Berlin: Spitzenkoch Peter Maria Schnurr ist jetzt Küchenchef im Restaurant Golvet

Der einstige 2-Sterne-Koch

vom Falco in Leipzig

startet in Berlin neu

 

Peter Maria Schnurr, einer der besten Köche Deutschlands, wird im neuen Jahr das Restaurant Golvet in Berlin als Küchenchef führen. Nach einem Jahr gastronomischer Abstinenz steht er damit wieder am Herd, nachdem das Restaurant Falco im Westin Leipzig überraschend geschlossen wurde. Er konnte sich dort mit zwei Sternen im Michelin und 18 Punkten im Gault & Millau schmücken. Diese hohen Auszeichnungen muss er sich erst wieder verdienen, weil diese bei einem Wechsel verloren gehen.

Schnurr war für uns der Hauptgrund für einen Leipzigbesuch. Seine feinsinnigen hochkreativen Gerichte wurden geprägt von Heiterkeit, Individualität und Geschmackssicherheit. Der Schwarzwälder Schnurr arbeitet unter anderem im 3-Sterne-Restaurant Waldhotel Sonnora an der Mosel bei Helmut Thieltges und beim damaligen 3-Sterne-Koch Jean-Claude Bourgueil im Düsseldorfer Schiffchen.

In Berlin wird Schnurr im Restaurant am Potsdamer Platz über den Dächern Berlins am 29. Januar 2025 starten. Mit im Gepäck hat er sein Signature Dish „Annika Maria“. Schnurr komponierte dieses Gericht für seine seine Tochter zu deren Geburt (Bild oben).

Peter Maria Schnurr

Peter Maria Schnurr, der sich mit seiner „Cuisine Passion Légère“ als einziger Koch in den sogenannten neuen Bundesländern über 18 Jahre zwei Michelin Sterne im Restaurant Falco Leipzig erarbeitete, ist auch in der Hauptstadt bekannt, weil er hier viele Jahre beim legendären Siegfried Rockendorf arbeitete, danach im First Floor und im Berlin Capital Club. Das Golvet in Berlin wurde mit einem Michelin-Stern dekoriert. Peter Maria Schnurrs neues Team besteht aus 18 Mitarbeitern. Er tritt damit die Nachfolge von Jonas Zörner an, der als Küchenchef ins Lorenz Adlon Esszimmer wechselte.

LF

Fotos: Lukas Kirchgasser




Dirkers Lebkuchenlikör: Der ganze Duft von Weihnachten in einer Flasche

Ein Meisterstück von Edelbrenner Arno Dirker

 

Weihnachtliche Aromen sind nicht nur für Kinder ein schönes Erlebnis, wir freuen uns ebenso darüber, vor allem, wenn diese noch in einem fabelhaften Likör zusammenkommen. Dieser sehr würzige, dezent süße und leicht schnapsige Likör duftet ungemein animierend nach Karamell, Zimt, Mandeln, gerösteten Nüssen, Nelken und Muskatnuss. Orangenzeste, Anis und Waldhonig geben sensorisch den letzten Schliff.

Das ölige Elixier zeigt sich geschmeidig und alles andere als plump. Grundiert wird es von einem Hauch Tonkabohnen-Schokolade. Eine fein fruchtige Zitrusnote bringt den Frischekick. Ein Göttertrunk.

Arno Dirker

Edelbrenner Arno Dirker hat die Rezeptur zur Herstellung eines Pfefferkuchenlikörs bereits vor über 20 Jahren entwickelt und die Zutaten in Alkohol eingelegt. Nach einer Extraktionszeit von mehreren Jahren konnten sich die Aromen der einzelnen Komponenten harmonisch verbinden. Grundlage für den Lebkuchengeschmack sind nach Auskunft von Arno Dirker grüne Walnüsse, die im Juni vor der Sommersonnenwende geerntet werden. Sie müssen noch so weich sein, dass sie leicht mit dem Messer zerteilt werden können. Diese werden zusammen mit all den Gewürzen eingelegt und ergeben einen dunkelbraunen und köstlichen Lebkuchenlikör.

Um den Charakter, die Farbe und das Aroma nicht zu beeinträchtigen, wird der Likör unfiltriert in die Flasche gefüllt. Deshalb kann es sein, dass sich Gewürzpartikel oder ätherische Öle in der Flasche absetzen. Man sieht daran, dass naturbelassene Gewürze und keine Aromaten oder Geschmacksverstärker verwendet werden. Wen dies stört, kann die Flasche vor dem Öffnen ja leicht aufschütteln. Der Pfefferkuchenlikör hält bis 2027, bei uns hat er es gerade einmal eine Woche geschafft.

LF

Edelbrennerei Arno Dirker, Mömbris, Tel. 06029 7711.

www.dirker.de

Fotos: Dirker




Toller Kult auf Lanzarote: Die schönsten und lustigsten Weihnachts-Krippen der Welt

Jeder fragt: Wo ist

das Scheißerle?

 

Wer Eisenbahnen und deren kunstvolle Landschaftsdekorationen liebt, wird vielleicht noch mehr von den Krippen-Inszenierungen auf Lanzarote begeistert sein. Die mit ungemein viel Liebe zum Detail und einer Prise Humor gestalteten Krippenspiele haben nicht nur eine christliche Botschaft, man findet viel mehr weltliche Ideen: Marktfrauen, weinselige Zecher und das legendäre Scheißerle, der sich gerne versteckt hält und so lange gesucht wird, bis man es entdeckt. Kinder gehen nicht eher weg, bevor sie ihn gefunden haben, Erwachsene entwickeln einen aber auch einen ähnlichen Ehrgeiz.

Die ganze Insel zieht von Städtchen zu Städtchen, um alljährlich zu sehen, wo die attraktivsten Weihnachtskrippen zu sehen ist. Ob in Haria, Yaiza, Tias oder Tinajo. Tias war diesmal besonders stark (siehe Bildstrecke). Wochenlang basteln und bauen Freiwillige an diesen aufwendigen Landschaftsszenen. Star ist immer der Caganer (Scheißerle), der irgendwo im Gebilde seine Notdurft verrichtet. Diese heitere Figur taucht angeblich schon seit dem 17. Jahrhundert in den spanischen Weihnachtskrippen auf. Ein Männlein mit heruntergelassener Hose kauert in irgendeinem Winkel der Weihnachtskrippe und wartet darauf ganz entdeckt zu werden. Die Kirche findet das nur natürlich und sieht darin einen Akt der Fruchtbarkeit. Ist das nicht herrlich? Bei uns in Deutschland würde längst eine woke Diskussion entbrannt sein, ob das korrekt wäre oder gar christenfeindlich erscheinen würde. Scheißerle drauf.

Die Weihnachtskrippen sind von Dezember bis zum 6. Januar auf Lanzarote zu besichtigen.

Text & Fotos: Barbara & Ludwig Fienhold

Die Schmuckdesignerin Tanja berichtet jedes Jahr von den Weihnachtskrippen ihrer Wahlheimat Lanzarote und gibt Tipps dazu: www.lanzaroteherz.com/lanzarote-krippe-scheisserle/

Das legendäre Scheißerle




Frankfurt: Zwei neue Lokale für den prominenten Römerberg

Der kulinarisch freudlose Platz bekommt endlich

eine gastronomische Verstärkung

 

Frankfurts prominentester Platz, der Römerberg, liegt seit Jahrzehnten gastronomisch im Koma. Nun könnten zwei neue Adressen Leben einhauchen: Die Café-Bar Monza und die Weinstube im Römer.

Das italienisch geprägte Monza, das sich bereits mit zwei gut eingeführten Lokalen auf der Freßgass und in der Schweizer Straße etabliert hat, hält die Pole Position am Römerberg. Kaum ein anderer Platz liegt dauerhaft so gut in der Sonne, jeder Besucher läuft hier vorbei, die neue Altstadt lenkt geradezu dorthin.

Monza

Aus dem einstigen Café Einstein ist allein durch den Mosaikboden ein kleines Schmuckstück geworden, man fühlt sich gut aufgehoben, wenngleich manchen Tischen noch etwas mehr Abstand gegönnt werden könnte. Das Repertoire besteht aus den bewährten Kuchen wie der tollen Torta della Nonna mit Vanille- und Zitronencreme, und appetitlichen Pasticcini. Beim Kaffee/Cappuccino zeigt man sich engagierter als bei der Weinauswahl, die mit Pinot Grigio, Primitivo und Lugana Anspruchsvolle nicht gewinnen kann. Der Service ist sympathisch und gastfreundlich, es sind leider nur Kartenzahlungen möglich sind.

Die unter neuer Führung eröffnete Weinstube im Römer bietet vom Frühstück bis zum Nightcup allerhand. Pächter Pawel Resser und Betriebsleiter Gökhan Arikan wollen ausloten, was an diesem Platz alles läuft. Trotz Kronleuchtern, Terrakottafliesen und Kupfertheke ist die alte Gaststube noch wiederzuerkennen. Zur rustikalen Atmosphäre passt die hessische Regionalküche, für die der gelernte Metzger Markus Rudeck verantwortlich ist. Die hausgemachten Kalbsleberknödel sind richtig gut und zeugen von handwerklicher Klasse, Stampfkartoffeln und Sauerkraut hätten wir dazu nicht gebraucht, sie dienen nur als Sättigungsbeilage.

Awet und Gökhan

Famos auch das zarte, saftige Matjesfilet Hausfrauen Art, das man nicht besser bekommen kann. Die Bratwurst ist gut, auch hier wieder Sattmacherbeilagen, besser nur ein Stück Bauernbrot dazu essen. Markus Rudeck ist jedenfalls eine starke Säule in diesem neu aufgestellten Gasthaus.

Die Weinkarte will es vielen recht machen, was selten gut geht und ambitionierte Weinfreunde nicht anspricht. So etwas lässt sich nachbessern. Immerhin gibt es den trockenen Riesling vom Lohrberger Hang, der tatsächlich auf 1,3 Hektar in Frankfurt wächst und nicht wie die anderen Weine der Stadt Frankfurt im Rheingau. Ein schönes und rares Stück Frankfurt im Glas, das Geschichte hat und zum Geschichten erzählen anregt. Der Weinstuben-Service ist nett, vor allem Awet glänzt durch ihre strahlende Freundlichkeit und Professionalität. Dennoch läuft noch nicht alles rund und bedarf der Nachbesserung.

Markus Rudeck

Die Weinstube im Römer stand drei Jahre leer, was von dem Vermieter, dem Liegenschaftsamt der Stadt Frankfurt, eine sträfliche Vernachlässigung war. Die Café-Bar Monza und die Weinstube im Römer sind eine Auffrischung für Frankfurts müde Touri-Zone, wobei sie ihre Qualität noch weiter ausbauen können. Die beiden neuen Lokale stehen in der Verantwortung, dem kulinarisch vernachlässigten Römerberg endlich ein appetitliches Gesicht zu geben.

Ludwig Fienhold

Weinstube im Römer

Monza Caffè & Bar, Frankfurt, Römerberg 32

www.monzacoffee.com

Weinstube im Römer, Frankfurt, Römerberg 19

weinstube-römer.de

Fotos: Barbara Fienhold

Kalbsleberknödel

Rindsrostbratwürstchen

Matjesfilets