Adieu Öde? Zwei neue Lokale für den Main Plaza Suite Tower
Das einstige Gourmet-Hotel
wird mit einem neuen Isoletta italienisch
Das Main Plaza am Main schlägt durch einen Betreiberwechsel Wellen, kann es aber auch den öden Walther-von-Cronberg-Platz retten und zu neuen Ufern führen?
Das Main Plaza am Mainufer in Sachsenhausen gehört zu den markantesten Gebäuden Frankfurts. Es wurde als anspruchsvolles Gourmet-Hotel der Althoff-Gruppe gegründet, wechselte dann bei Lindner in die kulinarische Bedeutungslosigkeit und soll jetzt wieder durch den neuen Betreiber Michael Schramm als Main Plaza Suite Tower für einen Neuanfang sorgen. Aus dem Bricks, einst ein herausragendes Sternerestaurant mit Spitzenkoch Volker Drokosch, wird nun ein italienisches Isoletta, das sich auf Steaks & Pasta fokussiert, wie es sie in Wiesbaden gibt. Die Eröffnung ist für den 8. Januar 2026 geplant. Michael Schramm leitet unter anderem als Geschäftsführer auch die Isoletta-Gruppe mit zehn Lokalen in Frankfurt, Wiesbaden und Bad Homburg. Aus dem schönen Glasrestaurant gang & gäbe, jetzt Event-Location Juwel, das separat vor dem Main Plaza liegt, soll eine südamerikanische Gastronomie mit dem Namen El Punto werden. Eröffnung soll Mitte März 2026 sein.
Das 2003 eröffnete Main Plaza ist trotz seiner „nur“ 90 Meter das Gebäude mit dem größten New York Appeal der Stadt. Gegen diesen charaktervollen Wohnturm erscheinen die anderen Hochhäuser nur wie leblose Gestalten. Die letzten Jahre wurde weder in Ideen noch sonstige Erneuerungen investiert. Die Zimmer, allesamt mindestens 50 Quadratmeter große Suiten, sollen 2026 bei laufendem Betrieb renoviert werden. Der Main Plaza Suite Tower soll eine Kombination aus Hotel und Boardinghouse werden. Man setzt auf Technik (KI gesteuerte Tools, Tablets mit digitalem Concierge-Service, digitales Check-in), was modern klingt, aber letztlich Personal einsparen soll. Über die Anzahl der Mitarbeiter im neu aufgestellten Hotel gibt es noch keine Daten. Insgesamt soll es 120 Einheiten geben, inklusive der 17 Luxuswohnungen und des Penthouses auf der obersten Etage. Geplant ist außerdem ein vollautomatischer Kiosk, an dem sich die Gäste rund um die Uhr bedienen können. Das Main Plaza ist mit öffentlichen Verkehrsmittel schlecht zu erreichen. Die Tiefgarage bietet 195 Stellplätze.
Mit dem Restaurant Brick von Spitzenkoch Volker Drokosch hatte unter Althoff das Main Plaza eine der besten Adressen Frankfurts und darüber hinaus zu bieten. Auch Harrys New York Bar wurde von Thomas Altenberger und anderen Topkräften gut geführt. Der neue Main Plaza Chef Michael Schramm war einst Banker und ist unter anderem Inhaber der Apartment-Residenz-Gruppe und Geschäftsführer der Gastronomiekette Isoletta. Es lag nahe, dass Schramm in seinem neuen Projekt auch ein italienisches Konzept unterbringen wird, zumal es die derzeit keine Italiener auf dem Platz mehr gibt und auch sonst keine Gastronomie weit und breit.
Offiziell soll Harrys New York Bar weiter existieren und durch eine Zigarren-Lounge erweitert werden. Der Barbereich soll bis in die Lobby hin erweitert werden, was kein großer Raumgewinn ist, da es eine richtige Lobby nie gab.
Auf unsere Nachfrage über die Zukunft des Glasrestaurants vor dem Main Plaza, das mitsamt seiner großen Terrasse auf dem Gelände des ehemaligen Frankfurter Schlachthofs liegt, ließ Schramm wissen, dass daraus ein südamerikanisches Lokal mit dem Namen El Punto entstehen soll.
Die letzten Jahre wurde es als gang & gäbe von Juan Weinhold und seiner Familie als hervortragendes Weinbistro betrieben und soll bis zum Dezember als Eventlocation Juwel bestehen bleiben, wobei Weinhold sein Cateringunternehmen Cooking Ape weiter führt.
Der Walther-von-Cronberg-Platz ist seit dem Abgang des insolventen Tom Bock ein gastronomisches Mausoleum, seine ehemaligen Restaurants haben bislang noch keine neuen Besitzer gefunden. Man kann dem früheren Multi-Gastronomen viele Vorwürfe machen und ihm eine unsoziale Behandlung von Mitarbeitern vorwerfen, die er wider besseres Wissen nicht mehr bezahlen konnte. Aber er hat am Walther-von-Cronberg-Platz ein einzigartiges lebendiges italienisches Viertel geschaffen. Das kreative Biancalani gehörte zu den allerbesten italienischen Restaurants, A Casa di Tomilaia war ein familiärer Italiener für Anspruchsvolle, Firenze der beste Eissalon Frankfurts und die Demarchi-Bar überraschte stets mit neuen Ideen und Drinks.
Vor dem ehemaligen Eissalon Firenze sitzen heute Figuren herum, die an Mitglieder des kolumbianischen Drogenkartells erinnern und gut gelaunt auf Quentin Tarantino warten, der sie als filmreif erkennt. Auf den Straßen ringsum des Main Towers finden Autorennen statt, weil die öde Umgebung viel Platz für jeden Irrsinn hergibt.
Ludwig Fienhold
Fotos: Main Plaza Suite Tower

