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Dates & Events

DATES & EVENTS

 

Kreatives Klosett

Die ungewöhnlichste Bar Frankfurts

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Notdurft Deluxe: Frankfurts schönstes Toilettenhäuschen wurde 1906 im Jugendstil erbaut und 2006 zu einer Bar umgerüstet. Inzwischen hat sie sich unter dem Namen Haus-Bar mit einem anderen Pächter als Event-Location der besonderen Art etabliert. Inhaber Achim Körner kann sich vor Anfragen kaum retten, möchte das Kleinod aber exklusiv halten und es sich leisten, unter den Bewerbern zu wählen. Das Häuschen im Park in den Wallanlagen in der Innenstadt animiert zu Feiern und Barbecues. Alles ist möglich, in Absprache mit dem Hausherrn. Dieser Tage fand ein ungewöhnlicher Grillabend mit bemerkenswerten griechischen Weinen statt. Leger moderiert vom Wein-Experten Raffaele Fazio. Er servierte unter anderem einen guten und wirklich trocknen Blanc de Gris von der Domaine Tselepos, den erstklassigen Syrah Fleva von Skouras und einen ausnahmsweise guten griechischen Schaumwein, den traubenduftigen und doch bruten „Greek Champagne“ von Tselepos.

Haus Bar, Frankfurt, Zeil 1a, Tel. Tel: 0176 61300734. www.hausbar-frankfurt.de

 

 

Kulinarische Happenings

Mit Kimberley Unser und Nobelhart & Schmutzig

Kann man kunstvoll essen? Damit sind nicht etwa besondere Manieren gemeint, sondern kunsthandwerklich hergestellte Bestecke und Geschirr, die zu neuen kulinarischen Erlebnissen und Erkenntnissen führen sollen. Steinbeisser’s Experimentelle Gastronomie inszeniert Happenings mit Essen & Trinken & Kunst & Design, die „ein Genuss für alle sein wollen, die individuelle, kreative und nachhaltige Küche schätzen.“ Mit Matthias Schmidt, der sich bis gestern noch 2-Sterne-Koch nennen durfte, fand man einen kongenialen Partner in Frankfurt. Als nächstes wird Kimberley Unser  vom 25. bis 27. September im Kleinen Mann mit dem Blitz in Frankfurt ein ausgefallenes Menü aus rein pflanzlichen Zutaten von biologisch-dynamischen Anbau aus Deutschland gestalten.

Die Gäste werden gefordert
Die Gäste werden gefordert

 

Normal ist eigentlich nichts. Das Besteck, mit dem die Gäste essen, hantieren und jonglieren müssen, wird von Eisenschmied Nils Hint aus Metall- und Werkzeug-Restbestände aus der ehemaligen Sowjetunion gefertigt. Nils sammelt Eisenschrott auf Flohmärkten und Schrottplätzen in Estland und recycelt diese zu aufregenden Löffelformen in seiner Schmiede. Matthias Kaiser wiederum hat eigens eine Serie von absichtlich gebogenen und durchlöcherten Geschirrstücken aus Porzellan gefertigt. Bei seiner Arbeit verwischt sich die Grenzlinie zwischen Kunsthandwerk und Kunst. Zugleich schlägt er eine Brücke zwischen Ost und West. Sagt er. Küchenchef Micha Schäfer aus dem Nobelhart &  Schmutzig, der bei Matthias Schmidt in der Frankfurter Villa Merton gelernt hat, serviert ein 5-Gänge-Menü, das auf rein pflanzlichen Zutaten aus biodynamischem oder biologischem Anbau aus verschiedenen Regionen Deutschlands basiert. Begleitet wird das alles von  ausgesuchten deutschen Weinen und/oder handwerklich erzeugten Bieren, frisch gepressten Säften und frischen Kräutertees.

Kann man Suppe gabeln?
Kann man Suppe gabeln?

 

Etwas Hintergrund: Bei einer Veranstaltung in Amsterdam fertigte eine Künstlerin eine Besteck-Serie aus Porzellan, wobei sie die Teile des Bestecks, die mit dem Mund in Kontakt kommen, bei einigen Stücken blau und bei anderen gold gefärbt hatte. Die besagte Künstlerin hat Farbpsychologie studiert, wobei aus ihrer Sicht Gold die Süße der Speise verstärkt und Blau den Salz im Geschmack. Mit dieser Idee, meint sie, sei es ihr gelungen, bestimmte Geschmäcker des Essens, unabhängig der Zubereitung, zu verstärken und zu unterstreichen. Bei dem russischen Besteck, das jetzt bei Nobelhart & Schmutzig zum Einsatz kommt, spielen Form und Gewicht eine Rolle. Wie verändert sich unser Essverhalten, wenn wir anstatt eines normalen Löffels, der zwischen 30-50 Gramm wiegt, mit einem Löffel essen, der 400 Gramm  wiegt? Was passiert, wenn der Löffel anstatt gerade ziemlich gekrümmt ist? Was geschieht mit unserer Wahrnehmung, wenn der Löffel einen Schraubenzieher als Ende hat? Diesen Fragen geht Steinbeisser Martin Kullik nach und kommt zu diesen Schlüssen: „Zum einen haben wir herausgefunden, dass wir mit ungewöhnlichem Besteck im Durchschnitt sehr viel langsamer essen, was die Geschmacksentfaltung beeinflusst. Zum anderen wird der Akt des Essens an sich so viel humorvoller, was sich gegebenenfalls positiv auf das Gefühlsleben und dann auch auf die Verdauung auswirkt.“

Das könnte auch in der Frage gipfeln, ob man Kaviar mit der Heugabel essen kann. Ist auf jeden Fall mal einen Versuch wert und könnte lustig werden.

 

Kunstvoller Besteckkasten
Kunstvoller Besteckkasten

 

 

Events 

Berlin: Nobelhart & Schmutzig, Berlin-Kreuzberg, Friedrichstrasse 218. 5-Gänge-Menü mit Wein- oder Saftbegleitung 125 €. Wann: 2., 3., 4. und 5. Juli jeweils um 19 Uhr. www.nobelhartundschmutzig.com

Frankfurt: 25., 26. und 27. September. Im Künstlerhaus Der Kleine Mann mit dem Blitz, Kleine Rittergasse 11. Mit Kimberley Unser (Ex Seven Swans) zusammen mit Designer Stian Korntved Ruud und zeitgenössischen Schmuckkünstlern Patricia Domingues, Matthias Dyer, Tatjana Giorgandse, Deborah Rudolph und Tala Yuan. Tel. 0176 56927893.  www.mannmitblitz.de

Amsterdam: 9., 10. und 11. OktoberIm Lloyd Hotel & Cultural Embassy, Oostelijke Handelskade 34. Mit Zwei-Sterne-Koch Edwin Vinke und Sommelier Mike Dooms aus dem De Kromme Watergang** zusammen mit Designer Sarah Hurtigkarl, Stian Korntved Ruud und Möbelkünstler Valentin Loellmann.

www.steinbeisser.org

Photocredits: Steinbeisser

 

Heurigen: Unwiderstehliche Schmankerl-Küche

im Restaurant Lohninger in Frankfurt

Erika Lohninger

Erika Lohninger

Mario Lohninger ist einer der besten Köche des Landes, in seinem gleichnamigen Restaurant serviert er kreative Menüs, aber auch ein erstklassiges Wiener Schnitzel. Dem Österreicher sind Heimatgerichte Verpflichtung. Aus diesem Grund hat die Familie Lohninger auch den Heurigen in Frankfurt zur festen Einrichtung gemacht. Dieser Event ist äußerst beliebt und stets schnell ausgebucht. Spezialitäten wie Wiener Backhendl, Zander aus dem Zeller See in Salzkruste oder Bio Schweinsbratl Schwäbisch Hall direkt am Platz serviert. Ein liebevoll angerichtetes Buffet mit unterschiedlichen Brettljausen, selbst geräuchertem Schinken und Salaten ist außerdem Teil des lebhaften Heurigen-Konzepts. Vater Paul Lohninger steuert wieder einige unwiderstehliche Schmankerln aus alten Rezepturen bei. Der nächste Heurigen-Tag am 20. Juni ist bereits ausgebucht, doch es gibt schon wieder die neuen Termine: 22. August und 10. Oktober, mittags ab 12 Uhr (bis 17 Uhr). Reservierungen unter (069) 247 557 860 direkt im Restaurant. Der Preis beträgt auch in diesem Jahr 39 Euro pro Person ohne Getränke.

 

 

 

 

Ältere Beiträge

 

Amoroso

Neuer Italiener in Frankfurt

Gianluca & Ciriaco Amoroso
Gianluca & Ciriaco Amoroso

 

Frankfurt wird noch italienischer. Die Betreiber des Restaurants Settimo Cielo haben unweit ein zweites Lokal eröffnet: Das Amoroso in der Eckenheimer Landstraße. Ein schöner Name, der so viel wie „liebevoll“ bedeutet. Aber kein zufälliger Name, denn der Patrone heißt  Ciriaco Amoroso und führt beide Ristorante gemeinsam mit seinem Sohn Gianluca. Die Idee wurde aus der Not geboren, das Settimo Cielo ist sehr beliebt und kann nicht immer alle Gäste aufnehmen. „Es ist nicht schön, wenn man Gäste wieder wegschicken muss“, meint Ciriaco Amoroso und kann diese jetzt bei Platzmangel nun einige Meter weiter in sein neues Lokal schicken. Dort geht es optisch und kulinarisch nicht so aufwendig zu wie im Settimo Cielo, aber auch sehr einladend und von der Möblierung her moderner.  In die schönen blanken Holztische wurden die Deckel von Weinkisten integriert, die schlanke Säule in der Mitte ist vom Vorgänger geblieben. Sonst aber erinnert nichts mehr an die schlichte Pilsstube, die hier vorher hauste. Ins Amoroso geht man, wenn man Lust auf einen Teller Pasta und ein Glas Wein hat. Im Gegensatz zum Settimo Cielo gibt es auch Pizza.

Amoroso, Frankfurt, Eckenheimer Landstr. 61, Tel. (069) 59 79 49 99.   

 

Bon appétit mit Karl Lagerfeld

 

Vernissage Braubachfive - 10

Vintage Food? Ja, das gibt´s. Der kulinarische Retrostil der 50er Jahre wurde jetzt bei einer Vernissage in der Galerie Braubachfive serviert: Chips, Bretzeln, Pim´s Cocktail, geflöteter Sekt. Amüsant und lecker. Edler, aber auch amüsant, die Vintage Collection von Boutiquen-Pionierin Lilo Zeh. Ihre Master Pieces sind so kunstfertig, dass sie nun Einzug in eine Galerie gefunden haben. Die stilgerecht drapierten Stücke stammen von Karl Lagerfeld, Dolce & Gabbana, Thierry Mugler, Jean Paul Gaultier und anderen. Lilo, die ihre Damenboutique inzwischen in der Kleinen Hochstraße an der Freßgass betreibt, ist bereits unglaubliche 40 Jahre im Modegeschäft und war einst die erste mit Avantgarde-Stoffen. Galeristin Marcela Munteanu, die genau gegenüber vom Museum für Moderne Kunst residiert, ist für ihre stets interessanten und andersartigen Ausstellungen bekannt. Sie hat schon Kulinarisches mit Kunst gekreuzt und die Frankfurter Fotografin und Leica-Ikone Ilse Bing gewürdigt, die mit ihren gefühlsechten Schwarzweiß-Bildern die Stadt und ihre Gastronomie in ein anderes Licht rückte. Bei der jetzigen Vernissage der Vintage Collection präsentierten sich auch die Gäste in feinem Zwirn und mit originellem Schick. Als sich die letzten Chips verkrümelt hatten, ging die Feier noch in der benachbarten Nachtbar Mona Lisa weiter.

Die Ausstellung (mit Verkauf) ist abgelaufen, die aktuelle Ausstellung erfährt man auf der Webseite. Dienstag bis Samstag, 11 – 18 Uhr. Braubachfive, Frankfurt, Braubachstr. 5, Tel. 069 29 3555. www.braubachfive.eu


Pichler, Ochsen, große Weine

 

Prächtiges Sommerfest auf dem

Weingut Weil im Rheingau

Weingut Weil

Weingut Weil

Was macht ein Fest zum einem großartigen Fest? Das Essen, die Weine, das Interieur und nicht zuletzt die Gäste. Auf dem Weingut Robert Weil in Kiedrich könnte man Lebertran auftischen, das Landschlösschen und seine spektakuläre Kulisse im Weinberg würden daran keinen Schaden nehmen. Zum Glück gab es Gutes für die Leber, 27 Spitzenwinzer aus sechs Ländern feierten auf Einladung von Wilhelm Weil und dem Fine Magazin gemeinsam mit 500 geladenen Gästen. Wenn so viele gute Weine auf feierbereite Menschen treffen, muss man nicht staunen, dass erst um vier Uhr in der Frühe die letzten Gäste den Nachhauseweg suchten.

Weingut Weil Phélan Ségur, Gaja, Sassicaia, Ornellaia, F.X. Pichler, Dönnhof, Dr. Loosen, Weil und andere gut temperierte Weine standen bereit, wobei das hitzige hochsommerliche Wetter offenbar kaum jemand daran hinderte ordentlich Rotwein zu trinken. Unser Favorit: Château Canon La Gaffelière, Jahrgang 2008, vom Grafen von Neipperg, der ebenfalls für dieses Fest von Bordeaux in den Rheingau reiste. Dass Buffets fabelhaft sein können, wurde beim Weingut Weil eindrucksvoll dokumentiert. Die ständig frisch aufgeschnittenen saftigen Schinken allein waren schon eine Pracht und hätten für einen vergnüglichen Abend gereicht. Vom Fleischsalat bis zum Ochs am Spieß war aber auch alles andere ganz prima. Verantwortlich dafür: Egbert Engelhardt und seine Consortium Gastronomie in Wiesbaden, der einst als Sternekoch mit dem Grauen Haus das beste Restaurant im Rheingau führte.

 Photocredit: Weingut Weil, Barbara Fienhold

 

 

Frohsinn mit krossem Schweinekinn

Gourmet-Gipfel in der Villa Rothschild

Sashimi von Sarah Henke

Sashimi von Sarah Henke

Bei Regen hilft ein guter Tropfen. Jedenfalls wusste die Villa Rothschild die Gäste gleich mit einer Offensive an Champagner feuchtfröhlich einzustimmen. War der Genussgipfel bislang von der Sonne verwöhnt, so musste man sich diesmal beim achten Festival mit eher herbem Wetter begnügen. Das trotzdem ein Vergnügen daraus wurde, war aber nicht nur den Getränken, sondern auch dem Essen und dem sehr flotten Service zu verdanken.

Es gab manch ungewöhnliches Gericht. Schön jedenfalls, dass Patrik Spies vom Hotel Zum Stern in Bad Hersfeld gutes und in Riesling mariniertes krosses Schweinekinn anbot. Auch Oliver Heberlein vom Landgut Falkenstein servierte mit der Beinscheibe vom Wagyu Beef keinen alltäglichen Happen. Insgesamt konnten sich die rund 400 Gäste an einem Dutzend Stationen bedienen. Erstmals begrüßte diese der neue Küchenchef Christian Eckhardt, als Nachfolger von dem kürzlich ausgeschiedenen Christoph Rainer. Eckhardt und sein Team glänzten mit Bretonischer Seezunge mit würziger Minestrone, Pulpo und Fenchel sowie Big Eye Tuna mit Avocado, Shiso und Gurke.

Sarah Henke

Sarah Henke

Mit von der Partie auch seine Partnerin Sarah Henke, die erst kürzlich aus nicht nachvollziehbaren Gründen vom A-Rosa Hotel auf Sylt „verabschiedet“ wurde, obwohl diese mit ihrem Restaurant Spices gerade einen besonders guten Lauf hatte (1 Stern, 16 Punkte Gault Millau). Von ihr gab es Sashimi von der Fjord Forelle mit Spicy Fond, Limette und Shiitake. Sie ist übrigens immer noch auf der Suche nach einer guten Position, wo sie ihre euro-asiatischen Ideen umsetzen kann. Bevorzugt im Rhein-Main-Gebiet.

Besonders gelungen die Bio-Gänsestopfleber mit Reiswein, Miso und feinsüßlicher Cherimoya-Frucht von Dirk Schroer von der Burg Schwarzenstein im Rheingau. Jens Fischer, noch relativ neu im Restaurant Passione Rossa in Bad Sobernheim am Herd, ist ein Saucenspezialist. Deswegen rückte auf seinem Teller die Sojahollandaise in den Mittelpunkt, zu der es Keule und Brust vom Bresse-Perlhuhn gab. Sebastian Prüßmann (Althoff Hotel Schlossgarten Stuttgart), Andreas Krolik (Tiger-Restaurant Frankfurt) und Ollysan (The Magazine London) sorgten dafür, das Fisch beim Angebot das Oberwasser hielt. Ganz groß die kleinen Dessertvariationen von Benjamin Kunert (Villa Rothschild).

Villa Rothschild Koeche Gourmetgipfel

Heberlein, Kunert, Eckhardt, Henke, Spies, Schroer, Fischer, Ollysan, Hoteldirektor Massa, Prüßmann, Krolik (v.l.n.r.)

Was aber wird von diesem Gourmetgipfel besonders gut in Erinnerung bleiben? Die alte Witzigmann-Erkenntnis, dass in der Küche die Produkte die Stars sind. Das konnte man gerade bei zwei Nichtköchen anschaulich erleben. Andreas Schneider vom Obsthof am Steinberg in Frankfurt Nieder-Erlenbach brachte verschiedene Erdbeersorten mit, darunter eine sensationell aromatische Manille, die sich mit letzten Exemplaren von diesem Sommer verabschiedete. Fleischspezialist Wolfgang Otto von Otto Gourmet tat gut daran, selbst Hand anzulegen, nachdem seine Spitzenqualitäten bei Veranstaltungen von anderen Köchen malträtiert und ruiniert wurden. Er setzte mit seinen Wagyu-Burgern in knusprigen Brötchen jedenfalls einen der Höhepunkte des Gourmet-Gipfels in der Villa Rothschild.

Die Gäste mussten gut zu Fuß sein, um die Küchenstationen anzusteuern, die sich im ganzen Hotel verteilten. Aber bei dieser Völlerei tat Auslauf auch gut. Es wurde wahrhaft groß aufgetischt, auch bei den Getränken – Champagner, Wein, Apfelwein, Cocktails, Cognac, Sake und anderes mehr nahmen kein Ende. Für die 195 € gab es erstaunlich viel, auch Zigarren, von denen heftig Gebrauch gemacht wurde. Deren Glimmen verdunkelte sich erst durch das große und von Musik begleitete Feuerwerk, das aber noch längst nicht das Ende einer furiosen Feier war.

 

 

Ojo de Agua

Tango mit dem Rinderbaron

Maximilian. Dieter Meier,  Moritz (v.l.n.r.)

Maximilian, Dieter Meier, Moritz (v.l.n.r.)

Das Frankfurter Restaurant Ojo de Agua ist Anfang des Jahres sehr erfolgreich an den Start gegangen, feierte aber erst jetzt offiziell seine Eröffnung. Inzwischen ist auch die Terrasse auf der kleinen ungewöhnlichen Verkehrsinsel vor der Tür in Betrieb. Außerdem wurde der Weinkeller fertig, der Teile der historischen Staufenmauer beherbergt, die Frankfurt einst als Schutzwall umgab. Jedenfalls ist das dem reinen Fleischgenuss gewidmete Lokal mit argentinischem Konzept nun auch optisch sehr gewachsen. Die beiden Betreiber, Maximilian Graf von Saurma und Moritz Graf zu Stolberg, von Freunden kurz Max und Moritz genannt, konnten zur Einweihung auch ihren Partner und Gründervater Dieter Meier begrüßen. Der Schweizer Tausendsassa feierte einst mit dem Elektro-Pop-Duo „Yello“ große Erfolge, dass kürzlich mit dem deutschen Muskpreis „Echo“ ausgezeichnet wurde. Dieter Meier ist aber auch Rinderzüchter und Weingutsbesitzer und suchte für seine Farmen in Argentinien eine Verkaufsschiene über die er seine Erzeugnisse vermarkten kann. In Buenos Aires und Zürich betrieb er bereits zwei Lokale, nun will er zunächst Frankfurt etablieren, bevor es eventuell an weitere deutsche Städte geht. Das Fest im Lokal Ojo de Agua gipfelte um Mitternacht im Geburtstag von Moritz zu Stolberg, wo der Tanz eigentlich erst so richtig mit einem Tango begann. Dieter Meier wird übrigens sein neues Soloprojekt “Out of Chaos” am 5. Juli in der Frankfurter Batschkapp präsentieren.

Klicke auch BISS-Artikel Don´t call it Steakhouse

 

Kulinarische Sprünge mit Maibock

Küchenparty in der Kameha Suite

 

Küchenchef

Küchenchef Marcin Szczepanczyk

Küchenpartys gibt es viele, doch die in der Kameha Suite in Frankfurt sind etwas Besonderes. Die alte Villa, Baujahr 1889, bietet einen fabelhaften Rahmen für Events. Allein die theatralischen Hollywood-Treppen sind ein Fest fürs Auge. Über 100 Gäste flanierten durch das Haus und machten an den Essens- und Getränkestationen und auch in der Küche selbst Halt. Küchenchef Marcin Szczepanczyk und sein Team sorgten für ein pfiffiges Potpourri von 20 verschiedenen Gerichten: In Holunder gegarter Maibock; U.S. Flank Steak mit geräuchertem Kartoffelpüree und Pimento-Jus; Spicy Thunfischtatar mit Ingwerstroh und Sesammayonnaise; Glen Douglas Lachs mit Grüner Soße und gegrilltem Spargel; Bauch vom Havelländer Apfelschwein. Die spannendste Kombination gab es beim „Vitello Forello“ – Filet von der Wisperlachsforelle im zarten Kalbsschultermantel mit Saubratenconfit, Selleriepüree und Maikraut. Fabelhaft! Dem neuen Trend entsprechend, gab es gute hausgemachte Pastrami mit BBQ-Creme und Mais-Eis. Überhaupt arbeitete auch die Patisserie sehr gut und originell. Das salzige Honig-Eis mit Bircher Müsli und Joghurtschaum war schon ziemlich lecker, doch die süße Schnitte vom Rheingauer Spundekäs mit Ingelheimer Erdbeeren und Eis von der Frankfurter „Grie Soß“ war noch etwas aufregender. Ungewöhnlich gut außerdem der Honig vom Kameha-Imker und die Macarons, die bekanntlich nicht jedem gelingen. Weine und Sekte aus dem Rheingau sowie Rosés aus aller Welt machten flüssig die Runde. Eine Bereicherung waren die Craft-Biere von Braufaktum, ein Gerstensaft, der auch Weinfreunden gefällt. Unermüdlich flink und freundlich war der Service im Einsatz, der sich zudem mit Caviar im Bauchladen beliebt machte. Für 95 € wurde auch bei dieser dritten Küchenparty in der Kameha Suite sehr viel geboten. Vor allem aber brannte sich das Lokal wieder als hervorragende Event Location ins Gedächtnis.

Kameha Suite, Frankfurt, Taunusanlage 20, Tel. 069 4800 370.

www.kamehasuite.de

 Photocredit: Barbara Fienhold

 

 

Die Avantgarde der deutschen Winzer?

Das Collegium Vini und Slow Wine

 

Das Collegium Vini, eine Vereinigung von Weinfreunden im Rhein-Main-Gebiet widmet sich in Verkostungen seit 60 Jahren den unterschiedlichsten Themen der internationalen Weinkultur. Bei der letzten Probe ging es um „Slow Wine“, einem Ableger der italienischen „Slow Food“-Bewegung. Zusammengestellt und moderiert wurde die Probe von Kai Wagner, der zusammen mit Ulrich Stegerdas Buch „Die Avantgarde der deutschen Winzer – Slow Wine und seine Erzeuger im Portrait“  herausgebracht hat. Unter gleichem Titel stand auch die Weinprobe des „Collegium“.

Weingut Luckert

Weingut Luckert

Um es vorweg zu nehmen: Die ausgewählten Weine waren sehr gut, teilweise sogar überragend , wie z.B. der Silvaner Creutz 2012 aus über 80  Jahre alten Reben vom Weingut Zehnthof Theo Luckert im fränkischen Sulzfeld (49 €). Was aber ihre Zusammenfassung unter dem Titel „Slow Wine“ rechtfertigte, blieb weitgehend im Dunkeln. Es war wesentlich einfacher herauszufinden was der Begriff als Alleinstellungsmerkmal nicht  beinhaltete als was er wirklich bedeutet. Ökologischer Rebbau, Biodynamik oder Vins naturels können, müssen aber nicht bei „Slow Wine“ vorkommen. Mit industriellen Herstellungsmethoden gefertigte Massenweine sind selbstverständlich ausgeschlossen.

Kontrovers war auch das Postulat, dass es sich bei den dargebotenen Weinen um Produkte der „Avantgarde der deutschen Winzer“ handelte. Vielfach war es eigentlich genau das Gegenteil: Ein Rückgriff auf alte, traditionelle Rebsorten oder Vinifikationsmethoden der Großvatergeneration – die Anpflanzung des gelben Orleans, einer Rebsorte, die ihren Boom im 19. Jahrhundert hatte, kann schwerlich eine avantgardistische Tat sein, ebenso wenig wie eine Gärung im Bottich über fast ein ganzes  Jahr. Dass dabei wunderschöne Weine herauskommen können zeigte die Probe, deren komplette Abfolge auf der Internet-Seite des Collegium Vini einzusehen ist: www.collegium-vini.de

Das intensive Eingehen des Moderators auf die Persönlichkeiten der Winzer und die Weintypizität der jeweiligen Gebiete erleichterte allen Teilnehmern die Erkenntnis, dass das „Slow-Food“- Bekenntnis „gut – sauber – fair“ ohne Abstriche auf die Weine übertragbar war. Die Philosophie von „Slow Wine“ ist für jeden begeisterten Weintrinker vermutlich aber nichts anderes als „Eulen nach Athen tragen“.

Peter Hilgard

 

 

Küche als Kaderschmiede: Wohlfahrts Schüler erkochen über 60 Sterne

Harald Wohlfahrt & Christian Bau (r.)

Harald Wohlfahrt & Christian Bau (r.)

Wie es ist, wenn sich Schüler und Lehrmeister nach vielen Jahren wieder eine Küche teilen, zeigten die Drei-Sterne-Köche Christian Bau und Harald Wohlfahrt – gemeinsam sorgten sie für ein großes Dinner für 200 Gäste in der Traube Tonbach.  Das Fest wurde von gleich zwei Jubiläen begleitet: Das Traditionshotel feiert in diesem Jahr sein 225-jähriges Bestehen, und Küchenchef Harald Wohlfahrt begann vor 38 Jahren seine eigene Karriere als 20jähriger Saucier in der Traube Tonbach. Die inzwischen berühmte Schwarzwaldstube befand sich damals noch in der Planung, doch Traube-Inhaber Heiner Finkbeiner glaubte an das große Talent seines Neuzugangs und ließ Wohlfahrt 1977 ins neue Gourmetrestaurant des Hotels vorrücken. Die Zwischenbilanz nach 38 Dienstjahren zeugt vom richtigen Gespür. Als Küchenchef erreicht Wohlfahrt mit seinem Team alle Höchstbewertungen in den relevanten Gastronomie-Guides und hält diese Auszeichnungen seit über zwei Jahrzehnten.

Besonders stolz ist der 58-jährige jedoch auf seine Schüler, denn die Schwarzwaldstube gilt auch als Kaderschmiede für den Köche-Nachwuchs. „Mitzuerleben, wie viele meiner Mitarbeiter erfolgreich ihre ganz eigene Linie entwickeln und selbst hervorragende Köche geworden sind, ist die schönste Bestätigung für meine Arbeit“, so Wohlfahrt. Kein anderer deutscher Spitzenkoch hat so viele hoch bewertete Köche mit ausgebildet oder als Mentor begleitet. Heiner Finkbeiner teilt den Stolz seines langjährigen Küchenchefs und verdeutlicht: „Von den vielen talentierten Köchen, die sich auf einem Posten in der Schwarzwaldstube bewiesen haben und einen Teil ihrer Lehr- und Wanderjahre hier in der Traube Tonbach verbrachten, kochen heute rund 40 selbst erfolgreich auf Sterneniveau – mehr als 10 sogar mit zwei oder drei Sternen.“

Wohlfahrt mit Team Schwarzwaldstube

Wohlfahrt mit Team Schwarzwaldstube

Neben den Drei-Sterne-Köchen Klaus Erfort, Kevin Fehling, Thomas Bühner und Joachim Wissler gehört auch Christian Bau vom Victor’s Gourmet Restaurant Schloss Berg nahe Trier zu jenen, die es mit einer knapp fünfjährigen Station in der Traube Tonbach zu Beginn seiner Kochkarriere in die Top-Liga der deutschen Spitzenköche geschafft haben. Als junger Commis kommt er 1993 in die Schwarzwaldstube, anderthalb Jahre später wird er mit gerade mal 23 Jahren Wohlfahrts Souschef, während seine Frau Yildiz im Service des Restaurants arbeitet. „Kochen konnte ich damals schon ganz ordentlich“, erklärt der heute 43-jährige Christian Bau, „aber meine Frau und ich haben in der Traube alles gelernt, was wir für unser eigenes Restaurant brauchen – den Feinschliff in der Küche, den richtigen Umgang mit Gästen, Mitarbeitern und Medien, aber vor allem den Qualitätsanspruch fürs Gastgebersein.“

Heute gehört Bau wie Wohlfahrt zu den besten Köchen Deutschlands und ist einer von gerade mal elf dreifach besternten Kollegen. Sein einstiger Lehrmeister ist ein guter Freund geworden, doch bleibt immer auch Mentor und Ratgeber. Wie eng die Beziehung ist, wird deutlich, wenn Wohlfahrt selbst gefragt wird: „Es ist die größte Reputation für mich, wie erfolgreich Christian Bau ist.“

Weitere Schüler von Harald Wohlfahrt in der Traube Tonbach waren im Laufe der Jahre u.a. die Sterneköche Jörg Sackmann (Restaurant Schlossberg, Baiersbronn), Hendrik Otto (Lorenz Esszimmer, Berlin), Christoph Rüffer (Haerlin, Hamburg), Sebastian Zier (Arosa, Sylt), Silvio Nickol (Palais Coburg, Wien, Österreich), Wolfgang Becker (Becker’s, Trier), Dirk Hoberg (Ophelia, Konstanz), Douce Steiner (Gasthaus zum Hirschen, Sulzburg), Matthias Diether (First Floor, Berlin), Nouri Wahabi (Piment, Hamburg), Paul Stradner (Brenners Park-Restaurant, Baden-Baden), Boris Benecke (Wald & Schloßhotel Friedrichruhe), Klaus Erfort (Gästehaus Erfort, Saarbrücken), Thomas Bühner (La Vie, Osnabrück) und Kevin Fehling (La Belle Epoque, Travemünde).

 

 

70 Jahre Hotel-Legende Hermann Bareiss

Große Geburtstagsfeier in Baiersbronn

Hermann Bareiss

Hermann Bareiss hat Hotelgeschichte geschrieben, so wie einst César Ritz und nur wenige andere in der Branche. Zu seinem Imperium gehören das Hotel Bareiss in Baiersbronn- Mitteltal mitsamt des Drei-Sterne-Restaurants von Claus-Peter Lumpp, den erstklassigen Lokalen Dorfstuben und Kaminstube, aber auch der aufwendig restaurierte, mythenhaften historische Morlokhof. Jetzt feierte Hermann Bareis mit fast 1000 Freunden, Mitarbeitern und Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur zwei Tage lang seinen 70. Geburtstag

Hermann Bareiss ist nicht nur der bestgekleidete Hotelier Deutschlands, er ist auch als Gastgeber eine Zierde seiner Zunft. Sein Hotel im Schwarzwald gehört zu den allerersten Adressen im Land. Dies liegt nicht nur am großen Komfort und der heiter-entspannten Atmosphäre, sondern auch an den herausragenden kulinarischen Leistungen und dem herzlichen Service. Es hatte seinen guten Grund, warum gerade hier mit der Mitteltaler Tafelrunde einst  das wichtigste, genussreichste und am aufwendigsten inszenierte Gipfeltreffen der Branche stattfand. Restaurantkritiker und Spitzenköche, die beileibe nicht immer an einem Tisch sitzen, fanden im Hotel Bareiss für einen schönen langen Tag lang zu Gesprächen zusammen, diskutierten über Trends und Fehlentwicklungen, und krönten den Tag mit einer in jeder Hinsicht heißen Küchenparty.

Eine Reportage über das Hotel Bareiss steht demnächst in unserem Internet-Magazin Hotel-Traveller: www.hotel-traveller.de

 

Rührende Szenen

Küchenparty im Rocco Forte Hotel Villa Kennedy

Villa Kennedy Küchenparty

So viele Zaungäste hatte die Hotelküche der Frankfurter Villa Kennedy bislang noch nicht erlebt. Sie konnten bei den Köchen manchen Trick lernen und sehen, wie rührselig die Zubereitung von Risotto sein muss.  Küchenchef Dario Cammarata wurde dabei nicht nur von seinem Team unterstützt,  Fulvio Pierangelini reiste eigens aus Rom an, um mit anzupacken. Der temperamentvolle Lockenkopf ist gastronomischer Berater bei Rocco Forte und galt mit seinem Zwei-Sterne-Restaurant Gambero Rosso in San Vincenzo in der Toskana als einer der führenden italienischen Köche. Über 100 Freunde, Geschäftspartner und gute Gäste der Villa Kennedy drängten sich um die Töpfe und Pfannen und kamen dabei ins Gespräch. Mit dabei auch die zauberhafte Tochter von Hotelgründer Sir Rocco Forte, Lydia.

 

Photocredit: Top Magazin Frankfurt, Barbara Fienhold

 

Harald Wohlfahrt serviert den

Royals Königskrabben

Harald WohlfahrtEine der wenigen Ausnahmen, bei denen Harald Wohlfahrt außerhalb seiner Küche im Hotel Traube Tonbach tätig wird, ist die jährliche Gala zum Deutschen Medienpreis in Baden-Baden. Zusammen mit der Service- und Küchencrew des Traditionshotels unterstützt der Drei-Sterne-Koch das Catering des Events bereits seit mehr als 20 Jahren und kochte zu diesem Anlass bereits für zahlreiche prominente Gäste wie zuletzt George Clooney oder den Dalai Lama. In diesem Jahr kam eine Preisträgerin hinzu, die dem roten Teppich royalen Glanz verlieh: Die niederländische Königin Máxima wurde für ihr soziales Engagement in der Entwicklungshilfe geehrt und war mit König Willem-Alexander zu Gast. Abseits des Medienrummels und der Bühne zeigten sich die königlichen Hoheiten unkompliziert und nahbar: Es wurden Hände geschüttelt, Fotos gemacht und Deutsch gesprochen. Zum Dinner führte Spitzenkoch Harald Wohlfahrt das Königspaar persönlich an das Gala-Buffet. Kulinarisch stand die Vielfalt der Meere im Mittelpunkt – es gab Felsenaustern, Hummer, Königskrabben, Garnelen, Jacobsmuscheln, Steinbutt und Seezunge für die Royals.

 

 

 

Apfelweinkoffer

Koffer mit ApfelweinmotivAuf der Apfelwein-Messe gab es eine Weltneuheit zu bestaunen: Den ersten Schoppen-Trolley. Entworfen hat ihn Michael Schlögel, der sich zu seinem Lieblingsthema immer wieder Neues ausdenkt (Apfelwein-Roulette, Apfelwein-Metermaß und anderes mehr). Der gerippte Koffer ist im Kaufhaus Hessen auf der Berger Straße zu haben.

 

 

 

 

 

 

 

Harald Wohlfahrt zu Gast in Frankfurt

Harald Wohlfahrt (r.)

Harald Wohlfahrt (r.)

Harald Wohlfahrt verlässt seine Küche in der Schwarzwaldstube in Baiersbronn höchst selten. Doch ausnahmsweise kam er für einen Tag nach Frankfurt, um für einen kleinen Kreis im Küchenstudio Valcucine im Florentinischen Viertel in Sachsenhausen zu kochen. Mit Geräten von Gaggenau. Im badischen Loffenau bei Gaggenau wurde Wohlfahrt vor 59 Jahren geboren und bekam die Marke gewissermaßen in die Wiege gelegt. Drei-Sterne-Koch Wohlfahrt kochte vor den Augen der Gäste, die mit ihren Handys jede Bewegung festhielten. Es gab unter anderem eine pralle Jakobsmuschel mit perfektem Trüffelrisotto, geschmortes Kalbsbäckchen auf Rahlmpolenta mit Morcheln und Balsamicosauce sowie Vanille Panna Cotta mit Passionsfruchtsorbet nebst Ragout von Zitrusfrüchten. Dazu präsentierte Paul Fürst seine wunderbar saftigen Weine – Riesling, Weißburgunder, Frühburgunder, Rieslaner. Das Küchenstudio Valcucine, gleich neben dem Lokal Biancalani gelegen, wurde eigens für diesen Tag in ein Restaurant verwandelt und geriet zum fröhlichen Blickfang für Passanten. Eigentlich könnte das öfter geschehen, denn eine bessere Live-Werbung gibt es nicht für Küchen.  Der Geschäftsführer von Valcucine, Christoph Böger, hatte einst bei Steigenberger gearbeitet und war Souschef im Frankfurter Holbeins.

 

Guido Giovo: Wein & Olivenöl

Costaripa

Costaripa

Es gibt anstrengende Arbeitsmessen wie die bevorstehende ProWein. Und es gibt Spaßmessen wie die von Guido Giovo in Mühlheim am Main. Sie ist fast schon eine Feier. Man kommt auf zwei Etagen und der Terrasse bei Wein, Spumante, Pasta und Schinken zusammen. Fachbesucher und ganz normale Kunden mischen sich. Einige Weine kennt man, andere gilt es noch zu entdecken. Alois Lageder ist immer stark vertreten, an Quantität und Qualität. Wer einfach nur einen guten Prosecco sucht, wird hier gewiss fündig. Dal Din gehört mit seinem Brut dazu, aber auch die Tenuta San Giorgio. Unter den Spumanti gefiel uns der Brut Rosé von Costaripa am besten, ein feiner Schaumwein mit nobler Farbe und zartem Duft (80% Chardonnay, 20% Pinot Nero), der am Westufer des Gardasees zu Hause ist.

Die größte Entdeckung war aber kein Wein, sondern ein erstklassiges Olivenöl. Die Olearia Caldera ist ebenfalls in der Gardasee-Region beheimatet und erzeugt verschiedene Öle, die alle Format haben. Absolute Spitze ist die Gran Cuvée Ugo Caldera, benannt nach dem Gründer der Manufaktur. Dort wird auch unter dem Etikett Oliver eigens ein Öl für Köche hergestellt, das sich gut erhitzen lässt. In diesem Jahr findet noch eine Messe bei Guido Giovo statt, man sollte sich zeitig informieren.

Guido Giovo, Mühlheim am Main, Borsigstr. 17, Tel.  06108-90080

 

 

 

Marrakesch am Main

Top Lounge: Penthouse Party im InterConti

Top Lounge Interconti Die Überraschung des Abends war das marokkanische Buffet: Wenn es dieses zarte, vollfleischige und wunderbar orientalisch gewürzte Lamm immer im Hotel Intercontinental in Frankfurt gebe, wäre dies allein schon ein Grund für einen Besuch. Aber auch sonst waren die verschiedenen Buffets appetitlich, neben dem Lamm wurden die amerikanischen Mini-Burger zum Renner des Abends. Das Top Magazin Frankfurt hatte wieder einmal zu seinem Event namens Top Lounge geladen, und über 400 Gäste jeglicher Couleur aus Wirtschaft, Politik, Kulturszene und Schaugeschäft kamen. Die Location war perfekt und bescherte viel Platz, wobei Rauchern gleich zwei Terrassen geboten wurden. Kompliment aber auch für die gesamte Organisation, ein solches Fest kann nicht jeder stemmen.

Bei einem Get-together spielen Essen & Trinken nicht unbedingt die Hauptrolle, hier aber sorgten die verschiedenen Themen-Buffets für zusätzlichen Gesprächsstoff. Wer gut isst, fühlt sich auch wohl. Aber mal ehrlich, wer führt das InterConti noch auf dem kulinarischen Kompass? Die Gastronomie des Hauses hat in den letzten Jahren nicht von sich reden gemacht. Dabei gibt es mit Klaus Bramkamp einen engagierten Könner als Küchenchef. Der gelernte Koch und Konditor führte von 1986 bis 1989 das Gourmet-Restaurant im Hotel, just dort, wo sich jetzt der schönste Teil der Rooftop-Location befindet – mit Blick auf den Main und die Frankfurt-Skyline. Das Restaurant auf der 21. Etage war seinerzeit sehr gut und bot den Gästen ein einzigartiges Panorama. Bis heute gibt es keinen Ort in Frankfurt mit einem vergleichbaren Ausblick. Aber: The Winner Takes It All – und der Gewinner ist das Geld.  Das Gourmet-Restaurant wurde geopfert, als Veranstaltungsebene bringt das Penthouse dem Hotel weit mehr Geld ein als es je ein Restaurant könnte. An Silvester ist das Dachgeschoss immer weit im Voraus ausgebucht. Vielleicht gäbe es aber einen Kompromiss: Warum könnte man nicht einen kleinen Teil des Penthouses als Panorama-Restaurant führen? 30 bis 40 Plätze würden der riesigen Veranstaltungebene nicht allzu viel wegnehmen. Der erst seit acht Monaten amtierende Hoteldirektor Martin Driskell hat die einmalige Chance, das nicht nur in der Fassade farblose InterConti endlich aufzufrischen – auch kulinarisch. Das Potential ist vorhanden.

 

 

Scheck-in: Auszeichnung für Weinangebot

Besitzerfamilie Scheck-Berger (Tochter von Adolf Scheck) Scheck-Reitz (Ehemann), Martine Debaeke, Peter Splettstößer (v.l.n.r.)

Scheck-in-Familie: Scheck-Berger, Scheck-Reitz, Martine Debaeke, Peter Splettstößer (v.l.n.r.)

Man findet hier nicht nur Vertreter der französischen Wein-Elite, sondern gerade aus Deutschland viel Bezahlbares in der gehobenen Mittelklasse. Weingüter wie Künstler aus dem Rheingau oder Fürst aus Franken bilden einen soliden Stamm. Jetzt wurde der Lebensmittelmarkt Scheck-in für sein „herausragendes Angebot heimischer Weine“ ausgezeichnet. Das Deutsche Weininstitut (DWI) und die Lebensmittelzeitung vergeben diesen Preis alljährlich. Marktleiter Peter Splettstößer und die Leiterin der Weinabteilung Martine Debaeke nahmen den Preis entgegen und stießen mit einem Tropfen von Kloster Eberbach an. Zur Feier reisten auch eigens Vertreter der Inhaber-Familie nach Frankfurt.

 

 

Schlotzige Pasta im Weindorf

Mimmos neues Lokal in Ingelheim

Padrone MimmoParide „Mimmo“ Nicoli hat nach Stationen in Mainz (z.B. La Gallerie) und Rüsselsheim (Opel-Villen) inzwischen seine neue kulinarische Heimat in Ingelheim am Rhein gefunden.  Zur Eröffnung wurde eine große Küchenparty gefeiert, bei der es so viel zu essen und zu trinken gab, dass man die Kraft der zwei Herzen und Mägen brauchte. Allein der Prosecco von Nino Franco und der Aufschnitt von Speck, Sopressa und Schinken hätten für einen schönen Abend gereicht. Doch es gab auch wunderbar schlotzige Pici-Pasta mit gut gewürztem Entenragout, sehr guten gebratenen Tunfisch mit Gelatine von grünen Äpfeln und weißem Tomatenschaum, Schwarze Oliven-Gnocchi mit Kaninchenragout und vieles vieles mehr. Alles Gerichte, die auch auf der Speisekarte stehen. Die Küche ist darüber hinaus so groß, dass Mimmo sie auch für weitere Küchenevents und seine Kochschule nutzen will. Das Lokal hält zwar in erster Linie italienische Weine bereit, doch auch einige ausgesuchte deutsche Tropfen. Beispielsweise „Adams Wein“, bemerkenswerte Gewächse aus Ingelheim von der ebenfalls bemerkenswerten Simone Adams, von der man noch viel hören wird. Sie und ihr Mann waren ebenfalls bei der Küchenparty präsent und interpretierten ihre Erzeugnisse. Das Restaurant und seine Weinstube wurden zwar mit dem Namen Millennium übernommen, wobei das „M“ auch für Mimmo stehen könnte, was weit besser passen würde.

„M“, Restaurant Millennium & Weinstube Weingeist, Ingelheim, Bleichstr. 1, Tel. 06132 711 20 70. www.das-millennium.de

 

Was guckst Du? Astor Film-Club

Das Kino als Event-Location

Astor Filmlounge Das neue Astor-Kino in Frankfurt ist ein Schmuckstück. Es bietet sich deshalb nicht nur zum Sehen, sondern auch Gesehenwerden an. Dachten sich jedenfalls die Initiatoren einer neuen Club-Idee, der Betreiber der Filmlounge Kai Mann und Event-Manager Gerd Schüler.

In der Astor Film-Lounge über der Zeilgalerie findet nun einmal im Monat eine Vorpremiere eines Kinofilms statt, der am nächsten Tag in den Frankfurter Kinos anläuft. Auftakt war „Der Teufelsgeiger’“ mit David Garrett als Paganini.  Den Musiker muss wohl der Teufel geritten haben, diese Rolle anzunehmen, denn als Schauspieler macht er keine gute Figur. Mit Klaus Kinski war der Teufelsgeiger immerhin einst idealbesetzt. Doch war der Film ja mehr eine nette Beigabe, wichtiger war es, dass die Gäste miteinander ins Gespräch kamen. Dabei halfen Apfelschaumwein von Höhl und Häppchen vom Scheck-in-Center.

Astor Filmlounge„Networking auf höchster Ebene“ nennen die Veranstalter ihren Film-Event, zu dem man nicht so einfach hingehen kann, sondern eingeladen werden muss. Es gab dazu auch kein profanes Kärtchen, sondern eine edle Geschenkbox mit güldener Einladung und einem Präsent. Zur der Premiere kamen 200 Gäste. So nebenbei wurden die Gäste aber auch auf das Astor-Kino aufmerksam. Es ist das mit Abstand schönste in der Stadt, aber auch höchst kommod: Die großen bequemen Sitze sowie Fußstützen lassen selbst Filme in Überlänge gemütlich überstehen, zumal auch Essen und Getränke gereicht werden.

 

 

Hot Spot Küchenparty

 

Breidenbacher Hof Düsseldorf

Frischeparadies Frankfurt

Breidenbacher HofWenn Düsseldorf feiert, ist Köln betrunken. Der Breidenbacher Hof ist nicht nur das gediegene Luxushotel, man weiß auch zu feiern. Uns ist sonst keine Küchenparty bekannt, bei der sogar getanzt wird. Philipp Ferber, Chef der Weißen Brigade im Hotel, hatte gute Partner aus anderen Häusern ins Boot geholt: Achim Schwekendiek vom Restaurant Schloss Münchhausen;  Ronny Siewert, Restaurant Friedrich Franz, Grand Hotel Heiligendamm; Michael Kammermeier, Ente im Nassauer Hof in Wiesbaden; Stefan Neugebauer, Schwarzer Hahn, Deidesheimer Hof. Und den Modedesigner Thomas Rath aus der Castingshow Germany´s Next Top Model. Er überraschte wohl am meisten, denn von den Profis wusste man ja, dass sie kochen können. Jedenfalls war seine Kürbis-Pasta ziemlich lecker.

Es gab aber auch sehr gut zu trinken, angefangen vom Deutz-Champagner über die erstklassigen Weine von Philipp Kuhn aus der Pfalz bis hin zu den fein-stoffigen Tropfen vom Nahe-Weingut Korrell Johanneshof. Hoteldirektor Cyrus Heydarian, der die Gelüste seines Publikums kennt, tat gut daran, auch Tatar-Brötchen und Altbier anzubieten – zu später Stunde muss es so etwas einfach sein. Die 280 Gäste fanden bequem Platz, da die gesamte Bel Etage für die Küchenparty bereitstand. Für 139 Euro wurde sehr viel Gutes geboten. Solch hochwertige und doch letztlich preiswerte Events gibt es das ganze Jahr über im Breidenbacher Hof, auch die Küchenparty wird im nächsten Jahr wieder im „Kulinarischen Kalender“ stehen.

http://www.capellahotels.com/dusseldorf

 

 

 

Wenn der Brunnen wisselt

Sind wir im Paradies

Matthias Schmidt, Villa Merton

Matthias Schmidt, Villa Merton

Inzwischen ist das Frischeparadies in Frankfurt-Griesheim als Eventlocation fast so bekannt wie als Einkaufsadresse. Wieder holte sich Marktleiter Ulrich Wittur viele Spitzenköche aus dem Rhein-Main-Gebiet in sein Haus: Christoph Rainer von der Villa Rothschild in Königstein; Thomas Macyszyn, Restaurant Navette, Rüsselsheim; Andreas Krolik, Tigerpalast; André Rickert, Weinsinn, Matthias Schmidt,Villa Merton (alle Frankfurt). Unser absoluter Favorit war

Entenstopfleber-Praline, mit Ananastexturen, Gewürzgelee und Pfefferaromen. Klein, fein, aufwendig und vollendet kombiniert. Die gut gereifte Riesling Auslese 2003 „Wisselbrunnen“ von Schloss Reinhartshausen dazu machte das Glück perfekt.

Manche Gäste waren sichtlich nervös und glaubten irgendwie zu kurz zu kommen. Dabei hätten sie sich nur antizyklisch verhalten müssen: Zunächst dort anstellen, wo wenig los ist und sich dann Biss für Biss weiterarbeiten. Ganz im Gegenteil zog es viele aber ganz lemminghaft dorthin, wo die meisten anstanden. Mit 250 Gästen war man diesmal allerdings auch über die Grenze gegangen, vielleicht sollte man bei maximal 200 einen Schnitt machen.

Loben muss man aber nicht nur die Köche für ihr Engagement, gerade der Service zeigte sich besonders einsatzfreudig. Von den 139 Euro Eintritt gingen wie stets 10 Euro an die Wiesbadener Stiftung Bärenherz (für schwerstkranke Kinder). Für sie wurde auch eine Tombola mit netten Preisen arrangiert. Für uns gab´s als Gewinn die berühmte Winke-Katze, die wir bei unseren Asien-Besuchen stets verschmäht hatten.

www.frischeparadies.de/frischeparadies-maerkte/frankfurt

 

 

Photocredit: Barbara Fienhold

 

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