PR in der Krise: Gerade jetzt muss man aktiv sein

Ubin Eoh über gute PR

in schlechten Zeiten

 

Ubin Eoh, hat jahrelang in Berlin als PR-Expertin für Bureau n und damit für Grill Royal, Pauly Saal und viele weitere gearbeitet. Seit zwei Jahren ist sie in Frankfurt und verantwortet die PR für die Lindenberg Hotels, die Bar Shuka (r. im Bild) und einige andere. Aber: Wie macht man in dieser Krise PR?

Die Restaurants sind alle zu, bisher gibt es auch noch keine Delivery oder Takeout Optionen, an denen wird gerade gearbeitet. Das digitale Angebot bauen wir gerade auf, bei der Bar Shuka, einer Sakebar, haben wir gestern ein Rezept online gestellt. In den Hotels, mit denen ich arbeite, gibt es Bewohner die dort längerfristig wohnen, deswegen sind die teilweise noch geöffnet. Wir schauen jeden Tag, was es für Optionen gibt. Delivery und Takeout gehen hier langsam los, aber nicht so schnell wie in Berlin. Es war ein holpriger Start, aber es kommt so langsam ins Rollen. Es wird auch sehr dankbar angenommen.

Marketing und PR sind gerade die Schlüsselpositionen. Die physisch erlebbaren Orte sind weggefallen, deswegen müssen wir hier mit Marketing und PR einspringen. Das was ich jetzt mache, ist aber keine klassische PR, sondern ich denke da alle Möglichkeiten mit. Gerade wenn es um Social Media Marketing geht. Pressemitteilungen schicke ich gerade weniger raus.

Ich finde es wichtig, derzeit von Tag zu Tag zu schauen, was passiert, welche Bedürfnisse gibt es, was ist der richtige Ton? Das sind die Grundfragen, die jeder sich stellen sollte. Welche Angebote kann ich ins Digitale übersetzen, welche funktionalen Lösungen kann ich finden? Livestreams können eine gute Lösung sein, die Lindenberg Hotels bieten jeden zweiten Tag Wohnzimmer Sessions an, in denen Künstler eine halbe Stunde streamen. Das ist eine von vielen Lösungen, die man jetzt finden kann, um die Community zusammen zu halten. Die digitalen Kanäle sind jetzt die wichtigsten, Social Media natürlich, aber auch Newsletter. Die werden derzeit auch mehr geöffnet, als vorher, weil die Leute jetzt noch mehr digital kommunizieren und das kann man für sich nutzen.

Newsletter sind gerade jetzt ein hervorragendes Tool, auch weil du viel mehr Text unterbringen kannst, als auf Social Media. Es ist halt ein Brief. Und jeder, der noch keinen hat: es ist ein guter Zeitpunkt, den aufzubauen. Natürlich sollte man immer was zu sagen haben, und die Leute nicht voll spammen. Aber alle neuen Aktionen und Angebote kann man darüber sehr gut kommunizieren. Man kann auch den State of Mind mit einbinden, einen Dialog darüber eröffnen, wie es uns und euch gerade geht.

Ich hoffe, dass jeder Social Media Accounts hat, und darüber den Newsletter verbreitet. Auch wenn das Geld jetzt knapp ist, sollte man gerade jetzt Geld für Sponsored Posts ausgeben, nicht nur weil Marketing jetzt so wichtig ist, sondern auch weil die Menschen gerade weniger zu tun haben. Das Publikum ist gerade dankbarer, es gibt mehr Aufmerksamkeit und mehr Likes. Man darf es natürlich nicht ausnutzen, es kommt auf den Ton an.

 

Auch Anzeigen sind wichtig

 

Auch klassische Anzeigen sind wichtig, damit unterstützt man auch die Medienhäuser, denen gerade ebenso die Kunden wegbrechen. Und es lohnt sich gerade jetzt. Man muss auch an die Zeit danach denken. Wenn die Beschränkungen gelockert werden, dann wird der Kampf um die Kunden massiv sein. Die Wirtschaftskraft der Menschen wird niedriger sein, und jeder wird versuchen, die Läden voll zu bekommen, um Umsätze zu generieren und all die Verpflichtungen, die aufgeschoben wurden, bedienen zu können. Das heißt, jetzt das Marketing auf null zu setzen, wäre genau die falsche Idee.

Gerade jetzt muss man aktiv sein. Die derzeitige Stille in den Inboxen sollte man nutzen. Journalisten sind gerade sehr dankbar für Themen, deren Posteingänge sind auch ziemlich leer. Wenn die Krise vorbei ist, wird es viel schwerer, durch zu kommen. Man muss den Moment jetzt nutzen, wenn man etwas zu sagen hat, wenn man was zu verkaufen hat, und wenn man Unterstützung braucht.

Es ist eine gute Zeit, um sich anzuschauen, wofür man steht. Im Marketing geht es natürlich immer um “purpose”, den Zweck, und das ist jetzt wichtiger denn je. Auch wenn man an Werte denkt, das ist, was die Menschen jetzt sehen wollen:  Optimismus, Empathie und Solidarität. Wenn das zu einem passt, ist gerade jetzt die Zeit, das nach außen zu kommunizieren. Du musst jetzt zeigen, wer du bist. Ich rate gerade jetzt dazu, die Personen hinter dem Business zu zeigen, die Gesichter zu zeigen. Ob per Video oder Foto. Hinter jeder Firma steht ein Mensch, und den muss man jetzt sehen können, um die Lücke, die jetzt da ist, zu schließen. Was wir bisher mit Video gemacht haben, hat sehr gut funktioniert. Ich rate das jedem.

Ich schreibe auch Texte für Social Media, dafür brauche ich derzeit viel länger als sonst. Einerseits will ich, dass sie hoffnungsvoll klingen und auf die Zukunft fokussieren, weil ich das bei der Kommunikation wichtig finde. Trotzdem müssen sie empathisch sein, und damit den Raum lassen für jene, denen es schlecht geht. Ich muss mir bewusst sein, wen ich im Moment auf keinen Fall verletzen will – auf die muss ich Rücksicht nehmen. Gerade wer immer eher humoristisch kommuniziert hat, muss sich jetzt dreimal fragen, wie eine betroffene Person das finden würde. Ich stelle mir dann wirklich die Person, die man nicht verletzen will, vor.

Wichtig ist jetzt, durchzuatmen. Nicht einfach irgendwas machen, sondern sich hinsetzen und planen. Lieber nix machen, als einen sinnlosen Schnellschuss. Es muss zum Konzept und zum Purpose passen, ehrlich und transparent bleiben. Man muss nichts schönreden, um glamorous zu bleiben. Man kann kommunizieren, dass es einem schlecht geht und man auf Hilfe angewiesen ist. Und nicht zu vergessen, auch die interne Kommunikation muss stimmen. Es bringt mir nichts, nach außen fantastisch zu kommunizieren, wenn hinten dran alles zusammenbricht. Nach innen müssen Vertrauen und Zuversicht genauso kommuniziert werden.

Das Statement von Ubin Eoh basiert auf einem Interview mit dem Feminist Food Club




Social Distancing Dinner

Krisenfreie virtuelle Feinschmecker-Party

 

Von Dirk Eisel



Wenn ich im Augenblick etwas wirklich vermisse, dann sind das die Treffen mit Freunden – einfach um einen Tisch herumsitzen, über Gott und die Welt reden und vielleicht dabei etwas Nettes essen und/oder trinken. Bei realistischer Betrachtungsweise wird sich aufgrund des erforderlichen Social Distancing in absehbarer Zeit daran auch nichts ändern. Trübe Aussichten also.

Aber da Aufgeben keine Option ist, kam mir die Idee zu einer virtuellen Dinner-Party. Also schnell eine WhatsApp-Gruppe zusammengestellt, und bereits drei Tage später fand unser erstes Social Distancing Dinner statt: 11 Personen, verteilt auf 6 Standorte, verbunden per Video-Konferenz. Alle Eingeladenen hatten sofort zugesagt – wahrscheinlich auch deshalb, weil sie ansonsten nichts wirklich Besseres zu tun gehabt hätten.

Wir haben uns alle im Restaurant l’Ecume ein mehrgängiges Menü zum Abholen/Liefern bestellt. Dazu hatte ich bei der Weinhandlung Cool Climate in Frankfurt ein Paket mit begleitenden Weinen zusammengestellt, das allen zuvor – natürlich kontaktlos – nach Hause geliefert wurde (auch wenn der Cool Climate-Laden in der Berliner Straße geschlossen ist, kann man sich die Weine über die Internetseite bestellen und liefern lassen).

Was am Anfang einfach nur eine ziemlich bescheuerte Idee schien, entwickelte sich zu einem Riesenspaß: Alle hatten sich in Schale geschmissen (jedenfalls soweit man das erkennen konnte) und die Tische festlich gedeckt. Die durchweg großartigen Weine haben wie erhofft zu Alex Sadowczyks klasse Gerichten gepasst. Die Technik funktionierte zuverlässig, die Stimmung war großartig. Der harte Kern hat sich schließlich erst gegen 2 Uhr ausgeloggt. Ins Bett war es dann ja glücklicherweise nicht mehr weit.

 

Caesar Salad, Sot l´y Laisse, Sardelle und Cassis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lamm mit Auberginenkaviar, Kichererbse und Minze

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Französisches Maishuhn mit Wirsing, geräuchertem Aal und Heu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bio-Landei, Räuchertee, Gerste, Clementine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rote Bete Kuchen, marinierte Kaki und Olivenöl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Emmentaler Käsekuchen „Tourte Fromager“, Sellerie Relish, Pastinake und Meerrettich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Weine von Cool Climate

 

 

 

 

 

 

 




Corona: Das Hotel als Home-Office

Der Hotelmarkt reagiert

mit neuen Strategien

 

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen: Viele Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter derzeit – und nach Möglichkeit – ins Home-Office. Wer zuhause jedoch nicht den Platz, die nötige Ruhe oder W-LAN hat – oder in einer WG mit wenig Distanz wohnt –, braucht eine Alternative. Die Achat Hotels bieten rund 4.000 Hotelzimmer in 33 großen und kleineren Städten quer durch Deutschland, oftmals in unmittelbarer Nähe zu Firmen, die ab sofort auch als „echt gute“ Einzelbüros angeboten werden. Schreibtisch, High-Speed-W-LAN, ein Laser-Drucker und eine angenehme Arbeits-Atmosphäre sind inklusive, zudem gibt es auf Wunsch ein Frühstück direkt aufs Zimmer, einen Business-Lunch und ein Feierabend-Bier – natürlich alles mit der gebotenen Distanz. Und wer am Abend nicht nach Hause oder länger bleiben möchte, bekommt die Übernachtung ebenfalls zu exklusiven Raten. Das Achat Hotel Frankfurt in der Launhardtstraße liegt strategisch recht günstig in der Nähe vom Imbiss Gref-Völsings, dem Scheck-in-Center und dem Ostbahnhof.

Weitere Informationen oder Buchungen unter:

www.achat-hotels.com/einzelbueros

Bild oben: Achat Plaza Offenbach/Frankfurt

Photocredit: Achat Hotels

 

In eigner Sache: Wir helfen gerne, freuen uns aber auch selbst über jeglichen Support, denn auch wir haben zu kämpfen.

 




USA: Drei-Sterne-Restaurant lässt die Puppen tanzen

Gute Ideen

in schlechten Zeiten

 

Wenn das einzige Drei-Sterne-Restaurant in der US-Hauptstadtregion jetzt wieder öffnet, dürfte einiges anders sein. Trotz Social Distancing wird der Restaurantbereich gut besucht und voll erscheinen. Damit sich die Gäste des The Inn at Little Washingtonim Bundestaat Virginia nicht an leere Tische zur Einhaltung von Sicherheitsabständen gewöhnen müssen, hat Küchenchef Patrick O’Conell eine außergewöhnliche Idee umgesetzt. An den leeren Tischen nehmen Schaufensterpuppen Platz, die im Vintage-Stil der 40er Jahre gekleidet sind. Für die entsprechenden Outfits arbeitet O’Conell mit dem Arlington Signature Theater und der Design Foundry zusammen. Damit alles noch echter wirkt, wird das Servicepersonal auch mit den stummen Gästen interagieren und ihnen beispielsweise Wein einschenken. Patrick O’Conell ist für seinen schrägen Humor bekannt, denn wer im Drei-Sterne-Restaurant schon einmal Gast war, kennt beispielsweise den Hinweis für die Kleiderordnung im Speisesaal „Keine nassen Bikinis“ (No wet bikinis) oder den Käse-Sommelier, der mit einem muhenden „Kuhwagen“ kommt.

The Inn at Little Washington, das zu Relais & Châteaux gehört und 2018 sein 40-jähriges Bestehen feierte, liegt am Fuße der Blue Ridge Mountains im Dorf Washington (Virginia). Dieses wird zur leichteren Unterscheidung von der US-Hauptstadt auch Little Washington genannt und ist nur 90 Autominuten von Washington entfernt. Das Restaurant bietet auch 23 stilvolle Gästezimmer und einen großen Picknick-Park an.




Corona: Werte neu überdenken

Gastkommentar

von Eva Eppard

Inhaberin & Gastgeberin

in der 100 Guldenmühle

 

Nein, es ist nicht die Zeit für kulinarisch-genussvolle Zusammenkünfte mit Freunden – weder zuhause, noch im Restaurant. Nicht nur aus diesem Grund macht es Sinn, unser Restaurant vorerst bis auf weiteres zu schließen. Wir sind ein hervorragend eingespieltes Team, nicht nur in der Küche und im Gastraum, sondern auch menschlich und privat. Unsere Energie und unser Einsatz werden aber im Moment nicht am Herd gebraucht, sondern an anderen Stellen. Daher haben wir uns als Team dazu entschlossen, uns gemeinsam als solches einzubringen: in einem noch arbeitenden Unternehmen, in einer Klinik, einem landwirtschaftlichen Betrieb oder auch Einkaufsmarkt. Noch ist keine akute Unterstützung erforderlich, aber ich bin sicher: das wird kommen. Wie es aussieht, wird die Universitätsklinik Mainz auf unser Angebot zurückgreifen (Küche, Essensausgabe, Anm. d. Red.).

Diese Krise ist eine schwere Belastungsprobe, für die Wirtschaft und uns als Gesellschaft. So gravierend und mittelbar die Konsequenzen für unser kleines Unternehmen auch sein mögen – wir haben gerade erst eine große Investition in Renovierungsarbeiten gesteckt –, jetzt aber gilt es, andere Prioritäten zu setzen. Gemeinsam werden wir als Guldenmühlen-Team diese schwierige Situation meistern, irgendwie, und hoffentlich bald in unser eigentliches Business zurückkehren.

Mut macht mir die Hoffnung, dass sich die Menschen nun vielleicht Gedanken über Grundsätzliches machen. Über die Globalisierung, internationale Lieferketten, Gewinnoptimierungen und wirtschaftlichen Größenwahn, über die Natur und die Landwirtschaft, die uns ernährt, über Regionalität und vieles andere mehr. Als lokal-regional orientiertes Restaurant sind wir nur ein ‚kleines Rädchen‘ im Getriebe, aber wir tragen auf nachhaltige Weise zum Großen bei und sorgen zugleich für Lebensqualität. Ich sehe es als Chance, dass in der Zeit ‚danach‘ Werte neu überdacht, gesunde Natur und Nahrungsmittel neu zu schätzen gelernt, kleine, familiäre Unternehmen mehr unterstützt und vielleicht nicht mehr nur Profit und Geld das oberste Entscheidungskriterium sein werden.“

 

Das Eppard in der 100 Guldenmühle ist ein privat geführtes Restaurant, etwas außerhalb des Winzer-Dörfchens Appenheim zwischen Mainz und Bingen gelegen. Untergebracht in einer historischen und liebevoll restaurierten Mühle ist es umgeben von Feldern, Wiesen und viel Grün. Es versprüht nicht nur von außen einen ländlich-ursprünglichen geprägten Charakter: Auch die Innenräume beeindrucken mit Antiquitäten, offenen Holzbalken, einem alten Kachelofen, urigen Gegenständen aus Ur-Großmutters Zeiten und knarrenden Dielen – der Hauptgastraum jedoch weist auch modernes Design und Ambiente auf. Serviert wird eine gehobene Landküche.

 

In eigner Sache: Wir helfen gerne, freuen uns aber auch selbst über jeglichen Support, denn auch wir haben zu kämpfen.

 

 




Badias: Jeden Tag eine kostenlose Mahlzeit für Bedürftige

Aber auch andere Gäste können kommen

 

Immer mehr Lokale bieten einen Lieferservice an oder lassen Kunden fertige Gerichte abholen. Aber auch das soziale Engagement wächst. Wir wollen ein Beispiel stellvertretend nennen: BadiasSchirn-Café Restaurant Bar in Frankfurt.

Sozial und wirtschaftliche Benachteiligte sind eingeladen, sich täglich von 12 bis 15 Uhr eine warme Mahlzeit abholen. Dies sind oft Eintöpfe und Suppen, aber auch andere Gerichte. Es können auch andere Gäste kommen und über eine Spendenbox einen freiwilligen Beitrag leisten.

Badias, Frankfurt, Schirn Kunsthalle, Römerberg. Tel. 069 29723699.

 




Alles zu haben: Sommer, Sonne und ein tolles Grill-Menü für zu Hause

Bärlauch-Bratwurst & Co

im Lieferservice

von Soul Food

 

Wenn die Sonne knistert, steigt auch die Lust auf Grillgerichte. Spitzenkoch Thomas Funke von Soul Food Catering hat ein Grill-Menü entworfen, für das man nicht unbedingt einen Garten und einen Grill braucht, sondern nur einen Herd. Für nette 55€ liefert er persönlich frei Haus auf den Tisch. Man kann sich die einzelnen Positionen zu einem eigenen Menü nach Gusto selbst zusammenstellen. Dass in diesem Preis die Lieferkosten enthalten sind, ist ein nobles Entgegenkommen von Thomas Funke in Zeiten dieser Krise.

Das Grill Menü

1 x 150 ml Erdbeer-Gazpacho mit Pistazien-Öl und  2 Garnelen als Vorspeise 8,50 €

1 x Bärlauch-Bratwurst, 3.50 €

1 x Soulfood-Style Pulled Pork (im Bild oben) ca. 250g, 5,50 €

1 x konfierte Hühnchenbrust in Pesto-Butter 4,50 €

1 x sous-vide vorgegartes Rumpsteak ca. 200g, 12,00 €

Salate

1x Orientalischer Tabouleh Salat mit gegrilltem Gemüse, 5,00 €

1x Mexikanischer Feuerbohnen-Maissalat mit Koriander, 5,00 €

1x Hofheimer Spargel-Erdbeersalat mit Mojito Minze, 7,00 €

Hausgemachte Dips

Spicy Mango-Salsa, Ketchup, Bärlauch-Senf, jeweils 3,50 €

Dazu von Freibäcker Arnd Erbel zwei Burger-Buns, 4,00 €

Sollte man keine Möglichkeit zum Grillen haben, lassen sich die Speisen selbstverständlich im Backofen oder auf dem Herd fertigstellen. Hier steht Soul Food Chef Thomas Funke auch gerne jederzeit mit Rat und Tat zur Seite und liefert Tipps.

 

Thomas Funke, Soul Food Catering, Kelkheim, Frankfurter Str. 172, Tel. 0172 6971061.

E-Mail: info@soulfood.de

https://www.soulfood.de

 




Kyu Bang: Erstes koreanisches Café in Frankfurt

Der Gast erlebt

kunstgerechte Handarbeit

 

Rund um den Frankfurter Römerberg befinden sich in einem kleinen Radius mehr als ein Dutzend Cafés, viele davon sind ausgesprochen gut. In der Fahrgasse ist inzwischen das erste koreanische Café zu finden, ein andersartiger, liebenswürdiger Ort. Der Kaffee wird nicht maschinell zubereitet, sondern in aller Ruhe manuell mit dem Handfilter, wie in einer kleinen Zeremonie. Dabei hat man wahrhaftig alle wichtigen Faktoren selbst in der Hand: Portionsgröße, Wassertemperatur sowie Geschwindigkeit und Gleichmäßigkeit des Aufgießens. Das Ergebnis ist ein perfekter Kaffee.

Es gibt verschiedene Sorten zur Auswahl, der Kaffee aus Kenya ist erstklassig und gibt auch einen guten und etwas andersartigen Cappuccino ab. Genau genommen handelt es sich um einen aromatischen Filterkaffee mit schönem Schaum obendrauf. Da braucht man ganz gewiss weder Zimt noch Kakaopulver, wie er hier bereitsteht. Leckereien stehen immer parat, das Käsekuchensoufflee ist leicht, luftig und gar nicht süß. So ein Teil, das für Zwei reicht, kostet 5 €, der Cappuccino wird mit 4,50 € berechnet.

Das Betreiberpaar Kim & Song bietet neben Kaffee auch Tee, hausgemachte Säfte, Pancakes und Sandwichs an (6,50 – 9 €). Aber auch Kunsthandwerkliches, Patchwork, Tassen- und Tischuntersetzer, Geldbeutel, Sitzkissen oder Schlüsselanhänger. Kyubang steht für eine Kunst und Literatur, die von Frauen ausgeführt wird. In dem kleinen Café werden immer mittwochs nach Voranmeldung Kurse in Jo-Gak-Bo (Patchwork) veranstaltet, eine Richtung der Kyu-Bang-Kunst.

Kyu Bang, Café & Gallery, Frankfurt, Fahrgasse 23, Tel. 069 60627719. Täglich geöffnet 11-19.30 Uhr, Mittwoch geschlossen.




Neues Coffee Cuisine Menü

Mövenpick Hotels & Resorts

servieren Gerichte mit Barista-Flair

 

Kaffee schwimmt derzeit auf einer großen Erfolgswelle. Es war nur eine Frage der Zeit, bis man das Thema auch verstärkt in der Küche einsetzt. Essen mit Kaffee-Aroma: Das Unternehmen Mövenpick Hotels & Resorts hat sich etwas einfallen lassen und serviert den Gästen in ausgesuchten Hotels weltweit für kurze Zeit ein von Kaffee inspiriertes Menü – „Coffee Cuisine“ verspricht einen „Dash of Barista Magic“.

Die Kreationen rund um die Kaffeebohne werden im März in ausgesuchten Mövenpick-Restaurants weltweit aufgetischt. Vom geräucherten Lachstartar mit duftendem Kaffee-Öl über Thunfisch-Poke mit Karamell und Avocado-Kaffee-Creme bis hin zum mit Espresso zubereiteten Beef Mignon – Mövenpicks Chef-Barista Kevin Mohler hat jedes Gericht mit einer Kaffeenote verfeinert.Ob Kaffeeliebhaber oder nicht, die Gäste werden nach seiner Meinung überrascht sein, wie das Aroma von den mit Espresso zubereiteten Ölen, Cremes, Beizen, Emulsionen und kalten Suden sogar Standardgerichte verfeinern könne.

Beim neuen Coffee Cuisine Menü kommen verschiedene Kaffeevariationen zum Einsatz, hier einige Beispiele der Gerichte: Geräuchertes Lachstartar mit Kaffee-Öl und gebackenen Mini-Kartoffeln; frische Frühlingsrollenmit Scampi, Gemüse und einem Dressing aus kalt aufgebrühtem Espresso; Lachs-Sashimi mit einer Sojasoße mit geflammten Kaffeebohnen und Brombeeren (oben im Bild); Frühlings-Cassouletaus Hühnchen, Cappuccino-Emulsion, Couscous, Meaux-Senf und Gemüse.

Vereinzelt gibt es zwar hier und da durch Kaffee inspirierte Speisen, so massiv wie bei Mövenpick hat dies aber bislang noch niemand umgesetzt. Die Idee wird Nachahmer finden.




Raritäten: Die Vorzüge reifer Champagner

Exklusive Perlen beim Rheingau

Gourmet & Wein-Festival

 

Von Ludwig Fienhold

 

Es gibt sicher schlechtere Entscheidungen als an einem Samstagmittag Champagner zu trinken. Prestige Cuvées und gereifte Raritäten obendrein. Die Granden ploppten, Krug, Dom Perignon und Roederer Cristal, und waren bei allem Respekt rasch weggetrunken. Denn beim Champagner gilt weit mehr als bei jedem anderen Wein, dass nippen keinen Sinn macht und nur ein Maulvoll Vergnügen bringt.

Für solche Highlights sorgt immer wieder das Rheingau Gourmet & Wein-Festival, das jetzt zum 24. Mal die halbe Welt anzieht, trotz Corona und anderer wirtschaftlicher Widrigkeiten. Das Raritäten Lunch mit 12 Champagner Prestige Cuvées brachte für Wissensdurstige viele spannende Einsichten, die man weiß Bacchus nicht überall bekommt. Zentrum der weltweit bekannten Genuss-Festspiele ist das Kronenschlösschen in Hattenheim, dem Sitz des Festival-Gründers Hans-Burkhard Ullrich, der von Anfang an bei jedem Event persönlich dabei ist, indes eher nippend oder nur schnuppernd, was allein schon dem enormen Pensum geschuldet ist.

Eine kleine Elite-Clique an Champagner sorgte auf schöne Weise für Schaum vorm Mund: Paradis Alfred Gratien 2007 / Comte de Champagne Taittinger 2007/ Grand Siècle Laurent-Perrier / Bollinger R.D. 2004 sowie Bollinger Grande Année 2004. 1999 Cuvée Louise Pommery / 1998 Orpale Grand Cru De Saint Gall /1998 La Grande Dame Veuve Clicquot / 1998 Dom Ruinart. Krug Grand Cuvée / 2008 Pol Roger “Winston Churchill” / 2003 Dom Perignon / 2000 Roederer Cristal.

Sommelier Florian Richter

Klar, keine Niete dabei, alles wunderbar zu trinken. Aber es geht ja wie bei allen Qualitäten um die Nuancen. Pommery gehört ja nicht gerade zu unseren Favoriten, zeigte aber mit „Louise“, dass es auch besser geht. Taittinger schaffte es auch mit exklusiver Vertretung nicht zu überzeugen und wirkte wie so oft uncharmant und übersäuert. Die Edel-Cuvée „Winston Churchill“ von Pol Roger ist überbewertet, ähnlich wie der dazugehörige britische Premierminister. Die Royals sehen das anders und halten gerade diesem Champagner seit Jahrzehnten die Treue. Die gereifte Grande Dame 1998 von Veuve überraschte mit Statur. Saint Gal, seit vielen Jahren im offenen Ausschank des Spitzenrestaurants Louis C. Jacob in Hamburg, wird von einer Kooperative erzeugt. Das ist längst keine Schande und schon gar kein Nachteil mehr. Der Orpale 1998 ist wunderbar seidig gereift und noch immer sehr ausdrucksstark. Der preiswerteste Champagner der Runde hinterließ den Eindruck reinen Vergnügens. Bei einer Abstimmung hätte er einen der besseren Plätze erreicht, wahrscheinlich sogar den ersten.

Küchenchef Simon Stirnal (l.) & Gastkoch Anthony Sarpong

Krug ist immer erste Wahl, der Dom Perignon schwankt stark in den Jahrgängen, Grand Siécle Laurent-Perrier bietet Erfrischung auf hohem Niveau, Dom Ruinart enttäuscht nicht. Ein Roederer Cristal entfaltet nur gereift seine Finesse und bestraft jeden, der ihn zu früh trinkt, mit bissiger Säure und kantiger Struktur. Der Roederer Cristal 2000 war so gesehen schon ein Schmeichler und präsentierte sich vorteilhaft gereift. Bollinger weiß in jeder Lebenslage zu begeistern. Der R.D. (R.D. steht für Récemment Dégorgé, vor kurzem degorgiert) hat trotz gewisser Frische schöne Reifearomen aufzuweisen. Bollinger kann sanft bis zärtlich sein, der R.D. zeigt mehr Kanten und wurde vielleicht auch deshalb zum Lieblingschampagner von James Bond. Bollingers Grande Année 2004 dagegen schnurrt sich an, hat aber eher den Tiger in der Flasche, was die Ausdrucksstärke angeht. Feine Perlage, hinreißend schmelzig, Bäckereiduft, Duft von Haselnuss und Apfel, elegante Röstaromen, subtile Reife. Man mag nicht aufhören, nippen zwecklos.

Jakobsmuschel mit Lardo und Grünkohl

Florian Richter, der Sommelier des Kronenschlösschens in Hattenheim, trägt keine auffälligen Anzüge wie ein Justin Leone, weiß dafür aber auch etwas genauer und informativer zu moderieren, ohne langweilig zu werden, was ihn gegenüber den meisten Fachkräften der Szene auszeichnet. Kronenschlösschen-Küchenchef Simon Stirnal hat begriffen, dass nicht allein Kaviar und Lachs zum Champagner passen, sondern weit mehr sogar Deftigkeiten. Er zeigte dies bei den Jakobsmuscheln mit Lardo und Grünkohl zwar nur im Detail, aber mit guter Wirkung und bester Verbindung zum Champagner.

 

Photocredit: Barbara Fienhold

 

www.rheingau-gourmet-festival.de