Warum muss es noch ein Café mehr in Frankfurt sein?

Kaffeeplausch mit

Stephan Ebel

von der neuen Drei Kaffeebar

 

Terroir, Designwasser & Gastfreundschaft

 

Welches Konzept verfolgt ihr, wie soll das Café positioniert werden – immerhin gibt es im engsten Umkreis der Frankfurter Altstadt über 20 Cafés, darunter 10 mit Anspruch. 

In Sachen Spezialitätenkaffee ist unser Anspruch zu den State of the Art Cafés in Europa zu gehören. Wir freuen uns ungemein über die Frankfurter Spezialitätenkaffeeszene, besonders die Qualität ist bei vielen Cafés sehr hoch. Egal ob bei Hoppenworth & Ploch, The Holy Cross Brewing Society, Aniis, Brühmarkt, Café No. 48 und anderen mehr.

Wir drei haben selbst mehre Jahre in der Frankfurter Szene gearbeitet. Was wir jedoch häufig bei vielen Besuchen vermisst haben war der 2. wichtige Bestandteil von Third Wave Coffee: Transparenz und Herkunft des Kaffees (Qualität und Komplexität ist der 1. Bestandteil). Zwar waren sämtliche Kaffees vorbildlich in Sachen Herkunft, die Story des Kaffees und der Produzenten wurde jedoch wenig beleuchtet. Hoppenworth & Ploch ist da definitiv eine Ausnahme und Pionier. Wir wollen diesen Weg noch einen Schritt weiter gehen.

Terroir nicht nur beim Wein, sondern auch beim Kaffee?

Wir sind der Meinung, dass aktuell in Frankfurt eigentlich noch viel mehr Menschen Interesse an der Komplexität, Vielseitigkeit und  Story von außerordentlichem Spezialitätenkaffee haben.

Dadurch, dass wir nicht selbst rösten, sind wir in der Lage, die außergewöhnlichsten Bohnen der besten Röster Europas zu sourcen.

So verwenden wir weitestgehend Filterröstungen als Espresso. Denn hier wurde der Geschmack des Kaffees, der durch die Eigenschaften des Terroirs beim Wachsen entstanden ist, kaum verfälscht. Röstaromen nivellieren und Reduzieren Komplexität, das Terroir wird dadurch immer weniger erkennbar. Und das ist selbst bei den meisten Medium-Röstungen der Fall. Wir wollen aber jene Story erzählen und wählen entsprechend komplexe und helle Kaffeebohnen.

Das Brühen dieser Kaffees ist aber deutlich schwieriger, da sie durch die hohe Anbauhöhe, Dichte und helle Röstung viel weniger porös sind, als dunklere Bohnen. Neben dem besten Equipment benötigt man dabei das richtige Wasser. Das Wasser ist einer unserer wichtigsten Bestandteile. So erstellen wir für unsere Filterkaffees ein eigenes Designwasser mit der geeignetem Gesamthärte und Mineralienzusammenstellung für den Kaffee, den wir gerade brühen. Das ist einzigartig in Frankfurt und wird auch europaweit kaum praktiziert. Last but not least ist es der Traum von uns drei gewesen, einen Ort zu schaffen, an dem die oben genannten Punkte mit dem Hospitality Aspekt zusammentreffen. Für uns ist das mehr als eine Passion. Wir hoffen einfach, dass unsere Begeisterung für Kaffee und Service auf unsere Gäste überschwappt. Getreu unserer Philosophie: „Coffee is the vehicle, hospitality is the mission“.

Gibt es neben Kaffee noch andere Highlights?

Ja, einige. Dazu gehört sicherlich der Grade 1 Matcha, den Hoppenworth & Ploch direkt aus Japan importiert. Den daraus resultierenden Matcha Latte (auch Iced möglich) servieren wir mit Oatly. Gerade haben wir umwerfenden Specialty Tea von Canton (UK) erhalten. Ist zwar auch Kaffee, aber jetzt können wir Nitro Coffee zubereiten.

Warum der Name Drei Kaffeebar?

Neben dem Fakt, dass wir drei Gründer sind, stellten wir fest, dass die 3 eine immer wiederkehrende Zahl ist, die uns gut symbolisieren würde. Third Wave Coffee ist das, was wir tun. Wir sehen uns als „3rd“ home, neben dem zu Hause und der Arbeit wollen wir einen Ort schaffen, an dem man gerne viel Zeit verbringt. Unser Team besteht aus Romy, Anja und mir. Romy und ich sind Ex-Hopplo Mitarbeiter, Anja arbeitete beim Brühmarkt.

Drei Kaffeebar, Frankfurt, Fahrgasse 23 

 

Photocredit: Claudia Simchen




Preußischblaues Design: Das neue Luc Hotel in Berlin

Und was Voltaire

damit zu tun hat

 

Ein neues Hotel für Berlins prominentesten Platz: Das Luc wird am 1. Februar am Gendamenmarkt in der Charlottenstraße eröffnen. Das imposante Eckgebäude gehört zu Marriotts exklusiver Linie Autograph Collection und trägt den Spitznamen des Preußenkönigs Friedrich II., den der französische Philosoph Voltaire seinem Freund und Förderer gab. Dass Friedrich der Große ihn später als den „schlimmsten Schurken der Welt“  beschimpfte und ihn in Frankfurt am Main in Haft nehmen ließ, steht auf einem anderen Geschichtsblatt.

Das in tiefem Preußischblau gehaltene Design soll die geometrische Klarheit der Friedrichstadt aufnehmen. Die 70 Zimmer (ab 316 €) und 22 Suiten wollen mit Geradlinigkeit überzeugen und sollen das  „preußische Lebensgefühl“ ins heutige Berlin transportieren. Beim Management des Hotels hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Gäste nicht gezwungen werden wollen in einem engen Zeitrahmen ihr Frühstück zu genießen und bietet dieses bis 16 Uhr an. Auch auf der Terrasse.

Der in Berlin geborene Küchenchef Florian Glauert und sein Team wollen im Heritage Restaurant eine frische und moderne Küche anbieten. Der angrenzende Clubroom mit geschichtsträchtigem Tresor kann für bis zu 20 Personen exklusiv gebucht werden.

Die Marriott Marke Autograph Collection steht für besondere Individualität. Ausgewählt werden die Häuser aufgrund ihres ausgeprägten Charakters, außergewöhnlichen Design sowie der Rolle, die das Hotel am jeweiligen Standort einnimmt. Weltweit gehören mehr als 170 luxuriöse, handverlesene Lifestyle-Hotels in über 35 Ländern zum Portfolio.