barbara Fienhold

 

Streusel-Bar, Frankfurt, Freßgass, Große Bockenheimer Str. 23.




Das Ende von Seven Swans: Vegetarisches Sterne-Restaurant will ins Gras beißen

Beerdigung eines Lokals, damit die Idee weiter leben kann. Oder so.

 

Der sterbende Schwan: Eines der schönsten Lokale Frankfurts will nicht mehr und läutet einen langen Abschied ein, der sich bis zum endgültigen Schluss am 31. Dezember 2020 hinziehen soll. „Seven Swans Must Die“, nennt sich die schwarze Mission. Offiziell wird sie recht kryptisch begründet, auch mit dem Burnout von Köchen sowie bösen Kritikern und Bewertungsplattformen. Man wolle dem Fine Dining entkommen und sich von der Schickeriaküche befreien, heißt es in einem Statement zum Aus. Das erscheint nicht logisch, denn das Seven Swans war nie ein Schickerialokal und hätte sich durch seinen stets lockeren Auftritt auch nicht vom „Korsett des Fine Dining befreien“ müssen. Ist das vielleicht alles auch nur ein Schachzug, um noch einmal auf sich aufmerksam zu machen und ein letztes großes Aufgebot an vegetarischen Gästen zusammenzubekommen? Wie es nach dem Abschied des Seven Swans mit dem Haus selbst weitergehen soll, wird offen gelassen. Bislang wurde es auch als Herberge und Büro genutzt. Das schmalste Haus der Stadt ist so oder so eines der bemerkenswertesten Gebäude und gehört dem Unternehmer, Lindenberg-Hotelier und Restaurant-Betreiber Steen Rothenberger.

Zu Tode betrübt, das Seven Swans Team

Sicher ist: Auch 2020 wird nicht einfach für das Seven Swans. In Frankfurt mag es zwar nicht wenige Vegetarier geben, doch die begnügen sich wohl oft mit einem Salat und haben nur begrenzt Lust auf ein kreatives Menü für 89 €, wie es ausschließlich im Seven Swans angeboten wird.

Als 2011 das experimentierfreudige Seven Swans am Frankfurter Mainufer eröffnete, schien die Welt noch in Ordnung. Ein junges Team ging mit frischen Ideen engagiert an den Start. Es fing alles ganz wunderbar an, als die feenhafte Kimberley Unser mit ihrer unbekümmerter Wald- und Wiesenküche das Seven Swans beseelte. Kimberley wurde Mutter, Jan Hoffmann rückte an den Herd als Chef nach.

Anfangs kochte er mit Fleisch, Fisch und viel Gemüse und Kräutern. Das brachte ihm durchweg gute Kritiken und einen Michelin-Stern ein. Doch dann entschloss sich der Restaurantbetreiber Steen Rothenberger das Lokal gemäß seiner eigenen Lebensphilosophie als rein vegetarisches Restaurant fortzuführen. Jan Hoffmann war zwar ein sehr guter Koch, als reiner Veggie-Speisemacher jedoch schlichtweg eine Fehlbesetzung. Jedenfalls ging es nicht gut aus, stand schon bald Ricky Saward am schönen Molteni-Herd im Seven Swans, das bis heute seinen Stern behalten konnte. Aber auch solche Auszeichnungen sind natürlich keine Garantie für das Bestehen und Überleben eines Lokals.

Das Sevens Swans tritt nun ohne Konzept an und weiß mit Absicht nicht, was auf den Tisch kommt. Es soll „Unerwartetes“ geben. Ob sich die Gäste gerne überraschen lassen? Sicher ist nur, dass alles weiterhin rein vegetarisch bleibt und vielleicht selbst harmlose Lebensmittel wie Eier nicht eingesetzt werden, weil man am liebsten vollkommen auf tierische Produkte verzichten möchte. Selbst das gilt jedoch nicht als gesetzt, denn dann wäre man ja ein veganes Lokal. Und noch schwieriger am Markt durchzusetzen.

Ludwig Fienhold 

 




Weniger Office, mehr Offensive: Interview mit der neuen Direktorin des Jumeirah

Was kann Daniela Fette-Rakowski besser machen?

 

Während Frauen in Spitzenpositionen in der Tophotellerie immer noch eine Rarität sind, wurde im Jumeirah in Frankfurt nun zum dritten Mal eine Frau zur General Managerin ernannt. Vor Daniela Fette-Rakowski führten auch Dagmar Woodward und Doris Greif das Haus. Das Jumeirah in Frankfurt ist das einzige Hotel der in in Dubai basierten Gruppe auf europäischem Boden. BISS sprach mit der neuen Hoteldirektorin.

Die Lage mitten im Zentrum von Frankfurt ist optimal. Für Hotelgäste, aber auch lokale Besucher. Der Frankfurter tut sich aber schwer mit seinen Hotels und dessen Restaurants und betritt diese nur zögerlich bis gar nicht. Ein Wohnzimmer, wie es beispielsweise das Vier Jahreszeiten für die Hamburger ist, gibt es unter den Frankfurter Hotels nicht. Das Restaurant Max on One liegt zudem auf der ersten Etage, was für lokale Gäste eine zusätzliche Hürde bedeutet. Trotz solider Küchenleistungen hat das Max on One bislang nicht sein Zielpublikum gefunden. Auch die neue General Managerin Daniela Fette-Rakowski möchte das Hotel und sein Restaurant „gerne zum Wohnzimmer der Stadt“ machen, kann dafür aber natürlich noch kein Rezept anbieten. „Das Max on Ohne hat viel Potential, wir müssen weiter am Konzept feilen, meint sie.

Daniela Fette-Rakowski

Der Ex Michelin-Chef Michael Ellis ist seit genau einem Jahr „Chief Culinary Officer“ bei Jumeirah und damit für alle Hotels der Gruppe so etwas wie ein Geschmacksberater. Er und der ebenfalls noch neue CEO der Gruppe José Silva wollen Gastronomie und Kulinarik als Alleinstellungsmerkmal der Hotelgruppe etablieren. Das hört sich gut und hat in dem einen oder anderen Fall auch schon Wirkung gezeigt, in Frankfurt ist das jedoch noch nicht angekommen. Die Food & Beverage Abteilung ist keineswegs schlecht aufgestellt und engagiert sich, was fehlt ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal, dass für Gäste so überzeugend ist, dass sie deshalb auch den Weg in den ersten Stock wagen.

Frankfurt ist schon lange nicht nur eine Business & Banken-Metropole und wird immer mehr als touristische Destination entdeckt. „Wir beherbergen viele Gäste, die aus geschäftlichen Gründen in die Stadt kommen“, meint Daniela Fette-Rakowski. „Die Stadt für Freizeitreisende attraktiv zu vermarkten, ist eine unserer Hauptaufgaben.“ Das Jumeirah, so sagt sie, profitiere von Attraktionen wie der Alten Oper, dem Mainufer und der Neuen Altstadt, die man vom Hotel bequem zu Fuß erreichen könne.

Ein Management, das sich immer mehr um Zahlen und Bürokratie kümmern muss, verliert den Kontakt zum Gast und im schlechtesten Fall auch zu den eigenen Mitarbeitern. Hier hat sich inzwischen in der Branche ein Gegentrend entwickelt, der einer Hotelführung mehr Freiraum zum Repräsentieren erlaubt. Dagmar Woodward, die mit sehr viel Chic ihren Pariser Background zeigen konnte, belebte das Haus auf ihre Weise. Auch Daniela Fette-Rakowski will „besonders stark den Kontakt zum Gast und den Mitarbeitern“ suchen. Wer meist im Büro sitzt, verpasst diese Möglichkeit. „Ich mache immer morgens meine Runde durchs Haus, um im direkten Gespräch zu erfahren, was die Mitarbeiter und die Gäste bewegt“, meint die Jumeirah-Chefin, die in erster Linie als „passionierte Gastgeberin“ gesehen werden möchte. Daniela Fette-Rakowskis offene und gewinnende Art wird ihr dabei helfen.

Ludwig Fienhold

Daniela Fette-Rakowski arbeitet seit mehr als 19 Jahren in der Hotellerie und war zuvor als Hotelmanagerin in der Villa Kennedy in Frankfurt tätig. Weitere Stationen waren unter anderem das Kempinski Gravenbruch als Director of Sales & Marketing sowie die Steigenberger Hotels AG, wo sie als Regional Director of Sales arbeitete.

Photocredit: Jumeirah




Weihnachten: Kalter Glühwein & ein Fischbrötchen-Terminator

Weihnachten ist

ein seltsames Geschäft

 

Champagner-Glühwein – so eine Idee kann auch nur aus München kommen. Dort wird er auf dem Weihnachtsmarkt des Sofitel München Bayerpost im Krug serviert. Einem Perrier-Jouët kann es offenbar nicht schaden, mit Anis, Zimt und anderen Gewürzen aufgefrischt zu werden. Weil die Glühweine auf unseren Weihnachtsmärkten meist nur Plörre sind, wagen sich auch immer mehr Winzer an das Thema. Viele schaffen es allerdings nur, dem ganzen ein neues Etikett, aber keinen besseren Inhalt zu geben. Winzer Jürgen Andres aus der Pfalz hat sich mehr Mühe gegeben und bietet seine Winterpullen benannten Literflaschen in Rot, Rosé und Weiß  sowie als Punsch ohne Alkohol an. Der Glühwein aus Dornfelder bringt alle Gewürze mit, die man von einem Glühwein erwartet, wobei das Ergebnis weit harmonischer ausfällt als man das auf den Weihnachtsmärkten erfährt. Er duftet und schmeckt nach dunklen Beeren, Orangenschalen, Nelken, Sternanis und Zimt. Am besten gefällt uns aber der Rosé, aber nicht warm, sondern kalt. Warm gerät er zu süß, kalt duftet er vollkommen nach Weihnachtsmarkt, wie man es sich wünscht. Wer es dennoch lieber warm mag: Glühwein darf nicht zum Kochen gebracht und auf höchstens 80 Grad erhitzt werden.

Wir werden immer wieder von sehr vielen Lesern darauf angesprochen, dass der Frankfurter Weihnachtsmarkt durch unfreundliches Personal negativ auffalle. Das lässt sich natürlich nicht pauschal sagen, doch viele Mitarbeiter sind tatsächlich schroffer als selbst in den übelsten Sachsenhäuser Sumpflokalen. Erlebt an der Roie-Fischkate auf dem Römerberg: Das letzte armselige matte Ersatzlachsbrötchen will der Kunde nicht und wartet auf die sich anbahnende neue Lieferung. Der klein-bullige Mitarbeiter kann es nicht glauben und wirft das vernachlässigte Brötchen vor den Augen der Gäste wütend und fluchend in die Tonne. Welch ein dummer Mensch, welch ein Lebensmittel-Idiot.

Weihnachten ist ein seltsames Geschäft.

 




Hier schießen Sie den Vogel ab: Die besten Adressen für Gänse & Enten

Höhenflüge

mit Geflügel

in der Rhein-Main-Region

 

Die Favoriten haben sich zum Vorjahr nicht verändert, nur bei den Preisen gewann man leicht an Höhe. Bei diesen Adressen im Rhein-Main-Gebiet vermag man mit Geflügel den Vogel abzuschießen. Dies soll eine kleine und doch prägnante Auswahl sein, wie stets subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist ratsam, Gänse und Enten im Voraus zu reservieren. Oft sind sie auf wenige Portionen limitiert, wie etwa im Frankfurter Stanley Diamond. 

 

Gänse

 

Stanley Diamond in Frankfurt

Mit Prachtexemplaren aus der Rhön schießt das Lokal im Bahnhofsviertel den Vogel ab. Man kann die Gans ganz (für 4 P.) serviert bekommen. Knusprige Haut und saftiges Fleisch sind aber nicht die einzigen Voraussetzungen für ein perfektes Gänse-Essen, Maronen und Rotkraut gehören ebenso dazu, vor allem aber Klöße mit Semmelbrösel und brauner Butter. Die Klöße sind im Stanley Diamond hervorragend und allein schon mit der schönen Sauce ein Gericht für sich. Aber auch die Maronen sind wunderbar saftig und nicht so staubig wie anderswo. Pro Abend werden höchstens 4 Gänse serviert, man sollte mindestens 2 Tage im Voraus reservieren. In dieser Saison einer unserer großen Favoriten, allein schon wegen der kardinalen Klöße.   

Stanley Diamand, Frankfurt, Ottostr. 16-18, Tel. 069 269 428 92.

 

Zur Golden Kron in Frankfurt

Alfred Friedrich mag es klassisch und kreativ. Man kann bei ihm ein Gänsemenü mit sechs Gängen bekommen (89 €), bei dem neben Brust und Keule auch Cannelloni von Gänse-Rillette und Gänse-Bratwurst mit Quittensenf serviert werden. Daneben wird eine ganze Gans in zwei Gängen mit Gänsepunsch angeboten: 265 € für 4 – 5 Personen. Die ganzen Gänse werden nur auf Vorbestellung mit einem Vorlauf von vier Tagen gebraten. Geliefert wird das Federvieh vom allseits bekannten und geschätzten Bauer Mann aus Groß-Zimmern – Freilandgeflügel , artgerechte Tierhaltung, keine Stopfmast. In der Golden Kron ist Gänsezeit vom 12. November bis 23. Dezember.

Zur Golden Kron, Frankfurt, Alt-Eschersheim 58, Tel. 069 26941174.

 

Lohninger in Frankfurt

Mario Lohninger

Im Lohninger wird derzeit eine Oldenburger Gans serviert, mit Rotkraut, karamellisierten Kastanien und Serviettenknödel (42 €). Wie mit jedem anderen Produkt, geht Mario Lohninger auch mit der Gans meisterlich um. Die Gans gibt´s traditionell ohne Firlefanz. Außerdem steht eine famose Freiland-Ente auf der Speisekarte. Früher servierte Lohninger einen schönen Truthahn, doch die Gans hat sich bei den Gästen mehr durchgesetzt. Eigentlich schade, denn einen Truthahn gibt es in ganz Frankfurt nicht, und auch sonst nicht so gut, wie von Mario Lohninger zubereitet, der ja einige Jahre in New York zu Hause war und weiß, was an Thanksgiving auf den Tisch muss.

 

 

Speisekammer in Frankfurt

In dem gemütlichen Gasthaus der Familie Schreuer versteht man sich auf traditionellen Gänsebraten mit Kartoffelknödeln und Rotkohl. Das schöne Fachwerkhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert und bietet gerade in der Vorweihnachtszeit ein wohlige Atmosphäre.

Frankfurt, Alt Heddernheim 41, Tel. 069 57 38 88.

 

Zum Goldenen Stern in Steinbach im Taunus

Die Freilaufgans ist legendär, die Bratkartoffeln auch. Allerbeste Hausmannskost in weinseliger Atmosphäre und seit Jahrzehnten eine sichere Bank.

Steinbach, Bornhohl 1, Tel. 06171 74253

 

Tranchieren der Ente am Tisch in der Leiter

Enten

 

Die Leiter in Frankfurt

Wenn Restaurantchef Fernando die saftige krossgebratene Barbarie-Ente am Tisch tranchiert und mit Karamellmaronen und Rotkohl serviert, duftet das ganze Lokal nach Weihnachten. Die Ente (34 € pro Person) wird in zwei Gängen serviert.

Frankfurt, Kaiserhofstr. 11, Tel. 069 292121.

 

Ente in Wiesbaden

Die Heide-Ente aus dem Rohr ist seit Jahrzehnten zu Recht der Hausklassiker. Sensationell schmeckt die ebenfalls oft zu habende knusprige und umwerfend gut gewürzte Challans-Ente.

Ente im Hotel Nassauer Hof, Wiesbaden, Kaiser-Friedrich-Platz 3-4, Tel. 0611 133666.

Die Gänse/Enten Top Ten Rhein-Main-Region wird stetig aktualisiert und ergänzt.




Neues Tophotel für Frankfurt: Ameron Neckarvillen

Feinsinniges Design & optische Verführungen

 

Große Eröffnungsparty mit über 500 Gästen

 

Frankfurt hat ein neues Spitzenhotel, das mit Finesse und individuellem Design begeistert. Italienische Grandezza trifft auf britisches Understatement. Nicht nur eine weitere neue Luxusherberge, sondern ein historisches Ensemble der Sinnlichkeit und optischen Verführungen.

Ein Haus zum Anfassen: Jeder Schubladengriff ist von geschmeidiger Haptik, die schlanken Lichtschalter mag man ständig berühren. Das Auge wohnt mit. Dunkles Mahagoniholz, edles Messing, geflämmtes Parkett, samtige Stoffe und Leder. Lampen, die wie Kunstwerke erscheinen. An dem Bartisch, der aus dem Berliner Grill Royal stammt, hat bereits George Clooney gesessen, wichtiger sind die feine Holzoptik und die handschmeichelnde Haptik.

Die Zimmer sind recht kompakt, man kann sich nicht verlaufen und findet leicht seine sieben Sachen. Man findet vor allem schönes Design im Stil von Art déco und originelle Accessoires, die Interieur-Themen der 50er Jahre aufgreifen. Allein die Vintage Bluetooth Miniradio-Lautsprecher aus Walnussholz sind ein Hingucker. Selbst bei der Bestückung der Minibar hat man auf Dekoratives geachtet: Die Bierflasche (Lager von Weihenstephan) wirkt eher wie ein Flakon, mit einer Rillenoptik wie man sie oft im Hotel antrifft.

Zimmer 119

Unser Favorit ist Zimmer 119, durch dessen maritimes Bullauge man auf den Jürgen-Ponto-Platz schaut. Kommode Boxspringbetten, Flatscreen-TV, Kaffeemaschine und kostenfreies, W-Lan sind Standard, statt Telefon gibt es Tablets, die nicht allein der internen Kommunikation dienen und die sperrigen Gästemappen mit Informationen ersetzen. Sehr geschmackvolle Badezimmerarmaturen im Retro-Look mit attraktiven Guest Supplies gehören zur Grundausstattung. An keiner Stelle wichtigtuerischer Protz, sondern feinsinnige Gestaltung. Es macht richtig Freude, dieses Hotel zu entdecken. In der jetzigen Soft-Opening-Phase sind EZ schon ab 84 und DZ ab 92 € zu bekommen, ohne Frühstück.

Ameron gehört zur Althoff-Gruppe, die für ihre kulinarische Kompetenz bekannt ist (Seehotel Überfahrt, Schloss Bensberg etc.). Es ist kein 5, sondern ein 4-Sterne-Hotel, was der Gast nicht weiter bemerken kann.

Direktor Gisbert Kern

Zur großen Eröffnungsfeier begrüße Direktor Gisbert Kern über 500 Gäste. Mehr als 250 Flaschen Champagner wurden entkorkt, daneben floss aber auch ein wunderbar saftiger Grauburgunder Oberbergener Bassgeige von Fritz Keller, dem Winzer-Altmeister und neuen DFB-Boss. Es gab Austern und bestens gewürztes Rindertatar mit Kaviar sowie perfektes Beef von Otto Gourmet –  alles Gustostücke, wie man sie auch auf der Speisekarte vom Petit Grill Royal im Erdgeschoss des Ameron findet. Bei der Premiere präsentiert sich ein einsatzstarkes Team, mit dabei auch Küchenchef Udo Grigas, Restaurantleiterin Evi Schmitt und Sommelier Pascal Bohrer.

Das neue Ameron liegt zwischen Hauptbahnhof und Bankenviertel und damit strategisch recht günstig. Das Hotel und seine 133 Zimmer befinden sich in den ehemaligen stilvollen Neckarvillen. Das denkmalgeschützte Ensemble  aus vier benachbarten Gebäuden gehört zu den schönsten Architekturleistungen im Bahnhofsviertel, die historischen Sandsteinfassaden mit Elementen aus Neobarock, Neoklassizismus und Jugendstil und ihre aufwendigen Dach-Schnitzereien wurden glanzvoll in Szene gesetzt. Die Geschichte wird  jedoch auch durch moderne Technik ergänzt. Den Zutritt zum Zimmer ermöglicht das eigene Smartphone: Ein digitales Schließsystem ersetzt die Schlüsselkarte und ermöglicht einen komfortablen Check-in und Check-out – ohne Wartezeit.

Im Erdgeschoss des Ameron wird am 22. Oktober der Ableger des Berliner Grill Royal, das Petit Royal eröffnen. Die French Bento Bar soll spätestens Ende Januar 2020 ihren Betrieb aufnehmen. Im Restaurant werden im Wesentlichen Steaks und Seafood serviert, die Preise für die Hauptgerichte liegen bei 40 €, Spitzenreiter ist das ein Kilo schwere Chateaubriand für 150 €, ohne Beilagen.

Ludwig Fienhold

 

Frankfurt Ameron Neckarvillen Boutique, Neckarstr. 7-13,

Tel. 069 75666-0.

www.ameronhotels.de/frankfurt-neckavillen-boutique

 

Photocredit: Barbara Fienhold




Kempinski macht sich breit: Neun neue Hotels und eigene Immobilien

Auf Kuba wird es dann drei Hotels der Gruppe geben

 

Kempinski, die älteste Luxus Hotelkette Europas, will in den nächsten zwei Jahren insgesamt über 100 Betriebe rund um den Globus führen. Allein in den nächsten zwölf Monaten öffnen neun neue Hotels mit insgesamt 1.961 Zimmern und Suiten ihre Türen, drei davon in der Karibik, ein Hotel in Tel Aviv, in Tiflis, in Bangkok, in Guangzhou, in Brazzaville und in Almaty; weitere sieben Hotels mit 2.404 Zimmern befinden sich derzeit im Bau. Oben rechts im Bild: Cayo Guillermo in Kuba. Zudem soll das Portfolio der Kempinski Hotels erstmals in der mehr als 122jährigen Geschichte des Unternehmens durch ein Hotel in New York ergänzt werden. Letzteres ist Teil einer vor wenigen Tagen unterzeichneten strategischen Partnerschaft mit der 12.18. Investment Gruppe. So wird das 7Pines auf Ibiza ab Frühjahr 2020 unter dem Namen 7Pines Kempinski Ibiza wiedereröffnen, es folgt ein weiteres Resort auf Sardinien. 12.18. will durch institutionelle Investoren 500 Millionen Euro als Kapital zusammentragen, Kempinski sein Know-how und langjährige Expertise in der Luxus-Hotellerie sowie die entsprechenden Verkaufs- und Distributionskanäle in die Partnerschaft mit einbringen.

Bristol Kempinski Havanna

Die Expansion der Kempinski Gruppe wird in Zukunft nicht nur auf Managementverträge ausgerichtet sein, es ist auch der Erwerb von Hotelimmobilien geplant, vor allem solche, die umfassend renoviert und dann unter den eigenen Marken neu positioniert werden. Kempinski ist bisher ein reiner Hotelbetreiber, lediglich das Stammhaus an der Münchner Maximillianstrasse, das Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski, ist im Besitz des Unternehmens. ”Durch den Erwerb von Immobilien profitieren wir von der Wertsteigerung, statt Geld für Management-Verträge zu bezahlen”, so Martin R. Smura, Chief Executive Officer und Vorstandsvorsitzender der Kempinski Hotels. “Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt, um das Portfolio der Kempinski Hotels mit weiteren Flaggschiff-Hotels zu erweitern.

7 Pines Ibiza




Gault & Millau 2020: Koch des Jahres Tohru Nakamura in München

Viele Auszeichnungen und ein Fehlurteil

 

Für seine Küche, die ein Tor zu einer neuen kulinarischen Welt öffne, kürt der Gourmet Guide Tohru Nakamura (im Bild) vom Restaurant Werneckhof by Geisel in München zum „Koch des Jahres“. Außerdem erhält die Küche erstmals 19 von 20 Punkten. Als Sohn einer deutschen Mutter und eines japanischen Vaters verbindet der 36 Jahre alte Küchenchef auch kulinarisch die Welten von Tokio und München. Japanische Einflüsse finden sich auf vielen Tellern, so etwa, wenn er klassisch auf der Haut gebratene Dorade Royal auf feinsten Koshihikari-Reis bettet, der mit Tomate und Sepia im Risottostil gegart ist, und dazu butterzarten Oktopus, Miso-Rouille und eine schäumende pikante Fischsuppe anrichtet.

Mit 19 Punkten steigern sich auch Kevin Fehling vom „The Table“ in Hamburg, Jan Hartwig vom „Atelier“ in München sowie Michael Kempf und Joachim Gerner vom „Facil“ in Berlin.

18 Punkte erreichen erstmals Christian Eckhardt vom „Purs“ in Andernach, André Münch vom „Butt“ in Rostock und Boris Rommel vom „Le Cerf“ in Öhringen bei Heilbronn.

Auf 17 Punkte steigern sich Tobias Bätz vom „Alexander Herrmann by Tobias Bätz“ in Wirsberg (Franken), Silio del Fabro vom „Esplanade“ in Saarbrücken, Dirk Gieselmann vom „Pauly-Saal“ in Berlin, Daniel Gottschlich und Erik Schmitz vom „Ox&Klee“ in Köln, Martin Herrmann vom „Le Pavillon“ in Bad Peterstal (Schwarzwald), Thomas Kellermann von den „Dichterstub‘n“ in Rottach-Egern, Dirk Maus vom „Gourmetrestaurant Dirk Maus“ in Heidesheim bei Mainz, Alexander Müller vom „17fuffzig“ in Burg (Spreewald), Oliver Röder und Filip Czmok vom „Bembergs Häuschen“ in Euskirchen (Eifel), Gregor Ruppenthal vom „Marly“ in Mannheim, Kai Schneller und Carsten Müller von der „Silberdistel“ in Ofterschwang (Allgäu), Max Strohe vom „Tulus Lotrek“ und Dylan Watson-Brawn vom „Ernst“ in Berlin.

Neben dem Koch des Jahres vergibt der Guide weitere Auszeichnungen an führende Gestalter einer genussreichen Gastronomie in Deutschland und ehrt als

Gastgeber des Jahres: David Breuer von der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn

Aufsteiger des Jahres: Christian Eckhardt vom „Purs“ in Andernach bei Koblenz.

Entdeckung des Jahres: Dustin Dankelmann vom „959“ in Heidelberg

Sommelier des Jahres: Nina Mann vom „Victor’s Fine Dining by Christian Bau“ in Perl/Saarland

Pâtissier des Jahres: Marco D’Andrea vom Hotel „The Fontenay“ in Hamburg

Gastronom des Jahres: Günther Jauch von der „Villa Kellermann“ in Potsdam

Bester deutscher Koch im Ausland: Heinz Beck vom „La Pergola“ in Rom.

 

19,5 Punkte erkochen sich wie im Vorjahr:

Christian Bau vom „Victor’s Fine Dining by Christian Bau“ im saarländischen Perl.

Sven Elverfeld vom „Aqua“ in Wolfsburg

Klaus Erfort vom „GästeHaus“ in Saarbrücken

Christian Jürgens von der „Überfahrt“ in Rottach-Egern am Tegernsee.

Torsten Michel von der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn

Clemens Rambichler vom „Waldhotel Sonnora“ in Dreis bei Wittlich (Südeifel).

Tim Raue in seinem nach ihm benannten Restaurant in Berlin

Joachim Wissler vom „Vendôme“ in Bergisch Gladbach bei Köln.

 

19 Punkte

Claus-Peter Lumpp vom „Bareiss“ in Baiersbronn

Christoph Rüffer vom „Haerlin“ in

Peter Maria Schnurr vom „Falco“ in Leipzig

Hans Stefan Steinheuer und Schwiegersohn Christian Binder von „Steinheuers Restaurant zur alten Post“ in Bad Neuenahr.

 

Die Auszeichnungen in Hessen

 Die Gewinner in Hessen sind Julian Stowasser vom Weinsinn in Frankfurt  und Simon Stirnal vom Kronenschlösschen in Eltville, die beide 16 Punkte erhielten und als „Aufsteiger des Jahres“ gelten. Sonderlob für Chris Bastian Draisbach in Friedberg, der als „Junges Talent“ gewürdigt wird. Man kann niemals mit allen Bewertungen eines Restaurantführers einverstanden sein, beim Gault & Millau Deutschland setzen sich 32 Tester an die Tische im ganzen Land, die auch rotieren und nicht nur immer am gleichen Ort eingesetzt werden. Warum man aber bei Mario Lohninger in Frankfurt, der immerhin vom Gault & Millau einst als „Koch des Jahres“ mit 18 Punkten gefeiert wurde, kein großes Talent mehr sieht und ihm nicht einmal mehr 16 Punkte zugesteht, muss jeder, der einmal aktuell bei ihm gegessen hat, als grundfalsch empfinden. Die 15 Punkte sind keine Schande für Lohninger, sondern eher für den Gault & Millau.

 

18 Punkte
Lafleur in Frankfurt

Schwarzenstein in Geisenheim

17 Punkte

Français in Frankfurt

Tiger-Gourmetrestaurant in Frankfurt

360° in Limburg

 

16 Punkte
Kronenschlösschen in Eltville

Philipp Soldan in Frankenberg (Eder)

Carmelo Greco, Erno’s Bistro, Gustav, Villa Merton und Weinsinn in Frankfurt

L’étable in Bad Hersfeld

Schaumahl in Offenbach

Ente in Wiesbaden

 




Das Lokal Garibaldi von Jan Mai wurde geschlossen

Der Prozess wegen Mordes

gegen den Gastronomen

geht weiter

 

Das Lokal Garibaldi in der Kleinen Hochstraße neben Frankfurts Flaniermeile Freßgass wurde geschlossen. Gegen den Betreiber Jan Mai läuft gerade ein aufsehenerregender Strafprozess, ihm wird vorgeworfen seine Geschäftspartnerin ermordet zu haben. Jan Mai übernahm 2017 das bis dahin trotz mäßiger Leistungen gut gehende Restaurant. Sein erstes Event im Garibaldi fand am „Weltfrauentag“ statt, bei dem es um die Schwierigkeiten von Frauen im Arbeitsbereich mit der Männerwelt ging.

Jan Mai hatte das Lokal Garibaldi von Edoardo Gregorelli übernommen, der kurz darauf – sehr zur Überraschung von Jan Mai – nur wenige Meter weiter sein Großraumlokal Gregorelli eröffnete. Jan Mai, der durch manche Fehlgriffe seine gastronomische Ahnungslosigkeit zeigte, konnte das stadtbekannte Restaurant bis zu seiner Inhaftierung weiter führen. Seine Mannschaft versuchte auch ohne Geschäftsführung weiterzumachen und taufte das Lokal sogar noch auf Villaggio um. Die Gäste aber blieben aus.

 

Frankfurt hat ein großes Gesprächsthema

Jan Mai, der gerade Schlagzeilen macht, geriet erstmals 2009 in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. In relativ kurzer Zeit übernahm er drei Lokale in Frankfurt, die Bar First In an der Freßgass´, das Ristorante Garibaldi um die Ecke in der Kleinen Hochstraße sowie das Pearl im Kettenhofweg im Westend. Nach und nach vergrößerte sich seine Kollektion. Die Bar Fiftyfour auf der Freßgass´ und Le Bar in der Sandhofpassage an der Neuen Kräme kamen hinzu. Beide Adressen wurden zuvor von Mickey Rosen, Alex Urseanu und Lior Ehrlich betrieben. Der zweite Zugewinn von Jan Mai, die Bar Fiftyfour, lag unmittelbar neben seinem First In. Beide sind inzwischen anderweitig verpachtet, wobei die Bar First In renoviert wurde und als Bar-Café L´Avenue neu eröffnete. Die einstige Le Bar in der Sandhofpassage ist schon lange kein Mai-Betrieb mehr und hat zum x-ten Mal den Pächter gewechselt, inzwischen ist dort eine Galerie zuhause.

Jan Mai (Bild oben rechts) ist kein wirklicher Gastronom oder Promi-Wirt, wie häufig zu lesen ist. Er suchte für sich und andere, Lokale an guten Standorten und sah darin ein Investment. „Ich will nur Läden in 1A-Lagen“, meinte er einmal gegenüber BISS.  Auf das Lokal Pearl im Westend traf dies allerdings nicht zu, denn der Kettenhofweg war vor langer Zeit einmal angesagt und gehört längst nicht mehr zu den guten gastronomischen Locations. Zudem war das Wohnzimmerlokal viel zu klein, um rentabel wirtschaften zu können, weshalb sich an dieser Stelle auch viele Pächter ohne Fortune abarbeiteten. Jan Mai hatte für das Pearl den Fernsehkoch Mirko Reeh ins Boot geholt, der mit seinen beiden Lokalen Wilmenrod in Königstein und Reehstaurant in Frankfurt scheiterte. Aus dem Pearl by Mirko Reeh wurde jedenfalls keine Erfolgsgeschichte, es musste dicht machen – nach einem weiteren Wechsel zum Steakhaus ist es nun ein Asia-Lokal.

Garibaldi: Alles Fassade

Jan Mais Lokal Garibaldi in der Kleinen Hochstraße an der Freßgass´ gehörte ganz gewiss nicht zu den guten Lokalen der Stadt, aber zu den Bekanntesten. Dieses Pizza-Pasta-Panoptikum war ein Phänomen: Alle rannten hin und niemand wußte, warum. Am Essen, dem Wein oder dem Service konnte es nicht liegen. Es sah ganz danach aus, dass die Gäste wegen der Gäste kamen und sich gegenseitig furchtbar interessant fanden. Das Lokal wurde zuvor von Edoardo Gregorelli geleitet, der seit 2010 sein Riesenlokal Gregorelli´s im Hinterhof der Freßgass´ in der Meisengasse führte.

Die Freßgass war das bevorzugte Feld für den 51 Jahre alten Diplomkaufmann Jan Mai. Dort tigerte er oft im Military Look entlang, mitunter in Hundebegleitung, nie mit Freundin. Am liebsten hätte Jan Mai noch mehr auf der Flaniermeile Freßgass ergattert. Sein Ziel war auch das Restaurant Zarges und seine Pole Position, doch trotz zahlreicher Verhandlungen kam man zu keinem Ergebnis.

Auf der Frankfurter Freßgass gibt es derzeit kein anderes Gesprächsthema. Dort gilt Jan Mai bei einigen als Millionär, was eher nicht dem Sachverhalt entspricht. Die GmbH von Jan Mai, zu der auch das First In gehörtesoll Zeitungsberichten nach mit knapp einer Millionen Euro im Soll gestanden haben. Der ebenfalls zum einstigen Mai-Imperium gehörende Club Katana (japanisch für Schwert) im Bankenviertel war seit einer Schießerei zur No-go-Area geworden. Jan Mai hat sich längst vom dem Club verabschiedet.

Zuletzt betrieb Jan Mai nur noch das Garibaldi, zumindest nach außen sichtbar. Wo er eventuell noch Beteiligungen haben könnte, tritt nicht offen zu Tage, beim Live-Music-Club Gibson war er bislang noch stiller Teilhaber. Es hat sich bei ihm so oder so alles drastisch reduziert. Jetzt sitzt Jan Mai als Tatverdächtiger in einer Zelle und wird sich nach bisherigem Ermittlungsstand wegen der Tötung seiner Geschäftspartnerin Irina durch Messerstiche verantworten müssen.

Ludwig Fienhold

Photocredit: Top Magazin Frankfurt

 




Zur Golden Kron: Auch die besten Gastro-Ehen können zerbrechen

Alfred Friedrich und Pit Punda gehen getrennte Wege

 

Überraschendes Aus für das gastronomische Dreamteam Alfred Friedrich und Pit Punda: Der Koch und der Sommelier, die vor über drei Jahren gemeinsam das Edelgasthaus Zur Golden Kron im Frankfurter Stadtteil Alt-Eschersheim eröffneten, haben sich getrennt. Die Gründe dafür sind, wie in allen Trennungsgeschichten dieser Welt, so vielschichtig und differenziert, dass man sie besser nicht von außen kommentieren sollte. Klar ist: Beide sind zutiefst betrübt, sahen aber keinen anderen Weg mehr als die Trennung.

Die Golden Kron wird sich von der Küche her nicht verändern und hat ganz im Gegenteil vor einigen Wochen mit Stefan Nesshold einen sehr guten Souschef gewinnen können, der auf der gleichen kulinarischen Wellenlänge wie Alfred Friedrich liegt. Mit Pit Punda ist der Golden Kron indes wahrlich ein Zacken aus der Krone gebrochen, denn ein solch engagierter Mundschenk ist eine Rarität. Einen Nachfolger für ihn gibt es noch nicht.

Die beiden Rolling Stones der Frankfurter Gastronomie hatten Ende März 2017 die ehemalige Apfelweinwirtschaft Zur Golden Kron in Frankfurt Alt-Eschersheim eröffnet. Die Urgesteine waren lange Jahre befreundet und arbeiteten bereits in der kurzen Blütezeit des Restaurant Zarges auf der Freßgass zusammen.

Die gute Stube

Der Österreicher Alfred Friedrich ist schon lange mit Frankfurt verbunden und wurde einst im Brückenkeller mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Nach einigen Jahren mit eigenen Restaurants (Humperdinck in Frankfurt, Marcobrunn auf Schloss Reinhartshausen in Erbach im Rheingau) ging Alfred Friedrich als Küchenchef zu Heinz Winkler in dessen Residenz nach Aschau. In Frankfurt arbeitete er in den letzten Jahren noch in den Restaurants Lafleur und Tigerpalast, wo er aber nie eine Heimat fand. Die Golden Kron ist das erste rustikale Lokal von Friedrich. Hier sorgt er für seine famosen Österreich-Klassiker, wie Wiener Schnitzel, Backhendl-Salat oder Tafelspitz, aber auch für kreative Gerichte.

Zur Golden Kron

Der Weinfex Pit Punda betrieb mit Milan Seidenfaden einst das wunderbare Wohnzimmerrestaurant Cyrano in Frankfurt und war über sechs Jahre als Restaurantleiter & Sommelier im bemerkenswerten schauMahl in Offenbach tätig. Pit Punda hat mehrere Angebote aus der Frankfurter Gastronomie und ist zunächst „auf Probe“ unterwegs, bevor er sich endgültig entscheidet.

Das knorzig-schöne Fachwerkhaus Zur Golden Kron, in dem noch ein Tanzboden aus vergangenen Tagen vorhanden ist und Mieter hin und wieder durch den lauschigen Sommergarten zu ihren Wohnungen huschen, ist von besonderer Eigenheit. Ein solches Kleinod hat in der gesichtslosen Bistro & Lounge-Welt Seltenheitswert.

Ludwig Fienhold

 

Bild oben: Alfred Friedrich (l.) und Pit Punda

Photocredit: Barbara Fienhold