BISS | Leserbriefe

Leserbriefe

 

 

 

 

Die großen kulinarischen Dummheiten

Ja, diese Tupfen und Striche auf dem Teller sind ein selten blöder modischer Schnickschnack ohne einen Gewinn an Geschmack. Auch alles andere in dem Artikel ist völlig richtig und kann sicher von jedem noch meterlang ergänzt werden. Ich will nur eins loswerden: Mich nerven überteuerte Wasser, langweilige Aperitifs und überzogene Champagner. Ich trinke doch keinen Champagner vor dem Essen, wenn das Glas 17 € und mehr kostet und damit so viel wie ein Gericht. Die Preise für Ausschankware sind viel zu hoch.

Bernd Schröder, Düsseldorf

 

Die Pest ist der allgegenwärtige und überhöhte Einsatz von Balsamico, als Tropfen über allem und gemeinsam mit Olivenöl. Außerdem macht er die Saucen, schwer, klebrig und süß. Mit solchen Bomben muss man sensibel umgehen, wer das nicht kann, sollte die Finger ganz davon lassen. Also fast alle Köche.

Hansgeorg Luers, Berlin

 

Restaurantkritik: Sra Bua by Juan Amador

Danke für die sehr schöne Kritik. Das Restaurant befindet sich nur etwa 10 Minuten von meinem zu Hause entfernt, allerdings weiß ich im momentan nicht, ob es mich reizt. Als ehemaliger großer Fan von Amador (in Langen) scheint dieser jetzt “nur” seinen Namen für eine international schon längstens bekannte Pan-Asiatische Crossover-Köche gehobenen Standards herzugeben. Was mich entsetzt sind die Weinpreise.

Alex Scharpf, Dreieich

 

Gangster Food: Szenelokal Maxie Eisen

Wir hatten uns auf das neue Lokal gefreut, das ja von  einigen Vorschusslorbeeren erhielt. Die Stimmung fanden wir okay, wir wollten unbedingt das gepriesene Pastramisandwich probieren. Es war total versalzen und schmeckte sonst nach nichts. Das wurde vielleicht falsch gepökelt oder so. Einen solchen Fehler darf sich auch ein Szenelokal am Bahnhof nicht erlauben. Maxie Eisen ist auch alles andere als billig.

Heiko Schuster, Frankfurt

 

Gagaga Gastronomie: Zoff in Frankfurts bester Lage

Bestens beschrieben ! Die Weinstube im Römer mit ihrer pseudoromantischen Ausstattung, u.a. mit Fensterimitaten und Kunstlicht im Innenbereich und grauslicher Ungemütlichkeit, gehört auch zu diesen überflüssigen Lokalen, welche kulinarisch nichts vorweisen außer Massenabspeisung für neppgewillte Touristen. Und in Balzer’s Steinernem Haus in der Braubachstrasse um die Ecke ist der Muff vom Mittelalter noch zu spüren: Null kulinarisches Engagement; Hauptsache es reicht gut zum Leben. Ja, hier rund um den Römer gehören definitiv etliche Gastwirte in die Wüste geschickt.

Jim Brutto, Frankfurt

 

Die Konflikte des Guide Michelin

Ich glaube, die Zeit der so genannten Sternefresser ist eh vorbei. Die neuen Reichen sind deutlich jünger und orientieren sich an ganz anderen Kriterien. Da liegt San Pellegrino mit seiner Methode sicher schon näher dran! Sterne allein sind also kein Garant mehr für zusätzlichen Umsatz (vor allem hierzulande), auch wenn sie dem Chef erlauben, die Preise endlich und zu recht weiter anzuheben. Was Michelin da online betreibt ist der Anfang vom Ende und zerstört die gesamte Marke! Berater sind nicht die Lösung! Niemals!

David Marx, Berlin

 

Fack ju No-Show

Da zieht die Branche einfach nicht an einem Strang. Der Kunde wäre erziehbar, denn er kauft ja auch eine Konzertkarte und weiß, dass er sie nicht zurückgeben kann, wenn er doch keine Lust hat. Würden alle eine No-Show-Gebühr verlangen, wären auch nicht mehr so viele Gäste kurzfristig krank. Und die Reservierung in mehreren Lokalen ist eine echte Frechheit.

Tina Meyer, Wetterau

 

Heikles Thema: „Wir sind doch nicht in den USA”, bekomme ich vorgehalten, wenn ich Stornobedingungen anspreche. Wir lösen das, in dem wir alle Reservierungen nochmal kontaktieren. Sehr aufwendig, aber besser als dem Umsatz “beraubt” zu werden. An Silvester hat das Steakhaus Buzzano EIN Menü, fleischlastig, ohne Alternativen für Vegetarier, Veganer und andere “Nicht- Carnivoren”. An allen anderen Tagen sind wir wieder sehr flexibel.

Christoph Meier, Gastronom, Frankfurt

 

Allein vor 2 Tagen sind am Abend 14 reservierte Gäste nicht gekommen und haben nicht abgesagt. Dafür haben wir anderen absagen müssen, weil wir mit den Reservierungen gerechnet hatten.

Daniel Schönberger, Gastronom, Dreieichenhain

 

Das beste Frühstück Frankfurts

Waren Sie schon mal zum Frühstück im Hessischen Hof? Für 28 Euro gibt es zwar dort keinen Winzersekt,  aber Champagner steht ohne Limitierung am Buffet bereit. Doch nicht nur wegen des Champagners ist das Frühstück im Hessischen von außerordentlicher Qualität, die Sortimentsvielfalt  macht es, dass der Hessische Hof für mich das Nonplusultra-Frühstück in Frankfurt bietet. Auch versteht der Unterzeichner nicht, warum das Lokal Margarete in die Klassifizierung der Besten in Frankfurt mit aufgenommen wurde, nur weil man dort bis 14 Uhr frühstücken kann. Das dort Gebotene wird auch bis 14 Uhr nicht besser.

Hardy Rolako Frankfurt

 

So schmeckt Italien:

Die besten Adressen

Geht doch lieber zu Enzo nach Hanau. Dann kann man sich die Hälfte der Frankfurter Italiener sparen.

Louie Hölzinger, Frankfurt

 

Insel-Wein Sylt

Vor knapp 10 Jahren hatte ich schon einen reinsortigen Solaris im Glas – im Gourmetrestaurant von Bernd Werner auf Schloss Eberstein in Gernsbach bei Baden-Baden. Zum Dessert, das aus Variationen von Erdbeere und Rhabarber bestand, wurde mir ein bis dato völlig unbekannter Wein aus Versuchsanbau aus dem Markgräfler Land gereicht. Ich finde die Sorte recht langweilig. Für die Ress´sche Geschäftstüchtigkeit und den Sylt-Schickimicki aber passt so etwas. Man bleibt im Gespräch und leitet das Interesse auf die anderen, wirklich guten Weine aus dem Rheingau.

Bernd Klingenbrunn, Frankfurt

 

„Solaris” ist natürlich sehr selten in Deutschland als reinsortiger Wein, soweit kommt er meist gar nicht. Die überwiegende Mengedieses Zuckerproduzenten (Durchschnittlich 106°Oechsle aus 33 Ernten)wird als Federweißer an den Mann & die Frau gebracht, der Rest wird sehr gerne als Süßreserve hergenommen, da es praktisch immer Spätlesen hagelt, leider halt auf „Müller-Thurgau“ Niveau. Nichts gegen den Müller Thurgau, aber wenn der zu süß wird verliert der auch seinen knackigen Charakter. Es ist halt einfach, so ein Gewächs in den Norden zu pflanzen, das so ziemlich resistent gegen alles ist. Auf der Nachbarinsel Föhr, der Heimat meiner Frau, hat es noch so ein „Pionier“ angepflanzt…geerntet wird erst Mitte Oktober, wie ja auch auf Sylt. Hier in Franken wird der Solaris in normalen Jahren Ende August geerntet, da vollreif. Dass man das bisschen Weinberg von Hand bearbeitet versteht sich wohl von selbst. Ein Maschinenpark dafür ist doch viel zu teuer. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja bald noch mehr dieser Anlagen, dann würde sich ein Maschinenring rentieren. Zumindest muss man den Hut ziehen vor diesem Preis für einen „Solaris“, der normalerweise als Federweißer über den Ladentisch geht. Bei 69 € die Flasche kommen bestimmt noch mehr Landwirte in Nordfriesland auf den Plan. Schade, dass Sylt so wenig Land hat, aber auf Föhr und Amrum ist ja noch Platz. Und wenn das nicht reicht würde ich Dänemark und Norwegen empfehlen. Die waren ja auch von der Antike her berühmt für Ihren Wein, oder war das Met? Naja, gesoffen wird immer, sagt der Wikinger und vielleicht schmeckt er ja erst, wenn es so richtig weh tut.

Die wahren Handarbeitssteillagen werden still gelegt, da meist nicht mehr betriebswirtschaftlich interessant, auch wenn diese Jahrhunderte Bestand unserer Kultur waren. Vielleicht sollte man einmal versuchen, dem Weintrinker dieses nahe zu bringen und nicht noch so einen belanglosen Wein auf den Markt bringen, der international nur belächelt wird. Aber vielleicht liege ich ja auch total falsch. Wahrscheinlich duftet der Wein nach Salzwiesen und der Nordsee-Gischt und harmoniert bestens mit Iglo´s Fischstäbchen und Remoulade aus der Tube.

Norbert Spielmann, Wertheim

 

Restaurant Kraftwerk zeigt Power

Das Lokal Kraftwerk ist eine Entdeckung, vollste Zustimmung zu diesem tollen Artikel.

Petra Gerlach, Taunusstein

 

Küchenchef Steiner verlässt Jumeirah

Wir haben im Max on One im Hotel Jumeirah wirklich sehr gut gegessen, doch der Service war so dilettantisch, dass der Spaß fast verloren ging. Auch durch die zu teuren Weine.

Rainer Siemens, Bensheim

 

Mit Volldampf in die Krise

Bei diesen Beispielen haben sie doch sicher das Journal Frankfurt und Groupon gemeint. Wer sich mit solchen Partnern einlässt, muss sich über das Ergebnis nicht wundern.

Hans Orth, Frankfurt

 

Pasta-Pate Mimmo schließt

sein Lokal La Gallerie in Mainz

Wie schade, dass ausgerechnet dieser Koch aufgibt. Mimmo ist ein echter Typ, und so war auch seine Küche. Bessere Pasta-Gerichte gab es keine im Rhein-Main-Gebiet. Doch hätte der Patron wissen müssen, dass ein Lokal ohne Terrasse nirgendwo funktioniert. Warum nur ist er überhaupt in dieses unscheinbare Lokal gezogen? Schon der Vorgänger ist dort kläglich gescheitert.

Horst-Dieter Eberz, Wiesbaden

 

Das Restaurant Esszimmer adelt das Hotel Adlon

Schöne Kritik über die Küchenleistungen. Aber ist der Service wirklich so gut? Schauen wir den  beiden Serviceherren bei der Arbeit zu. Der Tranchierende dreht bei seiner Zubereitung der Ente für die Gäste, diesen den Rücken zu. Es ist durch die Kopfhaltung der Dame erkennbar, dass sie gerne sehen möchte, was bei der Zubereitung ihres Essen geschieht. Ein gravierender Servicefehler bei einer am Tisch zubereiteten Speise, den Gästen den Rücken zuzudrehen. Caneton a la presse ist außerdem eine zweifelhafte Restaurant-Spezialitä der 50er Jahre. Um eine Caneton a la presse richtig zubereiten zu können wurde diese in heißer Erde erstickt, um ein Ausbluten des Muskelfleisches zu verhindern. Die zubereitet Ente wurde dann am Tisch den Gästen präsentiert. Die beiden Brusthälften wurden aus der Carcasse herausfilitiert und am Tisch auf Tellern warm gehalten. Die Carkasse, mit noch erheblichen blutgefülltem Muskelfleisch wurde dann in die pompöse Silberpresse gegeben, mit der man durch kräftiges Drehen der Spindel  Fleisch und Blutsaft, aus dieser herauslaufend, gewann. In einer nicht zu heißen Pfanne am Tisch wurde dieser “Extrakt” vorsichtig mit saurer Sahne und ggf. Rotwein etc. verrührt. Das Ersticken von Enten in heißer Erde wurde Ender der 50er Jahre in Frankreich verboten. Die pompösen, silbernen Pressen dienen eigentlich heutzutage nur noch als Dekoration. Warum und in welcher Form die Adlonküche diese Art der “Essenzubereitung” wieder  aufleben lässt, erschließt sich mir nicht so ganz, steht sie doch im krassen Gegensatz zu unserem heutigen Zubereitungsverständnis.

Hardy Rolako, Frankfurt

 

Kubenz wird Küchenchef im Biancalani

Ich war bislang noch nie im Biancalani, Sie haben nicht zu viel versprochen. Das Essen ist vorzüglich, die Weinkarte begeistert mich weniger, aber man findet was (aber das hatten Sie auch geschrieben). Das ganze Team scheint sehr motiviert. Es macht richtig Spaß hier.

Peter Moser, Frankfurt

 

Unverdaulich: Die 50 angeblich

besten Restaurants der Welt

Hitlisten wie diese braucht kein Mensch. Es ist aber erstaunlich und erschreckend, wie viele Medien diese völlig unkommentiert wiedergeben. Biss bringt sehr viele Hintergrundinformationen und deckt auf.

Karsten Richter, Köln

 

Renaissance eines alten Gourmet-Tempels

Bravo für diesen tollen Bericht über das Tantris! Wunderbar geschrieben! Auch den Artikel über die Sommeliers & Sommeleusen unterstütze ich völlig, der Blödsinn mit dem Wassersommelier hatte im Adlon angefangen. Der heutige Sommelier hat Gott sei Dank viel von dem Wasserkram abgeschafft, inkl. diesem Titel. Sommelier Jalali macht dort einen grossartigen Job. Ich durfte vor einigen Wochen einen Abend dort geniessen – es war das beste Essen seit sehr langer Zeit!

Norbert Spielmann, Wertheim

 

Wohl trefflich von Ludwig Fienhold dargestellt und berechtigt in vielen, ja man kann wohl sagen in allen Punkten – bis auf einen, den ich mir erlaube zu ergänzen. Wenn man einmal bedenkt, was sich hinter dem Satz, dass das Handover von Fritz auf Felix wohl schon geschehen sei, verbirgt, dann darf das nachfolgende nicht unerwähnt bleiben Das allein war und ist die Voraussetzung, dass dort Witzigmann und Winkler und heute Hans Haas ihr Können beweisen konnten und noch können. Auch dass es im Tantris einen Weinkeller mit unglaublich 50 TSD Flaschen gibt, dass 30 und mehr, gut dotierte Mitarbeiter, um die wohl heute auch, lt. Ludwig Fienhold,”Jeans-Gourmets” bemühen, Alles das und vieles mehr was dieses Haus seit mehr als 40 Jahren ausmacht träg NUR einen Namen: Fritz Eichbauer, der in der Lage war und ist seine Vorliebe für gutes Essen und  Trinken, für den Genuss unter dem Tantrisemblem mit einem MIllionenaufwand zu realisieren. 1971-72 erlaubte Fritz Eichbauer einem kauzigen Schweizer Architekten eine “Fresskirche”  (lt.Süddeutsche), zu errichten, die nicht annähernd der Funktion eines Restaurants entsprach. .Auch bei Gläsern, Porzellan, Bestecken etc. wurde nur nach dem Motto verfahren, das Teuerste, auch wenn gastronomisch unnütz, musste es sein. Es bedurfte beispielsweise einer Ausnahmegenehmigung der Gewerbeaufsicht, dass die Wirkungsstätte des späteren Jahrhundertkochs Witzigmann gelb gekachelt sein durfte. Weitere gastronomisch sehr fragwürdige Aktivitäten aufzuzählen würde hier zu weit führen. Es soll auch nur belegen, was 1972 zwei bekannte Münchener Gastronomie-Brüder so  formulierten: Was ihr hier macht ist gastronomisches Subventionstheater. Diesem schließt sich der Unterzeichner an, der damit in keiner Weise die 2 berechtigten Michelin-Sterne des Hans Haas in Frage stellt. Ihm aber auch wünscht, dass die Familie Eichbauer bereit ist, auch in der zweiten Generation das Tantris weiterhin zu subventionieren.

Hardy Rolako, Frankfurt

 

Döpfner´s im Maingau in Frankfurt

Erfahrungsbericht eines Lesers

Seit mehr als vier Jahrzehnten besuche ich regelmäßig die Frankfurter Gastronomie, um meiner Vorliebe für gehobene regionale und internationale Küche in solider handwerklicher Tradition zu folgen – und habe vor ca. 15 Jahren so etwas wie meine kulinarische Heimat gefunden: im Restaurant Döpfner’s” im Hotel Maingau in Frankfurt-Sachsenhausen. Der Gast findet dort eine hervorragende, kreative Küche, einen wohl sortierten, reichhaltigen Weinkeller sowie angenehmen, kompetenten Service, angenehme Preise.

So durfte ich vor einigen Tagen ein siebengängiges “Senf-Menü” von der Abendkarte genießen und war schlicht begeistert. Einige Beispiele: Mit Ente gefüllte Ravioli auf sautiertem Spinat und Shitake, dazu Pflaumensenf-Chutney. Eine asiatisch angespielte, abgerundete Harmonie, bei der jede Zutat dennoch ihren grandiosen Eigengeschmack bewahrte. Es folgte Piccata vom Kalbsbries auf Kartoffelschaum mit jungem Lauch und Apfelsenf. Saftiges Bries in zarter Hülle, der Kartoffelschaum locker-leicht, der Lauch aromatisch, der Apfelsenf von frischer Schärfe – ein sinnliches Gericht. Die gebratenen Kalbsnieren mit karamellisierten Perlzwiebeln und Karotte sowie Meaux- Senfsoße und Kresserisotto boten Geschmacksvielfalt in großartiger Komposition. 105,00 € mit begleitenden Weinen – 85,00 € ohne – belegen das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis.

Alfred Verstl, Friedrichsdorf

 

Der Pate vom Opernplatz sagt Ciao

Das ist schon gekonnt, wie Ludwig Fienhold über den Abgang eines “Möchtegern-Gastronomen” mit viel Text verschleiert, dass es wahrlich nichts gibt, was man diesem Paten gastronomisch positiv nachsagen könnte. Auch die eventuell gestellte Frage, wie konnte ein solcher Mann Jahrzehnte lang gleich drei Gastronomiebetriebe betreiben, ist schlüssig wie folgt zu beantworten: Der Erfolg eines Gastronomiebetriebes, sagte weiland Conrad Hilton, hängt von 3 wichtigen Kriterien ab. 1. der Standort 2. der Standort 3. der Standort. Das ist nach wie vor, von wenigen Ausnahmen abgesehen, mehr als gültig. Armaden von Gästen, die sich über das miese Essen und die dafür geforderten Preise mokierten, parierte der sogenannte Pate, mit den auch  von Ludwig Fienhold beschriebenen, kaltschnäuzigen Argumenten. Obwohl er für Gleichgesinnte, abends nach Küchenschluss, mit der Zigarre zwischen den Lippen am Herd stehend, oft Undefinierbares auftischte. Von Insidern zu beklagen waren außerdem die seit Jahren bekannten “hygienischen” Zustände in Küche und Keller, die dem Paten erstaunlicher weise (von wem auch immer) nachgesehen wurden. Wie nannte es einmal ein ausgeschiedener Mitarbeiter: Hinter den Kulissen sieht es aus, wie in einer neapolitanischen Hafenkneipe. Dieser unschlagbare Standort  hätte einen Gastronomen verdient, der in der Lage sein sollte zumindest mal eine sterneverdächtige Küche zu etablieren.

Hardy Rolako, Frankfurt

Anm.d.Red.

In dem Artikel, der ja keine Restaurantkritik sein will, sondern eine aktuelle Story mit Hintergrund darstellt, steht sehr wohl klar und deutlich: „Die Preise lagen im Niveau deutlich höher als die Küchenleistungen. Wegen des Essens ging auch kaum jemand dorthin.“  Zumindest dem aufmerksamen Leser wird auch nicht entgangen sein, dass in dem Artikel ferner die besondere Location als jahrelanger Garant des Erfolgs genannt wird.

 

Neuer Küchenchef für die Margarete

Es hat sich bewahrheitet was sich schon von Beginn an abzeichnete: Simon Horn holte sich Spitzenfachkräfte / Führungskräfte (Küche & Service) aus Sternegastronomiebetrieben – wie Villa Rothschild und Tigerpalast – und wollte diese dann kombinieren mit einem “entspannten lockeren Service”, ahnungslosen Aushilfen, die in teilweise schlimmer Art und Weise alles zerstörten, was die Küche zu bieten hatte. Wie die Küchenchefs jetzt, gab auch der erste Serviceleiter, schon im vorigen Jahr auf. Er konnte es nicht mit sich vereinbaren, ein Konzept zu vertreten, welches versuchte das Rad neu zu erfinden und dabei wichtige Grundregeln einfach außer acht zu lassen. Der ihm nachfolgende Sercviceleiter schmiss dieses Jahr das Handtuch. Ich hoffe für Simon Horn, dass er erkennt: Man kann gewisse Regeln in der Gastronomie nicht ignorieren – Service orientierte Mitarbeiter, fachkundige Mitarbeiter, gepflegte Mitarbeiter.

Daniel Rodenstock
Frankfurt

 

Frühstück für Ausgeschlafene

Wir haben Ihre Tipps ausprobiert, alle Adressen waren spitze. Wir kannten die Lokale bisher nur vom Hörensagen. Wir gehen auch noch gerne ins Oosten, aber mehr wegen der Atmosphäre und auch eher, bei angenehmen Temperaturen.

Petra Welke, Frankfurt

 

Michelin demaskiert?

Die Vorgänge beim Michelin sind erstaunlich. Ein mutiger Artikel, hagelt es nicht Protestbriefe vom Michelin und Schreiben der Anwälte? Man muss sich auch fragen, warum keine anderen Publikationen darüber schreiben.

Randolf Ellenberg, Wiesbaden

 

Der Pate vom Opernplatz Mario Saravini sagt Ciao

Mario ist doch ein Schlitzohr. Wie seine Gäste. Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Die Qualität war vorher schon mau, jetzt wird es aber nicht besser, denn der Besitzer ist alles andere als ein Fachmann für die Gastronomie und will nur Geld verdienen.

Peter Gleichen, Idstein

 

Wie man aus der Genussfalle kommt

Danke für die Reportage, wir werden mit tausend verschiedenen Diäten über den wirklichen Hintergrund hinweggetäuscht: Es nützt nichts für einige Tage oder Wochen den Speiseplan zu wechseln, wir müssen grundsätzlich den Lebensplan ändern. Mayr-Kur und Metabolic Balance sind bewährte Methoden, die das ganze Jahr greifen, weil sie unsere Verhaltensmuster verändern. Das heißt keinesfalls auf Genuss verzichten, doch nur wer gesund ist und bleibt kann auch genießen.

Vera Reichenbach, München

 

Ayurveda kann auch lecker sein

Ich lese treu und meist zustimmend amüsiert den Biss. Erstmals bin ich aber irritiert, dass jemand einen nur unzulänglich als Reisebericht verbrämten Werbeblock für nicht beweisbaren esoterischen Schwachsinn (“innerliche Heilkraft”) veröffentlichen darf.

Loui Hölzinger, Frankfurt

 

Die Peinlichkeiten & die Highlights des Jahres

Mit den Nervtötern bin ich sehr einverstanden, die Seitenbacher-Werbung ist eine Landplage, aber auch Jacobsmuscheln kann ich nicht mehr sehen. Bei den Highlights des Jahres geht es ebenfalls subjektiv zu, das ist immer so. Jeder hat seine persönlichen kulinarischen Großereignisse. Bei mir war das unter anderem das Tantris in München, aber auch der eher unbekannte Ailwaldhof in Baiersbronn, weil dort das Gesamtpaket stimmt. Ich möchte die Highlights aber gerne mit „Enttäuschungen des Jahres“ ergänzen: Beispielsweise Restaurant Francais im Frankfurter Hof: Zu schwere und letztendlich wenig inspirierte Küche, steifer Service, zu hohe Preise, auch bei den Weinen.

Rudolf  Ehrnsperger, Nürnberg

 

Kann das Biest eine Schöne werden?

Da könnte ich auch was beisteuern, zumal immer alles auf die letzten 20 Jahre fixiert ist, in denen es angeblich so schlecht geworden ist. Ich hatte in den 70ern den Eisernen Hahn. Damals war schon alles Scheiße, weil das Geschäft NUR bei schönem Wetter läuft – und wann ist das? Und es wurde absehbar noch schlechter weil…… , ja weil die Hausbesitzer auf einmal alle blitzschnell ganz reich werden wollten. Meine Miete wurde nach Ablauf des 1. Mietvertrages (1966-1976) von 800 auf 5000 Mark Monatsmiete erhöht. Weil, so der Hausbesitzer empört, alle viel Geld verdienen, nur die armen Hausbesitzer nicht. Der Kerl lebt seitdem von der Miete, die andere mühsam erwirtschaften, und in der Zeit 16 Wirte pleite machte.

Peter Zingler, Frankfurt

 

Paris: Große Küche, kleine Preise

Sehr spannend, der Paris-Artikel – näher kenne ich nur das Thoumieux, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft ich vor 13 Jahren meine erste „Bude“ in Paris hatte. Danke für die tollen Tipps.

Oliver Schröder, Paris

 

3-Sterne Koch Amador meldet Insolvenz an

Amador – guter Koch, schlechter Kaufmann? Ich glaube vielmehr: Zu viel Ego. Er überschätzt sich und seine Möglichkeiten. Habe gehört, er hat Eigentumswohnung, großes Auto und Harley. Muss das sein, wenn man Schulden hat? Wie gut ist ein Koch, der viel zu wenig in der eigenen Küche steht und auf zu vielen anderen Hochzeiten tanzt? Das ist das eigentliche Problem. Herr Amador sollte sich vor allem um sein Hauptrestaurant kümmern. Gerade, weil er ein so hervorragender Koch ist.

Arnulf Müller-Bahr, Glashütten

 

Besuch beim feigsten Gastronomen

Die Lokale von Herrn Mook passen viel besser nach Moskau oder Dubai, wo man gerne prahlt und dabei Defizite bei Küche, Weinkultur und Service gar nicht wahrnehmen möchte. Ich frage mich ohnehin, wer diese ganzen Großbetriebe finanziert und wer eigentlich alles hinter dieser Mook-Gruppe steckt.

Albert. T. Schneider, Frankfurt

 

Die Kritik ist hart, aber nachvollziehbar. Man darf im Mon Amie Maxi keine Weine trinken, wer aber nur bei Wasser bleibt, wird vom Service abgestraft. Mehr als alles andere offenbart das Hausverbot für unliebsame Restaurantkritiker die Schwäche des Patrons.

Hendrik Klinger, Wiesbaden

 

Gault Millau Deutschland 2013

Für den „Koch des Jahres“ Christian Jürgens freut es mich, die meisten anderen Ausgezeichneten kenne ich nicht. In Frankfurt fällt die Diskrepanz bei der Bewertung vom neuen Restaurant Lafleur auf: Ein Stern im Michelin, 14 Punkte im Gault Millau. Der Michelin muss seinen Stern nicht begründen, der Gault Millau begründet die doch eher schlechte Wertung aber nachvollziehbar. Die hohen Bewertungen in beiden Restaurantführern für das Restaurant Francais im Frankfurter Hof kann ich nicht verstehen, eventuell wird doch weniger die Küche als der ganze Glanz und das immer noch einige beeindruckende Cloche-Aufdeckeln bewertet. Mir sind aber Michelin und Gault Millau immer noch lieber als die ganzen anderen Möchtegerns.

Andreas Weiss, Hochheim

 

Der neue Michelin 2013

Der zweite Stern für die Villa Merton in Frankfurt ist großartig und verdient, obwohl die Küche im eigenen Haus beim Union Club nicht sonderlich beliebt sein soll. Der Stern für Weinsinn geht auch in Ordnung. Warum aber das gerade erst eröffnete Restaurant Lafleur im Frankfurter Palmengarten schon einen Stern bekam, kann ich nicht verstehen. Die Tester können gar keine Zeit gehabt dafür haben. Ich glaube kaum, dass dieses Lokal besucht wurde und der Michelin einfach darauf vertraute, dass die Küche schon noch gut sein würde. Dem ist aber nicht so.

Oliver Petri, Frankfurt

 

Lafleur hat es schwer

Herr Friedrich war schon im Tigerpalast nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Auch dort gab es Produktmängel und schwache Kombinationen. Er kopiert nur noch seine eigene Küche und wiederholt sich, Carabinieros und Haselnüsse ziehen sich durch alle Speisekarten. Dennoch macht der Bericht ein wenig neugierig. Soll ich aber dort nur auf ein Dessert hingehen?

Peter Krempin, Neu-Isenburg

 

Doggy Gourmet

Ich beging mal den Fauxpas und hatte meinen Hund den Rest von meinem Teller essen lassen – am Boden natürlich. Darüber hatten sich dann Etepetete-Gäste beim Wirt beschwert. Der meinte, ich solle das doch rücksichtsvoll erst dann machen, wenn keine Gäste mehr da sind. Ich entgegnete: “Die Profi-Gastronomie-Spülmaschinen sind doch um einiges heißer als die in den Privathaushalten. Von Nichthygienisch kann doch überhaupt keine Rede sein.” Der Wirt entgegnete: “Stimmt. Aber die Leute wissen das nicht.” Man lernt also nie aus. Seither halte ich mich an diese Empfehlung. Aber nur wenn jemand guckt.

Jim Brutto, Frankfurt

 

Frankfurter Würstchen Krieg

Wir sind entsetzt, dass man den beiden Wirten, Dieter Hoppe und Andreas Staab, übrigens gebürtigen Frankfurtern, auf diese Art und Weise ihre Existenzgrundlage entreißt. Die Stadt Frankfurt baut ganz bewusst am Römerberg Fachwerkhäuser im “alten Stil” neu auf. Was macht die Radeberger Gruppe am Römerberg? Sie zerstört, aus Profitgier, ein gemütliches, uriges Frankfurter Kleinod, um ein weiteres gesichts- und herzloses Einheitslokal daraus machen zu lassen! Wie wäre es denn gleich mit einem amerikanischen Schnellrestaurant direkt neben dem Rathaus?

Familie Ecker, Heusenstamm

 

Ich wollte es gar nicht glauben, als ich die Nachricht gehört habe, dass die “Limpi” ab Oktober nicht mehr sein wird. Damit geht ein Stück Frankfurter Leben. Ich erinnere mich an die vielen schönen Stunden im Sommer, wenn man das Leben auf dem Römerberg beobachten konnte. Die vielen Weihnachtsmärkte in gemütlicher Runde, den super Glühwein. Es ist eine Schande für die Stadt Frankfurt, dass die Entscheidungsträger die Auswirkungen Ihres Handelns nicht bemerkt haben, oder noch Schlimmer es vielleicht bewusst in Kauf genommen haben. Weil heute alles neu und modern sein muss. Nur noch dies scheint eine Rolle zu spielen und nicht die Menschen.

Christian Schäfer-Köppen, Frankfurt

 

Die von uns liebevoll genannte Kneipe, „Limpi“ zählte bei meinen Freunden und mir immer zu einem Anlaufpunkt für den Beginn oder auch Ende eines Abends. Nette Gespräche und  Kontakte zu den Pächtern, langjährigen Angestellten, aber auch zu anderen zahlreichen Stammgästen, findet man in dieser schnellen und modernen Zeit leider kaum noch. Dass so ein Traditionslokal einfach so vom Römerberg verschwindet ist für mich unvorstellbar; ein Weihnachtsmarkt ohne den genialen, selbst gemachten Glühwein oder einem „Chi Chi“ (heißer Äppler) wird wohl für viele Menschen eine traurige Vorweihnachtszeit!

Michael Winkler, Frankfurt

 

Smuel Rodensky, der herrliche Milchmann Tevje aus dem Musical Anatevka, sang das wundervolle Lied “WENN ICH EINMAL REICH WÄR’”. Geht es denn immer nur um den Kies? Jetzt würde ich gern einmal Tacheles reden.

Die zwei Wirte Dieter Hoppe und Andreas Staab wurden nur des Reibachs wegen aus einer der schönsten, urtümlichen Kneipen auf dem Römer getrieben. Welch ein Schlamassel! Das macht mich ganz meschugge. Ich denke, dieses ganze Geschäft ist nicht ganz koscher. Wirtschaftliches, ehrliches Malochen scheint heutzutage nicht mehr hoch im Kurs zu stehen, denn die Verträge sind offensichtlich nur noch Nippes und Tinnef.

Ich wollte diesen Beitrag mit etwas Humor schreiben, doch bin ich tief traurig.

Roland Ruster, Limburg a. d. Lahn

 

Auch wenn der Abgesang auf dieses schöne Refugium für Hoppe & Staab zu spät kommt: Mich würde interessieren, ob sich kein Revisionsamt der Stadt Frankfurt, keine Innenrevision der Henninger oder sonst eine aufsichtsführende Instanz für Vorgänge wie diese interessiert, bei der jeder Unlauteres vermuten darf. Wir leben im Zeitalter der Korruptions- und Bestechungsbekämpfung, oder gilt das nicht für alle Branchen der Wirtschaft ?

Hans-Peter Dietz, Altstadtfreund, Frankfurt

 

Mit Ehre, Anstand und Respekt hat das alles nichts mehr zu tun. Dieter Hoppe ist mein Schwager ich hatte mit der “Alten Limpurg“ zwar nicht viel zu tun, möchte aber zu dem Ganzen etwas sagen. Direkt nach dem Krieg haben sich meine Großeltern einen Blumenstand in der Kleinmarkthalle (Blumen Füller) aufgebaut, den unsere Eltern dann bis ins hohe Alter weitergeführt haben. Das bedeutete täglich von 5Uhr-18Uhr, und in Saison Zeiten bis in die Nacht arbeiten. Meine Schwester Sabrina Hoppe und ich haben bis zum Eintritt ins eigene Berufsleben und auch später noch oft mitgearbeitet.Die Eltern meines Schwagers Dieter Hoppe hatten viele Jahre die Kantine der Oberpostdirektion und arbeiteten genau so viel.

Worauf ich hinaus will ist, da sind anständige fleißige Frankfurter die sich noch nie etwas zu Schulden haben kommen lassen haben und die werden innerhalb von 3Monaten, wie Verbrecher vor die Tür ihres  Ladens gesetzt für den, und vor allem von dem sie gelebt haben. Eine Handvoll von “Scheingastronomen“ die aber nur zur jeweiligen Ladeneröffnung in die Kamera grinsen, haben überhaupt keine Ahnung was sie mit ihrem egoistischen Handeln anrichten.Auf zerstörten Existenzen ein Fundament zu bauen und weiter als Gastrostar von Frankfurt gefeiert zu werden.

Einfach nur widerlich und peinlich, auch für alle die dazu noch applaudieren…!

G. Schelbert

 

Als Wirt von zwei Lokalen in Limburg an der Lahn bin ich empört, wie mit meinen zwei Gastronomie-Kollegen umgesprungen wird. Ich hoffe, dass ich niemals in eine solche Situation und Spekulationsaffäre hineingezogen werde. Hoffentlich wird dieser Vorgang in Frankfurter Gastronomie-Kreisen kritisch und aufmerksam verfolgt, damit anderen dieses Schicksal erspart bleibt. Der Untergang einer schönen Innenstadt, die gerne mit ihren touristischen Attributen wirbt, wird durch die Nachfolger des Alten Limpurgs in meinen Augen weitreichende Schäden davontragen. Ich wünsche Dieter Hoppe und Andreas Staab alles Gute für ihre berufliche Zukunft.

Oliver Birkhölzer, Besitzer der “Strauss-Wirtschaft” und des “Gusto”
Limburg a. d. Lahn

 

Die erste Adresse vor einem Eintracht-Heimspiel war das Alten Limpurg auf dem Römerberg. In uriger Atmosphäre zusammen mit den beiden Wirten Dieter Hoppe und Andreas Staab konnte man sich schon auf das Match einstimmen. Es ist bedauernswert, dass einer der bekanntesten Plätze Frankfurts wieder ein Aushängeschild zugunsten des Kommerzes verliert. Ich kann mir vorstellen, dass bei der ehemaligen Bürgermeisterin Petra Roth, die sehr auf Tradition und optische Gestaltung des Römers bedacht war, ein Merchandising-Unternehmen keine Chance gehabt hätte. Frankfurt verliert wieder ein kleines Stück seines urtümlichen Charmes.

Detlef “Bob” Klöckner, Limburger Szene-Wirt

 

Als langjährige Stammkunden des “Alten Limpurg” mussten wir mit Betroffenheit  zur Kenntnis nehmen, dass der Vertrag der bisherigen Pächter nicht verlängert wird. Insbesondere die Art und Weise der Kündigung macht wütend, man hätte den  Pächtern die  Chance einräumen können, ggf. selbst in das Lokal zu investieren. Einfach so wird jemandem, der mit Freude bei der Sache war, die Existenzgrundlage entzogen. Die Frage nach dem Warum beantwortet sich von selbst: Geld regiert die Welt!

Das Alten Limpurg war gerade durch das urige Ambiente bei uns sehr beliebt, “es hatte was”, auf Frankfurts schönstem Platz an einem der Holzfässer zu stehen, seinen (sehr guten) Apfelwein oder ein Bier zu trinken und echte Frankfurter zu essen.  Es hatte einfach eine besondere Atmosphäre. Ein weiteres schickes, touristisches Lokal auf dem Römerberg ist definitiv entbehrlich.

Dieter Hoppe merkte man den Spaß an der Arbeit an, stets gut gelaunt sorgte er und sein Team dafür, dass man sich wohlfühlte. Einige Stammgäste sahen das Alten Limpurg sogar als zweite Heimat an, sie werden ihren Treffpunkt nun verlieren. Dieter und seinem Team  auf diesem Wege danke für die vielen schönen Stunden im Alten Limpurg.

E. Jatho, Frankfurt

 

Ich bin seit dem 1. Tag der Alten Limpurg unter Leitung von Dieter Hoppe und Andreas Staab Gast, und wurde nach kürzester Zeit auch Stammgast, den hier stimmt  alles, die  Lage, die Atmosphäre, internationales Publikum, die ausgezeichnete Wurtsqualität, sowie im Winter der nicht zu übertreffende Glühwein.  Nicht zu unterschätzen die vielen, vielen Stammgäste, die sich über die vergangenen 12 Jahren hier angesammelt haben und nun  Ihren Treffpunk verlieren! Jedoch noch mehr befremdet mich die Tatsache, das ganz offensichtlich eine Hand voll Geschäftsleuten/Spekulanten mit besten Verbindungen zu Immobilengesellschaften sowie Brauereien , immer wieder den Zuschlag für eine TOP Lage nach der anderen in Frankfurt erhalten und am Ende der Gast und Konsument das Nachsehen haben !! Schade ist, dass ein uhriges Lokal welches sich dem Römerberg sehr gut angepasst hat, einem Schicki- Micki-Lokal weichen muss…

Christopher Acevedo, Frankfurt

 

Vielen Dank für diesen Artikel, Herr Fienhold. Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.Wie viele Hans Würszte braucht Frankfurt? Eigentlich keinen!Es ist wirklich traurig, dass die Alten Limpurg „ verschönert ’’ werden soll. Das Lokal mit seiner urigen Atmosphäre passt wunderbar auf den Römerberg.Bei einer Investition von einigen hunderttausend Euro des Herrn Ehrlich, entsteht wahrscheinlich ein trendiger Schicki-Micki-Tempel mit Lounge-Chairs und Chill-Area. Vielen Dank, das habe ich zuhause. Nach welchen Kriterien suchten die Mitarbeiter der Radeberger-Gruppe den Pächter aus? Gibt es in Frankfurt etwa eine „ Gastro-Mafia ’’?Und weshalb wurde so schäbig mit den alten Pächtern umgegangen? Hat überhaupt ein Gespräch mit ihnen stattgefunden, ob sie nicht auch investieren würden? Ich wünsche den Herren Hoppe und Staab, dass sie weitermachen, und ein Lokal finden, in dem sich ihre Gäste so wohl fühlen, wie in der Alten Limpurg.

B. Möbius, Frankfurt

 

Ich war jetzt kein Stammgast in diesem Lokal, doch damit geht wieder ein Stück authentisches Frankfurt verloren. Die beiden Hessenbuben mit Schlappmaul haben das Lokal ordentlich und mit Spaß geführt. Der Apfelwein von Stenger war gut, endlich mal kein Possmann, Höhl oder Rapps. Das Trio Ehrlich, Rosen und Arseanu kauft ja gerade die halbe Stadt auf. Das neue Lokal wird deshalb dem üblichen Mainstream zuzuordnen sein, wie er überall anzutreffen ist. Für Qualität stehen diese Namen jedenfalls nicht. Die Wurst bei Hans Wurzt gehört zu den besonders schlechten in Frankfurt. Jetzt hat dieses Trio auch noch den Yachtklub am Main gekauft, eine der letzten Bastionen des echten Frankfurt. Ich verwette den Hut von Liegenschaftsamtleiter Gangel, dass der Imbiss, der in der neuen Alstadt am Dom einziehen soll, auch wieder von Herrn Ehrlich und seinen Geschäftsfreunden betrieben werden wird. Die Reichen machen Frankfurt ärmer.

Pit Wenders, Frankfurt

 

Restaurant-Kritik: Das neue Holbeins im Städel Museum

Erfreulich, dass Mario Lohninger noch rechtzeitig den Absprung vom sinkenden Schiff Cocoon schaffte. Während der Club in den ersten beiden Jahren noch engagiert betrieben wurde, verkam er immer mehr zu einer Krawallschachtel, in der Drogen und Alkohol die Hauptrolle spielten. Für erwachsene Gäste war es unzumutbar, dass sie an düsteren Türstehern vorbei gehen und die gleichen Toiletten benutzen mussten, wie die Sauf- und Zoff-Kids. Silk und Micro hätten einen separaten Eingang mit eigener Garderobe gebraucht und eine Terrasse sowieso. Der hässliche Betonriese Cocoon lag zudem unabwegbar ungünstig von öffentlichen Verkehrsmitteln abgeschnitten. Der Musikmacher Sven Väth hat sich und seine Möglichkeiten überschätzt, der wahre Star im Cocoon war immer Mario Lohninger. Es könnte nur sein, dass Väth seine Unfähigkeit mit Anschuldigungen gegen Lohninger kaschieren will und ihm die Schuld am Untergang zuschiebt.

Rudi Bender, Taunusstein

Mario Lohninger und Gregor Meyer sind sehr unterschiedliche Charaktere und zeigen auch bei den Ansprüchen wenige Gemeinsamkeiten. Das Holbein´s will vor allem Volksbelustiger sein, da darfs auch mal einfachere Gerichte geben. Das Essen ist immer noch gut, doch die Karte könnte phantasievoller sein. Ich habe das Gefühl, Lohninger wird ausgebremst.

Petra Heger, Kelsterbach

Das neue Holbein´s macht schon Spaß, mittags allerdings weniger als abends. Mir fehlen die kleinen feinen Gerichte, man will ja nicht immer so viel essen. Die Tische stehen in der Tat viel zu eng, man hat das Gefühl, die Nachbarn sitzen mit am Tisch. Ich weiß auch nicht, ob das Gespann Meyer/Lohninger eine so glückliche Besetzung ist.

Anne Möllen, Frankfurt

 

 

ARCHIV

Auszüge einiger weiter zurückliegender Leserbriefe

 

Wer war Mirko Reh?

Wer ist Mirko Reeh ? Zumindest mal einer, der besondere Entertainer-Qualitäten hat, die vielen seiner besternten Kollegen – teilweise wirklichen Stars der Zunft – völlig abgehen. Ich bin mit einigen “Nummern” von Mirko Reeh überhaupt nicht einverstanden – aber zumindest gibt es so gut wie keinen “Showteilnehmer” seiner Kurse, der sich gelangweilt hätte oder in ehrfürchtiger Erstarrung dem “Küchengott’” lauschen durfte, der seinen Sous-Chef “ancora publico” zusammenfaltetet und den irritierten “Kochschüler” in seiner Werbeschürze unsicher ignoriert.

Ihr schreibt öfter – übrigens völlig ohne Häme – über kochende Kollegen, dies’s nicht geschafft haben. Hinter jeder dieser Katastrophen stehen vernichtete Existenzen und lange  anhaltender Lebensfrust. Das bei “Euren Lieblingen mit den großen Weinkellern” ganze lang erschuftete Familienvermögen verbraten werden, oder große Hotelkonzerne ein mildes Lächeln für “Landei” und fassungslos inkompetenten Service haben, ist in der Geldstadt Frankfurt kein Zeichen für Leistung sondern ein Beweis für Publikumsverarsche auf hohem Niveau.

Die “One-Man-Show” Mirko Reeh hat viel Energie und Einfallsreichtum bewiesen – völlig ohne Portemonnaie von Opa, Mama oder frustrierter asiatischer Anleger – einfach aus dem Nichts. Chapeau dafür! An Mirko Reeh ein so typisches “Deutsches Nachtret-Exempel zu statuieren, finde ich völlig daneben und höchst unfair. Das habt ihr eigentlich nicht nötig!

Micha Bartels, Frankfurt

(Anm. d. Red. : Und wie fair ist es, kleine Handwerker und Angestellte auch nach Jahren noch nicht zu bezahlen?)

 

Immer noch lecker: Marbella

Das El Portalon kenne ich seit 1994 und kann Ihrem Artikel nur bezüglich der tollen Weinkarte zustimmen. In den letzten 15 Jahren hat sich das Haus beständig nach unten entwickelt. Außer dem beachtlichen Interieur ist von dem ehemaligen Spitzenrestaurant wirklich nichts übrig geblieben. Der Service wirkt müde und uninteressiert, solange man nicht eine Weinflasche jenseits der 100-Euro-Marke bestellt und das Essen ist heute leider nur mäßiger Durchschnitt bei stattlichen Preisen. Auch Ihren allgemeinen Hinweis, daß Marbella heute für „gutes Essen“ stehen soll, kann ich keinesfalls bestätigen. Die Anzahl der Restaurants ist beachtlich, aber das Kulinarium müssen Sie suchen wie die Nadel im Heuhaufen.

Donat Gerg, Ansbach

 

Restaurant in den Opelvillen muss schließen

Was lesen wir da über die Opelvillen in Rüsselsheim? Aha – wenn ein Restaurant schließen muß, ist das (proletarische) Publikum schuld. So lag es also an uns, wenn wir die ausgesuchte Finesse der Sterneküche nicht entdecken konnten. Trotz junger Talente: Die Küchenqualität des Vorgängers Mimmo konnten wir jedenfalls nicht mehr vorfinden. Schade um den schönen Standort. Publikumsbeschimpfungen sind da eher nicht zielführend.

Manfred Schlund, Rüsselsheim

 

Das Dilemma der Sterneköche als Unternehmer: Es ist eigentlich schade, dass gute, sehr gute Köche, zu denen zählt mit Sicherheit auch Christian Buer, wie viele Beispiele zeigen, leider NUR am Herd erstklassig sind. Wie auch gerade aktuell  2 mach zu , 1 mach auf , lt. BISS Frankfurts Bester erst kürzlich (Mario Lohninger). Es scheint leider so, dass diese honorigen Köche wohl in der Schule beim Rechnen nicht die Besten waren. Noch ein Beispiel, der spätere Jahrhundert-Koch musste seine Aubergine in München schließen, nachdem er den Eichbauer-Rettungsschirm ( Tantris ) verlassen hatte. Alle Diese, denen ich mit diesen Zeilen nicht zu nahe treten möchte, meinen immer noch, dass sie mit dem Verkauf von hochwertigen Gerichten Geld verdienen können. Da hilft leider auch nicht ein dazu gehörendes, hochpreisiges Getränkesortiment. Um im heutigen Wettbewerb der Sternelokale bestehen zu können, gehören betriebswirtschaftliche GUV Kenntnisse, oder ein geduldiger Sponsor oder ein florierender Hotelbetrieb dazu. Der Unterzeichner kann – könnte den ehrgeizigen, jungen Sterne-Unternehmern vor dem Start in eine Insolvenz-Zukunft – auf dem Bierdeckel vorrechnen, dass die sogenannte Gourmet-Küche sich auf Dauer nicht rechnet. Um ihnen danach zu empfehlen ihr Können doch lieber, z.B. in Dubai oder Singapore an den Mann zu bringen. Eigentlich schade, aber leider ist das die Realität.

Hardy Rolako, Frankfurt

 

 

Mario Lohninger & Gregor Meyer betreiben gemeinsam das Holbein´s im Städel Museum

Die Blitzmeldung zur Partnerschaft zwischen Meyer und Lohninger hat wirklich bei uns allen wie der Blitz eingeschlagen. Schon immer war das Holbein’s ein Ort, der zum schnellen Kaffee oder Wein ebenso geeignet war, wir zum Salat nach einem Museumsbesuch. Doch das Menü in dieser gelungenen Symbiose zwischen Kultur und Genuss war viele Male eine sehr gute Wahl. Keine Jahreszeit, kein Wetter war störend, ob im Restaurantteil, zu einer Feier in den „Arkaden“, oder beim Catering im ehemaligen Gartensaal, ob zu zweit oder mit Gästen, nie war man enttäuscht. Nun kann man nur gratulieren und den zwei „Männern und ihrem Team“ viel Glück und noch mehr zufriedene Gäste wünschen. Und im Lohninger werde ich mich weiterhin wohlfühlen!

Ingrid Pajunk, Gravenbruch

Eigentlich ein sehr guter Schachzug vom Gregor Meyer, um Caterer Kofler etwas entgegenzusetzen. Jetzt will er auch in die First Class mit seinem Unternehmen aufsteigen. Mit Lohninger setzt er jemand gegen Villa Merton-Küchenchef  Schmidt. Damit dürfte das Catering mehr kreativen Input bekommen. Jetzt haben beide einen Spitzenkoch im Team. Durch die Nähe vom Holbeins und Lohninger (beide Sachsenhausen) muss die Küche sehr unterschiedlich sein, um sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen. Durch diese Eröffnung wird die Tigerpalast-Nummer im Palmengarten etwas an Aufmerksamkeit verlieren.

Christoph Bremer, Frankfurt

 

Mario Lohninger schließt Silk und Micro

Diese Nachricht in der Biss-Zeitung hat mich umgehauen. Kaum zu fassen, dass es mein Lieblingslokal nicht mehr geben soll. Die dämliche Disco dort hat mich nie interessiert, es war eigentlich schlecht für die Restaurants, dass sie im gleichen hässlichen Haus untergebracht waren. Die Disco war doch gerade in der letzten Zeit nur noch ein Treffpunkt für schräge Gestalten und Rauschgeschädigte. Der Lohninger wird es schon schaffen, der Cocoon Club nicht.

Oliver Dellmann, Kelkheim

 

Teuflisch: Kultkneipe Klabunt wird zerstört

Während in den meisten Lokalen mit sogenannter Hessischer Küche und fast allen Apfelweinkneipen mit sogenannter Frankfurter Küche Touristen mit schlechter Massenware abgefüttert werden, bietet das Klabunt eine frische witzige originelle Küche, deftig und gut. Und ausgerechnet diese netteste und beste Adresse in Bornheim wird dichtgemacht. Schlecht für Bornheim und die Stadt Frankfurt.

Petra Lehmann, Frankfurt

 

Neue Chefin beim Gault Millau

Ich hoffe sehr, dass der kritische Herr Kohnke weiter testet, es gibt ohnehin zu viele unkritische Hochglanzmagazine, die die Gastronomie nur bejubeln. Frau Bröhm ist mir bislang nicht als Kritikerin aufgefallen.

Andreas Lorenz, München

 

Wir kennen Frau Bröhm leider nicht, hoffentlich hat sie auch Biss.

Silvia & Oliver Seeger, Bad Homburg

 

Grand Hotel Heiligendamm: Schöner Spuk

Wenn auch das Gourmet-Restaurant im Grand Hotel Heiligendamm gut ist, so kann es von den Hotelgästen allein betriebswirtschaftlich nicht überleben. Dazu wäre eine in der Region ansässige zahlungskräftige Klientel notwendig. Doch das eigentliche Problem dieses Hotels ist natürlich der Investor, der ein exorbitantes Investitionsvolumen anhäufte, und der hoffte, dass der zukünftige Betreiber, um es mal simpel zu formulieren, die nötigen Zins- und Tilgungsbelastungen seiner Gesellschaft wohl erwirtschaften würde. Dass dies nicht funktionierte merkte Kempinski, erstaunlicher weise, erst im Nachhinein. Was noch erstaunlicher war: Das Land Mecklenburg-Vorpommern ließ sich, ohne ernsthafte, sachbezogene Prüfung von dem populistischen Investitions-Hasardeur, der ja in Berlin doch so erfolgreich war,  überreden, dreistellige Millionenbeträge der Steuerzahler, buchstäblich in den “Ostee-Sand” zu setzen. Noch wulffiger war, dass die Firma der Frau dieses Hasardeurs dazu beitrug, mit Accessoires (z.B. schwere, chinesische Seidenvorhänge etc.) die ohnehin schon astronomische Investitionsgröße, mit satten Gewinnen für ihre eigene Firma noch potenzierte.

Weiter war man blauäugig der Meinung und gebärdete sich auch so, dass es gelingen würde, in den Wintermonaten die Gäste aus Gstaad weg an die Ostsee zu locken. So schön das architektonische Ensemble sein mag, derart lässt sich ein subventioniertes Museum, nicht aber ein luxuriöser und kostenintensiver Hotelbetrieb führen. Da nützen auch Sparmaßnahmen nichts, mit zwar willigem, aber nur mäßig ausgebildetem und schlechtbezahltem Personal zu operieren.

Somit bleibt festzustellen, dass dieser so schöne, sechsteilige Hotelkomplex betriebswirtschaftlich auf Dauer nur mit einem standortbezogenem, neuen Konzept überleben wird, das ohne fünf Sterne orientiert sein muss.

Hardy Rolako, Frankfurt

Rheingau Gourmet- und Wein-Festival

Die Sterne Essen, den Mond trinken

Ich finde den Artikel ebenso stilsicher wie genial balanciert zwischen Lob und Tadel. Dass man in dieser Feuilleton-Kritik auch noch so nebenbei sehr nachhaltig informiert wird, ist hoch anzurechnen. Im Vergleich zu allen anderen mir bekannten Artikeln über das Festival im Rheingau löblich unabhängig und authentisch.

Hartmut Lauer, Frankfurt

 

Gastro-News

Als alter Frankfurter liebe ich meine Kleinmarkthalle. Aber die Stände machen es den Kunden schwer: Recht teuer, fast alle einheitliche hohe Preise (Absprache-abgucken) und viel zu enge Kundengänge wenn man richtig hinschaut denn
1 Person steht im Gang um einzukaufen,
1 steht gegenüber
1 will durch und
1 kommt entgegen,
macht
4 x Schulterbreite a 60 cm müsste 2,40 m sein, sind aber nur mal 1,50 max.
Dann stehen ausgerechnet am Samstag die “Probierleute” vor dem Stand und dann machts gar keinen Spass. Also Leute und Marktaufsicht ( wo ist die Feuerwehr? ) machts mal breiter und preisgünstiger, teure Investitionen werden sich sonst nicht lohnen.
Juergen Weber
Frankfurt

 

BISS-Jubiläum.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag von „Biss“ – die aktuellste kulinarische Zeitung in Deutschland mit Informationen, die ich nicht mehr missen möchte

Egbert Engelhardt, Eltville

 

Biss ist die taz unter den Gourmetzeitungen. Witziger, treffsicherer und unverstellter als die anderen.

 

Boris Seeger, Mainz

 

Geheimtipp Crell Cuisine

Wir haben aufgrund Ihres Berichts das Lokal Crell in Frankfurt aufgesucht und sind begeistert. Wir haben keine abgehobene Küche erlebt, sondern raffiniert bodenständige Gerichte. Die Atmosphäre ist einfach sympathisch. So etwas findet man nicht oft in einer Großstadt und auch kaum noch auf dem Land. Eine winzige Kritik: In einem sehr persönlichen und andersartigen Lokal hätten wir auch einen speziellen Apfelwein erwartet und kein Massenprodukt, immerhin war das ja mal eine Apfelweinkneipe.

Beate Westermann, Idstein

So schmeckt´s im neuen Hotel Jumeirah Frankfurt

Das Restaurant ist originell, schick und nicht zu steif. Die Küche ist gemessen an Qualität und Portionierung sogar preiswert, was uns überrascht hat. Den Service empfanden wir als nett, aber nicht professionell genug. Es wird auch zuviel Gehabe gemacht (Gedöns auf frankfurterisch), wir hätten beim Essen lieber unsere Ruhe. Wir haben unter den Ausschankweinen keinen geeigneten und richtig trockenen gefunden, auch unsere Gastgeber nicht. Sonst aber ist wirklich alles hervorragend gewesen, für uns das schönste und beste Hotelrestaurant in Frankfurt.

Jürgen Winter, Frankfurt

Das Restaurant ist optisch gelungen, das Essen ist sehr gut. Der Service ist bemüht, würde man in der Schule sagen, was aber nicht ausreicht. Die Weine sind überteuert. Für seine Gäste sollte das Hotel einen Parkservice einrichten, wie man das aus Amerika kennt. Man fährt vor, gibt den Autoschlüssel beim Doorman ab, der es dann wegfährt und auch wieder bringt.

Gustav Rüschel, Kronberg

 

Restaurantkritikern soll der Mund gestopft werden

Nach diesem Urteil ist auch der Leser betroffen, denn er darf dann nicht mehr mit offener und ehrlicher Kritik rechnen. Dann gibt es vielleicht nur noch pseudophilosophische Betrachtungen zu „Katalysatorwirkungen der Gerichte“. Schon der simple Satz, dass in einem Lokal die Klassiker des Hauses besser schmecken als der Rest der Karte wird die Autoren vor sechs Monate Haftstrafe gruseln lassen. Wer hat das denn objektiv festgestellt und den ganzen Kram von der Karte mehrmals vertilgt? Die Leser haben mit dem Urteil des OLG Köln die einzig halbwegs funktionierende Kontrollinstanz der Gastronomie verloren. Gute Köche müssen fortan auf ehrliches Feedback verzichten – mal schauen, wie lange sie sich über oberflächliches Lobhudeln freuen. Der große Gewinner des Verfahrens ist nicht „Brogsitters Sanct Peter“ sondern jeder Wirt, der trickst, neppt, pfuscht oder einfach nicht kochen kann. Das nämlich werden Tester in der Zukunft nach mehrfachen Besuchen gerichtsverwertbar beweisen müssen.

Holger Steinbrenner, Düsseldorf

 

Herr Brogsitter, Glückwunsch zu diesem juristischen Erfolg! Ich hätte eine Bitte an Sie: Halten Sie jetzt nicht auf halbem Weg inne, gravieren Sie Ihren Familiennamen in die Rechtsgeschichte. Verklagen Sie den Guide Michelin auf objektive Tests und einen weiteren Stern. Sonst stören sich leicht irritierbare Gourmets nachher an der Dissonanz zwischen dem positiven „Feinschmecker“-Urteil und dem Sternchen.

Klaus D. Schmitt, Stuttgart

Das Wort „Kritiker“ ob in der Kunst, Kultur oder wie hier bei der Gastronomie bedeutet doch nur „Beurteiler“. Und das sind Menschen, die auch tägliche Befindlichkeiten haben, und damit mit eine sehr subjektive Kritik äußern.  Kritik ist im übrigen wertneutral, wird nur im allgemeinen als abwertend, kritisierend, negativ belegt gesehen. Natürlich ist man betroffen, wenn es uns selbst betrifft. Es gibt aber die Chance, etwas zu verbessern. Und wenn viele Gäste, Kunden zufrieden sind, spreche man offen mit ihnen – und mache sich nichts aus der „Kritik“!!!

Ingrid Pajunk, Gravenbruch

 

 

Stütze für die Topgastronomie

Hilfe durch Senkung der Mehrwertsteuer?

Bei den meisten Gastronomen ist das billigste nichtalkoholische Getränk auf der Karte die kalte bzw. heiße Milch. Warum? Ganz einfach: Meistens wird das eigentlich günstigste Getränk, Mineralwasser, in 0,2 l bzw. 0,25 l angeboten. Da das Bier wegen den Abnahmemengen-Vereinbarungen mit den Brauereien und den damit verbundenen Rückvergütungen „in Strömen“ fließen muss, wird Bier meistens in 0,3 l bzw. 0,5 l angeboten. Deshalb ist bei fast allen Gastronomen das Wasser teurer als das Bier. Damit würden eigentlich fast alle Getränkekarten gegen das Gaststättengesetz verstoßen. Deshalb gibt es fast in jeder Gaststätte Milch auf der Karte. Das zeigt die Unsinnigkeit dieses Gesetzes.

Stefan Schäfer, Wiesbaden

 

Meiner Meinung nach ist die generelle Steuersenkung auf Speisen, die Frankreich durchgeführt hat, richtig – und wäre auch wichtig für Deutschland. Eine Alternative wäre nur der generelle Wegfall des verminderten Steuersatzes und eine Reduzierung des Regelsteuersatzes. Diese Meinung wird vom Bundesrechnungshof in einer Stellungnahme von 2010 auch geteilt. Der Verwaltungsaufwand würde wegfallen und zu erheblichen Einsparungen führen. Das sind Lösungen, nicht die Subventionierung der Gastronomie,  die erneute Probleme, z.B. bei der Auswahl der Betriebe, aufwerfen würde.

Um die, z.T. lächerlichen Auswirkungen zu erkennen, zwei Beispiele:

- Das Überraschungsei hat, für die Schokolade einen Steuersatz von 7%, die Überraschung selbst, hat 19%.  Wie hoch ist der Anteil der Überraschung im Verhältnis zur Schokolade? Ist der Kaufpreis nun mit 7% oder mit 19% zu besteuern?

- Schweinefleisch hat, wenn man es beim Metzger kauft, 7% Steuer. Schweineohren allerdings haben 19%. Warum?  Weil das Tiernahrung ist, und die wird mit 19% versteuert.

Gegenüber Take-away-Betrieben und dem Einzelhandel ist so eine ungeheure Benachteiligung und Wettbewerbsverzerrung entstanden, die gerade in der gehobenen Gastronomie am deutlichsten zu spüren ist.

Der Staat „bedient“ sich, an der Leistung der Küche, mit einer direkten Steuer von ca. 12%. Diese direkte Steuer, die der Gastronom nicht vereinnahmt, sondern für den Staat nur einzieht, ist für den Gast nicht ersichtlich. In Deutschland müssen Inklusivpreise auf einer Speisekarte ausgewiesen werden, alle Abgaben sind im Endpreis pro Gericht enthalten und werden nicht separat ausgewiesen. Dies ist in anderen Ländern, wie z.B. den USA, nicht der Fall.

Es geht hier um eine steuerliche Benachteiligung des, in der Küche durchgeführten, Veredlungsprozesses. In dem Moment, wo ein Gastronom ein Ei kauft und dies in der Pfanne brät um es dem Gast auf einem Teller zu servieren, wird aus dem „7% Ei“ ein „19% Ei“. Wenn der Gast das Ei zum Einkaufspreis erhalten würde, würde der Gastronom, trotz seiner erbrachten Leistung, 12% Verlust machen. Hierbei sind die Faktoren, Butter, Pfanne, Miete, Energie, Lohnkosten, Geschirr, Besteck etc. noch nicht berücksichtigt. Wenn man das Ei, gebraten, bei einem Take-Away Laden kauft, würde das „7% Ei“ ein „7% Ei“ bleiben. Hierin liegt das Problem.

Nehmen wir ein Sternerestaurant in Paris und in Berlin. In Frankreich bekommt der Koch seinen 9-Kilogramm- Steinbutt direkt aus Rungis. In Berlin bekommt er ihn auch aus Rungis, aber mit den zusätzlich anfallenden Transportkosten. In Paris bekommt der Koch für das Gericht, wie Herr Witzigmann richtig erklärt hat, den doppelten Preis. Das Gericht kostet in Paris 100 Euro. Davon geht an den Staat keine direkte Steuer, weil der Koch den Fisch zu dem gleichen Steuersatz eingekauft hat, für den er ihn verkauft. Der Mehrpreis zwischen EK und VK ist seine Kalkulation auf das Produkt, das er nach Abzug aller Kosten zu versteuern hat. Der Koch in Deutschland bekommt nur 50 Euro. Davon gehen direkt 6 Euro an den Staat. Und das, obwohl der Fisch den deutschen Koch im Einkauf deutlich mehr gekostet hat. Damit wird deutlich, dass die Gastronomie in Deutschland enorm unter diesem Steuer-Problem leidet.

Die Lösung liegt nicht in der Subventionierung sondern entweder in der kompletten Abschaffung des verminderten Steuersatze und der Senkung des Regelsteuersatzes, oder in der generellen Einführung des verminderten Steuersatzes, von 7%, auf alle Speisen, egal wo und wie sie angeboten werden.

Es geht um faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Gastronomie und nicht um Subventionierung. Die Kassen des Staates sind nach der Subventionierung der Banken und der Automobilindustrie sowieso leer.

Hans-Peter Zarges, Frankfurt


Juristisch ist die Meinung des Frankfurter Lesers, Herrn Zarges, vertretbar. Allerdings übersieht er, dass die französische Lösung eine Art „Vertrag“ war, bei dem beide Seiten gefordert wurden. Der Staat nimmt weniger Mwst. Die Wirte schaffen im Gegenzug Arbeitsplätze, erhöhen Löhne und senken Preise. Das ist nicht erfolgt, auch wenn es gerade jetzt den Versuch gibt, saisonbedingtes Sonnenschirm-Aufstellen in Nizza als Jobboom zu verkaufen.

Christian Falk, Toulon

 

Herr Falk hat mit seiner Bemerkung, dass in Frankreich ein „Vertrag“ geschlossen wurde, vollkommen recht. Leider wurde der von der Regierung und den Gastronomen nur halbherzig formuliert und durchgeführt, wie auch sein Beispiel Nizza verdeutlicht. Es handelt sich hier um ein zu schnell durchgepeitschtes Wahlgeschenk. Deshalb plädiere ich auch deutlich für die komplette Abschaffung des verminderten Steuersatzes von 7% und halte eine generelle Senkung des Regelsteuersatzes, von derzeit 19%, für die fairste Lösung. Dann würden für ale Bereiche gleiche Bedingungen herrschen. Mit der Meinung macht man sich zunächst sicherlich mehr Feinde, aber es würde auch wieder eine Verschiebung der Umsätze von Take-away in Richtung Service-Gastronomie mit sich bringen. Dorthin fließt, wegen der Auflockerung der Gesetzeslage (es müssen dort z.B. keine Gäste-Toiletten mehr vorhanden sein, wenn Stühle aufgestellt werden etc.), schon ein großer Teil der Gastronomieumsätze.

HP Zarges


 

BISS Zeitung

Blitzschnell und blitzgescheit. Ein solches kulinarisches Medium hat bislang gefehlt. Neueröffnung Seven Swans, Schließung von Amador, die Küche im neuen Jumeirah, all das und noch viel mehr lese ich bei Ihnen und die anderen hecheln hinterher. Viel später und lange nicht so kompetent. Ich würde mir höchstens noch etwas mehr Produktinformationen und Hilfen beim Einkauf wünschen.

Oliver Warrenbach, Kronberg

Endlich mal was, wo Tacheles geredet wird. Und den Eindruck hinterlässt, dass man weiß, von was man spricht. Ich finde das Konzept gut und ich mag die leicht “bissige” (wir Schweizer würden sagen “hemdsärmlige”) Art sehr.

Rico Etzensperger, Zürich

Seven Swans

Das ist aus meiner Sicht seit dem Silk von Mario Lohninger die aufregendste Neueröffung seit Jahren. Nicht nur in Frankfurt. So schön und andersartig. Besonders auch, dass dieses Lokal von drei Frauen betrieben wird.

Susanne Kronau, Frankfurt

 

 

BISS freut sich über jeden Leserbrief, kann aber bei der Menge der Zuschriften nicht alle veröffentlichen. Wir behalten uns vor, Leserbriefe zu kürzen. Ihre Mails können Sie an peterlunas@aol.com oder info@fienholdbiss.de schicken.