Gourmet-Festival 2021: Rausch-Riesling & Rotweine vom Grafen

Christian Bau und

Comte Neipperg:

Drei Sterne Küche

Famose Weine

 

Es ist beachtlich, wie engagiert sich das Rheingau Gourmet & Wein-Festival ins Zeug legt und auf seine Events im Februar/März 2021 aufmerksam macht. Die Nachfrage, so Hans. B. Ulrich, sei größer denn je, noch bevor das Programm gedruckt wurde, gingen bereits 2000 Buchungen ein. Ein solches Großereignis kann man nur engagiert aufziehen oder gleich absagen. Die Köche und Winzer kommen aus aller Welt und müssen eingeflogen werden, der Aufwand an Kosten und Logistik ist enorm. Der Schaden, sollte alles anders laufen, ebenso. Lebensfrohe Veranstaltungen wie das Gourmet-Festival vermitteln Hoffnung und verschaffen Vorfreude. Natürlich lassen sich längst alle Lunch & Dinner-Plätze sowie Weinverkostungen buchen. Das St. Moritz Gourmet Festival , das vom 28. Januar bis 5. Februar stattfinden sollte, wurde abgesagt. Ganz zuversichtlich blickt dagegen der Gründer des Rheingau Gourmet & Wein-Festivals, Hans B. Ullrich, in die Zukunft: „Trotz aller Corona-Probleme wollen wir das Festival 2021 durchführen. Wir gehen davon aus, dass sich die Situation bis Ende Februar/Anfang März beruhigt hat.“ Das Rheingau Gourmet & Wein-Festival soll vom 25. Februar bis 14. März 2021 stattfinden. Die ProWein in Düsseldorf (19.-23. März) wurde inzwischen ebenfalls abgesagt, ein Grund mehr, im Rheingau ein paar gute Flaschen zu trinken.

Es gibt beim großen Genuss-Event im Rheingau sehr viele spannende Festival-Veranstaltungen, eine sei stellvertretend vorgestellt. Der Drei-Sterne-Koch Christian Bau ist zwar schon zum 16. Mal beim Gourmet Festival dabei, doch sein Küchenstil ist jetzt ein anderer ist als damals, wobei er heute noch mehr variiert und sich in aller Welt orientiert. Wäre doch interessant, war er jetzt so auf die Teller bringt.

Stephan & Sigweis von Neipperg

Ein köstlicher Wein-Graf, auf den man sich wegen seiner charakterlichen und vinologischen Eigenschaften besonders freuen kann, ist Comte Neipperg, der so deutsch wie nötig und so französisch wie möglich ist. Neipperg, der einem Alexandre Dumas-Roman entsprungen scheint und dem Erscheinen nach der vierte Musketier sein müsste, bringt einige seiner besten Flaschen mit in den Rheingau und zeigt auch, was aus einem vermeintlich schlichten Lemberger werden kann. Wir kennen außer dem seligen Weinjournalisten August F. Winkler keinen mit solchen Fähigkeiten und Qualitäten, denen der Titel des besten Wein-Conférencier zustünde.

Und so sieht der Ablauf des Abends aus: Nach dem Aperitif mit Champagne Roederer Blanc de Blancs Brut begleiten die Vorspeise Dorothee Zilliken (Weingut Geltz-Zilliken) mit 2010 RAUSCH Riesling Auslese und Helmut Dönnhoff (Weingut Dönnhoff, Nahe) mit 2007 Oberhäuser Brücke Riesling Auslese, zum ersten Zwischengericht folgen 2015 Roxheimer Höllenpfad Riesling trocken, Weingut Dönnhoff und 2009 RAUSCH Riesling GG, Magnum, VDP.Grosse Lage Weingut Geltz-Zilliken. Zum zweiten Zwischengericht präsentiert Graf Neipperg persönlich seine 2014 Clos d´Oratoire, 2016 Château d´Aiguilhe und 2018 Schlossberg Lemberger GG, Weingut Graf Neipperg sowie zum Hauptgericht Château Canon La Gaffeliere 2016 + 2011. Zum Dessert 2017 Château Guiraud, Sauternes. Moderation: Florian Richter, Head Sommelier, Kronenschlösschen

 

Dienstag, 9. März 2021, 19.30 Uhr

Hotel Kronenschlösschen in

Eltville-Hattenheim www.kronenschloesschen.de


Tel. 06723 640

320 € Pauschalpreis: Empfang im Begrüßungszelt ab 19.00 Uhr mit Sekt und Amuse Gueules / Aperitif am Tisch Champagne Roederer / 5-Gänge-Gourmetmenü / Weißweine und Rotweine / Mineralwasser / Lavazza / Digestif Etter. 

Photocredit: Graf von Neipperg




Verunsicherte Hotelgäste: Abreisen, Abschiede, Enttäuschungen

Stimmen aus der Hotellerie zum 2. Lockdown

 

Auf Anweisung der Bundesregierung müssen in Deutschland zum zweiten Mal Hotels und Gastronomie schließen, bis Ende November. Mindestens. Das trifft die Branche mit ihren über 2,4 Millionen Mitarbeitern zum zweiten Mal nicht nur mehr als hart, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der Deutschen Vertreter von Relais & Chateaux. Viele Betriebe leiden noch immer unter der Schließung der 1. Phase und der in diesem Zusammenhang entstandenen Umsatzeinbußen. Viele sind in ihrer Existenz bedroht und stehen vor dem Aus. Dieses Mal ist der Lockdown für die Branche der Hotellerie und Gastronomie unverhältnismäßig und ungerechtfertigt, heißt es weiter. Dass es dabei massiv eine Branche treffe, die vorbildlich und frühzeitig alle geforderten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt habe und aus der nachweislich kaum eine Infektion herrühre, wird als unverhältnismäßig empfunden. Außerdem hätten viele Betriebe erheblich in die erforderlichen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen investiert. Treffen verlagern sich jetzt in den privaten Bereich: „Durch die gegebenen Sicherheitsmaßnahmen ließe sich ein Infektionsgeschehen, sollte es doch auftreten, nachvollziehen und nachverfolgen. Im Gegensatz zu Treffen und Feiern im privaten Rahmen. Vorgänge, die durch die Schließung der Gastronomie weiter stattfinden, wenn nicht sogar wieder zunehmen werden, da sie nicht kontrolliert werden können.“

Susanne Gräfin von Moltke, Eigentümerin vom Gut Steinbach Hotel & Chalets:

Die Entscheidung der Kanzlerin und ihrer Minister ist für unsere Branche nicht vollumfänglich nachzuvollziehen. Hatte die Regierung mit ihren Beratern schon seit den Sommermonaten Zeit, die prognostizierte Entwicklung der Fallzahlen für die Herbst- und Wintermonate auch für unsere Branche zu analysieren und mit gerechteren Vorschlägen aufzuwarten; beispielsweise mit strengeren Kontrollen und strengeren Bestrafungen der Betriebe, die sich nicht an die Regeln halten. Wir hatten auf unserem Gut Steinbach seit Wiedereröffnung weder bei Gästen noch bei Mitarbeitern einen einzigen Coronafall zu verzeichnen. Wir hoffen sehr und setzen uns dafür ein, dass die Klagen der Branche dazu führen, dass die Schließzeiten verkürzt werden. Unsere Branche ist nicht nur systemrelevant, sondern vor allem auch sozialrelevant. Gerade in einem Monat wie November.

 

Ralf Kutzner, Gastgeber Hotel Bülow Palace, Dresden:

Die aktuelle Situation trifft uns im Mark! Sind wir bereits beim ersten Lockdown finanziell durch das Raster gefallen, und mussten ohne jegliche Unterstützung von öffentlicher Seite auskommen, so trifft uns, und vor allen Dingen unsere Mitarbeiter, die jetzige Situation umso härter. Durch die abermalige Kurzarbeit geraten viele unserer Mitarbeiter in finanzielle Not. Obwohl unsere Branche im Kampf gegen das Virus die höchsten Hygienemaßnahmen für viel Geld umgesetzt hat, sind wir nun zum wiederholten Mal diejenigen, die am meisten darunter leiden müssen!

Annette Schwalbe, Hotel Villa Hammerschmiede, Pfinztal:

Auch wir sind tief betroffen vom erneuten Lockdown, da wir durch die gut gebuchten Sommermonate optimistisch auf November und Dezember geschaut hatten. Jetzt ist die Verunsicherung unserer Gäste so groß, dass fast alle Veranstaltungen bis zum Jahresende storniert wurden.

Meinrad Schmiederer, Hotel Schwarzwaldresort Dollenberg, Bad Peterstal-Griesbach (im Bild oben rechts):

Das Wochenende im Hotel war geprägt von Abreisen, Abschied und Enttäuschungen. Die Frage, wie es weitergehen soll, überlagerte alles. Dabei ist es doch wissenschaftlich erwiesen, dass die hohen Fallzahlen an Infizierten vor allem aus privaten Feiern herrühren und nicht aus der Gastronomie oder gar der Hotellerie. Unsere Branche hat sich – wie allgemein anerkannt – an die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln gehalten wie kaum eine andere Branche in der Öffentlichkeit.

Dorint zieht vor Gericht

Die Hotelgruppe Dorint, zu der europaweit 63 Häuser gehören, geht einen deutlichen Schritt weiter. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Iserlohe will gegen die Übernachtungsverbote klagen. Anträge auf eine einstweilige Aussetzung der Übernachtungsverbote sollen bei allen zuständigen Oberverwaltungsgerichten gestellt werden. Es fehle an der Verhältnismäßigkeit der Anordnungen in Bezug auf die betroffene Branche, sagt Dirk Iserlohe. In den Dorint-Hotels & Resorts, wo alle Hygieneregeln strikt eingehalten werden, habe sich noch kein Gast infiziert, wie auch die Aussagen des Robert Koch Instituts belegten, wonach Hotels keine signifikanten Infefktionsquellen darstellten. Die neuen Restriktionen werden vom Dorint-Chef als ungerecht und unangemessen empfunden. Durch den erneuten Lockdown wurden schon Gäste, die den Preis für hygienisch einwandfreie Urlaubsziele bereits bezahlt hätten, aus den Destinationen regelrecht vertrieben, beklagt Dirk Iserlohe.

Der Lockdown wird wohl länger dauern

Die wirtschaftlichen Auswirkungen hat die Bundesregierung laut Iserlohe – trotz der Sommerpause, die in Berlin ungekürzt wahrgenommen wurde – nicht durchdacht. Obwohl rechtzeitig von Virologen auf das Infektionsgeschehen in Herbst und Winter hingewiesen worden ist, seien keine konkreten Unterstützungsprogramme für den geplanten Lockdown erarbeitet oder verkündet worden, um so die zu erwartenden wirtschaftlichen Schäden zu kompensieren, meint Iserlohe. Die Umsatzausfälle in der Hotel- und Gastronomiebranche seien jetzt schon enorm und das Wirtschaftsjahr faktisch jetzt schon zu Ende. Denn selbst wenn der Lockdown am 30. November auslaufe, rechneten die betroffenen Hoteliers nicht wieder mit sofortigen Buchungen. Viele in der Branche gingen davon aus, dass der Lockdown sogar noch verlängert werde.




Frankfurter Botschaft: Der neue Küchenchef René Postel schafft einen guten Start

Weideochsen und

geeister Camembert

 

Die Frankfurter Botschaft hat mit ihrem neuen Küchenchef René Postel einen guten Griff gemacht. Kraft und Finesse zeichnen seine Küche aus, die von neudeutsch bis französisch vieles sein mag, nur nicht langweilig. Im schauMahl in Offenbach und bei Alfred Friedrich in der Golden Kron konnte man bereits sein Talent als Souschef aufblitzen sehen. Jetzt kann Postel aber erst richtig zeigen, was in ihm steckt.

Weideochse

Die Frankfurter Botschaft, die vor der Kulisse des noblen und beschaulichen Westhafens posiert, hat gerade die letzten Jahre ambitioniert zugelegt. Bereits mit dem deutsch-vietnamesischen Küchenchef Hai Minh Hoang glänzte man mit einem geschmacklich komfortablen euro-asiatischen Stil. Hai hat sich mit seinem U-Bowl selbständig gemacht und zeigt wirkungsvoll, dass man aus diesem Thema weit mehr als nervöses Fast Food machen kann (siehe BISS-Artikel „Endlich gute Bowls“).

René Postel entwirft seine Gerichte temperamentvoll. Tatar vom Weideochsen lesen wir ständig auf den Speisekarten und fühlen uns oft gelangweilt. Nicht so bei seinem Tatar, weil es mit einer gelierten Ochsenschwanzconsommé on top kraftvoll pointiert wird und durch Schaum aus Kartoffeln und Sardinen sowie geräuchertem Schwarzbrot in Kugelform eine gute Begleitung erlebt. Beim erstklassigen gebeizten Saibling in seidiger grüner Sauce mit Buttermilch nebst süffigem Unterbau aus Flusskrebsen und Avocado beeindrucken die Qualität und der Ton der vergnügten Leichtigkeit. Der gebratene Loup de Mer mit bestem Gemüse-Sugo, gerösteter Taggiasche Olive, Zucchiniblüte und Lardo di Colonnata hat Verve und einen Geschmack mit langem Nachhall, wie bei einem guten Wein. Oft muss es ja kein Dessert sein. Der geeiste Camembert aus der Normandie aber wäre allein schon Grund genug für einen Besuch in der Frankfurter Botschaft.

Saibling

Die Weinkarte konnte sich jetzt nicht auf die Weise weiter entwickeln, wie sie das unter normalen Umständen getan hätte, aber man findet beruhigend viele gute Tropfen. Mit den Champagner von Legras & Haas kann man nichts falsch machen, der Weißburgunder Zazo der Alten Grafschaft ist eine gute Wahl, die Rotweine von Rings und Kuhn haben Charakter. Einen Wein den man leicht übersehen könnte, weil man vielleicht auch schon lange keinen guten Sancerre mehr im Glas hatte, ist der glasklare, trockene, mineralische, kräuterwürzige und nur dezent fruchtige Sauvignon Blanc „Le Paradis“ der Domaine Vacheron von der Loire, der ein schönes Finish mit Holunder und Minze hinlegt. Restaurantleiter und Sommelier Thierry Felden verliert auch an hektischen Tagen weder Überblick noch gute Laune und führt ein junges engagiertes Team. Der Ausblick auf den kleinen versonnenen Westhafen und die schaukelnden Boote der Anwohner, die ein wenig Florida-Feeling vermitteln, lassen noch einmal den vergangen Sommer spüren.

Ludwig Fienhold

 

Restaurant Frankfurter Botschaft, Frankfurt, Westhafenplatz 6 – 8,  Tel. 069 15 34 25 22.

www.frankfurterbotschaft.de

 

Photocredit: Barbara Fienhold

 




Corona: Hotellerie, Gastronomie und Touristik laufen Sturm

Das neue Infektionsschutzgesetz

empört die Branche

 

„Infektionsschutzgesetz“ – allein der Begriff scheint eine reine Schutzbehauptung zu sein und führt in die Irre. Wenn ein „Schutzgesetz“ derart viele Menschen und Unternehmen ungeschützt lässt und mehr noch verletzt und sogar eine vernichtende Existenzbedrohung zulässt, dann muss man sich über die Empörung darüber nicht wundern, sondern darf zustimmend erkennen, dass nicht alle die hochproblematische und selbstzerstörerische Entwicklung in dieser Republik gedanken- und widerspruchslos hinnehmen. Das „Infektionsschutzgesetz“ will im Wesentlichen das rigoros restriktive Handeln der Bundesregierung auch rechtlich legitimieren, denn nicht selten mussten ja Gerichte korrigierend eingreifen (Beherbergungsverbot u.a.m). Erstaunlich ist dabei, wie schnell plötzlich Gesetze im Schweinsgalopp verabschiedet werden können. Bedenklich auch das Verhalten der Grünen, die (im etwa Gegensatz zur FDP und der Linken) wohl auch deshalb diesem Gesetz zustimmten, um damit die Weichen für eine künftige Koalition mit der CDU zu stellen.

Schließung ohne Entschädigung

Entsetzen über das neue „Infektionsschutzgesetz“ herrscht nicht nur bei vielen Menschen, sondern auch Institutionen, die nicht im Verdacht stehen, grundsätzlich regierungskritisch zu sein. Der ergänzende Paragraph 28a stellt auch Gastro-Schließungen sowie Beherbergungsverbote auf eine rechtliche Grundlage – aber ohne entsprechende Entschädigungs-Regelung. Branchenvertreter sind empört, der Dehoga hatte bereits Anfang der Woche mit einer Verfassungsbeschwerde gedroht, sollte das Gesetz so verabschiedet werden. Der Interessenverband der Hotellerie/Gastronomie Dehoga will jetzt Verfassungsbeschwerde einreichen, vor allem, weil keine Entschädigungsklausel in diesem Gesetz integriert wurde, die bei Schließung für einen finanziellen Ausgleich sorgen könnte. „Alles andere als eine Entschädigungsleistung im Ernstfall käme einer Zwangsenteignung gleich.” Zudem weist der Verband darauf hin, dass die Details zu den Novemberhilfen immer noch nicht vorliegen. “Die Hilfen müssen nun schnell fließen und sollte der Teillockdown in den Dezember hinein verlängert werden, müssen nach den Novemberhilfen auch Dezemberhilfen kommen, meint Dehoga-Chef Guido Zöllick (im Bild o.r.).

Reiseverbote ohne Kriterien

Auch der Deutsche Tourismusverband reagiert: “Die Änderung des Infektionsschutzgesetzes ist kritikwürdig. Mit dem neuen Paragraphen 28a werden Maßnahmen wie Reise- und Beherbergungsverbote, Veranstaltungsverbote, Gastronomieschließungen, ja sogar Transportverbote gesetzlich als Schutzmaßnahmen im Pandemiefall festgeschrieben. Der Gesetzgeber versäumt es aber, diese Schutzmaßnahmen anhand von Kriterien abzustufen.”

Bei diesem “völlig übereilten Gesetzgebungsverfahren” sei nicht einmal ein Mindestmaßan parlamentarischen Gepflogenheiten eingehalten worden. Obwohl der Deutschlandtourismus zu den am stärksten betroffenen Branchen zähle, “wurde der Deutsche Tourismusverband nicht angehört.” Nicht einmal der Tourismusausschuss des Bundestages habe das Gesetz formal mitberaten, sondern wurde nur über eine gutachtliche Stellungnahme beteiligt. Der Deutschlandtourismus stehe nun de facto zum zweiten Mal komplett still. Jede Woche Stillstand koste 1,8 Milliarden Euro an Umsatzverlusten.




Neu: Flowdeli-Café im Jüdischen Museum

Das Frankfurter Mainufer

ist im Fluss

 

Das Rothschild Palais am Frankfurter Mainufer ist ein klassizistisches Kleinod, das den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstand. Das Gebäude und seine Räume sind sehenswert, allen voran der holzgetäfelte Rauchsalon mit seiner vergoldeten Kassettendecke. Aus dem 1820 errichteten historischen Herrschaftshaus der Bankiersfamilie Rothschild entstand das Jüdische Museum, das jetzt durch einen nachbarlichen modernen Neubau ergänzt wurde. Dort ist auch das Café von Flowdeli untergebracht, es steht unter der Obhut eines Rabbiners und eines die Lebensmittel kontrollierenden Maschgiach – und wurde entsprechend als koscher zertifiziert.

Die Servicemitarbeiterinnen sind trotz Maske als freundlich auszumachen. Der Kaffee kommt vom lokalen Röst-Pionier Hoppenworth & Ploch, was schon einmal eine beruhigende Basis verschafft. Der hausgemachte Cooky dazu ist auch gut und reicht für einen netten Nachmittag. Es gibt zudem heiße Schokolade mit Fleur de Sel vom belgischen Schokoriesen Callebaut, von dem auch die Premium-Klasse 811 zu haben ist. Champagner von Laurent Perrier, Prosecco Primo V und israelische Weine stehen ebenfalls auf der Karte.

Das Café hat wie alle anderen Gastro-Betriebe im November leider nicht geöffnet, läuft aber mit Take Away weiter. Alle Speisen und Getränke sowie Kaffee gibt es ab Dienstag, 3. November, zwischen 11 und 15 Uhr zum Mitnehmen, die Speisen im Einweckglas. Zum Repertoire gehören Salate, Hummus, Shakshuka, Auberginen-Crème, Chai Latte, frisch gepresste Säfte, hausgemachte Kuchen und Kaffee. Hummus und Auberginen-Mus sind gut, wobei man sie zu Hause mit Olivenöl und Fleur de Sel noch aufbessern kann.

Flowdeli Café im Jüdischen Museum, Frankfurt, Bertha-Pappenheim-Platz 1 (oberhalb vom Restaurant Nizza am Untermainkai 17).

Das Unternehmen Flowdeli mit Sitz in Kelsterbach wird geführt von Florian Große, Miroslava und Daniel Wittstock und betreibt Catering und Events aller Art, auch im Jüdischen Museum selbst.

 

Photocredit: Barbara Fienhold

 

 

 

 




Corona: Trockengelegt und maskiert

Warum sind Hotels und

Restaurants eine Gefahrenquelle?

 

Dass auch Frankfurt ein Hotspot werden würde, haben wir uns anders vorgestellt. Per definitionem ist dies ein Ort von großer Anziehungskraft, jetzt aber soll Frankfurt angeblich nur eine fiese Virenschleuder sein. Restaurants und andere appetitliche Stätten müssen um 23 Uhr schließen, Verbot von Alkohol auf öffentlichen Plätzen, nahezu überall Maskenpflicht, sogar im Freien. Einschränkung der Freiheit und des Lebens.

Die Dehoga, der Interessenverband der Hotellerie und Gastronomie, ist schwach bei Stimme und wird offenbar überhört. Protestnoten zeigen kaum Wirkung. Die ersten Gastronomen erteilen Politkern und Behörden Hausverbot. Sollen sie doch zu Hause bei Pommerscher Kartoffelsuppe versauern (Lieblingsgericht von Angela Merkel). Der Frankfurter Gastronom Pino Fichera, der drei Lokale betreibt, hat dies immerhin mit redlicher Wut ausgesprochen.  Natürlich bringt dies genauso wenig, wie ein „Beherbergungsverbot“, ist aber immerhin ein Statement.

Man wartet stündlich darauf, dass das Tragen von Zipfelmützen als Schutz verordnet wird, weil das Robert Koch Institut glaubt, das Virus könne auch über das Haupt und die Haare direkt ins Hirn eindringen. Die Zipfelmützen, so hört man schon jetzt, würden dann besonders stark wirken, wenn sie in Verbindung mit Scheuklappen einhergingen.

Das inzwischen in großen Teilen durch die Gerichte gekippte „Beherbergungsverbot“ müsste uns eigentlich zu Flüchtenden machen. Geht aber nicht, denn die Menschen aus Hotspots sind nirgendwo willkommen. Wir werden zu Asylanten in der eigenen Heimat. Inzwischen nimmt die Politik wieder Abstand vom „Beherbergungsverbot“, weil dieses nicht „zielführend“ und „verhältnismäßig“ sei, wie ja auch die Gerichte erkannt haben. Zu dieser Einsicht hätte man auch vorher kommen und der Bevölkerung ein weiteres unnötiges Angstszenario ersparen können.

Jeden Tag wird ein neues „Risikogebiet“ ausgerufen. Genau genommen kann man nirgendwo gefahrlos reisen, nicht einmal in Deutschland. Dabei war die Welt schon immer ein Risikogebiet und der Weg zum Briefkasten mit Vorsicht zu genießen.

Hotels und Lokale aller Art sind ein Teil der Lebenskultur. Mit sozialer Wirkung. Menschliche Begegnungen, Kommunikation, emotionaler Austausch – wir müssen in Kontakt und im Gespräch bleiben. Sperrstunden schaffen Isolation und tote Städte. Das wirkt sich auch auf das Sicherheitsgefühl aus. Leere Straßen und U-Bahnhöfe vermitteln Angst. Es gibt viele Menschen, die zu später Stunden arbeiten und auch wieder sicher nach Hause kommen wollen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte einen „schlanken Staat“, was nicht nur ihrer Kleidergröße widerspricht. Zum Schlanksein werden derzeit vor allem die meisten Bürger/innen gezwungen, deren finanzielle Ausgezehrtheit nah ins Verhungern übergeht. Ganz fett geht es derweil in Berlin zu: Das Bundeskanzleramt ist mit über 25.000 Quadratmetern die größte Regierungszentrale der westlichen Welt. Und soll durch einen Neubau auf 50.000 Quadratmeter verdoppelt werden, was mit Kosten von über 600 Millionen Euro verbunden ist. L´ état c´est moi.

Allen Erfahrungen nach, geht von Hotels und Restaurants keine Gefahr aus. Wenn es irgendwo auf dieser Welt ein kontrolliertes, ja gar betreutes Wohnen und Trinken gibt, dann genau dort. Doch jetzt werden Hotels und Restaurants als Brutstätten von gefährlichen Viren dargestellt und dadurch an den Rand ihrer Existenz gebracht. Was haben eigentlich Politiker im Glas, die derart realitätsfern urteilen? Ein Verbot von Alkohol und anderen Barbituraten für Politiker wäre hingegen wirklich wünschenswert. Jeder, der Bonn kannte und Berlin kennt, weiß was dort konsumiert wird – von Politikern. Gerade nach 23 Uhr.

Die Welt steht derzeit wie sturzbetrunken auf dem Kopf. Ist aber leider ganz nüchtern dabei. Jeder Tag beginnt mit einem Irrtum. Zahlen, die keine Fakten sind, wollen einen Algorithmus vortäuschen, der den gesunden Menschenverstand ersetzen soll. Wenn ein Literaturnobelpreis an die triviale Louise Glück gehen kann, ist im Grund alles möglich. Natürlich auch ein Beherbergungsverbot für Deutsche in Deutschland. Und die Idee, das Lüften einen Virus in Luft auflösen kann. Wir wünschen der Politik mehr Sauerstoff fürs Gehirn.

Ludwig Fienhold

 

Photocredit „Keine guten Aussichten“: Ludwig Fienhold




Gault & Millau Deutschland: Gourmet Guide oder Armutszeugnis?

Rien ne va plus – 

doch Burda legt los

und halbiert den Guide

 

Von Manfred Kohnke

 

Von unbezahlten Rechnungen bis zur erloschenen Kommunikation perlte die atabula-Beweiskette für den Hinschied des Restaurant-Guides in Frankreich. Anteilnehmend bedauerte man ihn: „Triste à mourir.“ Aus der rue du Faubourg St Martin kam kein Dementi vom Gault&Millau. Das muss nicht heißen, dass es nichts zu dementieren gab. Es kann auch daher rühren, dass sich in Paris die Journalisten in der Gastroszene untereinander nicht so ernstnehmen. Diese können inzwischen über einen neuen CEO beim Guide berichten: Jacques Bally, der mal mit den Ducasse-Kochschulen zu tun hatte, wurde durch Zakari Benkhadra ersetzt, der mal mit den Ducasse-Kochbüchern zu tun hatte.

Zur gleichen Zeit, in der ersten Septemberwoche, schickte der bei Burda Studios Pictures GmbH in München angesiedelte Gault&Millau Deutschland eine Rundmail an Restaurants und bat sie, für den Guide 2021 „unter folgendem Link Ihre Angaben (Öffnungszeiten, Preise, Adressdetails, Ansprechpartner etc.) zu überprüfen bzw. zu vervollständigen“. Das entspricht gewohntem Procedere des Guides.

Der Guide schrumpft

Erstaunlich ist hingegen dieser Passus im Anschreiben: „Beschrieben und bewertet werden künftig die 500 besten Restaurants Deutschlands.“ Das ist fachlich eine Halbierung des Guides, denn die letzten 33 Jahre testete, beschrieb und bewerte er 1000. Um den Schrumpfungsprozess zu kaschieren, „empfiehlt“ man „weitere 500 Adressen quer durchs Land ohne sie zu bepunkten“.

Trotzdem wiederholt Burda auch in dieser Mail gebetsmühlenartig, dass der „Gault&Millau künftig deutlich journalistischer wird“ und „als kritischer, kompetenter und völlig unabhängiger Lotse durch die Qualitätsgastronomie in Deutschland“ führt. Diese Absichtserklärung dürfte jeder, der das Haus Burda kennt, für eine Fata Morgana halten.

Um sein Wunder zu vollbringen, bereichert Burda den Fragebogen an die Gastronomie um zwei neue Rubriken. Darin werden die Häuser aufgefordert, Angaben zu ihrem Küchenstil und zur Restaurant-Atmosphäre zu machen. Solche Erhebungen macht kein seriöser Restaurantführer, denn dem liefern sie die Tester. Burda erweckt damit den Eindruck, dass es Restaurants entweder gar nicht testet oder dass es nicht allen seinen Testern traut. Beides hat was von Armutszeugnis.

Promotion mit Geschmäckle

Bevor oder nachdem sie die Stichworte für ihre Küche und ihr Ambiente eintippen, dürfen sich die Köche und Gastronomen entscheiden, ob sie eines der beiden mit dem Fragebogen geschickten Promotionsangebote wahrnehmen wollen. Das silberne kostet 85 €, das goldene 390 zzgl. MwSt. Beide bieten Urkunde, Aufkleber und Logo, beim teureren gibt’s noch den Abdruck eines Fotos im Guide sowie drei Exemplare statt einem. Wer nach Erscheinen mit dem Logo und der Bewertung des Gault&Millau auf sein Haus aufmerksam machen möchte, muss eines der beiden Pakete buchen. Das ist eine schwierige Entscheidung, denn der „völlig unabhängige“ Burda-Guide lässt ja kein Lokal vorher wissen, ob es zu den 500 werbewirksam bewerteten oder bloß zu den 500 lapidar erwähnten gehören wird.

Selbst wenn alle Gastronomen die erbeten Stichwörter pünktlich bis 20. September geliefert haben, wird die Zeit für den Burda-Journalismus verdammt knapp, daraus bis zum Bucherscheinungstermin im November geschliffene Texte zu formulieren. Denn die bloße Übernahme von Stichwörtern lässt sich kaum zur kompetenten Restaurantkritik erheben. Doch dieses Jahr müsste Burda keine Unzulänglichkeit eingestehen, sondern könnte alles Unangenehme auf Corona schieben – und auch in München das Selbstbewusstsein seines Offenburger Stammsitzes ausstrahlen: Dort ist Burda first in food.

Unser Gastautor Manfred Kohnke war von 1983 bis 2012 Chefredakteur des deutschen Gault & Millau, dann Herausgeber bis 2017.  Seit neuestem betreibt er eigene eigene Webseite (auch mit diesem Artikel) unter dem Titel „Schmankerl, Kochkunst, Esskapaden“: https://www.schmankerl-kochkunst-esskapaden.de

Photocredit: Ludwig Fienhold




Alpine Weinträume: Mit Big Bottles zum Gipfel der Genüsse

Das Arlberg Hospiz Hotel

hat große Pläne

 

Einen Primat werden die wenigsten kennen. Weder Mensch noch Feuchtnasenaffe ist hier gemeint, sondern eine sehr seltene Flaschengröße, die 27 Liter fasst. Flaschen von Format sind das Markenzeichen vom Arlberg Hospiz Hotel. In den stattlichen Weinkellern harren über 33.000 Flaschen der Entkorkung. Darunter viele Übergrößen wie Magnum (1,5 l), Melchior (18 l) und Primat (27 l). Sommelier Karl-Heinz Pale brachte eine Balthazar von 12 Litern in die Villa Kennedy nach Frankfurt mit, wo ein exklusiver Kreis über die neuen Pläne der Luxusherberge flüssig informiert wurde. Eine 12-Liter-Flasche schenkt man nicht so einfach aus der Hand am Tisch ein. Hilfe leistete als besondere Antiquität eine Dekantiermaschine, über die der Wein in Karaffen fließen konnte. Der ungemein saftige Merlot vom Château Haute-Lambert 2010 zeigte, wie wunderbar gute Bordeaux reifen können.

Gastgeber Florian Werner (l.), Sommelier Karl-Heinz Pale

Florian Werner, der 43. Gastgeber in der Hospiz Historie, führt das Haus mit Unterstützung seiner Frau und seinen Eltern. „Ich brenne für die Hotellerie und bin in diesem Haus aufgewachsen, dementsprechend viel Herz und Seele ist bei uns zuhause schon seit dem Schaffen meines Großvaters“. Weit über alle Grenzen hinaus bekannt ist auch der Weinkeller des Hospiz Alm Restaurants, der die private Großflaschensammlung von Alt-Wirt Adolf Werner beinhaltet, die in Europa als einzigartig gilt. Unterhalb der Piste finden sich dort Flaschen in Sonderformaten, die alle exklusiv für die Hoteliersfamilie schon seit mehr als 30 Jahren von den besten Weingütern im Bordeaux abgefüllt werden.

Bereits seit 1956 begrüßt Gastgeberfamilie Werner ihre Gäste im Feriendomizil St. Christoph am Arlberg in Österreich. Der kleine Ort oberhalb von St. Anton auf 1.800 Metern Seehöhe will seine Gäste von der ersten Minute in den Bann ziehen, was alleine schon durch das Bergpanorama gelingt. Im Stammhaus Arlberg Hospiz Hotel finden Urlauber in 60 verschiedenen Zimmern und Suiten eine hochwertige Unterkunft. Für all jene, die nach Privatsphäre und exquisiten Hotelservice suchen, setzte Hotelier Florian Werner mit den arlberg1800 Chalet Suitenauf eine neue Qualität. Die beiden Landhäuser mit vertäfelter Außenfassade sind unterirdisch über eine Gangway mit dem Hotel verbunden. Dort angekommen, finden sich 17 individuelle Einheiten mit einer Größe von 85 bis 270 Quadratmetern auf zwei Stockwerken. Jede der Chalet Suiten ist nach einem renommierten Pianisten benannt und in Privatbesitz. Alle Eigentümer konnten ihren alpinen Traum umsetzen. Mit zwei bis fünf Schlafzimmern en suite bieten die Wohnungen genug Platz für mehrköpfige Familien oder befreundete Paare. Die Krönung ist das Chalet Skyfall mit drei Suiten und imposanten Penthouse. Die Übernachtungspreise beginnen bei 1.294 Euro für bis zu vier Personen in der Chalet Suite Louis Armstrong. Am 14. Dezember 2020 startet die Wintersaison im arlberg1800 Resortmit seiner schneesicheren Lage am Arlbergpass.

Die verschiedenen Zimmer, Chalet Suiten und Alm Residence Suiten im Arlberg Resort sind zum Teil traditionell eingerichtet, können aber auch modernsten alpinen Schick aufweisen.  Bei vielen Zimmern gehören Weinklimaschränke zur Grundausstattung. Manche der Chalet Suiten besitzen darüber hinaus noch Highlights wie Heimkino, eigenes Dampfbad oder Sauna. Von den Balkonen oder Terrassen der einzelnen Apartments genießt man atemberaubende Ausblicke in Bergwelt.

Die Wintersaison 2020/21 wird die letzte in dieser bisher dagewesenen Form sein, denn es gibt bereits große Ausbaupläne und ein Jahr in Anspruch nehmende Arbeiten für das Hospiz Hotel, die eine Investition in Millionenhöhe erfordern. Alles im Großformat eben.

Ludwig Fienhold

 

Hospiz Alm Restaurant

Weitere Informationen finden sich unter www.arlberg1800resort.at.

Photocredit: Barbara Fienhold, Arlberg Hospiz Hotel




Paukenschlag: Das Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt schließt

Probleme durch Corona und ausbleibende Messebesucher

 

Das einzige privat geführte Luxushotel der Stadt liegt zwar strategisch sehr günstig direkt an der Messe. Doch wenn dort wie in diesen Corona-Zeiten nichts los ist nutzt auch die beste Location nur wenig. Von der Schließung des Grandhotels sind insgesamt 350 Mitarbeiter betroffen, 63 werden nicht weiter beschäftigt werden können. Die Frankfurter trauern vor allem um Jimmy´s Bar, eine der letzten Zigarrenbastionen und Promi-Treffpunkt (im Bild oben).

Das üppig mit Luxusinventar und antiken Möbeln ausgestattete 5-Sterne-Hotel schließt endgültig gegen Ende des Jahres. Steht das Hotel zum Verkauf oder wird eventuell ein Boardinghouse daraus? Wie auf Anfrage zu erfahren war,  steht eine abschließende Entscheidung über die Immobile, das Inventar oder über eine alternative Nutzung derzeit noch aus. Die Unternehmensgruppe prüft sämtliche Optionen.

Hessischer Hof

„Die durch die Corona-Pandemie bedingten tatsächlichen Verluste im laufenden Geschäftsjahr im Grandhotel Hessischer Hof sowie die weiterhin zu erwartenden starken Umsatzeinbrüche in der Business- und Messehotellerie am Messestandort Frankfurt zwingen uns zu einer Portfolioanpassung innerhalb der Unternehmensgruppe Prinz von Hessen“, so Donatus Landgraf von Hessen.Um die Zukunftsfähigkeit der Gruppe während der Corona-Krise und darüber hinaus zu sichern, hat der Vorstand der Hessischen Hausstiftung nach intensiver Prüfung beschlossen, das Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt im 4. Quartal dieses Jahres zu schließen.

„Der Entschluss ist schmerzhaft aber er dient dem Schutz der gesamten Unternehmensgruppe. Alle Prognosen weisen klar darauf hin, dass sich die Segmente Tagungen, Messen sowie Geschäftsreisen nur sehr langfristig erholen werden und auch in den kommenden zwei Jahren mit weiterhin hohen Verlusten gerechnet werden muss. Wir erwarten in der Zukunft nachhaltige Veränderungen im Geschäftsmodell der Businesshotellerie“, so Donatus Landgraf von Hessen weiter.

Die Unternehmensgruppe Prinz von Hessen wird Verbindlichkeiten aus bestehenden Verträgen gegenüber betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis zu deren letzten Arbeitstag vollumfänglich erfüllen, heißt es offiziell. Insgesamt werden 63 Mitarbeiter von 350 Mitarbeitern in der gesamten Gruppe betroffen sein. Dies entspricht einem Anteil von unter 20 Prozent der gesamten Belegschaft und knapp 30 Prozent der Hotels.

 

Photocredit: Hessischer Hof




Top oder Flop: Gault & Millau Deutschland 2021

Der neue Gourmet Guide erscheint am 30. November

 

Der neue Gault & Millau soll am 30. November erscheinen, mitten in der Corona-Krise, wo die Gastronomie – und mit ihr viele Gäste – sorgenvoll in die Zukunft blickt. In dem Restaurantführer werden die 500 besten Adressen in Deutschland präsentiert und bewertet, außerdem weitere 500 Empfehlungen ohne Wertung vorgestellt. Im Gegensatz zu den bisherigen Gepflogenheiten, wird es keine Feier mit Preisübergabe in einem Hotel oder Restaurant geben können, sondern lediglich eine virtuelle Award-Verleihung am 26. November. Im Rahmen dieser ungewohnt trockenen Darstellung wird auch der „Koch des Jahres 2021“ gekürt. In den Jahren zuvor wurden über 1000 Restaurant getestet und bewertet. Der langjährige Chefredakteur und spätere Herausgeber, Manfred Kohnke, spricht deshalb bei der deutlich schlankeren Version des neuen Gault & Millau von einem Armutszeugnis, weil nur besuchte und getestete Lokale einen Erkenntnisgewinn bringen würden. Ob es Überraschungen geben wird, erfahren Sie hier wie stets aktuell im BISS-Magazin.