Wir werden sie sehr vermissen: Pasta Davini, Das Herz und Café Naschmarkt haben geschlossen
Frankfurt wird
kulinarisch ärmer
Von Ludwig Fienhold
Das wunderbare Wohnzimmerlokal Pasta Davini, einer der besten und beliebtesten Italiener in Frankfurt, hat geschlossen. Schon seit vielen Wochen, was aber weitgehend unbemerkt blieb, weil man dort ohnehin kaum jemand telefonisch erreichen konnte. Rosi Stern, geborene Davini, die das Lokal mit Herz, Verstand und Geschmack führte, hört aus gesundheitlichen Gründen auf. Selbst die sonst meist unsäglichen Gnocchi waren hier richtig gut und die Spaghetti alla Carbonara gab es natürlich ohne Sahne. Die Saucen waren allesamt zum Wegschlecken. Man spürte die Seele Italiens, wie in nur ganz wenigen Lokalen in Deutschland. Es war eng, laut und heiter. Es war Rosi.
Das Café Naschmarkt am Dom war eine Wundertüte, in der es neben Kaffee und hausgemachten Kuchen und Keksen noch tausend andere Leckereien gab. Das Geschäft war erfüllt von Naschwerken und Geschenkartikeln, Produkten für das kleine Glück. Jeder Zentimeter wurde genutzt, es gab so viel zu erleben, dass man auch nach dem hundertsten Besuch immer noch Neues entdecken konnte. Mittendrin saßen die Gäste an kleinen Tischen und wurde Teil dieses ungewöhnlichen und delikaten Lädchens. Auf der Galerie, die bis zum Schluss ein Geheimtipp blieb, durfte man sich ganz ungestört zum Tête-à-Tête treffen. Es steckte so viel Liebe in jedem Detail, wie man dies nur aus ganz wenigen Lokalen oder Läden kennt. Christiane „Kiki“ Kern führte das Geschäft mit sanftmütigem Charme und einem solch hingebungsvollen Einsatz, dass dieser für ein ganzes Leben hätte reichen müssen. Er hielt leider nur 16 Jahre, aber es waren sehr schöne Jahre.
Das Herz hat aufgehört zu schlagen. In dem Lokal in der Braubachstraße rührt sich schon seit Wochen nichts mehr. Ein dort während der Buchmesse geplanter Book Award musste kurzfristig abgesagt werden. Reservierungen sind nicht mehr möglich, es herrscht Totenstille. Trotz großer Konkurrenz ringsum konnte sich das Café einen guten Platz in der Braubachstraße in der Frankfurter Altstadt sichern. Die Brüder Mengi, Teff und Jeshi Zeleke, die sich mit ihrem seligen Club Unity beliebt machen konnten, hatten ein Händchen für hübsche Bedienungen, was für das Café vorteilhaft war, aber mehr noch für den abendlichen Barbetrieb. Die Melange aus Café und Bar gelang dennoch nicht ganz so gut, weil es irgendwann einfach zu laut wurde. Die Braubachstraße trat einst als Kultur- und Gastronomiemeile an, was hoffnungsvoll begann und inzwischen brüchig geworden ist.

