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Trilogia: Begegnung mit einer Legende

Ein Apotheker

begründete

den Aufstieg

griechischer Weine

 

Trilogia war der erste Rotwein aus Griechenland, der auch international Beachtung fand. Der Apotheker Christos Kokkalis merkte in den 90er Jahren, dass auch Wein Medizin sein kann. 1997 brachte er seinen ersten Jahrgang auf den Markt, den vielleicht besten von allen. Schon bald nannte man seine Roten „Bordeaux-Killer“, weil sie bei Blindproben nicht selten sogar besser bewertet wurde als die Franzosen. Bei einer Verkostung in Frankfurt standen verschiedene Jahrgänge zur Probe, aus der Neuzeit und aus der Ära von Christos Kokkalis.

Sommelier & Brand Manager Alexandros Bouzikas

Trilogia war und ist noch immer zu hundert Prozent ein Cabernet Sauvignon. Gezogen auf der Halbinsel Peleponnes, wo Sparta, Korinth und Olympia Geschichte schrieben. Schon immer eine Rarität, nur 6000 bis 8000 Flaschen wurden erzeugt, bei Preisen um die 50 DM/Euro. Es ist erstaunlich, wie groß seinerzeit das Aufsehen über dieses mit 2,5 Hektar recht winzige Weingut war. Auch das ist Geschichte. Der inzwischen 81 Jahre alte Apotheker aus Mönchengladbach verkaufte aus Altersgründen und mangels Nachfolger sein Weingut an die griechischen Newcomer von Biblia Chora.

Die Verkostung im Frankfurter „Kennedys“ (gleich neben dem Übergriechen „Parthenon“) wurde von Sommelier Alexandros Bouzikas und Athina Savvidis vom Trilogia-Generalimporteur vorgenommen und brachte einige interessante Erkenntnisse. Die neuen Jahrgänge von Trilogia haben nur wenig mit den alten zu tun. Offenbar will man einen jungen und noch mehr internationalen Wein in den Markt bringen. Sachlich bewertet zeigte die alte Stilistik von Trilogie mehr Bordeaux mit einem Touch kalifornischem Flair. Inzwischen hat man sich weit mehr auf die italienische Seite geschlagen und möchte offenbar mit der Spitze der Toskana mithalten. Bei Preisen um die 50 Euro kein leichtes Vorhaben. Restaurants und auch der Handel müssten ihn so hochpreisig ansetzen, dass er als schwer verkäuflich erscheint. Um wirklich einzuschlagen, fehlt ihm die Einzigartigkeit. Das war in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts ganz anders und vor allem einfacher.

Der Jahrgang 2018 war noch viel zu jung, 2016 zeigte sich weiter gereift, aber nicht unbedingt besser. Der Jahrgang 2017 hatte mehr Statur, war runder, charmanter, fülliger. Unser Favorit war dennoch Trilogia 2009, der noch von Christos Kokkalis erzeugt wurde: Old Style Bordeaux, mit sehr schöner leicht mürber Frucht und einem Hauch Eukalyptus. In diesem Wein steckt noch der Geist von Christos  Kokkalis. Ein sehr freundlicher Flaschengeist.

Ludwig Fienhold

 

Fotos: Barbara Fienhold