Luxuriöse Neueröffnung am Gardasee: Eala My Lakeside Dream

Große Suiten, Wellness-Oase und Privatstrand

 

Während in Deutschland die Hotels zwangsgeschlossen bleiben, regt sich überall auf der Welt das Hotelleben. Sogar durch spektakuläre Neueröffnungen, wie jetzt mit dem „Eala, My Lakeside Dream“ in Limone sul Garda am Westufer des Gardasees. Große Suiten, teilweise mit privatem Pool und Spa, eine Wellness-Oase, sowie ein kleiner Privatstrand sollen Urlauber locken.

Der Hotelname wirkt etwas gespreizt, niemand wird je das Hotel so nennen und es kurz Eala oder eher noch Lakeside Dream nennen. Aber Hotelbesitzer wollen ja oft etwas mehr als notwendig und sei es nur ein umständlicher Name. „Eala“ bedeutet im Keltischen „Schwan“, was mit dem Gardasee schwer in Verbindung zu bringen ist. So oder so werden 67 Suiten angeboten, die fünf unterschiedliche Themen aus der Natur widerspiegeln. Höhepunkt ist die Royal Suite Awen mit 220 Quadratmetern Gartenfläche, eigenem Pool und einer Panoramasauna. Die Wohneinheiten verfügen über großzügige Panoramafenster und Terrassen mit Seeblick, bis auf die Junior Suite Albus haben zudem alle Outdoor-Airpools, die Spa Suite Argantos und die Royal Suite Awen haben private Spas.

Sternekoch Alfio Ghezzi (Bild oben) ist für die beiden Restaurants des Hauses verantwortlich und will eine kreative Gardasee-Küche mit Produkten aus der Region anbieten.

Die Inhaberfamilie Risatti lebt seit drei Generationen in dem kleinen Ort am Gardasee. Das neue Hotel Eala richtet sein Angebot ausschließlich an Erwachsene, Jugendliche ab 16 Jahren sind auch willkommen.

Photocredit: Eala Hotel




Gastro-Krise: Die Terrasse ist keine Lösung

Außenbereich wird als unwirtschaftlich betrachtet

 

Sieben Monate Lockdown

und kein Ende in Sicht

 

„Ich will keine Unterstützung, ich will einfach nur wieder arbeiten und mein eigenes Geld verdienen“. Mit diesen Worten brachte es ein Frankfurter Gastronom bei einer Diskussion mit städtischen Politikern auf den Punkt. Auch die Öffnung der Außenbereiche wird von der deutschen Gastronomie kritisch gesehen, weil sie zu keiner grundsätzlichen Besserung beiträgt. Nach einer Umfrage des deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga sehen über 80% des Gastgewerbes eine Öffnung der Außengastronomie als unwirtschaftlich.

 

Viele Betriebe haben gar keine Terrasse

 

63 Prozent der Betriebe bezeichnen die Entscheidungen der Bund-Länder-Konferenz als „katastrophal“, 24,9 Prozent als „schlecht“. Zudem schätzen mehr als drei Viertel der Gastgeber eine Öffnung nur der Außengastronomie als nicht wirtschaftlich ein. „Bei den Unternehmern und Mitarbeitern in der Branche machen sich Verzweiflung, Perspektivlosigkeit und Zukunftsängste breit“, sagt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. „Ende März befinden sich die Betriebe seit Beginn der Pandemie sieben Monate im Lockdown.“ Die in Aussicht gestellte Öffnung der Außengastronomie ab 22. März sei keine echte Perspektive. 83,2 Prozent der befragten Betriebe verwiesen darauf, dass die Wirtschaftlichkeit ihres Betriebes bei einer alleinigen Öffnung der Außengastronomie nicht gegeben sei. Hinzu kommt, dass viele Betriebe keinen Außenbereich haben.

 

Betriebsaufgabe

 

Die Lage im Gastgewerbe ist generell dramatisch. Die 6.500 Teilnehmer der Dehoga-Umfrage melden für den Februar Umsatzeinbußen in Höhe von 77,9 Prozent. Vom1. März 2020 bis heute brach der Umsatz um insgesamt 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein. Infolge der massiven Verluste, der fehlenden Perspektiven und der nicht ausreichenden staatlichen Hilfen bangen 72,2 Prozent der Unternehmer um ihre Existenz. Jedes vierte Unternehmen (24,8 Prozent) zieht konkret eine Betriebsaufgabe in Erwägung.

 

Unverschuldet in Not geraten

 

 

„Die zugesagten Hilfen fließen nach wie vor viel zu langsam und sind nicht ausreichend, um einen monatelangen Lockdown zu überstehen“, erklärt Guido Zöllick. „Angesichts der sieben Monate andauernden Schließung unserer Branche ist es Aufgabe der Politik alles dafür zu tun, dass die unverschuldet in Not geratenen Betriebe eine Chance zum Überleben haben und keinen Tag länger als gesundheitspolitisch geboten geschlossen bleiben“, sagt Zöllick. „Der Endlos-Lockdown ist keine Lösung.“ Auch der Frühling bringt keinen Hoffnungsschimmer.

Photocredit: Barbara Fienhold (Kunstaktion 1000 leere Stühle auf dem Frankfurter Römerberg)




Wein to go: Der Fass-Automat im Weinberg

Super süffige Idee von Winzern in Österreich

 

Immer mehr Winzer und Gemeinden in Österreich installieren originelle und gut temperierte Wein-Automaten für ein Picknick im Freien. Dies ist nicht nur eine Antwort auf die Schließung der Heurigen und anderer Gastronomiebetriebe, sondern soll auch weiter Bestand haben. Die Trinkbuden stehen in der Natur und an Plätzen, wo man sonst eher keinen Wein findet. Eine solch süffige Idee könnte man sich auch in Deutschland und seinen Weinregionen vorstellen.

Der Bio-Weinautomat der Familie Auer steht inmitten der Weinberge von Pfaffstätten, rund 30 Kilometer von Wien entfernt am beliebten Wanderweg, dem 1.  Wiener Wasserleitungsweg. Lukas und Mathias Auer haben ihre Idee vom Weinautomaten handwerklich gut umgesetzt und alles bedacht. Der Automat steht in einem Weinfass aus Holz, auf dem Dach wurden sechs Photovoltaikmodule aufgebaut, die den notwendigen Strom für den Automaten generieren. Im Inneren des Fasses befinden sich Batterien, welche mit der erzeugten Mehrenergie tagsüber aufgeladen werden und in der Nacht dann den Automaten mit dem notwendigen Strom versorgen. Somit ist der Bio-Weinautomat komplett autark. Er läuft zu Hundertprozent ökologisch, jede benötigte Energie wird direkt an Ort und Stelle produziert. Das Fass wurde auf einem Anhänger installiert und ist mobil.

Weinautomat im Weinberg

Auers´s Bio-Weine sind direkt am 1. Wiener Wasserleitungsweg zur Verkostung zu bekommen. Der Automat ist 24 Stunden, 7 Tage die Woche in Betrieb und enthält zu jeder Zeit gekühlte Weine, Gläser (kein Kunststoff) und andere Besonderheiten. Ausflügler können den Wein inmitten der Weinberge trinken und die Aussicht genießen –  an einem eigens hergerichteten Genuss-Platzerl auf selbstgebauten Paletten-Möbeln.

 

 

Photocredit: Weingut Auer




Deutschland versinkt im bürokratischen Corona-Sumpf

Kritisches Statement

vom Chef der Hoteldirektoren

Jürgen Gangl

 

Ein Jahr Corona und die Hotellerie findet nicht statt. Sie wird in möglichen Öffnungs-Überlegungen und Lockerungsplänen nicht einmal mehr erwähnt. Eine gesamte Branche wird von der Politik schlichtweg ignoriert. Wir werden „nach hinten verschoben“, „vertagt“, „folgen irgendwann“. Da stellt sich doch die Frage, ist das Vorsatz? Es ist erschütternd dabei zuzusehen, wie die Politik versucht, ihre Maßnahmen bestmöglich zu vermarkten und zu rechtfertigen, anstatt sich darauf zu konzentrieren, den Lockdown schnellstens abzuschaffen. Im Super-Wahljahr duckt sich das politische Berlin weg, und das auf Kosten der Bürger und ganzer Branchen, die mittlerweile nicht mehr nur am Rande der Existenz stehen.

Von allem zu wenig und alles viel zu spät

Immer wieder werden Lockerungen in Aussicht gestellt und Stufenpläne präsentiert, die kaum nachvollziehbar sind. Es wird gestritten und Schuld zugewiesen. Dabei liegen alle derzeit bekannten Mittel, die zur Bekämpfung der Pandemie notwendig sind, mittlerweile auf dem Tisch: Es gilt zu impfen, zu testen und Kontakte digital zu verfolgen. Doch in einem hochentwickelten Land wie Deutschland gibt es von allem zu wenig und alles viel zu spät: Es wurde zu wenig Impfstoff bestellt und der vorhandene dann auch noch schlechtgemacht. Schnelltests gibt es bereits seit dem vergangenen Sommer. Die wurden aber monatelang konsequent ignoriert. Nun werden sie als Wundermittel angepriesen, was sie bei Weitem nicht sind, und außerdem sind trotz vollmundiger Ankündigung kaum welche vorhanden. Ein Schnelltest, der laut Experten maximal sechs bis acht Stunden Gültigkeit besitzt, ist beim besten Willen keine Alternative zu einer Impfung. Dient vielleicht das Schnelltest-Desaster als PR-Maßnahme zur Ablenkung vom Impf-Debakel? Nicht zu vergessen auch die Millionen Euro für die Entwicklung einer Corona-App, die zur Verfolgung der Kontakte und damit zur Pandemiebekämpfung nicht wirklich viel beiträgt. Funktionierende digitale Systeme aus der Privatwirtschaft werden einfach – ich mag es kaum sagen – ignoriert. Dann wären da noch die Gesundheitsämter, die nach wie vor per Fax kommunizieren.

Politisches Versagen

Insgesamt versinkt Deutschland in einem bürokratischen Corona-Sumpf. Aber Bürokratie und Pandemie gehen einfach nicht Hand in Hand. Wer das für zu viel Politiker-Schelte hält, der sollte nicht übersehen, dass das immer offensichtlichere politische Versagen enorme, nicht wieder zu reparierende Negativ-Auswirkungen insbesondere auch auf die Hotellerie hat. Der wurde jüngst vom RKI hoch offiziell bestätigt, kein Pandemietreiber zu sein und über exzellente Hygienemaßnahmen und Sicherheitspläne zu verfügen. Die stringente Ignoranz gegenüber unserer Branche ist schon lange nicht mehr mit Inzidenzen, Wellen und Mutanten zu rechtfertigen. Vor einem Jahr kam die Pandemie aus heiterem Himmel als „höhere Gewalt“ über uns. Seitdem hatten wir Zeit, viel darüber zu lernen.

Mit der Geduld am Ende

Es ist uns allen klar, dass wir mit dem Virus leben müssen. Wir wissen auch, wie das ganz pragmatisch funktionieren kann. In den USA beispielsweise läuft derzeit eine Impfkampagne sondergleichen. Nachdem dort die Impfungen zu Beginn noch schleppend anliefen, wird nun im Rekordtempo geimpft. Zuletzt sind im Schnitt 2 Millionen Impfdosen am Tag verabreicht worden. Deutschland kommt auf etwas mehr als 200.000. Wenn die USA voraussichtlich im Mai durchgeimpft sind, sind wir schlimmstenfalls noch im Lockdown. Spätestens angesichts solcher Zahlen kann sich kein Politiker in Deutschland mehr aus der Verantwortung ziehen und die Situation weiter verschleppen. Wir haben ein Jahr lang alles mitgetragen, unsere Geduld kann nun wahrlich nicht mehr weiter strapaziert werden. Wir haben gelernt, mit Verantwortung umzugehen, unsere Politik bleibt uns da einiges schuldig.

 

Kolumnist Jan Fleischhauer in Focus Online

 Ich schalte den Fernseher aus, wenn Angela Merkel auftaucht. Ich ertrage es einfach nicht mehr: die tantenhafte Selbstzufriedenheit, mit der jede Nachfrage weggebügelt wird, die Nachlässigkeit in der Wortwahl, die ein fundamentales Desinteresse an den Folgen der eigenen Politik verrät. Wenn Angela Merkel in einem Nebensatz fallen lässt, dass man Schulen, Theater und Sportvereine öffnen werde „und eines Tages die Hotels“, ist das für Menschen, deren Existenz an so einem Hotel hängt, ein Satz, der sie um den Schlaf bringt. Eines Tages? Auf Focus Online kam eine Hotelbesitzerin zu Wort, die berichtete, dass sie von diesem Satz jetzt nachts träume.“

Photocredit: HDV Deutschland




Villa d´Este am Comer See: Schaukelnde Träume

Zwei Legenden am See

 

250 Jahre

Bootsmanufaktur Riva

 

Hotelgäste genießen exklusiven Einstieg

 

Zwei Ikonen – ein See: Gäste der Villa d ́Este, die vom eigenen Steg in See stechen, tun dies stilecht an Bord einer Riva. Das italienische Familienunternehmen ist Kult und liegt nur wenige Bootsminuten vom Luxushotel entfernt, seit jeder verbindet die beiden eine enge Partnerschaft. Cantiere Ernesto Riva, der Name ist Legende. Jetzt kann die Bootsmanufaktur auf  250 Jahre zurückblicken.

Gäste der Villa d’Este können die schnittigen Motorboote und Yachten privat buchen und die Produktionsstätte in Laglio besuchen, wo das heutige Familienoberhaupt Daniele Riva mehr über den Bootsbau am Comer See und prominente Riva-Fans verrät.

Bis heute legt das Familienunternehmen größten Wert auf edelste Materialien, elegantes Design und gewissenhafte Facharbeit. So stammt das verwendete Holz aus den verschiedenen Regionen Italiens, 25 Farbschichten sollen vollendete Optik schaffen. Highlight für die Gäste ist es eine Riva selbst zu erleben, direkt am Steg der Villa d’Este bei einer exklusiven Fahrt mit dem hauseigenen Boot.

Die zu den Leading Hotels of the World gehörende Villa d‘Este hat 152 Zimmer und Luxussuiten sowie vier edle Privatvillen und liegt direkt am Ufer des Comer Sees, der mit seiner beeindruckenden Landschaft als schönster See Italiens gilt und für viel Glamour steht. Das Anwesen beeindruckt nicht nur mit seiner außergewöhnlichen Atmosphäre und der unter Denkmalschutz stehenden Architektur, sondern auch mit seiner weitläufigen Parkanlage, dem berühmten Nymphäum mit seinen zahlreichen Brunnen- und Wasserspielen sowie dem auf dem See schwebenden Pool. Die Villa d ́Este liegt rund 40 Autominuten vom Flughafen Mailand-Malpensa entfernt. Das Hotel eröffnet wieder am 28. April 2021.

Photocredit: Villa d´Este




Gerbermühle: Legende kommt in neue Hände, Gekko übergibt an Bumb

Küchenchef

Jörg Ludwig  bleibt

 

Beliebtes Frankfurter Ausflugsziel

 

Die Gerbermühle wird künftig von der Binding Brauerei gepachtet und von Familie Hirsch betrieben. Als Besitzer der Liegenschaften bleiben die bisherigen Betreiber Micky Rosen und Alex Urseanu von der Gekko Group auch weiterhin mit der Gerbermühle verbunden. Die neuen Betreiber aus Sachsenhausen sind keine Unbekannten in der Frankfurter Gastro-Szene: Mit ihrem Bumb Junior Finest Cateringbringt Familie Hirsch knapp 30 Jahre Erfahrung in der Frankfurter Gastronomie mit. Sie will das Haus nach einem offiziellen Statement im Sinne der Eigentümer fortführen. Dazu zählt auch, dass alle Arbeitsplätze in Hotel und Restaurant erhalten bleiben.

Gerbermühle, Hotel-Lobby

Die Gekko Group reduziert damit ihr Portfolio und will sich weiter auf den Ausbau der Marken Roomers, Gekko House, Moriki und Chicago Williams konzentrieren. „Wir sind sehr froh, mit der Binding Brauerei als Pächter und mit der Familie Hirsch als Betreiber zwei sehr erfahrene und renommierte Partner als Nachfolger gefunden zu haben, die das Restaurant und das Hotel in unserem Sinne weiterführen werden“, kommentieren Micky Rosen und Alex Urseanu die Übergabe der Gerbermühle. „Mit dem Roomers ParkView am Grüneburgpark haben wir ein sehr spannendes Projekt in der Pipeline. Außerdem prüfen wir derzeit noch ein paar weitere Projekte.“

Die „Gekkos“ übernahmen die Gerbermühle im Jahr 2007 und bauten diese um und aus. Viele Frankfurter, welche die geschichtsvolle Gerbermühle nicht nur als Goethes Liebesnest schätzten, sondern den Bau gerne weiter im alten Zustand gesehen hätten, waren über die Entwicklung wenig erfreut. Trotz der Modernisierung ist die Gerbermühle eines der beliebtesten Ausflugsziele der Frankfurter geblieben. Die Lage am Main und der große Biergarten sind ein Garant dafür. Die Küche unter der Führung von Jörg Ludwig hat zum Erfolg beigetragen.

Photocredit: Gekko Group




Restaurant Trares: Christopher Crell geht, Thierry Felden & René Postel kommen

Gastronom ist

vom Lockdown genervt

und zieht nach Portugal

 

Gastronom Christopher Crell aus Frankfurt hat die Nase voll vom ewigen Lockdown in Deutschland und wandert nach Portugal aus. Sein Restaurant Trares im Nordend übernimmt am 1. März Thierry Felden, Küchenchef wird René Postel, der zuvor im Restaurant Frankfurter Botschaft gute Leistungen zeigte und unter anderem bei Alfred Friedrich in der Golden Kron mit am Herd stand. Thierry Felden ist in der Gastronomieszene sehr bekannt und hatte bis vor kurzem die Frankfurter Botschaft als Restaurantleiter geführt. Zu seinen Stationen gehörten außerdem Ernos Bistro, die Villa Merton und das Micro von Mario Lohninger.

René Postel

Als Christopher Crell im August 2015 sein Trares eröffnete, ging er voller Elan an den Start. Seit Corona ist alles anders. Crell, der stets die unverhältnismäßig restriktive Corona-Politik kritisierte, sah keine andere Möglichkeit mehr, als sein Lokal aufzugeben. Crell ist einer der wenigen in der Branche, der seine Meinung offensiv äußert und Haltung zeigt. Er sehe für sich keine Chance mehr in Deutschland, weil er den Lockdown weder psychisch noch wirtschaftlich überstehen könne. Zudem habe er weder für November noch Dezember die versprochenen staatlichen Hilfen bekommen. Und das bei ausbleibenden Einnahmen.

Christopher Crell

Christopher Crell (Bild oben) hatte schon immer ein Faible für Portugal, das Land, die Menschen, die Weine und das Essen. Bei vielen Reisen wurde aus Sympathie Liebe, jetzt ist die Zeit reif für einen Sprung in ein neues Leben. Crell hat ein kleines Stück Land gepachtet und will dort in einem Häuschen leben. Wie schon jetzt, möchte er weiter visuell mit seinen Küchen-Ideen präsent bleiben, ob auf Youtube, Instagram oder bei privaten Sendern. Christopher Crells Geschäftspartner, Christian Weber, nimmt sich erst einmal eine längere Auszeit.

Thierry Felden

Was wird sich am Restaurant Trares ändern? Wie Thierry Felden im Gespräch erklärte, will man die Terrasse noch etwas verschönern und den Innenhof beleben, der bei vielen gar nicht bekannt ist. Die Küche von René Postel wird in etwa so ausfallen, wie in der Frankfurter Botschaft, „eher noch einen Tick besser.“ Das ist ein Wort, denn dort waren die Küchenleistungen von Postel bereits sehr gut, wie unser letzter Besuch zeigte. Die Weinkarte im neuen Trares soll nach den Worten von Thierry Felden keinen Mainstream bieten und eher unbekannte Weingüter zu fairen Preisen auflisten. „In Südfrankreich habe ich ein paar sehr schöne Entdeckungen gemacht, die auch preislich interessant sind.“ Klar, dass Thierry Felden bei seiner Weinkarte einen französischen Akzent setzen möchte, er will aber auch lokale und regionale Erzeuger berücksichtigen. Mit dabei ist in jedem Fall Andreas Schneider mit seinen Apfelweinspezialitäten. Das neue Trares startet zunächst mit einem kleinen Team. Man ist bereits gut aufgestellt, aber für einen Koch wäre noch Platz. Thierry Felden will den Namen Trares behalten. Wer rätselt, was dieser bedeuten mag, bitteschön: Es ist der Name der Hausbesitzerin, der Christopher Crell zu besonderem Dank verpflichtet ist.

Ludwig & Barbara Fienhold  

 

Photocredit: Barbara Fienhold, privat




Masterpiece-Hotel für die Insel-Legende Capri

Restart einer Insel-Ikone

 

Zwei-Sterne-Koch will authentische Küche servieren 

 

Ab April 2022 soll ein neues Schmuckstück auf der Insel Capri glänzen: Die Oetker Collection und Reuben Brothers verwandeln Capris erstes, im Jahr 1822 erbautes Hotel in ein elegantes und exklusives Haus mit 50 Zimmern und Suiten. In unmittelbarer Nähe zur berühmten Piazzetta gelegen, umfasst das Hotelensemble ein Rooftop-Restaurant und eine Rooftop-Bar mit atemberaubendem Blick, einen eigenenBeachclub, ein neues Pool-Deck sowie ein Spa und High-Fashion Boutiquen. Das Hotel La Palma wird die neu gestaltete Inkarnation des ursprünglichen Hotels, das über so viele Jahre hinweg Zuhause namhafter Künstler, Dichter, Schriftsteller und Musiker aus aller Welt war. Nach der Wiedereröffnung soll es erneut zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Insel werden.

 

Capri, La Palma Hotel, Rooftop-Restaurant

Bei der Umgestaltung des 50-Zimmer- und Suiten-Hotels im pulsierenden Zentrum Capris wurde darauf geachtet, diese Ikone aus dem Jahr 1822 neu zu interpretieren und damit die Geschichte des ersten und ältesten Hotels der Insel zu würdigen. Getreu der Mission, an besonderen Orten besondere emotionale Verbindungen zu schaffen, soll das erste italienische Masterpiece Hotel der Oetker Collection das Lebensgefühl der Insel widerspiegeln. Das Hotel befindet sich im Besitz von Reuben Brothers und stellt den jüngsten Meilenstein ihrer europäischen Development-Aktivitäten dar.  Dazu gehört auch legendäre Nachtclub La Taverna Anema e Core, einer bei vielen Prominenten beliebter Hot-Spot der Insel, der ebenso Teil des Gebäudeensembles ist. Das Hotel La Palma bietet zwar ein gänzlich neues Pool-Deck samt Bar, doch der eigene Beach Club an der Südküste Capris ist auch nur eine kurze Autofahrt entfernt.

Während der Renovierung wird die Zimmeranzahl des Hotels reduziert, von 80 auf 50 Zimmer, darunter 18 Suiten, alle mit eigenem Balkon oder Terrasse. Im Herzen der Insel gelegen, ist das Hotel ein guter Ausgangspunkt für die Entdeckung der Sehenswürdigkeiten, etwa der nadelförmigen Felsenformationen Faraglioni oder des Augustusgartens,  selbst die berühmte Blaue Grotte ist schnell erreichbar. Für die Augen bietet Capri viel, aber auch für den Gaumen. Gennaro Esposito, der sich weit über die Grenzen von Kampanien mit seinem Zwei-Sterne Restaurant Torre del Saracino einen Namen gemacht hat, ist für die gastronomische Leitung von Gennaro’s Restaurant (Bar und Terrasse) verantwortlich. Inspiriert vom Purismus der Kochkunst Capris in den 50er Jahren, will er für eine unprätentiöse und authentische mediterrane Küche sorgen. Einen atemberaubenden Blick auf Capri und das Meer bietet das Rooftop-Restaurant & Bar Bianca, das bis spät in die Nacht geöffnet hat. Und jetzt bitte schon mal die Platte von Rudi Schuricke auflegen, „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“.

Frederic Boländer




Braucht es jetzt einen Michelin? Neue Sterne für Mainz

Nach dem Brand: Drei Sterne für temporaire Schwarzwaldstube in Baiersbronn

 

Klaus Erfort verliert

seinen dritten Stern

 

Die Restaurants haben geschlossen, der Guide Michelin 2021 öffnet seine Seiten. Überraschungen gab es nur ganz wenige. Die eigentliche Überraschung ist höchstens, dass es trotz der Lage überhaupt schon jetzt einen Michelin geben kann. Für Diskussionsstoff dürfte die Abwertung von Klaus Erfort aus Saarbrücken sorgen, der aus dem Olymp der Drei-Sterne-Köche verstoßen wurde und jetzt mit zwei Sternen auskommen muss.

Die Verleihung wurde digital aus einem Pariser Studio vorgenommen. Die Moderatorin Anette Burggraf, welche die ausgezeichneten Köche mit den immer gleichen banalen Fragen quälte, hätte es durch ihre peinliche Moderation fast geschafft, dass man schon gleich am liebsten davongelaufen wäre. Wir hielten durch und konnten eine mit Werbung gespickte Preisverleihung erleben, bei der Michelin-Chef Gwendal Poullennec die Preise virtuell überreichte. Der Michelin erscheint am 10. März.

Mainz holt kulinarisch stark auf: Tobias Schmitt, der erst vor kurzem vom Frankfurter Lafleur ins Favorite nach Mainz wechselte, kann sich jetzt mit einem Stern schmücken. Ebenso Philipp Stein von Steins Traube in Mainz-Finthen. Torsten Michel von der temporaire Schwaldwaldstube in Baiersbronn , dessen Bewertung wegen des Brandes in der ehemaligen Schwarzwaldstube ausgesetzt wurde, erhielt in diesem Jahr nun die drei Sterne zurück. Klaus Erfurt in Saarbrücken verliert seinen dritten Stern. Dem Frankfurter Tigerpalast wurde der Stern gestrichen. Hans Haas erhielt den neuen „Mentor Chef Award“.

Hannes Finkbeiner & Torsten Michel

Außerdem 17 neue Bib Gourmand-Adressen für gute Küche zu fairen Preisen. Insgesamt enthält der Guide 327 Häuser, in denen Gäste ein komplettes Drei-Gänge-Menü für maximal 39 Euro bekommen. Es wurden auch auffällig viele Bibs gestrichen, was wohl der wirtschaftlichen Schieflage vieler Lokale geschuldet ist. 

Viele würden jetzt sicher gerne in einige der ausgezeichneten Lokale gehen, werden aber durch falsche politische Entscheidungen daran gehindert.

 

Hier mit einem Klick alle neuen, alten und gestrichenen Michelin-Sterne aufrufen:

 

Neue Sterne und verlorene Sterne

 

Bib Gourmand

 

Photos: Screenshots aus der Live-Übertragung




Wird die Villa Kennedy eine Senioren-Residenz?

Frankfurt könnte wieder

ein Luxushotel verlieren

 

Könnte es sein, dass Frankfurt nach dem Verlust des Hessischen Hofs ein zweites Luxushotel verlieren wird? Die Villa Kennedy wurde verkauft, die weitere Nutzung hängt auch von der Entwicklung auf dem Hotelmarkt ab, der gerade alles andere als stabil ist. Es ist sogar denkbar, dass aus dem 5-Sterne-Hotel eine Senioren-Residenz werden könnte. Eine entsprechende Prüfung dieser Möglichkeit hat bereits stattgefunden. Auf der anderen Seite läuft der Mietvertrag mit dem Hotel noch viele Jahre.

Neuer Eigentümer des Hotels ist der ebenfalls in Frankfurt ansässige Immobilieninvestor Conren Land. Der Besitz wechselte, wie die Immobilien-Zeitung schreibt, für eine Summe im oberen zweistelligen Millionenbereich. Der Verkäufer der Villa Kennedy, das Immobilienunternehmen DIC  Asset AG in Frankfurt, reduziert damit weiter sein Hotelgeschäft.

Betreiber des Fünf-Sterne-Hotels, das mit knapp 20.000 Quadratmetern Mietfläche fast die gesamte Immobilie umfasst, ist die in London residierende Rocco Forte Gruppe, die ein Dutzend Luxushäuser in Europa führt. Der Bau des gesamten Ensembles der Villa Kennedy kostete 72 Millionen Euro. Das 2006 eröffnete Luxushotel hat 127 Zimmer und 36 Suiten. Historisches Herzstück der Anlage ist die denkmalgeschützte Villa Speyer, die 1901 für Eduard Beit von Speyer errichtet wurde.

 

Photocredit: Barbara Fienhold