Die kulinarische Botschaft aus Berlin: Das Speiselokal Nobelhart & Schmutzig

Heimat, Humor und

Kürbisse in Damenslips

Das Berliner Lokal mit dem auffälligen Namen Nobelhardt & Schmutzig ist das wahrscheinlich beste Lokal, in dem wir noch nie waren. Es gibt jedenfalls keine Adresse in Deutschland, die durch ihre Postillen genannten Newsletter mit so viel Humor, guter Laune und kenntnisreichen Infos Lust zu machen versteht. Während viele PR-Agenturen mit den immergleichen Phrasen über Hotels und Restaurants zu informieren versuchen, schaffen es Nobelhart & Schmutzig mit interessanten kulinarischen News und griffigen Themen große Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und das stets unterhaltsam, individuell und bissfest. So gesehen sind wir Brüder im BISS-Geiste, auch dann, wenn wir manches etwas anders sehen.

Dieser Tage animiert „No-Schmu“ mit einer thailändischen Köchin, die trotz aller Tradition über den Tellerrand hinauszuschauen will. Duangporn „Bo“ Songvisava gastiert mit ihrem Team am 10. und 11. April in Berlin, um die Gerichte ihres Restaurants Bo.Lan aus Bangkok zu präsentieren. Mit ihren eigenen Pasten, Zutaten und Gewürzen, gemeinsam mit den besten Lebensmitteln aus Berlin Brandenburg, wie es stets mit positiven Vibes aus Berlin heißt: Info Thailand in Berlin

Das Berliner Lokal Nobelhart & Schmutzig macht im Grunde all das, was andere nicht machen. Weil diese es nicht können oder weil ihnen einfach die Ideen fehlen. Bei „No-Schmu“ gibt es ungewöhnliche armenische Weine, Kürbisse in Damenslips oder fulminanten Eierlikör. Unter dem Signet „Heimat“ werden in lockerer Folge deutsche Evergreens wie Kohlroulade vom Kalb oder Hühnerfrikassee aufgetischt. Grundsätzlich basiert die Karte auf kreativen Gerichten und solchen mit rustikaler Bodenhaftung. Berliner Garstigkeiten werden nett verpackt, die Weinkarte ist unverschämt gut. Man findet im Newsletter lesenswerte und vielschichtige Beiträge, wie den über Alkohol und Drogen in der Gastronomie. Die Mannschaft von Nobelhart & Schmutzig erinnert auf Bildern an die Raufbolde, die der großartige Anthony Bourdin um sich versammelte. Nobelhart & Schmutzig nennt sich Speiselokal und hat einen Stern im Michelin, was uns weniger animiert als der ironische Begriff „Speiselokal“.

Berlin ist schwierig, wäre ohne schwierig zu sein aber auch nicht Berlin.

Ludwig Fienhold

 

Klick Webseite: Nobelhart & Schmutzig

 




Mario Adorf, der stille Genießer

Ein Essen mit dem

großen Schauspieler

in der Krone Assmanshausen

vor 22 Jahren

 

Von Ludwig Fienhold

 

Mario Adorf ist ein stiller Genießer. Bei den Jakobsmuscheln auf Orangensauce flüstert er ein andächtiges „köstlich“. Und er lässt sich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn ihm zwischen den Gängen immer wieder „Der römische Schneeball“ zum Signieren neben den Teller geschoben wird.

Für meine Freundin, die im Krankenhaus liegt, bittet eine Dame. Für meine Tochter, die auch schon mit ihnen gedreht hat, betont ein Herr. Nur wenige von den hundert Gästen, die in die „Krone“ nach Assmannshausen gekommen sind, gehen an diesem Abend ohne das neue Buch des schreibenden Schauspielers nach Hause, seinen vierten Prosaband. In den realen und fabulierten „Gedanken eines Römers“ offenbart sich heiter Erscheinendes und doch Bedenkliches, stets aber persönlich Erlebtes und Empfundenes. Weißhaarig und stattlich gerundet, könnte auch Adorf ein römischer Schneeball genannt werden. Nur, dass er weniger eisig wirkt. Seinen Verehrern begegnet er mit freundlicher Distanz. Beim Tischgespräch zeigt er sich nachdenklich und spricht mit wohldosierten Pausen. In dem 156 Jahre alten Hotel „Krone“ und seiner knarzigen Holzdielenatmosphäre fühlt sich Mario Adorf wohl, zumal ihm sein Zimmer einen romantischen Rheinblick und ein Bad beschert, in dem man Schiffe versenken könnte.

Doch nicht Wasser, sondern Wein ist das Element Adorfs. Hausherr Hans-Burkhard Ullrich weiß um die Vorliebe des Schauspielers für große Bordeaux und lässt Château Latour, L´Evangile und Léoville- Las-Cases dekantieren, die den Rehrücken mit Wacholdersauce und Schupfnudeln ebenso gut begleiten wie den scharf angebratenen Seewolf mit roten Zwiebelravioli. In Italien und Frankreich, wo der weltläufige Adorf wohnt, hat man sich noch nie davor gescheut, auch Fisch in Rotwein schwimmen zu lassen, wenn es Zubereitungsart und Sauce erlauben.

Mario Adorf wurde 1930 in der Schweiz geboren, wuchs aber in Mayen bei Koblenz auf, also gar nicht so weit von der Assmannshäuser „Krone“ entfernt. Bevor er in München auf der Bühne stand, studierte er in Mainz Philologie und Theaterwissenschaften. Adorfs großer Charakterkopf ist mit Wissen ausgefüllt, vor allem aber spürt man bei ihm, was es heißt, dass Reisen bildet. Mehr als in seinen eigenen Domizilen, ist er in Hotels zuhause, wo er sich ebenso „geborgen“ fühlt. Natürlich in den guten, wie der „Krone“ oder dem Four Seasons in Berlin, wo er die Lesereise fortsetzt. Wie so oft, trägt sich Adorf auch ins Goldene Buch der „Krone“ ein. Vor Jahren unterschrieb er unter Robert Mitchum, jetzt hat er eine weiße Seite für sich allein.

Mario Adorf ist auch optisch eine farbige Persönlichkeit: Die Côte d´ Azur-Bräune setzt sich sogar gegen den kobaltblauen Anzug und die blitzend gelbe Krawatte durch. Die kleinen Elefanten auf seiner Krawatte stehen durchaus symbolisch für das dicke Fell, dass sich der nicht immer geliebte und schon gar nicht in seiner Leistung richtig erkannte und eingesetzte Schauspieler gerade und trotz seiner Sensibilität zulegen musste. In seinem Äußeren vermag man ebenso grobe wie feine Züge erkennen, Widersprüche zwischen seiner mächtigen Stirn mit den verwegenen Augenbrauen und den zarten, perfekt manikürten Händen. Und einen Blick, der ebenso fest und geradlinig wie melancholisch umschleiert ist.

Die schneeweißen und eine gewisse Gütigkeit verheißenden Haare trägt er wie zum Trotz gegen sein ewiges Öffentlichkeitsbild vom windigen und draufgängerischen Südländer. Robuste Zerbrechlichkeit. Hinter der nahezu statischen Ruhe des Mario Adorf liegt Unruhe, aus dem Gesicht lugt ein Lauern hervor. Auch auf Ansprache und Anerkennung, wie sie selbst jene noch immer brauchen, von denen man annimmt, ihr Ruhm hätte ihnen Sicherheit gebracht. Drehbuch und Regisseur legen auch einem festgesattelten Schauspieler jedes Wort in den Mund. Von dieser Gängelung versucht sich Adorf als Autor zu befreien. Schreiben, sagt er im persönlichen Gespräch, werde für ihn immer wichtiger. Auch dabei scheint jedes Wort überlegt und bedächtig abgewogen.

Filmexperte Thomas Hocke stellte den Schauspieler als „Weltstar“ vor, einen der wenigen, die Deutschland in Cinemascope zu bieten hat. Den größten Erfolg hier zu Lande haben ihm allerdings die TV-Serien „Kir Royal“ (1988, von Helmut Dietl) und „Der große Bellheim“ (1992, von Dieter Wedel) beschert. Mit dem Regisseur Dieter Wedel hat er zwischenzeitlich auch TV-Werbespots für eine Versicherung gefilmt, „weil sie gut gemacht sind und auch nicht ganz schlecht bezahlt werden.“ Jetzt dreht er mit ihm wieder einen Sechsteiler fürs Fernsehen. Es geht um Hausbau, Spekulation, Politik und Bestechlichkeit, wobei Adorf einen „Wehnertypen“ spielt – „nicht unbedingt sympathisch, aber interessant.“ Zu den negativen Figuren tendiert er ohnedies: „Bösewichter sind Glanzrollen, weil sie mehr Charakter haben. Das Gute darzustellen, beinhaltet auch das Risiko des Langweiligen.“ Eine ähnliche Serie lief bereits vor zwanzig Jahren, nun soll es ein Wiedersehen mit genau denselben, älter gewordenen Schauspielern aus diesen Tagen kommen.

Frankfurt wird Mario Adorf erneut Ende des Jahres in der „Alten Oper“ mit seiner musikalischen One-Man-Show „Al dente“ erleben können. Er ist gefragter und erfolgreicher denn je. Der Mann, der in Winnetou I  Nscho-Tschi erschoss und dafür von halb Deutschland gehasst wurde, ist nicht mehr der Schurke der Nation. Dabei hatte er schon damals einen treuen Teddybärblick – doch den wollte niemand sehen.

Dieser Artikel erschien im Jahr 2004 in einer Frankfurter Zeitung

 

 




Wechsel im kulinarischen Imperium von Wolfgang Puck

Der berühmteste und reichste Koch Amerikas

übergibt die Führung an Sohn Byron Lazaroff-Puck

 

Wolfgang Puck ist so etwas wie der reiche Onkel in Amerika von Alfons Schuhbeck. Beide haben sie mit viel Schmäh, Fleiß, Talent und hochsolidem Handwerk ein kulinarisches Imperium geschaffen, nur dass der Österreicher Wolfgang Puck alles größer und mit mehr Fortune auf die Beine stellte und Alfons Schuhbeck leider scheiterte. Jetzt tritt nach 44 Jahren der Großmeister, dem ganz Hollywood aus der Hand frisst, von der großen Bühne ab und übergibt die Leitung seines kulinarischen Imperiums an seinen Sohn Byron Lazaroff-Puck.

Der 77 Jahre alte Wolfgang Puck ist einer der erfolgreichsten Gastronomen dieser Welt und betreibt über 100 Restaurants, Cafés und Fast Food Lokale, wobei das Spago in Beverly Hills das Bekannteste ist. Dort steht noch immer das Wiener Schnitzel auf der Karte. Seit drei Jahrzehnten ist Puck auch verantwortlich für den Governors Ball der Oscar-Verleihung. Längst ist der Gastronom aus Kärten in den USA selbst ein Star, 2021 bekam er den Stern auf dem Walk of Fame in Los Angeles.

Pucks berühmte Lachs-Pizza

Sohn Byron begann als Tellerwäscher in den Puck-Betrieben und durchlief alle möglichen Stationen des väterlichen Unternehmens. Zusätzlich absolvierte er auch einige Stage-Aufenthalte (Praktika) in namhaften Restaurants, wie dem Alinea in Chicago, Guy Savoy in Paris oder Steirereck in Wien. Er studierte außerdem Hotelmanagement mit den Schwerpunkten Food & Beverage und Marketing in New York. Heute ist Byron 31 Jahre alt und wird im März die Pucks Fine Dining Group mit einem Jahresumsatz von 375 Millionen Dollar übernehmen. Die große Zeremonie des Generationenwechsels wird in Pucks Restaurant Cut in Washington DC stattfinden. Es wird zwar offiziell an keiner Stelle erwähnt, aber der Name des Restaurants hat Symbolkraft – Cut steht für Schnitt und in diesem Fall auch für einen neuen Abschnitt.

Ludwig Fienhold

 

Generation Tasting Tour

Wolfgang Pucks Abschiedstour führt ihn gemeinsam mit seinem Sohn Byron durch sechs Staaten, Auftakt ist ein Dinner im Restaurant Cut in Washington D.C. am 3. März. Dort wird ein von beiden zubereitetes Menü mit 5 Gängen für 250 Dollar serviert.

Amuse: – Rickey Cocktail Sphere – Chinois Oyster 1st Course (Byron Lazaroff-Puck Innovation): – Okinawa Sweet Potato Pie | Osetra Caviar | Creme Fraiche 2nd Course (Wolfgang Puck Tradition): – Rockfish en Croute | Julienne Vegetable Medley 3rd Course (Byron Lazaroff-Puck Innovation): – Fried Wolfe Ranch Quail | Mumbo Sauce | Hush Puppies 4th Course (Wolfgang Puck Tradition): – Liberty Farms Duck Breast | Pear | Pink Peppercorn 5th Course (Wolfgang Puck & Byron Lazaroff-Puck Dessert): – Apple Strudel Duo

Buchungen online hier mit einem Klick möglich

 

Photocredit: Puck Fine Dining Group

 




Schlosshotel Friedrichsruhe: Ein prachtvolles Hotel mit Blessuren 

Genügt ein neuer Hoteldirektor

um das Haus weiter voranzubringen?

 

 

Vermag ein neuer Direktor das in unruhiges Fahrwasser geratene Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe wieder auf Kurs zu bringen? Der neue Steuermann Steffen Eisermann wäre nur eine Personalie, würde er nicht eines der schönsten Hideaways Deutschlands übernehmen. Und würde er nicht ein Haus führen, bei dem die meisten Hoteldirektoren nicht ganz freiwillig gingen.

Steffen Eisermann, der viele Jahre für Kempinski arbeitete und zuletzt General Manager im Parkhotel Bremen war, löst Rolf E. Brönnimann ab, der nur 19 Monate amtierte und ohnehin nicht als Dauerlösung galt.

Die eigentliche Überraschung waren die Geschehnisse im Juli 2024, als der damalige Hoteldirektor Jürgen Wegmann das Hotel völlig überraschend verließ. Gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Violeta Pantic – beide aber in unterschiedliche Richtungen. Die Rolle von Pantic war nie definiert oder begründet, sie wurde ganz allgemein als „Managerin“ geführt und mischte überall mit. Ob ihre anmaßende Rolle und anderes mehr zu dem Aus führte, kann man vermuten,  aber der Abschied kam eher nicht freiwillig. Während man Jürgen Wegmann als moderaten, sachlichen und stets freundlichen  Menschen erleben konnte, war Violeta Pantic so anders gepolt, dass man sie als unangenehme Person empfinden musste.

Die einzige sichere Konstante war bislang die Gastronomie des Hotels, vor allem das Zwei-Sterne-Restaurant Le Cerf von Boris Rommel. Hier sind Küche und Service noch gut aufgestellt. Das Haus hat viel zu bieten und kann sich auf ein großartiges Ambiente stützen. Die Hardware ist bemerkenswert, bei der Software bedarf es deutlicher Verbesserungen, die große Schwachstelle liegt beim Personal.

Wir kennen das Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe seit der Zeit von Lothar Eiermann, dem streitbaren Küchenpionier, den man am Schluss sehr dazu überreden musste, zu gehen. Die besten Zeit erlebte das Wald & Schlosshotel unter der Führung von Heinz Schiebenes (2008 – 2015), der selbst einmal Sternekoch war und der Gastronomie des Hauses zu einer Spitzenstellung verhalf. Dennoch fiel er in Ungnade.

Das Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe gehört zur Würth-Gruppe mit Sitz in Waldenburg. Firmengründer Reinhold Würth ist 90 Jahre alt.

Ludwig Fienhold

 

BISS Artikel vom Juli 2024

 

Überraschung: Rolf Brönnimann ist neuer Direktor im Schlosshotel Friedrichsruhe

 

Jürgen Wegmann hat das Hotel bereits verlassen

 

Von Ludwig Fienhold

 

Paukenschlag in der Luxushotellerie: Das Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe hat einen neuen Direktor, Jürgen Wegmann verließ das Hotel überraschend und wurde vom Schweizer Rolf Brönnimann abgelöst. Die Rochade, die weit mehr als eine Personalie ist, griff jetzt am 1. Juli. Friedrichsruhe ist eines der schönsten Hideaways in Deutschland und gehört zum Milliarden-Unternehmen Würth in Künzelsau.

Das Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe glänzt mit einer erstklassigen Küche, für die Boris Rommel und sein Restaurant Le Cerf mit zwei Michelin Sternen ausgezeichnet wurde. Es hat außerdem eine Wellness-Oase von Weltklasse, einen Innenpool und einen ganzjährig benutzbaren beheizten Außenpool  sowie eine weitläufige Liegewiese im hoteleigenen Park zu bieten. Wer verlässt freiwillig ein solch einzigartiges Hotel und gibt seine Position als Direktor auf? Jürgen Wegmann führte das Haus sieben Jahre lang.

Boris Rommel

Es gibt sicher verschiedene Gründe für das überraschende Ausscheiden von Jürgen Wegmann. Seine Partnerin Violeta Pantic  fing in einem zur Würth-Gruppe gehörenden Lokal als Thekenkraft an, wurde ziemlich zielsicher zur rechten Hand von Wegmann und trat als „Hotelmanagerin“ auf. In der konservativen Hotellerie wird es nicht gerne gesehen, dass Partner im gleichen Haus arbeiten. Bei Steigenberger konnte man deshalb sogar versetzt oder ganz vom Hof gejagt werden. So oder so, das Ausscheiden des Paares kann nicht freiwillig gewesen sein.

Der neue Direktor vom Schlosshotel Friedrichsruhe Rolf Brönnimann war bis Ende 2018 in gleicher Position im Hotel Budersand auf Sylt tätig. Davor arbeitete er vor allem in der Schweiz , im Grand Hotel Victoria Jungfrau in Interlaken und als Direktor des Bürgenstock Resorts Lake Lucerne, das sich im Staatsbesitz des Emirates Katar befindet. Der 67 Jahre alte Hotelier ist Mitgründer und Mehrheitsaktionär der SH Swiss Hospitality Group. Diese soll angeblich das Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe übernehmen, ohne dass es zu größeren personellen Veränderungen kommen wird. Das Hotel bleibt aber Mitglied der Würth-Gruppe.

Jürgen Wegmann

Bekannt wurde das Wald & Schlosshotel in der Zeit von Lothar Eiermann, dem verbal rauflustigen Koch und Küchendirektor, der kürzlich verstarb. Der nach 35 Jahren als Schlossherr etwas mürbe gewordene Eiermann musste das Feld mit 63 Jahren nicht ganz freiwillig räumen. 2008 übernahm Heinz Schiebenes das Ruder, der einst als Küchenchef im Restaurant Zauberflöte in der Alten Oper in Frankfurt mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Der kulinarisch versierte Schiebenes baute das Hotel zu einer Gourmet-Destination aus, die es bis heute geblieben ist.

Fotos: Barbara Fienhold

 

 




Schamanen-Weinprobe mit Alexander Danner

Die etwas andere Art

der Verkostung

Der Winzer löst seinen Weinkeller auf

und verkauft die letzten Flaschen & Raritäten

 

Alexander Danner war schon immer ein Winzer der anderen Art. Er setzte auf Naturweine, als diese noch kein Trend waren, erzeugte obendrein einen herausragenden Sekt und inszeniert jetzt Schamanen-Weinproben, die Spiritualität mit Fachwissen verbinden. Es wird allerhöchste Zeit ihn zu entdecken, denn jetzt werden seine letzten Flaschen verkauft.

Neben seiner Arbeit als Winzer beschäftigt sich Alexander Danner intensiv mit Natur, Alchemie und schamanischer Praxis. Über viele Jahre verbrachte er längere Zeiträume im Amazonasgebiet bei indigenen Völkern, um seine Verbindung zur Natur und zur Erde zu vertiefen. Diese Erfahrung prägte auch seine Weine. Für Alexander Danner sind seine Erzeugnisse nicht nur handwerklich hergestellte Naturweine, sondern sehr eigenständige Gewächse mit starkem Charakter und Energie. „Radikal naturbelassen“, nennt der Winzer seine Weine. Weder im Weinberg noch im Keller werden chemische Mittel oder Zusatzstoffe verwendet. Die Weine entstehen ausschließlich aus Trauben, Zeit, Geduld und natürlicher Entwicklung.

Einige Danner-Weine öffnen sich erst nach Stunden, dafür kann man sie auch sehr lange offen stehen lassen, ohne Qualitäts- und Aromenverlust. Mitunter bis zu einer Woche. Neben dem Sekt, von dem es nur noch ganz wenige Flaschen gibt, gefällt uns besonders der Rosé Amphoria 2018, mit zwei Jahren Reife im Eichenfass und nur 1,5 Gramm Restzucker. Fleisch, saftig, rund, ein Rosé für Rotweintrinker. Er rollt mit einer Lawine an Aromen über die Zunge, Erdbeere, Hagebutte, Salbei. Ein samtiges sattes Mundgefühl. Kein Rosé für die Poolkante, ein Wein für Erwachsene.

Alexander Danner

Der Sekt von Danner hat etwas Sphärisches, als ob man Spiritualität schmecken könnte. Eine solche Elastizität, Finesse und Sinnlichkeit erlebt man nicht oft bei einem deutschen Sekt. Die Entstehung dieser Perle ist auch ungewöhnlich: Die Assemblage aus fünf verschiedenen Rebsorten durchlebte zehn Jahre auf der Hefe in der Flasche (die Mindestreife für einen Champagner beträgt drei Jahre). Das Ergebnis im Glas: Feinste Perlage mit langanhaltender Persistenz, seidig geschmeidige Textur, extraktreich und doch von schwungvoller Leichtigkeit, Duft von reifem Obst und Kräuternoten.

Alexander Danner veranstaltet „Schamanische Weinproben“, bei denen die Weine als spirituelle Begleiter erlebbar werden sollen. Sie sollen seinen Worten nach auf Körper, Geist und Seele wirken. „Jeder Wein trägt eine Botschaft: Klarheit, Herzöffnung, Erdung, Bewusstsein.“ Man soll die Weine nicht nur trinken, sondern auch fühlen. Wer den Winzer kennt, weiß, dass hier kein Hokuspokus inszeniert wird, sondern sich Quantenphysik, Spiritualität, Weinkunde und Genuss verbinden. Dabei öffnen sich nicht nur die Weine, sondern auch die Menschen.

Man muss nicht alle Weine von Danner verstehen oder mögen, sie fallen unterschiedlich, doch nie belanglos aus. Aber man sollte erkennen, dass Alexander Danner zu den außergewöhnlichsten Winzern Deutschlands gehört.

Ein Leben bis zum letzten Tropfen. Alexander Danner hat viel verloren, aber nie seinen Mut und seine Lebensfreude. Er bewirtschaftete in Durbach ein bemerkenswertes Weingut, das seine Eltern verkauften und ihn damit um seine Existenz brachten. Sein Weinlager wird gerade aufgelöst, die Preise wurden drastisch gesenkt. Jetzt werden die letzten Flaschen verkauft. Diese Weine wird es nie wieder geben.

Ludwig Fienhold  

Mit einem Klick zum Danner-Weingut 

Fotos: Wolf Peter Steinheißer




Exklusives Raritäten-Dinner mit Châteauneuf-du-Pape

Die Weine von Beaucastel im Restaurant Medici in Frankfurt

 

Großes Wein-Menü zum gastfreundlichen Preis

 

Das Weingut Beaucastel ist ein Mythos. Es liegt in der südlichen Rhône umgeben von Rebhängen, Trüffeleichen und uralten Olivenbäumen. Der Châteauneuf-du-Pape ist ein herausragender Wein, den man bewundern darf, aber noch besser trinken sollte. Von dieser flüssigen Delikatesse wird es beim Raritäten-Dinner im Frankfurter Restaurant Medici auch ein paar Flaschen geben, die sonst nicht in Deutschland zu haben sind.

Champagner, 6 verschiedene Weine, 6 Gänge plus Amuse Bouche und Aperitif-Champagner sowie Wasser und Kaffee zu einem ungewöhnlich guten Preis von insgesamt 320 €. Wenn man sieht, dass allein schon der Warenwert der Rohstoffe fürs Restaurant selbst bei über 200 € netto liegt und die Weine teilweise nur schwer oder gar nicht zu bekommen sind, wurde hier unwiderstehlich gut für den Gast kalkuliert (das gesamte Menü mit Weinen weiter unten).

Zu dem bei 72 Stunden Niedrigtemperatur gegarten US-Short Rip mit Thymian-Polenta werden gleich zwei Rotweine der Jahrgänge 2007 und 2017 aus der Appellation Châteauneuf-du-Pape serviert. 2007 war ein außergewöhnlicher Jahrgang, mit expressiver schwarzer und roter Frucht, etwas Trüffel und Sandelholz. 2017 zeigt sich kraftvoll, konzentriert, würzig, dezent rauchig und entfaltet Aromen von Lorbeer und Schokolade. Ungewöhnlich: Dieser Châteauneuf-du-Pape wird aus allen 13 für dieses Anbaugebiet zugelassenen Rebsorten erzeugt.

Gänselebergericht

Der Châteauneuf-du-Pape 2004 ist ein Charakter mit Eleganz Fülle und Geschmackstiefe. Der Duft von Mokka, Lakritz, Brombeere und Trüffel wird von der Medici-Küche mit Salzwiesen-Lammrücken unter der Kräuterkruste gefördert. Ein Highlight wird auch der weiße Châteauneuf-du-Pape Roussanne Vieilles Vigne 2022 sein, einer der besten Rhone-Weißweine und einer der größten der Welt überhaupt. Ein üppiges Aroma aus Birne, Zitrus, Rosmarin und Brioche füllt die Sinne. Eine Prise Meersalz, die den Wein luftig durchzieht, frischt die mollige cremige Art schwungvoll auf.

2004 ist auch das Gründungsjahr vom Restaurant Medici. Diesen Jahrgang sowie die Jahrgänge 2007 und 2017 von Beaucastel, die es in Deutschland nicht zu kaufen gibt, werden an diesem besonderen Abend in der Holzkiste mit jeweils zwei Flaschen zu bekommen sein.

Das von der Familie Perrin geführte Château de Beaucastel wird vollständig biologisch bewirtschaftet. Die Moderation des hochwertigen Dinners übernimmt Matthieu Perrin auf englisch, wobei Elea Kern mit deutscher Übersetzung hilfreich zur Seite steht.

Das Restaurant Medici kann mit einer exzellenten Weinauswahl glänzen und macht immer wieder durch besondere Wein-Events Furore. Es lohnt sich beim Restaurantbesuch auch die neue Sonderkarte mit Burgunder-Offerten anzusehen, die Entdeckungen und Geheimtipps versprechen.

Ludwig Fienhold

 

Beaucastel 2004

Raritäten-Dinner Beaucastel, Restaurant Medici in Frankfurt, Weißadlergasse 2.

Samstag 21. März 2026.

Einlass & Aperitif ab 18 Uhr, Menübeginn 18.30 Uhr.

Preis pro Person: 320 € (inkl. Champagner, Wein, Wasser, Kaffee).

Limitierte Gästezahl, nur mit Vorkasse.

Reservierungen: info@restaurantmedici.de

 

www.restaurantmedici.de

 

 

Fotos: Beaucastel, Medici, Barbara Fienhold

Die Medici-Chefs Christos und Stamatios Simiakos




Ernüchternde Bilanz bei alkoholfreien Weinen und Sekten

Statt Wasser in Wein verwandelt man Wein zu Wasser

 

Von Ludwig Fienhold

 

Alkoholfreier Wein ist so etwas wie vegane Bratwurst, ein widersprüchliches und sinnfreies Erzeugnis. Wir haben über 100 alkoholfreie Weine und Sekte probiert, das Ergebnis stimmt nüchtern.

Es wird viel geschrieben und diskutiert, der Dry January ist zwar schon wieder vorbei, doch wollen viele Journalisten auch weiter einen Trend im alkoholfreiem Wein sehen, als ob sie noch nie etwas von Wasser, Tee oder Apfelsaftschorle gehört hätten. In der Gastronomie ist das Thema zwar registriert worden, aber nie richtig angekommen. Man hält vielleicht für Gäste eine oder zwei Flaschen bereit die so etwas mal probieren möchten, aber Getränkekarten mit gut bestückten alkoholfreien Weinen und Sekten wird man nicht finden. Der Januar ist für die Gastronomie grundsätzlich kein guter Monat, weil nach all den Feiertagen im Dezember der Körper Ruhe braucht und das Verlangen nach Alkohol viel geringer als sonst ist. Man geht auch einfach weniger aus, zumal das Wetter obendrein mehr Lust auf das eigenen Sofa macht. Insgesamt sorgt dieser alkoholische Rückzug in der Gastronomie in manchen Fällen für einen Umsatzrückgang von einem Drittel.

Das Angebot an alkoholfreien Weinen ist beachtlich, doch die Qualität ist dies weniger. Ein Wein, dem man den Alkohol entzogen hat, schmeckt leblos, belanglos, tot. Besonders schlimm fallen Rotweine aus. Wegen des speziellen Verfahrens sind alkoholfreie Weine keineswegs billiger und im Vergleich sogar teurer. Für ein schlechtes Ergebnis scheint ohnehin jeder Cent zu viel. Der alkoholfreie Riesling Grünlack von Schloss Johannisberg im Rheingau treibt es auf die Spitze, zumindest preislich. Er ist für rund 100 € im Handel und man will es angesichts des geschmacklichen Ergebnisses einfach nicht glauben. Bei Aldi gibt es einen alkoholfreien Chardonnay für 2,99 €, der so schmeckt wie die meisten alkoholfreien Weine, aber er macht sich wenigstens nicht wichtig. Alkoholfreie Weine sind nicht zu Hundertprozent alkoholfrei und haben noch einen Anteil von 0,5 % Alkohol. Vor allem aber ist ihr Restzucker hoch, was sie nicht gerade gesünder macht und vor allem für Diabetiker ein Warnhinweis sein muss.

Die Kolonne Null in Berlin hat sich auf alkoholfreie Weine und Schaumweine spezialisiert und kann ein großes Sortiment vorweisen. Man bemüht sich redlich und glaubhaft um seriöse Produkte, wir können uns indes nicht damit anfreunden. Auch die Sektmanufaktur von Heinz Wagner wird immer mal wieder positiv herausgestellt, gerne von dem einen oder anderen Journalisten. Der prickelnde Rosé ist ein alkoholfreies aromatisiertes Getränk aus entalkoholisiertem Wein (zu 90%), der zudem noch aus Wasser, Aromaextrakt, Zucker, Kohlensäure, Säurungsmittel und Apfelsäure besteht. Bei 3,6 Gramm Restzucker erscheint er uns überraschend süß. Die Produzenten erkennen in dem Rosé „beerige Frische und Aromen von Granatapfel, Zitrus, Stachelbeere, Holunderblüte sowie einem Hauch Vanille“. Wir schmecken eine Art Erdbeer/Himbeer/Rhabarber-Schorle, die recht penetrant wirkt und an einer Überdosis an Aromen leidet. Die Ingredienzen finden nicht harmonisch zusammen, die Balance von Süße und Säure kippt. Wenn man es nicht anders weiß, denkt man eine Berliner Weiße mit Himbeer-Schuss vor sich zu haben. Dieses quietschige Getränk nervt bereits nach dem ersten Glas. Für 14 € die Flasche kein schönes Ergebnis.

Stand der Ermittlungen: Eher wird es gelingen, Wasser in Wein zu verwandeln als einen guten alkoholfreien Wein zu erzeugen. Derzeit verwandelt die Szene mit dem Entzug von Alkohol eher Wein in Wasser.




Aus für Drei-Sterne-Restaurant Aqua

Sven Elverfeld beendet

seine Karriere

 

 

Eine große Karriere geht nach 25 Jahren Spitzenküche zu Ende. Der 3-Sterne-Koch Sven Elverfeld schickt am 30. März sein letztes Menü im Restaurant Aqua im Ritz-Carlton Wolfsburg  über den Pass, wo er im Jahr 2000 begann. Er will künftig seine Frau Saskia, die das Parkhotel in Wolfsburg als Eigentümerin übernommen hat, unterstützen. Über die neue Ausrichtung des Restaurants Aqua kann das Hotel noch nicht informieren, wobei es sicher nicht mehr die ganz große kostenintensive Küche anstreben wird.

Sven Elverfeld ist das, was man unter einem feinen Kerl versteht. Fein und akzentuiert ist auch seine Küche, bei der er stets auf die leisen Töne und nicht Fanfarenstärke setzte. Es zog ihn nicht ins Fernsehen, er suchte nie das Rampenlicht, seine Bühne war die Küche.

Sven Elverfeld

Der 58 Jahre Elverfeld wurde im hessischen Hanau geboren und begann als Konditor, bevor er sich zum Koch ausbilden ließ. Er war unter anderem Souschef im seligen Restaurant Hessler in Maintal bei Frankfurt, arbeitete in der vom großartigen Dieter Biesler geleiteten Gutsschänke auf Schloss Johannisberg im Rheingau und stand bei Dieter Müller im Schloss Lerbach in Bergisch-Gladbach am Herd. Außerdem war Elverfeld Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts auch noch für ein gutes Jahr im Frankfurter Restaurant Humperdinck beim früh verstorbenen Küchentalent Willi Tetz, der gemeinsam mit Edmund Teusch das damals beste Restaurant der Stadt führte.

Wenn Sven Elverfeld auch private Gründe für seinen Abschied anführt, so ist doch unübersehbar, dass die große Küche in Deutschland Stück für Stück ihre kulinarischen Helden verliert und gleichzeitig kaum etwas Entsprechendes nachwächst. Es fehlt vielen Betreibern an Personal, finanziellen Mitteln und auch an Gästen, die noch Geld haben oder bereit sind Geld auszugeben.

LF

 

Fotos: Gary Schmid (Restaurant Aqua),

Kirchgasser Photography (Sven Elverfeld)




Mamma Mia! Die Freßgass wird so was von italienisch

Frankfurts Flaniermeile bekommt Schlagseite

 

Gleich zwei neue italienische Lokale, die auf Pizza und Pasta setzen, kommen auf die bekannteste Flaniermeile Frankfurts, die Freßgass. Das Pomodoro wird dort eröffnen, wo zuvor das glücklose Monchis mit wechselnden Konzepten sein Dasein im Dunkeln verbrachte. Das neue Pomodoro verspricht Pizza, Pasta & Amore. Gastronom Catello „Lello“ Longobardi führt bislang noch ein Lokal mit seinem Namen im Hotel The Flag an der Oscar-von-Miller-Straße, das kulinarisch unauffällig ist. Dort wird Tagliolini Parmigiano aufgetischt, Bandnudeln aus dem Parmesanlaib, was vor zwanzig Jahren schon nicht lustig war. Hoffentlich besinnt sich Catello Longabordi auf der Freßgass auf andere Gerichte. Der Name Pomodoro erinnert schließlich an die Glanzzeit der Freßgass, als dort mit dem Restaurant Tomate ein absoluter Hotspot die ganze Stadt auffrischte und durch eine besonders amüsante Atmosphäre, sehr sympathischen Service und sogar noch gutes Essen Lebensfreude verbreitete.

Pomodoro

Wo einst das Steakhaus Maredo zu Hause war, soll nun das Lokal 60 Seconds to Napoli seinen Platz finden. Der Name bezieht sich auf die 60 Sekunden, in der die Pizza fertig ist. Der Kettenbetrieb mit 35 Lokalen in ganz Deutschland gibt sich neapolitanisch, was man auch durch einen leicht angebrannten, dicken, aufgeblasen-luftigen Pizzarand (Cornicione) demonstrieren will.

Centro Sabatini

Pomodoro und 60 Seconds to Napoli liegen dicht beieinander, dazwischen hat noch das große italienische Restaurant Gentorellis Platz. Dies wurde zuvor von Edoardo Gregorelli betrieben, der dort sein Gregorellis erfolgreich etablierte und inzwischen das Restaurant Die Leiter mit guter Küche leitet, in der es zwar auch italienische Gerichte gibt, wo aber mit Alexander Gschaider ein Österreicher am Herd steht. Neben der Leiter findet sich das Gallo Nero und dazwischen das Bambina da Scialpi, das von Patricia Scialpi geführt wird, der in der nahen Hochstraße noch ein weiteres Lokal mit Pizza und Pasta namens Scialpi gehört. Das Vini di Sabatini aus dem Westend hat auf der Freßgass noch eine kleine Filiale namens Centro Sabatini.

Monza

Überraschung: An die Stelle, an der vor Jahren Pino sein gleichnamiges Lokal führte und davor das Garibaldi zu Hause war, zieht nun nach langem Leerstand Frau Fritz mit „German Cuisine“ ein.  Italienisch ist auf der Freßgass auch noch das Monza Café und der Eissalon Dolce. Der sich an die Freßgass anschließende Opernplatz wird von italienischen Restaurants ebenfalls überproportional heimgesucht.

Ludwig Fienhold

Photocredtit: BISS Redaktion

 




Das Gourmet-Imperium Bareiss: Die Hotel-Legende feiert 75 Jahre

Das Hotel Bareiss ist eine Bastion des guten Geschmacks und der liebenswürdigen Serviceleistungen. Es gibt nicht allzu viele Häuser in Europa, die auf solch hohem Niveau die Gäste bei bester Laune halten. Wir widmen der Hotel-Legende eine Sonderausgabe mit den Highlights der Gastronomie, aktuellen News und den Aussichten für die Zukunft.

 

Lieber mehr essen

als zu wenig trinken

 

Der erste Eindruck ist das Schlüsselerlebnis in einem Hotel. Es ist nicht der Direktor oder der Küchenchef, der dafür sorgt, es sind die Bellboys, hierzulande Pagen oder Kofferträger genannt. Šimun steht auch nach 34 Jahren das Lächeln ins Gesicht geschrieben, wobei alle Mitarbeiter, die für den Gepäckservice zuständig sind, durch ihre ausgesuchte Freundlichkeit dem Gast das gute Gefühl vermitteln, willkommen zu sein. Im Hotel Bareiss wirbelt eine Armada an bestens geschulten, engagierten und herzlichen Servicemitarbeitern umher, die vor allem eins sein wollen: so großartige Gastgeber wie die Familie Bareiss selbst.

Kaminstuben

Aus einem eher bescheidenen Hotel mit 25 Betten wurde in nunmehr 76 Jahren ein Gourmet-Imperium, das seinesgleichen sucht. Was es dort nicht alles gibt: das 3-Sterne-Restaurant Bareiss, die wunderbaren Dorfstuben mit schönster regionaler Gasthauskultur, die stilvolle Kaminstube mit mediterran inspirierter Küche, den Forellenhof mit frischem Fisch, den mystischen historischen Morlokhof, ein Hotel-Schlaraffia mit einem sensationellen Frühstück sowie erstklassigen Menüs und Buffets für die Gäste mit Halbpension.

Für uns gehört das Bareiss längst zum kulinarischen Weltkulturerbe. Der Wahlspruch des Hausherren Hermann Bareiss „Lieber mehr essen als zu wenig trinken“ wird auch von den Gästen gelebt.

Kaminstube

Spa

Das Bareiss ist ein Dorf für sich, mit herrlicher Liegewiese, Innen- und Außen-Pool mit Meerwasser sowie Beauty-Farm. Sogar für die Kinder hat man allerliebste Häuschen gebaut, in denen sie den ganzen Tag betreut werden. Das 5-Sterne-Resort bietet 124 Zimmer und Suiten im Landhausstil oder traditionellem Schwarzwaldlook. Die neuen Penthouse-Suiten sind moderner eingerichtet und bieten einen Panoramablick über die Wälder und Wiesen, in die sich Häuser einreihen. Alles wirkt wie eine seelenruhige Landschaft aus einer Spielzeugeisenbahn.

Außenpool

Wenn man sich die Hotel-Bar in seinem behaglichen Schwarzwaldbarock anschaut, so mag man kaum glauben, wie viel sich in letzter Zeit getan hat. Gleich nebenan findet man die neue stilvolle Smokers Lounge. Very british. Eichenparkett, handgenähte Ledersessel, dunkelrote Wände und ein alter Kamin geben dem Raum Charakter. 40 Zigarrenformate aus Kuba, der Dominikanischen Republik und Nicaragua sowie 65 Single Malts und 25 verschiedene Rumsorten stehen parat.

Hotel-Bar

In der Hotel-Bar selbst, die ganz rauchfrei ist, gibt eine sehr gute Auswahl an Weinen und Cocktails, aber manch schöne Entdeckung macht man im Bereich der Tradition. Der Obstler aus Äpfeln und Birnen von der Schwarzwaldbrennerei Christian Zimmermann ist von einer Klarheit und Aromatik, die begeistert.

Liegewiese mit Teich

Das Bareiss ist ein Luxus-Hideaway, das auf Pomp und Prahlerei verzichtet. Luxus ohne Esprit und Herzlichkeit hat keinen Charakter. Charakter war schon immer hier zu Hause und konnte sich weiterentwickeln. Nächstes Jahr feiert die Hotel-Legende ihr 75jähriges Bestehen. In einem solch beruhigend wirkenden Resort wird Entspannung leicht gemacht. Die Wechselwirkung zwischen Service und Gästen ist bemerkenswert, sehr viel Manierlichkeit auf beiden Seiten. Auffällig: In keinem der Restaurants oder auch beim Frühstück hört man Handys klingen. Die Gäste blicken nicht einmal darauf oder scrollen nervös herum. In Baiersbronn ticken die Kuckucksuhren anders.

Ludwig Fienhold

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Barbara Fienhold, Hotel Bareiss