Die Wein-Agentur für besondere Erfrischungen: 10 Jahre Beesdo & Cap

Manchmal muss es

etwas Großes sein:

Big Bottle Party

im Fortuna Irgendwo

 

Der Sommer verlangt vor allem nach Champagner, Sparkling Wine und Rosé. Genau davon gab es mehr als genug, viele Flaschen auch im Großformat bis zur Doppelmagnum. Die Weinhandelsagentur Beesdo & Cap aus Wertheim, die viele Händler und Gastronomen im Rhein-Main-Gebiet beliefert, feierte ihr 10jähriges Bestehen. Nicht irgendwo, sondern im Fortuna Irgendwo, der wohl coolsten Location in Frankfurt. Hausherr Ardi Goldman kam auch auf eine Trinkvisite vorbei, in Begleitung von tanzenden Feen, die in einem Reifrock auf Rollen mit Champagnerglashaltern steckten.

Nathalie, Raik, Esther

Die Weinberater Esther Martin Cap, Nathalie Anselmo und Raik Beesdo flitzten sportlich durch die Menge, um rund 200 durstige Gäste zu erfrischen. Es gab Weine aus ihrem Programm, aber auch aus dem Sortiment der Schwesterunternehmen Wein Wolf, Weinland Ariane Abayan und Grand Cru Select. Die Rosé Cuvée Prestige von Féraud bietet Erfrischung auf hohem Niveau und entfaltet die Düfte der Provence. Er ist klassisch, aromatisch, finessenreich, diskret kräuterwürzig. Der ungemein saftige Féraud wird umweht von Limone und Pfirsich und zeigt leichten knackfrischen Biss. Eine ähnliche flüssige Delikatesse ist der ebenfalls lachsrosa schimmernde Annrosé Brut Nature, ein Sparkler von der Domaine des Féraud. Elegant, feine Perlage, Süffigkeit auf bestem Level. Ohne jegliche Dosage und damit richtig trocken, animiert er schnell zum nächsten Glas.

Ardi Goldman in Champagnerlaune

Geboren in Frankreich, aufgewachsen in den Hamptons – der Rosé Hampton Water sieht sich als Erzeugnis französisch-amerikanischer Freundschaft. Rockstar Jon Bon Jovi und sein Sohn Jesse haben diesen Wein gemeinsam mit dem Winzer Gérard Bertrand entwickelt und erfolgreich auf dem Markt platziert. Dieser Wein ist aber kein weiterer Celebrity-Stoff von mäßigem Charakter, sondern ein handwerklich seriös gemachter Rosé südfranzösischer Provenienz. In den USA ist der Lustmacher längst ein Verkaufserfolg, in Deutschland ist er auch mehr und mehr in der Gastronomie vertreten (die Erfolgsstory und ein Interview mit Jesse Bongiovi steht hier in BISS: In diesem Rosé spielt die Musik).

Mehr als nur eine nette Grundlage für die vielen Weine waren die guten Pizzen vom Flying Pizzabäcker Ioannis Artemis, den man oft bei Events mit klassischen und originellen Variationen zu diesem Thema sieht (siehe Bild unten).

Kein Gerücht, sondern ein klarer Fall: Champagner schmeckt aus Großflaschen einfach etwas besser, meist sogar einen ganz entscheidenden Schluck. So war es auch beim Champagner von Taittinger, wo die Brut Réserve spürbar durch die Magnum an Qualität gewinnen konnte. Manchmal sollte es eben doch etwas Größeres sein.

Text: Ludwig Fienhold

Photocredit: Barbara Fienhold

Flying Pizzabäcker Ioannis Artemis,


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Trinkspaß auf höchstem Niveau mit Hendrik Thoma

Weinmesse & Winzer-Dinner

in der Emma Metzler

 

Aus dem Meer der Mittelmäßigkeit ragen viele Weine hervor, die Charakter haben. Hendrik Thoma (rechts im Bild) und sein „Wein am Limit“ bieten alles, nur keinen Mainstream. Jetzt kommt der Mastersommelier mit gleich 12 seiner Winzer nach Frankfurt, um im Museumspark-Restaurant Emma Metzler eine feine und individuelle Weinmesse aufleben zu lassen. An zwei Tagen, am 10 und 11. November, fließt am Main auch viel Wein.  Zuerst steht ein Winzer-Dinner „Family Style“ mit den Weinen an, am zweiten Tag kann man sich bei einer großen Verkostung nur auf die Weine konzentrieren. Es werden zahlreichen Qualitäten zu probieren sein, man darf mit gut 60 verschiedenen Weinen rechnen.

Restaurant Emma Metzler

Die erstklassigen vulkanischen Ätna-Weine von Montecarrubo aus Sizilien sollten jeden neugierig machen, der sie noch nicht kennt und hier eine sehr gute Gelegenheit haben wird verschiedene Kostproben zu nehmen. Slowenien bietet einige Überraschungen, was man spätestens seit Edi Simcic weiß. Hendrik Thoma hat einen anderen Winzer im Schlepptau, der mit dem Weingut Marof laut Hendrik Thoma „großartigen Trinkspaß auf höchstem Niveau“ bietet.

Eine Entdeckung wird für die meisten auch der Chardonnay von Patrick Sullivan aus der kleinen Weinregion Gippsland in Australien sein. Man wird Weingüter aus der ganzen Welt treffen, mit Schnaitmann und dem Weingut am Stein aber auch zwei bemerkenswerte aus Deutschland.

 

Alle Infos zu den Tickets, Preisen und zum Event hier mit einem Klick aufrufen

www.weinamlimit.de

 

 

 

 

 




Wald Weit: Neues Hideaway im Rheingau

Eröffnung Ende des Jahres in Kiedrich

 

Das neue „Wald.Weit“ im Rheingau will etwas mehr sein als ein Hotel, es ist ein Hideaway in idyllischer Lage im Hahnwald auf einem Bergplateau oberhalb des Weindorfs Kiedrich. Dem Empfinden der Betreiber nach soll „Wald.Weit“ ein Retreat zum Kräftetanken in der Natur und gar eine Well-Being-Destination sein. Dazu soll auch der Ausblick beitragen, dank bodentiefer Fenster und eigenem Balkon in jedem Zimmer haben Gäste Aussicht auf Wald und Weite.

Die Fakten-Aussicht: 80 Zimmer, darunter 45 Suiten mit bis zu 45 Quadratmeter. Restaurant mit großer Terrasse für 120 Gäste, Sommergarten für 150 Personen, Rooftop-Sauna und eine Rooftop-Bar, die auf den Namen „Wald-Rausch“ getauft wurde.

Das Hotel will sich auch als Eventlocation und Tagungsstätte anbieten. Auf der Event-Etage mit Ausblick stehen vier Tagungsräume bereit. Die Mitarbeiter sollen es nicht weit haben, gleich neben dem Hotel auf dem Bergplateau entsteht ein Wohngebäude für bis zu 30 Mitarbeiter. Insgesamt werden etwa 90 Fachkräfte eingestellt. Von einigen Köchen aus dem Rheingau ist bekannt, dass sie bereits unter Vertrag stehen. Das Hotel soll Ende dieses Jahres, spätestens Anfang 2025 eröffnen.

Betreiber ist die Ingelheimer Unternehmensgruppe Molitor/Gemünden, die bereits das Boutiquehotel Hofgut Wißberg und das Weinberghotel in St. Johann in Rheinhessen führt.

 

Bilder: Wald.Weit




Schottlands gute Geister: Großes Whisky-Festival in Wiesbaden 

25. Inter-Whisky mit Tastings

und Highland Anniversary Menü

 

Fachmesse für Whisky-Kultur

 

Spannende Tastings, ein schottisches Menü mit Whisky-Raritäten, flüssige Vorträge für Whiskyfreunde und Wissensdurstige: Die 25. Inter-Whisky findet mit einem vielfältigen Programm vom 15. bis 17. November im historischen Kurhaus von Wiesbaden statt. Beim schottischen Dinner im Benners Restaurant am 14. November werden dort die Erzeugnisse einiger besondere Destillerien vorgestellt.

Zum schottischen 5-Gänge Menü inklusive Haggis-Anstich werden insgesamt neun Single-Malt Whiskys serviert (229 € für Whisky und Dinner). Musikalisch begleitet wird der Abend vom Craig Herbertson Duo. Inter-Whisky Initiator Christian H. Rosenberg und sein Team präsentieren beim feierlichen Whisky Talk & Dinner Event zum 25. Jubiläum der Inter-Whisky ein ganz spezielles Programm. Alle Referenten haben einen 25-jährigen Whisky aus ihrem Portfolio selektiert. Dr. Rachel Barrie beginnt mit einem Whisky von Benriach, Matthew Cordiner präsentiert einen Whisky von Aberfeldy und Teddy Joseph schenkt gleich zwei 25-jährige Islay-Whiskys von Bowmore aus.

Mit Spannung erwarten Whiskykenner der Relaunch von Scapa. Distillery Manager Mick Swanney hat einen 21-jährigen Whisky von Scapa dabei, den älteste Whisky, der jemals von der Destillerie auf den Markt gekommen ist. Zum großen Finale stellt Gordon Dundas die diesjährige Spezialabfüllung zum Jubiläum der Messe vor: Einen 13 Jahre alten Single Cask Whisky von Glengoyne, der durchweg ausschließlich im Sherryfass reifte.

Weitere Infos, das Programm, die Aussteller, die Top-Referenten, das Menü, die Tickets und die Preise mit einem Klick unter: Highland Anniversary.  

Fotos: Inter-Whisky




Ein imposanter Weinkeller für die schönste Stadt der Schweiz

Bern hat jetzt

auch eine Weinbank

 

Die wineBank scheint für Weinliebhaber eine sichere Bank zu sein, immer mehr Betriebe mit diesem ungewöhnlichen Konzept eröffnen allerorten, zumeist in atmosphärisch besonders spannenden Locations. Die Frankfurter wineBank zählt zu den schönsten Betrieben dieser Art, jetzt wird in Bern ebenfalls ein sehr attraktiver Weinkeller eröffnet.

Nach der Eröffnung in Heidelberg im Mai ist der Private Members‘ Club in der Berner Kramgasse mittlerweile der dreizehnte Standort der Gruppe. Damit ist die wineBANK Bern der einzige Club des Netzwerks in der Schweiz, weitere Standorte sind in den nächsten zwölf Monaten geplant.

Die Lokalität in Bern vereint auf den rund 300 Quadratmetern eines stilvoll inszenierten Altstadtkellers hohe Ansprüche an Weinlagerung und Genusskultur. Sie bietet ihren Mitgliedern nicht nur einen sicheren Ort für ihre Weine, sondern auch einen repräsentativen Rahmen für gesellige Abende und Geschäftstreffen. Mit ihrer Member’s Card können Mitglieder die wineBANK rund um die Uhr nutzen und erhalten darüber hinaus Zugang zu allen Standorten des Netzwerks in Deutschland, Österreich und den USA.

Der Weinkeller in Bern wurde von insgesamt 27 Unternehmern aus Bern, Zürich und Zug realisiert. Mitgründer und Gastgeber ist Maurice Bridel. Er führt mit seiner Frau Christina die Restaurants Bonbec, Bay und Sua in Bern. Die Nachfrage ist nach seinen Worten gleich vom Start weg groß, die ersten 50 Mitglieder haben bereits ihre Weinschätze eingelagert.

Mitglieder können den Club jederzeit betreten und ihre Gäste mit den eigenen eingelagerten Weinen bedienen. Alternativ steht ihnen der private Terravigna Wine Shopsowie ein „By the Glass“ Weinausschanksystem zur Verfügung. Eine Auswahl an Weinen lässt sich hier auf Knopfdruck glasweise verkosten. Mitglieder und ihre Gäste können sich mit ihrem Glas Wein entspannt in die Lounge, in die Vinothek oder in die Cigar Lounge zurückziehen.

Die wineBANK Bern befindet sich im Herzen der Altstadt nur wenige Schritte vom mittelalterlichen Glockenturm Zytglogge entfernt. Seit 1983 ist die gesamte Altstadt von Bern als UNESCO-Welterbe gelistet. Die kilometerlangen Laubengänge, die imposanten Sandsteinfassaden, der Figurenbrunnen aus der Renaissance, das Münster und die wunderschöne Dächerlandschaft prägen das Stadtbild. Die 1191 gegründete Stadt gehört zu den aufsehenerregendsten Zeugnissen des mittelalterlichen Städtebaus.

„Wir bieten unseren Mitgliedern die Möglichkeit, Wein in einer einzigartigen, historischen Umgebung zu erleben – sei es bei einer exklusiven Verkostung oder bei einem entspannten Abend mit Freunden“, so Maurice Bridel. Die Nachfrage sei hoch, ein Viertel der verfügbaren Mitgliedschaften wäre bereits vor der Eröffnung vergeben worden. Eine Mitgliedschaft kostet ab 95 Franken pro Monat. Das Grand Opening findet am 3. Oktober statt.




Sparkling Festival: Gipfeltreffen weltweiter Schaumweinkunst

Trends und Neuheiten bei Champagner, Sekt & Co

 

Es ploppt wieder: Am Sonntag, den 3. November 2024, öffnen sich die Tore zu einer ganz besonderen Jubiläumsveranstaltung – dem 5. Internationalen Sparkling Festival. Dieses Jahr findet das bekannte Festival erstmals im historischen Kurfürstlichen Schloss in Mainz statt. Genießer und Fachpublikum sind gleichermaßen willkommen, müssen aber unterschiedliche Tickets buchen, die ab sofort zu bekommen sind. Es gilt über 200 Schaumweine von 90 Weingütern aus 12 Ländern zu entdecken.

Schaumweine von Format an einem einzigartigen Ort

Das Internationale Sparkling Festival ist die weltweit führende Messe der Schaumweinkunst und versammelt mittlerweile über 80 Weingüter der unterschiedlichsten Art aus 12 verschiedenen Ländern. Mit mehr als 200 Schaumweinen aus dem Premiumbereich ist diese Konzentration von Spitzen‐Schaumweinen einzigartig. Mit dabei sind unter anderem die Champagner von Moutard, Leclerc Briant, Franck Pascal und die Sekte von Harkamp aus der Steiermark in Österreich und Griesel aus Deutschland (die gesamte Teilnehmerliste findet man auf der Webseite des Festivals).   

Ob Champagner, italienische Klassiker à la Franciacorta oder Südtiroler‐Sekte, spanische Cava, Sparklings aus Argentinien, England, Kalifornien, Südafrika und Portugal, Crémants aus Frankreich und Luxemburg, österreichische und deutscher Spitzensekte – sie alle wollen den weltweiten Facettenreichtum prickelnder Weine zeigen. Die Weingüter werden für das Festival gezielt ausgewählt und sollen laut Veranstalter einen exklusiven Zirkel bester internationaler Schaumweinhäuser demonstrieren.

Es sind ausschließlich nur Schaumweine nach der traditionellen Methode oder der Méthode Ancectrale/Pet Nat zugelassen.
Vier Masterclasses für das Fachpublikum vertiefen das Wissen über verschiedene Schaumweinregionen. Dazu gehören Masterclasses zu deutschen und österreichischen Sekten, katalonischen Schaumweinen und den Sparklings „Cap Classique“ aus Südafrika.

Gerhild Burkard vom Sparkling Festival

Die Messe wird bereits zum fünften Mal in Deutschland ausgetragen. Seit 2022 findet sie nun im zweijährigen Rhythmus statt.
Neben der Tischpräsentation der Weingüter, bietet das Festival eine Plattform für internationale Trends in der Schaumweinkunst.

„Immer mehr Weingüter lassen ihre Schaumweine länger reifen, um komplexere und tiefgründigere Produkte zu schaffen“, sagt Gerhild Burkard, Schaumweinexpertin und Organisatorin des Festivals. „Auch das Experimentieren mit Holzeinsatz, dem Ausbau in Amphoren oder Beton für die Grundweine und niedrigere Dosagen gehören zu den aktuell prägenden Entwicklungen der Branche.“

Die Mehrheit der Teilnehmer beim Sparkling Festival kommt aus Deutschland gefolgt von der Champagne mit 19 Kellereien.

Mit 27 deutschen Ausstellern zeigt das Gastgeberland, dass hierzulande immer mehr Weingüter auf Spitzenqualität bei Sekt setzen. Zu den prämierten Aufsteigern zählt Caro Bergdolt, eine Teilnehmerin der ersten Stunde. „Das Sparkling Festival ist eine der wichtigsten Veranstaltungen, die gezielt ein interessiertes Publikum von Premiumschaumweinen anspricht“, erklärt Bergdolt vom Klostergut St. Lambrecht. „Der qualitative Wandel in der Sektherstellung ist beim Festival besonders zu spüren. Hier haben wir enorme Fortschritte durch beispielsweise die frühere Weinlese für die Sekt‐Grundweine, die Ganztraubenpressung und die Fraktionierung der Pressvorgänge, wie sie in der Champagne üblich sind gemacht. Zusätzlich biete das Internationale Sparkling Festival für die Produzenten eine ideale Plattform zum Erfahrungsaustausch mit anderen Weingütern.

Internationales Schaumwein‐Fachsymposium am 4. November 2024, Kurfürstliches Schloss, Mainz

Am Folgetag kommt die Branche zum dritten Schaumwein‐Fachsymposium zusammen, gleichfalls im Mainzer Schloss. In verschiedenen Workshops, Seminaren und Diskussionspanels werden Schaumweinproduzenten, Fachleute und Marktinsider über aktuelle Themen der Branche diskutieren. Dies ist die einzige Fachtagung in Deutschland, die sich ausschließlich auf Schaumweine konzentriert. Während sonst alle Genießer willkommen sind, richtet sich diese Tagung ausschließlich ans Fachpublikum.

 

 

 

 

 

 

 

 

Informationen zum internationalen Sparkling Festival Mainz, 3. November 2024

Veranstaltungsort: Kurfürstliches Schloss, Peter‐Altmeier‐Allee 9, Mainz

Datum: Sonntag, 3. November 2024. 
10.30 Uhr, Masterclasses nur für

Fachbesucher. 
Einlass Verkostungszone für Fachbesucher: 11.30 Uhr,

Einlass für Endverbraucher: 15 Uhr

Ende der Veranstaltung: 18 Uhr.

Tickets für alle Interessenten: 69 €.

Fachbesucher ab 55€.

 

Schaumwein Fachsymposium, 4. November 2024

Beginn 9.30 Uhr, Ende 17.00 Uhr

Tickets für Fachbesucher ab 250€

 

Alles Tickets und weitere Informationen unter:

www.sparklingfestival.de




Kempinski Gravenbruch wird Hilton-Flaggschiff

Was wird aus der Gastronomie?

 

Kempinski  hatte bereits mit der Villa Rothschild und dem Falkenstein Grand in Königstein sowie dem Atlantic Hamburg drei wichtige Luxushotels als Betreiber aufgeben müssen, das Resort in Gravenbruch war nun ein weiterer herber Verlust. Der Wechsel erfolgt im Oktober bei laufendem Betrieb. Zimmer und öffentliche Bereiche sollen saniert werden, wobei das Haus weiter Gäste begrüßen will. Für Hilton ist das Hideaway im Grünen vor den Toren Frankfurts ein Gewinn. Aus diesem Grund will Hilton das weitläufige Resort auch zum Flaggschiff in Deutschland machen.

Restaurant Sra Bua by Amador, so schön wie damals wird es sicher nicht mehr

Das Kempinski Gravenbruch gehörte zu den ganz wenigen Hotels, das auch beim Frankfurter Publikum beliebt war. Ein solches Hideaway mit urlaubsfreundlicher Schwimmlandschaft machte sich in der ganzen Umgebung beliebt. Als Country Hotel hatte es seinen ganz eigenen relaxten Stil und wurde wie ein Ausflugsziel genutzt. Internationale und prominente Gäste hatten das gute Gefühl, in Ruhe gelassen zu werden, wobei sich hier irgendwie jeder als Promi wähnte und seine Ruhe haben wollte. Kulinarisch glänzen konnte das Hotel nie wirklich, bis zu dem Zeitpunkt als Hoteldirektor Stefan Schwind den Spitzenkoch Juan Amador ins Boot holte und mit ihm 2013 das Restaurant Sra Bua eröffnete. Es war in der Nachbetrachtung eines der besten Konzepte, die Amador je gemacht hatte und durch das Kempinski Gravenbruch ein neues und kreatives Image erhielt. Die persisch-englische Besitzerfamilie Mashali, die das Haus vor zehn Jahren übernommen hat und für 70 Millionen Euro renovieren ließ, hat über die Pläne für die künftige Gastronomie bislang nichts verlauten lassen.

 




Restaurant Medici: Exklusives Wein-Dinner mit Top Burgundern von Lucien le Moine

Wein-Raritäten,

Trüffel und Champagner

 

Burgunder gehören zu den teuersten Weinen der Welt. Es gibt aber auch erstklassige Burgunder, die trotz ihrer hohen Qualität bezahlbar sind. Das Frankfurter Restaurant Medici hat inzwischen 750 Positionen auf der Karte und glänzt insbesondere mit französischen Burgundern. Am 23. November kann man ein Dinner mit den spannenden Weinen von Lucien de Moine erleben, die sonst schwer zu bekommen sind, schon gar nicht in dieser Vielfalt. Ausgepichten Insidern und Fachtrinkern sind diese Weine bekannt, aber allgemein gelten sie noch als absoluter Geheimtipp, mit dem man Burgunderliebhaber überraschen kann.

Rotem & Mounir Saouma

Von diesen Burgundern gibt es jeweils nur wenige hundert Flaschen. Sie werden aus kleinen und besonderen Parzellen selektiert gekauft und sind stark limitiert. Rotem und Mounir Saouma, die hinter dem 1999 ins Leben gerufenen Signet Lucien le Moine stehen, kaufen von Winzern Grundweine aus allerbesten Grand Cru und Premier Cru Lagen von der Côte d´Or, um sie in Eigenregie weiter auszubauen, abzufüllen und zu verkaufen. Das Ergebnis sind charaktervolle Weine, die das burgundische Terroir abbilden, dabei aber ein Höchstmaß an Individualität besitzen.

Restaurant Medici

„Wir wollen etwas bieten, was man nicht überall bekommt“, sagt Padron Simiakos vom Restaurant Medici, der so begeistert von Lucien le Moine ist, dass er alles von diesem Négociant kauft, was er nur bekommen kann. Mounir, der „Mönch“ genannt wird, weil er einst in einem Trappistenkloster arbeitete und dort Pinot Noir und Chardonnay lieben lernte, empfiehlt seine Weine gleich zweimal zu dekantieren und temperamentvoll im Glas zu schütteln, damit sie sich gut belüftet entwickeln können. Die Weine entfalten sich von Schluck zu Schluck und zeigen immer mehr ihre Facetten und Aromen.

Die Weine zum Burgunder-Dinner

Der filigrane und mineralische Meursault Premier Cru „Genevrières“ ist ein schlanker Purist, während sich der  Chassagne-Montrachet cremiger, üppiger und wollüstiger zeigt, dabei aber nicht überzieht. Beim Gevrey-Chambertin „Champeaux“ gefällt der feine Duft von Kirsche und Kräuterwürze, wobei auch hier alles in guter Balance bleibt. Die berühmte Weinlage Échézeaux dokumentiert die schwer übersichtliche Situation im Burgund, diesen exzeptionellen Grand Cru teilen sich über 80 Besitzer. Es bedarf viel Erfahrung, Wissen und Fingerspitzengefühl hier von der Weinpresse weg das Beste herauszuholen, so wie es Mounir und seine Frau Rotem mit großem Talent tun. Ihr Echézeaux Grand Cru ist ein enorm reichhaltiger und sinnlicher Wein mit angenehm reifen Tanninen und einer schönen Frucht aus Waldbeeren, Himbeeren sowie Lakritzsüße und einem Hauch von Trüffel. Burgundische Finesse und Präzision in Reinkultur.

Restaurant Medici

Einige der zum Essen servierten Weine verlangen geradezu nach Trüffeln, weshalb auch gleich bei zwei Gängen weißer und schwarzer Trüffel eingesetzt wird. Ein Wein-Dinner für den Preis von 580 € kann im volkstümlichen Sinn kein Schnäppchen darstellen, aber doch als preiswert zu erkennen sein. Wenn man bedenkt, dass alle Weine einzeln gekauft ein Vielfaches kosten würden und allein eine Flasche vom Echézeaux zwischen 380 und 450 € gehandelt wird, dann relativiert sich der Preis. Außerdem wird hier ein hochkarätiges Menü mit Spitzenprodukten serviert und als Aperitif Champagner und am Ende ein Dessertwein angeboten. Moderiert wird das Burgunder-Dinner von Weinhändler Axel Steines, dem Importeur von Lucien le Moine.

Wer dieses ungewöhnliche Wein-Dinner verpassen sollte, kann jederzeit im Restaurant Medici unter mehr als 70 Burgunderweinen allein von Lucien de Moin wählen, was einmalig sein dürfte. Daneben kann man auch die eigenen herausragenden Rhone-Weine probieren, die Rotem und Mounir selbst bewirtschaften.

Ludwig Fienhold

 

Wein-Dinner: Samstag, 23. November 2023

Einlass & Aperitif ab 18 Uhr, Menübeginn 18.30 Uhr.

Nur Vorkasse, limitierte Gästezahl.

Reservierungen: info@restaurantmedici.de

 

Die Weine werden als 0,1 l in Zalto-Gläsern serviert. Moderiertes Raritäten-Dinner mit sechs Gängen und fünf ausgesuchten Weinen von Lucien le Moine (siehe alle Weine weiter unten), Champagner von Saint Gall Premier Brut Rosé aus der Magnumflasche sowie 2014 Kirchspiel Riesling Spätlese Große Lage von K.F. Groebe aus Rheinhessen, Mineralwasser und Kaffee zusammen: 580 € pro Person.  

Restaurant Medici, Frankfurt, Weißadlergasse 2.

Mo-Fr von 11.30 – 22 Uhr (Küche), Samstag und Sonntag geschlossen.

www.restaurantmedici.de

Fotos: Medici, Lucien le Moine, Barbara Fienhold

 

 

 

 

 




Aus für Gustav und Weinsinn: Frankfurts Gastronomie verliert an Gewicht, man darf aber nicht nur die Sterne zählen

Wo geht die Reise von Spitzenkoch Jochim Busch hin?

 

Das Aus für die Restaurants Gustav und Weinsinn kam weniger überraschend als viele glauben. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Betreiber merken, dass man keine zwei Restaurants in der gleichen Stadt nebeneinander führen kann, die sich an die gleiche Zielgruppe richten. Dieser gastronomische Kannibalismus hat sich gegenseitig aufgefressen. Wer für einen Besuch 500 Euro zu Zweit investieren muss, überlegt sich, ob er ins Gustav oder ins Weinsinn geht. Oder ob er überhaupt so viel Geld ausgeben möchte. Das zweite große Handicap: Jochim Busch war nicht nur Küchenchef im Gustav, sondern auch Regisseur und Konzeptionist des Schwesterlokals Weinsinn. Eine Doppelbelastung, die auf Dauer an den Kräften zehrt.

Die beiden Restaurants sind Geschichte, Jochim Busch ist es nicht. Er und nur er und sein Team waren die Stütze und das Aushängeschild der Restaurants. Der meisterhafte Filigrankoch mit dem großen Aromengespür hat sich die letzten Wochen kaum blicken und hören lassen, weil er lästigen Fragen ausweichen wollte. Er wird sich besinnen und sehr genau überlegen, wie es weitergeht. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass er in Frankfurt oder Umgebung bleiben wird – hier hat er mit seiner Familie seinen Lebensmittelpunkt. Und es gibt gute Gründe, dass er sich selbständig machen will. Dann aber dürfte es weniger hoch bei den Preisen zugehen, aber deshalb nicht weniger anspruchsvoll. Sterne sind immer seltener das Ziel von guten Köchen, die sich auch ohne sogar weit eher ihrem Publikum zuwenden können.

Jochim Busch

Die Betreiber von Gustav und Weinsinn, die als Café-Pächter begannen und plötzlich durch den Topkoch André Rickert in der Gourmetgastronomie landeten, der jetzt im Bidlabu besser und entspannter denn je kocht, wollen im Bahnhofsviertel weitermachen und dort im ehemaligen Weinsinn im Herbst in der Weserstraße ein Lokal namens Sommerfeld eröffnen. Das Lokal liegt zwar nicht im extremen Bereich des Problemviertels, muss aber mit dem Stigma „Bahnhofsgastronomie“ leben. Viel negativer dürfte sich jedoch die fehlende Terrasse auswirken, ohne die kein Gastronom überleben kann.

Das Frankfurt nun auf einen Schlag drei Michelin-Sterne verloren hat (2* Gustav, 1* Weinsinn), ist bedauerlich, aber nicht bedenklich. Zum einen haben wir auch weiterhin gute Sternerestaurants wie Ernos Bistro oder Carmelo Greco, zum anderen gibt es großartige Restaurants ohne Michelin-Brandzeichen: Lohninger oder das neue sizilianische Naná seien stellvertretend genannt.

Ludwig Fienhold

 

Photocredit: Fienhold/BISS Magazin




Ciccione: Ein Jahr Top-Pizza mit sehr guten Weinen

Die ungewöhnliche Pizzeria

bleibt eine Genuss-Bastion

im Frankfurter Bahnhofsviertel

 

Ein Jahr nach der Eröffnung hat Frankfurts ungewöhnlichste Pizzeria noch an Qualität gewonnen. Ciccione bietet kreative Beläge von Qualität und serviert dazu so viele handverlesene Weine wie kein einziges Lokal dieser Spezies.

Luftige, leichte Pizza, die saftig und knusprig gerät, ist eine Seltenheit. Wenn sie dann noch originell und stimmig belegt ist, hat man es mit einer absoluten Ausnahmeerscheinung zu tun. Unsere beiden aktuellen Favoriten im Ciccione sind: „Carbonara“ mit sehr krossem Rinderspeck, Mozzarella, softem Eigelb und Parmesan. Und Nduja mit Tomaten, Oliven, Caciocavallo-Käse sowie Nduja, wunderbar würziger kalabrischer Streichwurst aus Salami. Diese wird in Kalabrien eigentlich aus Schweinefleisch hergestellt, doch das Ciccione lässt sich eine Rindervariante liefern. Der Grund: Das Lokal wird auch stark von Moslems und Juden besucht, die beide aus religiösen Gründen Schwein ablehnen. Deshalb wird auch die Pizza „Carbonara“ nicht authentisch mit Guanciale, sondern mit Rinderspeck zubereitet. Wenn dies alles so gut schmeckt wie hier, führt das auch zu keinen Diskussionen.

Andrei Lipan (l.), Dominik

An den besten Orten im Bahnhofsviertel scheint ein Miteinander möglich zu sein, religiös, sozial und kulinarisch. Wer im Ciccione auf der lebhaften Straßenterrasse sitzt, wird gefühlt hundert Nationalitäten an sich vorbeiziehen sehen und hören. Gegenüber sieht man mit dem Miele Waschsalon und der Fleischerei Göbel, wo man auch Kaffee trinken kann, archaisch anmutende Relikte eines Viertels, das nur noch an wenigen Stellen so bemerkenswert bunt und spannend erscheint.

Im Gegensatz zur neopolitanischen Pizza wird die römische länger gebacken und fällt dünner und knuspriger aus. Sie ist auch nicht rund und wird in viereckigen Stücken serviert. Im Ciccione teilt man sich am besten zwei Slices zu jeweils 7 € und erhält dadurch zwei verschiedene Pizzavarianten, die völlig ausreichend sind. Die Weinauswahl ist gut, für eine Pizzeria  erstaunlich gut. Der gerade ins Sortiment aufgenommene Riesling von Becker Landgraf aus Rheinhessen ist ein puristischer, klarer und frischer Riesling, den man nicht nur als Aperitif trinken kann.

Dominik

Der Spumante Brut „Ombra“ vom Ausnahmewinzer Nicola Gatta aus der Franciacorta-Region zeigt auf ganz individuelle Art Klasse. Feine Perlage, cremige Struktur, Aromen von Äpfeln, Brotkruste und Gebäck. Immer eine sichere Bank sind die Champagner von Gimonnet (hier ein Pinot Noir/Chardonnay), die wie ganz selbstverständlich zur Pizza passen. In der Pizzeria stehen sechs Wein-Offerten glasweise parat, die den Sommer und das Essen bereichern: Der Gris de Grenache von der Domaine de Vigier ist saftig und wunderbar trocken.

Auch beim Service hat man nicht das Gefühl in einer Pizzeria zu sein. Dominik berät so gastorientiert, freundlich und sachkundig als wäre er einem Toprestaurant entsprungen. Man trifft im Ciccione nur angenehme Servicekräfte, was angesichts des allgemeinen Personaldefizits in der Gastronomie ein kleines Wunder ist.

Andrei Lipan und sein Partner Michele Heinrich (den man als Kind „Ciccione“, den kleinen Dicken nannte) betreiben zusammen mit dem gegenüberliegenden Lokal Yaldy neben dem Ciccione auch noch die beste Adresse im Bahnhofsviertel. Sie halten die Fahne im Quartier hoch, gerade in einer Zeit, wo die hippe Ära vorbei ist und der Verfall erschreckende Formen annimmt. So lange es Adressen im Bahnhofsviertel wie Yaldy und Ciccione gibt, gibt es Hoffnung.

Ludwig Fienhold

Ciccione, Frankfurt, Münchner Str.  41, Mo-Fr. 12 – 22 Uhr, 18 – sold out, Sa 17 – 22 Uhr, So zu. Tel.069 9498 4340.

Fotos: Barbara Fienhold