Champagner: Flöten und Schalen sind tabu, bauchige Gläser bringen Genuss

Über eine Million Bläschen

fördern den Geschmack

 

Online-Verkostung

mit gut aufgelegten Experten

 

Wer Champagner aus gläsernen Pumps von Schuhdesigner Louboutin trinkt, kann immerhin noch als Extravaganz gelten. Wer aber zu Flöten und Schalen greift, ist ein hoffnungsloser Fall. Diese antiquierten Trinkgefäße hausen jedoch immer noch in vielen Wohnstuben. Sie fördern nicht den Genuss und verhindern die Geschmacksbildung. Zu diesem Thema versammelte sich eine Schar von Experten und Amateuren bei einer Online-Verkostung von Champagner mit verschiedenen Gläsern. Die Ergebnisse scheinen glasklar, oder doch nicht?

„Jeder soll sein Lieblingsglas finden, wir wollen niemand bevormunden“, meinte der gelernte Koch und Sommelier Gerhard Retter, der auch wegen seiner offenherzigen saloppen Art als fernsehtauglich gilt und dort immer wieder auftaucht. „Der Moussierpunkt ist wichtig“, stellte Sebastian MacLachlan fest, der als Glasexperte für Schott-Zwiesel arbeitet und unter anderem früher einmal Sommelier im Spitzenrestaurant „Ente“ im Nassauer Hof in Wiesbaden war. In die Schott-Zwiesel Gläser wurden in den Glasboden fünf winzige Punkte gelasert, an dessen aufgerauter Stelle sich das C0 2 so sammelt, dass es zu einer Fontänenbildung kommt. „Champagner ist der einzige Wein, den man auch hören kann“, erklärte Christian Josephi vom Bureau du Champagne in Stuttgart. „In einem Glas finden sich über eine Millionen Bläschen.“ Die Perlage sieht aber nicht nur schön aus und prickelt auf der Zunge, sondern ist auch wichtig für den Duft und den Geschmack. Für den Physiker Gerard Liger-Belair, der auf diesem Gebiet forscht, sind die Bläschen sogar das Herzstück des Champagners. Bei einem guten Champagner entstehen viele kleine feine Bläschen. Diese platzen an der Oberfläche und geben Aromastoffe frei, die dazu beitragen das Bouquet voll zu entfalten.

In schmalen Flöten ist der Champagner eingesperrt und kann sich nicht entfalten. In Schalen geht er in die Breite und verflüchtigt sich schnell. Die richtige Glaswahl entscheidet jedenfalls über den Genuss. Die Teilnehmer erhielten vor dem Online-Tasting zwei gute Flaschen Champagner (Laurent-Perrier Brut Millesime 2008 und Nicolas Feuillatte Terroir Premier Cru)  sowie drei verschiedene Gläser der Schott Zwiesel Linie Vervino: Champagnerglas, Chardonnayglas und einen bauchigen Allrounder, alle mit Moussierpunkt. Keine mundgeblasenen filigranen Meisterstücke, sondern gute, alltagstaugliche, preiswerte Gläser, die sich beanspruchen lassen. Das Perlenspiel war in allen schön zu beobachten, doch der Geschmack entwickelte sich unterschiedlich. Jeder der Teilnehmer fand sein Lieblingsglas. Für uns war glasklar das bauchige und große Allroundglas der Favorit, weil sich darin der Champagner am besten und ausdrucksvollsten entwickelte. Die Online-Verkostung geriet ebenso unterhaltsam wie informativ. Keine leeren Luftblasen, nur feinste Champagnerbläschen.

Ludwig Fienhold

Photocredit: Barbara Fienhold




BKK Thai Street Food: Die neue Nr. 1 seiner Art in Frankfurt

Authentisch, originell und supergut

 

Endlich mal ein Thai mit beachtlicher Weinkarte

 

Von Ludwig Fienhold

Der Michelin vergibt seine Sterne gestaffelt für Lokale, die einen Stopp, einen Umweg und gar eine Reise wert sind. Wir würden für das neue BKK Thai Street Food jedenfalls auch einen längeren Weg in kauf nehmen. Die Küche ist von authentischer Finesse und zeigt eine Qualität, wie wir sie so bei keinem anderen Lokal dieser Spezies in Deutschland finden. Und: Endlich einmal ein Thai, der auch eine gute Weinkarte vorlegen kann.

Mananya

Die Betreiberin Mananya Chantarabamroong führt souverän und freundlich einen zauberhaften Service. Das Design ist von schlichtem Schick, bunt und heiter. Man sieht viele Accessoires aus der thailändischen Street Food Szene, die bunten Hocker sind ein signalstarkes Beispiel. In die farbenfrohen Emaille-Lunchboxen, Pinto genannt, mit denen die Kinder in Thailand auf den Schulweg gehen, haben wir uns sofort verliebt (siehe Foto). Im BKK Thai Street Food werden sie mit Finger Food aufgetischt. Man spürt bis ins Detail, mit welcher Liebe für die kulinarische Kultur des Landes hier gearbeitet wird. Kurzum: So pfiffig modern wie im BKK Thai Street Food kann man Tradition interpretieren und Gäste begeistern. Unter ihnen sieht man auffällig viele Gastronomen und Weinfexe. Wir sitzen gerne im Lokal mit Blick auf die offene Küche, beliebter sind bei den meisten die Hocker-Tische direkt auf dem Oeder Weg, die den Namen Street Food atmosphärisch einlösen.

Hoilai Pad Nam Prik Pao, die kleinen Venusmuscheln mit gerösteter Chilipaste, Thai-Basilikum und Knoblauch, sind grandios. Den wild-würzigen Sud kann man auch pur lustvoll löffeln. Pad Krapao ist ein Thai-Klassiker, aber so gut wie hier haben wir das Rinderhack (hochwertige argentinische Steakhüfte) mit Knoblauch, Chilis und Sojasauce selbst in Thailand selten erlebt. Auch beim Grünen Thai-Curry mit Hühnchen, Kokosmilch, Thai-Auberginen und Thai-Basilikum schmeckt man den Unterschied zwischen gut und sehr gut. Harmonisch, delikat und feine Schärfe. Die Kokosmilch fließt elegant mit ein und drängt sich nicht wie so oft als fette süße Paste auf. Bei der Bestellung wird der Gast gefragt, ob er sein Essen europäisch scharf oder thailändisch scharf möchte, wir mögen beide Varianten.

Pinto

Must-have: Knuspriger Schweinebauch mit Thai-Brokkoli sowie gehacktes Hühnchen mit Chili, Limetten, geröstetem Reis, Koriander, Pfefferminzblättern, Schalotten und Salat. Es gibt zudem Teller, die eigens auf Sharing & Caring abgestimmt sind: Einfach in die Tischmitte stellen und teilen. Vielleicht spürt man so am besten, wie emotional die Thaiküche ist.

Auf der Weinkarte findet man viele schöne Belustiger. Zum Einstieg etwa einen gereiften Pinot Brut Sekt von Dönnhoff oder den frischen leichten Carpe Noctem Prosecco vom Wine Punk Marco Zanetti. Der Pfälzer Friedrich Becker macht famose Weine, einige davon sind hier zu haben: Grauburgunder Grenzgänger, Riesling Muschelkalk oder der satte Pinot Noir, der mit seiner Kräuterwürze und noblen Beerenfrucht glücklich macht. Die Rieslinge von Corvers Kauter aus dem Rheingau oder Knipser aus der Pfalz sind eine sichere Bank. Mit dem legendären Scharzhofberger von Egon Müller von der Mosel hält man einen ungemein komplexen, tiefgründigen und aromareichen Wein bereit. Die dafür verlangten 189 € sind keineswegs strapaziös, denn dieser Ausnahmewein kostet für Endverbraucher im Laden auch schon 140 €. Die Weinkarte wurde gut auf die Speisen abgestimmt, was bei dieser Küche viel Fingerspitzengefühl und ausgiebiges Probieren erfordert.

Venusmuscheln

Die Chefin hat, wie üblich in Thailand, einen ziemlich langen Namen und wird auch nur „Jiab“ genannt, das Küken. So wurde sie schon von ihrem Vater gerufen. Ihr Mann, Chanon, ist Spross der Familie, die das Lokal Bangkok im Frankfurter Sandweg geführt hat – 1974 das erste Thai-Restaurant in Frankfurt und überhaupt in Deutschland. Gemeinsam führen Mananya und Chanon dieses Lokal weiter und haben jetzt mit dem BKK Thai Street Food eine großartige neue Version geschaffen.

BKK steht als 3-Letter Code für den Flughafen in Bangkok. Wir sind seit ewigen zwei Jahren gezwungener Maßen nicht mehr in Thailand gewesen, das BKK Thai Street Food spendet mehr als nur Trost.

BKK Thai Street Food, Frankfurt, Oeder Weg 14, Tel. 069 21 08 79 92. Mo-Fr. 12-14.30 + 18-22 Uhr, Sa + So 18-22 Uhr.

www.bkkthaistreetfood.com

 

Photocredit: Barbara Fienhold




Vinothèque Briedé: Neue Weinbar mit 100 Sorten by the Glass

Frankfurt hat eine coole

Adresse dazu gewonnen

 

Weinbar oder Vinothek nennen sich ganz trendsicher inzwischen viele. Aber so eine wie diese gibt es keine. Über 100 Weine stehen bereit, so gut wie alle auch glasweise. Das ist ein ungeheures Statement, zumal sich das Lokal nicht in der Innenstadt, sondern in einem bürgerlichen Wohnviertel an der Eschersheimer Landstraße befindet, wo wenige Walk-ins zu erwarten sind. Es gibt einige kleine Happen, wie man sie vielleicht von Tapas-Lokalen kennt, aber auch ziemlich interessante Pfannkuchen, süß und salzig. Der Betreiber Michel Briedé ist Holländer (rechts im Bild). Und kein Gastronom, sondern Weinliebhaber. Vielleicht fällt ihm deswegen auch das Lächeln leichter. Flüssige Intelligenz, gepaart mit Gastfreundlichkeit. Urteil: Unbedingt besuchenswert.

Es gibt zwar einige bekannte Weingüter auf der Karte, doch setzt Michel Briedé bei seinem recht individuellen und seiner Nase gehorchenden Konzept auf gute und bezahlbare Weine, Weine von unbekannten Talenten und Nischenprodukte. Die Weine sind moderat kalkuliert, was sich gerade bei einer ganzen Flasche bezahlt macht. Am Anfang muss es einfach ploppen. Den lustfördernden Champagner von Louis Armand gibt es zwar nur flaschenweise, aber die 50 € dafür sollten kein Hindernis sein. Der Crémant de Bordeaux Philippe Raguenot ist in vielerlei Hinsicht spannend. Ein Schaumwein dieser Appellation wird für die meisten eine Entdeckung sein. Dieser ungewöhnliche Rosé aus der Rebsorte Malbec ist hocharomatisch und duftet herrlich nach roten Beeren. Auf ganz trockene, saftige und animierende Art.

Die Tage für Rosé sind noch lange nicht vorbei und sollten eigentlich nie ganz aufhören. Für einen Rosé mit dem schönen Namen Wandering Grace ist immer Zeit. Er gewinnt durch einen aparten, sanften Auftritt und dezente Aromen von Erdbeere, Cranberry und rosa Grapefruit. Dieser Garnacha (Grenache) kommt aus Don Quijotes Windmühlenregion La Mancha. Hinter dem Wein stecken der Önologe Lauren Rosillo und Gregorio Bustos, ein spanischer Winzer, Unternehmer und Autor. Die Produktion ist auf wenige tausend Flaschen limitiert. Es gibt ausreichend viele gute Weine bei Michel Bridé, man könnte noch viele aufzählen. Vielleicht aber doch noch den Noir Reserve von Thörle aus Rheinhessen, der beerenstark, kräuterwürzig und erdig ist. Hervorragende Süßweine sind ebenfalls gelistet, glasweise oder als halbe Flasche. Ein komplexer Sauternes von La Tour Blanche oder vielschichtige Tokaji sind nicht oft zu haben.

So viele offene Weine glasweise, kann das gutgehen? Michel Briedé schwört auf das Coravin-System, bei dem der Korken nicht von der Flasche gezogen wird. Die Coravin-Nadel dringt in den Korken ein, ohne ihn zu verletzen. Wird die Nadel entfernt, so der Hersteller, nimmt der Korken wieder seine ursprüngliche Form an, womit kein Sauerstoff an den Wein gelange. Misstrauische können das ja jederzeit an Ort und Stelle überprüfen. Sie müssen nur oft genug kommen.

Ja, klar, zu Essen gibt es auch etwas. Man darf keine Restaurantküche erwarten, aber anspruchsvolle Kleinigkeiten. Dafür ist Michel Briedés Frau Katya verantwortlich. Die holländischen Bitterballen (frittierte Kroketten mit Kalbfleischmasse) sind ein Must-have. Die wirklich köstlichen Pfannenkuchen ebenfalls. Die Variante mit Hackfleisch, Mais, Zwiebel, Jalapeno und Salsa ist einfach gut. In Zusammenarbeit mit dem japanischen Küchenchef Hiro Sakai (The Sakai) entstand eine japanisch inspirierte vegetarische Version. Acht verschiedene Pfannenkuchen-Ideen warten auf die Gäste. Zudem Charcuterie mit verschiedenen Schinken und Salami sowie eine ausgesuchte Käseauswahl. Die Dosen mit Delikatessen aus dem Meer (Sardinen, Makrele, Tintenfisch, Thunfisch), wie sie derzeit sehr angesagt sind, machen auch Spaß.

Das neue Lokal hat durch die Lockdown-Affäre kaum Zeit gehabt, sich komplett aufzustellen. Die Weinkarte ist bislang eine Liste, bei der viele Fragen offen bleiben. Aber Michel nimmt sich Zeit und erklärt mit Freude sein Sortiment. Die metallischen Tische und Stühle auf der Terrasse erscheinen nicht optimal, weil zum Wein haptisch und optisch einfach Holz besser passt (so wie dies auch im Innenraum vorzufinden ist). Aber grundsätzlich hat Frankfurt diese neue, bemerkenswerte und gute Adresse als großen Gewinn zu sehen.

Ludwig Fienhold

 

Vinothèque Briedé, Frankfurt, Vogtstr. 43. Tel. 0171 410 5853.

Täglich 18 – Mitternacht, Dienstag geschlossen.

www.vinotheque-briede.de

 Photocredit: Barbara Fienhold

 

 

 




Oeder Weg Frankfurt: Wie eine Gastro-Meile unter die Räder kommt

Skandal-Politik: Fahrrad versus Lebenskultur

 

Die besten Adressen der Ess & Trink-Meile

 

Frankfurt wird gerädert. Die Politik will aus der Stadt einen Radfahrweg machen. Und verhindert damit das Fortkommen. Das Fortkommen der Gastronomie, der Geschäfte und überhaupt des wirtschaftlichen Handelns. Der Oder Weg ist exemplarisch für eine Entwicklung der schleichenden Idiotie und des Stillstands.

Es hat Jahre gebraucht, damit aus dem Oeder Weg eine lebendige Straße mit den unterschiedlichsten geschäftlichen und gastronomischen Angeboten werden kann. Das Nebeneinander von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern funktionierte so einwandfrei, wie das in einer Stadt eben möglich ist. Inzwischen wurde eine der wichtigsten Einkaufsstraßen der Stadt erheblich eingeschränkt. Alles, was geschehen ist und noch passieren wird, macht es den Autofahrern, Shoppern und Lieferanten schwer bis unmöglich die Geschäfte sorglos nah anzusteuern.

Sömmering Weinbar

Frankfurt soll in letzter Konsequenz autofrei werden. Welch ein Irrweg.

Der Oeder Weg besteht nun aus einer Schranke, Sperrzonen, Multifunktionsstreifen, Sicherheitstrennstreifen, roten Signalfarben. Schrecklich bunt und doch ganz fad im Geschmack. Die Augen schmerzen, der Verstand kann es nicht fassen. Hässlicher und abwegiger kann Verkehrspolitik nicht sein. In Frankfurt soll es wie im lahmgelegten Paris viele Tempo-30-Zonen geben, wo selbst die Feuerwehr ständig im Stau steckt und oft nicht rechtzeitig an der Brandstelle sein kann.

Tempo 30 für Autos? Dann sind nur noch die Radfahrer schneller unterwegs.

Es kommt einem vor, als ob die Behörden alles, was Freude macht, stören oder zerstören wollen. Der Bürokrat sitzt ja auch nicht in den Lokalen, der Bürokrat sitzt in seinem Büro und überlegt, wie er es Lokalen schwer machen kann, weil sie als Amüsierbetriebe eine Lebensfreude verbreiten, die ihnen wahrscheinlich fremd und unwillkommen ist.

Franziska Lück, Sömmering Weinbar

Franziska Lück von der Sömmerring Weinbar hat wie viele andere auch durch die Corona-Politik zu kämpfen und muss nun noch mehr unter Behördenwillkür leiden. Ihre kleine Terrasse ist das Aushängeschild, mit der sie auf sich aufmerksam machen kann. Sie befindet sich unmittelbar vor dem Eingang, wobei einige Tische und Stühle direkt vor dem Schaufenster am Gehweg stehen. Das alles soll nun nicht mehr sein, weil es die Fußgänger behindern würde. Das ist nicht nur verlogen und weltfremd, sondern in einer Weise geschäftsschädigend, die für die Gastronomin unerträglich erscheinen muss. Weil Franziska Lück ihre Terrasse weiter betrieb, wurde sie jetzt vom „Amt für Straßenbau und Erschließung“ wegen der „unerlaubten Nutzung“ mit einem Gebührenbescheid von 205 € bestraft. Sie wird dazu gezwungen, ihre ureigene Terrasse aufzugeben und auf die Straße zu verlagern. Diese muss sie auf eigene Kosten mit Pflanzenkübeln einzäunen, was nicht billig ist, aber offenbar Recht. Die Gäste sitzen nun auf der Straße und dürfen darauf hoffen, dass sie kein besinnungsloser Autofahrer von den Stühlen fegt.

 

Der Oeder Weg im Nordend ist im Gegensatz zur Freßgass in der Innenstadt eine gastronomisch wirklich interessante Meile:

Liebesdienste Wine & More von Gregor Bernd setzt auf Weine, wie man sie eher selten bekommt. Weine für Kenner und Individualisten. Auch glasweise stets tolle Entdeckungen. Dazu ausgesuchte Schinken und Käse. Am Weinfass oder auf der Holzbank lassen sich ganz rustikal großartige Weine genießen.

Die Sömmering Weinbar ist fast schon ein Lokal und bedient sich neben dem Standard wechselnder Köche mit Tellergerichten. Die Weinkarte reicht von normal bis sehr anspruchsvoll, die Schweizer Kultweine von Gantenbein haben selbst nur wenige Spitzenrestaurants zu bieten.

Das China-Lokal Yung ist derzeit bei dieser Spezies die Nummer 1 in Frankfurt. Allerbeste Dim Sum, eine erstklassige Peking Ente und einiges mehr.

Das vietnamesisch-asiatische Lokal Vipho ist sehr beliebt, auch bei Gastronomen. Bekannt für super Suppen, gegrillte Maishähnchen und das schöne Thai-Dessert Mango mit Sticky Rice.

Ein Zugewinn ist das BKK Thai Street Food. Solche Kinderhocker sieht man sonst wirklich nur in Bangkok. Authentisches Essen für Kenner und Liebhaber der Thai-Küche. Nix wie hin.

Das Café Kuku Vaia wird von dem Griechen Nesto Domanis betrieben, der zeigt, dass es neben guten Weinen aus seiner Heimat auch Fachleute gibt, die guten Kaffee zu machen verstehen. Sympathisch, gut und schön kaffeebraun gestaltet.

Ludwig Fienhold

 

Wir stellen den Oeder Weg und seine guten Adressen noch ausführlich vor.

Photocredit: B & L Fienhold

 

 




Check-in an der Bar: Das originelle Ruby Hotel in Frankfurt

Neue Lifestyle-Adresse mit toller Rooftop-Terrasse

 

Cool: Der Check-in findet digital an der Bar am Tresen statt. Kein steifer Rezeptionsblock mit formellen Mitarbeitern. Das schafft gleich eine lässige Atmosphäre. Die Bar als Entree in eine heitere Hotelwelt steht für ein ungezwungenes Programm.

Das Ruby Hotel will vom Eintritt an Spaß vermitteln. Originelle Accessoires, hier eine Gitarre an der Wand, dort unerwartete Graffiti auf den Teppichen oder an den Aufzugstüren. Allein der Gang zur Toilette verrät den Witz, der im Detail steckt: Man geht an vielen Türen mit dem Hinweis „Not this way“ vorbei, bis endlich die zwei richtigen Eingänge für Damen und Herren auftauchen.

Höhepunkt des Hotels ist wortwörtlich die Dachterrasse. Eine Oase mit Ausblick über die Dächer der Stadt, der eine neue Perspektive vermittelt. Meist erlebt man eine kontemplative Stimmung, zum Sundowner wird’s lebhafter. Die Musik ist handverlesen gut und kommt vom eigenen Radiosender der Hotelgruppe. Die Dachterrasse gehört zu den schönsten Plätzen in Frankfurt. Sie ist entspannt und will nicht schick und hipp, sondern einfach nur einladend sein. Die Terrasse könnte auch in Barcelona, London, Paris, oder New York auf einem Dach hausen. Sie passt sich einer guten Stadt an und hat doch einen ganz eigenen Charakter. Ob Kaffee, Cocktail oder Wein, in der Innenstadt haben wir den bestmöglichen Treffpunkt gefunden. Angenehmer und zentraler geht´s kaum. Gleich neben Goethestraße, der Flaniermeile Freßgass und dem feudalen Opernplatz. Wer hier logiert, spart sich eine Menge Fahrgeld, denn viele wichtige Ziele sind zu Fuß zu erreichen.

Die Bar ist kein Restaurant, sondern eben eine Bar. Es gibt einige sympathische Bissen, die rundlich freundliche und kleine Pizza mit Mailänder Salami, Pesto und Mozzarella ist schlicht und gut. Bei den Weinen ist der Pfälzer Emil Bauer eine sichere Wahl. Der Apfelwein „Gude Stoff“ kommt aus der Kelterei Heil und darf als Annäherung an auswärtige Gäste verstanden werden, die eher Angst vor richtig kantigem Apfelwein haben. Mit diesem Stoff werden sie jedenfalls eher einen freundlichen Durstlöscher erleben. Loben muss man das Aqua Monaco (6,50 € die Flasche), ein seidiges angenehmes stilles Wasser aus München. Der Kaffee Hausbrandt ist von sehr solider Qualität. Der Service ist sympathisch, freundlich und locker, vor allem die jungen Mitarbeiterinnen zeigen Einsatz, allen voran die „Zwillinge“.

Das Ruby Hotel bietet kleine, aber schicke Zimmer, sechs Kleiderbügel und keinen Schrank. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste beträgt 2,2 Tage, da reicht kleines Gepäck. Gesehen haben wir nicht nur junge Gäste, sondern auch jene, die Spaß an frischen Ideen und schönem Design haben. Musik spielt im Hotel eine wichtige Rolle, die Gäste können sich sogar eine E-Gitarre mieten.

Text: Ludwig Fienhold

Fotos: Barbara Fienhold

 

Ruby Louise Hotel & Bar, Cashless Zahlung nur mit Kredit- und EC-Karte, Frankfurt, Neue Rothofstr. 3, www.ruby-hotels.com Die Preise bewegen sich derzeit zwischen 73 und 158 €, an den Wochenenden ist es günstiger, zu Messezeiten teurer. Plätze für die Bar können nicht reserviert werden.




Gourmet-Hotel Giardino in neuem Look

Puristische Aromaküche

am Wasserteich

 

 

Das Hotel Giardino in Ascona gehört zu den schönsten und besten Hideaways in Europa und hat seit seinem Bestehen im Jahr 1986 viele exzellente Köche hervorgebracht. Wir erinnern uns noch gut und gerne an den fabelhaften Armin Röttele und seine Cucina della Passione, der dort zehn Jahre wirkte und maßgeblich die kulinarischen Entwicklung der gesamten Region und darüber hinaus in der Schweiz antrieb. Aktuell konnte der bayerisch-schwäbische Chefkoch Rolf Fliegauf für die Giardino-Hotels in Ascona und St. Moritz im Restaurant Ecco je zwei Michelin-Sterne erkochen. Fliegauf wurde außerdem 2019 mit 18 Punkten vom Gault & Millau Schweiz als Aufsteiger des Jahres ausgezeichnet. Er arbeitete unter anderem bei Harald Wohlfahrt in der Traube Tonbach und steht für eine puristische Aromaküche.

Das Hotel Giardino in Ascona ist aber auch ein optischer Leckerbissen. Gerade wurden Garten und Poolbereich mit Terrasse, Bar, Wintergarten, Lobby sowie der Yoga-Pavillon mit Unterstützung des Pariser Designers Daniel Pouzet neu gestaltet. Seine Projekte auf der ganzen Welt reichen vom Hotelresort auf den Philippinen bis hin zu Villen in Griechenland und auf Ibiza, einem ökologischen Haus in Mexiko oder schwebenden Möbeln des Herstellers Dedon.

Für Daniel Pouzet sind es die verschiedenen Stile, die dem Hotel Leben geben und die Organisation um den zentralen Wasserteich, die Terrassen, den Pool und Garten, die dafür sorgen, dass man sich sofort wohlfühlt. Bei der Neugestaltung war der Name „Giardino“ für den Designer eine große Quelle der Inspiration: „Man kann damit auf so viele Arten spielen. Was wir gemacht haben, ist ein kurzer Eingriff zur Auffrischung, der die Seele des Hauses beibehält.“ Leichtigkeit war das Ziel. Viel Weiß und helle Beigetöne überlassen der Natur die Bühne.




Bahnhofsviertel Frankfurt: Freudig erregt im Yaldy

Zwischen Suff

und Sinnlichkeit

 

Eine Lebenskulturmeile

mit Schandflecken

 

Von Ludwig Fienhold

 

Manchmal denkt man, dass so die Suff-Society aussieht. Das Nebeneinander von Kaputt und Charakter macht das  Bahnhofsviertel noch immer aus. Die Corona-Krise hat die Situation leider deutlich verschlechtert und das Quartier noch mehr ins Elend driften lassen. Umso mehr muss man die Gastronomen schätzen, die nicht aufgeben und weiterhin engagiert präsent sind. Ganz oben Stanley Diamond, Bar Shuka, Pik Dame, Kinley Bar und das noch relativ neue Yaldy (siehe BISS-Artikel Bahnhofsviertel: Ist der Zug abgefahren?). Das einst viel gefeierte Viertel nimmt Schaden, der immer schwerer zu beseitigen ist. Die Politik lässt einen besonders interessanten und vibrierenden Stadtteil im Stich und muss endlich verstehen, dass die totale Verwahrlosung droht. Die wurde nicht durch läppische und zu kurz greifende Maßnahmen aufgehalten, sondern bislang vor allem durch die Gegenwart einer Gastronomie, die internationales und gutes Publikum anzog und immer noch anzieht. Das sind die Leuchttürme in der Düsternis, die im Grunde subventioniert gehörten.

Andrei Lipan

Andrei Lipan

Im ebenso beliebten wie gefürchteten Moseleck trinken abenteuerliche Typen so lange an ihrem Bier, bis es warm wird. Im Yaldy kann man nur wenige Meter weiter auf den hohen Hockertischen der Straßenterrasse einen großartigen Gevrey-Chambertin von der Domaine Trapet trinken. Genau das macht nicht den Unterschied aus, genau das macht die Verbindung dieses so besonderen Quartiers aus. Das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen, auch der Ess- und Trinkkulturen.

Wenn man die Moselstraße entlanggeht und das Yaldy gleich neben dem Waschsalon sieht, glaubt man nicht, dass hinter den brüchigen Fassaden auch gute Weine aus Riedel-Gläsern getrunken werden. Einen großen Burgunder wie den von Trapet oder einen erstklassigen Chablis Montée Tonnerre von Laroche. Es gibt auch keinen livrierten Sommelier, sondern den saloppen Andrei Lipan, der sich mit T-Shirt und Sneakers wohl fühlt. Der Mitbetreiber des Yaldy hat ein Näschen für gute Weine und verfährt nach dem Motto „Learning by Drinking“.

Lamm

Oliver Selzer

Im Yaldy findet man auch gute und szenetaugliche Weine, wie den Bruno vom Karthäuserhof. Dahinter stecken Matthieu Kauffmann und Richard Grosche (Ex Reichsrat von Buhl), die von der Pfalz an die Mosel wechselten. Der Riesling Bruno flitzt saftig, mineralisch und spritzig über die Zunge und macht auch solo Spaß. Eine Weinkarte ist in Arbeit, bis dahin kann man sich Andrei Lipan anvertrauen.

Yaldy hat sich gut in Position gebracht. Mit seiner deutsch-französische Küche, die sich auch gerne orientalisch beeinflussen lässt, konnte Oliver Selzer inzwischen seinen eigenen Stil finden. Leicht dekorativ, vor allem aber produktbezogen. Die Lammhüfte mit Mais, Zimt und Pflaume gehört zu jenen Leckerbissen, auf die man immer Lust hat. Bei der feinen Polentaschnitte mit marinierten Flusskrebsen, Pfirsich, Sauerampfer und Ricotta freut man sich, einen Bruno im Glas zu haben und keinen Hugo. Tadellos auch die gebratenen Pfifferlinge, mit grünen Bohnen, Ingwer, Schafskäse und Kapuzinerkresse. Leichte, nicht überladene Tellergerichte, pfiffig präsentiert. Solche Gerichte machen Lust auf einen weiteren Teller und noch ein Glas Wein.

Flußkrebs-Polenta

Betrieben wird das Yaldy von Andrei Lipan und Michele Heinrich (Kinley Bar). Deshalb gibt es auch einige sehr gute gemachte Longdrinks und Cocktails. Das Team ist von der ersten Minute an gleich geblieben und eingespielt. Yaldy ist nicht nur ein bunter Vogel, sondern steht im Schottischen für freudige Erregung.

 

 

Yaldy, Moselstr. 15. Tel. 069 2400 5716, Di-Do 18-1 Uhr, Fr & Sa 18-2 Uhr.  www.yaldy.bar.de

Photocredit: Barbara Fienhold




Neu aufgestellt: Sabai Thai Spa & Food

Frisches Thai Feeling

in Frankfurt

 

Massagen, Kosmetik und Delikatessen unter einem schicken Dach – dieses einmalige Konzept bietet nur Sabai am Bornwiesenweg im Frankfurter Nordend. Am Anfang gab es vor allem Tee und Süßes, jetzt wurde das Angebot mit guten Thai-Happen ergänzt. Außerdem kann man auch im neuen kleinen Hausgarten vor der Tür sitzen.

Der Sabai Thai Spa im Frankfurter Nordend nahe Oeder Weg ist vielen Schönen und solchen, die es bleiben wollen, längst ein Begriff. Die Sommerrolle (aus Reisnudeln mit Mango, Karotten, Minze und Tofu) mit zwei leckeren Saucen wird ebenso harmonisch und authentisch zubereitet wie der Papayasalat. Ein Sukiyaki Eintopf mit Seafood, Gemüse, Glasnudeln und Ei schmeckt zu jeder Jahreszeit. Khanom Jib Gung, gedämpfte Teigtaschen mit Garnelen, sind bei Sabai ein kulinarischer Bestseller.

Sabai-Chefin Welmanee Riedel

Unser großer Favorit ist Sticky Rice mit Mango, den es in dieser Qualität nirgendwo in Frankfurt gibt. Es wird dabei erstklassige Thai-Mango verwendet (nur saisonal). Dazu gibt es schönen Klebereis mit salzig-süßer Kokossauce. Im Tee-Salon nebenan kann man selbstgemachte Kuchen und Törtchen bekommen, die weniger süß und leichter als vielleicht erwartet ausfallen. Alle Gerichte gibt es auch zum Mitnehmen. Geführt wird der Sabai Thai Spa seit vielen Jahren von Welmanee Riedel. Und das gut, freundlich und professionell.

Sabai Thai Spa & Café, Frankfurt, Bornwiesenweg 14, Tel. 069 59 797 800

www.sabai-thai-spa.de

Photocredit: Barbara Fienhold




Ein Schluck Passion aus der Region: Apfelwein-Pionier Stier

Die famosen Schoppen

der vier Jahreszeiten

 

Wenn Gäste aus Tokio, New York oder Moskau in Frankfurt sind, will man ihnen keinen Pino Grigio auftischen, sondern etwas Regionales wie Apfelwein. Doch der sollte nicht nur typisch, sondern auch so gut sein, dass dieser ihnen nicht die Kehle zuschnürt. Er muss sogar dermaßen großartig ausfallen, dass die Gäste nach mehr schreien und gar nicht mehr nach Hause reisen wollen. Ja, gibt es so einen Schoppen überhaupt? Ja, den gibt es. Die Kelterei Stier hat ihn, und das gleich in verschiedenen Qualitäten.

Mit dem Hausschoppen ist Stier ein Meisterstück geglückt: Er ist so typisch, dass ihn das Heimatvolk liebt, aber gleichzeitig auch kompatibel mit dem Rest der Welt. Ein Apfelwein at its best: Süffig, saftig, knackiger Kern, frische herbe Note. Erste Klasse. Man will einfach nicht aufhören.

Speierling ist die Königsklasse. Bei Stier gibt es echten Speierling, was auch auf dem Etikett steht, denn oft wird dieser nur zugesetzt. Knackig, trocken, schlank, straff. Ein erstklassiger apfeliger Wein, auf den man immer Lust hat. Der Durst der Region in Flaschen gefüllt.

Schoppeschlepper, ist der schöne Name für einen milden und saftigen Apfelwein. Das besondere ist die Maischegärung nach alter Väter Sitte. Während heutzutage die frisch gemahlenen Äpfel direkt ausgepresst werden, bevorzugten die alten Kellermeister die Maischegärung. „In Folge der mehrtägigen Ruhephase übertragen die einsetzenden Fermentationsvorgänge eine Fülle an Geschmacks- und Aromastoffen in den künftigen Apfelwein“, weiß Jörg Stier.

Die Familien-Kelterei Stier in Maintal-Bischofsheim bei Frankfurt hat auch eine Serie im Programm, die auf die vier Jahreszeiten abgestimmt ist, aber das ganze Jahr über schmeckt.

Jörg Stier

 

Herbstschoppen

So schön kann der Herbst schmecken. Klare fein-herbe Frucht, veredelt durch Mispel, gute Balance zwischen Frucht und Säure, animierend. Naturtrüb. Klasse.

Winterschoppen

Was ein bisschen Ebereschenfrüchte im Apfelwein ausmachen kann, eine charmante Note, die aber passt und sich bestens einbettet. Man schmeckt ein wenig mehr Frucht. Frisch, dezent würzig, und geradlinig. Passt hervorragend zu rustikalen Gerichten der hessischen Küche.

Frühlingsschoppen

Wie schmeckt Frühling? Leicht, beschwingt, aromatisch. Ein Apfelwein mit aparten Noten und Aromen von Zitrus und Quitte. Schönes Säuregerüst, wie bei einem Riesling.

Sommerschoppen

Herrlich frisch und feinfruchtig. Für uns der faunischste und süffigste Apfelwein der Kelterei. Genial den Apfelweingeschmack auf den Punkt gebracht. Ein Hauch Schlehe bringt erstaunlich viel ein und veredelt den Geschmack auf erstaunliche Weise. Bei dem zweiten Glas darf man weiterstaunen.

Jörg Stier ist der Apfelwein-Pionier in Deutschland, der viele junge Kelterer auf den richtigen Geschmack gebracht hat. Durch ihn entstand eine Apfelwein-Avantgarde, wie es sie zuvor nicht gegeben hatte. Er selbst entdeckte in den 70er Jahren seine Leidenschaft für den Apfelwein, führte 1986 das Unternehmen seines Vaters, um es 1992 als eigene Firma weiter aufzubauen. Sohn Marco ist seit 2010 dabei und führt (neben seinem Studium in Geisenheim) als verantwortlicher Keltermeister die Herstellung. Sohn Laurin ist in der Verwaltung der Kelterei zuständig für Buchhaltung, Online-Shop und soziale Netzwerke.

Am besten kauft man die Weine & Schaumweine im Hofladen der Stier-Family in Maintail-Bischofsheim, wo es die ganze Palette und noch viel mehr zu entdecken gibt. Man kann den einen oder anderen Schoppen unter anderem auch in der wunderbaren Golden Kron in Alt-Eschersheim, im Buchwald in Bornheim, in der Gerbermühle, bei Bembel-Maurer in Sachsenhausen oder dem Schwarzen Stern und dem Alten Limpurg auf dem Römerberg trinken.

LF

Kelterei Stier, Maintal-Bischofsheim, Am Kreuzstein 25, Tel. 06109 65099. www.kelterei-stier.de

Photocredit: Kelterei Stier




Eine unbekannte Schöne auf dem Teller

Die Basilikata im

Restaurant Brighella

 

Die Themen-Dinner im Restaurant Brighella in Frankfurt sind stets besonders spannend. Diesmal stand mit der Basilikata eine recht unbekannte italienische Region im Blickpunkt. Das war kein Zufall, denn Patron und Küchenchef Leo Caporale kommt von dort. Die sechs Gänge waren auf das Thema abgestimmt, wobei Olivenöle und Pistazien aus der Region zum Einsatz kamen.

Leo (l.) und Mario (ganz rechts) mit den Erzeugern aus der Basilikata

Besonders fein waren die Gambas mit zarter Pistazienkruste mit Olivenöl, Feigen-Mostarde und schwarzem Kichererbsenmousse. Klasse auch der saftige Kabeljau mit Saubohnen, Löwenzahn und Peperoni Cruschi aus Senise, eine knusprige Paprika. Die sonnengetrockneten mild-süßen Früchte werden dafür kurz in Olivenöl frittiert, wodurch sie noch mehr Aroma gewinnen. Auch bei der bissfesten Pasta mit Hummer und gelber Tomatencreme wurden Pistazien eingesetzt. Die Nüsse wurden dennoch nicht überstrapaziert, sondern dezent eingearbeitet. Auffällig gut war das Olivenöl der Tenuta Golfi.

Kabeljau

Leo Caporale und Mario Borazio wurden an diesem Abend von gleich vier Produzenten begleitet, die ihre Erzeugnisse mitbrachten und darüber berichteten. Der Abend machte Lust, die Basilikata einmal selbst zu besuchen.

Photocredit: Barbara Fienhold

Gambas

Pasta & Hummer

Seewolffilet mit Cicerchia Creme

Lammkarree mit Olivenkruste und Weinmost

Panna Cotta auf Pistazienkeks und Pistazieneis

Produzenten aus der Basilikata

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